Fußballstadion in Karlsruhe: Stadionfrage – Bilanz der letzten Jahre und Perspektiven für die Zukunft: Anfrage StRn Baitinger, StR Zeh (SPD)
| Vorlage: | 30383 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.10.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadtrat Michael Zeh (SPD) vom 13.09.2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 39. Plenarsitzung Gemeinderat 16.10.2012 1217 16 b öffentlich Stadionfrage – Bilanz der letzten Jahre und Perspektiven für die Zukunft 1. Weshalb wurde der Beschluss des Gemeinderats vom 13. November 2007, der einen Umbau des Wildparkstadions mit Kosten in Höhe von 58 Mio. Euro (ohne Infrastruktur) vorsah, nicht umgesetzt? Wann wäre das neue Stadion auf Grundlage dieses Beschlusses fertig gestellt gewesen? 2. Warum ist in der Folge der Umbau bzw. Neubau des Stadions im Wildpark immer wieder gescheitert? 3. Hat sich am Ergebnis der Bewertung des Frankfurter Planungsbüros Speer & Partner, dass der Standort Wildpark besser abschneidet als zwei Alternativstandorte an der Autobahn, zwischenzeitlich etwas geändert? 4. Lassen sich und ggf. wie bei einem Um- bzw. Neubau am alten Standort Wildpark die Sicherheitsprobleme verbessern? 5. Welche Investitionen wurden in den letzten fünf Jahren im Wildparkstadion durchgeführt, mit welchen Kosten und auf wessen Veranlassung? Inwieweit hat sich der KSC daran beteiligt? 6. Weshalb sind die Pläne für einen Neubau des Stadions an der Autobahn (Gleisdreieck/Mastweide) durch einen privaten Investor gescheitert? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ 7. In welcher Höhe wäre der KSC bereit gewesen, sich an der Realisierung eines neuen Stadions zu beteiligen, und wie wird dies aus heutiger Sicht eingeschätzt? 8. Welchen Standort für ein neues Stadion hält die Stadtverwaltung aus heutiger Sicht für am geeignetsten? Was sind die hierfür maßgeblichen Gründe? Unter welchen Voraussetzungen wäre ein neues Stadion an dem genannten Standort realisierbar? 9. Gab oder gibt es neuere Überlegungen für ein neues Stadion im Wildpark? Wie ist ggf. das weitere Vorgehen geplant? unterzeichnet von: Doris Baitinger Michael Zeh Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. Oktober 2012
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadtrat Michael Zeh (SPD) vom: 13.09.2012 eingegangen: 13.09.2012 Gremium: 39. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 16.10.2012 1217 16 b öffentlich Dez. 6 Stadionfrage - Bilanz der letzten Jahre und Perspektiven für die Zukunft 1. Weshalb wurde der Beschluss des Gemeinderats vom 13. November 2007, der einen Umbau des Wildparkstadions mit Kosten in Höhe von 58 Mio. Euro (ohne Infrastruktur) vorsah, nicht umgesetzt? Wann wäre das neue Stadion auf Grundlage dieses Beschlus- ses fertig gestellt gewesen? In der Sitzung des Gemeinderats am 13.11.2007 wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, auf dessen Grundlage die Verwaltung die Verhandlungen mit dem KSC fortsetzen sollte. In Anbetracht immer neuer Forderungen und Änderungswünsche von Seiten des KSC ge- stalteten sich die Verhandlungen als äußerst schwierig. Deshalb konnte, anders als von der Stadt angestrebt, in den seinerzeitigen Verhandlungen mit dem KSC keine schnelle Einigung über die noch offenen Fragen erzielt werden. Ausgehend vom Gemeinderatsbeschluss am 13.11.2007 hätte nach dem damaligen Zeitplan spätestens in der Sommerpause 2009 der Umbau des Wildparkstadions beginnen sollen. Fertigstellung wäre dann etwa 1,5 bis 2 Jahre später gewesen. Die Inbetriebnahme hätte demnach spätestens nach der Sommerpause 2011 erfolgen können. 2. Warum ist in der Folge der Umbau bzw. Neubau des Stadions im Wildpark immer wieder gescheitert? Nach Ansicht des Bürgermeisteramtes war die erneute Standortdiskussion und in deren Folge das Auftreten eines privaten Investors für das Projekt eher kontraproduktiv und hat maßgeblich zu der heutigen Situation geführt. Nachdem im Juli 2008 in der Öffentlichkeit ein anderer Standort für ein neues Stadion ins Ge- spräch gebracht wurde, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15.07.2008 auf Antrag der CDU-Fraktion eine weitere Standortuntersuchung durch das Büro Albert Speer und Partner (AS & P) beschlossen. Dies obwohl eine städt. Arbeitsgruppe, der auch Vertreter des KSC an- gehörten, bereits 2005 insgesamt 7 Standorte untersucht und hierbei den Standort Wildpark als am besten geeignet bezeichnet hatte. Seite 2 Auch das Ergebnis von AS & P war, dass in 6 von 9 Kriterien der Wildpark besser als die bei- den anderen Standorte (Hub und Gleisbauhof) abschneidet. Der Gemeinderat hat daraufhin im Oktober 2008 ebenfalls auf Antrag der CDU-Fraktion eine 3-Stufen-Lösung beschlossen. Letztendlich wurde sowohl Stufe 1 (KSC soll sich innerhalb 14 Tagen erklären, dass er die erzielten Verhandlungsergebnisse mitträgt) als auch Stufe 2 (In- vestorenlösung) nicht konkret, sodass Stufe 3 (Durchführung von Sanierungsmaßnahme gem. Pachtvertrag) die Folge gewesen wäre. Der Gemeinderat hat deshalb auf Antrag der Fraktionen der CDU, FDP und KAL die Aus- setzung des Stufenplans und weitere Untersuchungen der Pläne des Investors zum Bau eines neunen Stadions an der Mastweide beschlossen. Wie bekannt ist, hat der Investor „newport“ seine Pläne dann nicht mehr weiter verfolgt (siehe auch Antwort zu Frage 6). 3. Hat sich am Ergebnis der Bewertung des Frankfurter Planungsbüros Speer & Partner, dass der Standort Wildpark besser abschneidet als zwei Alternativ- standorte an der Autobahn, zwischenzeitlich etwas geändert? Dem Bürgermeisteramt sind keine neuen Erkenntnisse bekannt, die u. U. zu einer anderen Einschätzung führen könnten. 4. Lassen sich und ggf. wie bei einem Um- bzw. Neubau am alten Standort Wildpark die Sicherheitsprobleme verbessern? Das Büro AS & P hat eine schlüssige Konzeption erarbeitet und in gemeinderätlichen Gremien vorgestellt, mit der sich bei einem Um- bzw. Neubau am Standort Wildpark die derzeitigen Sicherheitsprobleme lösen lassen. Ein Hauptaspekt hierbei ist die Separierung der Fanströme u. a. durch eigene Zugänge der Gästefans im nordwestlichen Teil des Stadions, beim heutigen Trainingsgelände; und daraus resultierend Verkehrslenkungsmaßnahmen mit z. B. gesonderten Parkplätzen für die Busse der Gästefans in diesem Bereich. 5. Welche Investitionen wurden in den letzten fünf Jahren im Wildparkstadion durchge- führt, mit welchen Kosten und auf wessen Veranlassung? Inwieweit hat sich der KSC daran beteiligt? Investitionen aufgrund baurechtlicher Bestimmungen und mietvertraglicher Vereinbarungen in Höhe von rund 2,5 Mio. € (Wellenbrecher, Toilettenanlagen, Flutlichtanlage u. a.). Investitionen aufgrund von Sicherheitsauflagen der DFL bzw. des OA in Höhe von rund 310.000 € (Tore und Zäune, Videoüberwachung, Gästefanseparierung u. a.). Seite 3 Investitionen für Instandsetzungsmaßnahmen in Höhe von rund 1 Mio. € (Spielfelderneuerung, Abriss Videowand u. a.). Eine finanzielle Beteiligung des KSC bei den vorgenannten Maßnahmen ist nach den Unter- lagen der Stadt nicht erfolgt. 6. Weshalb sind die Pläne für einen Neubau des Stadions an der Autobahn (Gleisdrei- eck/Mastweide) durch einen privaten Investor gescheitert? Weshalb die visionären Pläne des Investors gescheitert sind, vermag das Bürgermeisteramt nicht mit Sicherheit zu sagen. Der Investor „newport“ hat sich hierzu - zumindest gegenüber der Stadt - nie konkret geäußert. Tatsache ist jedoch, dass die städt. Dienststellen zusammen mit dem Büro Drees und Sommer allein für die Infrastruktur eines neuen Stadions an der Mastweide Gesamtkosten in Höhe von 170 bis 180 Mio. € ermittelt haben. Der Investor „newport“ hatte die Kosten lediglich auf 50 Mio. € beziffert. Dies entsprach genau dem von der Stadt in Aussicht gestellten „Zuschuss- betrag“ an den Infrastrukturkosten. Nach Einschätzung der Experten von Drees und Sommer und der städtischen Fachleute war diese Kostenannahme von „newport“ völlig unrealistisch und hat evtl. zu einem Umdenken beim Investor beigetragen. 7. In welcher Höhe wäre der KSC bereit gewesen, sich an der Realisierung eines neuen Stadions zu beteiligen, und wie wird dies aus heutiger Sicht eingeschätzt? Der KSC war im Laufe der Verhandlungen nicht in der Lage und nicht bereit, sich direkt an den Investitionskosten für einen Stadionum- bzw. -neubau zu beteiligen. Die Verhandlungen bezogen sich immer nur auf die Höhe der vom KSC als Pächter des Stadions an die Stadt bzw. der Fächer GmbH zu zahlenden Pacht. In den betriebswirtschaftlichen Berechnungen gingen die Beteiligten damals von Jahrespacht- zahlungen zwischen 2,5 Mio. € (2. Liga) bzw. 3,6 Mio. € (1. Liga) aus. Als Höchstgrenze sollten 3,7 Mio. € vereinbart werden. In Anbetracht der aktuellen, auch in der Öffentlichkeit bekannten schwierigen finanziellen Situation des KSC geht das Bürgermeisteramt davon aus, dass in dieser Frage beim KSC momentan eher mit einer noch größeren Zurückhaltung zu rechnen ist. Seite 4 8. Welchen Standort für ein neues Stadion hält die Stadtverwaltung aus heutiger Sicht für am geeignetsten? Was sind die hierfür maßgeblichen Gründe? Unter welchen Voraus- setzungen wäre ein neues Stadion an dem genannten Standort realisierbar? Das Bürgermeisteramt hält nach wie vor am Ergebnis der ersten Stadtortuntersuchung vom Oktober 2005 und der erneuten Untersuchung des Büros AS & P vom Oktober 2008 fest. In beiden Untersuchungen hat der Wildpark am besten abgeschnitten. Eine Realisierung der Variante 3.3 - siehe Antwort zu 9.- wäre nach Ansicht des Bürger- meisteramtes unter der Beteiligung der Stadt, des KSC, des Landes und der freien Wirtschaft grundsätzlich denkbar. Dies bleibt jedoch u. a. der Entscheidung der gemeinderätlichen Gremien vorbehalten und setzt unbedingt ein konstruktiveres Mitwirken des KSC voraus. 9. Gab oder gibt es neuere Überlegungen für ein neues Stadion im Wildpark? Wie ist ggf. das weitere Vorgehen geplant? Auf Veranlassung des Oberbürgermeisters, der als Beispiel die Rhein-Neckar-Arena in Sins- heim nannte, wurde vom Büro AS & P die Variante 3.2 (optimierter Neubau mit 42 000 Sitz- plätzen und Kosten von rund 107 Mio. €) nochmals auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis war die Variante 3.3 Neubau mit 35 000 Plätzen und rund 82 Mio. € Kosten. Dies wurde dem seinerzeitigen KSC Präsidenten Raase im September 2009 schriftlich mitge- teilt. In Anbetracht der bevorstehenden Präsidiumsneuwahlen beim KSC hat Herr Raase ge- beten, dieses Thema seinem Nachfolger zu überlassen. Nach der Wahl des neuen Präsidiums fanden in der Zeit vom November 2009 bis September 2010 sowohl zwischen dem neuen KSC Präsidenten Metzger und dem Oberbürgermeister als auch auf Arbeitsebene Gespräche in dieser Frage statt. Am 17.09.2010 schreibt das KSC-Präsidium an den Oberbürgermeister, dass es sich zum Standort Wildpark bekennt und schlägt zur Realisierung eines Stadionneubaus die Gründung einer gemeinsamen Stadionbau GmbH vor. Im September 2010 trat Herr Präsident Metzger zurück. Der Oberbürgermeister bat den verbleibenden KSC-Vizepräsidenten Hauer um eine Einschätzung über das weitere Vorgehen. Die Antwort lautet, dass der KSC auf die Stadt zu- kommen wird, wenn das Präsidium wieder vollzählig ist. Nachdem entgegen dieser Zusage von Seiten des KSC nach der Wahl des neuen Präsidiums keine Kontaktaufnahme mit der Stadt erfolgte, hat der Oberbürgermeister am 07.02.2011 an den neuen KSC-Präsidenten Wellenreuther geschrieben und unter Bezug auf seine bisherigen Schreiben um Mitteilung gebeten, wie es in der Stadionfrage jetzt weitergehen soll. Dies auch im Hinblick auf die dringlich anstehenden Sicherheitsfragen. Seite 5 Hierauf erfolgte bis heute keine Antwort an den Oberbürgermeister. Eine Kontaktaufnahme des KSC-Präsidiums mit der Verwaltungsspitze fand bis heute lediglich zum Thema Mietzahlungen statt. Es liegt zunächst ausschließlich am KSC-Präsidium, in der Stadionfrage wieder auf die Stadt zuzukommen.