Konzept Schulsozialarbeit an Gymnasien
| Vorlage: | 31142 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 15.01.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach |
Beratungen
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Extrahierter Text
Gremium: Jugendhilfeausschuss BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 30.01.2013 1 öffentlich Dez. 3 Konzept Schulsozialarbeit an Gymnasien Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 30.01.2013 1 Schulbeirat 27.02.2013 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss und der Schulbeirat nehmen den Bericht des Schulsozialarbeiters am Markgrafen-Gymnasium und die Aussagen zum Konzept für die Schulsozialarbeit an Gymnasien zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Aufgrund eines Beschlusses im Gemeinderat wurde im April 2012 die erste Stelle für Schul- sozialarbeit an einem Karlsruher Gymnasium eingerichtet. Die Stelle am Markgrafen-Gymnasium in Durlach wurde befristet als 75-%-Stelle eingerich- tet. Davon sollten 50 % Schulsozialarbeit nach dem Karlsruher Konzept und 25 % für die Konzeptentwicklung von Schulsozialarbeit an Gymnasien und als Anlaufstelle für Gymna- sien ohne Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen. Ergebnis der Konzeptentwicklung: Das Karlsruher Konzept der Schulsozialarbeit kann auf die Gymnasien übertragen werden. Die Schulsozialarbeit ist organisatorisch beim Sozialen Dienst angegliedert. Dadurch wird der Aufwand an der Schnittstelle zur Jugendhilfe reduziert. Die Aufgabenschwerpunkte nach diesem Konzept sind: - Beratung von Lehrkräften, - Beratung von Schülerinnen/Schülern und deren Eltern sowie - Unterstützung der Schule bei der inneren Schulentwicklung. Die Stellen der Schulsozialarbeit sind nach dem Karlsruher Konzept als 50-%-Stellen pro Schule vorgesehen. Dieser Stellenumfang ist auch für Schulsozialarbeit an Gymnasien sinn- voll und ausreichend. Eine Anlaufstelle für Gymnasien ohne Schulsozialarbeit ist nicht notwendig. Die Stelle am Markgrafen-Gymnasium kann als 50-%-Stelle gefestigt werden. Konkretere Informationen und Beispiele zur Arbeit sind dem beigefügten Bericht des zustän- digen Schulsozialarbeiters zu entnehmen (siehe Anlage 1). Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Beschluss: I. Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss und der Schulbeirat nehmen den Bericht des Schulsozialarbeiters am Markgrafen-Gymnasium und die Aussagen zum Konzept für die Schulsozialarbeit an Gymnasien zur Kenntnis. Stadt Karlsruhe Stadtamt Durlach Jugend und Soziales Jugendamt und Sozialer Dienst an: - Abteilungsleitung Jugend und Soziales - Leitung Sozialer Dienst Stadt Karlsruhe - Koordination Schulsozialarbeit - Schwerpunkt Schulsozialarbeit Bericht zur Schulsozialarbeit am Markgrafen-Gymnasium Ausgangslage: Seit dem 16.04.2012 ist die Stelle der Schulsozialarbeit am Markgrafen-Gymnasium besetzt. Der vorliegende Bericht umfasst einen Zeitraum von 22 Schulwochen und ist somit nur eine Momentaufnahme aus der vorläufige Schlüsse gezogen und Tendenzen aufgezeigt werden können. Ausgangspunkt war, das Karlsruher Konzept für Schulsozialarbeit für die Gymnasien neu zu entwickeln bzw. zu ergänzen. Aufgrund der gemachten Erfahrung ist jedoch nun davon auszugehen, dass ein neues Konzept nicht benötigt wird, da das Karlsruher Konzept auch für Gymnasien passend ist. Es wird eher davon ausgegangen, dass die Methoden und Herangehensweise an bestimmte Sachverhalte und Probleme verifiziert und angepasst werden müssen. Das Konzept kann jedoch bestehen bleiben. Darstellung der wahrnehmbaren Unterschiede zwischen der Schulform Werkrealschule und Gymnasium Lehrerinnen und Lehrer Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer gibt es, außer in der Kursstufe, auch am Gymnasium. Durch die starke Ausprägung des Fachlehrersystems decken diese im Vergleich zur Werkrealschule aber nur sehr wenige Wochenstunden ab. In wenigen Fällen gibt es den glücklichen Umstand, dass ein Klassenlehrer, eine Klassenlehrerin zusätzlich mit einem Nebenfach in der Klasse unterrichtet. Insgesamt unterrichten so mehr Personen in einer Klasse am Gymnasium, als in einer Werkrealschulklasse. Ulrich Krumm Schulsozialarbeit am Markgrafen Gymnasium Karen Eßrich Teamleiterin Jugendamt & Sozialer Dienst Durlach Telefon 0721 / 133 - 19 74 Telefax 0721 / 133 - 19 89 E-Mail karen.essrich@durlach. karlsruhe.de Karlsruhe TOP 1 Anlage 1 - 2 - Schülerinnen und Schüler Durch den längeren Verbleib in der Schulform Gymnasium sind ältere Schülerinnen und Schüler vorhanden. Durch eine deshalb mögliche längere Persönlichkeitsentwicklung gepaart mit einer durch die Schulform geforderten größeren Selbständigkeit steht ein bedeutend größeres Ressourcenpotential zur Verfügung, das sich deutlich in der Möglichkeit, der Art und des Umfanges einer eigenverantwortlichen Beteiligung von Schülern und Schülerinnen an gemeinsam geplanten oder durchgeführten Projekten bemerkbar macht. Beratungslehrerin Durch die Größe des Markgrafen-Gymnasiums steht eine eigene Beratungslehrerin zur Verfügung. Durch die örtliche Präsenz und die zeitliche Anwesenheit ergeben sich andere Ausformungen der Zusammenarbeit als an Werkrealschulen. Darstellung des Karlsruher Modells bezogen auf Gymnasien Das Karlsruher Modell gibt für die Schulsozialarbeit drei Säulen bzw. drei Aufgabenschwerpunkte vor: I. Beratung von Lehrkräften: Anzahl beteiligter Lehrkräfte Der bereits oben erwähnte Unterschied des Fachlehrersytems vs. Klassenlehrersystem wirkt sich auf die Beratungsarbeit aus. Da mehr Lehrkräfte mit der Bildung beschäftigt sind, sind auch mehr Lehrkräfte bei auftretenden Problemen der Schüler involviert. Konkret wirkt sich das darin aus, dass statt einer Lehrkraft (nach bisheriger Erfahrung) drei Lehrkräfte direkte Ansprechpartner sein können. Informationsweitergabe und auch Beratung sind so aufwändiger zu koordinieren und erfordern mehr Zeit. Art der Beratung von Lehrerinnen und Lehrer Von Lehrkräften wird bisher Beratung für ihre eigene Person, ihr eigenes Verhalten nachgefragt um dies dann eigenständig gegenüber einzelnen Schülern, Schülerinnen und/oder Eltern umzusetzen. Teilnahme an Klassenkonferenzen Zu Klassenkonferenzen wird Schulsozialarbeit fallabhängig hinzugezogen. Beiträge aus Sicht der Schulsozialarbeit werden gehört und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Zusammenarbeit mit Beratungslehrerin Mit der Beratungslehrerin findet ein reger Austausch statt. Hierbei geht es um Fallübergaben, um Unterstützung oder auch "kollegiale Beratung". Gemeinsame Gespräche finden auch mit Lehrern und Lehrerinnen statt. - 3 - II. Beratung und Vermittlung von Hilfen für Schüler, Schülerinnen und Eltern Eltern Die überwiegende Zahl der beratenden Elterngespräche kommt auf Vermittlung bzw. Veranlassung des Lehrers, der Lehrerin zustande. Hierbei spielt die Beziehung eine gewichtige Rolle. Die Lehrerin oder der Lehrer sind natürlich deutlich bekannter und vertrauter als der Schulsozialarbeiter, so dass es für Eltern einfacher und wahrscheinlicher ist, den Lehrer, die Lehrerin anzusprechen. Anzumerken gilt allerdings, dass in der Mehrheit die Empfehlung für ein gemeinsames Gespräch oder ein Eltergespräch von der Schulsozialarbeit ausgeht. Mittlerweile suchen aber auch Eltern den Kontakt direkt zur Schulsozialarbeit. In verschiedenen Fällen findet hier auch eine Kooperation mit der Beratungslehrerin statt, so dass nicht nur am gleichen "Fall" gearbeitet wird, sondern auch gemeinsame Gespräche mit Schülern oder Schülerinnen wie auch Eltern stattfinden. An dieser Stelle wird die These aufgestellt, dass Eltern am Gymnasium deutlich bildungsorientierter sind als im Vergleich zu den Eltern an einer Werkrealschule. Nach unserer Einschätzung bzw. der bisherigen Erfahrung wirkt sich dies im Grad der Informiertheit über bestehende Hilfeangebote, und aber auch auf die Bereitschaft diese zu nutzen aus. Hilfen werden abgefragt, oft aber nicht für akute Problemlagen, sondern für langfristige Hilfeprozesse. Die Beratung erfolgt daher spezialisierter. Deutlich öfter als an der Werkrealschule sind auch schon Hilfen zur Unterstützung von Schülern, Schülerinnen oder der Familie installiert, was den Koordinations-, den Absprachenbedarf bzw. den dafür notwendigen Zeitaufwand erhöht. Schülerinnen und Schüler Es finden Einzelgespräche mit Schülern oder Schülerinnen mit und ohne Beteiligung von Lehrern oder Lehrerinnen statt. Dies hängt von der Zielrichtung oder dem Anlass, wie auch mit der Absprache zwischen den Lehrkräften und dem Schulsozialarbeiter ab. III. Unterstützung der Schule bei der inneren Schulentwicklung und bei Vernetzungskonzepten Sozialcurriculum Für die Klassenstufen 5-7 bestand am Markgrafen-Gymnasium bereits ein Sozialcurriculum. Einerseits wird Schulsozialarbeit gefragt zur Unterstützung bei der konkreten Umsetzung des Vorhandenen, - 4 - andererseits ist klar, dass sie bei der Weiterentwicklung für Klassenstufe 8-10 mitarbeitet. Das Erste zeigt sich in Klassenprojekten mit dem Schwerpunkt soziales Lernen in mehreren fünften Klassen, seien es erlebnispädagogische Tage oder entsprechend gestaltete Unterrichtseinheiten (soziales Lernen/Sozialkompetenztraining) während des normalen Schulalltags mit dem mittelfristigen Ziel den Klassenrat einzuführen. Das Zweite zeigt sich in mit Lehrkräften gemeinsamer Planung von zukünftigen Präventionsangeboten bezüglich Gewalt, Sucht, Gefahren des Internet um nur wenige zu nennen. In einzelnen Bereichen geht es auch schon über die Planung hinaus, es stehen erste Schritte zur Umsetzung an. Projekte: Ein Projekt zur Mobbingintervention wurde mit einer sechsten Klasse in Zusammenarbeit mit dem AGJ (Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V.) in den Räumen des Kinder- und Jugendhauses Durlach durchgeführt. Vernetzung/Kooperation/Zusammenarbeit Der Elternbeirat, in Person der Vorsitzenden, ruft zu einzelnen Punkten, die den Schulalltag betreffen, Beratung von Seiten der Schulsozialarbeit ab. An Gesamtlehrerkonferenzen, wie auch dem Pädagogischen Tag wurde Schulsozialarbeit einbezogen und beteiligt, da sie als ergänzend und notwendig erachtet wird. Weitere Möglichkeit zur Vernetzung im Stadtteil bot die Mitarbeit beim Jugendforum in Durlach im Kinder- und Jugendhaus durch die Mitgestaltung eines Workshops. Daraus zeichnet sich die weitere Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendhaus Durlach bei der Umsetzung einzelner Projekte, die sich daraus ergaben, ab.