Soziales Hilfetelefon in Karlsruhe: Antrag der GRÜNE-Fraktion
| Vorlage: | 30169 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.09.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) Stadträtin Tanja Kluth (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 29.06.2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 38. Plenarsitzung Gemeinderat 18.09.2012 1171 9 öffentlich Soziales Hilfetelefon in Karlsruhe 1. Die Verwaltung erstellt auf der Grundlage der Erfahrungen, die andere Städte mit ähnlichen Projekten bereits gemacht haben, Eckpunkte für die Einrichtung eines Sozialen Hilfetelefons in Karlsruhe. Die in Karlsruhe tätigen Träger der freien Wohlfahrtspflege werden in Konzept und Betrieb des Sozialen Hilfetelefons aktiv eingebunden. 2. Das erarbeitete Konzept wird dem Gemeinderat mit einer ersten Kostenschätzung rechtzeitig vor der Beratung des nächsten Doppelhaushalts vorgestellt. An Beratungs- und Hilfeangeboten mangelt es in Karlsruhe sicherlich nicht. Allein auf der Homepage der Stadt Karlsruhe sind Dutzende Angebote in verschie- denen Datenbanken hinterlegt, die das Spektrum von der Beratungsstelle bis zur Selbsthilfegruppe umfassen. Viele Menschen finden jedoch den Zugang zu diesen Einrichtungen nicht. Es fehlt ein niedrigschwelliges persönliches Hilfeangebot, das jederzeit und anonym erreich- bar ist und einen Weg zu den Unterstützungseinrichtungen vor Ort weist. Das Sozia- le Hilfetelefon könnte diese Lücke schließen. Zielgruppen sind neben den Betroffe- nen auch Personen, die in Not geratene Menschen beruflich oder ehrenamtlich bera- ten und unterstützen. Außerdem können die meisten der Beratungs- und Hilfeange- bote nur zu normalen Bürozeiten in Anspruch genommen werden. Die Erreichbarkeit dieser Stellen ist aber häufig gerade in Notfällen ein Problem, denn Notfälle halten Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ sich nicht an Öffnungszeiten. Menschen in Notsituationen brauche darüber hinaus schnell und einfach Hilfe. Das zentrale Element eines Sozialen Hilfetelefons ist eine Telefonnummer, die rund um die Uhr erreichbar ist und Hilfe vermittelt und die wechselnd von den verschiede- nen Beratungsstellen koordiniert wird. Anonyme und vertrauliche Erstberatung, In- formationen und die Weitervermittlung an Anlaufstellen vor Ort werden telefonisch übernommen. Die Beratung wird barrierefrei und bei Bedarf mehrsprachig angebo- ten. Dieses Angebot wird in verschiedenen Medien beworben, um Hilfe suchende Men- schen schnell und unkompliziert zu erreichen. Unter anderem wird auf der Startseite des Internetauftritts von Karlsruhe ein deutlich sichtbarer Hinweis auf das Soziale Hilfetelefon installiert. Ein Beispiel eines solchen Hilfetelefons bieten der Stadt- und Landkreis Tübingen, wo eine neutrale Notrufnummer den Bürgerinnen und Bürgern in Not Hilfe anbietet. Auf http://werhilftweiter.de werden diese Angebote zusätzlich im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Michael Borner Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. September 2012
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 29.06.2012 eingegangen: 29.06.2012 Gremium: 38. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.09.2012 1171 9 öffentlich Dez. 3 Soziales Hilfetelefon in Karlsruhe - Kurzfassung - Die Verwaltung wird auf der Grundlage der Erfahrung der Stadt Tübingen Eckpunkte für die Einrichtung eines Sozialen Hilfetelefons mit den Trägern der Wohlfahrtspflege in Karlsruhe erarbeiten und diskutieren. Mit dem Ziel einer weitgehenden Kostenneutralität sollen vor- handene Strukturen in der Verwaltung und bei den Freien Trägern genutzt werden. Kern eines Sozialen Hilfetelefons wird die Zusammenfassung der spezifischen Hilfeangebo- te in Karlsruhe in einer Datenbank sein, um die einzelnen Hilfethemen schnell und nieder- schwellig abrufen zu können. Die Verwaltung wird im Sozialausschuss über das Ergebnis der Bemühungen berichten. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) noch nicht schätzbar, Kostenneutralität wird angestrebt Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung. Kontierungsobjekt: PSP-Element: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Über 300 Beratungsstellen bieten in Karlsruhe ihre spezifischen Hilfen an. Das Beratungs- angebot von A (wie Aids) bis W (wie Wohnungslose) ist in einer 95-seitigen Broschüre zu- sammengefasst und bildet sowohl die Grundlage für Auskünfte der städtischen Telefonzent- rale als auch des gemeinsamen Servicecenters des Stadt- und Landkreises Karlsruhes un- ter der Behördennummer 115. Eine Weitervermittlung zu den üblichen Bürozeiten kann hier weitgehend sichergestellt werden. Die Einrichtung eines Sozialen Hilfetelefons geht jedoch über das bestehende Angebot weit hinaus, da nach dem vorliegendem Antrag der Fraktion die Auskunftsbereitschaft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr vorgehalten werden soll. Um möglichst vorhandene Strukturen nutzen zu können und die Implementierung eines wei- teren Hilfe-Plateaus zu vermeiden, sollte mit den Trägern der Karlsruher Hilfeangebote ein Konzept zur Einrichtung eines Hilfetelefons erarbeitet werden, das die Beratungslandschaft eher strafft als erweitert. Recherchen der Verwaltung ergaben außer in Tübingen kein Angebot eines Sozialen Hilfe- telefons. Dieses ist eingebettet in ein dreigliedriges System unter dem Label „Wer hilft wei- ter?“ und wird getragen vom Bündnis für Familie in Tübingen, namentlich von der Familien- beauftragten. Die drei angesprochenen Bausteine sind - eine Wissensdatenbank, - sechs im Stadtgebiet verteilte Infostellen für Erstberatung von Familien und Senioren in Form eines Clearingangebotes, - Hilfetelefon mit kalendertäglicher rund um die Uhr Besetzung. Das Hilfetelefon ist ohne zusätzlichen Personalaufwand in der Leitstelle des Deutschen Ro- ten Kreuzes Tübingen installiert und wird dort im Rahmen des 24 Stundendienstes der Leit- stelle betreut. Mittels der erwähnten Datenbank sind die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter in die Lage versetzt, jederzeit qualifizierte Auskünfte in sozialen Notlagen geben zu können. Derzeit laufen zwar erst ca. zwei Anrufe pro Woche auf, mit Blick auf steigenden Fallzahlen werden jedoch schon ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger vom DRK für den Dienst am Sozialen Hilfetelefon geschult. Mit dem Herzstück des Hilfesystems, der Datenbank, werden auch die sechs Infostellen gespeist, die diesen Service mit ihren vorhandenen Strukturen ohne zusätzliche Haushalts- mittel gewährleisten. Dies sind der Kinderschutzbund, die Caritas, pro familia, das Diakoni- sche Werk, der Stadtseniorenrat sowie die Tübinger Familien- und Altershilfe. Ein ähnliches Engagement könnte auch in Karlsruhe geweckt bzw. gefördert werden. Die Verwaltung prüft deshalb zusammen mit den in Karlsruhe tätigen und freiwillig bezu- schussten Wohlfahrtsorganisationen die Übertragbarkeit des Tübinger Models auf hiesige Verhältnisse. Das Kernelement der Auskunftsbereitschaft ist die Datenbank, die in Tübingen von der örtlichen Presse gesponsert wurde, da die regelmäßige Veröffentlichung der Daten der Anlauf- und Beratungsstellen ohnehin von dort in elektronischer Form gepflegt werden musste. In Karlsruhe kann dies u. U. durch die Weiterentwicklung der bestehenden Daten- bank des Medienbüros zum „Karlsruher Ratgebers“ bewerkstelligt werden, was mit den be- teiligten Stellen abzuklären sein wird. Auch wird im Rahmen der Prüfung der Übernahmemöglichkeit der Tübinger Lösung wird von der Verwaltung zu prüfen sein, inwieweit eine Wissensdatenbank mit den vorhandenen Da- ten der über 300 Beratungsstellen gespeist werden kann. Hierbei söll insbesondere der Ein- satz der so genannten „Wikipediatechnologie“ als Open Source-Anwendung geprüft werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Innerhalb des Prüfauftrags an die Verwaltung soll auch sichergestellt werden, dass durch das Hinzukommen einer weiteren „Bürgertelefonnummer“ die nach außen in Erscheinung tretende Beratungsvielfalt optisch nicht vergrößert wird. Auch sollte bei der Erarbeitung eines Hilfekonzeptes das Einstellen der Datenbank für den allgemeinen Gebrauch im Rahmen der städtischen Website als niederschwelliges Bera- tungsangebot geprüft werden, weshalb das Medienbüro zu einem frühen Zeitpunkt der Kon- zeptionserstellung eingebunden werden soll.