Vorstellung des Projektes "BeoPlus - ein Berufsorientierungsnetzwerk für Gesundheit, Pflege und Soziales"

Vorlage: 29665
Art: Beschlussvorlage
Datum: 14.06.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Jugendhilfeausschuss

    Datum: 20.06.2012

    TOP: 4

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 4 BeoPlus - 20120611
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 20.06.2012 4 öffentlich Dez. 3 Vorstellung des Projektes "BeoPlus - ein Berufsorientierungsnetzwerk für Gesundheit, Pflege und Soziales" Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 20.06.2012 4 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt das Konzept von „BeoPlus - ein Berufsorientierungs- netzwerk für Gesundheit, Pflege und Soziales“ zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung Kontierungsobjekt:PSP-Element: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Miteinander – Übergang Schule-Beruf Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Ausgangslage Der Ausbildungsmarkt ist durch zwei Problemlagen gekennzeichnet: Zum einen durch einen zunehmenden Fachkräftemangel und zum anderen durch die unzureichende Vorbereitung junger Menschen auf den Arbeitsmarkt. Daneben gibt es immer noch eine hohe Dunkelziffer von nicht versorgten Jugendlichen – so die Aussage des Bundesinstitutes für Berufsbildung. Der Fachkräftemangel ist mittlerweile auch im sozialen Dienstleistungsbereich angekom- men. Insbesondere in der Alten- und Krankenpflege, sowie im Erziehungs- und Betreuungs- bereich wird der Mangel an qualifizierten Fachkräften beklagt. Der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe (StJA e.V.) hat mit seiner Jugendagentur ein ent- wicklungsorientiertes Bildungsnetzwerk entwickelt. Damit fördert er die Persönlichkeitsbil- dung und die Ausbildungsreife beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die Jugenda- gentur bietet verschiedene Bildungs-, Lern- und Beteiligungsprojekte stadt- und landkreis- weit an. 2. Projektidee Bereits seit 2007 besteht das von der Agentur für Arbeit nach § 33 Sozialgesetzbuch - Ach- tes Buch - Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) geförderte Projekt zur vertieften Berufsorien- tierung „BeoNetzwerk“. Mit ihm werden Jugendliche der Klassenstufe 7 und 8 aus Haupt-, Werkreal-, und Realschulen, Berufsschulen und Gymnasien in ihrer Persönlichkeitsreifung und beruflichen Entscheidungsfindung gefördert. Im ersten Schulhalbjahr werden in Bau- stein I in der Klassengemeinschaft, d.h. im Unterricht, soziale und personale Kompetenzen gestärkt. Im zweiten Schulhalbjahr werden in Baustein II freiwillige Projekte, d.h. außerhalb des Unterrichts, zur vertieften Berufsorientierung mit Auszubildenden und Betrieben durch- geführt. In den vergangenen Jahren ist es damit gelungen, für die Region Karlsruhe ein fast flächen- deckendes Angebot zur vertieften Berufsorientierung für Haupt-, Werkreal-, Real- und För- derschulen aufzubauen. Aus dem Netzwerk mit Schulen, Wirtschaft und Jugendarbeit sind viele gute Ideen und Projekte auf den Weg gebracht worden. Im Schuljahr 2010/11 haben über 3.400 Jugendliche im Stadt- und Landkreis die Angebote des BeoNetzwerkes genutzt. Nun hat die Jugendagentur Karlsruhe mit BeoPlus ein neues Bildungs- und Berufsorientie- rungsprojekt entwickelt, mit dem junge Menschen intensiv und nachhaltig ihre sozialen und pflegerischen Stärken und Kompetenzen entwickeln können. BeoPlus ist die inhaltliche Erweiterung und der Ausbau des BeoNetzwerkes für die Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales. Die Jugendlichen werden über entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten in die- sem Feld informiert und bekommen eine Begleitung in den Einstieg und die Ausbildung. So werden Jugendliche bei der Bewältigung des Übergangs von der Schule in den Beruf im gesundheitlichen, pflegerischen und sozialen Bereich unterstützt. 3. Projektziele Ziel für die Jugendlichen:  BeoPlus fördert und stärkt die Sozial- und Handlungskompetenzen von Jugendlichen. Individuelle Werte- und Normenhaltungen werden reflektiert, damit Jugendliche ihre per- sönliche und berufliche Entwicklung eigenverantwortlich planen können. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Sozial- und jugendpolitische Ziele:  BeoPlus regt eine öffentliche und generationenübergreifende Debatte über die Notwen- digkeit eines Imagewechsels bei den sozialen und pflegerischen Berufsgruppen an.  BeoPlus schafft ein Netzwerk zwischen Schulen, Fachschulen und sozialen Einrichtun- gen zum Austausch zukünftiger Berufs- und Ausbildungsanforderungen.  BeoPlus als Teil eines Netzwerkes, hilft mit bei der fachgerechten Bedarfsdeckung von Pflege- und Erzieherstellen. Schulpolitisches Ziel:  Das BeoPlus-Konzept soll nach Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt in das Schulcurriculum des Wahlpflichtfaches „Gesundheit und Soziales“ integriert werden. 4. Projektstruktur, Finanzierung Das Förderprogramm, „XENOS - Integration und Vielfalt“, ist ein Bundesprogramm des Eu- ropäischen Sozialfonds (ESF). Aus diesem Programm wurde das Gesamtprojekt mit dem Projekttitel “Qualicard - Berufsstart mit System in lokalen Bildungsnetzwerken" bewilligt. Als Hauptantragsteller fungiert die Jugendstiftung Baden Württemberg. Hier ist der Stadtjugend- ausschuss e.V. Karlsruhe mit dem Teilprojekt BeoPlus Projektpartner. Daneben sind der Kreisjugendring Rems Murr und die Türkische Gemeinde in Baden Württemberg weitere Projektpartner. Die Förderdauer begann am 01.01.2012 und endet am 31.12.2014. Das Ge- samtfördervolumen beträgt für Karlsruhe 790.000 €. Das beinhaltet die Finanzierung von 3,8 Planstellen mit 596.720 € sowie 100.500 € Honorarmittel und Sachausgaben in Höhe von 92.780 €. Die Kofinanzierung durch den Stadtjugendausschuss e.V. beträgt 30% (237.000 €). Mit die- sen konnten 553.000 € Bundesmittel für das Projekt akquiriert werden. 5. Zielgruppen Die Zielgruppen von BeoPlus sind Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 bis 10 der Werk- realschulen mit dem Wahlpflichtfach „Gesundheit und Soziales“ sowie „Bildung und Erzie- hung“ und Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 der Förderschulen. Bei der Konzi- pierung und Umsetzung von BeoPlus wird die kulturelle und gesellschaftliche Herkunft von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund besonders berücksichtigt. BeoPlus hat im Januar 2012 mit der Konzeptentwicklung und Netzwerkarbeit begonnen. In Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt ist die erste Umsetzungsphase mit zwei Werkre- alschulen mit hohem Anteil von sozialen Auffälligkeiten (Anne-Frank-Schule und Schiller- Schule) und einer Förderschule (Vogesenschule) geplant. Im Endausbau sollen alle Karlsru- her Haupt-, Werkreal- und Förderschulen auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen BeoPlus und der einzelnen Schule in das Projekt einbezogen sein. Bei der in- haltlichen Gestaltung wird zunächst auf die Netzwerke der Schulen aufgebaut, die dann zu einem stadtweiten fachlichen Netzwerk im Bereich der sozialen Dienstleistung in Karlsruhe entwickelt werden. Die Beteiligung an dem dreijährigen BeoPlus-Projekt wird zertifiziert über die landesweit anerkannte Qualicard der Jugendstiftung. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 6. Umsetzung und Zeitplan Konzeptphase Von Januar bis Mai 2012 wurde das Konzept entwickelt. Da es sich um ein neuartiges Mo- dellprojekt handelt, bedarf es dazu intensiver Absprachen, insbesondere mit den Xenos- Projektpartnern, vor allem der Jugendstiftung Baden-Württemberg, aber auch mit den Part- nern auf lokaler Ebene wie dem Staatlichen Schulamt und den beteiligten Schulen. Neben der Konzeptentwicklung steht die Weiterentwicklung des Netzwerkes im Vordergrund. Die Durchführung des Fachtages „Bildung hat Zukunft“ am 09. Mai 2012 trägt zum fachli- chen Austausch und zur Stärkung des Netzwerkes bei. Phase I – in der Schulzeit Die Konzeptgestaltung und Umsetzung mit allen Schülerinnen und Schülern der entspre- chenden Klassenstufen ab Klasse 7 erfolgt in Kooperation mit den entsprechenden Lehrkräf- ten der beteiligten Werkreal- und Förderschulen. Die neu gewonnenen Mitarbeiterinnen von BeoPlus orientieren das Konzept am Schulcurriculum. Das Konzept für die Förderschulen berücksichtigt die besonderen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Klasse 7 ab Juni 2012 BeoPlus beginnt mit einem Sensibilisierungs- und Infovormittag für alle Schülerinnen und Schüler. Dieser ist dem Alter entsprechend spielerisch aufbereitet. Klasse 8 Altersgerechte Sensibilisierungsangebote wie z.B. Selbst- und Eigenwahrnehmung, die per- sönliche Haltung reflektieren, Motivation und persönlichen Kompetenzen stärken. Das Kon- zept der Stärkenarbeit wird von geschulten BeoPlus-Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen in Kooperation mit Lehrkräften entwickelt und durchgeführt. Klasse 9 Zur Vorbereitung auf das Berufspraktikum im sozialen Dienstleistungsbereich im Wahlpflicht- fach „Soziales und Gesundheit“ wird ein zweiwöchiges Projekt durchgeführt. Dieses Projekt besteht aus einer Woche Kompetenz- und Sozialtraining zur Vorbereitung auf ein anschlie- ßendes, angeleitetes einwöchiges Praktikum in einem sozialen Dienstleistungsunternehmen. Klasse 10 Für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die aufgrund schlechter schulischer Leistungen oder aber eigener Unentschlossenheit bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ausbildungs- platzzusage erhalten haben, bietet BeoPlus ein zweites Praktikum an. Auf der Grundlage der Auswertung und Reflexion der Projektwochen in Klasse 9 wird ein weiteres ein- bis zweiwöchiges Praktikum absolviert. Dabei wird eine fundierte, persönliche Entscheidungs- grundlage für die richtige Ausbildung herausgearbeitet. Darüber hinaus kann Schülerinnen und Schülern, deren Leistung für einen guten Haupt-, bzw. Werkrealschulabschluss nicht ausreicht, eine Lernbegleitung (ILB= individuelle Lern- begleitung) ab Klasse 8 angeboten werden. Ziel ist, dass die Jugendlichen, entsprechend ihrem Leistungsprofil, einen optimalen Schulabschluss erreichen. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Phase II – nach der Schulzeit Vorbereitung, Konzeptentwicklung und Umsetzung dieser Phase werden in enger Partner- schaft mit den Fachschulen und Dienstleistungseinrichtungen abgestimmt und geplant. Jugendliche, die keinen oder keinen geeigneten Schulabschluss erreicht haben, bietet Be- oPlus folgende Unterstützungsmöglichkeiten, die auch miteinander kombinierbar sind: 1. „Begleiteter Einstieg“ über ein einjähriges Pflege- und Sozialpraktikum mit der an- schließenden Option einer zweijährigen Ausbildung als Servicehelfer für den Bereich Gesundheit und Pflege. Diese Ausbildung zum Servicehelfer lehnt sich an das Mo- dell der Robert Bosch Stiftung an. 2. Nach der bestandenen Servicehelferausbildung besteht die Möglichkeit, eine regulä- re Ausbildung anzutreten (s. Modell Robert Bosch Stiftung). 3. Während der regulären Ausbildung zum/zur Erzieher/in, Alten- oder Krankenpfle- ger/in werden eine intensive Lernbegleitung und ein Sozialcoaching für Schülerinnen und Schüler angeboten, die Unterstützungsbedarf im Persönlichkeitsbereich bei den sogenannten Soft-Skills haben. Die Ausbildungs- und Unterstützungsangebote erfolgen in enger Kooperation mit den Fach- schulen sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Dabei werden verbindliche Vereinba- rungen mit Arbeitgebern über die Entlohnung und den Einsatz der Arbeitskräfte getroffen. Dies erfolgt im Einvernehmen mit den Interessenvertretern der Arbeitnehmer. Ziel ist es, den jungen Menschen langfristig einen qualifizierten Arbeitsplatz mit existenzsichernder Entloh- nung zu gewährleisten. Gleichzeitig wird damit ein Beitrag zur Abfederung des Fachkräftemangels in diesen sozial- pflegerischen Arbeitsfeldern erbracht. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: I. Antrag an den Jugendhilfeausschuss: Der Jugendhilfeausschuss nimmt das Konzept von „BeoPlus - ein Berufsorientierungs- netzwerk für Gesundheit, Pflege und Soziales“ zur Kenntnis. II. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 20.06.2012. III. Aufnahme ins Ratsinformationssystem und Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Gemeinderates/Ausschusses. IV. z. d. A. (Hauptregistratur im Hauptamt) Dez. 1 Dez. 3 Dez. 4 Stadtkämmerei Dir.SJB StJA e.V. Sachbearbeiter: Herr Pistorius Tel.: R 5600 AZ: (nur für die interne Bearbeitung)