Erste Erfahrungen in dem Kooperationsprojekt "Seniorenbüro/Pflegestützpunkt mit Seniorenfachberatung " Karlsruhe - Sachstandsbericht

Vorlage: 30792
Art: Beschlussvorlage
Datum: 27.11.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Rüppurr

Beratungen

  • Sozialausschuss

    Datum: 05.12.2012

    TOP: 1

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 1Vorlage 5.12.2012 Pflegestützpunkt Stand 16.11.2012
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Sozialausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 05.12.2012 1 öffentlich Dez. 3 Erste Erfahrungen in dem Kooperationsprojekt „Seniorenbüro/Pflegestützpunkt mit Seniorenfachberatung“ Karlsruhe - Sachstandsbericht Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 05.12.2012 1 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Sozialausschuss nimmt von dem Sachstandsbericht Kenntnis und stimmt der vorge- schlagenen Ausrichtung für die ggf. im Jahr 2013 anstehenden Verhandlungen mit den Kranken- und Pflegekassen zu. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Einleitung Am 14.07.2011 fand die offizielle Eröffnung des Kooperationsprojektes „Senioren- büro/Pflegestützpunkt mit Seniorenfachberatung Karlsruhe“ statt. Die vielfältigen Informations- und Beratungsdienstleistungen für die Gesamtbevölkerung von Karlsruhe werden von Fachkräften des Seniorenbüros und der Kooperationspartner Diakonisches Werk Karlsruhe, Caritasverband Karlsruhe e. V., Paritätische Sozialdienste gGmbH, Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Karlsruhe und Geriatrisches Zentrum am Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr geleistet. Der bereits langjährig bestehende Informations- und Beratungsdienst von Seniorenbüro und Seniorenfachberatung hat auf der Basis des Karlsruher Pflegestützpunktvertrages die Aufgaben als Pflegestützpunkt gemäß § 92 c SGB XI im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen übernommen. Das Personal wurde mit Finanzierung durch die Krankenkassen um zwei Halbtagskräfte erweitert. Das Aufgabenspektrum umfasst die Bereiche Auskunft, Beratung und Vernetzung und ist im Karlsruher Kooperationsprojekt auf drei spezielle Arbeitsbereiche aufgeteilt: 1. Auskunftsstelle für alle Informationssuchenden stadtweit, 2. Fachkräfte für die Seniorenfachberatung, denen Stadtteile zugeordnet sind, 3. Fachkräfte für die allgemeinen Informationsdienstleistungen sowie Ver- netzungsförderung. Die Geschäftsführung liegt bei der Leitung des Seniorenbüros/Pflegestützpunkt. Insgesamt stehen 5,56 Vollzeitstellen für das gesamte Arbeitsfeld zur Verfügung. 2. Erste statistische Kennzahlen Seit Oktober 2011 wird eine detaillierte Statistik geführt, welche die Nachfrage und die Inhalte der Informations- und Beratungsarbeit im Bereich Hilfe- und Pflegebedürftigkeit näher erfasst. Bezogen auf den Zeitraum Januar 2012 bis Juni 2012 können folgende erste Ergebnisse zusammengestellt werden: Januar 2012 bis Juni 2012 Anzahl Rat- und Hilfesuchende 1.719 Ø Rat- und Hilfesuchende pro Monat 287 Ø Rat- und Hilfesuchende pro Monat/pro Vollzeitstelle 69 Im ersten Halbjahr 2012 wurden 1.719 Menschen hinsichtlich Unterstützungsmöglich- keiten bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit selbst oder über nachfragende Angehörige oder Dienste beraten. Der überwiegende Teil der Ratsuchenden sind „Angehörige“ (49 %) oder „Betroffene“ selbst (30 %). Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Die Hauptgruppe, für die Beratung gesucht wurde, waren ältere Menschen ab 65 Jahren: 75,1 % aller Betroffenen. 37,8 % haben das 80. Lebensjahr überschritten. Entsprechend der älteren Bevölkerung insgesamt waren 65,3 % der Betroffenen weiblichen und 34,7 % männlichen Geschlechts. Besonders bemerkenswert ist der Blick auf die Pflegeeinstufung: 32 % aller Betroffenen waren keiner Pflegestufe zugeordnet, für weitere 27 % war die Pflegestufe nicht bekannt. Das heißt, für über die Hälfte der Ratsuchenden wurden Informationen und Beratung bereits im Vorfeld einer Pflegeeinstufung eingeholt. Einschließlich der Kategorie „Pflegestufe beantragt“ wandten sich 70 % aller Ratsuchenden vor einer Einstufung an die Fachkräfte des Seniorenbüros/Pflegestützpunkt. Damit kristallisiert sich bei den Nachfragenden das Hauptinteresse nach Einstiegs- informationen bzw. Einstiegsberatungen heraus. Gerade zu Beginn einer Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ist es wichtig, einen Gesamtblick für die Unterstützungsmöglichkeiten zu erhalten und eine grundlegende Vorstellung über die für die individuelle Situation passenden Hilfen mit fachlicher Unterstützung zu entwickeln. Das Team Senioren- büro/Pflegestützpunkt mit Seniorenfachberatung bietet diese umfassende, individuell ausgerichtete „Einstiegsdienstleistung“ niedrigschwellig, d. h. kostenfrei und unabhängig von Diensten, an. Für einen Teil der Ratsuchenden bleibt die Seniorenfachberatung auch nach längerer Zeit persönliche Ansprechperson und steht bei neuen Fragen zur Seite. Von den 1.719 Rat- und Hilfesuchenden wandten sich 1.414 (82 %) aus dem Stadt- gebiet, 117 (7 %) aus dem Landkreis und 188 (11 %) außerhalb des Stadt- und Land- kreises an das Seniorenbüro/Pflegestützpunkt mit Seniorenfachberatung. Alle haben einen familiären, sozialen Bezug zur Stadt Karlsruhe. Die Unterstützung dieser Ratsuchenden schloss im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 3.560 Kontakte ein. Dabei wurden nur die direkten Gespräche erfasst ohne Vor- und Nachbereitungsaufgaben. Januar 2012 bis Juni 2012 Anzahl Kontakte insgesamt 3.560 Ø Kontakte pro Monat 593 Ø Kontakte pro Monat/pro Vollzeitstelle 143 Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Die Kontakte sind aufzugliedern: 1.719 Kontakte beinhalteten das Erstgespräch mit den Ratsuchenden. Für viele war dieser Kontakt ausreichend. In 983 Fällen fanden Folgegespräche mit den Rat- und Hilfesuchenden statt. Weitere 858 Gespräche wurden als Abstimmungsgespräche mit den notwendigen Unterstützungsdiensten erforderlich. Januar 2012 bis Juni 2012 Anzahl Anzahl der Erstkontakte mit den Rat- und Hilfesuchenden 1.719 Anzahl der Folgekontakte mit den Rat- und Hilfesuchenden 983 Anzahl der Kooperationskontakte 858 Summe der Kontakte insgesamt 3.560 Von den 2.702 Kontakten mit den Rat- und Hilfesuchenden war in 37 % der Gespräche die Übermittlung von Informationen, ohne auf die individuelle Situation einzugehen, ausreichend. 55 % der Kontakte beinhalteten eine persönliche Beratung durch die Seniorenfachberatungskräfte. Eine intensive Fallsteuerung mit detaillierter Hilfeplanung und Begleitung begrenzte sich auf 4 % der Kontakte. Das Typische dieser persönlichen Beratung ist, dass die Fragestellungen, die Lebenssituationen und die gemeinsam entwickelten Lösungsschritte sehr unterschiedlich sind. Mancher erste Einstiegsfokus veränderte sich auch im Gespräch zu einer persönlich tragfähigen und nachhaltigen Lösungsstrategie. 71 % aller Erst- und Folgekontakte erfolgten telefonisch. Die Gesprächsdauer lag bei der Auskunftsstelle für konkrete Einzelinformationen zwischen 10 und 30 Minuten. Die Beratungsgespräche der Seniorenfachberatung dauerten in 42,8 % aller Kontakte 30 Minuten und länger. In 10 % aller Folgekontakte wurde ein Hausbesuch durchgeführt. Die Themen der Seniorenfachberatungen waren vielfältig. Die Schwerpunktthemen lagen bei den Möglichkeiten der „ambulanten Betreuung und Alltagsunterstützung“ über „altersgerechtes Wohnen“ zu „ambulanten Pflegedienstleistungen“. Häufige Nachfragen beziehen sich auf das „finanzielle Leistungsspektrum der Pflegeversicherung“, aber auch auf das „Betreuungsrecht“ und „Finanzen im Allgemeinen“. Auch diese Themen- schwerpunkte verdeutlichen das Interesse der Ratsuchenden, sich einen umfassenden Kenntnisstand zum Einstieg in eine individuell passende neue Alltagsgestaltung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit zu verschaffen. Durch die Verankerung im Stadtteil können in der Seniorenfachberatung auch die speziellen stadtteilbezogenen Unterstützungsmög- lichkeiten berücksichtigt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 3. Weitere Entwicklungsschritte Im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft Pflegestützpunkte Baden-Württemberg e. V. erarbeitet das Kuratorium Deutsche Altershilfe e. V. den Evaluationsbericht der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg. Er wird Basis sein für die Diskussion um notwendige Weiterentwicklungen des Rahmenkonzeptes für die Pflegestützpunkte Baden-Württemberg. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Notwendigkeit der bestehenden Pflegestützpunkte unstrittig ist. Es wird um die Frage des weiteren Ausbaus der notwendigen Pflegestützpunkte bzw. der Erhöhung der erforderlichen Finanzierungsbeiträge gehen. Im Jahr 2013 wird diese Thematik zuerst auf Landesebene und dann auf städtischer Ebene zu erörtern sein. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: I. Antrag an den Sozialausschuss: Der Sozialausschuss nimmt von dem Sachstandsbericht Kenntnis und stimmt der vorge- schlagenen Ausrichtung für die ggf. im Jahr 2013 anstehenden Verhandlungen mit den Kranken- und Pflegekassen zu. II. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Sozialausschusses am 05.12.2012. III. Aufnahme ins Ratsinformationssystem und Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Sozialausschusses. IV. Kopie des Beschlusses an Sozial- und Jugendbehörde zur dortigen Ablage V. z. d. A. (Hauptregistratur im Hauptamt) Dez. 1 Dez. 3 Dir. SJB SAL Sachbearbeiterin: Frau Safian/Frau Höfle Tel.: R 5090