Zweiter Folgebericht zu den "Aktuellen Eckpunkten für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe"

Vorlage: 29810
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.07.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Durlach, Grünwinkel, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Oberreut, Rintheim, Weiherfeld-Dammerstock

Beratungen

  • Hauptausschuss

    Datum: 17.07.2012

    TOP: 2

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Kommunale Sozialpolitik 2. Folgebericht
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 23. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 17.07.2012 253 2 öffentlich Dez. 3 Zweiter Folgebericht zu den "Aktuellen Eckpunkten für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe" Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 11.07.2012 1 Hauptausschuss 17.07.2012 2 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Hauptausschuss nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - Kenntnis vom vorlie- genden Folgebericht und stimmt den Zielvorhaben für die nächsten zwei Jahre, Beginn 2012 bis Ende 2013, sowie dem zusätzlichen Handlungsbedarf zu. Die Umsetzung der verschie- denen Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit künftiger Haushalte. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kostenstelle: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Mit dem vorliegenden zweiten Folgebericht wird der Bitte des Gemeinderates entsprochen, über die Umsetzungsschritte der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“, Oktober 2007, zu berichten. Ausgehend von den generellen Zielausrichtungen in den verschiedenen Handlungsfeldern der Seniorenarbeit und der Altenhilfe werden die jeweils städtischen Weiterentwicklungs- maßnahmen von Seiten der Fachplanung und des Teams des Seniorenbüros in den ver- gangenen Jahren 2010 und 2011 stichwortartig skizziert. Der Bezugszeitraum des Folgebe- richtes bezieht sich ab diesem Bericht auf zwei komplette Jahre. Aus der Vielzahl der beschriebenen Maßnahmen für die zurückliegenden zwei Jahre sind als zentrale Weiterentwicklungsthemen hervorzuheben: - Einrichtung und Eröffnung des Pflegestützpunktes als Kooperationsprojekt von Stadt Karlsruhe/Seniorenbüro, Pflegekassen und freien Trägern der Seniorenfachberatung auf der Grundlage der Konzeption und des Pflegestützpunktvertrages sowie der Verein- barung mit den freien Trägern der Seniorenfachberatung. - Mitwirkung an der Erarbeitung der Leitlinien gegen Altersarmut. - Umstellung der Fördersystematik für niedrigschwellige Betreuungsdienste für Demenz- erkrankte und Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf in Verbindung mit der Lan- des- und Pflegekassenförderung nach § 45 c und d SGB XI. Mit dieser Umstellung konnte Spielraum für zukünftige bedarfsgerechte Weiterentwicklungen für niedrig- schwellige Betreuungsdienste gewonnen werden. - Etablierung eines Netzwerkes von Engagierten in der offenen Seniorenarbeit für das gemeinsame Ziel „Förderung des aktiven Alterns“. Dazu wurden vielfältige Impulse zur Auseinandersetzung mit Altersbildern auf der Grundlage des 6. Altenberichts von Seiten des Seniorenbüros initiiert. - Ausweitung der differenzierten Informationsübersichten im Internet-Seniorenwegweiser, in aktuellen Broschüren und im Rahmen von zahlreichen Vorträgen bei Veranstaltungen zum Thema „Pflege und Beruf“ oder „Übersicht über die Unterstützungsangebote bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit in Karlsruhe“. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Diese Schwerpunkte sind die jeweiligen Sonderthemen vom Seniorenbüro/Pflegestützpunkt. Sie ergänzen das vielfältige, reguläre Aufgabenspektrum als zentrale Informations- und Be- ratungsstelle für die ältere Bevölkerung, ihre Familien, für nachfragende Träger und Mitar- beitende der Dienste sowie für die politischen Gremien und die Verwaltung. Der Folgebericht beschreibt das breite Spektrum an Maßnahmen. In den Zielsetzungen für die kommenden zwei Jahre 2012 und 2013 werden die bisherigen Themenschwerpunkte fortgesetzt mit: - Einrichtung und Eröffnung des Pflegestützpunktes als Kooperationsprojekt von Stadt Karlsruhe/Seniorenbüro, Pflegekassen und freien Trägern der Seniorenfachberatung, - Netzwerkarbeit für ein „Konstruktives, aktives Altern“, ggf. auch im Rahmen des inte- grierten Stadtentwicklungskonzeptes, - der Evaluation und Etablierung des Kooperationsprojektes „Seniorenbüro/Pflegestütz- punkt mit Seniorenfachberatung“ mit voraussichtlich neuer Vertragsausgestaltung 2013, - der Mitwirkung an der Präsentation der Leitlinien gegen Altersarmut und der Erarbeitung erster Umsetzungsschritte mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, Stadtsenio- renrat und Sozialamt. Als weitere spezielle Aufgaben 2012 und 2013 stehen an: - Berichterstellung „Stationäre Pflege, aktueller Stand und Weiterentwicklungen mit Blick auf Landesheimbauverordnung und mit Blick auf die Verbindungen zur ambulanten Ver- sorgung“, - Mitwirkung an dem Netzwerk „Fachkräfte in der Pflege“, ggf. mit konkreten Umsetzungs- schritten. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, sind diese Zielsetzungen erste Anhaltspunkte. In der Praxis entwickeln sich immer wieder neue Themenschwerpunkte aus aktuellen Entwicklun- gen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Aus Sicht der Fachplanung für die ältere Generation erhöht sich der kommunale Handlungs- bedarf für die zwei Zielbereiche: „Förderung altersgerechtes Wohnen, verknüpft mit der Ent- wicklung von generationsübergreifendem, alltagsunterstützendem Miteinander im Stadtteil“ und „Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihrer Familien“ deutlich. Zentrales Erfolgsprinzip bei all den bisherigen und zukünftigen Vorhaben ist die konstruktive Zusammenarbeit mit den Trägern und Mitstreiterinnen und Mitstreitern der Verbände, Diens- ten, Projekten und Institutionen einschließlich der politischen Vertretung und der Kol- legschaft, die sich alle für die Belange der älteren Generation in Karlsruhe einsetzen. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - Kenntnis vom vorlie- genden Folgebericht und stimmt den Zielvorhaben für die nächsten zwei Jahre, Beginn 2012 bis Ende 2013, sowie dem zusätzlichen Handlungsbedarf zu. Die Umsetzung der verschie- denen Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit künftiger Haushalte. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 6. Juli 2012

  • Anlage zweiter Folgebericht
    Extrahierter Text

    Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 Zweiter Folgebericht Maßnahmen 2010/2011 Vorhaben 2012/2013 Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde | Seniorenbüro/Pflegestützpunkt Aktuelle Eckpunkte für die kommunale Sozial- politik für die ältere Generation in Karlsruhe Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 2 - Impressum: Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Seniorenbüro/Pflegestützpunkt Kerstin Safian Leitung und Sozialplanung Stand: 2012 Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 3 - ZWEITER FOLGEBERICHT: AKTUELLE ECKPUNKTE FÜR DIE KOMMUNALE SOZIALPOLITIK FÜR DIE ÄLTERE GENERATION IN KARLSRUHE Gliederung Seite A Einleitung 4 B Impulse für die Auseinandersetzung mit generellen Entwick- lungstrends und übergreifenden Strategien 1. Förderung der gemeinsamen Auseinandersetzungen 6 1.1 Generelle Zielausrichtungen 6 1.2 Maßnahmen 2010 - 2011 7 1.3 Vorhaben 2012 - 2013 8 2. Beiträge zu übergreifenden Handlungsstrategien 8 2.1 Generelle Zielausrichtungen 8 2.2 Maßnahmen 2010 - 2011 9 2.3 Vorhaben 2012 - 2013 9 C Weiterentwicklungsimpulse in den einzelnen Handlungsfeldern 1. Unterstützung der offenen Seniorenarbeit 1.1 Generelle Zielausrichtungen 11 1.2 Maßnahmen 2010 - 2011 11 1.3 Vorhaben 2012 - 2013 13 2. Angebot der Information und Beratung der älteren Bevölkerung und der Angehörigen 2.1 Generelle Zielausrichtungen 14 2.2 Maßnahmen 2010 - 2011 15 2.3 Vorhaben 2012 - 2013 16 3. Förderung der ambulanten Unterstützung zu Hause 3.1 Generelle Zielausrichtungen 17 3.2 Maßnahmen 2010 - 2011 17 3.3 Vorhaben 2012 - 2013 18 4. Impulse für altersgerechtes Wohnen 4.1 Generelle Zielausrichtungen 19 4.2 Maßnahmen 2010 - 2011 20 4.3 Vorhaben 2012 - 2013 20 5. Entwicklungen in der stationären Pflege 5.1 Generelle Zielausrichtungen 21 5.2 Maßnahmen 2010 - 2011 22 5.3 Vorhaben 2012 - 2013 22 6. Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihrer Familien 6.1 Generelle Zielausrichtungen 23 6.2 Maßnahmen 2010 - 2011 23 6.3 Vorhaben 2012 - 2013 24 7. Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund 7.1 Generelle Zielausrichtungen 25 7.2 Maßnahmen 2010 - 2011 25 7.3 Vorhaben 2012 - 2013 25 8. Spezifische Unterstützung älter werdender Menschen mit Behinderung 8.1 Generelle Zielausrichtungen 26 8.2 Maßnahmen 2010 - 2011 26 8.3 Vorhaben 2012 - 2013 26 9. Begleitung in der Sterbephase 9.1 Generelle Zielausrichtungen 27 9.2 Maßnahmen und Vorhaben des Seniorenbüros 27 D Zusätzlicher Handlungsbedarf 28 E Zusammenfassung 30 Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 4 - A Einleitung Die Auseinandersetzungen mit den Herausforderungen des demografischen Wan- dels nehmen deutlich zu. Sie gehören zu den zentralen Themen in den politischen Diskussionen. Träger und Mitarbeitende der Dienste und Einrichtungen für die ältere Generation engagieren sich für eine wachsende Zahl und Vielfalt der Anregungen und Unterstützungsangebote für eine qualitätsvolle Lebensgestaltung im Alter bei zunehmender Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Auch für die ältere Generation und die Familien werden die Fragen für einen konstruktiven Umgang mit dem Altern und ggf. mit Hilfe- und Pflegebedarf immer stärker relevant - sei es als Thema der Auseinan- dersetzung in den jüngeren „Altersjahrgängen“ oder sei es als reale Herausforderung in der Lebensgestaltung im höheren Alter. Die Zielsetzung, den Lebensabschnitt nach Abschluss des Berufslebens attraktiv und selbstverantwortlich im Sinne der ei- genen Vorstellungen und Kompetenzen bewusst zu gestalten, ist für viele Menschen eine wichtige Ausrichtung. Präventive Vorsorge für die Herausforderungen des ho- hen Alters werden zunehmend allgemein diskutiert, Informationen und Ideen sowie Mitstreiterinnen, Mitstreiter und Unterstützungspartner gesucht. Zunehmend setzen sich auch Unternehmen mit dem Thema Alter auseinander im Blick auf die älter wer- dende Mitarbeiterschaft und die steigenden Belastungen von pflegenden Angehöri- gen bei den Beschäftigten. Die Suche nach Unterstützungs- und Entlastungsmög- lichkeiten hat begonnen. Seniorenpolitik und der Einsatz zur Unterstützung für und mit Älteren sind dynami- sche Gestaltungsfelder. Sie differenzieren sich immer stärker aus mit einer wach- senden Vielfalt von Aktionspartnern, Handlungsansätzen und Bedarfsentwicklungen. Sie werden getragen vom Engagement professionell tätiger Menschen, aber auch zahlreichen Initiativen der Bürgerschaft sowie der einzelnen Menschen selbst in ihren privaten Gestaltungsbereichen. Der vorliegende zweite Folgebericht zur Umsetzung der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ gibt einen Einblick in das Engagement der Stadt Karlsruhe, speziell vom Seniorenbüro/Pflegestützpunkt. Der Arbeitseinsatz des Teams beim Seniorenbüro/Pflegestützpunkt beinhaltet drei Ebenen:  Das eigene Dienstleistungsangebot als zentrale Informations- und Beratungs- stelle,  die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung dieser Dienstleistung im Rah- men der Etablierung als Pflegestützpunkt und drittens  der Einsatz als Sozialplanung für die ältere Generation für die Begleitung der be- stehenden Unterstützungsangebote und für die bedarfsgerechten Weiterentwick- lungen in der offenen Seniorenarbeit sowie in der Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Die Weiterentwicklungen des Hilfe- und Pflegedienstangebotes im Sinne einer Be- darfsgerechtigkeit werden weitgehend über die Mechanismen des offenen und freien Marktes gesteuert. Von Seiten der Sozialplanung sind Informationsimpulse, Anre- gungen aus der generellen Fachdiskussion und Vernetzungsunterstützung sowie Fördermöglichkeiten wertvoll für die Ausgestaltung neuer und notwendiger Dienste. Die Gliederung greift weitgehend den Aufbau des ersten Folgeberichts vom Novem- ber 2009 auf. Zu jedem Themenbereich werden die generellen Zielausrichtungen Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 5 - beschrieben. Rückblickend werden die Maßnahmen skizziert, die in den vergange- nen zwei Jahren ab Beginn 2010 bis Ende 2011 vom Team des Seniorenbüros an- gegangen wurden. Ein Vergleich der durchgeführten Maßnahmen mit den im ersten Folgebericht formulierten Zielen wird nicht im Einzelnen vorgenommen. Viele Ziele konnten erreicht werden, manche Zielsetzungen haben sich jedoch in der Praxis ver- schoben. Andere Vorhaben konnten aufgrund von begrenzten Ressourcen nicht so umgesetzt werden wie geplant. Für die nächsten zwei Jahre 01.01.2012 bis 31.12.2013 werden die aus heutiger Sicht anstehenden Aktionen als aktuelle Überlegungen aufgelistet. Wie die Erfahrun- gen zeigen, können sich weitere oder auch andere Entwicklungen in der Praxis im Laufe der nächsten zwei Jahre in den Vordergrund schieben. Angesichts der deutlich zunehmenden Brisanz der Absicherung der älteren Genera- tion werden abschließend auch weitergehende Perspektiven aus Sicht der Sozialpla- nung für die ältere Generation angesprochen. Sie gehen insbesondere auf die Ziel- bereiche „Förderung altersgerechten Wohnens mit alltagsunterstützendem Miteinan- der im Stadtteil“ und „Spezielle Unterstützung Demenzerkrankter und ihrer Familien“ ein. Mit der Vorlage dieses zweiten Folgeberichts wird dem Auftrag des Gemeinderates mit Beschluss vom 25.09.2007 entsprochen, einen regelmäßigen Bericht über die Umsetzung der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation“ im Zweijahresrhythmus vorzulegen. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 6 - B Impulse für die Auseinandersetzungen mit generellen Entwick- lungstrends und übergreifenden Strategien 1. Förderung der gemeinsamen Auseinandersetzungen 1.1 Generelle Zielausrichtungen In diesem Kapitel B werden alle Maßnahmen skizziert, die einen Gesamtfokus ein- nehmen und sich nicht auf einzelne Themenfelder - wie unter C erfasst - begrenzen. Generelle Zielausrichtung ist die Förderung des aktiven, sozialen Miteinanders als Basis für Alltagsunterstützung, soziale Teilhabe und Lebensqualität in allen Lebens- phasen des Alterns und die bedarfsgerechte Absicherung bei Hilfe- und Pflegebe- dürftigkeit. Die Zielausrichtung „Förderung der gemeinsamen öffentlichen Auseinandersetzung mit den Themen des Alterns und den Herausforderungen für die kommunale Senio- renpolitik“ bezieht sich auf verschiedene Ebenen: Auf die Ebene der politischen Dis- kussionen, auf die Ebene der Träger und Leitungskräfte der Dienste und Einrichtun- gen und auf die Diskussionsimpulse für die Bevölkerung. Zunehmend greifen auch Wirtschaftsunternehmen die Thematik im Blick auf ihre Mitarbeiterschaft auf. In diese Diskussionen sind die vom Gemeinderat 2007 beschlossenen Leitziele einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik - näher beschrieben in dem Grundlagenbericht „Aktuelle Eckpunkte für die kommunale Seniorenpolitik in Karlsruhe“ - immer wieder einzubringen. Im Fokus der traditionellen Seniorenarbeit und Altenhilfe stand schwerpunktmäßig die Fürsorge für hilfe- und pflegebedürftige, meist hochbetagte Menschen. Dieses Leitziel hat auch zukünftig eine zentrale Bedeutung. Es treten jedoch die Leitziele der gezielten Unterstützung der eigenen frühzeitigen Vorsorge und der Eigensorge bzw. Eigengestaltungsverantwortung als gleichwertige Grundprinzipien hinzu. Sie implizie- ren die Förderung:  einer neuen, differenzierten und konstruktiven Sichtweise des Alterns und des Alters,  der Akzeptanz der Eigenverantwortung und des Wissens um vielfältige Gestal- tungsmöglichkeiten, nicht nur für finanzielle, sondern auch für gesundheitliche und soziale Vorsorge für sich und in den sozialen Netzen,  des Ausbaus von präventiv wirksamen Angeboten und Impulsen,  des alltagsunterstützenden Lernens als Grundprinzip auch im Alter,  eines verstärkt verbreiteten Blicks auf die Kompetenzen und Potenziale - trotz mancher Einschränkungen im Alter,  eines generationsübergreifenden, alltagsunterstützenden sozialen Miteinanders mit Anregungen und fördernden Rahmenbedingungen gerade auch für Ältere. Diese zusätzlichen Leitziele ergänzen das zentrale Anliegen der kommunalen Da- seinsfürsorge für die Absicherung der älteren Generation in prekären Lebenssituatio- nen, insbesondere Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Sie tragen dazu bei, den zu erwar- tenden massiven Anstieg der Zahl der pflegebedürftigen Menschen abzumildern und die Lebensqualität auch im hohen Alter zu stärken. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 7 - Für dieses erweiterte Zielspektrum sind die vielfältigen Gestaltungspartner und die Bürgerschaft anzuregen, zu gewinnen. 1.2 Maßnahmen 2010 - 2011 a) Impulse gegenüber Institutionen:  Vorstellung des ersten Folgeberichts im Sozialausschuss in der Sitzung am 04.11.2009 und im Hauptausschuss am 02.02.2010,  Vorstellung des Folgeberichts im Stadtseniorenrat am 05.05.2010,  Etablierung des Arbeitsausschusses Ältere Generation: Der Arbeitsaus- schuss Ältere Generation hat sich seit 2007 als wertvolles Gremium mit den Mitgliedern des Gemeinderates und den Partnern der Senioren- und Altenarbeit etabliert. In vier Sitzungen pro Jahr werden aktuelle Themen aufgegriffen, entsprechende Informationen eingebracht und die vielfälti- gen Sichtweisen der Teilnehmenden ausgetauscht. Die Zielsetzung, die zum Teil komplexen Themen differenzierter gemeinsam beraten zu kön- nen, kann mit diesem Gremium erreicht werden. Zum Teil können auch einzelne Lösungsschritte bereits im Vorfeld vor den Beratungen im Sozi- alausschuss miteinander geklärt werden. Das Gremium regt den Aus- tausch untereinander zu einzelnen Themen an. In den letzten zwei Jahren wurden in acht Sitzungen folgende Hauptthe- men neben weiteren kurzen Informationseinheiten erörtert: o Aufbau des Pflegestützpunktes, Begleitung der Verhandlungen mit den Pflegekassen, o Aufbau der freien Heimplatzliste im Internet-Seniorenwegweiser, o Vortrag des MDK zu den Transparenzberichten, Aufbau- und Kritik- punkte, o Niedrigschwellige Betreuungsdienste zu Hause und in Gruppen, Aufbau der neuen Fördersystematik nach § 45 SGB XI, o Projektvorstellung des Diakonischen Werks der Evangelischen Lan- deskirche Baden „Sucht im Alter“, o Einstieg in die Thematik „Fachkräftemangel in der Pflege“, Bericht der Heimaufsicht und Vorstellung des Personalpflegekonzeptes des Städtischen Klinikums, Vorschlag der Agentur für Arbeit zum Aufbau eines Netzwerkes, o Vorstellung der Aussagen und Konsequenzen aus dem 6. Altenbe- richt „Altersbilder in der Gesellschaft“. b) Impulse für die Bevölkerung im Rahmen von Beiträgen zu Veranstaltungen:  Mitwirkung an der Tagung der Naumann-Stiftung mit dem Fokus „Diffe- renzierte Altersbilder, Aktivität im Alter und Eigengestaltung für ein adä- quates Wohnen im Alter“,  Mitgestaltung an dem Fachtag am 12.07.2011 des Sozialamtes: „Grund- pflege und stationäre Pflege“ mit den Themen „Differenzierte Altersbilder“ und „Demenzerkrankung“,  zahlreiche Vorträge bei Diensten und Seniorenvereinigungen zum The- ma „Alter und Möglichkeiten der Absicherung und Unterstützung“. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 8 - c) Impulse für die Unternehmen:  Mitwirkung am Fachtag der Stadt Karlsruhe „Chancengleich“ für Beschäf- tigte der Stadt Karlsruhe zum Thema „Pflege der Angehörigen aus Sicht der berufstätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“,  erste Einzelgespräche mit mehreren Unternehmen zur Unterstützung von pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Mitwirkung an Informa- tionsveranstaltungen für die Mitarbeiterschaft. Weitere Maßnahmen im Sinne der Förderung der Stärkung der Zielgruppe 55 plus werden im Textteil „Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit“ beschrieben. 1.3 Vorhaben 2012 - 2013  Regelmäßige Sitzungen des Arbeitsausschusses Ältere Generation mit jeweils aktuellen Themen,  Informationsaustausch zu der ggf. verabschiedeten Pflegeversicherungsre- form und Erörterung der Konsequenzen für das kommunale Unterstützungs- netz in verschiedenen Gremien und gegenüber der Bevölkerung,  Fortsetzung der Informationsveranstaltungen und Workshops zum Thema „Pflege alter Angehöriger, ihre Unterstützungsmöglichkeiten“ entsprechend den Anfragen von Diensten, Initiativen und Unternehmen. 2. Beiträge zu übergreifenden Handlungsstrategien 2.1 Generelle Zielausrichtungen Hier sind die komplexen Gestaltungsbereiche erfasst, die alle Ziele im Vorfeld über die ambulante, bis hin zur stationären Absicherung mit einschließen und die die Le- bensqualitäten in allen Lebensphasen des Alters umfassend betrachten. Dieses Handlungsfeld beinhaltet folgende Ansatzebenen:  Erarbeitung von Leitzielen und Strategien zur Bekämpfung der heutigen und Verhinderung zukünftig verstärkter Altersarmut.  Engagement für eine sozialverträgliche, seniorengerechte allgemeine Infra- struktur in der Stadt.  Entwicklung umfassender stadtteilorientierter Unterstützungskonzepte zur Förderung eines übergreifenden Miteinanders. In der Fachdiskussion werden die heutigen Abgrenzungen der Unterstützungsformen immer wieder proble- matisiert. Demgegenüber wird die Zielsetzung einer „Welfare-Mix-Konzeption im Rahmen einer stadtteilorientierten sozialen Gesamtentwicklung“ beschrie- ben. In dieser grundsätzlich veränderten Vorstellung werden die verschiede- nen Unterstützungsansätze, angefangen von der Selbsthilfe über das freiwilli- ge bürgerschaftliche Engagement, über kleine niedrigschwellige Unterstüt- zung im Alter, bis hin zur ambulanten fachlichen Unterstützung und stationä- ren Versorgung in einem Gesamtbild miteinander verbunden. Alle zu Beteili- genden streben das gemeinsame Ziel an, miteinander die individuellen Le- Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 9 - benslagen der Menschen im Stadtteil abzusichern. Die Netzwerkbildung mit intensivem Einsatz für die Koordination und Kooperation aller Beteiligten ist zentrales Handlungsprinzip. Dieser quartiersbezogene soziale Ansatz muss sich nicht auf die Unterstützung älterer Bürgerschaft begrenzen, sondern kann generationsübergreifend ausgestaltet werden. In diese Grundgedanken für soziales Potenzial und Welfare-Mix im Stadtteil fließen die zentralen Leitziele der Eckpunkte ein. . 2.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Im Rahmen des Armutsbekämpfungsprogramms werden seit Dezember 2010 in einer Unterarbeitsgruppe Leitlinien gegen die heutige und Verhinderung zu- künftig verstärkter Altersarmut erarbeitet. In Kooperation mit Vertretungen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege, des Stadtseniorenrates und der Sozial- und Jugendbehörde werden die Ziele zur Bekämpfung der drohenden Alters- armut zusammengetragen. Auf die allgemeinen Leitziele der kommunalen So- zialpolitik wird dabei als wesentliche Basis Bezug genommen. Dies mit dem Fokus, dass Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ein deutliches Armutsrisiko darstellt und alle Chancen der präventiven Möglichkeiten, Hilfe- und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder hinauszuschieben, von besonderer Bedeutung sind.  Mitarbeit im Beirat und bei den Veranstaltungen des Projekts „Q-Ageing Le- bensqualität im Alter“ des zze - Zentrum für zivile Entwicklung, Freiburg mit verschiedenen Projektelementen (siehe auch unter C 1.2).  Bewerbung für das Forschungsprojekt im Rahmen des Bundesförderpro- gramms „Soziale Innovationen für die Lebensqualität im Alter“ mit dem spezi- fischen Projektplan „Lebendige alltagsunterstützende Nachbarschaft - loh- nenswerte Ressource für das eigene, konstruktive Altern“, getragen von der SRH Hochschule, Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Heidel- berg, mitgestaltet durch die Volkswohnung Karlsruhe GmbH und das Senio- renbüro. Zu diesem Bewerbungsantrag erfolgte jedoch leider keine Zusage.  Mit den Grundgedanken des sozialen Potenzials und Welfare-Mix im Stadtteil wurde im Grundlagenbericht „Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation“ auch die Konzeption der Bürgeraktionszentren vorge- schlagen. Die Suche nach Kooperationspartnern und die Entwicklung eines gemeinsamen konkreten Ziel- und Arbeitskonzeptes gestalteten sich jedoch als schwierig und zeitaufwändig. Das Vorhaben wird vorerst nicht weiterver- folgt. 2.3 Vorhaben 2012 - 2013  Mitwirkung an der Erarbeitung der Leitlinien gegen Altersarmut und erster Umsetzungsschritte.  Entwicklung eines Projektes, in dem älteren Seniorinnen und Senioren in pre- kären finanziell eingeschränkten Lebensverhältnissen gezielt unterstützt wer- den, zur gemeinsamen erleichterten Nutzung von Bildungsangeboten und/ Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 10 - oder kulturellen Angeboten - gestaltet mit Unterstützung der Spendenmittel von ZONTA Club Karlsruhe e. V.  Impulse für das Leitziel der präventiven und aktivitätsorientierten Ausrichtung auf das Alter der Zielgruppe 55 plus werden im Gestaltungsbereich „Unter- stützung der offenen Seniorenarbeit“ (C 1) dargestellt. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 11 - C Weiterentwicklungsimpulse in den einzelnen Handlungsfeldern 1. Unterstützung der offenen Seniorenarbeit 1.1 Generelle Zielausrichtungen Die offene Seniorenarbeit der Stadt Karlsruhe zielt auf die Förderung der sozialen, kulturellen Teilhabe älterer Menschen und der Förderung einer aktiven gesund erhal- tenden Lebensform im Alter. Angebote der Begegnung und der vielfältigen Aktivitä- ten mit anderen, bis hin zum Engagement für andere ältere Menschen und das ge- sellschaftliche Leben wirken der Einsamkeit und dem zu raschen Abbau von geisti- gen, psychischen und körperlichen Kräften entgegen. Der Fokus dieses Gestaltungsbereichs liegt vorwiegend auf den Potenzialen, Kom- petenzen und den Aktivitäten älterer Menschen ab 55 plus. Es geht erstens darum, dass die bestehenden vielfältigen Angebote optimal genutzt und neue Projekte in ihrer Gründung unterstützt werden. Die Weiterentwicklung der offenen Seniorenar- beit zielt zweitens darauf, ein breites Interesse an einer eigenen konstruktiven Ge- staltung der Alternsphasen zu fördern. Ziel ist es, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich frühzeitig selbst für ihre soziale Integration engagieren und selbst gemeinsame soziale Projekte und Aktivitäten in ihrem Eigeninteresse entwickeln und gestalten. Präventive, gesundheitsstabilisierende Chancen sind möglichst von vielen bereits in jüngeren „Altersjahren“ und ggf. in Gemeinschaft zu nutzen. Als eine Basis für diese Ausrichtung von Selbstvorsorge, eigener Prävention und Selbstgestaltung gemeinsamer Aktivitäten kann die Auseinandersetzung mit aktiven, differenzierten Altersbildern in der Generation 55 plus dienen. Das Thema „Aktives konstruktives Altern in Zukunft“ ist zur breiten Diskussion zu stellen. 1.2 Maßnahmen 2010 - 2011 a) Aktuelle Informationen über die bestehenden Angebote in persönlichen Ge- sprächen und mit folgenden speziellen Maßnahmen:  Neuauflage der Broschüre „Aktiv im Alter“ mit komplett neuer Datenerhe- bung 2011,  Präsentation der Angebote bei der „Meile des Ehrenamtes“ am 17.06.2010,  aktivierende Befragung der Bezieherinnen und Bezieher von Grundsiche- rung im Alter, um ihnen nähere Informationen zu vermitteln und für die Teilnahme an Gruppenaktivitäten und Veranstaltungen zu werben. b) Traditionelle Veranstaltungen:  Seniorennachmittag Durlach mit Stadtamt Durlach im Frühjahr,  Seniorennachmittag Daxlanden mit dem Bürgerverein Daxlanden im Herbst,  Herbstkonzert des Seniorenorchesters Karlsruhe,  Kabarett-Vorstellungen der Grauen Zellen mit der Volkshochschule, zwei Vorstellungen pro Jahr. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 12 - c) Gruppenbegleitung in aktuellen Fragestellungen:  Seniorenorchester bei seiner Suche nach neuen Mitwirkenden,  Stadtseniorenrat Karlsruhe e. V.,  neue Aktivitätsgruppe „Aktiv älter werden in Grünwinkel“, die 2009 im Rahmen des Bundesmodells „Aktiv im Alter“ initiiert wurde,  Generationsprojekt „Alt & Jung“ in Kooperation von Kinderbüro und Seni- orenbüro mit Frau van Schoor als leitende Fachkraft mit der Ausgestal- tung des 15-jährigen Jubiläums am 05.10.2011 als Fachtag zum „Dialog der Generationen“ und als Anerkennungstag für alle betreuenden Senio- rinnen und Senioren. d) Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit:  Entwicklung einer zukunftsorientierten Strategie für den Seniorenbereich für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK.  Mitwirkung an der Entwicklung der Leitlinien gegen Altersarmut zum Themenbereich „Kultur, Bildung“ und „Soziale Teilhabe“. e) Informationsimpulse zur verstärkten Auseinandersetzung mit den Zielen einer aktiven Gestaltung des Alterns:  Leitung der Arbeitskreise „Aktive Seniorenarbeit“ und „Dialog der Gene- rationen“, in denen mit Fachkräften der Verbände und interessierten eh- renamtlich Tätigen die Ziele der Förderung eines aktiven Alterns disku- tiert und ggf. abgestimmt werden.  Regelmäßige Informationsreihe zum Thema „Altern“: o Fachtag im Rahmen des Landesprojektes BELA III zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement im Heim - Nutzen und Vernetzun- gen“ am 17.03.2010, o 2011: Vortrag von Frau Dr. Daniela Jopp: „Meines Glückes Schmied - Wie kann man Ressourcen und psychologische Stärken beim Äl- terwerden nutzen?“. o Präsentation der Kurzfassung des 6. Altenberichtes „Altersbilder in der Gesellschaft“ mit Diskussion in Facharbeitskreisen, im Arbeits- ausschuss Ältere Generation, im Stadtseniorenrat Karlsruhe e. V., beim Fachtag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes für die Grundsicherung und für Hilfe zur Pflege. f) Begleitung von Projekten zur Förderung von Selbstgestaltung und genera- tionsübergreifendem und alltagsunterstützendem Miteinander:  Kooperation mit zze - Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung, Evangelische Hochschule Freiburg - und dem Bürgerzentrum Mühlburg bei dem Modellprojekt „Q-Ageing Lebensqualität im Alter“ im Rahmen des Beirates und durch Beteiligung an den Aktionen: o Informationsreihe zu altersbezogenen Themen in Mühlburg, o Aktionstag „Markt der guten Geschäfte“, Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 13 - o Fotowettbewerb mit Ausstellung „Alter und Älter werden in Mühl- burg“.  Erste Kooperationsaktivitäten zum Thema „Gesund älter werden“ mit Aktivbüro, Familienheim Karlsruhe GmbH und Umweltamt. 1.3 Vorhaben 2012 - 2013 Die Unterstützung der bestehenden Angebote und ihre Nutzung erfolgt in den nächs- ten zwei Jahren durch:  Aktualisierung der Informationen über die bestehenden Angebote im Internet- Seniorenwegweiser,  Neuauflage der Broschüre „PC-Schulungsangebote für Ältere“,  weitere Begleitung der Gruppen „Stadtseniorenrat Karlsruhe“ und „Aktiv älter werden in Grünwinkel“,  verstärkte Werbung bei Grundsicherungsempfängern zur Teilnahme an den traditionellen Veranstaltungen mit kostenfreiem Zugang als ein Angebot zur Sicherstellung von Teilhabemöglichkeiten für finanziell eingeschränkte ältere Menschen. Um die Auseinandersetzung mit dem Thema aktives Altern und differenzierte Alters- bilder voranzutreiben, sind geplant:  Befragungsaktionen,  Artikel im Internet-Seniorenwegweiser und Einrichtung von Verlinkungen, evtl. auch Aufbau eines Diskussionsforums zum offenen Meinungsaustausch zur Thematik,  Informationsreihe Vortrag Dr. Annelie Keil mit dem Arbeitstitel „Aktiv altern trotz Krise/Krankheit“ am 24.05.2012,  Weiterführung der Facharbeitskreise - ggf. mit gemeinsamer Aktion zum „Eu- ropäischen Jahr des aktiven Alterns und der Generationensolidarität 2012“,  Unterstützung des Fachtags des Vereins Zivilcourage e. V. und der Friedrich- Ebert-Stiftung: „Zivilcourage - Risiko oder Herausforderung? Im Spannungs- feld zwischen Alt und Jung“. Weitere konkrete Aktionen werden sich aus der Kooperation mit den Gestaltungs- partnern im Laufe der zwei Jahre entwickeln. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 14 - 2. Angebot der Information und Beratung der älteren Bevölkerung und der Angehörigen 2.1 Generelle Zielausrichtungen Die „Absicherung von für die individuelle Bedarfssituation passenden Unterstüt- zungsangeboten“ erfordert häufig zuerst eine intensive Informationssuche und einen komplexen, emotional belastenden Entscheidungsprozess von den Betroffenen und ihren Familien. Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ist nicht selten mit krisenhaften Situationen bei Krank- heitseinbrüchen und starken emotionalen Belastungen verbunden. Häufig müssen viele Erfordernisse und Wünsche gleichzeitig berücksichtigt werden. Angesichts der Vielfalt der Unterstützungsangebote und deren Konditionen ist es eine hohe Heraus- forderung, sich selbst einen Überblick zu verschaffen und sich ein individuell passen- des „Unterstützungspaket“ zusammenzustellen. Hier helfen aufbereitete Informationen in Form von Broschüren und Internet- Seniorenwegweiser. Persönliche Auskunftspartnerinnen und -partner können prob- lembezogen die notwendigen Informationen über die relevanten Angebote vermitteln. In intensiven Beratungsgesprächen mit den Betroffenen und ihren Angehörigen sind eine emotionale Entspannung und eine differenzierte Problemklärung möglich. Auch der in der Beratung bewusst eingebrachte Blick auf Unterstützungsmöglichkei- ten durch Nachbarschaft, Freunde, weitere Verwandte und ehrenamtliche Helferin- nen und Helfer eröffnet evtl. neue Möglichkeiten. Nicht zuletzt kann in diesen Ge- sprächen auch immer wieder hervorgehoben werden, dass die Betroffenen selbst trotz ihrer Einschränkungen noch viele Ressourcen und Kompetenzen in die gemein- same Lebensgestaltung einbringen können. Eigensorge, Selbsthilfe in der Familie und die Möglichkeiten des sozialen Umfeldes sind in diesem persönlichen Gespräch damit genauer und mit Offenheit anzuschauen. Die Entscheidungen für die neue Lebensalltagsgestaltung mit Unterstützung bei Hil- fe- und Pflegebedürftigkeit sind mit dieser Informations- und Beratungsunterstützung auf die individuelle Bedarfssituation abgestimmt und im Blick auf Alternativen gut ab- gewogen. Diese Entscheidungen sind eine wesentlich fundiertere Basis als vor- schnelle Krisenentscheidungen. Die konkreten Unterstützungsleistungen können nach diesem Klärungsprozess leichter eine deutlich positivere Wirkung entfalten. Dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist im Rahmen der fachlichen Beratung mit vielen kreativen Ideen, abgestimmt auf die individuelle persönliche Situation, immer wieder neu zu entsprechen. Das städtische Seniorenbüro und das Team der Seniorenfachberatungskräfte der freien Träger: Arbeiter-Samariter-Bund - Regionalverband Karlsruhe e. V., Caritas- verband Karlsruhe, Diakonisches Werk Karlsruhe, Geriatrisches Zentrum am Diako- nissenkrankenhaus und Paritätische Sozialdienste Karlsruhe gGmbH, setzen sich seit Jahren dafür ein, als zentrale Informations- und Beratungsstelle zum Thema Al- ter und insbesondere Absicherung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit der Karlsruher Bevölkerung zur Verfügung zu stehen. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 15 - Mit der Etablierung als Pflegestützpunkt, ausgestaltet als Kooperationsprojekt von der Stadt Karlsruhe, den beteiligten Pflegekassen und den Trägern der Senioren- fachberatung, werden diese Informations- und Beratungsdienstleistungen im Sinne des Rechtsanspruches der Bürgerinnen und Bürger gemäß § 92 SGB XI erbracht. 2.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Laufende Aktualisierung und Erweiterung des Internet-Seniorenwegweisers mit neuen Diensten als Basis für die aktuellen Informationsdienstleistungen als Pflegestützpunkt und auch als Arbeitsmittel für weitere Beratungsdienste. Rat suchende Angehörige und Ältere selbst nutzen dieses Infomedium immer stärker.  Neuauflage der jeweiligen speziellen Broschüren bei den spezifischen The- menbereichen vermerkt.  Erfassung der Zahl der Informations- und Beratungsgespräche: o 2009: 5.458 o 2010: 5.610 o 2011: 6.155  Etablierung des Pflegestützpunktes als Kooperationsprojekt von der Stadt Karlsruhe, den beteiligten Pflegekassen und den freien Trägern der Senioren- fachberatung in den Schritten: o Ausarbeitung der konkreten Konzeption und des Pflegestützpunktvertra- ges (Abschluss 01.02.2011) für das Karlsruher Kooperationsprojekt mit den zentralen Prinzipien: - Geschäftsführung Pflegestützpunkt: Seniorenbüro Stadt Karlsruhe. - Übernahme der gesetzlichen Aufgabenbeschreibung gemäß § 92 c SGB XI für den Pflegestützpunkt. - Dienstleistung für alle Bürgerinnen und Bürger, d. h. alle Stadtteile werden berücksichtigt. Es erfolgt damit keine räumliche Begrenzung, die dem beschränkten Ressourceneinsatz pro Pflegestützpunkt von Seiten der Pflegekassen entsprochen hätte. - Einbindung aller Seniorenfachberatungskräfte des Seniorenbüros und der freien Träger: Damit stehen sieben Fachkräfte mit einem Stellen- volumen von 3,66 Vollzeitstellen für intensive Beratungsgespräche im Sinne der Pflegestützpunktziele zur Verfügung, jeweils spezifischen Stadtteilen zugeordnet. - Einsatz einer neuen Mitarbeiterin (50 % Stellenvolumen) Sozialversi- cherungsfachkraft ab 01.05.2011, finanziert über den Finanzanteil der Pflegekassen als zentrale Auskunftsstelle für Kurzinformationen. - Einsatz einer neuen Mitarbeiterin (50 % Stellenvolumen) ab 01.05.2011, finanziert über den Finanzanteil der Pflegekassen als zentrale Vernetzungskraft zur Unterstützung des Pflegestützpunkt- teams in speziellen Fachthemen, Aufbau der Kooperation mit weite- ren Beratungsstellen und längerfristig zur Kooperationsförderung der ambulanten Dienste untereinander insgesamt. - Festlegung der zeitlichen Mindestdauer des Vertrages auf zwei Jahre, damit verbunden örtliche Evaluation der Pflegestützpunktarbeit. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 16 - o Eröffnung des Pflegestützpunktes am 14.07.2011 mit neuem Kooperati- onsprospekt Seniorenbüro/Pflegestützpunkt und ergänzendem Raum.  Die vielfältigen Aufbauarbeiten für den Pflegestützpunkt standen in den ver- gangenen beiden Jahren deutlich im Vordergrund. Andere sozialplanerische Themen mussten dafür zurückgestellt werden. 2.3 Vorhaben 2012 - 2013  Laufende Aktualisierung der Daten zum bestehenden Unterstützungssystem für die Informations- und Beratungsarbeit und für den Internet- Seniorenwegweiser.  Für die endgültige Etablierung des Kooperationsprojektes Pflegestützpunkt sind weitere Aktionen erforderlich: o Bekanntmachung des Pflegestützpunktes mit verschiedenen Aktionen, o laufende Trägerabstimmungen, z. B. hinsichtlich notwendiger gemeinsa- mer Datenschutzregelungen und gemeinsamer Evaluationsschritte, o Abstimmungsgespräche zu Abgrenzungen und Kooperationen mit weite- ren Beratungsdiensten, o Evaluation der Arbeit des Pflegestützpunktes, o Vorbereitung neuer Vertragsverhandlungen mit den Zielen von Seiten der Stadt: - Einbindung der freien Träger in den Pflegestützpunktvertrag, - Absicherung der Finanzierungsbeteiligung der Kassen an allen einge- setzten Kräften im Rahmen des Kooperationsprojektes. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 17 - 3. Förderung der ambulanten Unterstützung zu Hause 3.1 Generelle Zielausrichtungen Die Unterstützung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen in ihrem gewohnten Zuhau- se ist ein zentraler Wunsch der Betroffenen. Dies unterstützt ihre Identität, stärkt ihre Eigenaktivität und trägt dazu bei, dass soziale Einbindungen erhalten bleiben. Pfle- gende Angehörige finden in ambulanten Unterstützungsdiensten fachliche Ergän- zung, Stabilisierung und Entlastung. Das Spektrum der bestehenden Unterstützungsangebote in Karlsruhe ist breit. Die Vielfalt der Unterstützungsangebote für den Lebensalltag nimmt weiter zu, angefan- gen von speziellen Dienstleistungen wie Schneeräumdienst über Tierbetreuung zu stundenweiser Betreuung bei Demenzerkrankung, bis hin zu Pflegediensten mit ih- rem Spektrum von pflegerischen Leistungen der Grund- und Behandlungspflege. Tagespflegeangebote und Kurzzeitpflege bieten eine deutliche Entlastung bei inten- sivem Betreuungs- und Pflegebedarf zu Hause lebender Pflegebedürftiger. In diesem Gestaltungsfeld geht es um die Zielbereiche:  Unterstützung des Entscheidungsprozesses, wie, mit welchen Hilfen, mit wel- chen Kosten von außen die Lebensqualität auch bei Hilfe- und Pflegebedürf- tigkeit zu Hause abgesichert werden kann.  Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote.  Stärkung der Rehabilitationschancen soweit wie möglich.  Unterstützung des Pflegepotenzials der Familien durch Anerkennung ihrer Leistungen durch spezifische Angehörigenangebote und passende Entlas- tungsdienste. 3.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Ausbau der Information und Beratung und damit Unterstützung der Entschei- dungsprozesse durch die Etablierung des Pflegestützpunktes. Dieses The- menfeld wird im Abschnitt C 2.2 näher beschrieben.  Ausbau und Umsetzung der neuen Fördersystematik der niedrigschwelligen Betreuungsdienste für Menschen mit besonderem Betreuungsaufwand. Niedrigschwellige Betreuungsdienste bieten pflegebedürftigen Menschen, ins- besondere mit Demenzerkrankung oder gerontopsychiatrischer Erkrankung, eine intensive stundenweise Betreuung. Sie entlasten pflegende Angehörige bzw. stabilisieren Alleinlebende zu Hause. § 45 SGB XI greift diese Dienste als wichtige, zu fördernde niedrigschwellige Betreuungsdienste auf. Die Anerkennung als besonderer niedrigschwelliger Betreuungsdienst im Sin- ne von § 45 SGB XI erfolgt durch das Seniorenbüro. Diese Anerkennung ist Voraussetzung für die Abrechnung der Nutzer dieser Betreuungsleistungen gemäß Pflegeversicherung nach § 45 a SGB XI: 100,00 € bzw. 200,00 € pro Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 18 - Monat je nach besonderer Einstufung. In den Jahren 2010 und 2011 wurden vier neue Betreuungsdienste anerkannt. Die Dienste werden in der laufend ak- tualisierten Liste zusammengestellt. Die bisherige städtische Förderung von Betreuungsangeboten von fünf betei- ligten Trägern mit jeweils 10.600,00 € wurde auf die neue Landes- und Pfle- gekassenförderung gemäß § 45 c und d SGB V umgestellt und differenziert aufgeteilt auf die einzelnen Förderbereiche: o Förderung von Demenzbetreuungsgruppen, o Förderung von häuslichen Betreuungsdiensten, o Förderung von Pflegebegleiter-Projekten und o Förderung von Seniorennetzwerken. Der zukünftige Bedarf an Ausbaumaßnahmen kann nun jeweils für die einzel- ne Dienstart ermittelt werden. Die bisherige modellhafte Förderung der Betreuungsgruppen des Geriatri- schen Zentrums am Diakonissenkrankenhaus und der Dienste des Edukativen Ethno Zentrums: Häuslicher Betreuungsdienst und Pflegebegleiter-Projekt wurde in diese neue Fördersystematik eingebunden. Der Sozialausschuss hat dieser neuen Fördersystematik in seiner Sitzung am 07.12.2011 zugestimmt. 3.3 Vorhaben 2012 - 2013  Etablierung des Pflegestützpunktes als Kooperationsprojekt: siehe C 2.2.  Erstellung einer Broschüre „Ambulante Unterstützungs- und Pflegedienste in Karlsruhe“ im Jahr 2013.  Weiterer bedarfsgerechter Ausbau der niedrigschwelligen Betreuungsdienste, insbesondere der Betreuungsdienste in der Häuslichkeit in innenstadtfernen Stadtteilen je nach Trägerinitiative und Wettbewerbsimpuls für neue spezielle Betreuungsprojekte. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 19 - 4. Impulse für altersgerechtes Wohnen 4.1 Generelle Zielausrichtungen Das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ ist Gegenstand vieler Anfragen und Diskussi- onen zum Thema „Lebensqualität im Alter“. Es beinhaltet nicht nur Barrierefreiheit der Wohnung und ein altersgerechtes Umfeld, sondern auch soziale Integration und die Absicherung bei abnehmenden Kräften im Lebensalltag. Zentraler Wunsch ist die selbständige Lebensführung in der eigenen Wohnung so lange wie möglich. Mit ihr sind Identität, langjährige Kontakte und Selbstgestaltung verbunden. Für die meisten Älteren ist es relevant, ob die bisherige Wohnung relativ altersgerecht ist und wie sie ggf. barrierefreier ausgestaltet werden kann. Die Entwicklung von neuen Technik- möglichkeiten nimmt deutlich zu. Die Frage, ob und wie der Kontakt mit Nachbarn, Freunden in rüstigen Jahren inten- siv gepflegt werden kann als Basis für eventuell spätere Hilfestellungen bei eigenen Einschränkungen, steht vielleicht noch nicht so ausgeprägt im Vordergrund. Ange- sichts der demografischen Entwicklung gewinnen jedoch aus Sicht der Fachplanung die Zielsetzungen an Bedeutung: „Förderung des sozialen Miteinanders im Quartier“ oder anders ausgedrückt „Förderung alltagsunterstützender Nachbarschaften“- siehe auch Abschnitte B und D. Mit diesen Zielausrichtungen des sozialen Miteinanders und der gegenseitigen All- tagsunterstützung im generationenübergreifenden Miteinander setzen sich auch die selbst geplanten, selbst organisierten Wohnprojekte auseinander, wie das „Quartier Am Albgrün“ Grünwinkel und die Frauenprojektgruppe „Sophia“, die Bau- Wohnberatung Karlsruhe und weitere Projektgruppen. Spezielle altersgerechte Wohnanlagen mit Service wurden in den vergangenen Jah- ren deutlich ausgebaut auf insgesamt derzeit 1.781 Wohnungen. Das jeweilige Ser- viceangebot ist unterschiedlich ausgestaltet. Von Interesse für die Bewohnerinnen und Bewohner sind neben Barrierefreiheit, Hausnotrufsystem und Ansprechpartner- funktion die Möglichkeiten der Betreuung bei zunehmender Demenzerkrankung. Auch das soziale Miteinander, die gegenseitige Unterstützung im Alltag bei kleinen Dingen, sind von zentraler Bedeutung. Eine besondere Herausforderung stellt der Bedarf an barrierefreien Wohnungen für beeinträchtigte Seniorinnen und Senioren mit geringen finanziellen Ressourcen dar, die geringfügig über der Höhe für den Wohnberechtigungsschein liegen. Für die kos- tengünstige Bereitstellung dieser altersgerechten Wohnungen mit 40 - 50 qm Größe sind neue Möglichkeiten zu entwickeln. Das Stadtplanungsamt setzt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten grundsätzlich für die Ausweitung von barrierefreien Wohnungen bei weiteren Bauprojekten ein. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 20 - 4.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Neuauflage der Broschüre „Altersgerechte Wohnformen mit Service in Karls- ruhe“.  Individuelle Beratung (persönlich/telefonisch) bezüglich spezieller Wohn- formen.  Besichtigung der technikunterstützten Senioren-Modellwohnung des For- schungszentrums Informatik am KIT.  Beteiligung am Wettbewerbsverfahren und dem Planungsworkshop zum Mehrgenerationenwohnprojekt „Quartier Am Albgrün“ Grünwinkel. 4.3 Vorhaben 2012 - 2013  Aktualisierung der Broschüre „Altersgerechte Wohnformen mit Service in Karlsruhe“ 2012 mit aktuellen Daten. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 21 - 5. Entwicklungen in der stationären Pflege 5.1 Generelle Zielausrichtungen Seit Ende 2009 wurden vier neue Pflegeheime, davon zwei Häuser als Ersatzneu- bauten, eröffnet. Die Platzzahl erweiterte sich damit um 163 Plätze auf 3.469 Pflege- plätze insgesamt in der Stadt Karlsruhe. Von mehreren Häusern wurden auch Gene- ralsanierungen vorgenommen. Die Ausstattungsquote mit Einzelzimmern, Nasszel- len und Gruppenbetreuungsräumen in der stationären Pflege vergrößert sich damit sukzessive. Mit der Eröffnung der neuen Pflegeeinrichtungen in Neureut, Kirchfeld- Nord, der Nordstadt mit der Pflegeabteilung in der Fächerresidenz, dem Senioren- zentrum Oberreut und den Planungsprojekten in Daxlanden und Knielingen ist die stadtteilbezogene Versorgung mit Pflegeheimen nahezu erreicht. Nur für den Stadt- teil Weiherfeld-Dammerstock konnte mangels geeigneten Grundstücks bisher keine Einrichtung geschaffen werden. Der quantitative Bedarf erscheint aktuell abgedeckt. Es ist von rund 25 freien Heimplätzen pro Stichtag laut Abfragen im Jahr 2011 aus- zugehen. Die Landesheimbauverordnung schreibt qualitative Verbesserungen für die beste- henden Heime mit einer langen Umsetzungsfrist von 25 Jahren vor. Zentrales Ziel ist die 100%ige Einzelzimmerquote mit jeweiliger Nasszelle und die Gruppenbetreuung mit maximal 15 Personen. Diese Ausrichtung auf die Gruppenbetreuung im Sinne der Hausgemeinschaftskonzepte erfordert nicht nur eine entsprechende Raumstruk- tur, sondern auch eine veränderte Personalstruktur und Personalqualifikation. Die Landesheimbauverordnung wird seit Beschlussfassung 2008 kritisch diskutiert. Für ältere Häuser würde sie deutliche bauliche Veränderungen bedeuten, die in man- chen Häusern nicht ohne Platzreduzierung und hohen finanziellen Aufwand umzu- setzen wären. Die konkrete Umsetzung der Prüfung durch die Heimaufsicht auf der Grundlage dieser neuen Verordnung ist aktuell noch nicht abschließend vom Sozial- ministerium geregelt. Die bisherige Landes- und Stadtförderung der Investitionskosten für neue Heime ist seit 2010 endgültig eingestellt. Als eine wachsende Herausforderung für die stationäre Pflege - wie auch für die am- bulante Pflege - zeichnet sich heute bereits der Fachkräftemangel angesichts der demografischen Entwicklung ab. Im Konkurrenzkampf um junge Fachkräfte in allen Unternehmen muss sich der Gesundheits- und Pflegebereich für die Gewinnung neuer zusätzlicher Kräfte und ihr längeres Verbleiben im Berufsfeld verstärkt enga- gieren. Für die Auseinandersetzung um konzeptionelle Weiterentwicklungen in der Heim- pflege mit den Stichworten:  Aktivierende Pflege im Heim,  längerfristig kultursensible Pflegeangebote für Menschen mit Migrationshinter- grund,  besondere Abteilungen für jüngere Pflegebedürftige ,  Intensivbetreuung von schwerstpflegebedürftigen bettlägerigen Menschen in ihrer letzten Lebensphase, Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 22 -  Ausgestaltung von geschlossenen bzw. beschützten Abteilungen für Men- schen mit Weglauftendenzen,  Weiterentwicklung der spezifischen Betreuung von Demenzerkrankten und gerontopsychiatrisch erkrankten Personen,  Berücksichtigung von chronischer Suchterkrankung,  spezielle Intensivpflege bei Menschen mit Beatmungsbedarf oder Menschen im Koma, engagieren sich Träger, Heimleitungen und Mitarbeiterstab, jeweils ausgerichtet auf ihre individuellen Einrichtungsziele. Es gibt vielfältige Beispiele. Teilweise wird jedoch ein zusätzlicher Bedarf an speziellen Heimpflegeplätzen geäußert. Die spezifischen Bedarfsermittlungen dazu stehen an. Auch die Zielsetzungen des verstärkten Zusammenwirkens mit ehrenamtlichen frei- willigen Helferinnen und Helfern sowie den Angehörigen werden von den Heimen mit unterschiedlichen Ansätzen und in unterschiedlicher Intensität verfolgt. 5.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Neuauflage der Broschüre „Pflegeheime in Karlsruhe“,  Einrichtung einer wöchentlich aktualisierten Liste der von den Trägern gemel- deten freien Heimplätze mit Angabe der jeweiligen Zimmerart und der Ge- schlechtszuordnung,  Beteiligung am Aufbau eines Pflege-Netzwerkes, initiiert von der Agentur für Arbeit, für gemeinsame Aktionen der Träger der stationären und ambulanten Pflege gegen den wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege. 5.3 Vorhaben 2012 - 2013  Bericht zum Thema „Aktueller Sachstand und Weiterentwicklung der stationä- ren Pflege - mit Bezug zur Landesheimbauverordnung (Teil 1) - und im Blick auf die Verbindungen zum ambulanten Pflegebereich (Teil 2)“- dies im Auf- trag des Gemeinderates im Anschluss an die Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/die Grünen und SPD: o Ziel: Vorlage im Sozialausschuss 2012 Teil 1, und 2013 Teil 2. o Ggf. werden sich an diese Berichterstattung weitere Maßnahmen an- schließen.  Weitere Mitarbeit an dem Pflege-Netzwerk für gemeinsame Aktionen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 23 - 6. Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihrer Familien 6.1 Generelle Zielausrichtungen Angesichts der stetigen Zunahme der Erkrankten, aufgrund der hohen Steigerungs- rate der Hochaltrigen und im Hinblick auf die hohe Belastung der von dieser Erkran- kung Betroffenen und ihrer Familien, ist den Unterstützungsangeboten für diese Menschen eine hohe Priorität einzuräumen. Es besteht bereits ein relativ breit gefächertes Angebot unterschiedlicher Dienste mit speziellen Kompetenzen im Umgang mit Demenzerkrankten hier in Karlsruhe. Das Wissen um die Krankheit und den nach neuesten Erkenntnissen fachlichen Umgang mit der Erkrankung weiten sich sukzessive bei allen Trägern der ambulanten und stationären Pflege aus. Wichtige Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung sind zu sehen in  einer verstärkten Vernetzung der vielfältigen Unterstützungsangebote,  der weiteren Verbreitung von alltagsunterstützendem Wissen über die Krank- heit und den konstruktiven Umgang mit den Erkrankten in den Familien, Freundeskreisen und Nachbarschaften,  der Suche nach Wegen zur psychosozialen Unterstützung der Angehörigen,  die Förderung sozialer Unterstützungsnetze im Umfeld der betroffenen Fami- lien,  einem höheren Bekanntheitsgrad der verbesserten finanziellen Absicherung bei einem besonderen Betreuungsbedarf durch das neue SGB XI,  dem Ausbau des Angebotes und der Nutzung niedrigschwelliger Betreuungs- dienste, die eine preisgünstige, sinnvolle Entlastung und Unterstützung der Familien bieten. Die Diskussion um die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung hat als einen Schwerpunkt insbesondere den Ausbau und die Weiterentwicklung der Unterstüt- zung für an Demenz Erkrankte und ihre Familien. Die konkreten Umsetzungen sind vor Ort zu unterstützen. 6.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Intensive persönliche Beratung hinsichtlich besonderer Unterstützungsange- bote.  Teilnahme an einer Fortbildungstagung zum Thema „Demenz - neue Erkennt- nisse über die Krankheit und über den Umgang mit den Betroffenen“.  Die unter C 3 beschriebenen niedrigschwelligen Betreuungsdienste sind spe- ziell ausgerichtet auf die Unterstützung von Menschen mit besonderem Be- treuungsaufwand. Dies sind vorrangig Menschen mit Demenzerkrankungen. Damit wird an dieser Stelle auf die Maßnahmen und Zielbeschreibungen unter C 3 verwiesen. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 24 - 6.3 Vorhaben 2012 - 2013  Erstellung einer speziellen Broschüre zu allen Diensten für Demenzerkrankte und ihre Familien 2013.  Übersicht über die komplexen Regelungen für eine 24-Stunden-Betreuung bzw. zum Einsatz von Betreuungskräften aus Osteuropa.  Beobachtung der weiteren Entwicklung der Pflegeversicherungsreform und Mitunterstützung der anstehenden Umsetzungsschritte in Karlsruhe.  Erfassung der speziellen Versorgung Demenzerkrankter im Rahmen der Be- richterstattung über die stationäre Pflege in Karlsruhe. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 25 - 7. Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund 7.1 Generelle Zielausrichtungen Die Zahl der älteren hilfe- und pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund aus den unterschiedlichen Herkunftsorten ist noch gering, wenn sich auch langsam eine steigende Nachfragetendenz bei Unterstützung von Hilfe- und Pflegebedürftig- keit zeigt. Längerfristig sollte sich das Unterstützungssystem auch auf diese Ziel- gruppe und ihre spezifischen Bedürfnisse einstellen. Sprachbarrieren und kultur- spezifische Barrieren erfordern eine differenzierte Suche nach passenden Unterstüt- zungskonzepten. Die enge Zusammenarbeit mit „in der Kultur der Zielgruppe veran- kerten Verbindungs-/Vermittlungspartnerinnen und -partnern“ wird sicherlich dabei eine zentrale Voraussetzung für eine kultursensible Altenpflege sein. 7.2 Maßnahmen 2010 - 2011  Individuelle Beratung von Pflegebedürftigen, ggf. mit Dolmetscherinnen bzw. Dolmetschern.  Faltblatt des Seniorenbüros mit der Beschreibung des Informations- und Bera- tungsangebotes in russischer und türkischer Sprache.  Ausrichtung von zwei niedrigschwelligen Betreuungsdiensten speziell auf Menschen mit Migrationshintergrund durch das Edukative Ethno Zentrum: Be- treuungsdienst in der eigenen Häuslichkeit und Pflegebegleiter-Projekt. Beide Dienste sind in die reguläre Förderung der niedrigschwelligen Betreuungs- dienste von Stadt, Land und Kassen mit der neuen Fördersystematik aufge- nommen (siehe auch C 2.2). 7.3 Vorhaben 2012 - 2013 Es erfolgt eine Mitwirkung an der inhaltlichen Abstimmung des Karlsruher Integra- tionsplans mit Blick auf die älteren hilfe- und pflegebedürftigen Menschen mit Migra- tionshintergrund. Daraus können sich eventuell weitere konkrete Maßnahmenschritte entwickeln. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 26 - 8. Spezifische Unterstützung älter werdender Menschen mit Behin- derung 8.1 Generelle Zielausrichtungen Die Auseinandersetzungen um die Unterstützung der wachsenden Zahl von älter werdenden Menschen mit lebenslanger Behinderung rücken als Thema bei den En- gagierten und Trägern der Behindertenhilfe zunehmend in den Vordergrund. Wichti- ge Fragen beziehen sich auf  die passenden Unterstützungskonzepte in der Kombination von Eingliederung und Pflege,  das Zusammenwirken der Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Al- tenhilfe,  und die Finanzierungsmöglichkeiten neuer Unterstützungsangebote der Ta- gesstrukturierung in der Betreuung für älter werdende Menschen mit Behinde- rung. Diese Themen werden von den Trägern der Behindertenhilfe intensiv diskutiert und es werden erste Maßnahmen entwickelt. Sie sind der Berichterstattung aus dem Be- reich der Behindertenhilfe zu entnehmen. Andererseits fordert die UN-Konvention zur Inklusion auch das Pflegesystem auf, die Ausrichtungen der Eingliederungshilfe für eigenständige Lebensführung in gesell- schaftlicher Einbindung stärker in das Wertesystem der Pflege einzufügen. 8.2 Maßnahmen 2010 - 2011 Von Seiten des Seniorenbüros erfolgte in diesen beiden Jahren kein wesentlicher Einsatz hinsichtlich der Entwicklung von neuen Projekten oder Maßnahmen für diese Zielgruppe. 8.3 Vorhaben 2012 - 2013  Abstimmung der Informations- und Beratungsangebote für Menschen mit Be- hinderung im Rahmen der Pflegestützpunktarbeit mit den bestehenden Bera- tungsstellen.  Ausbau der Kooperation zwischen Seniorenbüro und Behindertenbeauftragter sowie ggf. den engagierten Trägern der Behindertenhilfe. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 27 - 9. Begleitung in der Sterbephase 9.1 Generelle Zielausrichtungen Eine würdevolle, persönlich stimmige Abschiedsphase gehört zum Leben für die Sterbenden, für die Angehörigen, für die Mitarbeiter- und Bewohnerschaft in Heimen und auch für die soziale Gemeinschaft insgesamt. Auch hier Unterstützungsmöglich- keiten zu suchen und zu etablieren, ist ein wichtiger Zielbereich für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation. Einen Ansatzpunkt zeigt die große Nachfrage nach Informationen hinsichtlich Bedeu- tung und Handhabung von Patientenverfügungen. Häufig erweitert sich die Anfrage auch auf die Themen Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügungen insgesamt. Betreuungsbehörde, Verbraucherschutzberatung, Hospizdienste und Seniorenbüro kommen diesen Nachfragen mit Informationsmaterial und Beratungsgesprächen in steigender Tendenz nach. Das Hospiz Arista e. V. Ettlingen und der ambulante Hospizdienst von Diakonischem Werk und Caritasverband leisten intensive, fachliche Versorgung und Begleitung der Sterbenden und der Angehörigen. Von Seiten des Friedhofs- und Bestattungsamtes der Stadt Karlsruhe wird das Spektrum an vielfältigen Informations- und Begleitangeboten für die Hinterbliebenen ständig weiter entwickelt. 9.2 Maßnahmen und Vorhaben des Seniorenbüros Im Rahmen der Ausweitung der zentralen Informationsdienstleistung als Pflegestütz- punkt ist auch der Themenkomplex: „Regelungen zur Vorsorge, Betreuung bis hin zur Patientenverfügung“ ein wachsendes Thema innerhalb der Beratung des Senio- renbüros und der Seniorenfachberatung. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 28 - D Zusätzlicher Handlungsbedarf Die bisherigen Ausführungen beschreiben die aktuell möglichen Maßnahmen vom Seniorenbüro/Pflegestützpunkt in den Jahren 2012/2013. Darüber hinaus sollten je- doch auch notwendige weitergehende Perspektiven aus Sicht der Fachplanung für die ältere Generation in diesem Bericht angesprochen werden. Die Thematik: „Absicherung der älteren Generation“ ist eine insgesamt deutlich zu- nehmende Herausforderung, nicht nur durch die wachsende Zahl älterer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch durch den bereits heute sich abzeichnenden deutlichen Mangel an professionellen Kräften zur Versorgung von Hilfe- und Pflegebedürftigen. Das Wissen um die Anforderungen und die erfolgreichen Umsetzungswege für eine alternde Bürgerschaft sind zu nutzen und vielfältig als Anregungsimpulse zu verbrei- ten. Neue Ideen, Konzepte und vernetzte Projekte sind mit vielen Gestaltungspart- nern und der älteren Generation selbst frühzeitig auf den Weg zu bringen. Insbesondere in den Zielbereichen 1. „Förderung altersgerechtes Wohnen, verknüpft mit der Entwicklung von generationsübergreifendem, alltagsunterstützenden Mitei- nander im Stadtteil“ und 2. „Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihren Familien“ wird von der Bevölkerung und von Seiten der Fachdiskussion ein deutlich ansteigender Handlungsbedarf aktuell signalisiert. Zu 1.: Konkrete Förderimpulse für altersgerechtes Wohnen und alltagsunterstützendes Mit- einander im Stadtteil könnten von Seiten der Kommune beispielhaft sein:  Verstärkte Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Wohnungswirtschaft: Einbringen von Wissen um o Bedürfnislagen der älteren Generation, den derzeitigen Unterstützungs- netzen, zukünftigen Anforderungen, o neue Lösungswege mit technischen Möglichkeiten, beispielhaften Koope- rationsmodellen und von Unterstützungsdiensten aus anderen Kommu- nen und Ländern und o Ausgestaltung von Beteiligungsprozessen mit der Bewohnerschaft.  Fachliche Begleitung bei gemeinsamer Ideensuche und Umsetzungsschritten von neuen Gemeinschaftswohnprojekten, insbesondere auch im Blick auf älte- re Menschen mit geringen finanziellen Mitteln, wie z. B. Engagement für ge- nossenschaftlich orientierte Modelle, gekoppelt mit Organisationsstrukturen für die Förderung des alltagsunterstützenden Miteinanders.  Durchführung von Veranstaltungen für Handwerk und Wohnungswirtschaft mit Anregungen für altersgerechtes Bauen und Umgestalten im Bestand.  Unterstützung bei der Realisierung von ambulanten Wohnprojekten für Pfle- gebedürftige gemäß dem neuen Pflegeversicherungsergänzungsgesetz. Ein verstärkter kommunaler Einsatz für diesen Zielbereich würde sich im Blick auf den aktuellen Handlungsbedarf deutlich lohnen. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 29 - Zu 2.: Der Zielbereich „Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihren Fami- lien“ kann auch überschrieben werden mit dem Titel: „Demenzfreundliche Kommune Karlsruhe“ - in Anlehnung an die Konzeption der Bertelsmann-Stiftung, die bereits in verschiedenen Städten erfolgreich gestartet wurde. Der kommunale Einsatz für „Demenzfreundliche Kommune Karlsruhe“ sollte als Maßnahmen umfassen:  Aufbau und Führung eines gerontopsychiatrischen Netzwerks zur gemeinsa- men differenzierten Bestands- und Bedarfserhebung und zur Entwicklung von notwendigen Verbesserungen mit Hilfe von Best-Practice-Beispielen anderer Städte sowie Abstimmung mit potenziellen Trägern.  Ausbau der niedrigschwelligen Betreuungsdienste in Zahl und Art auf der Grundlage einer gemeinsam mit den Trägern ausgearbeiteten Gesamtstrate- gie - insbesondere auch im Blick auf niedrigpreisige Unterstützungsformen für Ältere mit geringen finanziellen Mitteln.  Bildungsimpulse hinsichtlich eines für alle Beteiligten adäquaten Umgangs mit demenzerkrankten Menschen für Familien, Nachbarschaften, Stadtteilgemein- schaften.  Gezielte Unterstützung der pflegenden Angehörigen auf der Basis einer diffe- renzierten Bedarfsanalyse speziell für diese Zielgruppe.  Einsatz für die verstärkte Nutzung der erhöhten Pflegeversicherungsleistun- gen für Demenzerkrankte nach dem neuen Pflegeversicherungsergänzungs- gesetz. Angesichts der massiven Belastungen der betreuenden Angehörigen und der deut- lich steigenden Zahl von Demenzerkrankten erscheinen diese kommunalen Beiträge zu einer bedarfsgerechten Unterstützung als dringend erforderlich. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 30 - E Zusammenfassung  Die Gestaltungsfelder für die öffentliche Anregung und Unterstützung der älte- ren Generation sind vielfältig und entwickeln sich dynamisch, getragen vom Engagement vieler professionell Tätiger und auch freiwillig Mitgestaltender.  Bei der Erfassung der Maßnahmen und Vorhaben begrenzt sich dieser Folge- bericht auf die Tätigkeiten vom Seniorenbüro/Pflegestützpunkt mit den drei Zielbereichen: o Funktion als zentrale Informations- und Beratungsstelle, o Ausbau dieser Dienstleistung, o Sozialplanung und Impulse für strukturelle Weiterentwicklung in den Bereichen: - „Förderung des sozialen, alltagsunterstützenden Miteinanders“, - „Förderung eines aktiven Alterns“, - „Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit“.  Zentraler Beitrag des Teams beim Seniorenbüro/Pflegestützpunkt ist die Un- terstützung bei der Inanspruchnahme der bestehenden vielfältigen Angebote, angefangen von Aktivitätsangeboten bis hin zur stationären Pflegeabsiche- rung durch umfangreiche Informations- und Beratungsangebote. Die Bevölke- rung nutzt das Spektrum der generellen Informationen im Internet- Seniorenwegweiser, über aktuelle Broschüren, per Telefon, per Büroberatung und Hausbesuche sowie Informationsveranstaltungen, Workshops.  Als Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe ist dieses Angebot personell ausge- baut und als Kooperationsprojekt mit Pflegekassen und freien Trägern der Seniorenfachberatung intensiviert. Die Bürgerinnen und Bürger haben jetzt ei- nen Rechtsanspruch auf diese Dienstleistung der Information und Beratung.  Der Aufbau der Kooperationsgrundlagen mit Konzeption und Vertrag zum Pflegestützpunkt sowie die konkreten Umsetzungsschritte beanspruchten in den zwei vergangenen Jahren den Haupteinsatz von Seiten der Leitung des Seniorenbüros.  Für die weiteren Sozialplanungsbereiche genereller Art und für die Unterstüt- zung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit konnten nur ausgewählte Maßnahmen angegangen werden.  In den beiden zurückliegenden Jahren war es ein zentrales Anliegen in der sozialplanerischen Arbeit, an themenübergreifenden Entwicklungsimpulsen für ein soziales, alltagsunterstützendes Miteinander mit zentralen Gestaltungs- partnern zu arbeiten.  Die Leitziele der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“, 2007, sind dabei immer inhaltliche Ausgangs- basis. Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 31 -  Der Bogen dieser übergreifenden Maßnahmen spannt sich dabei von o Förderung der gemeinsamen Diskussion um Ziele und Maßnahmen des öffentlichen Engagements für „Lebensqualitäten im Alter“ in verschiede- nen Veranstaltungen. Die Nachfrage nach grundsätzlichen Fachbeiträ- gen des Seniorenbüros bei Veranstaltungen, z. B. auch von Unterneh- men, steigt sukzessive an. o Der Arbeitsausschuss Ältere Generation hat sich als Gremium etabliert, in dem generelle und konkret anstehende Themen miteinander bespro- chen werden. Kooperation und Vernetzung untereinander werden damit mitbefördert. o Mitwirkung in der Arbeitsgruppe der Verbände der Liga der freien Wohl- fahrtspflege und der Stadt zur Entwicklung von Leitlinien gegen Altersar- mut, bis zu o Beiträgen zu stadtteilbezogenen Modellentwicklungen für soziales Mitei- nander in Mühlburg in Verbindung mit dem neuen Bürgerzentrum und dem Modellprojekt des zze Freiburg und als Forschungsantrag mit der Hochschule Heidelberg für den Stadtteil Rintheim in Kooperation mit der Volkswohnung.  Der Zielbereich „Unterstützung und Weiterentwicklung der offenen Senioren- arbeit“ konkretisiert sich zum Zielbereich „Förderung eines aktiven Alterns“ mit einem breiten Spektrum von Maßnahmen: o Kooperationsnetz mit weiteren engagierten Institutionen und engagieren Bürgerinnen und Bürgern, o Etablierung der jährlichen Vortragsreihe hinsichtlich eines aktiven Al- terns, o Begleitung erfolgreicher Initiativen, z. B. das Projekt Alt & Jung, o zentrale Beiträge bei Sitzungen, Veranstaltungen unterschiedlichster Art zum Thema „Differenzierte Altersbilder, aufbauend auf dem 6. Altenbe- richt“, o Mitwirkung an den umfassenden Handlungsstrategien für ein soziales Miteinander.  Neben diesen aktuell zentralen Entwicklungsthemen wurden auch in den ein- zelnen Altenhilfethemen Impulse für Verbesserungen und Weiterentwicklun- gen gesetzt (siehe C 1 - C 9).  Die Umstellung der bisherigen Förderung der niedrigschwelligen Betreuungs- dienste für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf auf die Kombination von Landes-, Pflegekassen- und Stadtförderung, aufgeteilt auf inhaltliche Gruppen, hat Spielraum für weitere Ausbaumöglichkeiten gebracht. Für die Jahre 2012 und 2013 stellen sich neben der Informations- und Beratungs- dienstleistung als zentrale Vorhaben zur Weiterentwicklung von Strukturen heraus:  Evaluation und Etablierung der Pflegekonzeption und der Kooperationsverein- barungen mit den Kassen und den freien Trägern,  Erarbeitung der Leitlinien gegen Altersarmut und ggf. erste Umsetzungsschrit- te gemeinsam mit den Gestaltungspartnern, Zweiter Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik 2012 - 32 -  weiterer Ausbau der niedrigschwelligen Betreuungsdienste für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf,  Berichterstellung „Aktueller Sachstand und Weiterentwicklung in der stationä- ren Pflege“ - mit Bezug zur Landesheimbauverordnung und mit Blick auf den Altenpflegebereich, Teil 1 und Teil 2,  kontinuierliche Netzwerkarbeit für ein „Aktives Altern“ mit Kooperationspart- nern und mit Beteiligung der älteren Bevölkerung selbst,  ggf. Umsetzung des Beitrags für das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“,  Mitwirkung beim Aufbau des Netzwerkes „Fachkräfte in der Pflege“,  Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Pflegeversicherungsreform.