Entwickung von und Prävention gegen Burnout bei städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Anfrage StRn Dr. Leidig, StRn Dr. Polle-Holl, StRn Kluth, StR Borner (GRÜNE)
| Vorlage: | 29925 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 17.07.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) Stadträtin Tanja Kluth (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner vom 15. Juni 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 37. Plenarsitzung Gemeinderat 24.07.2012 1148 26 öffentlich Entwicklung von und Prävention gegen Burnout bei städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - Wie hat sich die Nachfrage an den Internen Beratungsdienst der Stadtverwaltung in den letzten Jahren entwickelt (seit 2005), und welchen Stellenwert nehmen dabei Beratungen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und Burnout ein? Ist bei bestimmten Bereichen der Stadtverwaltung eine Zunahmen des Beratungsbedarfs für die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beobachten? - Wie schätzt die Verwaltung den Zusammenhang zwischen Aufgaben- und Verantwortungszunahme einerseits und Stellenverkürzung andererseits mit der Entwicklung von Burnout in den betroffenen Arbeitsbereichen ein? - Welche Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden von der Stadtverwaltung zur Erkennung, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen/Burnout angeboten? - Welche weiteren präventiven Maßnahmen werden von der Stadtverwaltung eingesetzt, um der Entwicklung von psychischen Erkrankungen und Burnout entgegen zu wirken (z. B. Akzeptanz von Führungskräften für „gesundes“ Arbeitsverhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern), und welche Optimierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung im Bereich Prävention? - Wird nach Einschätzung der Verwaltung von Betroffenen rechtzeitig ein Erstkontakt für Beratung gesucht? Mit welchen Maßnahmen fördert die Verwaltung ein frühzeitiges Aufsuchen von Beratung, und welche Optimierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung hier? - Wie wirkt sich der Fachkräftemangel im Bereich „Erziehung“ und die gestiegenen Ansprüche der Öffentlichkeit und Eltern auf die psychischen Belastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kindertagesbereich aus? - Welche Entwicklungen sind hinsichtlich Krankheitstagen, langfristigen Krankheitsausfällen und daraus resultierenden Zusatzbelastungen der Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahren zu verzeichnen, und welche Maßnahmen werden von der Verwaltung zur Regulierung dieser Auswirkungen eingesetzt bzw. welche Maßnahmen sind geplant? - Liegen entsprechende Kenntnisse auch für die städtischen Gesellschaften vor (die vorhandenen Informationen bitte nach Gesellschaften aufgeschlüsselt darstellen), und gibt es bestimmte Bereiche, die hierbei besonders auffallen – positiv oder negativ? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Verschiedenen Medienberichten zufolge ist die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Auf Anfragen an die Verwaltung wird dem Gemeinderat immer wieder einmal berichtet, dass es in einigen Abteilungen zu Ablaufverzögerungen aufgrund von lang dauernden Krankheitsausfällen kommt. Es ist zu vermuten, dass hierbei auch psychische Erkrankungen und Burnout ursächlich sind. Durch die Anfrage möchten wir darüber informiert werden, welche Entwicklungen hier zu verzeichnen sind und wie die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin der Entwicklung von psychischen Erkrankungen und Burnout bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegentritt. Wenn Menschen viel leisten, aber den an sie gestellten Anforderungen nicht im vollen Umfang gerecht werden können, steigt die Gefahr von schweren Erschöpfungszuständen oder psychischen Erkrankungen. Gerade sehr engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind hiervon häufig besonders stark betroffen. Hier kommt der Prävention und Sensibilisierung eine wichtige Rolle zu. Daneben sollten Maßnahmen angeboten werden, die eine möglichst frühzeitige Korrektur sowohl der Arbeitsbedingungen in Richtung „gesunde Arbeit“ (Sicherheit, Anerkennung, Vertrauen, Fehlertoleranz, weniger Termindruck etc.) wie auch der individuellen Arbeitsüberlastung ermöglichen, bevor sich eine ausweglose Stressspirale entwickelt. Eine gesunde Unternehmenskultur und ein kooperativer Führungsstil sind hierfür notwendige Voraussetzungen. Besonderen Belastungen sind Personengruppen in sozialen Berufen und in Berufen mit viel Kundenkontakt ausgesetzt, ebenso wie Personen in sogenannten „Sandwich- Positionen“ (mittlere Führungsebene, in der die - teils unvereinbaren - Interessen des Teams und der Vorgesetzten ausbalanciert werden müssen). Sachverhalt/Begründung: Seite 3 __________________________________________________________________________________________ Neuere Entwicklungen wie ein Fachkräftemangel im sozialen Bereich oder der sich ankündigende demographische Wandel betreffen auch die Stadtverwaltung. Diese können zusätzlich zu einer Verschärfung der Arbeitsbedingungen beitragen, die an der Entwicklung psychischer Störungen/Burnout beteiligt sind. unterzeichnet von: Dr. Ute Leidig Dr. Dorothea Polle-Holl Tanja Kluth Michael Borner Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. Juli 2012
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holle (GRÜNE) Stadträtin Tanja Kluth (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) vom: 15.06.2012 eingegangen: 15.06.2012 Gremium: 37. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.07.2012 1148 26 öffentlich Dez. 2 Entwicklung von und Prävention gegen Burnout bei städtischen Mitarbeiterinnen und Mit- arbeitern 1. Wie hat sich die Nachfrage an den Internen Beratungsdienst der Stadtverwaltung in den letzten Jahren entwickelt (seit 2005), und welchen Stellenwert nehmen dabei Beratungen in Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und Burnout ein? Ist bei bestimmten Bereichen der Stadtverwaltung eine Zunahmen des Beratungsbedarfs für die dort täti- gen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beobachten? Die Klientenzahlen des für die Stadtverwaltung und die städtischen Gesellschaften zuständi- gen Internen Beratungsdienstes haben sich von 209 (2005) auf 354 (2011) erhöht. Die gestie- gene Inanspruchnahme des Internen Beratungsdienstes führte 2007 deshalb zu einer Erhö- hung der Planstellen von 2 auf 3. 2005 2007 2009 2010 2011 Summe 209 292 293 341 354 Frauen 83 129 156 169 194 Männer 126 163 137 172 160 Der Anteil derjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen psychischer Belastungen den Kontakt zum Internen Beratungsdienst aufnahmen, hat eine steigende Tendenz. Im Jahr 2011 lag der Anteil bei 65 %. Zahlen zur Aufteilung des Beratungsbedarfs nach Bereichen können durch den Internen Bera- tungsdienst der Verwaltung nicht zur Verfügung gestellt werden. Diese unterliegen der vom In- ternen Beratungsdienst zu beachtenden Schweigepflicht. 2. Wie schätzt die Verwaltung den Zusammenhang zwischen Aufgaben- und Verantwor- tungszunahme einerseits und Stellenverkürzung andererseits mit der Entwicklung von Burnout in den betroffenen Arbeitsbereichen ein? Aufgaben- und Verantwortungszunahme sowie Arbeitsverdichtung sind Faktoren, die zu einer psychischen Belastung führen können. Ein direkter Zusammenhang mit Burnout kann daraus aber nicht so einfach abgeleitet werden. Es spielen nämlich noch andere Faktoren eine be- deutsame Rolle. Zu nennen sind zusätzliche private Belastungen, persönliche Ressourcen, Al- ter, Führungsverhalten, Arbeitsklima, Kommunikations- und Konfliktkultur im Amt oder in der Abteilung. Um zu dieser Frage eine Einschätzung geben zu können, fehlen Statistiken der Di- agnosen in den einzelnen Bereichen, die zu den Arbeitsunfähigkeitszeiten geführt haben. Auf- Seite 2 grund der Dauer der Arbeitsunfähigkeitszeiten lassen sich nur Vermutungen anstellen oder Pa- rallelen zu den allgemeinen Gesundheitsberichten der Krankenkassen ziehen, aber keine be- lastbaren Erkenntnisse gewinnen. 3. Welche Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden von der Stadtverwaltung zur Erkennung, Behandlung und Prävention psychischer Er- krankungen/Burnout angeboten? Im Rahmen vom betrieblichen Gesundheitsmanagement wird zum Burnout präventiv vorge- gangen, durch Wissensvermittlung im internen Fortbildungsportal mit Vorträgen zum Burnout, mit vielfältigen Angeboten zum Erlernen von Entspannungstechniken, die zuhause ausführlich angewandt werden können (z. B. progressive Muskelentspannung, autogenes Training), aber auch so genannte Blitzentspannungstechniken, die für die Anwendung am Arbeitsplatz geeig- net sind. Die Behandlung von Psychischen Erkrankungen und Burnout erfordert individuelle Betreuung. Aufgabe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in diesem Zusammenhang kann nur sein, psychische Erkrankungen und Burnout zum Thema zu machen, zu sensibilisieren und in- formieren sowie mögliche Hilfsangebote bekannt zu machen. Durch die regelmäßige Abstim- mung von Internem Beratungsdienst, Ärztlichem Dienst und Personalmanagement im Rah- men des Betrieblichen Gesundheitsmanagements wird gewährleistet, dass das Thema im Fo- kus steht. Auch im Rahmen z. B. von Gesundheitstagen wird das Thema regelmäßig aufgegrif- fen. Im Fortbildungsportal gibt es Angebote für Führungskräfte zum Erkennen des Burnouts bei ihren Mitarbeitern und auch zum gesunden Führen, was präventiv wirkt. Auch die Tagung für leitende Führungskräfte im „Konzern Stadt Karlsruhe“ hat in diesem Jahr das Thema Füh- rung und Burnout-Prophylaxe zum Thema. Die unter Federführung des Internen Beratungsdienstes entwickelten Leitfäden zum Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz, zu Konflikten und Mobbing am Arbeitsplatz bzw. zur Suchtproblematik sind über die Informationsseiten des Betrieblichen Gesundheitsma- nagements im Rathausinformationsnetz den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zugänglich. Der Arbeitskreis psychosoziale Gesundheit, an dem sich auch Klinikum und Stadtwerke betei- ligen, widmet sich besonders intensiv der Problematik der psychischen Erkrankungen. 4. Welche weiteren präventiven Maßnahmen werden von der Stadtverwaltung eingesetzt, um der Entwicklung von psychischen Erkrankungen und Burnout entgegenzuwirken (z. B. Akzeptanz von Führungskräften für "gesundes" Arbeitsverhalten von Mitarbeiterin- nen und Mitarbeitern), und welche Optimierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung im Bereich Prävention? Bei der Stadtverwaltung gibt es vielfältige Angebote und Maßnahmen, um psychischen Er- krankungen und Burnout vorzubeugen, so etwa alle Maßnahmen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen frühzeitig bei Entscheidungs- und Veränderungsprozessen beteiligen, wirken präventiv. Dazu gehören alle Maßnah- men der Personalentwicklung, die das Miteinander der Kollegen und Kolleginnen im Team verbessern oder zu einer guten Führungskultur beitragen. Die Leitlinien für Füh- rung und Zusammenarbeit sind dabei die Basis für eine gesundheitsfördernde Füh- rungskultur und einen wertschätzenden Umgang miteinander. Diese für alle verbindli- chen Leitlinien bieten einen Orientierungsrahmen u. a. für die partnerschaftliche Zu- sammenarbeit, rechtzeitige Information und offene Kommunikation. Auch im Rahmen des Fortbildungsprogramms werden psychische Erkrankungen und Burnout regelmäßig thematisiert. So enthält das Fortbildungsprogramm 2012/2013 Seite 3 z. B. folgende Angebote: "Entflammt und dann verbrannt? Umgang mit Burn-out", "Stressbewältigung durch Achtsamkeit", "Lachend entspannen", "Stress erfolgreich meistern", "Zu größerer Gelassenheit und innerem Gleichgewicht - Stressabbau", "Ent- schleunigung im digitalen Zeitalter - Tatsachen, Risiken und Chancen im veränderten Arbeitsalltag", "Positives Stärkentraining: Wissen, was man kann. Handeln, um besser zu werden", "Pausenkultur und Leistungsfähigkeit", "Leistungsverdichtung und Belast- barkeit - so unterstützen sie Ihre Mitarbeitenden", "Wenn die Seele leidet - Über den Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", "Konflikte im Team konstruktiv meistern". Zur Prävention von Burnout gehört auch das städtische Betriebssportangebot, da kör- perliche Bewegung am besten hilft, Stress abzubauen. Aufgabenspezifische Gefährdungen an den Arbeitsplätzen werden im Rahmen der Ge- fährdungsbeurteilung auch für psychische Belastungen erhoben. Aufgrund der Analyse werden Präventionsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Dies erfolgt dezentral in den Dienststellen. Bereits 1989 hat die Stadtverwaltung begonnen, den Internen Beratungsdienst aufzu- bauen. Der Schwerpunkt der Arbeit lag zunächst bei Suchterkrankungen. In den letzten Jahren wurde zunehmend der Umgang mit psychischen Belastungen und Burnout ein Schwerpunktthema. Der Interne Beratungsdienst kann von allen Mitarbeitern, Mitarbei- terinnen und Führungskräften in Anspruch genommen werden. Von Burnout betroffene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können nicht stadtverwal- tungsintern ärztlich oder psychotherapeutisch behandelt werden. Sind für den Internen Beratungsdienst und den Ärztlichen Dienst Anzeichen erkennbar, erfolgt eine Weiterlei- tung zu Psychotherapeuten. Der Ärztliche Dienst unterstützt auch bei Beantragung und Gewährung von Reha- Anträgen für psychosomatische Kliniken. Im Rahmen der Durchführung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements werden alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit längeren Krankheitszeiten kontaktiert. Dabei werden häufig auch psychische Gefährdungen oder Problemlagen auffällig. Betroffene Person, Beschäftigungsdienststelle, Personalvertretung, Ärztlicher Dienst und Perso- nalmanagement arbeiten zusammen, um eine individuelle Lösung für den Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin zu finden. Präventiv ist auch die Vermeidung von allem, was Stress macht, z. B. Raum, Klima, Mobiliar, Arbeitsmittel allgemein. Auch eine eigenverantwortliche Arbeitszeitregelung außerhalb der Kernzeiten, so dass das private Umfeld organisiert werden kann, ist ebenfalls eine Prophylaxe des Burnouts, denn Burnout entsteht nicht nur durch berufli- che Überlastung. Berufsleben und Arbeitsleben sind eng verschmolzen und beeinflus- sen sich gegenseitig, insofern spricht man nicht mehr von Work-Life-Balance, sondern von Life-Balance. 5. Wird nach Einschätzung der Verwaltung von Betroffenen rechtzeitig ein Erstkontakt für Beratung gesucht? Mit welchen Maßnahmen fördert die Verwaltung ein frühzeitiges Aufsuchen von Beratung, und welche Optimierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung hier? Der Interne Beratungsdienst wird von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Führungskräf- ten und Personalräten genutzt. Er arbeitet eng mit dem Ärztlichen Dienst und den Personal- Seite 4 stellen, immer unter Wahrung der Schweigepflicht und nur mit Einverständnis der Betroffenen, zusammen. Im Verlauf seines Bestehens wurden Hemmschwellen und Tabus abgebaut. Der Interne Bera- tungsdienst genießt einen sehr guten Ruf, wird als wichtige Abteilung von allen Hierarchieebe- nen und allen Berufsgruppen genutzt. Die Arbeit des Internen Beratungsdienstes wird immer wieder, z. B. bei Personalversammlun- gen vorgestellt, es werden gerade derzeit viele Fortbildungen zum Thema Stress und dem Umgang mit Belastungssituationen angeboten. Das Nutzen des Beratungsangebotes ist nach Absprache im Rahmen der Arbeitszeit möglich. Die zunehmenden Fallzahlen belegen, dass diese Aktivitäten greifen und ein notwendiger Be- ratungsbedarf i. d. R. rechtzeitig in Anspruch genommen wird. 6. Wie wirkt sich der Fachkräftemangel im Bereich "Erziehung" und die gestiegenen An- sprüche der Öffentlichkeit und Eltern auf die psychischen Belastungen der Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter im Kindertagesbereich aus? Im Bereich der Kindertagesstätten ist es zu großen Aufgaben- und Verantwortungserweiterun- gen gekommen. Diese Faktoren führen im Zusammenhang mit gesetzlich fundierten Erweite- rungen der Angebotspalette, den gestiegenen gesamtgesellschaftlichen Erwartungen und auch dem bestehenden Fachkräftemangel zu Belastungen bei den Mitarbeitenden und Lei- tungskräften. In diesem Bereich beabsichtigt der Interne Beratungsdienst, im Zusammenwir- ken mit dem Ärztlichen Dienst in den Kindertagesstätten mit einer Praxishilfe der Unfallkasse B-W die psychomentale Belastung im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu erfassen, um daraus dann Maßnahmen abzuleiten. 7. Welche Entwicklungen sind hinsichtlich Krankheitstagen, langfristigen Krankheitsaus- fällen und daraus resultierenden Zusatzbelastungen der Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahren zu verzeichnen, und welche Maßnahmen werden von der Verwaltung zur Regulierung dieser Auswirkungen eingesetzt bzw. welche Maßnahmen sind ge- plant? Die Krankheitsquote des Jahres 2010 lag bei 6,7 %. Im Jahr 2011 reduzierte sich diese auf 6,5 %. Die Ergebnisse zur Jahresmitte 2012 lassen im laufenden Jahr eine Quote von 6,4 % erwarten. Daraus lässt sich der Schluss ableiten, dass die Maßnahmen des betrieblichen Ein- gliederungsmanagements zu greifen beginnen. Die Stadt Karlsruhe hat nach einer vorge- schalteten vierjährigen Pilotphase seit 2011 flächendeckend ein betriebliches Eingliederungs- management eingeführt, das allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeboten wird, die in ei- nem Jahreszeitraum mindestens 42 Kalendertage krankheitsbedingt ausgefallen sind. Dabei handelt es sich um ein vierstufiges Verfahren, bei dem in jeder Stufe individuelle Lösungsmög- lichkeiten gesucht werden. Im Übrigen wird auf die obigen Ausführungen verwiesen (insbesondere zu Fragen 3 und 4). 8. Liegen entsprechende Kenntnisse auch für die städtischen Gesellschaften vor (die vor- handenen Informationen bitte nach Gesellschaften aufgeschlüsselt darstellen), und gibt es bestimmte Bereiche, die hierbei besonders auffallen - positiv oder negativ? Da die Statistik des Internen Beratungsdienstes lediglich eine Aussage über die Inanspruch- nahme macht, die Ursachen für eine Inanspruchnahme oder auch keiner Inanspruchnahme aber sehr differenziert zu betrachten sind, ist eine Interpretation der Zahlen in Richtung positiv - oder negativ oder ein Vergleich unter den Gesellschaften nicht zulässig. Seite 5 Die differenzierte Betrachtung unterliegt zudem der Schweigpflicht des Internen Beratungs- dienstes. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Gesellschaften statt, in dem kritische Entwicklungen, unter Wahrung der Schweigepflicht, erörtert werden.