Besonderheit und Auswirkungen des Sommers 2022 in Karlsruhe

Vorlage: IV/2022/2010
Art: Informationsvorlage
Datum: 13.09.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 5
Erwähnte Stadtteile: Hagsfeld, Rüppurr

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.10.2022

    TOP: 12

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: IV/2022/2010 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: BD / Forst / GBA / Klinikum u.a. Besonderheit und Auswirkungen des Sommers 2022 in Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 25.10.2022 12 X Kenntnisnahme Information (Kurzfassung) Der Sommer 2022 zählte zu den wärmsten und trockensten seit Aufzeichnungsbeginn des Deutschen Wetterdienstes. Den nachfolgenden Stellungnahmen der Branddirektion, des Forstamts, des Gartenbauamts, des Geschäftsbereichs Rheinhäfen, des Tiefbauamts, des Liegenschaftsamts und des Städtischen Klinikums (zusätzlich zu Corona) können die besonderen Herausforderungen des Sommers in Karlsruhe entnommen werden. Der Gemeinderat nimmt die Informationsvorlage zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Stellungnahme der Branddirektion: Die Karlsruher Feuerwehr war im Sommer 2022 insbesondere auf Grund einer großen Anzahl an Vegetationsbränden sehr stark gefordert. Der Großteil der Brände ist jedoch auf eine Serie an Brandstiftungen im Bereich des Hardtwalds zurückzuführen. Die Brandeinsätze haben gezeigt, dass die Ereignisse durch eine leistungsfähige Feuerwehr, den Karlsruher Randbedingungen im Wald (gute Zuwegungen, viele Besucher*innen, Baumbestand) sowie gezielte Vorbereitungen auf Vegetationsbrände in den letzten Jahren jederzeit beherrschbar waren. Trotzdem wird sich die Feuerwehr weiterhin eng mit dem Forst in Sachen Wald- und Vegetationsbrände abstimmen und sich mittelfristig technisch und durch gezielte Ausbildung auf längere Trockenperioden und Vegetationsbrände vorbereiten. Stellungnahme des Gartenbauamtes: Der Sommer 2022 ist erneut einer der trockensten und wärmsten Sommer seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat bereits bis Ende August 23 Hitzetage (ab 30 Grad Celsius) registriert. Im Rekordjahr 2003 gab es insgesamt 27 Hitzetage. Nach Aussage des Präsidenten der LUBW hat der Sommer 2022 das Potential, „zum bislang heißesten Sommer in Baden-Württemberg“ zu werden. Mit 900 Sonnenstunden bis Ende August rangiert Baden-Württemberg unmittelbar hinter dem Saarland mit 910 Stunden. Mit 20,1 Grad war der Sommer nach 2003 in Baden-Württemberg bislang der zweitwärmste. Vor allem die lange Trockenheit wirkt sich negativ auf die Vegetation und die Wasserstände aus. Das Frühjahr 2022 begann mit einem deutlich zu trockenen März. Der März 2022 ist nach 1929, 1953 und 2012 der vierttrockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Auch im Stadtgebiet Karlsruhe waren zu wenige Niederschläge zu verzeichnen. Schon das Frühjahr 2022 war viel zu trocken, was zu Problemen beim Austrieb der Bäume führt, die in dieser Zeit ganz besonders auf eine gute Wasserversorgung angewiesen sind. Die Trockenheit setzte sich bis auf einzelne Regenereignisse bis Ende September 2022 weiter fort. Der Trockenstress von Bäumen und Büschen führt bis hin zu deren Absterben. Die Baumbestände werden instabil und damit anfällig für Schädlinge und Pilze. Besorgniserregend ist der immer wieder spontan auftretende Abbruch von grünen Ästen (Grünastbruch) bei Bäumen. Dadurch werden auch die Baumkontrollen erschwert, weil zuverlässige Aussagen über die Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes derzeit nicht mehr so einfach möglich sind. Zusätzlich werfen Bäume als Maßnahme gegen die Hitze vorzeitig ihr Laub ab, um ihre Transpirationsfläche zu verringern. Die Bäume schützen sich dabei selbst und können im nächsten Jahr mit neuer Energie wieder austreiben. Auch dieses Phänomen erschwert zusätzlich die Einschätzung einer Baumkontrolle, ob es sich um Totholz handelt oder lediglich um eine Schutzmaßnahme des Baumes. Sehr sichtbar waren auch in diesem Jahr wieder die trockenen Rasenflächen, die sich aber erfahrungsgemäß nach Regenfällen wieder gut erholen. Auch Blühpflanzen litten unter der Hitze und Trockenheit, sofern sie nicht ausreichend mit Wasser versorgt waren. Die Blühdauer nimmt in der Regel ab, und die Pflanzen sind dann nicht mehr so lange ansehnlich. Das Gartenbauamt bewässert die Jungbäume auf Basis eines Konzeptes, das vorsieht, Bäume bis zum 5. Standjahr zu bewässern. In diesem Jahr ist jedoch feststellbar, dass gerade auch diejenigen Bäume verstärkt leiden und zum Teil absterben, die im 5. bis 10. Standjahr aus der Bewässerung herausgefallen sind. Dies hängt damit zusammen, dass der Wurzelbereich noch nicht so weit ausgebildet ist, dass die Bäume selbständig an tiefere Wasserschichten herankommen. Die auf dem Friedrichsplatz eingebauten Regensensoren haben an einem Tag im September einen – 3 – Feuchtigkeitsgehalt in 90 cm Tiefe von lediglich 6 bis 7 % gemessen. Dieser Wert macht das Problem mehr als deutlich. Das Gartenbauamt bewässert seit April täglich mit 45.000 Litern die städtischen Bäume. Eine Ausbringung von noch mehr Wasser ist aufgrund der vorhandenen Logistik und personellen Ressourcen nicht möglich. Insgesamt konnten circa 3.200 Jungbäume aus den Standjahren 1 bis 5 versorgt werden. Die Jungbäume im ersten bis zum dritten Standjahr konnten alle zwei Wochen angefahren und versorgt werden und die Jungbäume im vierten und fünften Standjahr alle drei bis fünf Wochen. Stellungnahme des Forstamtes: Die Trockenheit im Sommer 2022 hat in den Wäldern deutliche Spuren hinterlassen. Die Bäume haben früh Laub in großen Mengen abgeworfen, um den Wasserverlust durch Verdunstung zu verringern. Einzelne Bäume sind teilweise oder ganz abgestorben. In den Forstkulturen des Frühjahrs 2022 kam es zu erheblichen Ausfällen. Betroffen sind etwa 3.000 Pflanzen, die nachgepflanzt werden müssen. Der finanzielle Schaden beläuft sich auf etwa 15.000 Euro. Hinzu kommen Trockenschäden in der Naturverjüngung, deren Umfang und Folgen (z.B. Verunkrautung der Flächen) erst in den nächsten Jahren erkennbar werden. Ab Juli kam es vermehrt zu Astbrüchen an Waldbäumen, weil bei Wassermangel das Holz seine Elastizität verliert. Teilweise gab es Behinderungen auf den Waldwegen, aktuell (16.09.2022) entstand ein größerer Sachstand an parkenden Kraftfahrzeugen in der Diakonissenstraße, Personen kamen nicht zu Schaden. Im August brachen zahlreiche Waldbrände aus. Betroffen war vor allem der Hardtwald (Staatswald). Verursacht wurden die Brände überwiegend vermutlich durch Brandstiftung oder Unachtsamkeit. Die Kriminalpolizei ermittelt. Durch schnelle Alarmierung und die gute Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr, Polizei und Forst (Stadt und Staat) konnten die meist kleinflächigen Brände zügig gelöscht werden. Aufgrund der Baumartenvielfalt im Stadtwald gab es keine nennenswerten Schäden durch Borkenkäfer. Einzelne Fichten, Lärchen und Tannen mit Käferbefall traten bei den Kontrollen Anfang September auf. Das volle Ausmaß der Schäden im Wald durch die Trockenheit wird erst in der nächsten Vegetationsperiode erkennbar sein. Stellungnahme der KVVH GmbH – Geschäftsbereich Rheinhäfen: Die langanhaltende Trockenheit und das damit einhergehende Niedrigwasser des Rheins hat zu deutlich mehr Schiffsverkehr in den Karlsruher Häfen geführt (+ 868 Schiffe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, Stand: 31. August 2022). Bedingt durch das Niedrigwasser transportierten diese Schiffe jeweils weniger Ladung, in der Gesamtsumme lag der Umschlag aber über dem von 2021. Grund für die gesteigerten Umschläge ist vor allem die Energiekrise, die dazu führt, dass die beiden Kohlekraftwerke im Hafen mit großer Leistung betrieben werden. Andere Produkte, insbesondere im Mineralölbereich, wurden trotz Niedrigwasser ebenfalls vermehrt umgeschlagen. Teilweise sind Unternehmen wegen des Niedrigwassers auf Bahntransport ausgewichen, jedoch fehlte es häufig an genug rollendem Material. Auf der Kostenseite belasten teilweise um das zehnfache erhöhte Frachtraten die Unternehmen. – 4 – Stellungnahme des Tiefbauamtes: 1. Auswirkungen auf das Kanalnetz Ein schon länger zu beobachtender Trend infolge des Klimawandels sind neben den zunehmend trockenen Sommermonaten auch eine Zunahme von kurzen, lokalen Starkregen. Ein typisches Beispiel war das Regenereignis am 26./27. August 2022. In Hagsfeld fielen an diesem Abend ca. 90 mm Regen in 10 Stunden, wobei in Rüppurr nur 17 mm in 8 Stunden fielen. Bei solchen Niederschlägen ist das Kanalnetz an seiner Kapazitätsgrenze. Der Einstau eines Kanalnetzes ist ein normaler Betriebszustand, der beim Betreiben einer Grundstücksentwässerungsanlage berücksichtigt werden muss. Die Entwässerungskanäle werden aus wirtschaftlichen Gründen für einen üblicherweise zu erwartenden Niederschlag (Bemessungsregen) dimensioniert. Bei starken Niederschlägen ist deshalb der Einstau des Kanals sowie ein Aufstau des Regenwassers auf der Straßenoberfläche möglich. Grundstücke und Gebäude sind durch geeignete Maßnahmen der Eigentümer bzw. der Anwohner selbst entsprechend zu schützen. Längere Zeit ausfallender Niederschlag hat zur Folge, dass in den Kanälen weniger Wasser fließt und dadurch die Ablagerungsgefahr erhöht ist. Ablagerungen im Kanal führen durch Faulung zu einer verstärkten Geruchsbildung. Folglich kam es in der Trockenperiode im Juli und August 2022 zu außerordentlich vielen Bürgermeldungen über Geruchsbelästigungen aus dem Kanal. Eine verstärkte Reinigungstätigkeit der Kanäle durch den Kanalbetrieb konnte hier nur geringfügig Abhilfe schaffen. 2. Lage an den Fließgewässern Seit Mitte April sind die Wasserstände an den Karlsruher Gewässern bis auf wenige Tage weit unter den mittleren Werten, teilweise wurden sogar neue Negativrekorde aufgestellt. Auch die sonst oft für Hochwasser verantwortlichen starken Gewitter im Frühsommer blieben in diesem Jahr aus. Trotzdem bleibt der Hochwasserschutz ein Thema, dass ständig weiterverfolgt werden muss. Alb Die Alb war in diesem Sommer geprägt von den extrem niedrigen Wasserständen, die in den Monaten Juni, Juli und August im Bereich der absoluten Minimalwerten der letzten 20 Jahre lagen. Je länger diese Situation andauerte, desto größer wurden die Probleme bis Anfang August sogar die Empfehlung ausgesprochen werden musste, nicht mehr in der Alb zu baden. Zwar stieg auch in der Alb die Wassertemperatur durch Niedrigwasser und die sommerliche Hitze, aber die ökologischen Folgen waren aus heutiger Sicht begrenzt. Hier wirkten sich die Maßnahmen zur Gewässerrevitalisierung positiv aus. Insbesondere die Gestaltung und Pflege des Gewässerrandstreifens hin zu einem standtypischen und altersabgestuften Gehölzbestand sind von besonderer Wichtigkeit. Ob sich allerdings Langzeitwirkungen ergeben oder welche Folgen eine Aneinanderreihung von solchen Sommern hätte, kann nicht gesagt werden. Das Niedrigwasser darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hochwassergefahr weiterhin vorhanden ist. Das Regenereignis vom 26. August führte in anderen Gegenden Deutschlands zu örtlich begrenztem Hochwasser. Kleine Gewässer An den kleinen Gewässern erkennt man die Änderung der Niederschlagsverteilung besonders gut. So schwanken wir heute immer mehr zwischen extremer Trockenheit und Starkniederschlägen bei in der Summe fast unveränderten Niederschlagsmengen. Diese ungleiche Verteilung führt aber zu einem sehr frühen Trockenfallen der kleinen Gewässer mit oft erheblichen Auswirkungen auf die Fauna und – 5 – Flora. Diese ausgetrockneten Böden und Gräben sind dann kaum mehr in der Lage, wenn es dann regnet, Wasser aufzunehmen, so dass die Hochwassergefahr steigt. Insgesamt haben die Hochwasserschutzsysteme bei vielen Ereignissen, so auch am 26. August, sehr gut funktioniert und so Bebauung sowie Infrastruktur vor größeren Schäden bewahrt. 3. Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas In Karlsruhe werden seit vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Retention, Zwischenspeicherung, Versickerung und Verdunstung von Niederschlägen erfolgreich umgesetzt. Neugestaltungen von Straßenquerschnitten, die Erstellung von multifunktionalen Flächen und Regenwasserbewirtschaftung auf dem Grundstück sind dabei wesentliche Bausteine für eine Verbesserung des Stadtklimas. Stellungnahme des Liegenschaftsamtes: Wie schon die Sommer zuvor hat sich auch der Sommer 2022 durch die extreme Trockenheit insgesamt sehr negativ auf die Landwirtschaft ausgewirkt. - Enorm gestiegene Kosten für die Bewässerung (z.B. Obstbau, Weinbau, Gemüsebau) - Die Trockenschäden an Dauerkulturen wie z.B. Obstbau wirken sich oft noch Jahre später auf den Gesundheitszustand der Pflanze aus - Teilweise komplette Ernteausfälle z. B im Ackerbau, wo eine Bewässerung nicht rentabel ist. Auch im eigenen städtischen Obstbaubetrieb, der auf biozertifizierten Hochstammbäumen Obst produziert, sind die Folgen des Klimawandels, der sich speziell auch durch die Dürre im Sommer 2022 gezeigt hat, deutlich zu spüren: - Ernteeinbußen durch Trockenschäden in Form von frühzeitigem Fruchtfall oder kleinen Früchten - Trockenschäden, die sich erst ein paar Jahre später bemerkbar machen, durch die Ausbreitung von Schwächeparasiten wie z. B. dem Schwarzen Rindenbrand (Pilz) oder auch der Mistel an Altbäumen. Diese führt - wenn auch über Jahre hinweg- zum Absterben der Bäume - Gestiegene Kosten für Bewässerung und Jungbaumpflege, die über die Dürrephase hinweg eine komplette Personalstelle gebunden haben. Weiterhin bedeutete die Hitze des Sommers eine enorme Mehrbelastung für die Mitarbeitenden der Abteilung Grundstücksbewirtschaftung, die im Freien arbeiten, wie z.B. Feldhut und landwirtschaftliche Arbeiter*innen. Stellungnahme des Städtischen Klinikums Karlsruhe gGmbH: Das Städtische Klinikum Karlsruhe (SKK) ist angesichts der seit über zwei Jahren andauernden COVID- 19-Pandemie als überregionaler Maximalversorger und als Klinikum der höchsten Notfallversorgungsstufe in besonderer Weise belastet. Mit Stand Ende Juli 2022 wurden insgesamt 2.107 Corona-Patient*innen (seit Beginn der Pandemie) am Klinikum behandelt. Es besteht weiterhin eine wirtschaftlich sehr kritische Situation für das Klinikum. Das Auslaufen der Corona-Hilfszahlungen, die massiv gestiegenen Preise für Energie, Lebensmittel und Bauvorhaben gehen einher mit coronabedingten Leistungseinschränkungen im klinischen Betrieb. Auch im Sommer 2022 mussten verschiebbare Operationen sowie Interventionen/Diagnostik von Patient*innen aller Kliniken abgesagt/ verschoben werden, (Teil-) Bereiche geschlossen sowie Normalbetten reduziert werden. Dies, obwohl stringente entlastende Maßnahmen wie eine dezentrale COVID-Versorgung umgesetzt wurden. Hintergrund ist ein bundesweiter anhaltender Fachkräftemangel, verbunden mit Corona- Quarantäneausfällen vieler Mitarbeiter*innen. Dies hat zu Bettensperrungen und einem deutlichen Absinken der Leistung geführt. Im Schnitt konnten von den 66 aufgestellten Intensivbetten nur 38 – 6 – Intensivbetten betrieben werden sowie durchschnittlich etwa 20 von 32 IMC-Betten. Dies hatte wiederum erhebliche Auswirkungen auf den OP-Betrieb sowie auf die Notfallversorgung schwerstkranker Patient*innen. Durchschnittlich konnten von den vorhandenen 29 OP-Sälen nur 15- 16 betrieben werden. Die Anzahl der geschlossenen Betten war im Vergleich zu 2019 (42 geschlossene Betten) deutlich erhöht und erreichte eine Spitze bei 235 personell bedingt geschlossener Betten im Monat August 2022. Allein im Bereich Pflege- und Funktionsdienst befanden sich durchschnittlich bis zu 250 Mitarbeiter*innen täglich in Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot. Zudem ist es weiterhin schwer, im Pflege- und Funktionsdienst die offenen Stellen zu besetzen. Hinzu kam der gestiegene Pflegeaufwand von Patient*innen aufgrund der anhaltenden Hitze, was in Gänze zu einer deutlichen Mehrbelastung der Pflegekräfte geführt hat. Auch bei den Reinigungskräften und im ärztlichen Bereich, wie z.B. der Anästhesie, kam es zu relevanten Personalausfällen. Die anhaltend hochsommerlichen Temperaturen erschwerten die genannte Situation zusätzlich. Zunehmend wurden auch in der Zentralen Notaufnahme Patient*innen jeden Alters mit Allgemeinsymptomen vorstellig. Dabei standen vor allem Schwäche, Kraftlosigkeit, Appetitverlust, Kopfschmerzen, unspezifische Schmerzsyndrome, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und vorbestehenden Herzrhythmusstörungen etc. im Vordergrund. Die betroffenen Patient*innen wurden überwiegend ambulant versorgt. Auch Mitarbeitende aus allen Bereichen waren durch die langanhaltende Hitze belastet. Aufgrund der langen Trockenperiode im Sommer gab es allerdings weniger Probleme mit der ansonsten relativ hohen Luftfeuchtigkeit. Die durch das Infektionsschutzgesetz verschärften Auflagen für Mitarbeitende in Krankenhäusern stellen eine weitere große Herausforderung dar. Betretungsverbote aufgrund des Immunstatus können das Klinikum in der derzeitigen Personalsituation lahmlegen. In Bayern wird die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht umgesetzt. Das Klinikum erwartet, dass Baden-Württemberg ähnlich vorgehen wird. Ansonsten drohen im Herbst und Winter weitere massive Ausfälle, da z.B. nur dreifach geimpfte Bewerber*innen neu eingestellt werden können. Aufgrund der genannten Herausforderungen ist bisher noch immer kein Normalbetrieb möglich. Das Klinikum setzt weiterhin auf eine Steigerung der Leistung, kann diese aber nicht im erwarteten Tempo umsetzen, sodass derzeit lediglich das Leistungsniveau von 2021 gehalten werden kann. Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Informationsvorlage zur Kenntnis.

  • Protokoll GR TOP 12
    Extrahierter Text

    Niederschrift 43. Plenarsitzung des Gemeinderates 25. Oktober 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 13. Punkt 12 der Tagesordnung: Besonderheit und Auswirkungen des Sommers 2022 in Karls- ruhe Vorlage: IV/2022/2010 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Informationsvorlage zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 12 zur Behandlung auf: Das ist eine Informationsvorlage, über die brauchen wir nicht abstimmen. Wir legen Ihnen damit unaufgefordert eine Informationsvorlage vor, weil wir von den verschiedenen Diens- ten zusammentragen wollten, was es denn vor allem im Hinblick auf die klimatische Ent- wicklung in diesem Sommer für besondere Situationen gab. Das haben die Verwaltungs- einheiten mit großer Intensität getan. Darüber wollten wir Sie nur informieren, damit man auch eine Grundlage hat, um in den nächsten Jahren gegebenenfalls Entwicklungen ver- gleichen zu können, Schlüsse daraus zu ziehen und vieles andere mehr. Mehr war jetzt gar nicht die Intention dieser Vorlage, die deswegen auch nur eine Informationsvorlage ist. Stadtrat Dr. Cremer (GRÜNE): Wir haben einen weiteren trockenen Hitzesommer in Karls- ruhe hinter uns gebracht. Für die Vegetation geht ein weiteres sehr stressreiches Jahr zu Ende. Das Frühjahr war zu trocken, der Sommer war zu trocken. Niederschläge kon- zentrierten sich viel stärker auf Starkregenereignisse, als wir es früher erwarten konnten. Es gab mit 23 Tagen über 30 Grad bis Ende August, eine sehr hohe Zahl an Hitzetagen. Die einzelnen Ämter und verantwortlichen Stellen haben sehr klar beschrieben, welche Folgen dieser Sommer für die Stadt Karlsruhe, für die Menschen, für die Institutionen und für die Natur hatte. – 2 – Für die Bediensteten der Stadt Karlsruhe hat dieser Sommer erhebliche Herausforderungen mit sich gebracht. Mit großem Einsatz haben sie daran gearbeitet und dazu beigetragen, dass aus diesem Hitzesommer kein unerträglicher Sommer wurde. Dafür möchte ich mich ganz ausdrücklich bedanken, bei den Feuerwehren, die gut vorbereitet die Vegetations- brände sehr schnell gelöscht haben, bei den Mitarbeiter*innen des Gartenbauamtes, des Liegenschaftsamtes und des Forstamtes, die durch Bewässerung junge Bäume nach Kräften vor Trockenschäden bewahrt haben und die Schäden an Leib und Leben von Menschen durch Grünbruch von Ästen verhindern konnten. Ich möchte mich bei den Mitarbeiter*in- nen des Tiefbauamtes, die die Reinigung der trockenen Kanäle verstärkt haben, bedanken, um Geruchsbelästigungen zumindest zu vermindern. Ganz besonders gilt mein Dank auch den Mitarbeiter*innen des städtischen Klinikums, die seit Anfang 2020 die enormen Belas- tungen der COVID-Krise tragen und die in den vergangenen heißen Monaten unter den er- schwerten Bedingungen der hohen Temperaturen zusätzliche Patient*innen wegen der Hitze versorgt haben. Wir müssen schlicht konstatieren, wir erleben immer deutlicher die Folgen des Klimawan- dels. Was uns dabei zu bedenken gibt, die globalen Temperaturen sind bisher noch gar nicht so sehr angestiegen. Wir liegen derzeit bei ungefähr 1 Grad Celsius Anstieg der Tem- peratur. Da wird noch mehr kommen, weil allein die derzeitigen Zielsetzungen bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius liegen. Schon für die Erreichung dieses Klimaschutzzieles werden wir uns ganz besonders anstrengen müssen. Der Sommer 2022 hätte doch einmal mehr gezeigt, dass diese Anstrengungen lohnen. Karlsruhe mit seiner Lage im Oberrheingraben liegt in einer Region mit überdurchschnittli- chem Temperaturanstieg. Ein Anstieg der globalen Temperatur um 3 oder 4 Grad Celsius sollten wir uns für Karlsruhe lieber nicht vorstellen. Wir wollen Karlsruhe als eine gute und lebenswerte Stadt erhalten. Daraus ergeben sich zwei klare Aufträge für uns im Gemeinderat. Wir müssen beides tun. Wir werden daran arbeiten, die Stadt an den bereits unausweichlich stattfindenden Klima- wandel anzupassen. Zweitens werden wir aus dem Gemeinderat heraus den Klimaschutz in der Stadt Karlsruhe konsequent vorantreiben. Dafür stehen wir in der GRÜNE-Fraktion im Gemeinderat. Stadtrat Müller (CDU): Wir danken der Verwaltung für diese informative Vorlage. Uns allen war vor einigen Jahren der Dominoeffekt fast nur vom Spiel bekannt. Corona, der Krieg in der Ukraine und nicht zuletzt die immer heißer werdenden Sommer zeigen uns, dass er im Alltag angekommen ist. Der Sommer 2022 war, wie beschrieben, einer der wärmsten und trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit einhergehen massive Belastungen für Menschen, Tiere, Pflanzen. Menschen litten unter den Temperaturen und wurden in den örtlichen Kliniken behandelt, deren Personal sowieso schon durch Corona an und über der Belastungsgrenze arbeiten. Durch die Trockenheit erhöhte sich nicht nur die Waldbrandge- fahr, es brachen auch tatsächlich Brände aus und hielten damit unsere Einsatzkräfte in Atem, die professionell und gekonnt den Flammen Einhalt gebieten konnten. Das kannten wir auch alles in dem Ausmaß bisher nur aus dem Fernsehen. Ich erinnere mich an den schlimmen Waldbrand vor einigen Jahren. Erlauben Sie mir, ganz besonders unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen an unsere Einsatzkräfte, die Menschen, Tiere und Pflanzen geschützt haben. Auch die – 3 – Mitarbeiter der Forst-, Garten-, Tiefbauamt, Liegenschaftsamt kümmerten sich täglich um die Folgen dieses Negativrekordsommers. Haben auch Sie vielen Dank für Ihren Einsatz. Was ist nun zu tun? Die Vorlage zeigt einige Ansatzpunkte, wie wir Extremwetterereignis- sen, Wasserknappheit und Trockenheit entgegensteuern können. Speziell durch Forst hof- fen wir, dass das volle Ausmaß der Schäden im Wald im kommenden Jahr nicht allzu dra- matisch sein wird. Bei all den negativen Aspekten sehen wir durchaus positiv, dass die Zu- sammenarbeit zwischen den Ämtern und unterschiedlichen Behörden gut war. Auch er- scheint uns gut, dass innovative Lösungen, wie zum Beispiel die Regensensoren auf dem Friedrichsplatz, Möglichkeiten bieten, um den Einsatz von Personal und Material noch effi- zienter zu gestalten. In Karlsruhe haben wir bereits die Klimaanpassungsstrategie 2021, die wir stetig weiter- schreiben müssen. Ich möchte hier auch einen Aspekt aufgreifen, den wir bereits im Jahr 2018 im Gemeinderat thematisierten. In der gemeinsamen Sitzung mit Nancy wurde auf den Hitzeplan hingewiesen. Die Kollegen waren kürzlich hier wieder zum Gegenbesuch. Die SPD griff diesen damals auf, dann fragten die Freien Wähler nach. Gerade mit Blick auf unsere Rekordsommer wäre es vielleicht ratsam, solch einen Hitzeplan zu priorisieren oder in Kooperation mit dem Land oder dem Städtetag generell einen Baden-Württembergi- schen Hitzeplan zu erarbeiten. Was ist hier vor Ort zu tun? Auf der einen Seite möglichst effektiv die Ursachen für die Erderwärmung bekämpfen und auf der anderen Seite unsere Klimaanpassungsstrategie fortzuentwickeln. Bei beiden ist die CDU-Fraktion von Anfang und vorne mit dabei. Stadtrat Zeh (SPD): Wir alle litten unter der Hitze und der Trockenheit dieses Jahr erneut. Es ist gut, dass die Stadt eine Informationsvorlage zusammengestellt hat, die die verschiede- nen Aspekte beleuchtet. Wir waren alle überrascht von den zahlreichen Bränden, die hier im Stadt- und Landkreis Karlsruhe vorhanden waren. Wir wissen nicht, ob das Leichtsinn durch weggeworfene Zigaretten oder Brandstiftung waren. Wichtig ist aber auf jeden Fall gewesen, dass wir eine gute Feuerwehr haben, die schnell bei den Brandstellen war, natür- lich unterstützt durch die vielen Aktiven in der Freiwilligen Feuerwehr, und so große Brände, wie wir im Osten Deutschlands erlebt haben, hier in Karlsruhe, in der Region nicht entstanden sind. Wir hoffen auch, dass das so bleibt. Wir als Fraktion sind häufig angeschrieben worden von Bürgerinnen und Bürgern, die meinten, die Stadt müsste mehr Bäume gießen. Aber es wird auch ganz klar gezeigt, dass das Gartenbauamt an der Grenze der Kapazität ist, sowohl was Personal betrifft, als auch was die Wassermenge betrifft, die sie aufbringen wollen. Wenn man dann die Schäden sieht, die wir bei den Jungbäumen zwischen dem fünften und zehnten Jahr der Pflanzung haben, muss das deutlich noch verbessert werden, hier müsste man nachsteuern. In einzel- nen Fällen würde es auf jeden Fall helfen, die Baumpatenschaften und die Unterstützung der Bürgerschaft zum Erhalten auszuweiten. Man sieht es heute auch. Die Kastanien sind schon recht früh braun geworden. Platanen haben Astbruch erlitten. Hier sind auch ältere Bäume unter der Dürre mit Folgeschäden zu beobachten. Wir hoffen, in der Kriegsstraße sind jetzt automatische Bewässerungssysteme eingebaut für unsere Linden, dass das hilft. Auch in der Kaiserstraße sind für unsere neuen Bäume ebenfalls automatische Bewässe- rungssysteme angedacht. – 4 – Es hat auch wirtschaftliche Folgen gehabt. Die Rheinhäfen haben darunter gelitten, dass Schiffe nur teilweise die Volllast fahren konnten. Auch Kliniken waren bereits durch Corona stark in Mitleidenschaft gezogen, viele Notfallbetten sind heruntergefahren wor- den, OPs verschoben. Ich kenne Bürger, die betroffen waren. Die leiden natürlich schon auch darunter, dass sie erst nach drei bis sechs Monaten operiert worden sind. Dazu kommt noch das Hitzeproblem. Herr Maier hat es erwähnt, die SPD hat den Hitzeaktions- plan in den Gemeinderat gebracht. Bis jetzt war die Stelle nicht besetzt. Wir hoffen, dass es jetzt bald umgesetzt wird und wir den Hitzeaktionsplan diskutieren können. In diesem Sinne nimmt die SPD den Bericht zur Kenntnis. Stadtrat Høyem (FDP): Auch wenn die meisten meiner Sommer in Dänemark waren, wo es auch anders war, habe ich doch punktuell den Problemen hier gefolgt, und wie meine Kol- legen wollte ich auch danken für diese Übersicht. Aber ich wollte noch eine Perspektive hinzufügen. Es ist unglaublich gut, diese zu haben, sodass man vergleichen kann in der Zu- kunft, weil, mit Respekt, ein Sommer ist wirklich nicht etwas, wo man Konklusionen wirk- lich machen könnte. Wir müssen das in einer Reihe von Jahren betrachten. Deshalb ist das ein guter Ausgangspunkt. Also, danke für die Arbeit, wie meine Kollegen alle danke sagen, sage ich das auch. Wir haben einen Ausgangspunkt, und wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir nicht etwas dramatisieren, was vielleicht nicht so dramatisch war, wenn man das in einer länge- ren Periode sieht. Stadträtin Binder (DIE LINKE.): Auch wir danken für die Vorlage der Verwaltung, weil man es doch einmal in der Zusammenfassung hat, welche Bereiche berührt werden von diesem Klimawandel, den wir unbestreitbar haben. Das Thema der Hitzesommer ist die eine Sache, das Thema der Starkregenfälle die andere. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es nicht nur jetzt ein Jahr war. Es waren schon drei Jahre, wo wir diese Erlebnisse hatten, und die werden uns auch künftig begleiten. Ich möchte all dem Dank mich anschließen, der an die entsprechenden Ämter oder Behörden gerichtet war, an die Mitarbeitenden, die sich entsprechend stark einsetzen mussten. Ich möchte einfach darauf aufmerksam ma- chen, vor dem Hintergrund, dass uns das künftig wahrscheinlich jedes Jahr bevorsteht, muss man damit rechnen, dass ähnlich wie im Klinikum auch, die Beschäftigten irgend- wann an ihre Grenzen stoßen, weil, in Anführungszeichen, „Feuerwehr spielen“ - das be- ziehe ich jetzt auf all die anderen Ämter, aber selbstverständlich auch auf die Branddirek- tion - bedeutet in den Monaten, wo ganz viele Menschen im Urlaub sind, mit dem verblie- benen Personal einen zusätzlichen Mehraufwand bewältigen zu müssen. Die müssen im Prinzip mehr leisten als sowieso schon und das in der Zeit, wo die anderen im Urlaub sind. Also, da müssen wir uns auch was einfallen lassen, weil das kann das Personal sicherlich einmal wegstecken, vielleicht auch zwei Jahre, aber irgendwann kommt dann der Punkt, wo man einfach weiß, wir brauchen in diesen Bereichen, die hier beschrieben sind, eher mehr als weniger. Sonst haben wir nämlich den gleichen Effekt wie im Klinikum, dass die Leute vor lauter Überlastung gehen, und dann hat gar niemand was davon. Also müssen wir uns überlegen, wie kann man hier für Entlastung sorgen. Das ist mein Appell an die be- teiligten Bereiche. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Für viele war das ein sehr schöner Sommer. Viele haben den Sommer genossen. Ich kenne Leute, die sagen, es ist gut, man braucht gar nicht mehr wegzufahren, aber natürlich hatte er auch Schattenseiten. Deswegen schließen wir uns – 5 – dem schon geäußerten Dank an die Rettungsdienste, an das medizinische Personal, an die Feuerwehr, an das Gartenbauamt und die anderen Ämter, die dadurch natürlich mehr zu tun hatten, an. Dank insbesondere dafür, dass die negativen Auswirkungen dieses heißen Sommers im Rahmen blieben, dadurch, dass alle ihre Pflicht getan haben und mehr als das, dadurch, dass sich alle engagiert haben. Ich möchte jetzt ungern auf energiepolitische Maßnahmen eingehen, sondern einfach nur unseren Dank dafür zum Ausdruck bringen, dass wir diesen Sommer gut gemeistert haben. Wir sind zuversichtlich, dass auch die nächsten Sommer gut gemeistert werden. Wir haben das Glück, dass wir zurzeit relativ viel Regen haben. Wir wissen, dass der Boden Regen braucht, und wir hoffen, dass wir dann mit einem deutlich besser mit Wasser gesättigten Boden in den nächsten Sommer starten können. Stadträtin Lorenz (FW|FÜR): Wir schließen uns aufrichtig dem Dank für die Vorlage und den aufgelisteten, speziell betroffenen Institutionen an. Ich möchte an der Stelle nur ganz kurz eine Sache herausgreifen. Der Kollege Zeh hat es schon angesprochen. Auch uns ging es so, dass viele Bürger sich gemeldet haben, es gab auch Leserbriefe dazu, warum nicht mehr Bürger Stadtbäume gießen. Vielleicht können wir uns in der Verwaltung überlegen, wie wir Anreize oder ein bisschen mehr Propaganda machen, dass das in die Wahrneh- mung rückt, egal wie die zukünftigen Sommer aussehen. Also von meiner Wahrnehmung her muss ich auch sagen, der letzte war, glaube ich, ziemlich kalt und nass. Das war ein Schaltjahr. Nur um das noch mal richtigzustellen. Vielleicht können wir mit gutem Beispiel vorangehen und einfach jeder Stadtrat übernimmt eine Patenschaft für einen Baum und sagt, den gieße ich in Zukunft öfters. Da soll man mit gutem Beispiel vorangehen, dann machen aus der Nachbarschaft viele mit. Also, das wäre von uns eine Bitte an die Verwaltung, dass man sich Gedanken macht, wie man mehr Bürger in das Bewusstsein bekommt, zu sagen, wenn ein Hitzesommer ist, dann gießen wir mit. In der Wahrnehmung war das so, dass viele Bürger geschrieben haben, die Hecken kriegen bei 40 Grad einen Pflegeschnitt, statt dass man einfach hingeht und gießt, dass das sinnvoller wäre. Meines Wissens ist es auch so, dass nicht das Gartenbauamt das alles macht, sondern dass Aufgaben per Ausschreibung vergeben werden, dass man ein- fach bei der Ausschreibung dann schon reinbringt, wenn es zu einem heißen Sommer kommt, dass statt ständig den trockenen Rasen abzumähen, einfach das in Gießen umge- wandelt wird. Der Vorsitzende: Vielen Dank für das zahlreiche Lob. Das hat, glaube ich, jeder in der Ver- waltung mitgekriegt, und damit haben Sie die Vorlage zur Kenntnis genommen. Wir unterbrechen jetzt die Sitzung bis 17:30 Uhr. Ich würde aber bitten, dass wir pünktlich weitermachen, weil wir haben noch einiges vor der Brust. (Unterbrechung der Sitzung von 17:07 bis 17:30 Uhr) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 7. November 2022