Beteiligung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH an Windparkprojekten

Vorlage: 29273
Art: Beschlussvorlage
Datum: 16.04.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 24.04.2012

    TOP: 4

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Stadtwerke Windparkprojekte
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 34. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.04.2012 1049 4 öffentlich Dez. 4 Beteiligung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH an Windparkprojekten Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 17.04.2012 6 Gemeinderat 24.04.2012 4 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat stimmt - nach Vorberatung im Hauptausschuss - der Beteiligung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH an der noch zu errichtenden Beteiligungs- Gesellschaft für Baltic 2 in Höhe von rd. 14 Mio. Euro und der Windpool GmbH & CO KG in Höhe von 1 Mio. Euro zu. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kostenstelle: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Finanzierung bei SWK GmbH Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Zur Realisierung der Klimaschutzziele der Bundesregierung und auch der Landesre- gierung Baden-Württemberg ist es notwendig, die Erneuerbaren Energien verstärkt und schneller auszubauen als bisher. Hierzu müssen alle ihren Beitrag leisten. Auch die Stadt Karlsruhe hat sich in ihrem Klimaschutzkonzept verpflichtet, den Anteil der Erneuerbaren Energien zu erhöhen (z. B. Verdoppelung bis zum Jahr 2020 gegen- über dem Stand bei Erstellung des Konzeptes). Auch die Stadtwerke beabsichtigen, ihren Teil dazu beizutragen, ganz im Sinne ihrer Unternehmensleitlinie „Versorgung mit Verantwortung“. Ein allgemeiner Konsens besteht darüber, dass die Windenergie hierzu einen ganz entscheidenden Beitrag leisten muss, da sie die mit Abstand günstigste und am schnellsten zu realisierende Erneuerbare Energienquelle ist. Klar ist auch, dass in Karlsruhe keine sehr günstigen Windverhältnisse vorliegen und ein Bau von Wind- kraftanlagen (WKA) oder eine Beteiligung daran durch die Stadt oder die Stadtwerke Karlsruhe sich daher nicht auf das Stadtgebiet und die umliegende Region be- schränken kann, sondern darüber hinaus gehen muss. 1. Ausbauziele der Stadtwerke Karlsruhe GmbH (SWK) für Windkraftanlagen Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Karlsruhe GmbH hat in seiner Sitzung vom 13.10.2011 dem von den Stadtwerken vorgeschlagenen Konzept zum weiteren Vor- gehen insbesondere bei der Windkraftnutzung zugestimmt. Es wurde ein Planungs- ziel von 50 MW bis zum Jahr 2020 vorgegeben, das im Wesentlichen durch Beteili- gungen an möglichst verschiedenen Windkraftprojekten erreicht werden soll. Zur Minimierung des Investitionsrisikos soll ein Mix aus Offshore- und Onshore-Anlagen realisiert werden. Hierfür wurden in den Wirtschaftsplänen für 2011 und den Folge- jahren jeweils 5 Mio. € eingeplant. Ebenfalls in der oben genannten Sitzung wurden verschiedene Beteiligungsmöglich- keiten vorgestellt. Zwei davon wollen die SWK nun konkret angehen und haben dem Aufsichtsrat folgende Beteiligungen daran vorgeschlagen: Ergänzende Erläuterungen Seite 3 - am Offshore-Windpark der EnBW Baltic 2 mit 6,5 MW mit einer Anzahlung von 3,9 Mio. € im Jahr 2012 und einem Gesamtvolumen von maximal 14 Mio. € bis 2014 und - am Onshore-Windportfolio von WINDPOOL in Höhe von 1 Mio. €. Der Aufsichtsrat hat diesen Vorschlägen in seiner Sitzung am 13.03.2012 unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gemeinderats der Stadt Karlsruhe mit großer Mehr- heit zugestimmt und die Geschäftsführung ermächtigt, weitere Schritte einzuleiten. Die erforderlichen Summen sind im Wirtschaftsplan 2012 eingestellt. 2. Offshore-Windpark EnBW Baltic 2 Die EnBW hat bereits mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Offshore-Windparks Baltic 1 in der Ostsee gute Erfahrungen gesammelt. Es ist eines der wenigen Offshore-Projekte, die den Zeitplan und Kostenrahmen in etwa eingehalten haben. Der Windpark Baltic 1 hat eine Gesamtleistung von 48 MW und liegt in einer Entfer- nung zur Küste von 16 km, bei einer Wassertiefe von 18 m. Baubeginn war im März 2010, Inbetriebnahme im April 2011. Die Gesamtkosten betragen rund 200 Mio. €. Am Windpark Baltic 1 sind eine Reihe von Stadtwerken mit der maximal möglichen Höhe von insgesamt 49 % beteiligt. Das Beteiligungsangebot war seinerzeit deutlich überzeichnet. Im Dezember 2011 hat die EnBW nun über 100 Stadtwerken eine Beteiligung am Offshore-Windpark EnBW Baltic 2 (ebenfalls in der Ostsee) mit 80 Windturbinen und einer Gesamtleistung von 288 MW angeboten. Alle wesentlichen Aufträge sind be- reits vergeben, Baubeginn ist im Sommer 2012. Die Stadtwerke wurden aufgefor- dert, bis Ende Januar 2012 eine indikative Interessensbekundung über die ge- wünschte Höhe der Beteiligung abzugeben. SWK würden sich an einer Beteili- gungsgesellschaft (BG) in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG beteiligen. Diese BG beteiligt sich dann an der eigentlichen Projektgesellschaft EnBW Baltic 2 GmbH & Co. KG, an der die Großinvestoren (> 20 MW) und die EnBW über die EEE Ergänzende Erläuterungen Seite 4 (EnBW Erneuerbare Energien Gesellschaft = Triple E genannt) beteiligt sind. EEE möchte mindestens 50,1 % der Anteile behalten. Das Eigenkapital (Einlage der Gesellschafter) teilt sich in zwei Teilzahlungen auf. Bei Abschluss der Anteilskaufverträge (etwa im September 2012) ist eine Anzahlung in Höhe von 0,6 Mio. € pro MW zu leisten, die Restzahlung erfolgt nach Vorlage der Schlussrechnung im Jahr 2014 (ca. 3. Quartal). Bei spezifischen Projektkosten in der Größenordnung von 4,5 Mio. € je MW wird eine Rendite von 9 bis 10 % prognosti- ziert. Selbst wenn die Investkosten noch ansteigen würden, kann von einer Rendite deutlich über der Verzinsung festverzinslicher, banküblicher Anlagen ausgegangen werden. Die SWK hat Interesse an einer Beteiligung in Höhe von 6,5 MW bekundet. Eine endgültige Investitionsentscheidung muss erst nach Vorlage der von der EnBW in Auftrag gegebenen Gutachten von PricewaterhouseCoopers und Mott MacDonald getroffen werden. Erst dann ist - wie oben erwähnt - die Anzahlung in Höhe von 0,6 Mio. € pro MW zu leisten, insgesamt also 3,9 Mio. €. Die Restzahlung in Höhe von rd. 10 Mio. € erfolgt nach Vorlage der Schlussrechnung im Jahr 2014. Dann werden auch die Anteile an dem Windpark EnBW Baltic 2 an die SWK übertragen. Die Anteilskaufverträge sind, sobald die Beteiligungsunterlagen vorliegen, dann aber relativ kurzfristig zu unterzeichen. Die Gesellschaftsverträge werden im Grundsatz denen von Baltic 1 entsprechen. 3. Onshore-Beteiligung an WINDPOOL Die WINDPOOL GmbH & Co. KG ist eine Beteiligungsgesellschaft, die speziell auf Stadtwerke in Deutschland ausgerichtet ist, denen sie seit 2009 Beteiligungen anbie- tet. Gesellschaftszweck ist der Erwerb von Onshore-Windparks an verschiedenen Standorten in Deutschland bis zu einer Gesamtleistung von 100 MW. Derzeit besitzt WINDPOOL 6 Windparks mit einer Gesamtleistung von rd. 23 MW. Alle Beteiligun- gen werden von unabhängigen Gutachtern vor Ankauf im Auftrag von Windpool ge- prüft. Es werden bislang nur Projekte dem Gesellschafterkreis vorgeschlagen, die Ergänzende Erläuterungen Seite 5 eine Rendite von mind. 10 % erwarten lassen. Über den Ankauf entscheiden die Ge- sellschafter. Bislang sind - neben den Geschäftsführern von WINDPOOL - das Elektrizitätswerk Mittelbaden, die Technischen Werke Schussental, die GGEW Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerke Bergstraße AG sowie die Stadtwerke aus Emmendingen, Haslach und Passau mit Beteiligungssummen zwischen 0,4 und 2,5 Mio. € beteiligt. In die- sem Jahr sind die Stadtwerke Gießen mit einem Anteil von 1,5 Mio. € beigetreten. Das aktuelle Gesellschaftskapital liegt bei rund 10 Mio. €. Eine positive Expertise zu einer Beteiligung an der WINDPOOL GmbH & Co. KG wurde von der Wirtschaftsprü- fungsgesellschaft Ernst & Young erstellt. Eine Beteiligung in Höhe von 1 Mio. € ent- spricht einer Winderzeugungskapazität von ca. 2,5 MW. Schlussbemerkungen Bei einer Beteiligung an Windpool können die SWK sofort anteilig von den Winder- trägen der schon in Betrieb befindlichen Anlagen partizipieren. Dies wurde vom Gut- achter ebenso positiv erwähnt wie die gute Diversifizierung und Vielfalt der gebote- nen Technik und Standorte, die bei der relativ niedrigen Beteiligung anderweitig kaum zu erzielen sind. Eine Erhöhung der Beteiligung ist darüber hinaus noch zu einem späteren Zeitpunk möglich. Mit Baltic 2 wollen die SWK einen ersten Einstieg in die Offshore-Technologie mit einem erfahrenen Partner vollziehen, der bereits einschlägige (gute) Erfahrungen gesammelt hat. Sobald alle Partner feststehen bzw. die vorgesehene Beteiligungs- höhe ausgeschöpft ist, wird die Beteiligungsmöglichkeit geschlossen, so dass eine spätere Beteiligung nicht mehr möglich ist. Beide Beteiligungen basieren auf dem bekannten Gesellschaftsmodell einer GmbH & Co. KG, das die SWK selbst mit ihren Solarparks erfolgreich als Bürgerbeteili- gungsmodell praktizieren. Sobald sich eine Beteiligungsmöglichkeit in der Region bietet, werden die SWK auch diese prüfen und gegebenenfalls eine Beteiligung vor- Ergänzende Erläuterungen Seite 6 schlagen. Die SWK beschäftigen sich derzeit ferner mit möglichen Modellen einer Bürgerbeteiligung auch für Windkraftanlagen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat stimmt - nach Vorberatung im Hauptausschuss - der Beteiligung der SWK an der noch zu errichtenden Beteiligungs-Gesellschaft für Baltic 2 in Höhe von rd. 14 Mio. Euro und der Windpool GmbH & CO KG in Höhe von 1 Mio. Euro zu. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. April 2012

  • Anlage Windparkprojekte
    Extrahierter Text

    Ausbauziele für Windkraft der Stadtwerke Karlsruhe Erwerb und Beteiligung von Windkraftanlagen bis 2020 - 25 MW Onshore (Karlsruhe und Deutschland)- 25 MW Offshore (deutsche Hoheitsgewässer in Nord- und Ostsee) Konkrete Beteiligungsvorschläge: 100 MW rd. 160 Mio. € 288 MW rd. 1,2 Mrd. € Gesamtleistung Gesamtinvest 1Mio. € in 2012 Ca. 2,5 MW 1 Mio. € Onshore(Deutschland) WINDPOOL Zahlungsflüsse (Anteil SWK) Beteiligung SWK Leistung Standort Projekte 4,9 Mio. € in 2012 9,0 MW Gesamt 2012 3,9 Mio. € in 2012 rd. 10 Mio. € in 2014 6,5 MW Offshore(Ostsee) EnBW Baltic 2 Standort: Ostsee Entfernung Küste: ca. 32 km nördlich von Rügen Größe: ca. 27 km² Wassertiefe: 23 – 44 m Windturbinen: 80 Anlagen mit je 3,6 MW (Siemens) Rotordurchmesser: 120 mGesamtleistung: 288 MW Baubeginn: 2012Fertigstellung: ca. 2014 Kennzahlen des EnBW-Baltic 2 Projektes EnBW Baltic 2: Struktur des Beteiligungsmodells › Nach Inbetriebnahme werden die Investoren mittelbar oder unmittelbar Gesellschafter der EnBW Baltic 2 GmbH & Co. KG Beteiligungs- gesellschaft (BG) GmbH & Co. KG EnBW AG EEE 100% Investor 1Investor n EnBW Baltic 2 GmbH Investor 1 Investor n > 50,1 % EnBW Baltic 2 GmbH & Co. KG < 49,9 % EnBW Baltic 2: Zeitplan Errichtung Betrieb 2014 Informations- veranstaltung: 15.12.2011 Versand Präsentation 12/2011 Platzierungs- angebot: 06/2012 Abschluss Anteilskaufverträge EB2 / Beteiligung BG und Leistung Anzahlung 09/2012 *) nach Inbetriebnahme Projektentwicklung Phase 1 Phase 1 Phase 2 Phase 2 Phase 3 Phase 3 Baltic 2 Platzierung Anteile 2011 2013 2012 Interessens- bekundung 01/2012 Endgültiger Erwerb Anteile EB2 und Zahlung Schlussrate* Q III 2014 Umwandlung EB2 GmbH in GmbH & Co. KG geplant Q III 2014 WINDPOOL: Onshore-Portfolio Beteiligungsangebot speziell für Stadtwerke(max. 20), 7 Stadtwerke sind bereits beigetretenPortfolio aus verschiedenen Windkraftanlagen in ganz Deutschland (Risikostreuung)Leistung: 100 MW im Endausbau Gesamtinvest: ca. 160 Mio. € davon ca. 40 Mio. € Eigenkapital durch Gesellschafter Min.-beteiligung: 400.000 €Anlagentypen: verschiedene Hersteller (Enercon, Vestas, Nordex, REpower) Inbetriebnahme: erster Windpark 2010, bislang 6 Windparks, weitere Anlagenwerden sukzessive erworben Renditeziel: ca. 9,5% WINDPOOL: Standorte der Windparks Windpark Flechtdorf Windpark Neuss Windpark Schwarzerden Windpark Auf den Langen Windpark Heidenburg Windpark Charlottenhof • Sechs Windparks in fünf verschiedenen Bundesländern mit insgesamt 21,9 MW • Alle vier in Deutschland führenden Anlagenhersteller vertreten (Nordex, Enercon, REpower, Vestas) • Windparkprojekte wurden von verschiedenen namhaften Anbietern erworben • Ein weiterer siebter Windpark wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 erworben WINDPOOL: Struktur des Beteiligungsmodells WINDPOOL GmbH & Co. KG WINDPOOL Verwaltungs GmbH Windpark A GmbH & Co. KG Stadtwerk A Stadtwerk Z Beirat Gutachter Geschäftsführung WINDPOOL Gesellschafter Windparks Manager Windpark B GmbH & Co. KG Windpark Z GmbH & Co. KG Stadtwerk B Mittelverwendungs- kontrolleur WINDPOOL: Beurteilung von Ernst&Young (E&Y) Qualitative Bewertung:• Die spezifischen Betriebsführungs- und Verwaltungskosten liegen durch die relativ kleinen Anteile an verschiedenen Windparks und Einzelanlagen über den Durchschnittswerten. • Die relativ kleinen Anteile an ver schiedenen Windparks und Einzelanlagen führen im Gegenzug zu einer risikoarmen Diversifizierung, im Hinblick auf - Standortgegebenheiten- eingesetzten Anlagentypen (nur renommierte Marken) Bei der Beteiligungssumme von 1 Mi o. € gibt es keine vernünftigen Alternativen zu dem WINDPOOL Engagement, wenn man eingesetztes Kapital in das Verhältnis setzt zum Gegenwert an Standort- undAnlagenvielfalt.