Antrag CDU: Abwasserleitung Kleingartenverein Süd/Schreberklause
| Vorlage: | 30284 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 27.09.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach |
Beratungen
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Stadtamt Durlach ANTRAG CDU-Fraktion vom 07.09.2012 eingegangen am 07.09.2012 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 10.10.12 6 öffentlich Tiefbauamt Abwasserleitung Kleingartenverein Süd / Schreberklause Die Anwohner der Basler-Tor-Straße, von der Rommelstrasse kommend bis zur Hausnummer 76, alle auf der Seite zur Brühlstraße, haben am 07.05.2010 ein Schreiben an Herrn Oberbürgermeister Fenrich verfasst, in dem sie über die unerträgliche Geruchsbelästigung durch die Kanalisation berichtet haben. Damals hat man ihnen zugesagt, dass sich die zuständige Behörde um das Problem kümmern wird. Inzwischen sind die Anwohner auf die CDU Durlach zugekommen, mit der Bitte, sich der Sache anzunehmen, da bis heute keine zufriedenstellende Abhilfe erfolgt ist. Allem Anschein nach entsteht diese Geruchsbelästigung durch die veraltete Abwasserleitung der Schreberklause im Kleingartenverein. Über mehrere Monate war diese wegen Pächterwechsel und Renovierungsarbeiten geschlossen, über die Wintermonate hatte sich das Problem abgeschwächt, vor allem auch, weil die Wohnungsfenster im Winter meist geschlossen sind. Mit Beginn des Frühjahres ist die Geruchsbelästigung wieder enorm angestiegen, das Problem ist bei den vergangenen Schönwettertagen täglich mehrmals aufgetreten. Lt. Anwohner entweichen die Kanalgase über die Dachentlüfter in einer so hohen Konzentration, dass die ganze Wohnung unerträglich stinkt, auch Nachts. Wir stellen hiermit den Antrag, uns die bereits untersuchten Messergebnisse mit- zuteilen bzw. erneut Messungen durchzuführen, um die oben angegebenen Aussagen zu erklären. Wir bitten ebenso darum, die Gründe darzulegen, sollten die Werte wirklich über der Norm sein und wir erbitten Angaben darüber, welche Lösungen es geben kann, um das o.g. Problem zu beseitigen. Am schlimmsten betroffen sind die Bewohner des Hauses Nr. 80 und 82 Unterzeichnet : CDU-Fraktion M. Griener, W. Mächtlinger, R. Henkel, K. Scheuermann, D.Böhler-Friess, C. Köhler
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-OR-Fraktion vom: 07.09.12 eingegangen: 07.09.12 Gremium: Ortschaftsrat Durlach Termin: TOP: Verantwortlich: 10.10.12 6 öffentlich Tiefbauamt Abwasserleitung Kleingartenverein Süd / Schreberklause - Kurzfassung - Im Jahre 2010 gingen bei der Stadtverwaltung Beschwerden über Geruchsbelästigungen in der Basler-Tor-Straße ein. Die Geruchsprobleme hängen vermutlich in erster Linie mit dem Betrieb der privaten Abwasserleitung der Vereinsgaststätte Schreberklause der Kleingarten- anlage Durlach-Süd zusammen. Diese private Grundstücksentwässerungsanlage mündet in der Basler-Tor-Straße in den öffentlichen Kanal. In der Zwischenzeit wurden mehrere Maßnahmen (Einbau einer Zeitschaltuhr und eines belüfteten Fettabscheiders) umgesetzt, die zu einer Verbesserung der Gesamtsituation ge- führt haben. Die Druckentwässerungsanlage entspricht den Regeln der Technik. Weitere Optimierungsschritte, wie der Einbau von Geruchsfiltern und hydraulische Anpas- sungsmaßnahmen, sind vorgesehen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch: Städtischen Haushalt Investitionspauschale Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Sachstand: Das Anliegen der Anwohner wurde vom Tiefbauamt umgehend aufgegriffen. Zum einen wurden Schwefelwasserstoffmessungen am Übergabeschacht, private öffentliche Leitung, durchgeführt und zum anderen machten sich Fachleute des Tiefbauamtes im Rahmen eines Ortstermins ein eingehendes Bild von der Gesamtanlage. Auf dieser Basis wurde ein Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Gesamtsituation er- stellt. Kernpunkte dabei waren die Taktung und Verkürzung der Pumpintervalle, um die Standzei- ten des Abwassers im Vorlagebehälter deutlich zu verkürzen. Dazu wurde eine Zeitschaltuhr eingebaut. Weiterhin forderte das Tiefbauamt den Einbau eines Fettabscheiders bei der Gaststätte. Nach intensiven Gesprächen mit dem Vereinsvorstand ist es gelungen, diese beiden Maß- nahmen umzusetzen. Begleitend zu diesen zwei Schritten wurden weiterhin Online-Messungen an der Schacht- sohle, d. h. direkt am Austrittspunkt, durchgeführt. Inzwischen zeigt sich eine sehr deutliche Reduzierung der Schwefelwasserstoffkonzentration (H 2 S). Die nunmehr gemessenen Werte von 30 - ca. 70 ppm H 2 S direkt beim Pumpstoß an der Schachtsohle, d. h. am ungünstigsten Punkt, entsprechen den üblichen Werten an Überga- bepunkten von Druckentwässerungsanlagen. Der angesprochene MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) von 10 ppm H 2 S ist ein Wert, der aussagt, dass kein Gesundheitsschaden zu befürchten ist, auch wenn man dieser Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich in Innenräumen ausgesetzt ist. Deshalb kann dieser Wert im vorliegenden Fall nur zur Orientierung dienen. Die Geruchsstoffe treten hier über die Schächte und Öffnungen in die Atmosphäre aus und verdünnen sich stark. Um eine weitere Verbesserung zu erzielen, hat das Tiefbauamt die Schachtöffnungen im Austrittsbereich verschlossen. Aufgrund der erneuten Beschwerden werden aktuell noch weitergehende Modifikationen überlegt. Es ist beabsichtigt, die Schachtgeometrie am Übergabepunkt hydraulisch günstiger zu ge- stalten, um eine Verwirbelung und damit ein Ausgasen der Geruchsstoffe weitgehend zu vermeiden. Außerdem werden die Schächte in diesem Bereich zusätzlich mit Geruchsfiltern ausgestattet, um die Abluft gezielt zu behandeln. Es wird erwartet, dass mit diesen Maß- nahmen nochmals eine spürbare Verbesserung erreicht wird. Insgesamt ist festzuhalten, dass durch die Umsetzung der dargestellten Schritte eine deutli- che Reduzierung der H 2 S-Konzentration erreicht wurde und die Anlage den Regeln der Technik entspricht. Die Geruchsprobleme wurden nach den Angaben der Anwohner insbesondere in den hei- ßen Sommerwochen festgestellt, wenn wenig Luftbewegung und -austausch stattfindet und die Fenster nachts geöffnet sind. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Bei allen Anstrengungen wird es auch zukünftig nicht möglich sein, Geruchsbeeinträchtigun- gen im Austrittsbereich von Druckentwässerungsanlagen vollständig zu vermeiden. Abschließend ist noch anzumerken, dass ein Beschwerdeführer in seinem Schreiben schil- dert, aufgrund der Sogwirkung der Anlage wurden die Siphone in den Häusern leergezogen. Bei der Anlage handelt es sich jedoch um eine Druckentwässerung, die mit Überdruck und nicht mit Unterdruck betrieben wird. Ein Leerziehen der Siphone und damit ein ungehinder- tes Austreten von Gerüchen aufgrund von Unterdruck deuten darauf hin, dass in der Haus- installation etwas nicht in Ordnung ist und die Entlüftung nicht richtig funktioniert. Dieses Problem steht eindeutig nicht in Zusammenhang mit der Druckentwässerungsanlage. Es wird daher empfohlen, eine Inspektion der Hausentwässerungsanlage durchzuführen. Das Tiefbauamt steht hierfür gerne beratend zur Verfügung.