Unfälle von Straßenbahnen unter Beteiligung anderer Verkehrsarten: Anfrage StR Honné, StRn Lisbach, StRn Dr. Leidig (GRÜNE)
| Vorlage: | 32156 |
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| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 13.09.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) vom 13. Dezember 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 50. Plenarsitzung Gemeinderat 14.05.2013 1384 13 öffentlich Unfälle von Straßenbahnen unter Beteiligung anderer Verkehrsarten 1. Wie haben sich die Unfallzahlen von Straßenbahnen unter Beteiligung anderer Verkehrsarten (Auto, Fahrrad, Fußverkehr – jeweils ohne Bagatellunfälle) im Ver- lauf der letzten zehn Jahren entwickelt? 2. An welchen Stellen traten solche Unfälle gehäuft auf? 3. Welche Unfallursachen sind besonders häufig? 4. Wie ist insbesondere die Entwicklung der Unfälle mit verbotswidrig oder unauf- merksam abbiegenden oder wendenden Kraftfahrzeugen? 5. Gibt es (grobe) Einschätzungen, wie oft Autofahrer/-innen an verbotenen Stellen abbiegen oder wenden, ohne dass es zu Unfällen mit Bahnen kommt? 6. An welchen Stellen und wie oft werden Kraftfahrzeuge in das Gleisbett der Stra- ßenbahnen gelenkt und bleiben dort stecken? 7. Bei Rad- und Fußverkehr: Gibt es Unterschiede zwischen signalgesicherten Übergängen, solchen mit Umlaufsperren und völlig freien Übergängen? 8. Wie könnten Unfälle der oben beschriebenen Arten vermindert werden? Unfälle mit Straßenbahnen verursachen oft hohe Sach- und schwere Personenschä- den. Darüber hinaus führen sie regelmäßig zu großen Verspätungen bis hin zu Aus- fällen und zu Umleitungen anderer Bahnen, die angesichts der bestehenden Baustel- lenlage immer schwieriger werden. Darunter leidet die Zuverlässigkeit des Fahrplanes stark und das führt zu geringerer Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Der Schienenverkehr ist ein besonders sicheres Verkehrsmittel. Anscheinend kamen aber bestimmte Unfallsituationen mit anderen Verkehrsarten in den letzten Jahren besonders häufig vor. Insbesondere sind einige Stellen in Karlsruhe bekannt für Un- Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ fälle zwischen Bahnen und verbotswidrig oder unachtsam abbiegenden oder wen- denden Kraftfahrzeugen. Zum Beispiel ist die Möglichkeit des Linksabbiegens aus Richtung Karlstor über die Herrenstraße in die Amalienstraße offenbar nicht deutlich genug ausgeschildert. Hier würde die seit langem vorgeschlagene Sperrung der Karlstraße in Höhe Kaiserstraße neben vielen anderen Vorteilen auch diese Gefahrensituation entschärfen. Als weiteres Beispiel kommt es offenbar in der Mathystraße häufiger vor, dass Auto- fahrer/-innen aus Richtung Osten geradeaus in die Gleisanlage fahren bzw. beim Linksabbiegen nicht auf die Bahn achten. Am Bahnübergang Nürnberger Straße wurde nach schweren Unfällen eine bauliche Lösung gefunden. Sollte es an anderen Stellen Schwerpunkte mit immer ähnlicher Ursache geben, sollte auch dort gehandelt werden, auch wenn die Unfälle weniger dramatisch sind und bisher weniger folgenschwer waren. Von diesen konkreten Schwerpunkten abgesehen, sollte alles für die Sicherheit des Bahnverkehrs getan werden. Daher fragen wir nach genaueren Zahlen, aus denen sich eventuell weiterer Handlungsbedarf ableiten lässt. unterzeichnet von: Johannes Honné Bettina Lisbach Dr. Ute Leidig Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 3. Mai 2013
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) vom: 13.12.2012 eingegangen: 13.12.2012 Gremium: 50. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 14.05.2013 1384 13 öffentlich Dez. 4 Unfälle von Straßenbahnen unter Beteiligung anderer Verkehrsarten 1. Wie haben sich die Unfallzahlen von Straßenbahnen unter Beteiligung anderer Verkehrsarten (Auto, Fahrrad, Fußverkehr – jeweils ohne Bagatellunfälle) im Verlauf der letzten zehn Jahren entwickelt? Die Entwicklung der Unfallzahlen kann nachstehender Tabelle entnommen werden (Quelle: Polizeiliche Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Stadtkreis Karlsruhe) 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 PKW 72 93 86 79 57 84 67 60 71 78 LKW 5 5 10 4 9 10 6 11 7 7 Krad 1 0 1 1 1 3 0 1 0 0 Fußgänger 28 23 27 25 28 21 19 14 24 31 Radfahrer 13 5 10 13 11 12 19 8 11 9 sonstige 5 5 12 21 16 6 11 14 11 19 Gesamt 124 131 146 143 122 136 122 108 124 144 2. An welchen Stellen traten solche Unfälle gehäuft auf? Als auffällige Häufungspunkte sind die Lameystraße/Hardtstraße (häufige Ursache: durch Verkehrszeichen verbotenes Linksabbiegen übers Gleis), die Karl- straße/Amalienstraße (häufige Ursache: durch Verkehrszeichen verbotenes Links- abbiegen übers Gleis) und der Knoten Hirtenweg/Haid-und Neu-Straße (häufige Ursache: Missachtung des Rotlichts am Bahnübergang) zu werten. 3. Welche Unfallursachen sind besonders häufig? Die Ursachen liegen hauptsächlich in der Missachtung von konkreten, in aller Regel vor Ort auch entsprechend verdeutlichten Verkehrsvorschriften (z. B. Missachtung von Verkehrszeichen wie z. B. Abbiegeverboten oder Signalregelungen). Eine weitere häufige Unfallursache liegt in allgemeiner Unachtsamkeit (Unaufmerk- samkeit, Ablenkung – z. B. durch Ohrhörer). Seite 2 - 2 - 4. Wie ist insbesondere die Entwicklung der Unfälle mit verbotswidrig oder unaufmerk- sam abbiegenden oder wendenden Kraftfahrzeugen? Eine auffällige Entwicklung lässt sich bei insgesamt eher geringen Fallzahlen statis- tisch nicht ableiten. 5. Gibt es (grobe) Einschätzungen, wie oft Autofahrerinnen und Autofahrer an verbotenen Stellen abbiegen oder wenden, ohne dass es zu Unfällen mit Bahnen kommt? Auch nur ansatzweise belastbare Schätzungen sind hierzu leider nicht möglich. Es entspricht natürlich allgemeiner Lebenserfahrung, dass auf jeden tatsächlichen Un- fall mehrere vermiedene Unfälle kommen durch rechtsame Achtsamkeit zumindest eines beteiligten Verkehrsteilnehmers. 6. An welchen Stellen und wie oft werden Kraftfahrzeuge in das Gleisbett der Straßenbahnen gelenkt und bleiben dort stecken? Häufungen treten hier punktuell in der Anfangsphase bei neuen Verkehrsführungen auf. Insbesondere betrifft dies natürlich im Zuge von Baustellen geänderte Ver- kehrsführungen, so zurückliegend am Durlacher Tor. Mit ergänzenden verkehrslen- kenden Maßnahmen sind diesbezügliche Häufungsstellen inzwischen weitgehend unauffällig. 7. Bei Rad- und Fußverkehr: Gibt es Unterschiede zwischen signalgesicherten Übergängen, solchen mit Umlaufsperren und völlig freien Übergängen? Nach unserer Einschätzung ist es schwierig, hier signifikante Unterschiede belast- bar zu belegen, da hier nicht nur Überwege als solche zu zählen wären, sondern diese mit der Zahl der jeweiligen Nutzer zu gewichten wären. Insoweit wird die Fra- ge, welche Sicherung (mit Signalanlage oder durch Umlaufgitter) jeweils sicherer ist, letztlich nur konkret örtlich entschieden werden können. Nach Einschätzung der Polizei werden tendenziell an Stellen mit Umlaufgittern weniger Gefahren gesehen als an solchen, die signalgeregelt sind. 8. Wie könnten Unfälle der oben beschriebenen Arten vermindert werden? Unfälle können zuvorderst durch mehr Verkehrsdisziplin vermieden werden. Ver- kehrsgerechtes Verhalten wird aber auch dadurch gefördert, dass es Verkehrsteil- nehmern möglichst leicht gemacht wird, sich richtig zu verhalten. Dazu wird jede unfallauffällige Stelle von "Amts wegen" untersucht und auf Abhilfemöglichkeiten hin analysiert. Hierzu beraten sich regelmäßig Polizei, Ordnungsamt, Tiefbauamt und VBK in verschiedenen Gremien, insbesondere zu nennen sind hier die Ver- kehrsrunde (einmal pro Woche) und die Unfallkommission (mehrmals im Jahr).