Hochwasserereignisse und Hochwasserschutz in Karlsruhe: Hochwasser in Karlsruhe: Anfrage CDU-Fraktion
| Vorlage: | 32610 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 08.03.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Knielingen, Rüppurr |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Christa Köhler (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 26. Juni 2013 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 52. Plenarsitzung Gemeinderat 23.07.2013 1487 29 c öffentlich Hochwasserereignisse und Hochwasserschutz in Karlsruhe: Hochwasser in Karlsruhe 1. Welche Schäden sind durch das Hochwasser und den Starkregen auf Karls- ruher Gemarkung entstanden? 2. In welchem Ausmaß wurden private und öffentliche Gebäude, Einrichtungen und Flächen durch das Hochwasser zerstört? 3. Sind der Verwaltung die finanziellen Auswirkungen der Schäden bereits be- kannt? Wenn ja, wie hoch werden die finanziellen Schäden beziffert? 4. Ist der Verwaltung bereits bekannt, ob und für welche Schäden finanzielle Un- terstützung vom Land und/oder Bund gewährt wird? 5. Wie viele Einsätze und in welchem Umfang wurden durch die Feuerwehr und Rettungskräfte aufgrund des Hochwassers durchgeführt? 6. Haben sich die Hochwasserschutzeinrichtungen in Karlsruhe bewährt? Gibt es Gründe dafür, das Hochwasserschutzkonzept zu überarbeiten? Sachstand/Begründung: In den letzten Wochen waren aufgrund des Hochwassers am Rhein und durch den Starkregen viele Gebiete in Karlsruhe von Überschwemmung stark betroffen. Die CDU-Fraktion möchte erfahren, welche Schäden in welchen Bereichen dadurch ent- standen sind. Des Weiteren sollte dargestellt werden, ob sich die Hochwassereinrich- tungen in Karlsruhe bewährt haben. unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Bettina Meier-Augenstein Christa Köhler Karin Wiedemann Dr. Thomas Müller Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. Juli 2013
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Christa Köhler (CDU) Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) vom: 26.06.2013 eingegangen: 26.06.2013 Gremium: 52. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 23.07.2013 1487 29 c öffentlich Dez. 6 Hochwasserereignisse und Hochwasserschutz in Karlsruhe: Hochwasser in Karlsruhe Verantwortlich für die Ende Mai/Anfang Juni beobachteten Hoch- bzw. Grundwasserprobleme war die bisher in Karlsruhe so noch nicht aufgetretene Gleichzeitigkeit von hohen Grundwasserständen, Starkregenereignissen im Stadtgebiet sowie Alb-, Pfinz- und Rheinhochwasser. Die Auswirkungen dieser Einzelereignisse überlagerten sich. Momentan wird eine Bestandsaufnahme von aufgetretenen Problemstellen durchgeführt. Daran sol- len sich Überlegungen zu deren Beseitigung anschließen. Es ist beabsichtigt die Ergebnisse dieser Analyse mit Verbesserungsvorschlägen im Bauausschuss (Oktober) vorzustellen. 1. Welche Schäden sind durch das Hochwasser und den Starkregen auf Karlsruher Gemarkung entstanden? Hier gilt es zwischen vermeidbaren und nicht vermeidbaren Schäden zu unterscheiden. Nicht ver- meidbar waren Schäden in planmäßigen Überflutungsgebieten. Neben Überschwemmungen von Kleingartenanlagen entstanden die größten Schäden an den Gebäuden und Einrichtungen des Rennvereins Knielingen - Gelände Trabrennbahn - und in den Salmenwiesen in Rüppurr. Hier wurden Schäden in Höhe von 50.000 € gemeldet. Ebenso nicht vermeidbar waren zahlreiche Kellervernässungen in der Nähe von hochwasserfüh- renden Gewässern und Rückhalteräumen infolge von Druckwasser. Inwieweit sonstige Schäden vermeidbar waren, wird die momentan laufende Bestandsaufnahme zeigen. 2. In welchem Ausmaß wurden private und öffentliche Gebäude, Einrichtungen und Flächen durch das Hochwasser zerstört? Zahlreiche Gebäude waren durch Kellervernässungen betroffen, Meldungen von Zerstörungen lie- gen nicht vor. Kleinere Hangrutschungen traten an der B 3/L 623 sowie an einem Wirtschaftsweg am Turmberg in Durlach auf. Den erstgenannten Schaden hat das zuständige Land bereits behoben. 3. Sind der Verwaltung die finanziellen Auswirkungen der Schäden bereits bekannt? Wenn ja, wie hoch werden die finanziellen Schäden beziffert? Siehe Antworten unter Ziffer 1 und 2. Seite 2 4. Ist der Verwaltung bereits bekannt, ob und für welche Schäden finanzielle Unter- stützung vom Land und/oder Bund gewährt wird? Der Bund beabsichtigt Hilfen aus dem Solidaritätsfonds der EU zu beantragen. Eine Schadenserhe- bung und Meldung über das RP Karlsruhe und das IM Baden-Württemberg ist bereits erfolgt. Die Stadt hat einen Schaden in Höhe von 50.000 € gemeldet. 5. Wie viele Einsätze und in welchem Umfang wurden durch die Feuerwehr und Ret- tungskräfte aufgrund des Hochwassers durchgeführt? Die Branddirektion meldet einschließlich der Freiwilligen Feuerwehr insgesamt 145 Einsätze. Die Wasserwehr des Tiefbauamtes war während acht Tagen in zwei Schichten mit insgesamt 35 Personen im Dauereinsatz. Hierfür wurden 3.700 Einsatzstunden geleistet. Hinzu kommen 400 Einsatzstunden von weiteren Betrieben des Tiefbauamtes. Für das Leerpumpen des Oberwalds entstanden Pumpkosten in Höhe von ca. 10.000 €. 6. Haben sich die Hochwasserschutzeinrichtungen in Karlsruhe bewährt? Gibt es Gründe dafür, das Hochwasserschutzkonzept zu überarbeiten? Die Karlsruher Hochwasserschutzeinrichtungen haben sich beim abgelaufenen Hochwasser grund- sätzlich bewährt. Karlsruhe hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits viel in den Hochwasserschutz investiert und besitzt deshalb gut ausgebaute Hochwasserschutzeinrichtungen: Für ein Albhochwasser gibt es im Süden von Karlsruhe die drei Rückhalteräume Weiherwald, Sal- menwiesen und Oberwald. Im Norden von Karlsruhe wurde für den Fall eines extremen Rheinhochwassers und dem damit verbundenen Rückstau in der Alb Hochwasserschutz entlang des Gewässers bis zur Blohnstraße errichtet. Die Pfinz und der Pfinzentlastungskanal, für die das Land zuständig ist, können ihre Hochwasser- spitze in den Rückhalteraum Füllbruch abgeben. Ein System von Hochwasserrückhaltebecken in den Höhenstadtteilen fängt das Regenwasser be- reits nahe der Entstehungsstelle auf Beim abgelaufenen Hochwasserereignis wurden an vielen Gewässern und Rückhalteräumen bishe- rige Höchstwasserstände erreicht, allerdings wurde der noch höhere Bemessungswasserstand mit Ausnahme zweier Rückhaltebecken, bei denen der Überlauf ansprang, nicht erreicht. An dieser Stelle ist zu erwähnen dass der momentan nicht mehr bestehende 100-jährliche Hoch- wasserschutz an der Alb wiederhergestellt werden soll. Dies wird zz. in einer Planungsgemein- schaft mit Ettlingen untersucht. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Klimaveränderung ist Ziel, im Albtal eine Rückhaltung vorzusehen. Die Pfinz besitzt für die Stadt gegenüber der Alb ein deutlich geringeres Hochwassergefährdungs- potenzial. Hier sollte die zz. vom Land bearbeitete Hochwasserrisikomanagementplanung mit Fer- tigstellungsziel 2015 abgewartet werden. Hieraus könnten Hochwasserschutzmaßnahmen im Pfinztal notwendig werden.