Bundesstraße 3, Amphibieneinrichtungen
| Vorlage: | 32238 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 27.05.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen, Wolfartsweier |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
gez. OR Ralf Köster Martin Pötzsche Dietmar Maier Winnie Kratzmeier-Fürst Dr. Heike Puzicha-Martz Gerhard Stolz ANFRAGE B‘90/Die Grünen-OR-Fraktion vom: 23.04.2013 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 05.06.13 7 öffentlich Umwelt und Arbeitsschutz Bundesstraße 3; Amphibienleiteinrichtungen Nach den kalten Wintertagen sind nun wieder unzählige Kröten, Frösche und Molche unterwegs zu ihren Laichgewässern. Auf dem Weg dorthin müssen die Amphibien auch Straßen überqueren, wo diese nicht selten dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Laut NABU können Amphibien schon durch den Luftdruck zügig fahrender Autos sterben. Amphibienleiteinrichtungen wie Durchlässe und Stopprinnen können einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele Amphibien die Wanderung von und zu ihren Laichgewässern überleben, so auch an der B3 zwischen Weingarten und Grötzingen. In Durlach wandern viele Amphibien im Bereich der Badener Str. in Richtung Rückhaltebecken und zurück. Seit Jahren wird deren Überlebenskampf auf der Straße von freiwilligen Helfern unter Koordination der Naturfreunde Durlach unterstützt. Hierzu haben wir folgende Fragen: Anfrage: Welche Amphibien-Arten wandern im Gewann Rappeneigen über die B3 zum Rückhalte- becken? Gibt es Erkenntnisse über die Anzahl dieser Amphibien? Wieviele Ehrenamtliche sind über das Jahr hier im Einsatz? Gibt es Zahlen über getötete Amphibien in diesem Bereich der B3? Gab oder gibt es auch hier Planungen für Amphibienleiteinrichtungen? Wie werden diese in Baden-Württemberg finanziert?
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zur Anfrage OR-Fraktion B 90/Die Grünen vom: 23.04.13 eingegangen: 27.04.13 Gremium: Ortschaftsrat Durlach Termin: TOP: Verantwortlich: 05.06.13 7 öffentlich Umwelt und Arbeitsschutz Bundesstraße 3; Amphibienleiteinrichtungen Welche Amphibien-Arten wandern im Gewann Rappeneigen über die B3 zum Rückhalte- becken? Das Gros der wandernden Amphibien stellen die beiden Arten Springfrosch und Erdkröte. Weite- re Arten sind Berg- und Teichmolche, Wasserfrösche und Feuersalamander. Gibt es Erkenntnisse über die Anzahl dieser Amphibien? Dieses Jahr wurden insges. 2500 Amphibien auf der Hinwanderung gezählt. Die Rückwanderung läuft noch (Stand derzeit rd. 1000 Tiere). Wieviele Ehrenamtliche sind über das Jahr hier im Einsatz? 26 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Gibt es Zahlen über getötete Amphibien in diesem Bereich der B3? Überfahrene Amphibien (die es leider an jeder Wanderstrecke trotz Betreuung gibt) werden zah- lenmäßig nicht erfasst. Das wäre auch schwierig, weil die Kadaver nur für eine kurze Zeit auf der Straße zu erkennen sind. Kleine überfahrene Molche können fast gar nicht registriert werden. Gab oder gibt es auch hier Planungen für Amphibienleiteinrichtungen? Beim Bau der Straßenbahn nach Wolfartsweier bestand der Bedarf für Ersatzmaßnahmen zur Ergänzung der Kompensation. Der Planfeststellungsbeschluss sah den Bau einer festen Leitein- richtung und mehrerer Durchlässe vor. Die Prüfung der Realisierbarkeit ergab jedoch, dass die Errichtung solch einer festen Schutzanlage nur mit ganz erheblichem zusätzlichem Aufwand möglich wäre. Der Errichtung von Durchlässen unter der Straße stehen massive technische Probleme entgegen, v.a. eine Vielzahl von Leitungen in div. Tieflage, darunter auch eine Gashochdruckleitung. Hinzu kommen die Rahmenbedingungen zum Hochwasserschutz (Hoch- wasserdamm, Wasserspiegellage > tief im Damm liegende Durchlässe). Aus diesen Gründen wurde der Bau von Durchlässen nicht mehr weiter verfolgt. Die Errichtung der bergseitigen Leit- einrichtung wäre nur mit zusätzlichem Geländebedarf möglich (Grunderwerb von privat). Aus den genannten Gründen wurde der Bau der Schutzanlage nicht weiter verfolgt. Die Betreu- ung der Wanderstrecke erfolgt weiterhin mit mobilen Fangzäunen. Es werden jedoch an drei Stellen sog. "Amphibienrinnen" zur Absicherung an Wegen eingebaut werden, wodurch die mobi- le Betreuung optimiert werden kann. Die für den Bau vorgesehen Gelder werden beim Ausbau der nächstgelegenen Wanderstrecke (B3 Grötzingen) eingebracht. Seite 2 Wie werden diese in Baden-Württemberg finanziert? Es existiert keine einheitliche Finanzierung. Bei Neubaustrecken erfolgt der Bau einer Amphibi- enschutzanlage i.d.R. im Rahmen der Eingriffsminimierung. Der nachträgliche Einbau in beste- hende Straßen erfolgt manchmal als Kompensationsmaßnahme. Soweit Mittel vorhanden erfol- gen auch gezielte Finanzierungen seitens der Straßenbau- und der Naturschutzverwaltung (bis 2010 z.B. Konjunkturprogramm). Auch eine Förderung durch Mittel der Stiftung Naturschutz- fonds findet regelmäßig statt.