Anfrage StRn Baitinger, StRn Müllerschön, StR Pfalzgraf (SPD): Wildunfälle in Karlsruhe

Vorlage: 29128
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.03.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Stupferich

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.03.2012

    TOP: 15

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • SPD-Wildunfälle
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Ute Müllerschön (SPD) Stadtrat Hans Pfalzgraf (SPD) vom 3. Februar 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 33. Plenarsitzung Gemeinderat 27.03.2012 1029 15 öffentlich Wildunfälle in Karlsruhe 1. Wie viele Wildschutzzäune gibt es stadtweit, und an welchen Stellen sind die- se angebracht? 2. Wie viele und welche Tiere waren im Jahr 2011 in Wildunfälle verwickelt? 3. Welche Maßnahmen (Anbringung von Zäunen, Wildwarn-Reflektoren) sind geeignet, um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren? 4. Gibt es einen Mehrbedarf an Bejagung? 5. Ist eine Ausweitung der Wildschutzzäune oder Wildwarn-Reflektoren geplant? In den BNN vom 20.01.2012 wurde berichtet, dass auch im Stadtgebiet die Anzahl von Wildunfällen stetig zunimmt. Insbesondere wurde auf die Bereiche Willy-Brandt- Allee, Theodor-Heuss-Allee, Elfmorgenbruchstraße, Rittnertstraße und Tiefentalstra- ße hingewiesen. Die Ursachen sind nach Angaben der Forstverwaltung, Jägerverei- nigung und Polizei vielschichtig. Sie reichen von Paarungsverhalten und Futtersuche der Wildtiere über Flucht vor freilaufenden Hunden bis hin zu allgemeinen Wander- bewegungen. Im vergangenen Dezember wurden zwölf derartige Unfälle im Stadtge- biet verzeichnet. Mitte Januar waren es am Tag der Berichterstattung schon zehn Wildunfälle. Das sind unseres Erachtens nach viele Wildunfälle, obwohl die Stadt schon einige Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise so genannte Wildreflektoren, angebracht hat. Bis jetzt waren zum Glück immer nur kleinere bis mittlere Sachschä- den zu verzeichnen. Bevor es aber zu größeren Personenschäden oder gar tödlichen Unfällen kommt, sollten erforderliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Auswei- Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ tung von Zäunen oder weitere Anbringung von Wildwarn-Reflektoren oder andere Schutzmaßnahmen, ergriffen werden. Weitere Schritte zur Vorsorge und zu mehr Sicherheit sind schließlich im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. unterzeichnet von: Doris Baitinger Ute Müllerschön Hans Pfalzgraf Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 16. März 2012

  • TOP 15
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Ute Müllerschön (SPD) Stadtrat Hans Pfalzgraf (SPD) vom: 03.02.2012 eingegangen: 03.02.2012 Gremium: 33. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.03.2012 1029 15 öffentlich Dezernat 4 Wildunfälle in Karlsruhe Frage 1: Wie viele Wildschutzzäune gibt es stadtweit und an welchen Stellen sind diese an- gebracht? Auf der Südseite der Südtangente befindet sich ein Wildschutzzaun. Dieser reicht in etwa vom Autobahnanschluss Karlsruhe-Mitte bis zum Schwarzwaldkreuz. Weitere Wildschutz- zäune sind im Stadtgebiet nicht vorhanden. Frage 2: Wie viele und welche Tiere waren im Jahr 2011 in Wild-Unfälle verwickelt? Im Jagdjahr 2009/2010 (01.04.2009 – 31.03.2010) sind 53 durch Verkehrsunfälle verende- te Tiere statistisch erfasst. Im Jagdjahr 2010/2011 (01.04.2010 – 31.03.2011) sind es 61 verendete Tiere. Die Zahlen für das Jagdjahr 2011/2012 erhält das Kreisjagdamt im Ord- nungs- und Bürgeramt erst nach der Auswertung der Abschusspläne, voraussichtlich im April 2012. Überwiegend sind Rehe und Füchse betroffen, in geringerem Umfang auch Wildschweine, Dachse, Kaninchen, Hasen und Marder. Frage 3: Welche Maßnahmen (Anbringung von Zäunen, Wildwarn-Reflektoren) sind geeignet, um die Zahl der Wild-Unfälle zu reduzieren? Als Präventivmaßnahme zur Vermeidung von Wildunfällen ist die Aufstellung eines Wild- schutzzaunes sicher die wirkungsvollste Lösung. Allerdings eignet sich diese Variante nur Seite 2 bedingt im innerstädtischen Bereich, da ein Zaun beispielsweise entlang des Adenauer- rings durch viele Einfahrten unterbrochen werden müsste und somit seine Funktion ver- liert. Auch die Installation von Wildwarnreflektoren an den Straßenleitpfosten leistet einen we- sentlichen Beitrag zur Vermeidung von Wildwechsel über Straßen. Voraussetzung ist je- doch, dass das reflektierte Licht möglichst ungehindert zurückgestrahlt werden kann. Insoweit ist die Schutzwirkung abhängig von der Jahreszeit und von der Lage des an die Straße angrenzenden Geländes. Am Besten bewähren sich die blauen Wildwarn- Reflektoren, da dieses Farbspektrum vom Wild gut erkannt wird. So wurden 2011 auf der Ostseite der Elfmorgenbruchstraße und auf der Südseite der Fahrbahn von der Elfmor- genbruchstraße zum Autobahnanschluss Karlsruhe-Nord entsprechende Wildwarnreflek- toren angebracht. Möglich ist auch das Anbringen eines so genannten Duftzaunes. Dabei wird alle 3 Monate in eine Trägersubstanz ein Geruchsstoff appliziert. Durch die Geruchswirkung soll Wild abgehalten werden, die Straßen zu überqueren. Nachteile sind der hohe Unterhaltungs- aufwand, die kurze Wirkungsdauer sowie der Gewöhnungseffekt. Ein solcher Duftzaun wurde einige Jahre an der Straße zwischen Stupferich Richtung Kleinsteinbach vom Jagdpächter mit Erfolg unterhalten. Unterstützt durch eine konsequente Bejagung entlang der Straße hat sich die Zahl der Wildunfälle reduziert, so dass momentan der Duftzaun nicht mehr unterhalten wird. Frage 4: Gibt es einen Mehrbedarf an Bejagung? Ein genereller Mehrbedarf an Bejagung zur Reduzierung von Wildunfällen wird nicht ge- sehen. Den Jagdausübungsberechtigten wird jedoch empfohlen, in den Straßenrandbe- reichen die Bejagung zu intensivieren. Durch die gezielte Bejagung ist eine Reduzierung des Wildunfallrisikos möglich und das erlegte Wild ist außerdem als wertvolles Lebensmit- tel zu nutzen, während Unfallwild nicht verzehrt werden darf, sondern entsorgt werden muss. Seite 3 In der nächsten Sitzung des Kreisjagdamtes wird die Problematik noch einmal im Hinblick auf die Schwarzwildpopulation thematisiert und nach Lösungsansätzen gesucht. Frage 5: Ist eine Ausweitung der Wildschutzzäune oder Wildwarnreflektoren geplant? Nein, bislang sind keine weiteren Installationen vorgesehen. Generell werden diese Maßnahmen immer in Abstimmung mit dem Forst, den Jagdpäch- tern, der Polizei und dem Straßenbaulastträger besprochen und abgestimmt.