Hallenbad Grötzingen, Überprüfung der Eintrittspreise für den öffentlichen Badebetrieb
| Vorlage: | 31851 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 25.03.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 49. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 09.04.2013 1373 10 öffentlich Dez. 3 Hallenbad Grötzingen - Überprüfung der Eintrittspreise für den öffentlichen Badebetrieb Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 05.03.2013 2 Hauptausschuss 12.03.2013 7 Gemeinderat 09.04.2013 10 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und dem Hauptausschuss versuchsweise den freien Eintritt im Hallenbad Grötzingen wäh- rend des öffentlichen Badebetriebs probeweise für drei Monate (vom 9. September 2013 bis 30. November 2013). Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) geschätzt 15.000 € geschätzt 15.000 € Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Weniger Erlöse - mehr Energiekosten ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Einleitung Das Hallenbad Grötzingen, bestehend aus einem 25-m-Becken mit 5 Bahnen, wurde im Jahre 1974 als Stadtteilbad erbaut. Es verfügt über keinerlei attraktive Spaßanla- gen außer einem 1-m-Sprungbrett. Das 25-m-Becken kann durch einen Hubboden auf eine Wassertiefe von 0,30 m angehoben werden. Der Gemeinderat hatte mit dem Bäderkonzept 2000 im März 2001 beschlossen, dass mit der Inbetriebnahme des Europabades eine Umwidmung des Hallenbades Gröt- zingen zum Gruppenbad erfolgt. Als Gruppenbad steht das Schwimmbecken in erster Linie den Schulen, Vereinen und Kursen (Schwimm- und Aqua-Fitness-Kurse) zur Verfügung, der öffentliche Badebetrieb wird nur in einem eng begrenzten Umfang angeboten. Dies wurde auch im April 2008, nach der Eröffnung des Europabades, so umgesetzt. Vor der Umwandlung zum Gruppenbad umfasste der öffentliche Badebe- trieb 38 Stunden pro Woche, heute beträgt dieser 12,5 Stunden. Hiervon bietet die DLRG-Ortsgruppe Durlach in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung sonn- tags 3 Stunden von 09.00 - 12.00 Uhr an. Die übrige Zeit wird das Bad durch Schu- len, Vereine und Kurse belegt. 2012 wurde das Bad von 6 Schulen, hiervon eine auswärtige Schule, 9 Vereinen und 74 Kursen genutzt. Dabei konnten Umsätze ohne öffentlichen Badebetrieb von rd. 110.000 Euro generiert werden. Durch diese Um- widmung konnte der operative Zuschussbetrag in den Jahren 2008 - 2011 gegenüber dem Jahr 2007 von rd. 385.000 Euro pro Jahr auf durchschnittlich rd. 200.000 Euro pro Jahr gesenkt werden. Primär handelt es sich hierbei um eingesparte Personalkos- ten durch die stark reduzierten Wasseraufsichtszeiten. Die Höhe des kalkulatorischen Zuschussbetrages (Afa + kalk. Zins), der rd. 60.000 Euro jährlich beträgt, bleibt von der Umwandlung unberührt. Das Bad verfügt seit der Umwandlung über keine eigene Betriebsleitung mehr, sondern wird durch die Betriebsleitung des Weiherhofbades verwaltet. Das Konzept Gruppenbad ist ein Erfolg, da die reduzierten Zahlen des öffentlichen Badeeintritts durch steigende Nutzungszahlen von Vereinen, Schulen und Kursen überkompensiert wurden, wobei das Bad im Jahr 2009 die höchsten Besucherzahlen der vergangenen 10 Jahre erzielen konnte. 2012 besuchten insgesamt 41.522 Besu- cher das Hallenbad Grötzingen. Das Hallenbad Grötzingen ist das einzige Bad in Karlsruhe, das eine Frauenbadezeit anbietet. Die Besuche der Frauenbadezeit (montags 14 - 15 Uhr) tragen zu rd. 30 % zum öffentlichen Badebetrieb bei. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Neues Vorhaben Durch die eingeschränkten Öffnungszeiten ist der Umsatz des öffentlichen Badebe- triebes im Hallenbad Grötzingen gering. Das neue Betriebskonzept für das Hallenbad Grötzingen sieht vor, dass das Bad für den öffentlichen Badebetrieb daher komplett kostenlos angeboten wird. Der Umsatz für den öffentlichen Badebetrieb 2012 belief sich auf ca. 10.000 Euro bei rd. 3.300 zahlenden Badegästen. Über 90 % des Umsat- zes wird durch die Schulen, Vereine und Kurse erzielt. 3. Kosten Die Kosten für das Konzept „eintrittsfreies Schwimmen“ betragen ca. 15.000 Euro jährlich. Hierin sind die wegfallenden Einnahmen und ein Mehraufwand für Wasser und Energie aufgrund des höheren Besucheraufkommens und für die DLRG enthal- ten. Da die DLRG an den Sonntagen die Wasseraufsicht übernimmt, wird die Bah- nenmiete für den Sonntag erlassen. Das Projekt betrifft nur den öffentlichen Badebetrieb. Durch den probeweisen Verzicht auf die Einnahmen durch das "eintrittsfreie Schwimmen" reduzieren sich die Gesamt- einnahmen nur um rd. 7 %, da die Haupteinnahmen durch Schulen, Vereine und Kurse auch zukünftig erhalten bleiben. 4. Risiken Die Risiken dieses Pilotprojektes lassen sich nicht hundertprozentig vorhersagen. Eine Abwanderung von Badegästen aus den umliegenden Karlsruher Bädern ist nicht zu erwarten, da Attraktionen wie etwa Rutschen, Sprungtürme oder Sprudelliegen nicht vorhanden sind und das Bad durch die kurzen Öffnungszeiten nur an bestimm- ten Tagen genutzt werden kann. Die Haus- und Badeordnung bleibt durch den kostenlosen Eintritt unberührt, so dass das Badpersonal uneingeschränkt das Hausrecht ausüben kann. Grober Missbrauch, z. B. durch stundenlanges Duschen, kann dadurch unterbunden werden. Aufgrund der peripheren Lage und des eingeschränkten Angebotes, bedingt durch das Allein- stellungsmerkmal Gruppenbad, besitzt das Hallenbad Grötzingen eine Sonderrolle, die einen Vergleich mit anderen Bädern nicht zulässt. 5. Fazit Da sich die Folgen nicht restlos ab- und einschätzen lassen, wird dieses Projekt test- weise auf drei Monate begrenzt. Es startet nach der Sommerschließung am 9. Sep- tember 2013 und dauert bis 30. November 2013. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Nach einer Evaluierung wird dann über die Fortsetzung des Projektes entschieden. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und dem Hauptausschuss den freien Eintritt im Hallenbad Grötzingen während des öffentli- chen Badebetriebs probeweise für drei Monate (vom 9. September 2013 bis 30. November 2013). Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 22. März 2013