Antrag GRÜNE-Fraktion: Neugestaltung des alten Karlsruher Friedhofs

Vorlage: 29123
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.03.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Innenstadt-Ost, Oststadt

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.03.2012

    TOP: 10

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Alter Friedhof
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Tanja Kluth (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 25. Januar 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 33. Plenarsitzung Gemeinderat 27.03.2012 1024 10 öffentlich Neugestaltung des alten Karlsruher Friedhofs Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die nicht mehr als Friedhof genutzte Grünfläche zwischen Kapellenstraße und Ludwig-Erhard-Allee umzugestalten und aufzuwerten. Neben den heutigen sinnvollen Nutzungen als Spiel- und Aufenthaltsflächen müssen für Gräber und Denkmäler ungestörte Bereiche ausgewiesen werden. Außerdem sollten ansprechend aufbereitete Informationen über hier bestattete Karlsruher Persönlichkeiten entwickelt und in die digitalen Bestände des Stadtarchivs aufgenommen werden. Zur Vorbereitung einer Neugestaltung müssen in einem ersten Schritt - sämtliche Denkmäler auf dem Gelände aufgenommen und die Kosten für deren sachgerechte Sanierung festgestellt werden. - Weiterhin muss geklärt werden, ob alle Grabdenkmäler an Ort und Stelle verbleiben müssen, bzw. welche Denkmäler in einem ruhigen, abgetrennten Bereich – z. B. bei der Gruftenhalle – einen endgültigen geschützten Platz finden könnten. In einem zweiten Schritt sollte ein Wettbewerb zur Neugestaltung der Fläche durchgeführt werden mit dem Ziel, sowohl ansprechende Spiel- und Aufenthaltsbereiche für die Bevölkerung als auch geschützte Zonen für die Gräber und Grabdenkmäler in einem attraktiven Park zu verwirklichen. Der Alte Friedhof ist als Spiel- und Erholungsfläche zwischen den Verkehrsadern Kapellenstraße und Ludwig-Erhard-Allee für die Wohnbevölkerung in den angrenzenden Stadtteilen, aber auch für die Berufstätigen in den Büros an der Ludwig-Erhard-Allee eine wichtige, viel genutzte innerstädtische Grünfläche. Zwar wurden Spielflächen für verschiedene Altersstufen eingerichtet, dennoch fehlt es der Grünfläche an angenehmer Aufenthaltsqualität. Gruften, Grabsteine und Grabdenkmäler verteilen sich zwischen Spielflächen; es ist kein Abstand zwischen den lauten Nutzungen und den historischen Gräbern vorhanden. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Es ist also einerseits nötig, aus einer Grünfläche einen öffentlichen Park mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Andererseits sollten die Grabdenkmäler in ruhigen, abgetrennten Bereichen besser geschützt werden. Der Alte Karlsruher Friedhof ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier befinden sich die Gräber bedeutender Karlsruhe Persönlichkeiten wie Karl Friedrich Nebenius, Sigmund Freiherr von Reitzenstein und Heinrich Vierordt. Leider wird dies bei der heutigen Situation kaum wahrgenommen. Mit Blick auf den Stadtgeburtstag wäre es daher sinnvoll, für interessierte Besucherinnen und Besucher historisch bedeutsame Grabdenkmäler auffindbar zu machen, Hintergrundinformationen zur Verfügung zu stellen und die Umgebung ansprechend zu gestalten. Die beantragte Umgestaltung des Alten Karlsruher Friedhofs ist eine komplexe Aufgabe, für die in einem Wettbewerb qualitativ hervorragende Lösungsansätze entwickelt werden sollten. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Anne Segor Tanja Kluth Michael Borner Alexander Geiger Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 16. März 2012

  • TOP 10
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 25.01.2012 eingegangen: 25.01.2012 Gremium: 33. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.03.2012 1024 10 öffentlich Dez. 6 Neugestaltung des Alten Karlsruher Friedhofs - Kurzfassung - Die notwendigen Informationen zur historischen Ausstattung des Alten Friedhofs liegen im Stadtarchiv vor. Die derzeitige Nutzung der Parkanlage zwingt nicht zum Sammeln oder Verbringen der Grabsteine an einen ruhigeren Ort, weil besondere Anforderungen an die Pietät auf dem seit 1874 nicht mehr belegten Friedhof nicht gegeben sind. Eine neuliche Begehung durch Vertreter des Denkmalschutzes hat Schäden an einem Groß- teil der Grabdenkmale und der Gruftenhalle aufgezeigt. Die Verwaltung wird eine Schadens- aufnahme durchführen und im Bauausschuss berichten. Verschmutzungen aufgrund von Vandalismus werden umgehend beseitigt und Bauunterhal- tungsmaßnahmen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit vorgenommen. Darüber hinaus sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit für eine Neugestaltung der Grünanlage und kann den Antrag auf Durchführung eines Gestaltungswettbewerbes nicht befürworten. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) derzeit nicht beziffer- bar Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: PSP-Element: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Alte Karlsruher Friedhof wurde nach der Aufgabe der Friedhofsnutzung im Jahre 1874 und nach Ablauf der Belegungsfrist schrittweise in eine öffentliche Grünfläche umgewandelt. Dabei konnten die wesentlichen friedhofsarchitektonischen Elemente und bedeutenden Grabmäler erhalten werden. Zusammen mit dem alten Baumbestand verleihen diese Ele- mente der Gesamtanlage ein besonderes Flair, das ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der übrigen Karlsruher Grünflächen ausmacht. Zur Deckung des hohen Bedarfs an Spiel- und Freizeitflächen für die Innenstadt-Ost und die Oststadt wurden nach und nach Spielbereiche angelegt. Dies geschah unter Berücksichtigung der Würde der Gesamtanlage vor allem im Süden und Osten des Areals mit deutlichem Abstand von der historischen Gruftenhalle und der Kapelle. Mit der städtebaulichen Neuordnung im angrenzenden Bereich der Friedrich- List-Schule wurde die Schlossachse der verlängerten Waldhornstraße herausgearbeitet und durch das freigestellte Walzdenkmal akzentuiert. Trotz dieser Ergänzungen konnte der Grundcharakter der Anlage im Wesentlichen erhalten werden. Die derzeitige Nutzung der Parkanlage zwingt nicht zum Sammeln oder Verbringen der Grabsteine an einen ruhigeren Ort, weil besondere Anforderungen an die Pietät auf dem seit 1874 nicht mehr belegten Friedhof nicht gegeben sind. Der Belassung der noch vorhande- nen Grabdenkmäler an den ursprünglichen Stellen ist aus Sicht der Verwaltung unbedingt der Vorzug zu geben. Ein Grabdenkmal am tatsächlichen Bestattungsort hat einen besonde- ren Wert, da es nur hier gemeinsam mit dem physischen Grabteil eine historische Gesamt- anlage bilden kann. Bereits heute geben im Westen bei der Kapelle und am nordöstlichen Ausgang Informati- onsstelen Auskunft über die Geschichte des Friedhofs. Sie enthalten darüber hinaus einen Plan mit Hinweisen auf wichtige Grabdenkmäler sowie Kurzinformationen über hier bestatte- te bedeutende Personen. Um die Historie und den Denkmalwert der Anlage stärker ins Bewusstsein der Bürgerschaft zu bringen, ist vorgesehen, die vorhandenen Informationsstelen mit einem QR-Code auszu- statten, mit Hilfe dessen weitergehende Informationen aus dem Internet abgerufen werden können. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Gärtnerisch befindet sich die Anlage in einem guten Zustand. In den vergangenen Jahren wurden die Spielbereiche saniert und die Wegebeläge erneuert. Die Verwaltung sieht daher keine Notwendigkeit für eine Neugestaltung der Grünanlage und kann den Antrag auf Durch- führung eines Gestaltungswettbewerbes nicht befürworten. Vertreter des Denkmalschutzes (Regierungspräsidium, Bauordnungsamt und Zentraler Ju- ristischer Dienst) haben im März 2012 das Areal begangen und kamen zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Grabmale und die Gruftenhalle Schäden aufweisen. Die Verwaltung wird eine Schadensaufnahme durchführen und im Bauausschuss berichten. Verschmutzungen aufgrund von Vandalismus werden umgehend beseitigt und Bauunterhal- tungsmaßnahmen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit vorgenommen.