Hallenbad Grötzingen, Freier Eintritt während des öffentlichen Badebetriebs

Vorlage: 31370
Art: Beschlussvorlage
Datum: 27.02.2013
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen

Beratungen

  • Ortschaftsrat Grötzingen

    Datum: 06.03.2013

    TOP: 2

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Ortsverwaltung Grötzingen Gremium: Ortschaftsrat Grötzingen Termin: Vorlage Nr.: TOP: 06.03.2013 253 2 Hallenbad Grötzingen, Freier Eintritt während des öffentlichen Badebetriebs Das Dezernat 3 möchte dem Gemeinderat vorschlagen, dass der Gemeinderat nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und dem Hauptausschuss den freien Eintritt im Hallenbad Grötzingen während des öffentlichen Badebetriebs probeweise für drei Monate (vom 09. September bis 30. November 2013) beschließen soll. Hierzu wird der Ortschaftsrat im Vorfeld gehört. In der Sitzung werden voraussichtlich Herr Bürgermeister Lenz, Herr Abbas, Dezernat 3, und Herr Sternagel, Bädergesellschaft, die Überlegungen der Stadtverwaltung vorstellen. Der nachfolgende Text der Vorlage für den Gemeinderat dient gleichzeitig zur Information des Ortschaftsrates. 1. Einleitung Das Hallenbad Grötzingen, bestehend aus einem 25-m-Becken mit 5 Bahnen, wurde im Jahre 1974 als Stadtteilbad erbaut. Es verfügt über keinerlei attrakti- ve Spaßanlagen außer einem 1-m-Sprungbrett. Das 25-m-Becken kann durch einen Hubboden auf eine Wassertiefe von 0,30 m angehoben werden. Der Gemeinderat hatte mit dem Bäderkonzept 2000 im März 2001 beschlos- sen, dass mit der Inbetriebnahme des Europabades eine Umwidmung des Hallenbades Grötzingen zum Gruppenbad erfolgt. Als Gruppenbad steht das Schwimmbecken in erster Linie den Schulen, Vereinen und Kursen (Schwimm- und Aqua-Fitness-Kurse) zur Verfügung, der öffentliche Badebetrieb wird nur in einem eng begrenzten Umfang angeboten. Dies wurde auch im April 2008, nach der Eröffnung des Europabades, so umgesetzt. Vor der Umwandlung zum Gruppenbad umfasste der öffentliche Badebetrieb 38 Stunden pro Wo- che, heute beträgt dieser 12,5 Stunden. Hiervon bietet die DLRG-Ortsgruppe Durlach in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung sonntags 3 Stun- den von 9.00 - 12.00 Uhr an. Die übrige Zeit wird das Bad durch Schulen, Ver- eine und Kurse belegt. 2012 wurde das Bad von 6 Schulen, hiervon eine aus- wärtige Schule, 9 Vereinen und 74 Kursen genutzt. Dabei konnten Umsätze ohne öffentlichen Badebetrieb von rd. 110.000 Euro generiert werden. Durch diese Umwidmung konnte der operative Zuschussbetrag in den Jahren 2008 - 2011 gegenüber dem Jahr 2007 von rd. 385.000 Euro pro Jahr auf durch- schnittlich rd. 200.000 Euro pro Jahr gesenkt werden. Primär handelt es sich hierbei um eingesparte Personalkosten durch die stark reduzierten Wasser- aufsichtszeiten. Die Höhe des kalkulatorischen Zuschussbetrages (Afa + kalk. Zins), der rd. 60.000 Euro jährlich beträgt, bleibt von der Umwandlung unbe- rührt. Das Bad verfügt seit der Umwandlung über keine eigene Betriebsleitung mehr, sondern wird durch die Betriebsleitung des Weiherhofbades verwaltet. Das Konzept Gruppenbad ist ein Erfolg, da die reduzierten Zahlen des öffentli- chen Badeeintritts durch steigende Nutzungszahlen von Vereinen, Schulen und Kursen überkompensiert wurden, wobei das Bad im Jahr 2009 die höchs- ten Besucherzahlen der vergangenen 10 Jahre erzielen konnte. 2012 besuch- ten insgesamt 41.522 Besucher das Hallenbad Grötzingen. Das Hallenbad Grötzingen ist das einzige Bad in Karlsruhe, das eine Frauenbadezeit anbietet. Die Besuche der Frauenbadezeit (montags 14 bis 15 Uhr) tragen zu rd. 30% zum öffentlichen Badebetrieb bei. 2. Neues Vorhaben Durch die eingeschränkten Öffnungszeiten ist der Umsatz des öffentlichen Ba- debetriebes im Hallenbad Grötzingen gering. Das neue Betriebskonzept für das Hallenbad Grötzingen sieht vor, dass das Bad für den öffentlichen Bade- betrieb daher komplett kostenlos angeboten wird. Der Umsatz für den öffentli- chen Badebetrieb 2012 belief sich auf ca. 10.000 Euro bei rd. 3.300 zahlenden Badegästen. Über 90 % des Umsatzes wird durch die Schulen, Vereine und Kurse erzielt. Es ist deshalb vertretbar, den geringen Umsatz des öffentlichen Badebetriebes für das neue soziale Projekt „kostenloses Schwimmen“ aufzu- geben. Ein Projekt wie dieses ist einmalig in Deutschland. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Bäder geschlossen werden, könnte sich Karlsruhe positiv abhe- ben. Durch geschickte und gut durchdachte Marketingaktionen würde sich die Stadt Karlsruhe noch besser als familienfreundliche Stadt, in punkto Freizeit- und Badevergnügen, darstellen können. 3. Kosten Die Kosten für das Konzept „eintrittfreies Schwimmen“ betragen ca. 15.000 Euro. Hierin sind die wegfallenden Einnahmen und ein Mehraufwand für Was- ser und Energie aufgrund des höheren Besucheraufkommens und für die DLRG enthalten. Da die DLRG an den Sonntagen die Wasseraufsicht über- nimmt und durch dieses Konzept zukünftig keine Einnahmen erzielen kann, wird die Bahnenmiete für den Sonntag erlassen. Das Projekt betrifft nur den öffentlichen Badebetrieb. Durch den Verzicht auf die Einnahmen durch das "eintrittsfreie Schwimmen" reduzieren sich die Ge- samteinnahmen nur um rund 7 %, da die Haupteinnahmen durch Schulen, Vereine und Kurse auch zukünftig erhalten bleiben. 4. Risiken Die Risiken dieses Pilotprojektes lassen sich nicht hundertprozentig vorhersa- gen. Eine Abwanderung von Badegästen aus den umliegenden Karlsruher Bädern ist nicht zu erwarten, da Attraktionen wie etwa Rutschen, Sprungtürme oder Sprudelliegen nicht vorhanden sind und das Bad durch die kurzen Öff- nungszeiten nur an bestimmten Tagen genutzt werden kann. Die Haus- und Badeordnung bleibt durch den kostenlosen Eintritt unberührt, so dass das Badpersonal uneingeschränkt das Hausrecht ausüben kann. Gro- ber Missbrauch, z.B. durch stundenlanges Duschen, kann dadurch unterbun- den werden. Aufgrund der peripheren Lage und des eingeschränkten Angebo- tes, bedingt durch das Alleinstellungsmerkmal Gruppenbad, besitzt das Hal- lenbad Grötzingen eine Sonderrolle, die einen Vergleich mit anderen Bädern nicht zulässt. 5. Fazit Das Hallenbad Grötzingen wird sich durch dieses Projekt positiv profilieren und seinen Bekanntheitsgrad signifikant steigern. Aufgrund der relativ geringen Reduzierung der Einnahmen und des geringen Kostenzuwachses durch höhere Wasser- und Energieverbräuche wird der Kostendeckungsgrad des Bades nur geringfügig sinken. Dagegen steht ein deutlich höheres Besucheraufkommen. Da sich die Folgen nicht restlos ab- und einschätzen lassen, wird dieses Pro- jekt testweise auf drei Monate begrenzt. Es startet nach der Sommerschlie- ßung am 9. September 2013 und dauert bis 30. November 2013. Nach einer Evaluierung wird dann über die Fortsetzung des Projektes ent- schieden. Beschlussvorschlag: Der Ortschaftsrat billigt einen freien Eintritt im Hallenbad Grötzingen während des öffentlichen Badebetriebs probeweise für drei Monate (vom 9. September 2013 bis 30. November 2013).