Hospizversorgung in Karlsruhe: Anfrage StR Dr. Leschinger, StR Geiger (GRÜNE)
| Vorlage: | 31873 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 13.09.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Dr. Christofer Leschinger (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) vom 4. März 2013 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 49. Plenarsitzung Gemeinderat 09.04.2013 1396 31 öffentlich Hospizversorgung in Karlsruhe 1. Wie schätzt die Stadtverwaltung die Versorgung der Karlsruher Bevölkerung mit Palliativ- und Hospizbetten ein? Sieht die Verwaltung aktuell die Möglichkeit, beispielsweise durch die Einrich- tung eines stationären Hospizes im Stadtgebiet, die Versorgung von unheilbar erkrankten Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern? 2. Unter welcher Trägerschaft könnte nach Einschätzung der Stadtverwaltung ein Hospiz im Karlsruher Stadtgebiet realisiert werden? 3. Ist die Stadtverwaltung aktuell im Besitz von Gebäuden, die für die Einrichtung eines Hospizes in Frage kommen, oder sind der Stadtverwaltung Immobilien bekannt, welche für die Einrichtung eines Hospizes geeignet erscheinen? Während die Versorgung mit Palliativbetten in Karlsruhe mit den zwei Palliativstatio- nen im Städtischen Klinikum und in den St.-Vincentius-Kliniken mit insgesamt 17 Bet- ten ausreichend zu sein scheint, gibt es einen Mangel an Hospizbetten. Wenn Pati- entinnen oder Patienten aus Krankenhäusern oder dem häuslichen Bereich in ein Hospiz verlegt werden sollen, kommt es daher immer wieder zu längeren Wartezei- ten. Da es im Stadtgebiet Karlsruhe kein stationäres Hospiz gibt, werden viele Karlsruher Patientinnen und Patienten im Hospiz "Arista" in Ettlingen betreut. Etwas mehr als die Hälfte der dortigen Bewohnerinnen und Bewohner stammen aus dem Karlsruher Stadtgebiet. Teilweise müssen Patientinnen und Patienten aber aus Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Kapazitätsgründen auch auf weiter entfernte Hospize wie Baden-Baden, Pforzheim oder Wiesloch ausweichen, was für die Angehörigen mit deutlich längeren Anfahrts- zeiten verbunden ist. unterzeichnet von: Dr. Christofer Leschinger Alexander Geiger Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 22. März 2013
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Dr. Christofer Leschinger (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) vom: 04.03.2013 eingegangen: 04.03.2013 Gremium: 49. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 09.04.2013 1396 31 öffentlich Dez. 5 Hospizversorgung in Karlsruhe 1. Wie schätzt die Stadtverwaltung die Versorgung der Karlsruher Bevölkerung mit Pallia- tiv- und Hospizbetten ein? Sieht die Verwaltung aktuell die Möglichkeit, beispielsweise durch die Einrichtung eines stationären Hospizes im Stadtgebiet, die Versorgung von unheilbar erkrankten Karlsru- her Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern? Während die Versorgung mit Palliativbetten durch die beiden Palliativstationen im Städtischen Klinikum ausreichend ist, besteht ein zusätzlicher Bedarf an Hospizbetten. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe mit etwa 730.000 Einwohnern stehen derzeit im Hospiz "Arista" (Ettlingen) 10 Hospizbetten zur Verfügung, eine Erweiterung auf 12 Betten ist in Planung. Diese Zahl liegt deutlich unter der durchschnittlichen Versorgungsrealität in Deutschland (21,16 pro 1 Mio. Einwohner; entsprechend 15,45 Betten auf 730.000 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe). Da- neben muss bedacht werden, dass in Karlsruhe vielfach auch Patienten aus umliegenden Regio- nen (z. B. Mittelbaden, Südpfalz) betreut werden, für die vor Ort häufig keine adäquaten Hospiz- Kapazitäten verfügbar sind. Auch könnte durch zusätzliche Hospizplätze in Karlsruhe verhindert werden, dass Patienten aus dem Stadt- und Landkreis die Hospize in Ebersteinburg (Baden- Baden) und Wiesloch in Anspruch nehmen müssen, die beide mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig zu erreichen sind. Mit dieser geringen "Versorgungsdichte" ist auch erklärt, dass die durchschnittliche Wartezeit auf einen Hospizplatz bei mehr als 10 Tagen liegt. Dadurch kann etwa ein Viertel der geeigneten Patienten nicht mehr ins Hospiz verlegt werden, da zum Verlegungs- zeitpunkt die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass eine Verlegung nicht mehr sinnvoll sein kann. 2. Unter welcher Trägerschaft könnte nach Einschätzung der Stadtverwaltung ein Hospiz im Karlsruher Stadtgebiet realisiert werden? Hierzu wird die Stadt baldmöglichst Gespräche mit den Kirchen (z. B. Caritas, Diakonie, Stadtmis- sion) sowie anderen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege führen. 3. Ist die Stadtverwaltung aktuell im Besitz von Gebäuden, die für die Einrichtung eines Hospizes in Frage kommen, oder sind der Stadtverwaltung Immobilien bekannt, welche für die Einrichtung eines Hospizes geeignet erscheinen? Um eine gute Versorgung für die Einwohner zu gewährleisten, ist ein Standort wichtig, der von vielen Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und unkompliziert erreicht werden kann. Dies ist ein starkes Argument für einen Standort in der Stadt (und nicht im Landkreis).