Gänzliche Schließung des Karlsruher Zoos
| Vorlage: | DHH/2025/6801 |
|---|---|
| Art: | Haushalt THH 6800 |
| Datum: | 24.11.2025 |
| Letzte Änderung: | 08.12.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtkämmerei |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Antragsliste DHH 2026/2027 (öffentlich/nichtöffentlich)
Datum: 16.12.2025
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: zurückgezogen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Die PARTEI im Gemeinderat, Hebelstraße 21, 76133 Karlsruhe Herrn Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 76124 Karlsruhe 20.11.2025 HAUSHALT 2026/2027 Antrag zum Thema DHH/2025/6801 gänzliche Schließung des Karlsruher Zoos ► Zuordnung im Haushaltsplan Seite im HH-Plan Teilhaushalt 6800 Ergebnishaushalt: Produktbereich | Produktgruppe | Schlüsselposition X Finanzhaushalt: Investive Maßnahme ► Änderungen und neue Mittelanmeldungen Art 2026 2027 2028 2029 ☐ Stellenschaffung/-reduzierung ☒ Erhöhung/Reduzierung Erträge, Aufwendungen, Ein- oder Auszahlungen ☐ Sperrvermerk ☐ Verpflichtungsermächtigung davon zahlungswirksam in Sonstige Änderungen ☒ Konzeption, Ziele, Maßnahmen, Kennzahlen Die Stadt Karlsruhe beschließt, den Karlsruher Zoo gänzlich zu schließen und in den Folgejahren zurückzubauen. Seite - 2 HAUSHALT 2026/2027 Thema ► Weitere Angaben bei Leistungen an Zuschussempfänger bitte Zuschussempfänger eintragen ► Sachverhalt | Begründung Begründung: Die Auflösung des Karlsruher Zoos würde die Stadtkasse erheblich entlasten. Außerdem hätten wir wieder einen schönen Park, in dem wir grillen können. Die Tiere können wir einfach freilassen, das belebt das Stadtbild nachhaltig. Einzig für die Pflanzenfresser müssten wir uns etwas überlegen, deren Bedarf an Nahrung in der Betonwüste Innenstadt sicher nicht gedeckt werden kann. Das Einsparpotenzial liegt bei bis zu 3 Millionen Euro pro Jahr - zumindest wenn die Rechnung von einem fraktionslosen Stadtrat ohne Personal angestellt wird. Neben dem finanziellen Aspekt, würde die Stadt auch den Weg zur tierlieben Stadt, hin zu mehr Tierwohl, ebnen. Unterzeichnet von: Max Braun
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Extrahierter Text
HAUSHALT 2026/2027 STELLUNGNAHME zu Antrag DHH/2025/6801 Gänzliche Schließung des Karlsruher Zoos Antrag: SR Braun Seite HH-Plan Produktgruppe Kontierungsobjekt Plankonto/FiPo 410 2530-680 Aufwand (in Euro) 2026 2027 2028 2029 2030 Wählen Sie ein Element aus 2026 2027 2028 2029 2030 Dem vorliegenden Antrag, den Karlsruher Zoo aufzulösen, kann die Verwaltung nicht folgen. Der Vorschlag mag auf den ersten Blick verlockend erscheinen, insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Entlastung der städtischen Finanzen und die vermeintliche Mehrung des Tierwohls. Jedoch gibt es mehrere gravierende Bedenken, die diesen Antrag aus Sicht der Verwaltung nicht unterstützenswert machen. 1. Tierwohl und ethische Verantwortung Die Auflösung des Zoos und das Freilassen der Tiere stellt eine gravierende Missachtung der Verantwor- tung dar, die wir als Gesellschaft gegenüber den Tieren tragen. Die meisten Tiere im Zoo sind nicht in der Lage, sich in der freien Wildbahn zurechtzufinden, insbesondere wenn sie in einem städtischen Umfeld wie der Karlsruher Innenstadt freigelassen werden. Es ist schwer vorstellbar, dass die Tiere in einer solchen Um- gebung überleben könnten, insbesondere die exotischen Arten, die auf spezifische Lebensräume und Pflege angewiesen sind. Der Vorschlag, Pflanzenfresser freizulassen, ohne für ihre Nahrungsversorgung zu sorgen, ist unrealistisch und würde das Wohl dieser Tiere ernsthaft gefährden. 2. Der Verlust eines wichtigen kulturellen und pädagogischen Angebots Der Karlsruher Zoo ist nicht nur eine Attraktion für Besucher, sondern auch ein wichtiger Ort für Bildung, Forschung und Artenschutz. Viele Schulen und Bildungseinrichtungen nutzen den Zoo, um Kindern und Ju- gendlichen den respektvollen Umgang mit Tieren näherzubringen und ihr Verständnis für die Natur zu för- dern. Eine Auflösung des Zoos würde dieses wertvolle pädagogische Angebot zunichte machen und den Verlust eines bedeutenden kulturellen Erbes der Stadt Karlsruhe bedeuten. 3. Finanzielle Auswirkungen und langfristige Perspektive Das Einsparpotenzial von 3 Millionen Euro pro Jahr, das in dem Antrag genannt wird, ist ohne fundierte, unabhängige Berechnungen schwer nachvollziehbar und erscheint fragwürdig. Der Wegfall des Zoos könnte zu einem Rückgang der Besucherzahlen in der Stadt führen, was langfristig auch negative Auswir- kungen auf den städtischen Tourismus und die Wirtschaft haben könnte. Zudem wären die langfristigen Kosten für die Versorgung und Umsiedlung der Tiere nicht unerheblich, was das angegebene Einsparpoten- zial erheblich schmälern könnte. 4. Die Frage der Parkgestaltung Die Idee, den Zoo in einen Park umzuwandeln, in dem Bürger grillen können, mag auf den ersten Blick at- traktiv erscheinen. Doch ist zu bedenken, dass der Zoo bereits heute eine grüne Oase im Stadtbild darstellt, die als Erholungsraum dient. Die Umnutzung des Geländes würde nicht nur den Verlust eines einzigartigen Lebensraumes für Tiere bedeuten, sondern auch eine Veränderung der städtischen Landschaft, die nicht ohne Weiteres mit der derzeitigen Nutzung gleichzusetzen ist. Der Mehrwert eines reinen Parks, der nur in begrenztem Maße Tiere oder Naturerlebnisse bietet, wäre aus Sicht der Verwaltung weit geringer als der Erhalt des Zoos. Fazit: Die Auflösung des Karlsruher Zoos ist aus Sicht der Verwaltung keine tragfähige Lösung. Die ethischen, kulturellen, ökologischen und finanziellen Aspekte sprechen eindeutig gegen diesen Vorschlag. Statt die Tiere freizulassen und den Zoo aufzulösen, sollte der Fokus darauf liegen, den Zoo weiter zu entwickeln, den Artenschutz weiter auszubauen und ihn als Bildungs- und Kulturinstitution zu erhalten. Ein verantwor- tungsvoller Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und Tieren muss im Mittelpunkt unseres Handelns stehen. Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.