Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen

Vorlage: 29681
Art: Beschlussvorlage
Datum: 11.01.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 26.06.2012

    TOP: 9

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Fachkräftemangel Kita
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 36. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.06.2012 1100 8 öffentlich Dez. 3 Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 20.06.2012 3 Gemeinderat 26.06.2012 8 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt die Vorlage nach Vorberatung im Jugendhilfeausschuss zur Kennt- nis und beauftragt die Verwaltung, in einem Kostenrahmen von zunächst 50.000 Euro einen Auftrag für eine Werbekampagne an eine Agentur zu vergeben und weitere Maßnahmen aus dem Strategiekatalog einzuleiten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 50.000 Euro für Werbe- maßnahmen 0,00 Euro 50.000 Euro Im Rahmen der Planung des DHH 2013/2014 müssen ent- sprechende Gelder bereitge- stellt werden. Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Kostenstelle: 5030.1000 Kostenart: 42 Ergänzende Erläuterungen: Deckung der o. g. außerplanmäßigen Aufwendungen durch Mehrerträge aus den Landeszuschüssen für die Kleinkindbetreuung (PSP: 1.500.36.50.01, Konto: 31410000) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Miteinander Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Am 15.02.2012 wurde im Jugendhilfeausschuss über den Fachkräftemangel in Kindertages- einrichtungen beraten. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Kosten für Strategien zur För- derung der Fachkräftegewinnung und für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in städtischen Kindertageseinrichtungen zu ermitteln und im folgenden Jugendhilfeausschuss vorzulegen. Derzeit sind allein in den städtischen Kindertageseinrichtungen acht von 220 Stellen in den Kindertagesstätten und elf von 90 Stellen in den Schülerhorten nicht besetzt. Dies gilt insbe- sondere für die Teilzeitstellen in den Schülerhorten, da die Hauptbetreuungszeit am Nach- mittag liegt. In einer Sitzung mit Trägervertreterinnen und -vertretern am 07.03.2012 wurden verschiede- ne Strategien im Hinblick auf Berufseinstieg, Verweildauer und Ausstieg aus dem Beruf dis- kutiert.  Die für den Quereinstieg bedeutsamen Fragen nach der Anerkennung pädagogischer Ausbildungen von aus dem (deutschsprachigen) Ausland stammenden Personen oblie- gen dem Regierungspräsidium. Die Erweiterung des Fachkräftekatalogs (§ 7 Kinderta- gesbetreuungsgesetz - KiTaG) ist in der Diskussion, genauso wie die damit in Verbin- dung stehenden Fragen nach einem ergänzenden Qualifizierungsangebot.  Darüber hinaus wurden von den Beteiligten Vorschläge im Hinblick auf die Bedeutung einer höheren Bezahlung (Gewährung von Zulagen sowie eine adäquate Bezahlung für Bachelorabsolvierende in heterogenen Teams) gemacht. Die Verhandlungen hierüber sind Sache der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.  Die Attraktivität der Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher sollte durch eine pra- xisintegrierte Ausbildung gewährleistet werden (siehe TOP 4). Darüber hinaus wurden Strategien erarbeitet, die auf eine Erhöhung der Wertschätzung für pädagogische Berufe und die Leistung der Fachkräfte abzielen. Allgemeine Werbung Sowohl im Hinblick auf die Gewinnung neuer als auch auf dem Verbleib vorhandener Fach- kräfte sollte eine mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen abgestimmte Werbekam- pagne (zum Beispiel Erziehen-macht-Spaß-Kampagne; "Ich arbeite gern in einer Karlsruher KiTa!") entwickelt und umgesetzt werden. Diese könnte folgende Elemente enthalten: Ergänzende Erläuterungen Seite 3  trägerübergreifendes Logo, gemeinsamer Slogan.  Informationen auf der Homepage der Stadt Karlsruhe, regelmäßig aktualisiert und be- treut.  Kinospot als Werbung für den Beruf und Karlsruhe als Wohn- und Arbeitsort. Dabei sollen insbesondere junge Menschen angesprochen werden, um sie für den Ausbil- dungsberuf Erzieher/-in zu interessieren:  Vorstellung des Berufsbildes Erzieher/-in durch Träger in Schulen, (kirchlichen) Jugend- vereinen.  Werbebroschüre/Information über das Berufsbild Erzieher/-in für Jugendliche und Per- sonen, die geeignet sind und mit Hilfe von Jobcenter, Agentur für Arbeit, Krankenkas- sen/Rehabilitationsträgern eine Umschulung anstreben.  Durchführung einer Jobmesse, um das Berufsbild vorzustellen (entweder eine große Messe oder kleinere Messen in den Stadtteilen, zum Beispiel Offerta, IHK- Ausbildungsmesse, Jugendhäuser). Der Kostenrahmen hängt davon ab, inwieweit Partner wie das Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, die Wirtschaftsförderung, die TechnologieRegion, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe oder die Carl-Hofer-Schule Karlsruhe für eine Kooperation gewonnen werden können. Mit einem Kostenrahmen von 50.000 Euro könnte eine Agentur beauftragt werden, gemeinsam mit der Sozial- und Jugendbehörde eine Kampagne zu entwickeln und umzusetzen. Betriebliches Gesundheitsmanagement Von großer Bedeutung für den Verbleib im Beruf sind die Rahmenbedingungen in Kinderta- geseinrichtungen und die damit verbundenen gesundheitlichen Belastungen. Ein betriebli- ches Gesundheitsmanagement kann dazu beitragen, die Berufsfähigkeit pädagogischer Fachkräfte zu erhalten. Wichtige Ansätze umfassen:  Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auf der Ebene der Träger in Ver- bindung mit Qualitätsstandards.  Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und Aufnahme in die Richtlinien der Stadt Karlsruhe (zum Beispiel Schallschutz, ergonomische Stühle für Erzieher/-innen, Ge- sundheitskurse zu Themen wie Rückenschule oder "Älter werden im Beruf"). Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Entlastung der pädagogischen Fachkräfte Besonders in großen Einrichtungen mit einem differenzierten Angebot fallen neben den pä- dagogischen Tätigkeiten hauswirtschaftliche Arbeiten, Hausmeisterdienste und Verwal- tungsaufgaben an. Nach Teil B Ziffer 1 der städtischen Förderrichtlinie erhöht sich derzeit in Ganztageseinrichtungen der Fachpersonalkostenzuschuss von 85 % auf 88 % zur Finanzie- rung des hauswirtschaftlichen Bedarfs. Bei einer Erweiterung bisheriger Standards zur Ein- stellung von Hauswirtschaftskräften auch in Einrichtungen mit verlängerten Öffnungszeiten sowie zur Entlastung von Hausmeisterdiensten und Verwaltungsaufgaben ist je nach Um- fang mit Kosten von 300.000 bis 500.000 Euro zu rechnen. Aus-, Fort- und Weiterbildungen, Studium Fortbildungen sind eine bedeutsame Strategie zum Erhalt von Motivation und Fachlichkeit. Über Finanzausgleichszuweisungen des Landes im Rahmen der Einführung der Kinderta- gesstättenverordnung (KiTaVO) stehen jährlich ca. 250.000 Euro für Fortbildungen zur Ver- fügung. Da keine Vorgaben durch das Land gemacht wurden, werden in Abstimmung mit den Trägern Kriterien zur Beantragung der Mittel festgelegt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die pädagogischen Teams in Kindertageseinrichtungen in Zukunft heterogener werden und über Qualifizierungsmaßnahmen neue Fachkräfte ge- wonnen werden können. Denkbar wären zum Beispiel Aus- und Weiterbildungskurse für Be- rufsfremde (entsprechend der Erweiterung des Fachkräftekatalogs § 7 KiTaG) und Auffri- schungskurse für Fachkräfte, die den pädagogischen Beruf länger nicht mehr ausgeübt ha- ben. Hierbei entstehen neben den Durchführungs- und Teilnahmekosten Kosten für die Er- hebung des individuellen Qualifizierungsbedarfs und die Entwicklung der Maßnahmen. Fachkräfte, die sich durch längere Weiterbildungen oder ein Studium qualifiziert haben, soll- te die Rückkehr in den Beruf ermöglicht werden. Dies setzt voraus, dass entsprechende Stellen geschaffen werden, die angemessen bezahlt sind. Die entstehenden Kosten hängen in hohem Ausmaß von der Akademisierung des Berufsfeldes ab. Materielle Anreize Finanzielle Angebote können sowohl dazu beitragen, junge Menschen für einen pädagogi- schen Beruf zu interessieren als auch die Berufstätigkeit in Karlsruhe aufzunehmen. Aller- dings müssen Anreizsysteme sensibel eingesetzt werden, da sie zu Konflikten mit Kollegin- nen und Kollegen führen können, die hiervon nicht profitieren. Denkbar wären: Ergänzende Erläuterungen Seite 5  Finanzierung des Vorpraktikums analog dem Freiwilligen Sozialen Jahr (derzeitige städ- tische Kosten inklusive Sozialversicherungsbeiträge 515 Euro, davon 350 Euro Ta- schengeld, jährlich 6.180 Euro, bei 100 Vorpraktika mit einem Kostenvolumen von 618.000 Euro).  Jobticket KVV analog einer Fahrkostenpauschale (21,50 Euro mtl. = 258 Euro jährlich pro Person). Allgemeine Personalentwicklung Aufgabe des Arbeitgebers ist es, den Arbeitnehmenden in ihren Wünschen, zum Beispiel nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf, entgegenzukommen, ohne dass dies zu Konflik- ten oder zur Beeinträchtigung der Arbeit führt. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang lebensphasenbezogene Ansätze:  Berücksichtigung von Wünschen in Bezug auf Arbeitszeit/Dienstplan (Planbarkeit), ins- besondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit der Berufstätigkeit mit familiären Anforde- rungen.  Kita-Platz für Kinder von Mitarbeitenden (auch Auswärtigen, insbesondere unter 3 Jah- re), eventuell Übernahme der Beiträge (befristet) 1 .  neue Arbeitsmodelle für älter werdende Fachkräfte.  Verkürzung der Arbeitszeit (3 Tage anstatt 5 Tage), Ermöglichung von Nebentätigkeiten.  Ausübung von altersentsprechenden Tätigkeiten innerhalb der Einrichtung; interne Rücksichtsnahme.  Weiterbildungen, Umschulungen (siehe oben).  Programme für Berufsausstieg und Arbeitszeitverkürzung. Darüber hinaus könnte das Abschließen einer abhängigen Berufsunfähigkeitsversicherung, eventuell durch den Träger finanziert, den Ausstieg aus dem Tätigkeitsfeld erleichtern, wenn andere Maßnahmen wie Weiterbildungen die Berufsfähigkeit nicht mehr herstellen können. 1 Problematik von Anreizsystemen sowie in Bezug auf den Rechtsanspruch ab 8/2013. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Vorlage - nach Vorberatung im Jugendhilfeausschuss - zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, in einem Kostenrahmen von zunächst 50.000 Euro einen Auftrag für eine Werbekampagne an eine Agentur zu vergeben und weitere Maßnah- men aus dem Strategiekatalog einzuleiten. Darüber hinaus genehmigt der Gemeinderat die Mittel in Höhe von 50.000 Euro als über- planmäßige Aufwendungen bei der Kostenstelle 5030.1000 gem. beiliegendem Antrag. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 14. Juni 2012

  • Ergänzungsantrag CDU TOP 8
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ERGÄNZUNGSANTRAG Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) Stadtrat Johannes Krug (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 26. Juni 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 36. Plenarsitzung Gemeinderat 26.06.2012 1119 8 öffentlich Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen Die CDU-Fraktion beantragt: Die geplante Werbekampagne soll sich nicht nur auf den Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen beschränken, sondern auch alle anderen Berufe im Sozialbereich wie in der Alten- und Krankenpflege sollen in die Kampagne einbezogen werden. Sachverhalt/Begründung: Erfolgt mündlich. unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Bettina Meier-Augenstein Karin Wiedemann Johannes Krug Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 26. Juni 2012

  • Stellungnahme TOP 8 Ergänzungsantrag
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Ergänzungsantrag CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 26.06.2012 eingegangen: 26.06.2012 Gremium: 36. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.06.2012 1119 8 öffentlich Dez. 3 Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen - Kurzfassung - Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat, zunächst eine Werbekampagne für pä- dagogische Fachkräfte durchzuführen und die Erfahrungen auszuwerten. Entspre- chend könnten die Ergebnisse in eine gezielte Kampagne für den Alten- und Kran- kenpflegebereich einfließen. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Ergänzungsantrag der CDU verweist darauf, dass auch in anderen Berufen im Sozialbereich, vor allem in der Alten- und Krankenpflege, der Fachkräftemangel die Versorgung in Frage stellen könnte und eine Werbung für diese Arbeits- und Berufs- felder sinnvoll ist. Vorgeschlagen wird, auch alle anderen Berufe im Sozialbereich in die Kampagne für pädagogische Fachkräfte einzubeziehen. Eine Werbekampagne für Professionelle in einer Kindertageseinrichtung richtet sich an andere Personen als eine an Interessierte für die Alten- und Krankenpflege. Auch bei den Ausbildungswegen, Fach- und Hochschulen sowie bei den Trägern von Kin- dertageseinrichtungen auf der einen Seite und Krankenhäusern, Senioren-/Pfle- geeinrichtungen auf der anderen Seite gibt es nur geringe Überschneidungen. Das Gleiche betrifft die Zuständigkeit innerhalb der Stadtverwaltung Karlsruhe. Die Planung einer gemeinsamen Werbekampagne würde erhebliche inhaltliche Schwierigkeiten in der Entwicklung und Umsetzung mit sich bringen. Möglicherweise würden die gewünschten Zielgruppen mit mehrdeutigen Botschaften nicht erreicht werden. Außerdem bestünde das Risiko, dass sowohl Träger von Einrichtungen als auch Ausbildungsträger mit unterschiedlichen Zielgruppen und Interessen nicht mehr für eine engagierte Umsetzung der Kampagne gewonnen werden können. Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat, zunächst eine Werbekampagne für pä- dagogische Fachkräfte durchzuführen und die Erfahrungen auszuwerten. Entspre- chend könnten die Ergebnisse in eine gezielte Kampagne für den Alten- und Kran- kenpflegebereicht einfließen.