Stadtjubiläum 2015, Gesamtkonzept und Finanzierung
| Vorlage: | 29682 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 15.06.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach |
Beratungen
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 36. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.06.2012 1101 9 öffentlich Dez. 4 Stadtjubiläum 2015, Gesamtkonzept und Finanzierung Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Aufsichtsrat der Stadtmarketing GmbH 10.05.2012 2 Hauptausschuss 12.06.2012 4 vorberaten Gemeinderat 26.06.2012 9 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss 1. Der Gemeinderat nimmt das Gesamtkonzept Stadtjubiläum 2015 zustimmend zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat stimmt einem Gesamtbudget für das Stadtjubiläum 2015 in Höhe von 15 Mio. EUR zzgl. 19 % USt. (2,85 Mio. EUR) somit insgesamt 17,85 Mio. EUR mit einer anteiligen Fi- nanzierung durch die Stadt Karlsruhe in Höhe von maximal 11 Mio. EUR zzgl. USt. (2,09 Mio. EUR), insgesamt 13,09 Mio. EUR, zu. 3. Daneben stimmt der Gemeinderat zu, dass die Stadt Karlsruhe zur Finanzierung der i. R. des Stadtjubiläums 2015 stattfindenden „Globale“ einen Sonderzuschuss i. H. v. maximal 1,5 Mio. EUR gewährt. 4. Ferner stimmt der Gemeinderat der Umsetzung des Gesamtkonzepts durch die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH zu. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird dem Gemeinderat in regelmäßi- gen Abständen berichten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) s. oben (Ziff. 2 + 3) s. o. (Ziffer 2 + 3) s. o. (Ziffer 2 + 3) Haushaltsmittel sind in künftige Haushalte aufzunehmen. Kontierungsobjekt: Kostenstelle: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Image Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Gesamtkonzept Karlsruhe stellt sich als Ort der Innovation und Lebensqualität dar. Mit dem Stadtjubiläum wird die Chance genutzt, die besonderen Stärken der Stadt für die Bürgerschaft erlebbar zu machen und gleichzeitig verstärkt nach außen zu tragen. Damit wird das Jubiläum zur Inves- tition in die Zukunft der Stadt. Das Gesamtkonzept für das Stadtjubiläum 2015 (Anlage 1) ist Ergebnis eines zweijährigen Erarbeitungsprozesses unter Beteiligung wichtiger Karlsruher Akteure und in Abstimmung mit den hierzu etablierten Gremien (Aufsichtsrat, Kuratorium, Leitprojektteam). Die Rahmendramaturgie für das Stadtjubiläum folgt einem fünfjährigen Prozess, der bereits 2010 begonnen hat und damit gegen den Trend zu kurzfristigen Events eine nachhaltige Wirkung für Karlsruhe erzielt. Die Verknüpfung mit dem Masterplan, die Schaffung von neu- en Veranstaltungstraditionen sowie die ökologische Verträglichkeit sind weitere Kennzeichen für die Nachhaltigkeit über 2015 hinaus. Als Fest „von und mit der Bürgerschaft“ soll das Stadtjubiläum in die städtische Beteiligungskultur eingebunden werden. Zeitlich erfährt das Jubiläumsjahr 2015 mit dem Festivalsommer vom 17. Juni (dem Tag der Grundsteinlegung der Stadt) bis zum 24. September (dem Tag der Veröffentlichung des Pri- vilegienbriefs des Stadtgründers) eine klare Akzentsetzung. Eröffnungs- sowie Abschluss- veranstaltung, eine besondere Gestaltung klassischer Karlsruher Feste sowie die Ergebnis- se des Ideenwettbewerbs werden in diesem Zeitraum erlebbar sein. Die Veranstaltungen zum Stadtjubiläum zielen auf touristische Vermarktungsfähigkeit und räumliche Fokussierung (zentraler Ort am Schloss), Identitätsbildungsprozesse (Bürgerbe- teiligungsprojekte) sowie überregionale Ausstrahlung und Imagebildung (Partnerprojekte, wie die Globale des ZKM). Um die Kräfte unter einer künstlerischen Leitung zu bündeln, sind die Orte und Projekte miteinander vernetzt und finden im Schlossgarten einen Kristallisati- onspunkt. Die tägliche Schlossprojektion, der multifunktionale Pavillon, die Inszenierung des Zirkels sowie des Schlossdurchgangs sind zentrale Bausteine des Festivalsommers. Das Konzept soll in seinen Darstellungsformaten und im Design der jeweiligen weiteren Entwick- lung gegebenenfalls angepasst werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Finanzierung Für dieses Jubiläum wird ohne die ZKM-Ausstellung „Globale“ ein Gesamtbetrag in Höhe von 15 Mio. Euro zzgl. MwSt., geplant (Anlage 2), hiervon soll der kommunale Anteil 11 Mio. € zzgl. MwSt. betragen. Weitere 4 Mio. € werden aus Zuschüssen bzw. Sponsoring erwartet. Ca. 30 % der privaten Finanzierung sind aktuell gesichert. Weitere Gespräche mit relevanten Unternehmen werden geführt. Es ist bei Aufstockung des kommunalen Anteils zu berücksichtigen, dass auch für den aus Zuschüssen bzw. Sponsoring zu deckenden Betrag von netto 4 Mio. EUR die hierauf entfal- lende Umsatzsteuer eingeworben werden muss. Insgesamt verbleibt ein Finanzierungsrisiko in Höhe der noch nicht eingeworbenen Drittmit- tel. 3. Globale (Projekt des ZKM) 2015 sollen zum ersten Mal 300 Tage „Globale“ im ZKM in Karlsruhe stattfinden (Anlage 3). Die Ausstellung ist vom 17. Juni 2015 bis Mitte April 2016 terminiert. Die ehemalige „Multi- mediale“, mit der das ZKM sich in seiner Frühzeit international positioniert hat, findet nun ein Update als „Globale“. Die Künste in Verbindung mit Medientechnologie sind nicht mehr ohne globale Zusammenhänge zu sehen, da sie sich wechselseitig bedingen. Die Exponate wer- den mehrmals gewechselt und unterschiedlich kombiniert. Auf diese Weise wird der umfas- sende Charakter des Themas deutlich herausgestellt. Die Ausstellung wird von vielen weite- ren Veranstaltungen begleitet, die teilweise auch im Festival-Areal stattfinden werden. Auch hier ist das Risiko der Einwerbung der Landes- und Drittmittel zu berücksichtigen. Ge- gebenenfalls ist der Gesamtaufwand entsprechend zu reduzieren. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat - nach Vorberatung im Hauptausschuss - 1. Der Gemeinderat nimmt das Gesamtkonzept Stadtjubiläum 2015 zustimmend zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat stimmt einem Gesamtbudget für das Stadtjubiläum 2015 in Hö- he von 15 Mio. EUR zzgl. 19 % USt. mit einer anteiligen Finanzierung durch die Stadt Karlsruhe in Höhe von 11 Mio. EUR zzgl. USt. zu. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 3. Daneben stimmt der Gemeinderat zu, dass die Stadt Karlsruhe zur Finanzierung der i. R. des Stadtjubiläums 2015 stattfindenden „Globale“ einen Sonderzuschuss i. H. v. 1,5 Mio. EUR gewährt. 4. Ferner stimmt der Gemeinderat der Umsetzung des Gesamtkonzepts durch die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH zu. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird dem Gemeinderat in regelmäßigen Abständen berichten. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 14. Juni 2012
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Anlage 1 Gesamtkonzept Stadtjubiläum 2015 Gliederung I. Rahmendramaturgie 1. Ziel 2. Grundsätze zum Stadtjubiläum 3. Drei Säulen des Stadtjubiläums 4. Nachhaltigkeit 5. Neupositionierung der Stadt 6. Rahmendramaturgische Eckdaten 7. Raumkonzept 8. Bürgerbeteiligung II. Programminhalte 1. Inszenierungen am Schloss 2. Projekte zur Bürgerbeteiligung 3. Partnerprojekte sowie sonstige kommunale Projekte III. Kostenplanung (Vgl. Anlage 2) 2 I. Rahmendramaturgie 1. Ziel Karlsruhe wird das Stadtjubiläum 2015 für ein neues Image nutzen. Dieses neue Bild soll einerseits die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt stärken und andererseits Karlsruhe nach außen markant und positiv sichtbar machen. Karlsruhe stellt sich als Ort der Innovation und gleichzeitig als Ort von hoher Lebensqualität dar. Innovation und Lebensqualität spiegeln eine Dualität wider, die der Stadt seit ihrer Gründung innewohnt und sie attraktiv und lebenswert macht. Die Stadtgröße wird als Chance begriffen, eine lebendige und bürgerfreundliche, im Dialog stehende Gesellschaft zu befördern. Scheinbare Gegensätze wie Wissenschaft und Kunst oder Demokratie und privates Privileg bilden die Grundlage einer Gesellschaft des Austausches, die gemeinsam das Beste erreicht. 2. Grundsätze zum Stadtjubiläum Nutzung des Stadtjubiläums zur Bündelung möglichst vieler Kräfte in der Stadt, die über das Jubiläumsjahr hinaus weiter wirken. Thematisierung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Bespielung der vier Kernthemen der Stadt: Kunst und Kultur, Demokratie und Recht, Technologie und Wissenschaft sowie Lebensqualität in Zusammenspiel mit der Dualität des Leitmotivs. Bürgerbeteiligung mit verschiedenen Formaten und Umsetzung von Bürgerideen. Etablierung kulturell hochwertiger und innovativer Veranstaltungsformate, die über 2015 hinaus wirken. Einbindung und Kommunikation einer nachhaltigen Planung investiver Projekte, vor allem der Masterplanprojekte. Anstreben einer Vorbildfunktion im Bereich des ökologisch nachhaltigen Eventmanagements. Vorbereitung des Jubiläums von 2010 bis 2014 als kommunikativer und interaktiver Prozess. Nutzen des Jubiläums zur Neuinterpretation vorhandener Veranstaltungsformate. 3 Konzeptionelle, inhaltliche und strukturelle Zusammenbindung von Aktivitäten von Stadt, Region und Land zur Erzeugung von synergetischen Effekten. 3. Drei Säulen des Stadtjubiläums Das Stadtjubiläum 2015 bindet die in der Stadt bestehenden Strukturen ein und ruht auf drei Säulen: a. Zentraler Ort: Am Schloss finden die wichtigen Feierlichkeiten und Aktionen statt. b. Bürgerprojekte: Der Ideenwettbewerb und Stadtteilprojekte mobilisieren die kreativen Kräfte und das Engagement der Bürgerschaft. c. Projekte zum Stadtjubiläum: Wichtige Karlsruher Institutionen leisten ihren Beitrag zum Jubiläumsjahr und sorgen für überregionale Aufmerksamkeit. 4. Nachhaltigkeit Mit dem Stadtjubiläum wird das Ziel verfolgt, alle Aktivitäten nachhaltig zu planen und umzusetzen. a. Masterplanprojekte: Die Umsetzung der Masterplan-Projekte stellt einen zentralen Beitrag für die Nachhaltigkeit des 300-jährigen Stadtjubiläums dar. Eine gestalterische Klammer zwischen Masterplan und Stadtjubiläum wird durch ein gemeinsames Corporate Design hergestellt. b. Nachhaltiges Eventmanagement und Entwicklung neuer Veranstaltungsformate: Emotionale Nachhaltigkeit wird mit einer stimmungsvollen Eröffnungsveranstaltung und einem ebenso beeindruckenden Schlusspunkt geschaffen. Eine Zielsetzung des Jubiläums ist die touristische Wahrnehmung Karlsruhes auf nationaler Ebene. Die erfolgreiche Implementierung neuer Veranstaltungsformate anlässlich des Jubiläums bietet Karlsruhe auch über 2015 hinaus im Wettbewerb der Städte Möglichkeiten zur positiven Selbstdarstellung. c. CO 2 -Neutral/Green-Event: Das Stadtjubiläum 2015 wird möglichst klimaneutral und ökologisch nachhaltig gestaltet. Dieses Ziel wird derzeit mit der KEK, der Karlsruher Energie- und 4 Klimaschutzagentur, gemeinsam verfolgt. Der Stadtgeburtstag 2013 soll hinsichtlich der Klimaneutralität als ‚Pilotprojekt‘ für das Jubiläum dienen. 5. Neupositionierung der Stadt Derzeit wird eine Kampagne erarbeitet, bei der das Stadtjubiläum 2015 genutzt wird, um die Stadt neu zu positionieren. 6. Rahmendramaturgische Eckdaten 2011 – 2014: Der Stadtgeburtstag 2011 „Karlsruhe nimmt Fahrt auf – Wir bringen das Rad zum Drehen“ setzte deutliche Akzente der Dramaturgie, die auf 2015 hinführt. Das Schlossareal als zentraler Ort des Festes wird beim Stadtgeburtstag 2013 unter dem Motto „Karlsruhe will es wissen“ fortgeführt. Die publikumswirksame und interaktive Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten verschiedenster Art steht hierbei im Zentrum. 2014 werden die Planungen für das Stadtjubiläum finalisiert. In diesem Jahr wird kein Stadtgeburtstag stattfinden. 2015: Das Jubiläumsjahr soll ganzjährig in der Stadtgesellschaft spürbar und in Form besonderer Veranstaltungen erlebbar sein. Große Landesausstellungen oder die mögliche Gastgeberschaft Karlsruhes für die UN-Rassismuskonferenz sollen ganzjährig Akzente im Kalender setzen. Festivalsommer 2015: Die Festlichkeiten zum Jubiläum konzentrieren sich auf die Sommermonate. Es wird ein ca. 15-wöchiger Festivalsommer geplant. Start- und Enddatum des Festivalsommers gehen aus der Stadtgeschichte hervor: 17.06. – 24.09.2015. Der 17. Juni 1715 ist als Tag der Grundsteinlegung der Stadt im Fundament des Schlossturms überliefert. Am 24. September 1715 wurde der Privilegienbrief Markgraf Karl Wilhelms von Baden-Durlach veröffentlicht. 7. Raumkonzept Zentraler Ort für die von der Stadt geplanten Festlichkeiten ist das Schloss mit Schlossplatz und -garten. Dieser zentrale Ort wird über den gesamten Festivalsommer erste Anlaufstelle 5 für Bürger und Besucher sein. Eine möglichst durchgehende Bespielung ist in Kooperation mit Kulturträgern vor Ort vorgesehen. Konzeptionell bedeutet die zentrale Ausrichtung auch, dass das Stadtjubiläum nicht an allen Orten gleichzeitig stattfindet, um Überangebote zu vermeiden. Besonderes Augenmerk in der Raumplanung des zentralen Ortes gilt dem Kreis/Zirkelschlag um Schlossplatz und -garten. Aus dem Kreis lassen sich zahlreiche Bezüge zu den wichtigen Themenfeldern der Stadt herstellen, die das Leitmotiv in der Stadt erlebbar machen. Einerseits ist der Kreis der älteste überlieferte Bestandteil der Karlsruher Stadtgeschichte. Andererseits lässt der Zirkelschlag um das Schloss sich zur Hälfte als Stadt und zur Hälfte als Natur erleben. Hieraus lässt sich eine Dualität inszenieren, wie z. B. die von Arbeit und Freizeit oder von Kohlendioxid- und Sauerstoffproduktion. Zum Jubiläum werden auch in den Stadtteilen dezentrale Veranstaltungen und Aktionen stattfinden. Um deren Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollen auf dem Schlossplatz Projektionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. 8. Bürgerbeteiligung Ein wesentliches Merkmal des Stadtjubiläums 2015 ist die Bürgerbeteiligung. Das Jubiläum soll ein Fest von, mit und für die Karlsruher aller Schichten und Altersklassen sein. Hierbei werden Erfahrungen aus dem Stadtgeburtstag 2011 eingebracht. Bei dessen Planung wurden z. B. die Karlsruher Sportvereine auf breiter Basis mobilisiert, um zum Bewegungsparcours beizutragen. Für die Bürgerbeteiligung werden derzeit folgende Ansätze verfolgt: 1. Ideenwettbewerb: Der 2010 ausgelobte Ideenwettbewerb lud die Bürger ein, das Jubiläum mit eigenen Projekten mitzugestalten. Die Umsetzung der Siegerideen wie z. B. „Stadtleuchten“ oder „My Bloxx“ wird wiederum partizipative Elemente enthalten. 2. Stadtteilprojekte: Derzeit werden mögliche neue Formen des Austauschs mit und innerhalb der Bürgerschaft geprüft, um weitere Zielgruppen (junge Menschen, Bürger mit Migrationshintergrund, Studenten ...) anzusprechen. 6 3. „Forum Stadtjubiläum“: Dieses 2009 initiierte Forum trifft sich 1- bis 2x jährlich. Es besteht aus Multiplikatoren und ausgewählten Bürgern. Dieser Kreis unterstützt und berät bei der Auswahl geeigneter Formate zur Bürgerbeteiligung. II. Programminhalte Das Programm zum Stadtjubiläum 2015 basiert auf den drei Säulen: 1. Inszenierungen am Schloss 2. Projekte zur Bürgerbeteiligung 3. Partnerprojekte 1. Inszenierungen am Schloss Für den Festivalsommer vom 17. Juni bis zum 24. September ist das Schlossareal der zentrale Veranstaltungsort für das Stadtjubiläum. Ein zentraler multifunktionaler Pavillon und geeignete Informations- und Projektionsmöglichkeiten verbinden diesen zentralen Ort mit anderen Jubiläumsveranstaltungen in ganz Karlsruhe. Stadtteilfeste und Stadtteilprojekte haben während des Festivalsommers die Chance, sich zentral am Schloss zu präsentieren. Höhepunkte der Schlossinszenierung sind Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung. Die Schlossinszenierung bildet mit folgenden Elementen den Kern des Jubiläumsprogramms: A. Eröffnung am 17. Juni 2015 bzw. am darauffolgenden Wochenende a. Festakt am 17. Juni 2015 für Gäste und Karlsruher Bürgerinnen und Bürger. b. öffentliche Eröffnungsveranstaltung am 20. Juni 2015 als stark beteiligungsorientierte künstlerische Aufführung im Schlossgarten. c. Inszenierung des Weges von Durlach zum Schloss. B. Festivalsommer über 15 Wochen, Bespielung und Inszenierung des Schlossareals während dieser Zeit a. tägliche Projektion auf die Schlossfassade: Die Inszenierung der Schlossfassade soll durch eine künstlerische audiovisuelle Projektion erfolgen, die mindestens 20 Min. bis zur Länge einer Abendvorstellung 7 dauert. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Stadtgründung oder Stadtgeschichte mit Bezug zu Gegenwart und Zukunft wird hierbei berücksichtigt. b. Programm in und vor multifunktionalem Pavillon mit Bühne: Im Karlsruher Schlossgarten soll ein Pavillon errichtet werden, der während des Festivalsommers 2015 für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Die Multifunktionalität des Pavillons ist dabei wichtiger Faktor bei der Planung. Der Pavillon soll zum einen als „Wissenschaftspavillon“ dienen und als Raum für die Präsentation des Themenfelds „Wissenschaft“ für Empfänge, Vorträge, Dinner, Präsentationen und als Ausstellungsfläche etc. genutzt werden. Der Innenraum des Pavillons soll Veranstaltungen mit bis zu 600 Personen ermöglichen. Zum Zweiten soll er durch die Integration einer großen Bühne die Durchführung von Konzerten und sonstigen Produktionen ermöglichen, bei denen der Schlossgarten als Zuschauerraum genutzt wird und ebenfalls die Themen Kunst, Kultur und Demokratie thematisiert werden. c. Bespielung von Zirkel/Kreis als Element des Leitmotivs und Gestaltung des Schlossdurchgangs als Verbindung zwischen Schlossplatz und Schlossgarten: Der Gang in der Mitte des Karlsruher Schlosses durch das Foyer des Badischen Landesmuseums verbindet Schlossplatz und Schlossgarten. Für diese räumliche Verbindung soll ein Konzept erarbeitet werden, das den Weg als „Portal“ inszeniert und erlebbar macht. d. Möblierung des Schlossareals/Freiraumgestaltung: Der Schlossplatz zwischen Zirkel und Schloss sowie der Schlossgarten sollen während des Festivalsommers durchgehend als zentraler Anlaufpunkt mit folgenden Elementen inszeniert werden: eine kleine Bühne mit Zuschauerbereich; ein einheitlich gestalteter Gastronomiebereich; ein Besucherzentrum zum Stadtjubiläum, Aufenthaltsbereiche und Freiflächen ... Ein temporäres Beleuchtungskonzept für Schlossgarten und Schlossplatz ist unter Einbeziehung der vorhandenen Beleuchtung zu entwickeln. C. Abschlussveranstaltung am Wochenende nach dem 24. September 2015 Bespielung des Schlossplatzes mit Konzert und Feuerwerk. Evtl. interaktive beteiligungsorientierte Aktion – „300“ als menschliche Großskulptur Ein erstes Konzept zur Eröffnungs- und zur Abschlussveranstaltung ist erstellt worden. Weiterhin liegen erste Studien vor, die die Module des Festivalsommers exemplarisch gestalten und Erkenntnisse für die anstehenden Vergabeverfahren liefern. Diese Module sind unter einer gesamtkünstlerischen Leitung zu koordinieren. 8 Für die Bespielung des Schlossgartens während des Festivalsommers gibt es Fixpunkte, die für die gesamte Dramaturgie vorgegeben sind. So stehen beispielsweise die Termine für „Das Fest“, die „KAMUNA“, der Zeitraum für das „Zeltival“ weitgehend fest. Weiterhin werden Veranstaltungsformate aus dem Ideenwettbewerb in den Festivalsommer integriert. Für das Bühnenprogramm ist Folgendes vorgesehen: a. Die Ideen aus dem Ideenwettbewerb werden in das Programm integriert, z. B.: Ideen für Eröffnung bzw. den Abschluss (z. B. „Karlsruhe erwacht“, „My Bloxx“) Gestaltung von Festivalwochenenden mit Projekten aus Ideenwettbewerb (z. B. „Right-Aid-Konzert“) b. Die Partnerprojekte zum Stadtjubiläum werden in das Programm integriert. Es ist vorgesehen, Kunstwerke der Ausstellung „Multimediale Globale“ des ZKM voraussichtlich in die Schlossinszenierung zu integrieren. Das Wissenschaftsfestival 2015 bespielt an zwei Wochenenden die Bühne. c. Karlsruher Kulturinstitutionen wie beispielsweise das Tollhaus und das Staatstheater oder Kulturformate geben Gastspiele auf der Schlossbühne. d. Es ist vorgesehen, eine „Open Stage“ für freie Theatergruppen, Musikgruppen und Off-Institutionen anzubieten und damit die Bühne so zum Treffpunkt zu machen. e. Sonstige Veranstaltungen für die Bühne und das Schlossareal: Karlsruhe bewirbt sich für die Europäische Jonglierconvention 2015 – an zwei Wochenenden sollen voraussichtlich Performances im Schlossgarten stattfinden. 2. Projekte zur Bürgerbeteiligung a. Ideenwettbewerb Von 389 eingereichten Ideen wurden 15 zur Realisierung ausgewählt. Es war Beschluss der Jury, den finanziellen Umfang der Projekte bei der Prämierung zunächst nicht zu berücksichtigen, da sich die Projektideen in ihrer Planungstiefe sehr unterschiedlich darstellen. Das für den Ideenwettbewerb vorgesehene Planbudget orientierte sich am Finanzvolumen in Höhe von 750.000 EUR. Insofern wird nun die Ideenumsetzung in einem 9 Stufenmodell verfolgt, das die Komplexität und Unterschiedlichkeit der Projektideen einbezieht Hierzu hat das Stadtmarketing ein Stufenmodell erarbeitet und abgestimmt, das die unterschiedlichen Projektschritte berücksichtigt. Das Stadtmarketing sowie die entsprechenden Ämter, die die operative Federführung übernommen haben, beraten die Ideengeber fortlaufend. Es entsteht ein partnerschaftlicher Dialog der individuellen Prozessbegleitung, der auch die Generierung weiterer Förderungsmöglichkeiten einschließt. Der Beginn der Umsetzung der Ideen variiert stark. Einige Ideengeber werden noch 2012 mit der Umsetzung beginnen, andere erst 2014. b. Stadtteilprojekte Die Programme der Stadtteilprojekte werden erst im Jahr 2013 erstellt. Dieser Vorlauf von zwei Jahren ist aufgrund der intensiven Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Vereinen zielführend, da bei einer Vorbereitung von zwei Jahren die Projekte von der Planungsphase direkt in die Umsetzungsphase übergehen. Insgesamt ist ein Budget in Höhe von 600.000 EUR für die Stadtteilprojekte vorgesehen (2 EUR pro Einwohner). 3. Partnerprojekte sowie sonstige kommunale Projekte Für das Stadtjubiläum 2015 ist die Vernetzung und Verknüpfung mit großen Karlsruher Institutionen bedeutsam, um überregionale Wirksamkeit zu erzielen. Aktuell befinden sich folgende wichtige Projekte für das Stadtjubiläum 2015 im Planungsprozess (diese Auflistung ist exemplarisch zu betrachten): Wissenschaftsfestival 2015 Das erste große Wissenschaftsfestival findet in Karlsruhe im Jahr 2013 statt. Es wird zum Stadtjubiläum zum zweiten Mal die Aktivitäten von mehr als 20 wissenschaftlichen Institutionen aus Karlsruhe bündeln und sie mit nationalen und internationalen Institutionen verknüpfen. Drais 300 Bis zum Stadtjubiläum 2015 ist angestrebt, unter Beteiligung von Schulen und Vereinen in 10 Anlehnung an die Originalnachbauten der Drais’schen Laufmaschine 300 Hightech-Draisinen aus neuen Leichtbaumaterialien herzustellen. In Fortführung der seit 2002 bestehenden Tradition der jährlichen Draisinenrennen soll zum Stadtjubiläum ein überregionaler Wettbewerb auf den Hightech-Draisinen ausgetragen werden. Dieses Projekt nimmt die Geschichte der Erfindung des Fahrrades auf und interpretiert sie neu. Partnerinstitutionen aus der Kultur planen für 2015 folgende Projekte: Große Landesausstellung „1715: Die europäische Kunst auf dem Weg zur Moderne“ in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Die Ausstellung soll unter anderem die Karlsruher Geschichte der Aufklärung unter Karoline Luise von Baden rezipieren. Große Landesausstellung „Karlsruhe 1715 - 2015. Kreuzpunkt der Kulturen zwischen Frankreich und Deutschland“ im Badischen Landesmuseum. Weitere Kulturprojekte befinden sich derzeit in Abstimmung. Sie werden sukzessive in das Konzept zum Stadtjubiläum aufgenommen. III. Kostenplanung (vgl. Anlage 2 – Kosten sind unverändert gegenüber AR-Sitzung vom 31.01.2012) Die Kosten wurden auf Basis von Gesamtkosten in Höhe von 15 Mio. EUR zzgl. UST. geplant. Der kommunale Anteil der Kosten wird mit 11 Mio. EUR zzgl. UST. angenommen. Es werden 4 Mio. EUR aus Sponsoring, Umsatzerlösen und Fördergeldern erwartet. Ca. 30 % der privaten Finanzierung sind aktuell gesichert. Weitere Gespräche mit relevanten Unternehmen werden geführt. Die einzelnen Kostenpositionen setzen sich folgendermaßen zusammen: Für die Schlossinszenierung werden insgesamt Kosten in Höhe von 7,7 Mio. EUR kalkuliert. Hiervon sollen 1,5 Mio. EUR für die Eröffnungsveranstaltung und 1 Mio. EUR für die Abschlussveranstaltung eingesetzt werden. Zur Inszenierung von Schlossplatz und Schlossgarten werden die Schlossprojektion mit 1,2 Mio. EUR, der multifunktionale Pavillon mit Bühne für 1,2 Mio. EUR, die Inszenierung von Schlossdurchgang und Kreis mit 400.000 EUR und für die Freiraumgestaltung 500.000 EUR kalkuliert. Für die Bespielung der Bühne über 15 Wochen soll ein Budget von 1 Mio. EUR bereitgestellt werden. Für Infrastrukturleistungen wie z. B. Sicherheit, Technik, Versorgung, Entsorgung sind 900.000 EUR notwendig. 11 Projekte aus der Bürgerbeteiligung sind mit 1,35 Mio. EUR zu finanzieren. Hierbei entfallen 750.000 EUR auf die Projekte des Ideenwettbewerbs und 600.000 EUR auf Stadtteilprojekte. Für Partnerprojekte sollen insgesamt 2,3 Mio. EUR zur Verfügung stehen, hiervon 1,9 Mio. EUR für Projekte mit Partnern, wie z. B. Wissenschaftsfestival oder Drais 300. Weiterhin sind 400.000 EUR zur Inszenierung der Masterplanprojekte eingeplant wie z. B. Landschaftspark Rhein, Zoologischer Stadtgarten oder Kreativpark Alter Schlachthof. Für die Vorbereitung des Stadtjubiläums sollen 1,65 Mio. EUR eingesetzt werden. Die Marketingmittel liegen bei 1,5 Mio. EUR. Für Organisation stehen 350.000 EUR und für Dokumentation 150.000 EUR zur Verfügung.
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Kostenübersicht ohne "Globale" Hauptausschuss am 12.06.2012 Gemeinderat am 26.06.2012 TOP: Stadtjubiläum Anlage 2 Kosten 15.000 TEUR € zzgl. Mwst. 1Schlossinszenierung (Rauminstallation und Programm) 7.700 1.1Eröffnungsveranstaltung1.500 1.2Multifunktionaler Pavillon1.200 1.3Schlossprojektion1.200 1.4Freiraumgestaltung500 1.5Schlossdurchgang, Zirkel400 1.6Bespielung Festivalsommer1.000 1.7Technische Infrastruktur / Sicherheit / Besucherzentrum900 1.8Abschlussveranstaltung1.000 2Bürgerbeteiligung1.350 2.1Ideenwettbewerb750 2.2Stadtteilprojekte600 3Partnerprojekte2.300 3.1Weitere Projekte mit Partnern1.900 3.2Inszenierung Masterplanprojekte400 4Vorbereitung1.650 5Marketing1.500 6Organisation350 7Dokumentation150 Summe in TEUR.15.000 Mwst.2.850 Gesamtsumme in TEUR.17.850 Programmbaustein
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1 ZKM | Peter Weibel Redigiert von Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Die Globale. Die Ausstellung zum 300. Gründungsjubiläum der Stadt Karlsruhe Konzeption Karlsruhe wird 2015 300 Jahre alt. Dieser Anlass darf sicherlich nicht nur in einer nationalen und europäischen Dimension, sondern auch in einer globalen Dimension gedacht werden. Denn die neue Landkarte der Politik und Wirtschaft, der Wissenschaft und Kultur ist global. Dies zeigt sich in der Kunst auch darin, dass die europäischen kulturellen Großveranstaltungen wie die Biennale von Venedig oder die documenta von Kassel weltweit eine Konkurrenz von mehr als 100 Biennalen bekommen haben. Im polyglotten Konzert dieser multikulturellen Stimmen ist man nur mehr vernehmbar durch eine außergewöhnliche Konzeption. Statt 100 Tage documenta Kassel sollen 300 Tage Globale in Karlsruhe stattfinden, weil eben Karlsruhe 300 Jahre alt wird. Beginnend mit dem 17. Juni 2015 würde daher die Ausstellung etwa bis Mitte April 2016 laufen. Die Exponate werden auch alle drei Monate gewechselt, sodass die Besucher wiederkehren werden, um immer wieder Neues zu sehen. Die Ausstellung wird im periodischen Rhythmus von Filmvorführungen, Musikaufführungen, Symposien, Performances und vielen anderen Veranstaltungen begleitet. Der Eröffnungstag der Ausstellung ist zugleich Beginn des Festivalsommers zum 300-jährigen Jubiläum der Stadt Karlsruhe. Dieses Ereignis wird vom 17. Juni bis 24. September 2015 in besonderer Weise im öffentlichen Raum präsent und mit der „Globale“ als einem wesentlichen Partnerprojekt eng verschränkt sein. Es ist nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine programmatische Koinzidenz, die die beiden Großereignisse für Karlsruhe verbindet. Daher werden schon jetzt Formen der praktischen Zusammenarbeit und des dramaturgisch Aufeinander-Bezug-Nehmens ausgelotet. Globalisierung 1989 war nicht nur das Jahr des Falls der Mauer, sondern auch das Jahr, in dem das World Wide Web durch Tim Berners-Lee begründet wurde. Es war auch das Jahr, in dem erstmals das Wort „global“ im Kunstbetrieb auftauchte. Und es war auch das Jahr, in dem das ZKM durch einen weitsichtigen Gemeinderat gemeinsam mit dem Land gegründet wurde. Die Gründung des ZKM fällt also exakt in den Beginn einer neuen Ära, die durch soziale, politische und technische Innovationen und Umwälzungen gekennzeichnet ist. Durch das Ende des Kalten Krieges sind die Sitzung: Hauptausschuss 12.06.2012/Gemeinderat 26.06.2012 TOP 4/ : Stadtjubiläum 2015 Anlage 3 2 Grenzen zwischen West und Ost durchlässig geworden, haben Ost- und Westeuropa begonnen, sich in einer neuen Union zu vereinigen. Die jahrzehntelange Asymmetrie des Austausches nur in Richtung West wurde nun um einen Austausch Richtung Ost ergänzt. Eine bipolare Welt wurde durch die Globalisierung zu einer multipolaren Welt. Der Aufstieg der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) ist ein Zeichen dafür. Technik und Innovation Eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen, die wir unter Globalisierung zusammenfassen, bilden die technischen Innovationen, unter denen eine entscheidende das globale Internet ist. Durch das Internet entstanden die neue Ökonomie (New Economy), aber vor allem die mächtigen sozialen Mediennetzwerke (Social Media), die für die neuen Bewegungen der Demokratie eine zentrale Rolle spielen. Das ZKM hat auf diese Entwicklung frühzeitig reagiert. Die erste Ausstellung von Peter Weibel für das ZKM im Jahr 1999 war zum Thema Internet („net_condition::netz_bedingung“). Daran anschießend hat das ZKM kontinuierlich den technologischen Wandel mit seinen künstlerischen und sozialen Dimensionen begleitet durch Ausstellungen wie „YOU_ser. Das Jahrhundert des Konsumenten“ (2007) oder dem AppArtAward (seit 2010). Die Stadt Karlsruhe hat durch seine Firmen wie z. B. Web.de einen großen Ruf als Hauptstadt des deutschen Internets, aus der im Jahr 1984 auch die erste deutsche E-Mail versandt wurde. Weitere Ansiedlungen wie die der Firma Intel verstärken das Profil der Stadt in diese Richtung. Karlsruhe ist eine der wichtigsten IT-Cluster Europas, und das große bildungspolitische Experiment KIT, die Vereinigung von Lehre und Forschung, schafft weitere Voraussetzungen, damit Karlsruhe eine bedeutende Plattform für technische Innovation sein wird. Mit der Ausstellung „Car Culture. Medien der Mobilität“ hat das ZKM deutlich gemacht, dass Karlsruhe die Wiege der Mobilitätsformen ist, die die moderne Gesellschaft grundlegend geprägt haben. Zeitgleich haben der gebürtige Karlsruher Carl Benz mit seinem Patent für das Automobil die physische Mobilität, das heißt die Mobilität der Güter und Personen sowie Heinrich Hertz an der Universität Karlsruhe mit seinen Funkenexperimenten und dem Nachweis der elektromagnetischen Wellen die virtuelle Mobilität, das heißt die Mobilität der Zeichen und Informationen, begründet. Beide Mobilitätsformen haben der Globalisierung entscheidenden Schub gegeben. Mit der „Globale“ werden auch die Zusammenhänge und Wechselbeziehungen thematisiert, die sich zwischen den technischen und wirtschaftlichen sowie den damit verbundenen künstlerischen und sozialen Entwicklungen ergeben. Kunst und Innovation Man kann feststellen, dass die Stadt Karlsruhe durch die Gründung des ZKM, durch das KIT und durch zahlreiche wirtschaftliche Maßnahmen weitsichtig und vorausschauend auf die Globalisierung reagiert hat. Sowohl das ZKM als auch die Stadt haben eine Entwicklung parallel zur Globalisierung vollzogen. Globale Kunst ist nicht dasselbe wie Weltkunst. Weltkunst umfasst die kulturelle Produktion aller Nationen der letzten 2000 Jahre. Unter globaler Kunst versteht man pure zeitgenössische Kunst, die nicht durch die westliche Moderne oder eine andere 3 historische kulturelle Tradition bestimmt ist. Deshalb machte das ZKM im Jahr 2011 die Ausstellung „The Global Contemporary“, die durch das wissenschaftliche Projekt „Global Art and the Museum“ bereits seit 2006 vorbereitet wurde. In dieser von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Ausstellung wurde erstmals ein umfassender Überblick über die zeitgenössische Kunstproduktion in der ganzen Welt gegeben. Karlsruhe und das ZKM haben mit dieser präzisen Positionierung von „Global Art“ bereits ein Alleinstellungsmerkmal, das weiter ausgebaut werden muss - deswegen der Titel „Globale“. Die ehemalige „Multimediale“, mit der das ZKM sich in seiner Frühzeit international positioniert hatte, findet nun ein Update als „Globale“, da die Künste in ihrer Verbindung mit der Medientechnologie nicht mehr ohne die globalen Zusammenhänge zu sehen sind, da sie sich wechselseitig bedingen. Es ist jetzt schon zu erkennen, dass in den nächsten Jahren wieder ungeheure Umwälzungen auf uns zukommen, von der politischen Rolle der asiatischen und afrikanischen Staaten bis zu neuen Techniken der Personalisierung (von der Gastronomie bis zum Hospital, vom Car-Sharing bis zur Universität). Bedeutende neue Erfindungen, von der Nanotechnologie bis zur molekularen Revolution, von der Gentechnik bis zu den Energieressourcen werden auf die Fragen „Wie werden bzw. wollen wir leben?“, „Wie werden bzw. müssen wir wirtschaften?“ oder „Wie werden bzw. können wir unsere Umwelt bewahren?“ neue Antworten liefern. Die gesamte Entwicklung von Wissenschaft, Technik und Kunst läuft auf eine erweiterte Lebenswelt hinaus, die wir mit dem Begriff Exo-Evolution verdeutlichen können: Der Mensch als Produkt der Natur, als Produkt der Evolution nimmt mit der Technik, die als vom Menschen gemachte Natur verstanden wird, die Weiterentwicklung der Evolution zum Teil selbst in die Hand. Von der sensorischen Substitution, bei der Sinnesorgane (z. B. die Zunge) mithilfe technischer Apparaturen die Funktion von anderen Sinnesorganen (z. B. des Auges) übernehmen können, bis zur Entdeckung neuer Übertragungstechniken mit Hilfe von Licht, entsteht das Feld der Augmented Reality. Kunst, Wissenschaft und Medien „Die Globale“ wird sich der Aufgabe stellen, all diese Entwicklungen neuer nachhaltiger Materialien und Energien, neuer Schnittstellen, neuer Kommunikations- und Informationstechnologien in der Medizin, im Verkehrswesen, in der Astronomie, in der Physik oder in der Mathematik, also in den Naturwissenschaften und MINT- Fächern, aber ebenso in der Architektur, im Design, in der Mode, in der Musik, im Tanz, in der Literatur, in der bildenden Kunst, in den audio-visuellen Künsten, von Film bis Computer, und in den Social Media abzubilden. Die Besucher der „Globale“ werden also auf eine Kunstausstellung treffen, in der sich ein um die Naturwissenschaften erweiterter Kunstbegriff zeigt, der an die Renaissance anschließt und gleichzeitig eine Dimension der Zukunft eröffnet. Das 20. Jahrhundert hatte den Kunstbegriff um den Alltag, um alltägliche Objekte (Nouveau Realisme), um alltägliche Bilder (Pop Art), um alltägliche Aktivitäten (Happening, Fluxus) erweitert. Die Kunst des 20. Jahrhunderts hat die klassischen Künste der letzten 2000 Jahre abgeschafft. Anstelle der Repräsentation der Formen, der sichtbaren Dinge mit Hilfe der Darstellungsmittel Punkt, Linie, Fläche, Volumen, Farbe, Licht und Schatten trat einerseits die Selbstdarstellung der Darstellungsmittel 4 (nur Linie, Punkt etc.), was wir abstrakte Kunst nennen, anderseits die Selbstdarstellung der Objekte, wie sie sind, was wir Objektkunst und Installation nennen. Die Medienkünste haben einen Weg aus diesem Dilemma gewiesen. Der Begriff Medienrealität weist genau darauf hin. Bei den Medien Foto, Film, Video etc. handelt es sich immer noch um Repräsentation der Realität im klassischen Programm, aber gleichzeitig um eine medial vermittelte, in ihrer Konstruiertheit transparente Realität, die NICHT ontologisch, sondern rein semiotisch interpretiert werden darf, als eine Realität von Zeichen, also eine apparative, vom Menschen konstruierte und nicht von der Natur vorgegebene Realität. Deswegen wird die Kunst des 21. Jahrhunderts nicht das Programm der Moderne des 20. Jahrhunderts fortführen, sondern einen um Wissenschaft und Medien angereicherten Kunstbegriff entwickeln, welcher der von den Medien und der Wissenschaft geprägten gegenwärtigen Welt entsprechen wird. Diese erste Zusammenschau auf die von Wissenschaft, Technik und Medien gespeiste Kunst des 21. Jh. aus globaler Perspektive, wird der Inhalt der „Globalen“ sein. Karlsruhe als Kartographie und Kontinent der globalen Kunst. Kunst und Recht Selbstverständlich werden in der Residenz des Rechts auch juristische, rechtliche und ethische Fragen, wie Schutz der Rechte der Menschen, der Kranken, der Tiere und der Natur, in Teilen der Ausstellungen und begleitenden Symposien behandelt werden. Mit diesen Relationen hat sich das ZKM bereits in seiner Ausstellung „Making Things Public. Atmosphären der Demokratie“ im Jahr 2005 beschäftigt. Nun sollen die allerneuesten Überlegungen auf diesen Gebieten von internationalen Fachleuten von China bis USA ebenfalls auf globaler Ebene verhandelt werden. Kunst und Performativität Mit seinem Programm zur Performativität hat das ZKM die neuen Formen von Partizipation, Interaktivität und politischer Performativität, die durch die neuesten Entwicklungen des Internets möglich geworden sind, schon früh thematisiert. Es hat diesen Aspekt aus den künstlerischen Experimenten der 50er bis 70er Jahre des 20. Jahrhunderts (Optik, Kinetik, Happening, Fluxus, Medienkunst) abgeleitet und sich mit aktuellen, medial gestützten Handlungsmöglichkeiten beschäftigt. Die Globale will auch diese Linie weiterführen. Wünschenswert wäre, mit der aus Karlsruhe stammenden Choreographin Sasha Waltz dazu eine Produktion im Kontext der „Globalen“ zu entwickeln, um sie als international bekannte Tanz- und Performancekünstlerin in den Kontext der globalen Kunst zu stellen. Nachhaltigkeit Die aus der Ausstellung und den Tagungen gewonnen Erkenntnisse werden dann das Fundament und die Richtlinien bilden, mit denen nicht nur das ZKM, sondern auch die Stadt Karlsruhe und das Land Baden-Württemberg auf nachhaltige Weise Fragen der Zukunft bewältigen werden. Es ist zu betonen, dass es sich nicht um eine einmalige Investition oder einen einmaligen Effekt handelt, sondern dass die „Globale“ Auswirkungen haben wird, von denen die Region sowohl kulturell wie wirtschaftlich und technologisch als auch geisteswissenschaftlich profitieren wird. Deswegen sollte auch die Möglichkeit 5 erwogen werden, die „Globale“ in bestimmten periodischen Abständen (2 bis 5 Jahre) zu wiederholen. Mit dieser „Globale“ wird Karlsruhe als Kulturzentrum global bekannt, weil die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus aller Herren und Damen Länder ja auch als Multiplikatoren wirken. All die vorgestellten globalen künstlerischen Positionen werden auch die zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohner Karlsruhes mit internationalem Hintergrund ansprechen. Dies ist ein weiterer nicht zu unterschätzender Effekt von Nachhaltigkeit. Natürlich werden auch die Partnerstädte Karlsruhes besonders einbezogen. Durch den großen Umfang und die zeitliche Länge der Ausstellung wie durch ihre transdisziplinäre Ausrichtung wird die „Globale“ über die internationalen Biennalen weit hinaus strahlen. Verbindung mit dem Stadtjubiläum Das 300-jährige Stadtjubiläum, mit dem die „Globale“ in enger Wechselwirkung stehen wird, verfolgt auf die Stadtgesellschaft übertragbare, ähnlich nachhaltige Ziele. Die Schaffung bleibender Bilder aus temporären künstlerischen Aktionen und die Ausrichtung von Jubiläumsaktivitäten an der Lebenswelt der Bürger sollen eine auf die Zukunft gerichtete Selbstdefinition der Stadt fördern. Die Stärke Karlsruhes als Ort des gelebten „Open-source“-Gedankens wird sowohl in der Interdisziplinarität der „Globale“ als auch den Jubiläumsinszenierungen erfahrbar. Während des Jubiläumsjahrs soll das Schlossareal im Sommer 2015 für 15 Wochen als zentraler Ort bespielt werden. Es ist vorstellbar, dass Teile der „Globale“ an einer Großbildleinwand am Schloss zu sehen sein werden. Neben Projektionen bietet voraussichtlich auch ein Pavillon mit Bühne Gelegenheit zur punktuellen Bespielung des offiziellen Festivalorts durch das ZKM. Hieraus ergeben sich Verknüpfungen der Aktivitäten im ZKM mit dem öffentlichen Raum. Es wird zudem der Einsatz multimedialer Ressourcen des ZKM bei der Umsetzung von Ideenwettbewerbs-Projekten zum Stadtjubiläum geprüft. Ansatzpunkte hierfür bieten derzeit die Ideen „Stadtleuchten“, „Organ-i-Sat-ion“ und „10.000 Tage Karlsruhe – ein urbanologisches Puzzle“. Finanzierung Das Ziel dieser Ausstellung ist auch, ein großes Publikum zu erreichen, nämlich bis zu 600.000 Besucherinnen und Besucher. Dafür sind schon in der Vorbereitungszeit internationale Medienpartnerschaften notwendig. Nur durch eine konzertierte Medienarbeit und ein umfassendes Marketing von asiatischen Kunstzeitschriften bis zu europäischen Tageszeitungen, von Blogs und Social-Media-Platforms, die bereits ein Jahr vor der „Globale“ beginnen müssen, wird es möglich sein, dieses Ziel zu erreichen. Das ZKM ist bekanntlich strukturell unterfinanziert. Als Folge davon ist es auch strukturell unterpersonalisiert. Mit dem jetzigen Mitarbeiterstab ist die Aufgabe der „Globale“ nicht zu leisten. Die Abteilung ZKM-Kommunikation (Online- Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing) ebenso wie das technische und kuratorische Team müssen für die Dauer von 2 Jahren personalmäßig aufgestockt werden. Zusätzlich notwendig sein werden insgesamt 8 Personen (2 Ausstellungs-Kuratoren, 1 Programm-Kurator, 2 Personen für Kommunikation/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie 3 Personen für die 6 technische Realisierung). Bei jährlich ca. 60.000 Euro pro Person ergeben sich Personalkosten in Höhe von ca. 500.000 Euro pro Jahr, für zwei Jahre ca. eine Million Euro Weitere Mittel werden für das Begleitprogramm, Künstleraufenthalte mit Produktionen, Symposien, Tagungen und publizistische Aktivitäten (wie Buchpublikationen, CDs, DVDs, Blu-rays, Beiträge für YOUtube und iTunesU, Blogs, Apps und andere neue Formate) benötigt. Ebenso müssen für Werbung und Kommunikation mindestens 250.000 Euro eingeplant werden, um die Vermarktung der Ausstellung auf überregionaler Ebene umzusetzen. Hierunter fallen Anzeigenschaltungen, Plakatierung im öffentlichen Raum, die wiederholte Präsenz des ZKM bei wichtigen touristischen oder Kunstmessen, Kosten für Radio- oder TV-Medienpartnerschaften, die Entwicklung und Bewerbung von touristischen Pauschalen u. Ä. Durch die übergreifenden Werbeaktivitäten zum Stadtjubiläum wird die „Globale“ in erheblichem Maße mit kommuniziert wird. Die Kosten der reinen Ausstellung selbst werden erfahrungsgemäß ca. 2,5 Mio. Euro betragen. Das ist eine Summe, mit der beispielweise RWE eine Ausstellung, die im Gropius-Bau in Berlin für 4 Monate gezeigt wird, sponsert. Wegen des Anspruchs für die technischen Geräte und des Nachhaltigkeitseffekts und zusätzlicher, bleibender architektonischer Maßnahmen müssen nochmals mindestens 250.000 Euro eingerechnet werden. Daher ist es dringend notwendig, dass diese Ausstellung als Landesausstellung behandelt wird und einen entsprechenden Landeszuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro erhält. Aus dem Budget des ZKM können 500.000 Euro verteilt auf zwei Jahre beigesteuert werden. Zudem bräuchte es einen Sonderzuschuss der Stadt Karlsruhe in Höhe von 1,5 Mio., je nach der Ausgestaltung des Landeszuschusses. Zudem wird das ZKM bei der Kulturstiftung des Bundes eine finanzielle Unterstützung von 500.000 Euro beantragen. Mit dieser Finanzierung wird Karlsruhe für ein Jahr der lebendigste Kunstort, eine globale Kapitale der Kultur. Geschätzte Kosten 1,25 Mio. EUR Personal, Kommunikation, Begleitprogramm und Sachkosten 2,5 Mio. EUR Ausstellung 0.25 Mio. EUR Geräte und architektonische Maßnahmen = 4 Mio. EUR gesamt Mögliche Finanzierung 1,5 Mio. EUR Landeszuschuss 1,5 Mio. EUR Stadt Karlsruhe 0,5 Mio. EUR Kulturstiftung des Bundes 0,5 Mio. EUR Laufende Mittel des ZKM = 4 Mio. EUR gesamt Stand: 26.4.2012