Sachstandsbericht Servicestelle Übergang Schule - Beruf
| Vorlage: | 29668 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 14.06.2012 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 20.06.2012 7 öffentlich Dez. 3 Sachstandsbericht Servicestelle Übergang Schule-Beruf Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 20.06.2012 7 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt die dargestellte Arbeit der Servicestelle Übergang Schule- Beruf des Stadtjugendausschusses e.V. Karlsruhe (StJA e.V.) zur Kenntnis und befürwortet den Fortbestand für weitere zwei Jahre. Er schlägt dem Gemeinderat vor, Mittel im Doppel- haushalt 2013/2014 einzustellen, um die Förderung der Servicestelle Übergang Schule- Beruf mit je 80.000 € fortzuführen. Der Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung, im Laufe des Jahres 2014 einen Be- richt über die Evaluierung der Servicestelle Übergang Schule-Beruf Projektes vorzulegen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Von 2010 bis 2014 insgesamt 313.400 € ---- 313.400 € 2013 = 80.000 € 2014 = 80.000 € Haushaltsmittel stehen 2012 in voller Höhe zur Verfügung, 2013/2014 müssen im Doppelhaushalt 2013/14 eingeplant werden. Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.500.36.20.04.01 Kostenart: 4300 Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Miteinander - Übergang Schule-Beruf Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Auftrag Die Servicestelle Übergang Schule-Beruf ist ein Ergebnis aus den Vorgaben des Master- plans Karlsruhe 2015. Im 2. Sachstandsbericht zum Masterplan ist die Optimierung von Übergängen von der Schule in den Beruf mit hoher Priorität durch die Politik bewertet wor- den (Platz 6 von 45 Leitprojekten). Die Federführung dieses Leitprojektes wurde dem Stadt- jugendausschuss e.V. übertragen. Zur Umsetzung des Auftrages, allen Jugendlichen einen gelungenen Start in die berufliche Ausbildung zu ermöglichen, wurde die Servicestelle Übergang Schule-Beruf geschaffen. Sie erfasst die Angebote zum Übergang Schule-Beruf in Karlsruhe und zeigt Bedarfe auf. Diese Information stellt sie der Politik, Jugendlichen, Trägern, Schulen und der Wirtschaft zur Ver- fügung. Zusammen mit den bereits bestehenden Netzwerken soll die weitere Entwicklung in der Stadt koordiniert und gestaltet werden. Struktur Die Servicestelle Übergang Schule-Beruf ist beim Stadtjugendausschuss e.V. angesiedelt und reiht sich in den Themenkomplex Bildungsplanung ein. Die Umsetzung wird von einer Steuerungsgruppe begleitet, bestehend aus: Stadtjugendausschuss e.V. (Federführung und Einbindung der Beo-Netzwerke), Arbeitsförderungsbetriebe (Einbindung des ESF-Arbeitskreises (ESF=Europäischer So- zialfonds)) und Schul- und Sportamt (Einbindung der Bildungsplanung). Die Servicestelle ist seit 01.01.2011 mit einer halben Planstelle ausgestattet und befindet sich in zentraler Lage im Erdgeschoss des Jubez am Kronenplatz 1. Politische Bedeutung In Karlsruhe bestehen bereits viele gute Angebote. Diese sind meist mit ESF-Mitteln geför- dert. Mit dem Auslaufen der aktuellen ESF-Förderperiode im Jahr 2013 entsteht die Not- wendigkeit, sich für die folgende Förderperiode zu rüsten, in der weniger europäische Mittel zur Verfügung stehen werden. In den absehbaren „Verteilungskämpfen“ müssen die Projek- te dann ihre nachhaltige Wirkung unter Beweis stellen. Die Servicestelle will dies erreichen, indem sie den Markt in diesem Feld erfasst, darstellt, sortiert und qualifiziert. Quasi als Dach fungierend bewirkt sie Folgendes: 5. Perspektive: Qualifizierte nachhaltige Weiter- entwicklung 3. Schulen: Vermittlung der optimalen Angebote 4. Träger: Orientierung über fachlichen und fach- politischen Bedarf Servicestelle Übergang Schule -Beruf 1. Politik: Entscheidungs- hilfenzur Ressourcen- steuerung 2. Betroffene Jugendliche und Eltern: Information für passgenaue Maßnahmen Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Mit diesen Dienstleistungen wird die Servicestelle Übergang Schule-Beruf für die Stadt Karlsruhe zu einem qualifizierten Steuerungs- und Planungsinstrument. Mit diesem Instru- ment können Transparenz geschaffen und Synergien hergestellt werden. So soll die Nach- haltigkeit der Projekte im Übergang Schule-Beruf abgesichert werden – eine wichtige Vo- raussetzung für die Förderung in der folgenden ESF-Periode. Eigene Projekte werden nicht durchgeführt. Bisherige Arbeit Im Rahmen der Veranstaltung „Forum Soziales Karlsruhe“ wurde die Servicestelle am 22. März 2012 öffentlich vorgestellt. Der ESF-Arbeitskreis wurde am 23. April 2012 informiert. Am 9. Mai 2012 fand ein Fachtag mit dem Titel „Bildung hat Zukunft - Gelingende Übergän- ge von der Schule in den Beruf“ statt. Bei allen Veranstaltungen war das Interesse am The- ma und an einer weiteren Zusammenarbeit groß. So werden die Kommunikation mit den Fachleuten und das Netzwerk der Träger kontinuierlich ausgebaut. 2011 hat die Servicestelle eine erste Untersuchung zur Erfassung der Angebote durchge- führt. Vor allem ist Folgendes erhoben worden: Welche Angebote gibt es in den Feldern Berufsorientierung und Sozialkompetenz an Schulen? Wie verbreitet sind diese Angebote (Häufigkeit und Nachhaltigkeit)? Handelt es sich um schulische oder außerschulische Angebote? Besteht ein Entwicklungsbedarf? Ein erheblicher Abstimmungsbedarf mit den staatlichen Behörden verzögerte den Beginn der Befragung. Für die Befragung wurde zur Bedingung gemacht, dass keine qualitativen Bewertungen vorgenommen werden. Die Untersuchung wurde als so genannte Expertenbefragung an allen 12 Karlsruher Haupt- und Werkrealschulen durchgeführt. Befragt wurden die jeweiligen Schulleitungen bzw. die von ihnen beauftragten Personen. Parallel wurden Schulsozialarbeiter von 9 dieser 11 Schu- len interviewt. Eine Schule beteiligte sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht an der Befra- gung. Die Ergebnisse des ersten Teils der Befragung waren: In den unteren Klassen (5/6) dominieren die Angebote zur Sozialkompetenz gegenüber de- nen der Berufsorientierung. Dies sind zumeist einmalige Angebote für die Dauer von einem Tag. In den Stufen 7 und 8 dominieren dann die Berufsorientierungsangebote. Diese finden mehrwöchig statt, Einzeltermine kommen hinzu. Deutlich wird, dass der Bereich Berufsorien- tierung sehr viel intensiver, strukturierter und umfänglicher abgedeckt wird als der Bereich Sozialkompetenztraining. In beiden Bereichen, Berufsorientierung und Sozialkompetenztrai- ning, finden die Angebote zumeist mit externen Partnern statt. Erfreulich ist, dass unabhän- gig vom Angebotstyp meist alle Schüler einer Klassenstufe mit den Angeboten erreicht wer- den. Zum Bedarf wurde Folgendes geäußert: Am häufigsten wurde genannt, dass den Kindern die Unterstützung durch das Elternhaus fehlt und sie nicht ausreichend im Prozess des Übergangs von den Eltern begleitet werden. In der Folge werden Eltern als uninformiert erlebt. Die Schulen betonen, dass Eltern hier in den Übergangsprozess einbezogen werden müssen und dies von schulischer Seite auch angestrebt wird. Um Kommunikationsabläufe zwischen Eltern, Schulen und Trägern zu ver- bessern, müssen neue Wege in der Elternarbeit gegangen werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Auf die offene Frage: "Wo ist am Berufsübergang Bedarf?" sagten von 11 Schulexperten... 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Nennungen 10998644 Die Unterstützung der Eltern fehlt Angebotsmarkt ist unübersichtlich/ Aufstellung fehlt Deputatsstunden fehlen Unterstützung der Lehrer fehlt Qualifikationen in den Kernfächern fehlen Selbstvertrauen bei den Schülern fehlt Die Eltern sind nicht informiert Zur Bearbeitung dieser ersten Ergebnisse hat die Servicestelle – mit ihren Netzwerkpartnern – am 09. Mai 2012 einen Fachtag mit dem Titel „Bildung hat Zukunft - Gelingende Übergän- ge von der Schule in den Beruf“ durchgeführt. Dabei wurde im Rahmen eines Vortrages von Prof. Dr. Sacher von der Universität Nürnberg-Erlangen und im Rahmen eines Workshops die Möglichkeiten der „Elternarbeit“ von Schulexperten, Trägern und Schulsozialarbeitern diskutiert. Ziel dabei ist, die individuelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler durch die Eltern zu intensivieren, damit sich die Übergangsrate in die Ausbildung signifikant verbes- sert. Die Befragung der Schulen hat weiterhin deutlich gemacht, dass der Angebotsmarkt von außerschulischen Projekten in Karlsruhe groß ist. Die Schulen bekommen sehr viele „Ein- zelprojektunterlagen“ zugesandt, die oftmals nicht mehr gesichtet werden können. Um dem zu begegnen, erfolgte eine umfassende Abfrage der in Karlsruhe stattfindenden Projekte durch die Servicestelle Übergang Schule-Beruf. Zum Schuljahresbeginn 2012/2013 wird eine aktualisierte Veröffentlichung dieser Aufstellung erfolgen, die dann auch im Inter- net bereit gestellt wird. So sollen Schulen – wie auch Eltern – über diese Informationen ver- fügen können. Schulintern wurden insbesondere die fehlenden Deputatsstunden bemängelt, weil auf Grund der Zusammenlegung einiger Schulen die Klassen sehr groß sind. Die Klassenlehrer können den vielen Kindern mit ihren multiplen Problemlagen nicht individuell gerecht werden. Sie empfinden sich als „auf sich allein gestellt“. Allerdings besteht hier für die Servicestelle Übergang Schule-Beruf keine Handlungsmöglichkeit. Finanzen Seit 2010 wurden für dieses Leitprojekt Haushaltsmittel in Höhe von jährlich 100.000 € be- reitgestellt. Mit ihnen werden eine halbe befristete Personalstelle, das Büro der Servicestelle sowie Sachmittel für Tagungen, Workshops, Information und Honorare finanziert. Im Oktober 2010 startete das Projekt. 2011 stand im Zeichen der Untersuchung, so dass für beide Jahre insgesamt 73.400 € verausgabt wurden. Seit 2012 stehen Fachveranstaltungen Ergänzende Erläuterungen Seite 5 und die Information aller Beteiligten im Mittelpunkt. Das erhöht den Bedarf auf 80.000 € pro Jahr. Haushaltsjahr Plan Ist 2010 100.000 € 32.000 € 2011 100.000 € 41.400 € 2012 100.000 € 80.000 € (geschätzt) Zwischensumme 2010 – 2012 300.000 € 153.400 € (geschätzt) Folgekosten 2013 80.000 € 80.000 € Folgekosten 2014 80.000 € 80.000 € Gesamtsumme 2010 – 2014 460.000 € 313.400 € Ausblick Um mit der begonnenen Arbeit der Servicestelle sinnvolle und effektive Strukturen zu schaf- fen, die eine nachhaltige Steuerung und Wirkung der Maßnahmen im Übergang Schule- Beruf ermöglicht, ist die Förderung der Servicestelle für weitere zwei Jahre im Doppelhaus- halt 2013/14 mit je 80.000 € zu gewährleisten. Bis zum Jahr 2014 erfolgt eine Evaluierung, die die Wirksamkeit der Servicestelle bewertet und der Politik eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen liefert. Damit wird es möglich, bis zum Ende der ESF- Förderperiode eine qualifizierte Informationsplattform zu schaffen, die vorhandenen Netz- werke weiter zu entwickeln, und notwendige Entwicklungsbedarfe zu erkennen. Dadurch wird auch für Anträge auf Förderung aus europäischen Mitteln nach 2014 eine qualifizierte Basis geschaffen, ein zielgerichteter Ressourceneinsatz ermöglicht und Doppelförderungen verhindert. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: I. Antrag an den Jugendhilfeausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt die dargestellte Arbeit der Servicestelle Übergang Schule- Beruf des Stadtjugendausschusses e.V. Karlsruhe (StJA e.V.) zur Kenntnis und befürwortet den Fortbestand für weitere zwei Jahre. Er schlägt dem Gemeinderat vor, Mittel im Doppel- haushalt 2013/2014 einzustellen, um die Förderung der Servicestelle Übergang Schule- Beruf mit je 80.000 € fortzuführen. Der Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung, im Laufe des Jahres 2014 einen Be- richt über die Evaluierung der Servicestelle Übergang Schule-Beruf Projektes vorzulegen. II. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 20.06.2012. III. Aufnahme ins Ratsinformationssystem und Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Gemeinderates/Ausschusses. IV. z. d. A. (Hauptregistratur im Hauptamt) Dez. 1 Dez. 3 Dez. 4 Stadtkämmerei KA Map. Dir.SJB StJA e.V. Sachbearbeiter: Herr Pistorius Tel.: R 5600 AZ: (nur für die interne Bearbeitung)