Demografischer Wandel in Karlsruhe: Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2010 - 2020 - 2030

Vorlage: 29118
Art: Beschlussvorlage
Datum: 11.01.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.03.2012

    TOP: 5

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • DemografischerWandel
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 33. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.03.2012 1019 5 öffentlich Dez. 2 Demografischer Wandel in Karlsruhe: Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2010 - 2020 - 2030 Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 27.03.2012 5 Antrag an den Gemeinderat Das Amt für Stadtentwicklung legt die Ergebnisse der neuesten Bevölkerungsprognose der Stadt Karlsruhe für den Zeitraum 2010 bis 2030 vor. Ausgangspunkt ist die wohnberechtigte Bevölkerung am 31.12.2010 von 300.850 Personen. Aus der bisherigen Entwicklung der Einflussfaktoren (Zuzugsgewinne, gleich bleibend niedrige Fruchtbarkeitsziffer, steigende Lebenserwartung, Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung) wurden drei mögliche Vari- anten für die künftige Bevölkerungsentwicklung in Karlsruhe insgesamt und in den Stadttei- len abgeleitet. Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Ergebnisse des prosperierenden Szenarios den weiteren Fachplanungen zu Grunde zu le- gen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: ISEK insgesamt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Hervorragende Wirtschaftsstruktur, hohe Attraktivität der Arbeitsplätze und beste Bedingun- gen für schulische, berufliche sowie universitäre Ausbildung und nicht zuletzt der generelle Trend zurück in die Stadt lassen Karlsruhe seit über zehn Jahren zu den wenigen wachsen- den deutschen Großstädten zählen mit stetigen jährlichen Wanderungsgewinnen von durch- schnittlich +2.000 meist jungen Erwachsenen. Die Zuzugsgewinne junger Erwerbsfähiger sorgen für stabile Geburtenzahlen, überkompensieren die relativ geringen Verluste aus den Sterbeüberschüssen und tragen das Bevölkerungswachstum in Karlsruhe maßgeblich. Die drei Szenarien der neuesten Bevölkerungsprognose nehmen diese Entwicklung auf und modellieren den Wanderungsgewinn nach den Bevölkerungsprognosen der Wanderungs- quellgebiete aus Nord- und Ostdeutschland und dem Ausland, unterschieden nach mögli- chen Wirtschaftsentwicklungen. Das rezessive Szenario nimmt eine Ausweitung der Finanzkrise an und geht von deutlichen Auswirkungen auf den Karlsruher Arbeitsmarkt aus. Somit wurde hier ein starker Rückgang des Zu- und Fortzugsvolumens angenommen, so dass zwischen 2010 und 2030 insgesamt nur ein niedriger Wanderungsgewinn von insgesamt +16.000 Personen für den Gesamtzeit- raum unterstellt wurde. Das stagnierende Szenario geht von einer verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung aus, die eine Ansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen kaum noch gelingen lässt. Das Zu- und Fortzugsvolumen geht weniger stark zurück als beim rezessiven Szenario, so dass zwi- schen 2010 und 2030 insgesamt ein mittlerer Wanderungsgewinn von insgesamt +18.400 Personen angenommen wurde. Das prosperierende Szenario geht von einer fortgesetzt positiven wirtschaftlichen Entwick- lung aus, in der der Wirtschaftsstandort Karlsruhe weiterhin hoch attraktive und zukunftsfä- hige Arbeitsplätze bietet. Das KIT und die anderen Bildungseinrichtungen erhöhen ihre An- ziehungskraft. Im prosperierenden Szenario kann sich Karlsruhe in der deutschlandweiten Konkurrenz um Fach- und Führungskräfte wie bisher gut behaupten. Daher unterstellt die- ses Szenario den höchsten Wanderungsgewinn bis 2030 von insgesamt +20.800 Personen. Alle drei Szenarien bleiben bewusst unter den Zuzugsgewinnen der letzten zehn Jahre von +2.000/Jahr. Der bisherige Zustrom von Arbeitsplatz suchenden jüngeren Jahrgängen aus den nord- und ostdeutschen Herkunftsgebieten wird nach 2020 voraussichtlich weitgehend versiegen, weil die Zahlen dieser Jahrgänge dort laut Prognosen des Statistischen Bundes- amtes sehr stark einbrechen werden. Entsprechend werden selbst im prosperierenden Sze- nario mit anfänglich +1.300 Zuzüglern/Jahr (später +700 Zuzüglern/Jahr) nur etwas mehr als die Hälfte der jährlichen Zuzugsgewinne der vergangenen Jahre angenommen. Sollten je- doch die ausländischen Zuzugsgewinne z. B. aus Süd- und Osteuropa zukünftig noch stär- ker steigen als in den Prognosevoraussetzungen angenommen, würde von einer solchen Entwicklung selbst das prosperierende Szenario noch übertroffen. Im stagnierenden bzw. im rezessiven Szenario gelingt es aufgrund der Arbeitsmarktsituation immer weniger, berufsbe- zogene Migration nach Karlsruhe auszulösen, und Karlsruhe verliert zunehmend in der Kon- kurrenz um junge Erwachsene und Berufseinsteiger. Im Ergebnis führen die Szenarien zu einer Zunahme der wohnberechtigten Bevölkerung (Startbevölkerung: 300.850 am 31.12.2010) bis 2030 um +4,7 % (prosperierendes Szena- rio), um +3,8 % (stagnierendes Szenario) bzw. um +3 % (rezessives Szenario). Die derzeiti- ge Zahl der Wohnberechtigten von rund 303.000 am 01.01.2012 erhöht sich im prosperie- renden Szenario bis 2030 auf ca. 314.900 Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz, im stagnierenden Szenario auf ca. 312.400 und im rezessiven Szenario auf ca. 309.800. Alle drei Szenarien bleiben noch weit unter einer rein linearen Fortschreibung der bisherigen Bevölkerungsentwicklung. Würde man das in den letzten 10 Jahren sichtbar gewordene Zuzugsgeschehen mit jährlichen Steigerungsraten der Bevölkerung von +0,46 % zugrunde legen, beliefe sich der Bevölkerungsstand 2030 auf 329.700 Wohnberechtigte. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Ergebnisse des prosperierenden Szenarios den weiteren Fachplanungen zu Grunde zu legen. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 16. März 2012

  • Anlage Demografischer Wandel
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Karlsruhe Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 35 Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 35 Demografischer Wandel in Karlsruhe 7 7 Bevölkerungs- prognose Bevölkerungs- prognose Karlsruhe 2010 - 2020 - 2030 Karlsruhe 2010 - 2020 - 2030 KLEINRÄUMIGE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNG DER STADT KARLSRUHE 2005 BIS 2030 1 Demographischer Wandel in Karlsruhe 7 Bevölkerungsprognose Karlsruhe 2010 - 2020 - 2030 Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 35 Stadt Karlsruhe - Amt für Stadtentwicklung 03/2012 KLEINRÄUMIGE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNG DER STADT KARLSRUHE 2005 BIS 2030 2 Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Amt für Stadtentwicklung Leiterin: Dr. Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Datenaufbereitung/Grafik: Ilona Forro Umschlaggestaltung: Stefanie Groß DTP: Marlis Arz E-Mail: afsta@karlsruhe.de Internet: http://www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung Telefon: 0721 133-1220 Fax: 0721 133-1209 Auflage 250 Stück Karlsruhe, März 2012 Gedruckt auf 100 % Recycling-Premium-Papier Super White KLEINRÄUMIGE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNG DER STADT KARLSRUHE 2005 BIS 2030 3 Inhalt Seite 1. Zusammenfassung 5 2. Übergeordnete Bevölkerungsprognosen 9 2.1 Künftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 9 2.2 Bevölkerungsprognose für Baden-Württemberg 14 2.3 Regionale Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 16 3. Die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung für die Stadt Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 19 3.1 Bevölkerungsentwicklung in Karlsruhe seit den 1990er Jahren 19 3.2 Annahmen der Bevölkerungsprognose 2030 23 3.3 Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2030 auf Gesamtstadtebene 27 3.4 Kleinräumige Ergebnisse auf Ebene der Karlsruher Stadtteile 35 2. STRUKTUR DER FORTGEZOGENEN UND ZUGEZOGENEN HAUSHALTE IM VERGLEICH 5 • Trotz insgesamt rückläufiger Bevölkerungs- zahlen in Deutschland und Baden-Württem- berg zeigen kleinräumige Bevölkerungsvo- rausrechnungen, dass sich der demografische Wandel nicht gleichförmig in allen Landestei- len vollziehen wird. Hochrechnungen zu Folge werden in Zukunft vor allem die Kerne der Ver- dichtungsräume, sowie der wirtschaftlich sta- bile Süden Deutschlands demografisch über- wiegend weiter wachsen, während besonders in den ländlichen Räumen in der Mitte und im Osten Deutschlands die Zahl der Bevölkerung deutlich zurückgehen wird. • Einer bundesweiten Kreisprognose der Bertels- mann Stiftung zu Folge wird die Bevölkerung in Karlsruhe von 2009 bis 2030 zwischen +2,0 % und +5,0 % wachsen. In den Stadt- und Land- kreisen der Technologieregion Karlsruhe (TRK) werden sich die Wachstumsraten zwischen +2 % und -2 % (Landkreis Karlsruhe, Germers- heim, Stadtkreis Baden-Baden) und zwischen -2 % und -5 % (Landkreis Rastatt, Südliche Weinstraße, Stadtkreis Baden-Baden) bewe- gen. • Auf Grund der stabilen und guten Wirtschafts- leistung der Karlsruher Unternehmen, dem großen Angebot an zukunftsfähigen Arbeits- plätzen und bedeutenden Studien- und Aus- bildungseinrichtungen übersteigt die jährliche Zahl der Zuzüge nach Karlsruhe seit rund zehn Jahren die Zahl der Fortzüge bei weitem. Nur dadurch konnten in der Vergangenheit die jähr- lichen Sterbeüberschüsse mehr als kompensiert werden und die Bevölkerung der Fächerstadt nahm weiter zu. Überdies führt die Zuwande- rung der Stadt per Saldo überwiegend junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren zu, so dass die Bevölkerung im bundes- und landes- weiten Vergleich relativ jung ist und vergleichs- weise langsam demografisch altert. Zwischen 1999 und 2009 betrug die Nettozuwanderung nach Karlsruhe rund +21.900 Personen. Der- zeit beläuft sich die Zahl der Wohnberechtigten (Haupt- und Nebenwohnsitz) am 01.01.2012 auf 303.066 Einwohnerinnen und Einwohner. • In der vorliegenden Prognose wird angenom- men, dass die Geburtenhäufigkeit konstant auf dem gegenwärtigen Niveau verharren wird, während die Lebenserwartung weiter ansteigt. Generell ist von einer Verringerung der jährlichen Wanderungsgewinne bis 2030 auszugehen, da im Zuge des demografischen Wandels die Zahl der potentiell Zuziehenden in deren Herkunftsgebieten z. T. deutlich zurück- gehen wird. Die Prognose setzt auf den Bevöl- kerungsbestand zum 31.12.2010 mit 300.850 Wohnberechtigten auf. Es wurden drei Prog- noseszenarien erarbeitet, die sich vor allem hinsichtlich der Zahl der jährlichen Wanderungsgewinne unterscheiden, auf Basis unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklungen bis 2030. In allen drei Sze- narien wächst die Bevölkerung in Karlsru- he aufgrund der hohen Attraktivität der universitären Bildungsangebote weiter. Die Höhe des Bevölkerungszuwachses wird jedoch maßgeblich von der zukünf- tigen Attraktivität des Arbeitsmarktes ab- hängen. • Im rezessiven Szenario wird angenommen, dass sich die Finanzkrise künftig weiter aus- weitet und der Wirtschaftsstandort Karlsruhe spürbar von einer bundes- und europaweiten Rezession betroffen sein wird. In der Konse- quenz gehen die jährlichen Wanderungsge- winne Karlsruhes bis 2030 vergleichsweise stark zurück. Demzufolge wächst die Zahl der Wohnberechtigten in Karlsruhe vergleichswei- se langsam. Zwischen 2010 und 2030 wird die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner von 300.900 auf 309.800 Personen ansteigen 1. Zusammenfassung 2. STRUKTUR DER FORTGEZOGENEN UND ZUGEZOGENEN HAUSHALTE IM VERGLEICH 6 (+8.900 Personen bzw. +3,0 %). • Das stagnierende Szenario geht von einem weitestgehenden Stillstand der wirtschaftlichen Entwicklung in Karlsruhe aus. Der zukunftsori- entierte Umbau der Wirtschaftsstruktur gelingt künftig nur unzureichend, so dass sich kaum mehr zukunftsfähige Unternehmen in Karlsru- he ansiedeln. Damit einher geht ein jährlicher Rückgang der Wanderungsgewinne pro Jahr bis 2030. Unter dieser Annahme ist damit zu rechnen, dass die wohnberechtigte Bevölke- rung in Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 um +11.500 Personen bzw. +3,8 % zunehmen wird. Demnach werden im Jahr 2030 rund 312.400 Menschen in Karlsruhe leben. • Schließlich wird im prosperierenden Szena- rio davon ausgegangen, dass sich die wirt- schaftliche Situation in Karlsruhe auch künftig weiter positiv entwickelt. Der Wirtschaftsstand- ort wird auch in Zukunft krisenstabil und zu- kunftsfähig sein. Der fachliche Schwerpunkt des KIT und die bestehenden Wirtschaftsstruk- turen Karlsruhes befördern auch weiterhin die Ansiedlung von wissensintensiven Dienst- leistern und forschungsintensiven Industrien. Angesichts der hohen Attraktivität des Wirt- schaftsstandorts Karlsruhe sinken die jährlichen Wanderungsgewinne bis 2030 vergleichsweise wenig. In Folge wird die Bevölkerung in Karls- ruhe zwischen 2010 und 2030 von 300.900 Einwohnerinnen und Einwohnern auf 314.900 Wohnberechtigte anwachsen. Das entspricht einer Zunahme von +14.000 Personen bzw. +4,7 %. • Neben Veränderungen der Bevölkerungszahl als Ganzem ergeben sich künftig auch beacht- liche Verschiebungen in den einzelnen Alters- gruppen in Karlsruhe. Am stärksten wird die Zunahme bei den über 65-Jährigen ausfallen (+7.900 Personen bzw. +14,2 % bei prosperie- render Wirtschaftsentwicklung). Da sich diese Zunahme in erster Linie aus der unterschiedlich starken Besetzung der Altersjahrgänge ab 45 Jahren ergibt - Zu- und Fortzüge spielen dabei kaum eine Rolle -, unterscheiden sich die Er- gebnisse der einzelnen Prognoseszenarien in dieser Altersgruppe kaum. • Die Zahl der für den Arbeitsmarkt wichtigen Gruppe der erwerbsfähigen 30- bis unter 65-Jährigen wird bei prosperierender Wirt- schaftsentwicklung um +3.300 Personen bzw. +2,3 % ansteigen. Im rezessiven Szenario ist hingegen nur von einer Zunahme in Höhe von +700 Personen bzw. +0,5 % auszugehen. • Angesichts hoher Wanderungsgewinne in der Altersgruppe der 18- bis unter 30-Jährigen wird sich deren Zahl im prosperierenden Szena- rio bis 2030 um +700 Personen bzw. +1,2 % erhöhen. Unter der Prämisse rezessiver Wirt- schaftsentwicklung wird deren Zahl innerhalb des Prognosezeitraums jedoch um -500 Per- sonen bzw. -0,9 % zurückgehen. Dies würde zu einer Verschärfung des Mangels an Auszu- bildenden und jungen Fachkräften führen. • Auch in den Altersgruppen der unter 18-Jäh- rigen werden bei prosperierender Wirtschafts- entwicklung steigende Bevölkerungszahlen vorausberechnet. Die Gewinne im gesamten Prognosezeitraum belaufen sich auf +2.100 Personen (+4,9 %). Am deutlichsten werden die Zuwächse bei den 6- bis unter 10-Jährigen ausfallen (+658 Personen bzw. +7,2 %). Bei geringerer Nettozuwanderung (rezessives Sze- nario) wird der Anstieg der unter 18-Jährigen bis 2030 lediglich +1.200 Personen bzw. +2,7 Prozent betragen. • Im prosperierenden Szenario werden 18 von 27 Stadtteilen in Karlsruhe bis 2030 per Sal- do Bevölkerung hinzugewinnen. Besonders die Südstadt mit dem großen Konversionsgebiet Südstadt - östlicher Teil (CityPark) (+2.487 Per- sonen) sowie die Oststadt als beliebter Studen- tenstadtteil mit erheblichem Wohnungs- und Wohnheimneubau (+2.436 Personen) werden innerhalb des Prognosezeitraums stark wach- sen. Auf der anderen Seite wird es trotz wach- sender Bevölkerungszahlen auf Gesamtstadte- bene (+14.000 Personen) auch neun Stadtteile geben, in denen die Einwohnerzahlen zwi- schen 2010 und 2030 zurückgehen werden. Vergleichsweise hoch werden die Rückgänge in Oberreut (-470 Personen), Daxlanden (-407 Personen) und Grünwettersbach (-298 Per- 2. STRUKTUR DER FORTGEZOGENEN UND ZUGEZOGENEN HAUSHALTE IM VERGLEICH 7 sonen) ausfallen. • Auch im stagnierenden Szenario werden die gleichen 18 Stadtteile bis 2030 weiter an Be- völkerung hinzugewinnen, während in neun Stadtteilen die Einwohnerzahlen sinken. Le- diglich hinsichtlich der Dimension ergeben sich Unterschiede zum prosperierenden Szenario. • Im rezessiven Szenario können in erster Linie nur die Stadtteile mit noch laufenden Bauge- bieten von Wanderungsgewinnen profitieren. Somit wird sich die Zahl der Stadtteile mit Be- völkerungsgewinnen zwischen 2010 und 2030 auf 15 Stadtteile reduzieren, während in zwölf Stadtteilen - anstatt in neun - die Einwohner- zahlen abnehmen. Somit werden im rezessiven Szenario auch Hagsfeld, die Nordstadt und Neureut innerhalb des Prognosezeitraums Be- völkerung verlieren. • Den Hochrechnungen zu Folge wird bei prospe- rierender Wirtschaftsentwicklung die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren bis 2030 in 18 von 27 Stadtteilen zunehmen. Dabei werden die Gewinne vor allem in den zentralen Stadtteilen hoch ausfallen (Oststadt: +405 Personen, Südweststadt: +369 Personen, Weststadt: +368 Personen). Daneben werden in neun Stadtteilen die Zahlen der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren zwischen 2010 und 2030 zurückgehen. (Hohenwettersbach: -286 Personen, Nordstadt: -177 Personen, Grötzingen: -157 Personen). • Auf der anderen Seite ist die Zunahme in der Altersgruppe der Bevölkerung ab 65 Jah- ren zwischen 2010 und 2030 in allen drei Varianten erheblich größer als bei den unter 18-Jährigen. Mit Ausnahme der Waldstadt (-299 Personen), Daxlanden (-39 Personen) und Grünwettersbach (-9 Personen) wird die Zahl der 65-Jährigen und Älteren in allen Stadtteilen zunehmen - verstärkt ab 2020, wenn die Jahr- gänge der „Baby-Boomer“ in das Seniorenalter hineinaltern. Besonders hoch wird die Zunah- me in Neureut (+1.006 Personen), der Südstadt (+965 Personen) und der Nordstadt (+806 Per- sonen) ausfallen. • Da mit zunehmendem zeitlichem Abstand vom Ausgangszeitpunkt der Prognose die Eintritts- wahrscheinlichkeit der Vorausrechnung ab- nimmt, ist es notwendig ca. alle fünf Jahre eine neue Bevölkerungsprognose für Karlsruhe zu erstellen. 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 9 2.1 Künftige Bevölkerungsentwick- lung in Deutschland Es herrscht in allen vorliegenden Bevölkerungsvo- rausrechnungen für die Bundesrepublik Deutsch- land große Übereinstimmung darüber, dass die Zahl der Einwohner in Deutschland künftig zurück- gehen und der Prozess der demographischen Al- terung der Bevölkerung weiter fortschreiten wird. Rein mathematisch-statistisch gesehen liegen die Ursachen dafür im Zusammenwirken von Ge- burten- und Sterbefällen, Zu- und Fortzügen sowie der bestehenden Altersstruktur der Bevölkerung. Auf der Ebene der natürlichen Bevölkerungsent- wicklung (Geburten- und Sterbefälle) übersteigt die jährliche Zahl der Sterbefälle die der Geburten seit 1972 kontinuierlich, so dass sich daraus ein Rückgang der Bevölkerungszahl (Geburtendefizit oder Sterbeüberschuss) ergibt. Ein Grund dafür ist im sog. säkularen Geburtenrückgang der 1970er Jahre zu suchen. Zu jener sank die Fruchtbarkeit der Bevölkerung unter das Bestanderhaltungs- niveau. Die zusammengefasste Geburtenziffer (=durchschnittliche Kinderzahl je Frau) sank bis Ende der 1970er Jahre von 2,1 Kinder auf 1,4 Nachkommen je Frau. Bis heute hat sich an die- sem stabil niedrigen Geburtenniveau nur wenig verändert und die Geburtenziffer schwankt zwi- schen Werten von 1,4 und 1,3 Kindern je Frau mit der Folge, dass sich eine Elterngeneration nur zu etwa 67 % ersetzt. Die Bevölkerung schrumpft demnach im Generationentakt. Die Gründe für diesen Geburtenrückgang sind vielfältig und kön- nen am ehesten mit den Schlagworten Erwerbstä- tigkeit der Frauen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Selbstverwirklichungsstreben der jewei- ligen Elterngeneration sowie sich verändernden Haushalts- und Familienstrukturen umschrieben werden. Parallel dazu ist zu beobachten, dass die Lebens- erwartung vor allem in den höheren Altersgrup- pen beständig zunimmt. Lag die Lebenserwartung bei Geburt Anfang der 1970er Jahre für Mädchen bei 73,8 und für Jungen bei 67,4 Jahren, so ist sie seither kontinuierlich auf Werte von 82,6 bzw. 77,5 Jahren (2008/10) gestiegen. Im Resultat führt dies zu einer steigenden Zahl älterer Menschen in Deutschland bei weitgehend konstanten bis leicht rückläufigen jährlichen Sterbefallzahlen. Abbildung 2.01 veranschaulicht dieses Zusam- menwirken von Geborenen und Gestorbenen in Deutschland der vergangenen zehn Jahre. Es ist gut zu erkennen, dass die Zahl der Geborenen (gelbe Linie) kontinuierlich sinkt – weil sich die Zahl der potentiellen Elternjahrgänge von Jahr zu Jahr verringert – während die Zahl der Sterbefälle (blaue Linie) mehr oder weniger konstant bleibt. In der Konsequenz resultieren daraus stetig stei- gende Sterbeüberschüsse (türkise Balken). Von 1991 bis 2010 wuchs das Defizit aus der natür- lichen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland von -81.000 auf -181.000 Personen pro Jahr an. Neben Geburten- und Sterbefällen übt auch die Entwicklung von Zu- und Fortzügen aus dem Ausland einen erheblichen Einfluss auf die quan- titative sowie die qualitative Entwicklung einer Bevölkerung aus. Abbildung 2.02 zeigt, dass die Zahl der Zuzüge (blaue Linie) Anfang der 1990er Jahre im Zuge einer ungewöhnlich hohen Zuwan- derung von Aussiedlern nach Deutschland und hohen Asylbewerberzahlen sehr hoch waren (1.5 Mio. Zugezogene in 1992). Mit dem allmählichen Wandel der globalen wirtschaftlichen und politi- schen Rahmenbedingungen sank die Zahl der Zu- züge gegen Ende der 1990er Jahre relativ schnell auf 802.000 Zugegezogene in 1998 ab. Seit die- ser Zeit schwanken die jährlichen Zuzugszahlen zwischen 880.000 und 661.000 Personen. Dem- gegenüber verlief die Entwicklung der Zahl der jährlichen Fortzüge (gelbe Linie) in andere Staaten 2. Übergeordnete Bevölkerungsprognose 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 10 -400.000 -200.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Sterbeüberschuss Geborene Gestorbene Abb. 2.01 Geborene und Gestorbene in Deutschland 1991 bis 2010 Quelle: Statistisches Bundesamt Die Zahl der jährlich Gestorbenen übersteigt die Zahl der Geborenen seit dem Jahr 1972 kontinuierlich. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 -200.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 1.200.000 1.400.000 1.600.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Saldo Zugezogene Fortgezogene Abb. 2.02 Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland 1991 bis 2010 1) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012Quelle: Statistisches Bundesamt 1) Die Zahl der Fortzüge zwischen 2008 und 2010 sind auf Grund von Melderegisterbereinigungen, die infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer 1) durchgeführt worden sind, überhöht. Die Auswirkungen dürften ab 2010 nachlassen. 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 11 zwischen 1991 und 2010 mit Werten zwischen 800.000 und 600.000 Personen vergleichsweise konstant. Im Ergebnis resultiert aus dem Rückgang der Zuzugszahlen gegen Mitte der 1990er Jahre auch ein Rückgang der jährlichen Wanderungsge- winne (türkise Balken). Diese sanken von einem Spitzenwert im Jahr 1992 (+782.000 Personen) auf aktuell 128.000 per Saldo Zugezogenen. 1 Insgesamt ergibt sich aus dem eben beschrie- benen Anstieg der jährlichen Sterbeüberschüs- se und den vergleichsweise geringen jährlichen Wanderungsgewinnen Deutschlands seit Beginn des neuen Jahrtausends eine seit 2003 negative Bevölkerungsentwicklung (=Rückgang der Ein- wohnerzahl). Wie Abbildung 2.03 zeigt reicht die Nettozuwanderung seither nicht mehr aus, die jährlich wachsenden Verluste aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung auszugleichen, so dass die Bevölkerungszahl Deutschlands Jahr für Jahr abnimmt. Für die Bevölkerungsprognosen Deutschlands ist gerade die Abschätzung der künftigen Zu- und Fortzüge äußerst unsicher, da diese stark und schnell auf wirtschaftliche und politische Ereig- nisse reagieren und so am ehesten kurzfristigen Schwankungen unterliegen (s.a. Abbildung 2.03). Aufbauend auf den eingangs beschriebenen Be- völkerungsentwicklungen in Deutschland der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hat das Statis- tische Bundesamt daher Annahmen über die künftige Entwicklung von Geburten, Sterbefällen, Zu- und Fortzügen getroffen. Diese Hypothesen bilden die Grundlage der 12. koordinierten Be- völkerungsvorausberechnung, in der die künftige demografische Entwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2060 vorausberechnet wurde. In der mittleren Variante dieser Modellrechnung legen die Statisti- ker zugrunde, dass - die Geburtenhäufigkeit konstant auf heutigem Niveau verharrt, - die Lebenserwartung bei Geburt bis 2060 weiter ansteigt (bei Mädchen um 7 und bei Jungen um 8 Jahre), 1 Der negative Wanderungssaldo der Jahre 2008 und 2009 dürfte im Wesentlichen auf einer überhöhten Zahl an Fortzügen auf Grund von Melderegisterbereinigungen infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer beruhen. -400.000 -200.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Geborenen- (+) bzw. Gestorbenenüberschuss (-) Saldo aus Zu- und Fortzügen Gesamtbilanz Abb. 2.03 Komponenten der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1991 bis 2010 Quelle: Statistisches BundesamtStadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 12 - die Außenwanderungsgewinne künftig allmäh- lich ansteigen werden • auf jährlich 100.000 Personen ab 2014 in der mittleren Variante „Untergrenze“ • auf jährlich 200.000 Personen ab 2020 in der mittleren Variante „Obergrenze“. Ein zentrales Ergebnis der 12. koordinierten Bevöl- kerungsvorausberechung des Statistischen Bun- desamts ist, dass die Einwohnerzahl Deutschlands künftig deutlich zurückgehen wird (vgl. Abbildung 2.04). So wird die Bevölkerung bis 2060 von derzeit rund 82 Mio. Personen auf 70 Mio. („mittlere“ Be- völkerung, Obergrenze) bzw. 65 Mio. Einwohner („mittlere Bevölkerung, Untergrenze) abnehmen (-14 % bzw. -21 %). Dabei wird der Rückgang in den ersten beiden Jahrzehnten der Prognose noch vergleichsweise moderat ausfallen. Zwischen 2008 und 2020 verringert sich die Einwohnerzahl in Deutschland - je nach Vorausrechnungsvarian- te - um 1,5 Mio. bzw. 2,0 Mio Personen. In der darauf folgenden Dekade (2020-2030) ist eine weitere Abnahme in Höhe von -1,4 Mio. bzw. -2,5 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern zu erwar- ten. Danach beschleunigt sich der Rückgang. So beträgt die Abnahme zwischen 2030 und 2060 -8,9 Mio. bzw. -12,7 Mio. Personen. Ursache des Rückgangs ist das bereits heute be- stehende und künftig weiter wachsende Missver- hältnis zwischen Geborenen und Gestorbenen. Wie bereits eingangs beschrieben, fällt seit An- fang der 1970er Jahre auf Grund der geringen Geburtenhäufigkeit jede neue Generation um ein Drittel kleiner aus als die ihrer Eltern. Die Zahl der Geburten wird somit ständig sinken. Stattdessen wird die Zahl der Sterbefälle trotz der steigenden Lebenserwartung künftig vergleichsweise deutlich zunehmen, da in den kommenden Jahren die ge- burtenstarken Jahrgänge der 1950er und frühen 1960er in das höhere Alter, in dem das Sterbe- risiko natürlicherweise stark zunimmt, aufrücken werden. Trotz der Annahme jährlich steigender Wanderungsüberschüsse kann dieses Geborenen- defizit von der Nettozuwanderung nach Deutsch- land nicht ausgeglichen werden und die Bevölke- rung schrumpft insbesondere ab 2020 spürbar. Abb. 2.04 Bevölkerungszahl von 1950 bis 2060 Quelle: Statistisches Bundesamt: Bevölkerungs Deutschlands bis 2060. 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden 2009, S. 12. 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 13 Daneben ist künftig aber auch mit bedeutenden Veränderungen der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zu rechnen. So wird die stetig sin- kende Zahl an Geburten, die Zunahme der Lebens- erwartung sowie das Altern der gegenwärtig stark besetzten mittleren Jahrgänge dazu führen, dass die Bevölkerung im höheren Alter über 65 Jahren in Zukunft absolut wie auch relativ deutlich zuneh- men wird, während die Zahl der jüngeren Bevöl- kerung unter 20 Jahren sowie die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20 bis 65 Jahre) zurückge- hen wird. Je nach Prognosevariante ist zu erwarten, dass die Bevölkerung im Seniorenalter (65 Jahre und älter) von 16,8 Millionen Menschen in 2008 auf 21,9 Millionen (mittlere Bevölke- rung, Untergrenze) bzw. 22,9 Millionen Per- sonen (mittlere Bevölkerung, Obergrenze) in 2060 zunehmen wird. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung würde bis zum Ende des Pro- gnosezeitraums von gegenwärtig 20 % auf 34 % bzw. 32 % anwachsen. Dabei sind vor allem die Zunahmen unter den hochbetagten Personen über 80 Jahren bedeutend. Deren Zahl wird sich bis 2060 mehr als verdoppeln und von 4,1 Millionen in 2008 auf 9,0 bzw. 9,2 Millionen ansteigen. Andererseits wird die konstant niedrige Fertilität in Deutschland dazu führen, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren zwi- schen 2008 und 2060 von 15,6 Millionen Per- sonen auf 10,1 Millionen (mittlere Bevölke- rung, Untergrenze) bzw. 11,0 Millionen unter 20-Jährige (mittlere Bevölkerung, Obergren- ze) abnehmen wird. In Bezug auf die gesamte Einwohnerschaft Deutschlands wird deren Anteil in beiden Prognoseszenarien von 19 % auf 16 % zurückgehen. Aber auch bei der potentiell erwerbsfähigen Bevöl- kerung im Alter zwischen 20 und unter 64 Jahren ist mit gravierenden Veränderungen zu rechnen. Es ist davon auszugehen, dass deren Zahl bis 2060 je nach Höhe der Nettozuwanderung um -17,1 Millionen (mittlere Bevölkerung, Untergrenze) bzw. - 13,5 Millionen (mittlere Bevölkerung, Ober- grenze) Einwohner abnehmen wird. Im Jahr 2060 würden demzufolge nur mehr 32,6 Millionen bzw. 36,2 Millionen Frauen und Männer im potentiell erwerbsfähigen Alter in Deutsch- land leben statt derzeit 49,7 Millionen Men- schen. Der daraus resultierende Fachkräftemangel wird dabei bereits ab 2025 noch deutlicher als be- reits heute hervortreten. Daneben werden auch innerhalb dieser vergleichs- weise großen Altersgruppe deutliche Altersstruk- turverschiebungen stattfinden. In diesem Zusam- menhang ist vor allem von Bedeutung, dass der Anteil der älteren Personen im erwerbsfähigen Al- ter über 50 Jahren im Prognosezeitraum deutlich von gegenwärtig 31 % auf rund 36 % in 2060 ansteigen wird. Zwischenzeitlich (2020) werden die 50- bis 65-Jährigen gar mit den potentiell Er- werbsfähigen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren gleichziehen. Dann werden beide Altersgruppen rund 80 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stellen. Sehr anschaulich wird die demografische Alte- rung durch den Anstieg des mittleren Alters der Bevölkerung (Medianalter) beschrieben. Nach der mittleren Variante (Untergrenze) der 12. koordi- nierten Bevölkerungsvorausberechnung wird das Medianalter der deutschen Bevölkerung von der- zeit 43 Jahren bis 2045 um 9 Jahre auf 52 Jahre zunehmen. Eine umfassende graphische Zusammenfassung der zu erwartenden Verschiebungen in der Al- tersstruktur der Bevölkerung Deutschlands bietet Abbildung 2.05. Im Schaubild wird deutlich, wie sich die Bevölkerungspyramide im Jahr 2060 zu- sehends nach unten verjüngt (=Fertilität konstant unter Bestanderhaltungsniveau) und nach oben hin ausbeult (=Anstieg der Lebenserwartung). 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 14 2.2 Bevölkerungsprognose für Baden- Württemberg Auch auf Ebene der Bundesländer rechnen die jeweiligen statistischen Landesämter Progno- sen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung. Für Baden-Württemberg veröffentlichte das Statis- tische Landesamt Baden-Württemberg im Jahr 2010 seine kleinräumige Bevölkerungsvoraus- rechnung. Der Prognosezeitraum reicht von 2008 (Ausgangsjahr der Prognose) bis zum Jahr 2030. Dabei unterscheiden sich die Annahmen dieser Bevölkerungsvorausrechnung von der Tendenz her kaum von der 12. koordinierten Bevölkerungsvor- ausberechnung des Bundes. Es wird ebenso von einer konstant niedrigen Geburtenhäufigkeit weit unter dem Bestanderhaltungsniveau, einer wei- ter ansteigenden Lebenserwartung sowie einem bis 2011 auf 100.000 Personen anwachsenden jährlichen Wanderungsüberschuss ausgegangen, was im Ergebnis dennoch dazu führt, dass auch in Baden-Württemberg die Nettozuwanderung das wachsende Geborenendefizit nicht länger kom- pensieren kann und so die Zahl der Bevölkerung im Land künftig abnimmt und die Einwohner- schaft demografisch altert. Abbildung 2.06 zeigt, dass die Bevölkerung in Baden-Württemberg den Berechnungen zu Fol- ge zwischen 2010 und 2030 um -371.000 Per- sonen bzw. -3,5 % zurückgehen wird. Im Jahr 2030 würden dann nur noch 10,37 Millionen Menschen in Baden-Württemberg leben statt ge- genwärtig 10,74 Millionen. Dabei beschleunigt sich der Rückgang in der zweiten Prognosehälfte zusehends. Während die Bevölkerungsabnahme zwischen 2010 und 2020 ca. -119.000 Personen bzw. -1,1 % betragen wird, ist zwischen 2020 und 2030 ein weiterer Rückgang in Höhe von -252.000 Personen bzw. -2,4 % zu erwarten. Im Vergleich dazu: Für Deutschland gehen die Vo- rausrechnungen des Statistischen Bundesamt für den Zeitraum zwischen 2008 und 2030 von einem relativen Rückgang in Höhe von -3,6 % („mittlere Bevölkerung, Obergrenze) bzw. -5,7 % („mittlere Bevölkerung, Untergrenze) aus und damit stärker als in Baden-Württemberg. Parallel zu diesem Bevölkerungsrückgang wird auch in Baden-Württemberg die Bevölkerung künftig weiter demografisch altern. Während die Zahl der Kinder- und Jugendlichen unter 20 Jah- ren sowie der Bevölkerung im erwerbsfähigen Al- ter zwischen 2008 und 2030 zurückgehen wird, wächst die Altersgruppe der Senioren – absolut wie auch relativ – weiter an. Im Jahr 2030 werden demnach rund -418.000 weniger unter 20-Jäh- rige in Baden-Württemberg leben als gegenwärtig (-19 %). Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung fällt im Prognosezeitraum von 20 % auf 17 %. Den Ergebnissen der 12. koordinierten Bevölke- rungsvorausberechnung für Deutschland wird der Rückgang bei den Kinder und Jugendlichen im gesamten Bundesgebiet bis 2030 -15 % bzw. -17 % betragen. Beachtlich wird den Hochrech- nungen für Baden-Württemberg zu Folge auch der Rückgang bei den 20- bis unter 65-Jährigen aus- fallen. Deren Zahl wird sich bis 2030 um -624.000 Personen verringern (-10 %), so dass deren Anteil Abb. 2.05 Altersaufbau der Bevölkerung in Abb. 2.05 Deutschland am 31.12.2008 Abb. 2.05 und 31.12.2060 Quelle: Statistisches Bundesamt, 12. koordinierte Bevölkerungsvorausrechnung 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 15 an der Landesbevölkerung von 60 % auf 56 % fällt. Verglichen mit Deutschland (-12,5 % bzw. -15,1 %) werden die Rückgänge bei den Personen im erwerbsfähigen Alter in Baden-Württemberg demnach noch relativ moderat ausfallen, weil die verhältnismäßig hohe jährliche Zuwande- rung junger Menschen in die Wirtschaftszentren im Südwesten dem aus der natürlichen Bevölke- rungsentwicklung resultierenden Rückgang ent- gegenwirkt. Die Bevölkerung über 65 Jahre wird in Baden-Württemberg vor allem auf Grund der Zunahme der Zahl der hochbetagten Menschen über 80 Jahren um +666.000 Personen zunehmen (+32 %). Anstatt 19 % wird deren Anteil im Land bis 2030 auf 26 % steigen. Somit weist die Bevöl- kerung ab 65 Jahren in Baden-Württemberg ein ähnliches Wachstumspotential wie in Deutschland insgesamt auf (Deutschland: +37 % bzw. +31 %). 9.200.000 9.400.000 9.600.000 9.800.000 10.000.000 10.200.000 10.400.000 10.600.000 10.800.000 11.000.000 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 2025 2027 2029 amtliche Bevölkerung Vorausrechnung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Abb. 2.06 Entwicklung der amtlichen Bevölkerung in Baden-Württemberg 1991 - 2030 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-WürttembergStadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 - Bestand und Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung 2010 des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg - 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 16 2.3 Regionale Bevölkerungsentwick- lung in Deutschland Der überwiegende Teil der Wanderungen inner- halb Deutschlands ist arbeitsmarktorientiert. So ziehen die wirtschaftlich dynamischen Verdich- tungsräume mit ihrem großen Bedarf an Arbeits- kräften bzw. gutem Angebot an Arbeitsplätzen vergleichsweise viele Menschen an, während aus peripheren, strukturschwachen, ländlichen Räu- men mit einer sehr begrenzten Zahl an Beschäf- tigungsmöglichkeiten vor allem junge und gut ausgebildete Männer und Frauen abwandern. In der Summe führt dieses Muster dazu, dass die wirtschaftsstarken Regionen in Deutschland von den Zu- und Fortzügen profitieren und per Saldo Bevölkerung hinzugewinnen, während Räume mit Strukturdefiziten sich häufige mit Nettoabwande- rung junger Menschen und Überalterung der ver- bleibenden Bevölkerung konfrontiert sehen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich die Wohnleit- bilder und damit auch die Schwerpunkte der Sied- lungs- und Bevölkerungsentwicklung in Deutsch- land mit dem Beginn des neuen Jahrtausends zusehends wandeln. Die Nachfrage nach Wohn- raum in kleineren Landgemeinden geht auf Grund des vergleichsweise geringen Angebots an Kinder- betreuungseinrichtungen (steigende Erwerbsbe- teiligung von Frauen), einer tendenziell schlech- teren Verkehrsanbindung, weiterer Wege (Arbeit, Freizeit, Versorgung), steigender Mobilitätskosten sowie einem wachsenden Bedürfnis nach urbanen Wohnformen zu Gunsten städtischer Wohnquar- tiere und stadtnaher Umlandgemeinden zurück. Je kleinräumiger das Untersuchungsgebiet von Bevölkerungsanalysen gewählt wird (z. B. regional oder kommunal), desto größer wird allgemein hin der Einfluss der Zu- und Fortzüge auf die gesamte Bevölkerungsentwicklung, während das Gewicht von Geborenen- und Gestorbenenentwicklung abnimmt. Denn neben den großmaßstäblichen Wanderungsbewegungen zwischen Staaten und Bundesländern findet ein Großteil der Zu- und Fortzüge regional innerhalb eines Bundeslandes statt. Einer Untersuchung des Amts für Stadtent- wicklung über die Zu- und Fortzüge Karlsruhes zwischen 1999 und 2008 zu Folge lag das Wan- derungsvolumen Karlsruhes mit den Gemeinden Baden-Württembergs bei 222.000 Zu- und Fortzü- gen während mit den „Rest der Welt“ (Deutsch- land und Ausland) lediglich 198.000 Bewegungen registriert wurden. 2 So ist es zu erklären, dass es in Deutschland und Baden-Württemberg trotz der eingangs vorge- stellten überregionalen Bevölkerungsentwicklung nach wie vor Regionen mit Bevölkerungszuwäch- sen und einer nur mäßig voranschreitenden demo- grafischen Alterung gibt und auch künftig geben wird. Zwar übersteigt die Zahl der Gestorbenen auch in den meisten „Gewinnerkommunen“ die Zahl der Geborenen, jedoch sind dort die Nettoge- winne aus den Zu- und Fortzügen auf Grund der attraktiveren Lebensbedingungen so groß, dass sie das Geborenendefizit überkompensieren und diesen Kommunen per Saldo junge Menschen zwi- schen 20 und 35 Jahren zuführen. Dennoch ist zu beachten, dass auch in den vermeintlichen „Ge- winnerregionen“ die absolute Zahl älterer Men- schen trotz des Bevölkerungswachstums künftig deutlich zunehmen wird. Abbildung 2.07 stellt die Bevölkerungsentwick- lung in den Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands zwischen 2009 und 2030 dar. Die Ergebnisse entstammen einer Bevölkerungsvo- rausrechnung der Bertelsmannstiftung aus dem Jahr 2011. Landkreis und Städte, die künftig Be- völkerungswachstum zu erwarten haben, werden auf der Karte in blau dargestellt, während Regi- onen mit rückläufiger Bevölkerung bis 2030 rot gekennzeichnet sind. Gebietskörperschaften mit weitgehend stabilen Bevölkerungszahlen wurde eine neutrale beige Farbe zugeordnet. Ein erster Blick auf die Karte zeigt, dass es künftig „Gewin- ner-“ und „Verliererregionen“ in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander geben wird. Generell gilt, dass die Bevölkerung in den deutschen Groß- städten (auch in den ostdeutschen Ländern), den westdeutschen Großstadtregionen und dem Groß- raum Berlin sowie weiten Teilen Süddeutschlands 2 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung: Zu- und Fortzüge über die Stadtgrenzen 1999-2008. Karlsruhe 2009. 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 17 Abb. 2.07 Bevölkerungsentwicklung 2009 bis 2030 in Landkreisen und kreisfreien Städten (in %) 2. ÜBERGEORDNETE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNGEN 18 auf Grund deutlicher Wanderungsgewinne künftig weiter wachsen und der demografische Wandel dort vergleichsweise langsam voranschreiten wird. Auch Karlsruhe wird dieser Vorausrechnung zu folge künftig zu den wenigen Großstädten mit Bevölkerungswachstum in Deutschland zählen. Zwischen 2009 und 2030 gehen die Statistiker von einem Bevölkerungsanstieg zwischen +2 % und +5 % in der Fächerstadt aus. Andererseits werden strukturschwächere, länd- liche Regionen vor allem in der Mitte und im Os- ten Deutschlands sowie weite Teile des Ruhgebiets stark von Nettoabwanderung, Bevölkerungsrück- gang und den damit einhergehenden Altersstruk- turverschiebungen betroffen sein. In den Stadt- und Landkreisen der Technolo- gieregion Karlsruhe werden sich die Wachs- tumsraten bis 2030 der Bertelmannprognose zu Folge zwischen +2 % und -2 % (Landkreis Karlsruhe, Germersheim, Stadtkreis Baden- Baden) und zwischen -2 % und -5 % (Land- kreis Rastatt, Südliche Weinstraße, Stadtkreis Rastatt) bewegen. Über die künftige Bevölkerungsentwicklung eines Raumes wird deshalb maßgeblich die Fähigkeit von Kommunen und Landkreisen entscheiden, von der Zuwanderung aus anderen Landesteilen zu profitieren. Eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung sowie der Ausbau von Kinderbetreu- ungseinrichtungen und modernen urbanen Wohn- angeboten dürften sich in jedem Fall günstig auf die Zahl der Zuzüge auswirken. Dennoch sollten sich auch Kommunen mit wachsender Bevölke- rung auf eine künftige Zunahme der Zahl älterer Menschen einstellen. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 19 3.1 Bevölkerungsentwicklung in Karls- ruhe seit den 1990er Jahren Von wenigen Ausnahmen abgesehen, nahm die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung in Karls- ruhe seit 1946 von Jahr zu Jahr stetig zu. Bis 1991 war die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe von 176.000 Personen (1946) auf beinahe 287.000 Einwohner angewachsen. In den 1990er Jahren hingegen veränderte sich die Einwohnerzahl der Fächerstadt, wie Abbildung 3.01 zeigt, kaum. Zwar wanderten in dieser Zeit vergleichsweise viele deutschstämmige Aussiedler aus Osteuropa und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Südosteuropa nach Karlsruhe zu, aber die starke Abwanderung von bisher in Karlsruhe ansässigen Familien mit Kindern in die Gemeinden des Nach- barschaftsverbands Karlsruhe und die übrige Re- gion Mittlerer Oberrhein (Suburbanisierungswelle) sowie eine verstärkt einsetzende Rückwanderung von ausländischer Bevölkerung in ihre ehemaligen Herkunftsländer überlagerten diese Entwicklung. In der Folge war die Wanderungsbilanz Karlsruhes in den 1990er Jahren weitestgehend ausgegli- chen. Parallel dazu überstieg die jährliche Zahl der Sterbefälle die der Geborenen stetig, so dass die Bevölkerungsentwicklung von einem ständigen Auf und Ab innerhalb eines schmalen Korridors geprägt war und die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung sich zwischen 286.500 und 287.000 Einwohnern bewegte. 3. Die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung für die Stadt Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 303.066 286.655 290.358 302.001 300.850 250.000 260.000 270.000 280.000 290.000 300.000 310.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Quelle: Kommunale Bevölkerungsstatistik Abb. 3.01 Entwicklung der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe 1991 - 2011 1) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 1) Der Rückgang der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe zwischen 2009 und 2010 (von 302.000 auf 300.850 Personen) beruht in erster Linie 1) auf einer Melderegisterbereinigung in diesem Zeitraum. In Folge einer einmalig durchgeführten Zweitwohnsitzaktion wurden nicht mehr in Karlsruhe 1) lebende Personen mit Nebenwohnsitz ermittelt und abgemeldet. Die Zahl der Bevölkerung mit Hauptwohnsitz nahm im selben Zeitraum weiter zu. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 20 Während des ersten Jahrzehnts des neuen Jahr- tausends nahm die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung Karlsruhes dann wieder deutlich zu. Die Einwohnerzahl wuchs von 290.000 Personen im Jahr 2000 auf 303.000 in 2011 an (+4,4 %). Grund dafür war ein deutlicher Anstieg der Wan- derungsgewinne (s. u.). Der Rückgang im Jahr 2010 beruht, entgegen dem Trend der Vorjahre (von 302.000 auf 300.850 Personen), auf einer Melderegisterbereinigung in diesem Zeitraum. In Folge einer einmalig durchgeführten Zweitwohn- sitzaktion wurden nicht mehr in Karlsruhe lebende Personen mit Nebenwohnsitz ermittelt und abge- meldet. Doch schon im Jahr darauf (2011) nahm die Bevölkerung wieder deutlich auf 303.066 Per- sonen zu. Wie Abbildung 3.02 zeigt, hatte die natürliche Bevölkerungsbewegung (Geborene und Gestor- bene) an diesem Bevölkerungsanstieg Karlsruhes zwischen 1999 und 2011 keinen Anteil. Viel- mehr überstieg die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geborenen Jahr für Jahr und dies bereits seit 1970. Auch in Karlsruhe ist die Ursache dafür in der nie drigen Geburtenhäufigkeit der Bevölkerung zu suchen. Mit 1,3 Kindern je Frau unterscheidet sich diese nicht wesentlich von der Fertilität in Baden-Württemberg oder Deutschland. Die Zahl der Geburten einer Generation reicht bei weitem nicht aus, um sich selbst in ihrem Bestand zu er- setzen. Dennoch ist die Zahl der jährlich Gebore- nen seit über einem Jahrzehnt relativ konstant: Sie pendelt zwischen 2.500 und 2.600 Lebendgebo- renen hin und her. Trotz leicht sinkender Sterbe- fallzahlen im Zuge steigender Lebenserwartung und vergleichsweise schwach besetzten älteren Jahrgängen (Kriegsgefallene WKII) sind in Karls- ruhe in den vergangenen Jahren jährlich mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Das jährliche Geborenendefizit verringerte sich zwar zwischen 1999 und 2008 von -720 Personen auf -184 Personen, stieg bis 2010 jedoch wieder auf -343 Personen an. Mit der erfolgreichen Weiterentwicklung Karlsru- hes als überregional bedeutendem Studien- und Ausbildungsstandort sowie des guten Angebots an qualifizierten Arbeitsplätzen in der Technolo- gieregion Karlsruhe nahm zu Beginn des neuen Jahrtausends die Nettozuwanderung aus Baden- 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 199920002001200220032004200520062007200820092010 Geborene Gestorbene Abb. 3.02 Geborene und Gestorbene in Karlsruhe 1999 bis 2010 Die Zahl der jährlich Gestorbenen übersteigt die Zahl der Geborenen seit dem Jahr 1970 kontinuierlich. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012Quelle: Kommunale Bevölkerungsstatistik - Wohnberechtigte Bevölkerung - 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 21 3 Die Analyse der Wanderungsbewegungen Karlsruhes erfolgt ohne die Zu- und Fortzüge in bzw. von der Landesaufnahmeeinrich- tung für Flüchtlinge (LAST), da die Bewohner schon nach kurzem Aufenthalt in der Einrichtung in die Staatlichen Gemeinschafts- unterkünfte der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg verteilt werden. Der Stadtkreis Karlsruhe selbst bekommt keine Flüchtlinge zugewiesen. Daher verweilen die Bewohnerinnen und Bewohner der LAST nur für sehr kurze Zeit in Karlsruhe, weshalb sie die in Karlsruhe vorhandene Infrastruktur nur sehr eingeschränkt nutzen. Württemberg (ohne Region Karlsruhe) und den neuen Bundesländern im Vergleich zu den 1990er Jahren deutlich zu, so dass der Saldo aus Zu- und Fortzügen im Jahr 2002 einen Spitzenwert von fast +2.900 Personen erreichte (vgl. Abbildung 3.03). 3 Zwischen 2006 und 2009 blieben die jährlichen Wanderungsgewinne Karlsruhes etwas darunter, da in diesem Zeitraum einerseits die Fortzüge aus Karlsruhe nach Baden-Württemberg (ohne Region Karlsruhe) und in die Großstädte der alten Bundesländer leicht anstiegen und eine verstärkte Rückwanderung vor allem türkischstäm- miger Migranten zu beobachten war. Gleichzeitig sank im Jahr 2009 auch die Zahl der Zuzüge aus Deutschland (neue und alte Bundesländer, Baden- Württemberg, Region Karlsruhe) kurzfristig ab. So fiel der Wanderungsgewinn Karlsruhes 2006 und 2009 mit +973 Personen und +916 Personen rela- tiv niedrig aus. Für das Jahr 2010 weist die kommunale Wande- rungsstatistik einen negativen Wanderungssaldo für Karlsruhe aus. Dabei handelt es sich um den oben bereits beschriebenen statistischen Einmal- effekt im Zuge der 2010 durchgeführten Zweit- wohnsitzaktion. Wie in Abbildung 3.03 deutlich zu erkennen ist, schnellen die Fortzüge im Jahr 2010 sprunghaft nach oben. Dieser Anstieg ist die Folge der 2010 abgemeldeten Personen mit Zweitwohnsitz, die nicht mehr in Karlsruhe woh- nen. Im Einwohnermelderegister werden solche technischen Abmeldungen als Fortzüge registriert. Grob geschätzt dürfte die Zahl der tatsächlichen Fortzüge um ca. 3.000 Bewegungen geringer sein und sich in einer Größenordnung von etwa 20.500 bewegen. Stellt man dieser bereinigten Zahl die der Zuzüge gegenüber (22.604), ergeben sich auch für 2010 reale Wanderungsgewinne in Höhe von rund +2.100 Personen. -847 916 1.307 2.084 973 1.815 2.586 2.269 2.859 2.720 2.456 1.944 -5.000 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 199920002001200220032004200520062007200820092010 Gewinne/Verluste Zuzüge Fortzüge - Wohnberechtigte Bevölkerung ohne Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge - 1) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012Quelle: Kommunale Bevölkerungsstatistik Abb. 3.03 Zu- und Fortzüge Karlsruhes 1999 bis 2010 1) Die Zahl der Fortzüge 2010 sind auf Grund von Melderegisterbereinigungen, die infolge einer einmalig durchgeführten Zweitwohnsitzaktion vorgenommen wurden, überhöht. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 22 Neben der reinen Gewinn- und Verlustrechnung ist jedoch auch die Größenordnung der Zu- und Fortzüge für die Bevölkerungsentwicklung in Karlsruhe von Bedeutung. So lag die durchschnitt- liche Zahl der Zuzüge der Jahre 1999 und 2010 bei rund 23.600 Bewegungen pro Jahr. Die Zahl der Fortzüge belief sich im Mittel auf jährlich 21.800 Personen. Rein rechnerisch bedeutet dies, dass die Bevölkerung Karlsruhes in nicht einmal 15 Jahren einmal komplett ausgetauscht wird. Insgesamt sind im Zeitraum zwischen 1999 und 2009 260.400 Personen zu- und 238.500 Per- sonen fortgezogen, woraus sich Gewinne in Höhe von +21.900 Nettozuwanderern ergeben. Darüber hinaus ist der Einfluss der Zu- und Fortzüge auf die Altersstruktur der Bevöl- kerung nicht zu unterschätzen. Da Wande- rungen in der Regel altersselektiv sind – d. h. jüngere Altersgruppen nehmen überpropor- tional am Wanderungsgeschehen teil – füh- ren die Wanderungsgewinne Karlsruhes der Fächerstadt per Saldo beständig junge Be- völkerung vornehmlich im Alter zwischen 20 und 35 Jahren zu. Dies bewirkt – über einen längeren Zeithorizont betrachtet –, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20 bis unter 65 Jahre) nur vergleichsweise langsam demografisch altert. An der starken Zunahme der älteren Bevölkerung über 80 Jahren kann die beständige Nettozuwanderung von Auszubilden- den, Studenten und Berufsanfängern allerdings nur wenig ändern. Abbildung 3.04 zeigt das Zusammenwirken der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Gebore- ne und Gestorbene) und der Wanderungsbewe- gungen (Zu- und Fortzüge) und den Effekt der sich daraus auf die quantitative Entwicklung der Karlsruher Bevölkerung zwischen 1999 und 2009 ergeben hat. Wie die Grafik zeigt, war die Net- tozuwanderung nach Karlsruhe mit Werten zwi- schen +1.000 und +3.000 Personen jährlich (gelbe Balken) so groß, dass sie das jährliche Gebore- nendefizit in Höhe von -200 bis -700 Personen (orangene Balken) mehr als ausgleichen konnte und so die Gesamtbilanz (schwarze Linie) Jahr für Jahr deutlich positiv ausfiel (zwischen +500 und +2.200 Personen). Das Jahr 2010 nimmt auch bei 1.944 2.456 2.859 2.269 1.815 973 2.084 1.307 916 -343 -373 -184 -209 -275 -257 -260 -600 -720 -581 -556 -635 2.586 2.720 -847 -2.000 -1.000 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 199920002001200220032004200520062007200820092010 Geborenen- (+) bzw. Gestorbenenüberschuss (-) Saldo aus Zu- und Fortzügen Gesamtbilanz Abb. 3.04 Komponenten der Bevölkerungsentwicklung in Karlsruhe 1999 bis 201 1) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012Quelle: Kommunale Bevölkerungsstatistik - Wohnberechtigte Bevölkerung ohne Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge - 1) Die Gesamtbilanz des Jahres 2010 ist auf Grund von einmalig durchgeführten Melderegisterbereinigungen, in deren Zuge ca. 3.000 Personen mit Nebenwohnsitz abgemeldet wurden, negativ. Ohne dieses Sonderereignis läge die Gesamtbilanz bei ca. +1.800 Personen. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 23 dieser Betrachtung die oben bereits beschriebene Sonderstellung ein (Melderegisterbereinigungen). Bereinigt um die technischen Fortzüge (=Abmel- dungen aus dem Melderegister) würde sich die Gesamtbilanz der wohnberechtigten Bevölkerung in 2010 auf etwa +1.800 Personen belaufen. Im Ergebnis wuchs die wohnberechtigte Bevölke- rung in Karlsruhe zwischen 1999 und 2010 um +12.300 Personen bzw. +4,3 % von 288.560 auf 300.850 Einwohnerinnen und Einwohner an. Lei- der liegen die Bewegungsdaten (Geborene, Ge- storbene, Zu- und Fortzüge) für das Jahr 2011 noch nicht vor. Erste Zwischenergebnisse und die vorliegende Zahl der wohnberechtigten Bevölke- rung zum 31.12.2011 (303.066 Wohnberechtigte) deuten jedoch an, dass das deutliche Bevölke- rungswachstum in 2011 (+2.200 Personen bzw. +0,7 %) anhält. Dies beruht vor allem auf einem Anstieg der Zuzüge aus dem ost- und südosteuro- päischen Raum. Dabei dürfte nicht zuletzt die seit dem 01.05.2011 in Kraft getretene Arbeitnehmer- freizügigkeit der acht neuen EU-Staaten eine we- sentliche Rolle spielen. Daneben zeigt die Analyse der Bevölkerungsbe- wegung in Karlsruhe recht eindrucksvoll, dass den Zu- und Fortzügen bei Fragen der künftigen Bevöl- kerungsentwicklung allein auf Grund der größeren Dimension deutlich mehr Gewicht zufällt als dem Zusammenspiel von Geborenen und Gestorbenen. So stehen jährlich rund 45.000 Zu- und Fort- züge etwa 5.600 Geborenen und Gestorbenen gegenüber. 3.2 Annahmen der Bevölkerungsprog- nose 2030 Als rechnerische Grundlage für die Bevölkerungs- vorausrechnung bis zum Jahr 2030 dient die wohnberechtigte Bevölkerung vom 31.12.2010 auf Gesamtstadt- und Stadtteilebene – gegliedert nach Alter und Geschlecht. Die wohnberechtigte Bevölkerung umfasst neben der Wohnbevölkerung mit einer Hauptwohnung in Karlsruhe auch die Be- völkerung mit einem Nebenwohnsitz, welche das Wohnungsangebot und die Infrastrukturangebote in Karlsruhe genauso nutzt wie die Wohnbevöl- kerung. Bei der Bevölkerung mit Nebenwohnsitz handelt es sich im Wesentlichen um Personen, die in Karlsruhe einer beruflichen Ausbildung nach- gehen, studieren und/oder nach ihrer Ausbildung eine erste Berufstätigkeit ausüben. Die Berechnungen zur Bevölkerungsvorausrech- nung wurden mit dem Programm SIKURS des Verbands Deutscher Städtestatistiker – KOSIS-Ver- bund – durchgeführt. Neben der jährlichen Alte- rung werden dabei Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Wegzüge bei der Berechnung der zukünf- tigen Bevölkerungszahl berücksichtigt. Zusätzlich werden bei einer kleinräumigen Vorausrechnung auf Stadtteilebene auch die Binnenwanderungen zwischen den einzelnen Stadtteilen mit in die Be- rechnung einbezogen. Aufbauend auf den oben beschriebenen Bevöl- kerungsentwicklungen in Deutschland, Baden- Württemberg und Karlsruhe der Vergangenheit wurden für die vorliegende Bevölkerungsvoraus- rechnung Annahmen zur künftigen Entwicklung der verschiedenen Bevölkerungsvorgänge (Ge- burten, Sterbefälle, Zuzüge, Fortzüge) getrof- fen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, einerseits übergeordnete Trends – wie beispielsweise den Rückgang der Bevölkerung in Deutschland und Baden-Württemberg – zu berücksichtigten und andererseits die Spezifika der Karlsruher Situation – z. B. die deutlichen Wanderungsgewinne in der Altersgruppe der Auszubildenden, Studenten und Berufseinsteigern – angemessen mit einfließen zu lassen. Bei kleinräumigen Prognosen stellt die Neubau- tätigkeit in den einzelnen Stadtteilen neben der natürlichen Bevölkerungsbewegung eine wesentliche Einflussgröße der Entwicklung der Stadtteilbevölkerung dar, da über das Angebot an Wohnungen erheblicher Einfluss auf die inner- städtischen Zu- und Fortzüge und damit die Bevöl- kerungsentwicklung in den Stadtteilen ausgeübt wird. Gerade in einer Stadt wie Karlsruhe bildet das begrenzte Angebot an Wohnraum einen limi- tierenden Faktor des Bevölkerungswachstums und führt zu einem ständig angespannten Wohnungs- 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 24 4 siehe dazu: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung: Zurück in die Stadt. Motive der Zu- und Fortziehenden 2010. Karlsruhe 2011 und Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung: Wohnen und Bauen in der Stadt. 7. Sachstandsbericht 2008. Karlsruhe 2008. markt. Wie Analysen des Amts für Stadtentwick- lung gezeigt haben, konnte in der Vergangenheit eine beachtliche Zahl von Zuziehenden in die Re- gion Karlsruhe ihre Wohnwünsche auf Grund des engen Wohnungsmarkts nicht in Karlsruhe selbst realisieren und war daher gezwungen – entgegen ihrer ursprünglichen Absicht – sich eine Wohnung in den Umlandgemeinden der Fächerstadt zu suchen. Des Weiteren ziehen nach wie vor viele junge Familien, die ihre Wohnverhältnisse der wachsenden Zahl der Familienmitglieder anpassen wollen, aus der Stadt in die Gemeinden des Nach- barschaftsverbands Karlsruhe, weil sie in Karlsruhe keine passende Immobilie finden können. 4 Wie die Ausführungen zur vergangenen Bevölke- rungsentwicklung in Deutschland, Baden-Württ- emberg und Karlsruhe gezeigt haben, entscheidet letztlich die Höhe des Wanderungssaldos darüber, ob eine Bevölkerung wächst oder schrumpft und wie schnell die Einwohnerschaft demografisch al- tert. Denn die Zahl der jährlich Gestorbenen über- steigt fast überall die Zahl der Geborenen deutlich. Der Großteil der überregionalen Wanderung ist ökonomisch motiviert – im Gegensatz zu den in- traregionalen Stadt-Land-Wanderungen, die in der Regel auf eine Verbesserung der Wohnsitua- tion abzielen. Die Umziehenden streben mit der Wohnsitzverlagerung zumeist eine Verbesserung der persönlichen Ausbildungs- und Arbeitsplatzsi- tuation an. Entscheidend bei der Wahl des Um- zugsziels sind daher vor allem die wirtschaftlichen Gegebenheiten und Potentiale in den in Frage kommenden Zielkommunen (Arbeitsplatzangebot, Ausbildungs- und Studieninfrastruktur, zukunfts- fähige Branchen). Gerade in Zeiten des fortschrei- tenden demografischen Wandels, in dessen Fol- ge die Zahl qualifizierter Erwerbspersonen stetig geringer werden wird, treten die einzelnen Wirt- schaftsräume in Deutschland künftig verstärkt in Konkurrenz um junge, gut ausgebildete Zuwande- rer. Dabei wird vor allem die wirtschaftliche Attrak- tivität von Kommunen darüber entscheiden, ob es künftig gelingt, Wanderungsgewinne zu akqui- rieren und damit die Folgen des demografischen Wandels – allen voran die demografische Alterung der Stadtgesellschaft – abzumildern. Daher wurden in der vorliegenden Bevölkerungs- prognose drei verschiedene Szenarien erarbeitet, die sich vor allem hinsichtlich der künftig ange- nommenen wirtschaftlichen Entwicklung Karls- ruhes und damit letztlich den jährlichen Wande- rungsgewinnen der Stadt unterscheiden. Im rezessiven Szenario wird angenommen, dass sich die Finanzkrise künftig weiter ausweitet und der Wirtschaftsstandort Karlsruhe spürbar von ei- ner bundes- und europaweiten Rezession betrof- fen sein wird. In der Konsequenz gehen die jähr- lichen Wanderungsgewinne Karlsruhes bis 2030 vergleichsweise stark zurück (s. Abbildung 3.05). Dahingegen gehen die Annahmen des stagnie- renden Szenarios davon aus, dass die künftige wirtschaftliche Weiterentwicklung Karlsruhes wei- testgehend zum Stillstand kommt. Der zukunfts- orientierte Umbau der Wirtschaftsstruktur gelingt künftig nur unzureichend, so dass sich kaum mehr zukunftsfähige Unternehmen in Karlsruhe ansie- deln. Damit einher geht ein mittlerer Rückgang der jährlichen Wanderungsgewinne bis 2030. Schließlich wurde eine dritte Variante gerechnet – das prosperierende Szenario – in der künftig von einer weiteren positiven Wirtschaftsentwicklung in Karlsruhe ausgegangen wird. Das bedeutet, dass sich der Wirtschaftsstandort auch in Zukunft kri- senstabil und zukunftsfähig weiterentwickelt. Der fachliche Schwerpunkt des KIT und die bestehen- den Wirtschaftsstrukturen Karlsruhes befördern auch weiterhin die Ansiedlung von wissensinten- siven Dienstleistern und forschungsintensiven In- dustrien. Angesichts der steigenden Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe sinken die jähr- lichen Wanderungsgewinne bis 2030 vergleichs- weise wenig. Einen Überblick über die zentralen Annahmen der Bevölkerungsprognose Karlsruhe 2030 gibt Tabelle 3.01. Hierin lassen sich für die jeweiligen Progno- separameter sowie das jeweilige Prognoseszenario die angenommenen Entwicklungen ablesen. Die Annahmen zur Entwicklung der Geburtenhäufig- 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 25 keit, der Lebenserwartung sowie der Binnenwan- derungsströme sind in allen drei Varianten gleich. Deutliche Unterschiede zwischen den Varianten bestehen hingegen bei den Annahmen zur künfti- gen wirtschaftlichen Entwicklung und damit auch den Zu- und Fortzügen. Die Geburten werden unter Berücksichtigung der altersspezifischen Fruchtbarkeitsziffern berechnet. In der Vorausrechnung für die Jahre 2010 bis 2030 wird – wie in den meisten übergeordneten Pro- gnosen der Statistischen Ämter auch – davon aus- gegangen, dass sich diese Fruchtbarkeitsziffern im Vorausrechnungszeitraum nicht ändern. Für Karlsruhe wird – wie auch bei den Vorausrech- nungen auf Bundes- und Landesebene – davon ausgegangen, dass die Lebenserwartung von Männern und Frauen in Zukunft noch weiter an- steigen wird. Dabei liegt – in Anlehnung an die Annahmen für die Vorausrechnung des Statisti- schen Landesamts Baden-Württemberg – zugrun- de, dass die Lebenserwartung eines männlichen Neugeborenen von 77,4 Jahren im Jahr 2010 auf 79,6 Jahre im Jahr 2030, die einer weiblichen Neu- geborenen von derzeit 82,5 Jahren auf 84,7 Jahre im Jahr 2030 ansteigen wird. Gleichzeitig nehmen damit auch die Lebenserwartungen aller übrigen Altersjahrgänge im Vorausrechnungszeitraum zu. Als Folge gehen die Sterbewahrscheinlichkeiten al- ler Altersjahrgänge leicht zurück. Für die Bevölke- rungsvorausrechnung wird ein lineares Absinken dieser Sterbewahrscheinlichkeiten zwischen 2005 und 2030 angenommen. Die Binnenwanderungen, also die Zu- und Fortzüge zwischen den einzelnen Stadtteilen, werden in der Prognose in Form von alters- und geschlechtsspezifischen Fortzugswahrscheinlich- keiten für alle 27 Stadtteile errechnet. Diese Wahr- scheinlichkeiten wurden aus den Binnenfortzügen aus den Karlsruher Stadtteilen der Jahre 2004 bis 2010 ermittelt und über den Prognosezeitraum als konstant angenommen und fortgeschrieben. Zu- dem werden die innerstädtischen Umzüge durch die Bautätigkeit in den Neubaugebieten der Karls- ruher Stadtteile gelenkt. In Folge des Bevölkerungsrückgangs in Deutsch- land und Baden-Württemberg – vor allem bei Tab. 3.01 Annahmen der Bevölkerungsprognose Karlsruhe 2010 - 2020 - 2030 rezessivstagnierendprosperierend Fruchtbarkeit Sterblichkeit Binnenwanderung wirtschaftliche Entwicklung die Finanzkrise weitet sich aus; von einer Rezession wird künftig auch der Wirtschaftsstandort Karlsruhe spürbar betroffen sein Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung in Karlsruhe; kaum noch Ansiedlung von zukunftsfähigen Unternehmen; zukunftsorientierter Umbau der Wirtschaftsstruktur stagniert weiter positive wirtschaftliche Entwicklung; Wirtschaftsstandort bleibt auch zukünftig krisenstabil und zukunftsorientiert; KIT und ansässige Unternehmen befördern weiterhin die Ansiedlung von wissensintensiven Dienstleistern und forschungsintensiven Industrien Außenwanderungen jährlicher Rückgang der Zahl der Zu- und Fortzüge; die Wanderungsgewinne zwischen 2010 und 2030 belaufen sich auf insgesamt +16.000 Personen bei jährlich stark sinkender Tendenz jährlicher Rückgang der Zahl der Zu- und Fortzüge; die Wanderungsgewinne zwischen 2010 und 2030 belaufen sich auf insgesamt +18.400 Personen bei jährlich sinkender Tendenz jährlicher Rückgang der Zahl der Zu- und Fortzüge; die Wanderungsgewinne zwischen 2010 und 2030 belaufen sich auf insgesamt +20.800 Personen bei jährlich weniger sinkender Tendenz ___ Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/12 Szenario konstant bei 1,3 Kindern/Frau Anstieg der Lebenserwartung bei Geburt zwischen 2010 und 2030 um 2,2 Jahre (für beide Geschlechter) die alters- und geschlechtsspezifischen Fortzugswahrscheinlichkeiten der vergangenen Jahre (2004-2010) werden über den Prognosezeitraum hinweg als konstant angenommen; zudem erfolgt die Lenkung der innerstädtischen Wanderungen über die künftigen Baufertigstellungen in den Neubaugebieten der Stadtteile 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 26 den jüngeren Altersgruppen zwischen 20 und 30 Jahren – wird sich das Potential der Zuziehenden nach Karlsruhe künftig verringern. Daher ist da- von auszugehen, dass künftig die Zahl der Zuzüge in die Fächerstadt – zumindest aus Deutschland und Baden-Württemberg – sinken wird. Konse- quenterweise ist davon auszugehen, dass auch die Fortzüge aus Karlsruhe sinken werden, da gerade bei (Aus-)Bildungswanderungen ein Großteil der ehemals Zugezogenen nach Abschluss von Ausbil- dung oder Studium den Ausbildungsort wieder in Richtung Heimatort bzw. neuem Berufsort verlässt. Demzufolge wurde bei der Annahmefindung der künftigen Wanderungsbewegungen in Karlsru- he in einem ersten Schritt die Zahl der Zu- und Fortzüge der vergangenen Jahre (2003-2010) gemittelt und die so erhaltenen Werte über den Prognosezeitraum abgesenkt. Dabei dienten die Wanderungsannahmen der regionalisierten Bevöl- kerungsvorausrechnung für Baden-Württemberg bis 2030 des Statistischen Landesamts als Orien- tierungsrahmen. Anders als bei der Vorausrechnung des Statisti- schen Landesamts – dort wird angenommen, dass sich der Wanderungssaldo Baden-Württembergs zwischen 2011 und 2012 verdoppelt und von da an konstant +10.000 Personen pro Jahr betragen wird – wurde in der vorliegenden Prognose in al- len drei Szenarien weiterhin angenommen, dass sich in Folge des Bevölkerungsrückgangs in weiten Teilen Deutschlands die Wanderungsgewinne Karlsruhes künftig verringern werden. Grundsätzlich wird in allen drei Szenarien da- von ausgegangen, dass die Wanderungsgewinne Karlsruhe in den ersten Prognosejahren (2011- 2013) zunächst ansteigen (vgl. Abbildung 3.05). Darin wird der seit Mai 2011 EU-weit geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit, dem doppelten Abi- turjahrgang in Baden-Württemberg 2012 sowie dem Wegfall der Wehrpflicht seit 2011 Rechnung getragen. Erst danach beginnt die jährliche Net- tozuwanderung – je nach angenommener wirt- schaftlicher Entwicklung unterschiedlich stark – zu sinken. Ab 2020, wenn sich der Bevölkerungsrück- gang in Deutschland und Baden-Württemberg be- schleunigt, verstärkt sich der jährliche Rückgang der Wanderungsgewinne in allen drei Varianten nochmals. 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 Gewinn/Verlust bei rezessivem Szenario Gewinn/Verlust bei stagnierendem Szenario Gewinn/Verlust bei prosperierendem Szenario Abb. 3.05 Wanderungssalden der Bevölkerungsprognose 2030 nach verschiedenen Abb. 3.05 Varianten 1) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 1) ohne Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 27 5 Auf Grund der Melderegisterbereinigung in 2010, in deren Folge die Zahl der Fortzüge und damit letztlich auch der Wanderungs- saldo deutlich verfälscht wurden, wurde dieses Jahr aus der Betrachtung ausgeklammert. Wie Abbildung 3.05 zeigt, ist der Rückgang der Wanderungsgewinne zwischen 2011 und 2030 im rezessiven Szenario auf Grund der angenommen negativen Wirtschaftsentwicklung am stärksten (von +1.300 auf +400 Personen bzw. -70 %). Im stagnierenden Szenario gehen die Wanderungs- gewinne von +1.300 im Jahr 2011 auf +500 in 2030 zurück (-65 %). Angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung des prosperierenden Sze- narios sinken die jährlichen Nettozuzüge dort bis 2030 vergleichsweise gering (von +1300 auf +700 Personen bzw. -45 %). Je nach wirtschaftlicher Entwicklung wird sich der angenommene ku- mulierte Wanderungsgewinn Karlsruhes der Jahre 2011 bis 2030 auf +16.100 (rezessiv), +18.400 (stagnierend) bzw. +20.800 Personen (prosperierend) belaufen. In Anbetracht des kumulierten Wanderungssaldos Karlsruhes der vergangenen zehn Jahre (2000-2009) 5 in Höhe von +20.000 Personen (ohne LAST), können die der Prognose zu Grunde gelegten Wanderungsannahmen aller drei Szenarien als vorsichtig gelten. 3.3 Ergebnisse der Bevölkerungs- prognose 2030 auf Gesamt - stadt ebene Auf der Basis dieser Grundannahmen wurden drei Szenarien der voraussichtlichen Bevölkerungsent- wicklung der Stadt Karlsruhe für die Jahre 2011 bis 2030 durchgeführt. Diese Szenarien stellen dabei durch unterschiedliche Annahmen zur wirt- schaftlichen Entwicklung und damit der Zahl der Zuzüge verschiedene Einschätzungen der zukünf- tigen Entwicklungslinien der Karlsruher Bevölke- rung dar. Alle drei denkbaren Bevölkerungspro- gnoseverläufe sind in Abbildung 3.06 dargestellt. Die rote Linie zeigt die zurückliegende Entwick- lung der wohnberechtigten Bevölkerung in Karls- ruhe zwischen 1996 und 2011. Auffällig sind da- bei der Rückgang der Bevölkerung im Jahr 2010 und der unmittelbare Wideranstieg im Jahr darauf (2011). Ursache dafür ist eine im Jahr 2010 ein- malig durchgeführte Melderegisterbereinigung, im Zuge derer alle in Karlsruhe gemeldeten aber nicht mehr dort wohnhaften Personen mit Zweitwohn- sitz ermittelt und abgemeldet wurden. Auf Grund dieser Abmeldungen sank die Zahl der wohnbe- rechtigten Bevölkerung von 2009 auf 2010 von 302.001 Personen auf 300.850 Personen. Im Zuge starker Nettozuwanderung vornehmlich junger Bevölkerungsschichten in 2011 stieg die Einwoh- nerzahl der Fächerstadt bis zum 31.12.2011 je- doch auf 303.066 Wohnberechtigte an. Auf Grund der relativ umfangreichen Vorarbeiten zur vorliegenden Prognose wurde der Bevölke- rungsbestand zum 31.12.2010 als Ausgangspunkt der Bevölkerungsvorausrechnung gewählt – und nicht der 31.12.2011. Abbildung 3.06 zeigt, dass alle drei Prognosevarianten im ersten Prognosejahr (2011) noch deutlich unter dem tatsächlichen Be- völkerungsbestand von 303.066 Personen liegen. Die Marke von 303.000 Einwohnerinnen und Ein- wohnern wird in allen drei Szenarien erst Mitte des Jahres 2013 überschritten, was zeigt, dass die der Vorausrechnung zugrunde gelegten Annahmen als moderat anzusehen sind. Wäre die jährliche Steigerungsrate der Karlsruher Bevölkerung der Jahre 1998 bis 2009 von +0,46 % linear fortgeschrieben worden, würde eine Ziel- bevölkerung von 314.900 Personen in 2020 und von 329.700 Personen in 2030 erreicht. Da diese Zahlen jedoch in keinem sinnvollen Verhältnis zu der möglichen baulichen Entwicklung in Karlsruhe stehen, wurde ein moderaterer Verlauf der Bevöl- kerungsentwicklung angenommen. Wie Abbildung 3.06 zeigt, liegen die Entwick- lungsverläufe der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe bis 2020 in allen drei Prognosesze- narien sehr eng beieinander. So wird die Bevöl- kerung bei rezessiver Wirtschaftsentwicklung in- nerhalb der ersten Prognosehälfte von 300.900 auf 308.200 Personen ansteigen. Aber selbst bei 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 28 weiter positiver Konjunkturlage ist das Wachstum nur unwesentlich höher, so dass 2020 ca. 309.200 Personen in Karlsruhe leben werden. Diese bei- nahe parallele Entwicklung in den verschiedenen Szenarien innerhalb der ersten zehn Prognose- jahre beruht im Wesentlichen auf der Annahme, dass die jährlichen Wanderungsgewinne zunächst bis 2013 in allen drei Varianten ansteigen werden (Arbeitnehmerfreizügigkeit, doppelter Abiturjahr- gang, Wegfall der Wehrpflicht) und erst ab 2020 (verstärkter Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Baden-Württemberg) deutlich – je nach Wirt- schaftlicher Entwicklung unterschiedlich – zurück- gehen werden (vgl. Abbildung 3.05). So werden in der zweiten Prognosehälfte (2020-2030) die Unterschiede zwischen den Szenarien zunehmen, so dass die zu erwartende Bevölkerungszahl zwi- schen 309.800 Wohnberechtigten (rezessives Sze- nario) und 314.900 Personen (prosperierendes Szenario) liegen wird. 303.066 314.883 301.746 309.225 312.380 301.735 308.769 301.717 308.236 309.822 280.000 285.000 290.000 295.000 300.000 305.000 310.000 315.000 320.000 1 996 1 997 1 998 1 999 2 000 2 001 2 002 2 003 2 004 2 005 2 006 2 007 2 008 2 009 2 010 2 011 2 012 2 013 2 014 2 015 2 016 2 017 2 018 2 019 2 020 2 021 2 022 2 023 2 024 2 025 2 026 2 027 2 028 2 029 2 030 Bestandsentwicklung prosperierend stagnierend rezessiv Abb. 3.06 Bevölkerungsentwicklung Karlsruhe 1996 bis 2030 nach Prognosevarianten Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 Prosperierendes Szenario: Leicht steigende Lebenserwartung, unveränderte Geburtenhäufigkeit, weiter deutliche Zuwanderungsgewinne durch positive wirtschaftliche Entwicklung, krisenstabilen Wirtschaftsstandort und fortgesetzten zukunftsorientierten Umbau der Wirtschaftsstruktur. Stagnierendes Szenario: Leicht steigende Lebenserwartung, unveränderte Geburtenhäufigkeit, verhaltene Zuwanderungsgewinne vor dem Hintergrund einer stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung und Stillstand beim zukunftsorientierten Umbau der Wirtschaftsstruktur. Rezessives Szenario: Leicht steigende Lebenserwartung, unveränderte Geburtenhäufigkeit, nur geringe Zuwanderungsgewinne aufgrund rezessiver Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe in einer sich ausweitenden Finanzkrise. Startbevölkerung 1) : 300.850 - Bestand und Vorausrechnung - 1) Der Rückgang der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe zwischen 2009 und 2010 (von 302.000 auf 300.850 Personen) beruht in erster Linie 1) auf einer Melderegisterbereinigung in diesem Zeitraum. In Folge einer einmalig durchgeführten Zweitwohnsitzaktion wurden nicht mehr in Karlsruhe 1) lebende Personen mit Nebenwohnsitz ermittelt und abgemeldet. Die Zahl der Bevölkerung mit Hauptwohnsitz nahm im selben Zeitraum weiter zu. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 29 6 Daten zu den Zu- und Fortzügen der wohnberechtigten Bevölkerung (Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz) in Karlsruhe lie- gen detailliert erst ab dem Jahr 1999 vor. Zudem sind die hohen Baufertigstellungszahlen der 1990er Jahre im Zuge der Konversion Nordstadt nicht repräsentativ. Das Jahr 2010 wurde auf Grund der bereits erwähnten Melderegisterbereinigung in diesem Jahr und deren Effekte auf die Bestands- und Bewegungsstatistik nicht in die Betrachtung mit einbezogen. Nach den Annahmen des rezessiven Szenarios wird die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 von 300.900 auf 309.800 Einwohnerinnen und Einwohner steigen (+8.972 Personen bzw. +3,0 %). In der ersten Prognosehälfte (2010-2020) ist ein Anstieg auf 308.200 (+7.300 Personen bzw. +2,5 %) zu erwarten. Zwischen 2020 und 2030 ist auf Grund stark rückläufiger jährlicher Wanderungsgewinne nur von einem Bevölkerungswachstum von +1.600 Personen bzw. +0,5 % auszugehen. Insgesamt beruht dieses Wachstum ausschließlich auf Nettozuwanderung (+16.100 Personen), vor allem in der Altergruppe der 20- bis unter 30-Jährigen. Die Summe der Sterbeüberschüsse beläuft sich im Prognosezeitraum (2011-2030) auf -7.100 Personen. Im stagnierenden Szenario wird die Zahl der Wohnberechtigten in Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 um +11.500 Personen bzw. +3,8 % zunehmen, so dass im Jahr 2030 rund 312.400 Menschen in Karlsruhe leben werden. Während in der ersten Prognosehälfte (2010-2020) die Zahl der Wohnberechtigten um +7.900 Per- sonen auf 308.800 Einwohnerinnen und Einwohner steigen wird (+2,6 %), ist im zweiten Prognoseabschnitt (2020-2030) von geringerem Bevölkerungswachstum in Höhe von +3.600 Personen (+1,2 %) auszugehen. Auch in dieser Variante stützt sich dieser Anstieg ausschließlich auf Gewinne aus den Zu- und Fortzügen (+18.400). Die Bilanz aus Geborenen und Gestorbenen wird auch in diesem Prognoseszenario ein deutliches Minus in Höhe von rund -6.900 Personen aufweisen. Das prosperierende Szenario unterlegt eine weiter zukunftsfähige positive Wirtschaftsentwicklung in Karls- ruhe. In diesem Szenario ist davon auszugehen, dass zwischen 2010 und 2030 die Bevölkerung Karlsruhes von 300.900 Personen auf 314.900 Wohnberechtigte anwachsen wird. Das entspricht einer Zunahme von +14.000 Personen bzw. +4,7 %. Bis 2020 wird die Bevölkerung auf 309.200 Wohnberechtigte angewachsen sein (+8.400 Personen bzw. 2,8 %). Mit +5.600 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern wird die Bevölkerung aber auch in der zweiten Prognosehälfte (2020-2030) weiter deutlich zunehmen (+1,8 %), da die Zahl der jährlichen Net- tozuwanderung nur allmählich sinkt. Insgesamt (2010-2030) stehen deutliche Wanderungsgewinne (+20.800 Personen) Sterbeüberschüssen in Höhe von -6.700 Personen gegenüber. Eine Bevölkerungszunahme im prosperierenden Szenario von +14.000 Personen und Wanderungs- gewinne in Höhe von +20.800 Einwohnerinnen und Einwohnern in den kommenden 20 Jahren in Karlsruhe erscheinen auf den ersten Blick hoch. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass die Dimensionen der Prognoseannahmen durchaus nicht un- realistisch, sondern vielmehr vorsichtig formuliert worden sind. So nahm in den elf Jahren zwischen 1999 und 2009 6 die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung um +14.800 Personen zu. Die vorliegende Modellrechnung kommt im maximalen Fall auf +14.000 Personen in 20 Jahren – also einem doppelt so langen Zeitraum. Und auch die errechnete Zahl der Wanderungsgewinne bleibt in der Prognose deutlich hinter den Zahlen der Vergan- genheit zurück. Die Nettogewinne aus den Zu- und Fortzügen über die Stadtgrenze zwischen 1999 und 2009 belaufen sich allein für diese elf Jahre auf +21.900 Personen – die Prognose geht dagegen selbst im prosperie- renden Szenario für einen doppelt so langen Zeitraum von 20 Jahren von +20.800 Nettozuwanderern aus und ist daher deutlich moderater. Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte vor, dass sich die Wirtschaft in Karlsruhe nicht auch weiterhin positiv entwickeln wird. Karlsruhe nimmt in allen Städte-Rankings vordere Plätze ein. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 30 Exkurs: Vergleich Prognose 2005 - Prognose 2010 Die letzte Vorausrechnung der Stadt Karlsruhe stammt aus dem Jahr 2006 und hatte den Bevölkerungsbestand zum 31.12.2005 als Ausgangspunkt. Wie Abbildung 3.07 zeigt, wuchs die Differenz zwischen der 2006er Pro- gnose und der tatsächlichen Entwicklung der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe von Jahr zu Jahr im- mer weiter an. So betrug der Abstand zwischen der Einwohnerzahl aus dem Melderegister und dem realistischen Szenario der alten Prognose im Jahr 2011 ca. 2.700 Personen. Die Differenz zwischen Bevölkerungsbestand und optimistischem Szenario belief sich in 2011 sogar auf 8.900 Personen. Daher erschien es dringend geboten eine neue Bevölkerungsvorausrechnung zu erstellen, die auf dem aktuellen Bevölkerungsbestand (31.12.2010) aufsetzt. Im Wesentlichen sind zwei Ursachen für die starke Abweichung zwischen alter Prognose und der Realität auszu- machen. Zum einen haben sich die in der alten Prognose getroffenen Annahmen zur Zahl der künftigen Zu- und Fortzüge zwischen 2005 und 2015 als zu hoch erwiesen – vor allem im optimistischen Szenario. Zum anderen wurde der Baufortschritt in den großen Konversionsgebieten (Südstadt - Östlicher Teil, Neureut - Kirchfeld Nord, Knielingen 2.0) in seinem zeitlichen Verlauf falsch eingeschätzt. So ging man damals noch davon aus, dass in den Konversionsgebieten bereits im Jahr 2006 Neubauten im großen Stil für den Erstbezug fertig gestellt sein würden. Ab dem Jahr 2014 geht die Bevölkerungszahl im realistischen Szenario der 2006er Prognose wieder deutlich von 306.700 Personen zurück und erreicht so im Jahr 2030 mit 302.000 Wohnberechtigten das Niveau des Jahres 2009. Diese Abnahme basiert in erster Linie auf der Annahme, dass die Zahl der jährlichen Wanderungsgewinne Karlsruhes binnen kürzester Zeit von über +2.000 Personen auf unter +200 Nettozuwanderer pro Jahr absinkt. Dies scheint aus heutiger Sicht in Anbetracht einer starken Rückbesinnung auf innerstädtische Wohnquartiere und der verstärkten Zuwanderung aus (Süd-)Osteuropa als wenig wirklichkeitsnah. Vielmehr ist davon auszu- gehen, dass im Zuge des Bevölkerungsrückgangs in weiten Teilen Deutschlands der jährliche Wanderungssaldo Karlsruhes zwar rückläufig sein wird, dass dieser Effekt aber von dem Trend „Zurück in die Stadt“ – und dabei vor allem in die wirtschaftlich stabilen Stadtregionen im Süden und Südwesten – überlagert und abgemildert werden dürfte. So kommen alle drei Varianten der neuen 2012er Prognose während der ersten Prognosejahre auf Bevölke- rungszahlen unterhalb des realistischen Szenarios der 2006er Modellrechnung. Erst ab dem Jahr 2016, wenn die jährlichen Wanderungsgewinne in der alten Prognose stark absinken, „überholen“ die neuen Prognosezahlen das realistische Szenario und liegen im Jahr 2030 mit 314.800 bzw. 312.400 bzw. 309.800 Wohnberechtigen zwischen dem optimistischen und dem realistischen Szenario der 2006er Vorausrechnung. Es ist anzumerken, dass die Unsicherheiten der Annahmen einer Prognose mit zunehmender zeitlicher Entfer- nung vom Ausgangspunkt zunehmen und damit die Eintreffwahrscheinlichkeit der Vorausrechnung abnimmt. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Ergebnisse von Bevölkerungsprognosen in regelmäßigen Abständen in Form von Neuberechnungen, mit auf den aktuellen Erkenntnissen beruhenden neuen Annahmen, zu korri- gieren. Daher ist es unumgänglich, auch die vorliegende Bevölkerungsprognose für Karlsruhe in fünf bis zehn Jahren wieder zu „aktualisieren“. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 31 Die Vorausrechnungen zur künftigen Bevölke- rungsentwicklung zeigen deutliche Verschie- bungen der einzelnen Altersgruppen auf. Diese sind für das prosperierende Szenario in Abbildung 3.08 dargestellt. Wie am linken Rand der Diagrammfläche zu erkennen ist, werden zwi- schen 2010 und 2030 die Einwohnerzahlen in al- len Altersgruppen zunehmen. Am stärksten wird die Zunahme bei der Alters- gruppe der 65- bis unter 85-Jährigen ausfallen (+4.984 Personen). Zwar ist in dieser Altersgruppe die jährliche Zahl der Fortzüge höher als die Zahl der Zuzüge (=Wanderungsverluste), weil per Sal- do immer noch viele Senioren ihren Altersruhesitz außerhalb der Stadt – möglicherweise bei ihren ins suburbane Umland weggezogenen erwachsenen Kindern und Enkelkindern – suchen. Diese Wan- derungsverluste werden aber von sog. Altersstruk- tureffekten deutlich überlagert. Im Fall der Senio- ren zwischen 65 und 85 Jahre verbirgt sich hinter dem Schlagwort „Altersstruktureffekt“ die Tatsa- che, dass in die Altersgruppe der heute 65- bis 85-Jährigen die vergleichsweise gering besetzten Jahrgänge der Kriegsteilnehmer des 2. Weltkriegs sowie die geburtenschwachen Jahrgänge der zwi- schen 1940 und 1945 Geborenen fallen. Diesen beiden Generationen folgen vergleichsweise stär- ker besetzte Jahrgänge der Nachkriegsgeborenen, die sich gegenwärtig (2010) noch in der Alters- gruppe der 45- bis unter 65-Jährigen befinden. Doch bereits in den kommenden zehn Prognose- jahren entwachsen immer mehr relativ schwach besetzte „Kriegsteilnehmerjahrgänge“ der Alters- gruppe der 65- bis unter 85-Jährigen und rücken in ältere Altersgruppen vor. Gleichzeitig folgen von unten – der Altersgruppe der 45- bis unter 65-Jäh- rigen – relativ geburtenstarke Generationen der Nachkriegsjahre in die Altersgruppe der rüstigen Senioren (65 bis unter 85 Jahre) nach, so dass de- ren Zahl leicht zunimmt (2010-2020: +396 Per- sonen). Wie Abbildung 3.08 zeigt, kommt dieser Effekt aber vor allem ab dem Jahr 2020 ver stärkt zum Tragen, wenn zunehmend die geburten- starken Jahrgänge der Generation ‚Baby-Boom‘ (=Geburtskohorten der Jahre 1955 bis 1965) in die Altersgruppe der 65- bis unter 85-Jährigen vorrü- cken. So wird deren Zahl zwischen 2020 und 2030 um weitere +4.588 Personen zunehmen. 220.000 240.000 260.000 280.000 300.000 320.000 340.000 1 995 1 996 1 997 1 998 1 999 2 000 2 001 2 002 2 003 2 004 2 005 2 006 2 007 2 008 2 009 2 010 2 011 2 012 2 013 2 014 2 015 2 016 2 017 2 018 2 019 2 020 2 021 2 022 2 023 2 024 2 025 2 026 2 027 2 028 2 029 2 030 Bestand Optimistisches Szenario Realistisches Szenario Prosperierendes Szenario Stagnierendes Szenario Rezessives Szenario Abb. 3.07 Entwicklung der wohnberechtigten Bevölkerung in Karlsruhe nach der neuen und Abb. 3.07 der alten Prognose 1995 - 2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 32 Ebenfalls beachtlich und mit ernstzunehmenden Konsequenzen für den Bereich Altenpflege/Alten- fürsorge wird die Zunahme der Bevölkerung im Alter von 85 Jahren und älter ausfallen. Deren Zahl wird sich bis 2030 um fast +3.000 Personen erhöhen (+2.934). Neben relativ schwach ausge- prägten Altersstruktureffekten macht sich bei die- ser Zunahme der Anstieg der so genannten fernen Lebenserwartung ab einem Alter von 60 Jahren bemerkbar. Speziell in Anbetracht der vergleichs- weise geringen Ausgangsbasis – 2010 lebten nur knapp 7.500 Personen im Alter von 85 Jahren oder älter in Karlsruhe – ist dieser Anstieg auf 10.400 Personen bis 2030 (+39,3 %) bemerkenswert (vgl. auch Abbildung 3.09). Bei den 45- bis unter 65-Jährigen fällt vor allem die ausgeprägte entgegengesetzte Entwicklung in den beiden Prognosehälften auf mit einem deut- lichen Anstieg der Bevölkerung zwischen 2010 und 2020 und einem fast ebenso großen Rück- gang in der darauf folgenden Periode bis 2030. Auch in diesem Fall resultieren diese Verschie- bungen im Wesentlichen auf Altersstruktureffek- ten. Die jährlich geringen Wanderungsverluste dieser Altersgruppe schlagen dabei kaum zu Bu- che. Vielmehr beruht das starke Anwachsen der Altersgruppe der 45- bis unter 65-Jährigen zwi- schen 2010 und 2020 darauf, dass die noch re- lativ schwach besetzten Nachkriegsjahrgänge (Geburtskohorten zwischen 1945 und 1950) in die Altersgruppe darüber vorrücken, während von unten noch die letzten geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer nachrücken und so die Zahl der Einwohner dieser Altersgruppe um +4.588 Per- sonen ansteigt. In der Folgezeit ist der gegentei- lige Effekt zu beobachten. Dann nämlich verlassen die ersten Baby-Boomer bereits das Alter zwischen 45 und 65 Jahren und rücken in die Altersgruppe der Senioren auf. Aus der Altersgruppe der 30- bis unter 45-Jährigen folgen jedoch jeweils schwä- cher besetzte Jahrgänge aus Zeiten des säkularen Geburtenrückgangs Ende der 1960er Jahre. So sinkt der Bestand in der Altersgruppe zwischen 45 und 65 Jahren in der zweiten Prognosehälfte um -3.124 Personen. Insgesamt (2010-2030) ist in der Altersgruppe der 45- bis unter 65-Jährigen also eine Zunahme von +1.464 Personen innerhalb des Prognosezeitraums (2010-2030) zu erwarten. 1.580 -316 4.588 396 1.180 -837 2.142 -3.124 4.588 1.754 -6 309 326 319 496 349 188 103 -4.000-3.000-2.000-1.00001.0002.0003.0004.0005.0006.000 0 bis unter 3 3 bis unter 6 6 bis unter 10 10 bis unter 18 18 bis unter 30 30 bis unter 45 45 bis unter 65 65 bis unter 85 85 und älter Gewinn/Verlust 2010 bis 2020 Gewinn/Verlust 2020 bis 2030 Abb. 3.08 Bevölkerungsgewinn/-verlust nach Altersgruppen in Karlsruhe 2010 - 2030 bei Abb. 3.07 prosperierendem Szenario Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 Gewinn/Verlust KA insgesamt 2010-2020: 8.375 Personen 2020-2030: 5.658 Personen 2010-2030: 14.033 Personen 2.934 4.984 1.464 1.825 743 489 658 514 422 Gewinn/Verlust 2010 - 2030 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 33 7 Die Zahl der 18- bis unter 30-jährigen wohnberechtigten Bevölkerung wird aber auch bei rezessiver Wirtschaftsentwicklung - ähn- lich wie bereits oben für das prosperierende Szenario beschrieben - in der ersten Prognosehälfte ansteigen und erst zwischen 2020 und 2030 zurückgehen Die Bevölkerungsentwicklung in der Altergrup- pe der 30- bis unter 45-Jährigen verläuft in der ersten Hälfte der Vorausrechnung (2010-2020) annähernd konstant (-346 Personen). Die ver- gleichsweise hohen Wanderungsverluste (Berufs- anfänger und Suburbanisierung junger Familien) werden von den von unten nachrückenden, stark besetzten Altersgruppen der Studenten und Aus- zubildenden mehr als ausgeglichen. Gleichzeitig entwachsen in diesem Zeitraum jedoch relativ geburtenstarke Jahrgänge (Geburtskohorten zwi- schen 1965 und 1970) der Altersgruppe, so dass sich die Bevöl kerungszahlen kaum verändern. Nach 2020 kehren sich die Altersstruktureffekte jedoch um, weil die geburtenschwachen Jahr- gänge der 1970er Jahre aus der Altersgruppe der 30- bis unter 45-Jährigen hinausaltern und wei- terhin von unten vergleichsweise stark besetzte Jahrgänge 7 nachrücken. Dieser Effekt übertrifft die Wanderungsverluste der 30- bis unter 45-Jäh- rigen mit dem Umland und den großen deutschen Verdichtungsräumen bei weitem, so dass die Al- tersgruppe zwischen 2020 und 2030 um +2.142 Personen anwachsen wird. Insgesamt ist zwischen 2010 und 2030 also von einem Anstieg in Höhe von +1.825 Personen auszugehen. Die hohen Wanderungsgewinne Karlsruhes in der Vergangenheit wurden fast ausschließlich von der Nettozuwanderung junger Menschen im Al- ter zwischen 18 und 30 Jahren getragen. Die vorherrschenden Wanderungsmotive dieser Zuzie- henden sind in erster Linie ausbildungs- und stu- dienplatzorientiert. Es ist davon auszugehen, dass sich daran in nächster Zukunft nichts ändern wird. Vielmehr ist gerade in den kommenden Jahren im Zuge des doppelten Abiturjahrgangs 2012, der Abschaffung des Zivildienstes sowie dem weiteren Ausbau des KIT in Karlsruhe mit einem verstärkten Zuzug junger Menschen nach Karlsruhe zu rech- nen. Dementsprechend wird sich auch die Zahl der 18- bis unter 30-Jährigen in Karlsruhe bis 2020 weiter um +1.580 Personen erhöhen (vgl. Abbil- dung 3.08). Erst danach ist auf Grund der demo- grafischen Schrumpfung in weiten Teilen Deutsch- lands und Baden-Württembergs von sinkenden jährlichen Wanderungsgewinnen von Auszubil- denden und Studenten in Karlsruhe auszugehen. Die Zahl der 18- bis unter 30-Jährigen wird daher zwischen 2020 und 2030 um -837 Personen zu- rückgehen. Für den gesamten Prognosezeitraum (2010-2030) ergeben sich daraus jedoch immer noch Gewinne in Höhe von +743 Personen in der Altersgruppe der Auszubildenden und Studenten. Auch in den Altersgruppen der unter 18-Jäh- rigen werden steigende Bevölkerungszahlen vo- rausgerechnet. Je nach Altersgruppe belaufen sich die Gewinne im gesamten Prognosezeitraum auf +400 bis +650 Personen. Am deutlichsten werden die Zuwächse bei den 6- bis unter 10-Jährigen ausfallen (+658 Personen). Dieser Anstieg bei den Kindern und Jugendlichen mag im ersten Au- genblick erstaunen, da doch in der vorliegenden Prognose von einer konstant niedrigen Geburten- häufigkeit unter dem Bestandserhaltungsniveau ausgegangen wird. Natürlich reichen die jährlichen Geborenenzahlen auch tatsächlich nicht aus, um die jeweilige Elterngeneration auch nur annähernd in ihrem quantitativen Bestand zu ersetzen. In Fol- ge der wachsenden Zahlen an potentiellen Eltern (Bevölkerung zwischen 18- und 45 Jahren) wird jedoch auch die Zahl der jährlich Geborenen leicht ansteigen, so dass auch die Zahl der unter 18-Jäh- rigen im Prognosezeitraum leicht zunimmt. Abbildung 3.09 zeigt die Veränderung der ein- zelnen Altersgruppen zwischen 2010 und 2030 in Abhängigkeit von deren Ausgangsbestand im Jahr 2010 für alle drei Prognosevarianten. Es zeigt sich, dass in allen drei Szenarien, der prozentuale Zuwachs bei den Senioren über 65 Jahren am stärksten ist, wobei die Unterschiede zwischen den Varianten in diesen Altersgruppen vernachläs- sigbar gering sind. Während allerdings der relative Anstieg bei den 65- bis unter 85-Jährigen mit etwa +10 % noch vergleichsweise moderat ausfällt, wird die Wachstumsrate bei den Hochbetagten über 85 Jahren rund viermal so hoch sein (ca. +40 %). Wie bereits erläutert, spielt dabei neben Altersstruktureffekten vor allem der Anstieg der fernen Lebenserwartung die entscheidende Rolle. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 34 8 Bei dieser nachrückenden Generation handelt es sich keineswegs um besonders geburtenstarke Kohorten - eher im Gegenteil. Vielmehr sind diese in Karlsruhe nur deshalb vergleichsweise überproportional vertreten, weil die Stadt auf Grund seiner hervorra- genden Aus- und Weiterbildungslandschaft seit vielen Jahren sehr hohe Wanderungsgewinne unter den 18- bis unter 30-Jährigen erzielt. Nach Beendigung von Ausbildung oder Studium verlässt eben nur ein Teil der ehemals Zugezogenen Karlsruhe wieder. Ein anderer Teil verbleibt in der Stadt und altert. Obgleich die absolute Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (18- bis unter 65 Jah- ren) zwischen 2010 und 2030 mit Werten zwi- schen +743 und +1.464 Personen hoch erscheint (vgl. Abbildung 3.08), ergeben sich wegen der re- lativ hohen Bestandszahlen in diesen Altersgrup- pen nur geringe prozentuale Wachstumsraten. Ausgehend vom Bestand in 2010 steigt die Zahl der 45- bis unter 65-Jährigen bis 2030 je nach Variante lediglich zwischen +1,9 % und +0,6 % an. Bei den 30- bis unter 45-Jährigen werden die Wachstumsraten bis 2030 in Abhängigkeit von der Höhe der Wanderungsgewinne zwischen +2,7 % und +0,4 % liegen. Bei rezessiver Wirtschafts- entwicklung ist davon auszugehen, dass die ge- genwärtig große Zahl an in Karlsruhe lebenden Auszubildenden und Studenten (18- bis unter 30-Jährige) künftig nicht gehalten werden kann und bis 2030 leicht um -0,9 % zurückgeht. 8 Bei prosperierender Wirtschaftsentwicklung ergeben sich hingegen weiter Wachstumspotentiale von +2,7 %. In Bezug auf deren Ausgangsbestand im Jahr 2010 wird der prozentuale Anstieg bei den un- ter 18-jährigen Altersgruppen, obgleich der geringen absoluten Zuwächse zwischen 2010 und 2030, relativ hoch sein (bis zu +7,3 %). Besonders die Altersgruppen der 3- bis unter 6-Jährigen so- wie die der 6- bis unter 10-Jährigen werden im Prognosezeitraum im prosperierenden Szenario um mehr als +7 % zulegen. Im rezessiven Szena- rio betragen die Zuwächse in diesen beiden Alters- gruppen jeweils rund +5 %. Vergleichsweise ge- ring fällt mit +2,6 % bis +0,9 % der Anstieg in der Altersgruppe der 10- bis unter 18-Jährigen aus. 5,6% 7,3% 7,2% 2,6% 1,2% 2,7% 1,9% 10,3% 39,3% 4,3% 6,1% 6,2% 1,7% 0,0% 1,7% 1,3% 10,1% 39,0% 2,9% 4,7% 5,0% 0,9% -0,9% 0,4% 0,6% 9,8% 38,7% -5% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 0 bis unter 3 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 10 bis unter 18 Jahre 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 85 Jahre 85 Jahre und älter Prosperierendes Szenario Stagnierendes Szenario Rezessives Szenario Abb. 3.09 Veränderungen der Altersgruppen in Karlsruhe 2010 - 2030 in Prozent nach Abb. 3.08 Prognosevarianten Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 35 Der Grund dafür, dass sich vor allem in den Al- tersgruppen unter 45 Jahren die Wachstumsra- ten der einzelnen Prognosevariante relativ stark unterscheiden, während bei den 45-Jährigen und Älteren kaum nennenswerte Differenzen zu erken- nen sind, liegt am unterschiedlichen Wanderungs- verhalten der Altersgruppen. Im Wesentlichen un- terscheiden sich die drei Szenarien nur hinsichtlich der Annahmen zur jährlichen Zahl der Nettozu- wanderung. Berücksichtigt man, dass die Mobilität und Umzugsfreudigkeit von Menschen in hohem Maße von deren Alter mitbestimmt wird – jüngere Menschen vor allem zwischen 20 und 35 Jahren ziehen überdurchschnittlich häufig um – wird klar, warum sich die Prognosevarianten besonders bei den jüngeren Altersgruppen voneinander unter- scheiden. 3.4 Kleinräumige Ergebnisse auf Ebe- ne der Karlsruher Stadtteile Neben der Bevölkerungsvorausrechnung für die Gesamtstadt wurden auch die voraussichtlichen Entwicklungsverläufe für die 27 Stadtteile der Stadt Karlsruhe berechnet. Die Stadtteilergebnisse hängen sehr stark von der in der Bauleitplanung vorgezeichneten baulichen Entwicklung ab. Dies ist die ausschlaggebende Vorgabe der Stadtteil- prognosen. Grundsätzlich ist bei den Vorausrech- nungen für die Stadtteile aus methodischen Grün- den mit einer größeren Schwankungsbreite der Eintrittswahrscheinlichkeit zu rechnen als bei der gesamtstädtischen Prognose. In Abbildung 3.10 ist die Zu- bzw. Abnahme der wohnberechtigten Bevölkerung in den einzelnen Karlsruher Stadtteilen zwischen 2010 und 2030 bei prosperierender Wirtschaftsentwicklung dargestellt. Insgesamt werden 18 von 27 Stadt- teilen bis 2030 per Saldo Bevölkerung hinzuge- winnen. Dem derzeitig vorherrschenden Trend „Zurück in die Stadt“ folgend werden in erster Linie die innenstadtnahen Stadtteile und/oder die Stadtteile mit großen Baugebieten von der Net- tozuwanderung profitieren und weiter wachsen. Besonders die Südstadt mit dem großen Konver- sionsgebiet Südstadt – östlicher Teil (CityPark) (+2.487 Personen) sowie die Oststadt als beliebter Studentenstadtteil mit erheblichem Wohnungs- und Wohnheimneubau (+2.436 Personen) werden innerhalb des Prognosezeitraums stark an Bevöl- kerung gewinnen. Aber auch in der Südweststadt (+1.619 Personen) und der Weststadt (+1.903 Personen) ist durch Nachverdichtung und Baulü- ckenschließung mit deutlichen Zuwächsen durch Nettozuwanderung überwiegend jüngerer Bevöl- kerungsschichten zu rechnen. Daneben werden die hohen Neubauvolumina in Palmbach (Winter- rot-West, Ob den Gärten, TSV Palmbach), Neureut (Kirchfeld-Nord, Oberfeld, Zentrum III) und der Nordstadt (Alter Flugplatz ohne FFH-Gebiete) die Bevölkerungszahlen bis 2030 dort ansteigen las- sen. In Knielingen (+509 Personen) kompensieren die hohen Neubauzuzüge nach Knielingen 2.0 deutlich die Verluste durch Alterung der Bevölke- rung im übrigen Stadtteil. Der Zuwachs in Durlach (+957 Personen) basiert in erster Linie auf Nach- verdichtung und Baulückenschließung. Auf der anderen Seite wird es trotz wachsen- der Bevölkerungszahlen auf Gesamtstadtebene (+14.000 Personen) auch neun Stadtteile geben, in denen die Einwohnerzahlen zwischen 2010 und 2030 zurückgehen werden. Vergleichsweise hoch werden die Rückgänge in Oberreut (-470 Per- sonen), Daxlanden (-407 Personen) und Grünwet- tersbach (-298 Personen) ausfallen. Mit Ausnahme von Oberreut und Hohenwettersbach handelt es sich bei diesen neun Stadtteilen um im demogra- fischen Sinne relativ alte Stadtteile, in denen sich ausgeprägte Sterbeüberschüsse und Außenwan- derungsverluste (Nettoabwanderung über die Stadtgrenze) zu einem negativen Gesamtsaldo ad- dieren, der von relativ schwachen Binnenwande- rungsgewinnen (Nettozuwanderung aus anderen Karlsruher Stadtteilen) nicht ausgeglichen werden kann. Auf Grund fehlender Baulandpotentiale können diese Stadtteile auch nicht von der Zuwan- derung in große Neubaugebiete profitieren. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 36 Wie Abbildung 3.11 zeigt, ändert sich im stag nierenden Szenario am Verteilungsmuster der Bevölkerungszu- und -abnahme auf die Stadt- teile wenig. Auch in diesem Szenario werden die gleichen 18 Stadtteile bis 2030 weiter an Bevöl- kerung hinzugewinnen, während in den oben genannten neun Stadtteilen die Einwohnerzahlen sinken. Auch in der stagnierenden Variante kon- zentriert sich die quantitativ größte Zunahme auf die innerstädtischen Stadtteile. Dagegen fallen 588 942 2.487 1.619 1.903 602 2.436 420 -407 509 501 -470 167 39 -184 -213 224 317 957 -156 -90 -267 -145 -298 848 1.061 644 -1.000-50005001.0001.5002.0002.5003.000 Innenstadt-Ost Innenstadt-West Südstadt Südweststadt Weststadt Nordweststadt Oststadt Mühlburg Daxlanden Knielingen Grünwinkel Oberreut Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Rüppurr Waldstadt Rintheim Hagsfeld Durlach Grötzingen Stupferich Hohenwettersbach Wolfartsweier Grünwettersbach Palmbach Neureut Nordstadt Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 Abb. 3.10 Voraussichtliche Zu-/Abnahme der wohnberechtigten Bevölkerung 2010 - 2030 in den Abb. 3.09 Karlsruher Stadtteilen bei prosperierendem Szenario Karlsruhe insgesamt: +14.000 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 37 die Gewinne in den Stadtteilen mit großen Bau- flächen aus dem aktuellen Flächennutzungsplan im Vergleich zum prosperierenden Szenario deut- lich geringer aus, da in der stagnierenden Varian- te nur 40 % FNP-Realisierungsquote angesetzt werden – anstatt 80 % wie bei prosperierender Wirtschaftsentwicklung. Beispiele hierfür sind die Stadtteile Palmbach, Neureut, Hagsfeld oder die Nordstadt. Außenwanderungsverluste und hohe Sterbeüberschüsse werden in den demografisch 544 857 2.409 1.541 1.812 550 2.320 337 -424 421 462 -482 149 27 -209 -262 209 132 862 -185 -172 -220 -130 -306 654 410 224 -1.000-50005001.0001.5002.0002.5003.000 Innenstadt-Ost Innenstadt-West Südstadt Südweststadt Weststadt Nordweststadt Oststadt Mühlburg Daxlanden Knielingen Grünwinkel Oberreut Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Rüppurr Waldstadt Rintheim Hagsfeld Durlach Grötzingen Stupferich Hohenwettersbach Wolfartsweier Grünwettersbach Palmbach Neureut Nordstadt Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 Abb. 3.11 Voraussichtliche Zu-/Abnahme der wohnberechtigten Bevölkerung 2010 - 2030 in den Abb. 3.10 Karlsruher Stadtteilen bei stagnierendem Szenario Karlsruhe insgesamt: +11.500 Personen 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 38 älteren Stadtteilen zu einem Rückgang der Ein- wohnerzahlen führen (z. B. Daxlanden, Waldstadt, Grünwettersbach). Das rezessive Szenario (vgl. Abbildung 3.12) be- schränkt die Wohnbauflächenentwicklung in den einzelnen Stadtteilen auf die im Verfahren befind- lichen Bebauungspläne. Deshalb werden keine Wohnbauflächen aus dem aktuellen Flächennut- zungsplan entwickelt. Dadurch fallen nicht nur die Bevölkerungszuwächse der innerstädtischen Stadtteile geringer aus. Vielmehr verlieren bis 2030 mehrere Stadtteile mit den dann nicht akti- vierten Wohnbaupotentialen an Einwohnerinnen und Einwohnern, da dann die Zuzüge in diese Wohnbaugebiete ausbleiben und Außenwande- rungsverluste zusammen mit Sterbeüberschüssen im Zuge der demografischen Alterung einen Rück- gang der Bevölkerung bewirken (z. B. Hagsfeld, Neureut, Nordstadt). So werden im rezessiven Szenario 15 Stadtteile mit Bevölkerungsgewinnen zwischen 2010 und 2030 zwölf Stadtteilen mit -verlusten gegenüber stehen. Altersstruktur in den Stadtteilen Neben der Veränderung der Stadtteilbevölkerung werden sich auch die Altersstrukturen in den ein- zelnen Stadtteilen innerhalb des Prognosezeit- raums unterschiedlich entwickeln. Abbildung 3.13 zeigt die Gewinne/Verluste für die Altersgruppe der unter 18-Jährigen zwischen 2010 und 2030 für die Karlsruher Stadtteile nach prosperierendem Szenario. Dabei stehen die dunkelgrünen Balken für die Veränderungen innerhalb der ersten Pro- gnosehälfte (2010 bis 2020), während die hell- grünen Balken die Entwicklungen im Zeitraum zwischen 2020 und 2030 darstellen. Die Zahlen am linken Rand der Graphik geben die Höhe der Veränderung während des gesamten Prognose- zeitraums (2010-2030) wieder. Demzufolge wird die Zahl der Kinder und Jungendlichen in 18 von 27 Stadtteilen bis 2030 zunehmen. Dabei werden die Gewinne vor allem in den zentralen Stadtteilen hoch ausfallen (Oststadt: +405 Personen, Südwest- stadt: +369 Personen, Weststadt: +368 Personen). Die Zunahmen dort basieren in erster Linie auf der vorherrschenden Altersverteilung innerhalb der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen sowie künftig steigenden Geborenenzahlen. So wer- den in den kommenden Jahren vergleichsweise schwach besetzte Kohorten aus dem Jugendalter hinauswachsen, während gleichzeitig die Zahl der Geborenen als Konsequenz hoher Nettozuwande- rung junger Erwachsener steigt, so dass insgesamt die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den zen- tralen Stadtteilen zunimmt. In den Stadtteilen mit großen Neubaugebieten nimmt die Zahl der Kinder und Jugendlichen vor allem während der Erstbesiedelung spürbar zu (Nettozuwanderung). In der Zeit danach, wenn viele der ehemals zugezogenen Kinder dem Ju- gendalter entwachsen sind und den elterlichen Haushalt verlassen, gehen dort zumeist die Kin- der- und Jugendlichenzahlen wieder zurück. So nimmt beispielsweise in der Südstadt die Zahl der 0- bis unter 18-Jährigen während des Bezugs des Konversionsgebiets Südstadt – Östlicher Teil (City- Park) stark zu (+218 Personen). Doch schon in der zweiten Prognosehälfte, nachdem die ersten – als Kinder – zugezogenen Jugendlichen von zu Hau- se ausziehen, sinkt die Zahl der unter 18-Jährigen leicht (-43 Personen). Ähnliches gilt für Knielingen mit dem Konversionsgebiet Knielingen 2.0. Hier wird der Rückgang zwischen 2020 und 2030 (-191 Personen) noch zusätzlich von der demografischen Alterung im übrigen Stadtteil vorangetrieben. Daneben werden in neun Stadtteilen die Zahlen der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren zwi- schen 2010 und 2030 zurückgehen. Verantwort- lich dafür sind in erster Linie Altersstruktureffekte. In vielen dieser Stadtteile waren die Zuzüge von jungen Familien mit Kindern in der Vergangenheit im Zuge größerer Neubaugebiete hoch (z. B. Nord- stadt, Hohenwettersbach, Grötzingen, Oberreut). Mit Abschluss der Bautätigkeit kam die Zuwande- rung in diese Stadtteile schnell zum erliegen und die Zahl der Geburten reicht nicht mehr aus, um die vorhandenen hohen Zahlen an Kindern und Ju- gendlichen konstant zu halten. Die Altersgruppe schrumpft von unten her, während Jahr für Jahr relativ stark besetzte Jahrgänge dem Jugendalter entwachsen. Das Beispiel Nordstadt macht die- sen Prozess deutlich. Dort zogen zwischen 1999 und 2010 im Zuge der Konversion sehr viele junge Familien in die neu fertig gestellten Häuser und Wohnungen. In der Folge stieg auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen deutlich an. Zwischen 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 39 2010 und 2020 wird die Zahl der unter 18-Jäh- rigen um -389 Personen zurückgehen, da die Ge- burtenzahlen nicht ausreichen, den Bestand an unter 18-Jährigen auf gleichem Niveau zu halten und per Saldo kaum noch Jugendliche zuwandern. In der zweiten Prognosehälfte wird dagegen im Zuge der Bebauung des alten Flugplatzes (ohne FFH-Gebiete) wieder erneut ein starker Zuzug von Familien mit Kindern einsetzen und so die Alters- gruppe der 0- bis unter 18-Jährigen wieder um +212 Personen anwachsen lassen. 507 788 2.331 1.459 1.721 497 2.211 253 -447 327 421 -500 127 12 -238 -315 192 -55 757 -218 -258 -167 -114 -312 446 -248 -204 -1.000-50005001.0001.5002.0002.5003.000 Innenstadt-Ost Innenstadt-West Südstadt Südweststadt Weststadt Nordweststadt Oststadt Mühlburg Daxlanden Knielingen Grünwinkel Oberreut Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Rüppurr Waldstadt Rintheim Hagsfeld Durlach Grötzingen Stupferich Hohenwettersbach Wolfartsweier Grünwettersbach Palmbach Neureut Nordstadt Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 01/2012 Abb. 3.12 Voraussichtliche Zu-/Abnahme der wohnberechtigten Bevölkerung 2010 - 2030 in den Abb. 3.11 Karlsruher Stadtteilen bei rezessivem Szenario Karlsruhe insgesamt: +9.000 Personen 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 40 Insgesamt wird die Zahl der unter 18-Jährigen in Karlsruhe zwischen 2010 und 2030 um +2.000 Personen zunehmen, wobei sich die Zuwächse re- lativ gleichmäßig auf die beiden Prognosehälften verteilen (2010-2020: +900 Personen; 2020-2030: +1.100 Personen). Mit der Zu- bzw. Abnahme der absoluten Zahl der Kinder und Jugendlichen in den Karlsruher Stadt- teilen eng verknüpft sind die Veränderungen der Anteile der unter 18-Jährigen an der jeweiligen Stadtteilbevölkerung (vgl. Abbildung 3.14). Ge- genwärtig (2010) sind die Anteile der 0- bis un- -389 90 193 -37 45 -233 55 -182 125 13 70 65 -85 -43 -215 285 -123 67 289 110 187 219 218 157 81 212 99 -37 -53 -36 24 94 49 92 31 40 -191 65 95 116 87 181 150 -43 54 49 -21 6 -16 13 20 -18 13 45 -500-400-300-200-1000100200300400500 Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost Zu-/Abnahme 2010-2020 Zu-/Abnahme 2020-2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.13 Entwicklung der Zahl der Kinder unter 18 Jahren 2010 - 2030 in den Karlsruher Abb. 3.12 Stadtteilen bei prosperierendem Szenario Zu-/Abnahme 2010 - 2030 Karlsruhe insgesamt 2010-2020: 900 Personen 2020-2030: 1.100 Personen 2010-2030: 2.000 Personen 130 211 175 369 368 197 405 162 -57 95 51 -175 -12 -2 -71 156 120 26 219 -157 19 -286 27 -53 156 189 -177 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 41 ter 18-Jährigen in der Nordstadt (23,6 %), Ho- henwettersbach (23,4 %) und Oberreut (18,4 %) vergleichsweise hoch. Wie Abbildung 3.14 zeigt, werden aus den oben dargestellten Gründen genau in diesen Stadtteilen die Anteile bis 2030 zurückgehen (Nordstadt: -3,1 Prozentpunkte; Ho- henwettersbach: -8,1 Prozentpunkte). Auf der anderen Seite wird in den Stadtteilen mit aktuell relativ geringen Anteilen an Kindern und Jugendlichen deren Gewicht im Prognosezeitraum vergleichsweise deutlich zunehmen. Entweder weil dort in Folge eines deutlichen Anstiegs der Zahl potentieller Eltern (20- bis 40-Jährige) die Zahl der Geburten ansteigen werden oder weil im zeitlichen Verlauf vergleichsweise schwach besetz- te Jahrgänge dem Jugendalter entwachsen. Den Hochrechnungen zu Folge wird beispielsweise in der Innenstadt-West die Bevölkerung zwischen 0 und 18 Jahren im Jahr 2030 einen Anteil in Höhe von 9,6 % innehaben. Verglichen mit dem Ausgangsbestand im Jahr 2010 (8,4 %) wird der Anstieg +1,2 Prozentpunkte betragen. Weitere Beispiele für einen starken Anstieg des Anteils der 0- bis unter 18 Jährigen sind Wolfartsweier, die Waldstadt (jeweils +1,5 Prozentpunkte,) Rintheim und Stupferich (jeweils +1,4 Prozentpunkte). Des Weiteren werden auch in den meisten inner- städtischen Stadtteilen, wo die absolute Zunahme der Zahl der Kinder und Jugendlichen stadtweit relativ hoch sein wird (vgl. Abbildung 3.13), die Anteile dieser Altersgruppe weiter anwachsen (zwischen +1,0 Prozentpunkten in der Innenstadt- Ost und +0,5 in der Weststadt). Bei prosperierender Wirtschaftsentwicklung wird der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren im Jahr 2030 in den von Familien bevor- zugten Stadtteilen wie der Nordstadt (20,4 %), Palmbach (18,2 %), Oberreut (17,5 %) oder Rint- heim (16,8 %) vergleichsweise hoch sein, während er in den zentralen Stadtteilen – trotz Zuwächsen – im stadtweiten Vergleich deutlich darunter liegen wird (Innenstadt-West: 8,9 %, Innenstadt-Ost: 10,5 %, Oststadt: 10,5 %). Abbildung 3.15 stellt die Veränderungen der An- teile der Kinder und Jugendlichen zwischen 2010 und 2030 in den Karlsruher Stadtteilen bei rezes- siver Wirtschaftsentwicklung dar. Im Vergleich mit dem prosperierenden Szenario (Abbildung 3.14) wird deutlich, dass vor allem in den Stadtteilen mit großen Wohnbauflächenpotentialen im Flächen- nutzungsplan, die im rezessiven Szenario nicht entwickelt werden, die Zuwächse geringer aus- fallen bzw. die Kinder- und Jugendanteile stärker abnehmen (z. B. Nordstadt oder Neureut). Die Ent- wicklung in den übrigen Stadtteilen weicht auch im rezessiven Szenario nur unwesentlich von den Ergebnissen der prosperierenden Variante ab. Auf der anderen Seite ist die Zunahme in der Altersgruppe der Bevölkerung ab 65 Jahren zwischen 2010 und 2030 in allen drei Varianten erheblich größer als bei den unter 18-Jährigen. Bei prosperierender Wirtschaftsentwicklung ist ein Anstieg der älteren Bevölkerung in Höhe von +7.900 Personen (+14,2 %) zu erwarten. Abbil- dung 3.16 zeigt die Veränderungen in dieser Al- tersgruppe zwischen 2010 und 2030 für die ein- zelnen Stadtteile. Mit Ausnahme der Waldstadt (-299 Personen), Daxlanden (-39 Personen) und Grünwettersbach (-9 Personen) wird die Zahl der 65-Jährigen und Älteren in allen Stadtteilen zu- nehmen. Da ältere Menschen gemeinhin weniger häufig umziehen, beruht die mitunter starke Zu- nahme der Bevölkerung ab 65 Jahren zwischen 2010 und 2030 in erster Linie auf Altersstrukturef- fekten. Daher ist der Anstieg der Bevölkerung ab 65 Jahren in der zweiten Prognosehälfte (2020- 2030, hellgrüne Balken), wenn die Generation der ‚Baby-Boomer’ in das Seniorenalter vorrückt, in der Regel auch deutlich stärker als in der ersten Hälfte der Vorausrechnung (2010-2020, dunkel- grüne Balken). Ein gutes Beispiel dafür ist Neureut. Dort sind die Jahrgänge der nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen, noch stärker aber die Ge- burtskohorten der 1960er Jahre überproportional vertreten. Daher wird in den kommenden zehn Jahren – verstärkt aber erst ab dem Jahr 2020 – die Zahl der Bevölkerung über 65 Jahren trotz jährlicher Wanderungsverluste überaus stark an- steigen (2010-2020: +371 Personen, 2020-2030: +634 Personen). Ebenso ist in der Nordstadt (+806 Personen), Grötzingen (+516 Personen), Durlach (+499 Personen) und Hagsfeld (+404 Personen) zwischen 2010 und 2030 von einem deutlichen absoluten Anstieg der Bevölkerung über 65 Jah- ren auszugehen. 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 42 15,5% 16,8% 16,7% 14,9% 10,5% 15,4% 15,7% 10,5% 14,2% 9,6% 11,1% 14,2% 13,2% 15,2% 14,9% 14,6% 17,5% 14,0% 14,1% 14,9% 16,2% 14,3% 14,0% 15,3% 15,6% 18,2% 15,3% 20,4% 23,4% 14,5% 23,6% 11,6% 14,3% 13,8% 13,2% 9,8% 12,6% 15,1% 14,7% 14,8% 18,4% 14,2% 15,3% 15,2% 15,4% 16,5% 14,0% 14,4% 14,2% 15,8% 18,2% 15,1% 8,4% 9,5% 0%5%10%15%20%25% Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost 2010 2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.14 Anteile der Kinder unter 18 Jahren 2010 und 2030 in den Karlsruher Stadtteilen Abb. 3.13 bei prosperierendem Szenario Karlsruhe insgesamt 2010: 14,2% 2030: 14,2% 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 43 15,8% 15,6% 16,9% 16,7% 14,2% 14,2% 15,0% 10,6% 15,1% 18,2% 15,8% 15,4% 16,5% 14,8% 17,0% 19,2% 14,1% 15,7% 15,6% 14,1% 14,4% 15,6% 14,9% 14,1% 17,6% 14,8% 15,0% 15,3% 13,3% 10,6% 14,4% 11,2% 9,7% 18,4% 23,6% 14,2% 23,4% 14,4% 14,0% 15,4% 15,2% 15,3% 14,2% 14,5% 14,7% 15,1% 12,6% 9,8% 13,2% 13,8% 14,3% 11,6% 8,4% 9,5% 0%5%10%15%20%25% Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost 2010 2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.15 Anteile der Kinder unter 18 Jahren 2010 und 2030 in den Karlsruher Stadtteilen Abb. 3.14 bei rezessivem Szenario Karlsruhe insgesamt 2010: 14,2% 2030: 14,2% 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 44 Auch in den zentralen Stadtteilen Innenstadt-West (+361 Personen), Südstadt (+965 Personen) und Weststadt (+633 Personen) wird die ältere Bevölke- rung im Prognosezeitraum stark zunehmen. Hierbei spielen neben den eben beschriebenen Alters struktureffekten aber auch noch beacht- liche Wanderungsgewinne von Senioren aus an- deren Stadtteilen eine wichtige Rolle. Neben den besonders altengerechten Infrastrukturen (kurze Wege, Barrierefreiheit, Einzelhandels-, Ärzte- und Pflege dichte, ÖPNV) in diesen Stadtteilen dürfte hierfür vor allem die Konzentration von Alten- wohn- und Pflegeheimen ausschlaggebend sein. In den gegenwärtig demografisch älteren Stadttei- len – also dort, wo der Anteil der Seniorinnen und Senioren bereits heute schon sehr hoch ist – wer- den auch die absoluten Zuwächse der Bevölkerung ab 65 Jahren innerhalb des Prognosezeitraums (2010-2030) relativ gering sein bzw. die absoluten Zahlen sogar zurück gehen (z. B. Waldstadt: -299 Personen, Weiherfeld-Dammerstock: +6 Personen, Rüppurr: +35 Personen). Ob der Anteil der älteren Bevölkerung ab 65 Jahren an der gesamten Stadtteilbevölkerung zwischen 2010 und 2030 steigt oder fällt hängt natürlich in erster Linie von der Veränderung der absoluten Zahl der Altersgruppe innerhalb des Prognosezeit- raums ab (vgl. Abbildung 3.16). Daneben ist aber auch der Bestand der Bevölkerung im Stadtteil insgesamt (alle Altersgruppen zusammen) sowie dessen Entwicklung im Zeitverlauf von Bedeutung. Abbildung 3.17 zeigt für die Jahre 2010 und 2030 die Anteile der Seniorinnen und Senioren in den Karlsruher Stadtteilen nach dem prosperierenden Szenario. Anhand der dunkelgrünen Balken ist zu erkennen, dass die Seniorenanteile gegenwärtig (2010) in der Nordstadt (10,9 %), den innerstäd- tischen Stadtteilen (11,8 % in der Innenstadt- West bis 14,6 % in der Südweststadt) und in Hohenwetters bach (13,8 %) unter 15 % liegen und damit im stadtweiten Vergleich relativ gering sind. Dabei handelt es sich ausschließlich um Stadt- teile, die in den vergangenen Jahren hohe Netto- zuwanderung von jüngeren Bevölkerungsgruppen für sich verbuchen konnten. Auf der anderen Seite sind in Grün winkel (23,1 %), Grünwettersbach (23,4 %), der Nordweststadt (23,9 %), der Wald- stadt (24,4 %), Rüppurr (24,8 %), Daxlanden (24,9 %) und Weiherfeld-Dammerstock (27,3 %) beina- he ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Dort war die Umzugsaktivität und damit die Zahl der frei werdenden Wohnungen in den vergange- nen Jahren und Jahrzehnten verhältnismäßig ge- ring, was zur Folge hatte, dass die dort ansässige Bevölkerung demografisch relativ stark alterte, da kaum neue, jüngere Bewohner zuziehen konnten (Remanenzeffekt). Gemäß den obigen Erläuterungen zur Verände- rung der Zahl der Seniorinnen und Senioren in den Stadtteilen wird sich der Anteil der Bevölke- rung ab 65 Jahren zwischen 2010 und 2030 vor allem in Hohenwettersbach (+9,0 Prozentpunkte), der Nordstadt (+7,0 Prozentpunkte), Grötzingen (+5,7 Prozentpunkte) und Oberreut (+5,1 Prozent- punkte) deutlich erhöhen. In der Waldstadt (-1,9 Prozentpunkte), Palmbach (-0,8 Prozentpunkte), der Oststadt (-0,3 Prozentpunkte) und in Weiher- feld-Dammerstock (-0,1 Prozentpunkte) wird der Seniorenanteil bis zum Ende der Prognose (2030) leicht zurückgehen. Anhand der hellgrünen Balken in Abbildung 3.17 ist zu erkennen, dass im Jahr 2030 der Anteil der Seniorinnen und Senioren in Grötzingen (28,1 %), Weiherfeld-Dammerstock (27,2 %), Rüppurr (25,5 %), Grünwinkel (25,5 %) und Daxlanden (25,5 %) mit über 25 % am höchsten sein wird. Dagegen wird 2030 in den innerstädtischen Stadt- teilen die Bevölkerung ab 65 Jahren auf Grund der hohen Zuwanderung von jungen Erwachsenen im Prognosezeitraum prozentual eher gering vertre- ten sein – zwischen 12,7 % (Oststadt) und 16,1 % (Weststadt). Für Karlsruhe insgesamt ist gemäß prosperie- rendem Szenario davon auszugehen, dass der An- teil der Bevölkerung ab 65 Jahren zwischen 2010 und 2030 von gegenwärtig (2010) 18,5 % auf 20,2 % zunehmen wird (+1,7 Prozentpunkte). Bemerkenswerterweise ist die relative Zunahme der Seniorinnen und Senioren über 65 Jahren zwi- schen 2010 und 2030 im rezessiven Szenario so- gar noch größer – von 18,5 % in 2010 auf 20,4 % in 2030 (+0,9 Prozentpunkte), obgleich die abso- lute Zunahme mit +7.600 Personen um -300 Per- sonen geringer ist als im prosperierenden Szenario (+7.900 Personen). Berücksichtigt man aber, dass 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 45 253 371 -51 83 67 38 272 -143 106 -304 -122 -126 48 120 161 122 -197 -118 214 558 183 57 553 634 114 42 64 145 244 642 299 98 157 132 192 279 225 236 159 248 225 193 419 333 406 179 95 -11 -29 26 -29 27 25 5 -600-400-20002004006008001.0001.200 Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost Zu-/Abnahme 2010-2020 Zu-/Abnahme 2020-2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.16 Entwicklung der über 65-Jährigen 2010 - 2030 in den Karlsruher Stadtteilen Abb. 3.15 bei prosperierendem Szenario Zu-/Abnahme 2010 - 2030 Karlsruhe insgesamt 2010-2020: 1.600 Personen 2020-2030: 6.300 Personen 2010-2030: 7.900 Personen 152 361 965 322 633 164 251 130 -39 357 386 399 240 6 35 516 -299 69 404 -9 212 1.006 147 141 499 806 63 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 46 24,0% 25,0% 24,1% 22,8% 22,3% 19,8% 20,8% 25,5% 20,7% 23,0% 25,5% 21,5% 20,4% 14,9% 14,0% 18,7% 24,4% 17,9% 18,4% 24,7% 28,1% 22,5% 27,2% 25,5% 12,7% 24,1% 16,1% 15,8% 14,4% 19,8% 10,9% 19,2% 23,4% 13,8% 21,6% 22,4% 21,4% 15,1% 20,4% 24,8% 27,3% 17,8% 17,9% 23,1% 18,8% 24,9% 20,1% 12,9% 23,9% 14,5% 14,6% 12,6% 11,8% 13,4% 0%5%10%15%20%25%30% Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost 2010 2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.17 Anteile der über 65-Jährigen 2010 und 2030 in den Karlsruher Stadtteilen Abb. 3.16 bei prosperierendem Szenario Karlsruhe insgesamt 2010: 18,5% 2030: 20,2% 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 47 die rezessive Variante von einer geringeren Bevöl- kerungszunahme insgesamt ausgeht (+9.000 Per- sonen anstatt +14.000 Personen) wird der größere prozentuale Anstieg der Seniorinnen und Senioren nachvollziehbar. Auf Stadtteilebene sind die Unterschiede der Ent- wicklungen in der Altersgruppe 65plus zwischen beiden Szenarien (prosperierend und rezessiv) sehr gering, da die Umzugshäufigkeit von älteren Men- schen relativ gering ist und sich beide Prognose- varianten letztlich nur in den Annahmen zu den Zu- und Fortzügen unterscheiden. Lediglich in den Stadtteilen mit großen Neubaugebieten aus dem Flächennutzungsplan – diese Gebiete werden im rezessiven Szenario nicht entwickelt – ist die rela- tive Zunahme der Bevölkerung ab 65 Jahren zwi- schen 2010 und 2030 in der rezessiven Variante deutlich größer. So wird der prozentuale Anstieg im rezessiven Szenario in Palmbach +1,3 Prozent- punkte (anstatt -0,8 Prozentpunkte), in Neureut +5,7 Prozentpunkte (anstatt +4,2 Prozentpunkte) und in der Nordstadt +8,3 Prozentpunkte (anstatt +7,0 Prozentpunkte) betragen (vgl. Abbildung 3.18). 3. DIE VORAUSSICHTLICHE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG FÜR DIE STADT KARLSRUHE ZWISCHEN 2010 UND 2030 48 25,5% 20,5% 24,9% 22,2% 25,5% 22,4% 20,5% 20,8% 23,0% 25,6% 21,6% 15,9% 15,0% 14,2% 14,5% 16,2% 24,2% 12,8% 20,5% 25,5% 27,2% 25,6% 22,7% 20,9% 23,9% 19,2% 28,3% 12,6% 20,4% 13,4% 11,8% 14,6% 14,5% 23,9% 12,9% 20,1% 24,9% 18,8% 23,1% 17,9% 17,8% 27,3% 24,8% 24,4% 15,1% 21,4% 22,4% 21,6% 13,8% 18,7% 23,4% 19,2% 19,8% 10,9% 0%5%10%15%20%25%30% Nordstadt Neureut Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Hohenwettersbach Stupferich Grötzingen Durlach Hagsfeld Rintheim Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Oberreut Grünwinkel Knielingen Daxlanden Mühlburg Oststadt Nordweststadt Weststadt Südweststadt Südstadt Innenstadt-West Innenstadt-Ost 2010 2030 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 01/2012 Abb. 3.18 Anteile der über 65-Jährigen 2010 und 2030 in den Karlsruher Stadtteilen Abb. 3.17 bei rezessivem Szenario Karlsruhe insgesamt 2010: 18,5% 2030: 20,4% 49 Karlsruher Beiträge zur Stadtentwicklung: Heft 5 - 1997 Regional-Monitoring '97 Ergebnisse der Imagebefragung zu Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 5a - 1997 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger Ergebnisbericht der Umfrage zur Stadtentwicklung 1996 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 6 - 1998 Motive der Stadt-Umland-Wanderung in der Region Karlsruhe 1997 Ergebnisse einer Befragung zu den Wanderungsmotiven der Fortgezogenen von Karlsruhe in die Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 7 - 1999 Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Karlsruhe Karlsruhe und seine Stadtteile im Überblick Bearbeitung: Otto Mansdörfer, Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung Franz Raab, Polizeipräsidium Karlsruhe Heft 8 - 2000 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger 1999 Repräsentative Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung 1999 - Teil 1 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 9 - 2000 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger 1999 Repräsentative Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung 1999 - Teil 2 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 10 - 2001 Regionalmonitoring 2000 Ergebnisse der Imagebefragung über die Stadt Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 11 - 2002 Die Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl 1999 in Karlsruhe Ergebnisse einer Umfrage zum Wahlverhalten Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 12 - 2003 Nachfrage nach Freizeit- und Sportangeboten in Karlsruhe Ergebnisse einer Umfrage zum Sport- und Freizeitverhalten Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 13 - 2003 Bürgerumfrage 2001 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer 50 Heft 14 - 2003 Integrierte Bevölkerungsvorausrechnung für die Stadt Karlsruhe 2003 - 2015 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 15 - 2003 Regionalmonitoring 2003 Ergebnisse der Imagebefragung über die Stadt Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 16 - 2004 Cityprofile 2003 Ergebnisse einer Passantenbefragung in der Karlsruher Innenstadt Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Markus Winkelmann Heft 17 - 2004 Bürgerumfrage 2002 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 18 - 2005 Bürgerumfrage 2003 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 19 - 2005 Demografischer Wandel in Karlsruhe 1 - Die Lebenssituation der älteren Menschen 2005 Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 20 - 2006 Wohnen im Zentrum 2006 Rückkehr in die zentralen Stadtteile Bearbeitung: Otto Mansdörfer/Tanja Kronenwett Heft 21 - 2006 Demografischer Wandel in Karlsruhe 2 - Erste Ergebnisse der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2005 - 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 22 - 2007 Demografischer Wandel in Karlsruhe 3 - Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung der Stadt Kalsruhe 2005 bis 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Daniel Götz Mai 2007 Zukunftsfähige Innenstadt Entwicklung der Karlsruher City In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung und Stadtplanungsamt Projektleitung: Otto Mansdörfer Sigrun Hüger (StPlA) Heft 23 - 2007 Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007 Aktuelle Trends und Gestaltungsmöglichkeiten In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung Bearbeitung: Christian Fulda Andreas Mangold (Wifö) 51 Heft 24 - 2008 Demografischer Wandel in Karlsruhe 4 - Lebensverhältnisse der Jugendlichen in Karlsruhe 2008 Ergebnisse der Jugendumfrage In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde Stadtjugendausschuss e.V. Gartenbauamt Polizeipräsidium Karlsruhe Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 25 - 2008 Wohnen und Bauen in der Stadt 7. Sachstandsbericht 2008 In Zusammenarbeit mit: Gutacherausschuss Liegenschaftsamt Sozial- und Jugendbehörde Stadtplanungsamt Volkswohnung GmbH Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 26 - 2009 Demografischer Wandel in Karlsruhe 5 - Zu- und Fortzüge über die Stadtgrenzen 1999 - 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 27 - 2010 Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Karlsruhe 2009 2. Sachstandsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Heft 28 - 2010 Die Nutzung kultureller Einrichtungen in Karlsruhe 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Christian Fulda Daniel Götz Heft 29 - 2010 Image von Karlsruhe aus Sicht der Region 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda Andrea Hammer Heft 30 - 2011 Unternehmens- und Betriebsumfrage 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 31 - 2011 Demografischer Wandel in Karlsruhe 6 - Zurück in die Stadt - Motive der Zu- und Fortziehenden 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Maria Mertens Nadia Kasper-Snouci 52 Heft 32 - 2011 Wirtschaft und Arbeit 1 Analyse wichtiger Zukunftsbranchen 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 33 - 2011 Lebensqualität in Karlsruhe aus Bürgersicht 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda Nadia Kasper-Snouci Andrea Hammer Heft 34 - 2012 Wirtschaft und Arbeit 2 Forschung und Entwicklung in der Region Mittlerer Oberrhein 2012 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 35 - 2012 Demografischer Wandel in Karlsruhe 7 - Bevölkerungsprognose Karlsruhe 2010 - 2020 - 2030 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Berichte zur Stadtteilentwicklung: 1 - 2002 Stadtteilentwicklung Südstadt Vorbereitung des Stadtteilentwicklungsverfahrens - Bestandsaufnahme und Zielvorstellungen Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Anja Gefken 2 - 2003 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Erster Zwischenbericht Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda 3 - 2004 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Zweiter Zwischenbericht Januar - Dezember 2003 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Büro GRiPS Ute Kinn 4 - 2004 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Abschlussbericht 2002 - 2004 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Büro GRiPS Ute Kinn 53 1 - 2005 Stadtteilentwicklung Innenstadt-West Zwischenbericht 2004 / 2005 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Arbeitsgemeinschaft Ortsnetz / PLANzeit Edith Koschwitz / Axel Fricke 2 - 2006 Stadtteilentwicklung Innenstadt-West Abschlussbericht 2006 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Arbeitsgemeinschaft Ortsnetz / PLANzeit Edith Koschwitz / Axel Fricke 1-2008 Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet City-West Abschlussbericht 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Arbeitsgemeinschaft PLANzeit / transurbau Thomas Sippel Michael Kunert Redaktion: Christian Fulda 1-2009 Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Zwischenbericht 2007 bis 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 6-2010 Ressortforschungsprojekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR (Bonn) „Zurück in die Stadt? Gibt es eine neue Attraktivität der Städte“ Zwischenbericht zum 31. Mai 2010 der Stadt Karlsruhe Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig 04-2009 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Zwischenbericht 2007 bis 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 11-2010 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Dokumentation der Bürgerbeteiligung Oktober 2007 bis Dezember 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 03-2011 Stadtteilentwicklung Bürgerbeteiligung Rintheim April 2009 bis März 2011 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Rintheim Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci 54 Berichte zu Wahlen 12-1994 Ergebnisse der Europawahl am 12. Juni 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 12-1999 Ergebnisse der Europawahl am 13. Juni 1999 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2004 Ergebnisse der Europawahl am 13. Juni 2004 Projektleitung: Otto Mansdörfer 08-2009 Europawahl am 7. Juni 2009 in Karlsruhe Ergebnisbericht Projektleitung: Pedro Keller Sylvia Spranck 10-1994 Ergebnisse der Bundestagswahl am 16. Oktober 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 10-1998 Ergebnisse der Bundestagswahl am 27. September 1998 Projektleitung: Otto Mansdörfer 09-2002 Ergebnisse der Bundestagswahl am 22. September 2002 Projektleitung: Otto Mansdörfer 09-2005 Ergebnisse der Bundestagswahl am 18. September 2005 Projektleitung: Otto Mansdörfer 10-2009 Bundestagswahl in Karlsruhe am 27. September 2009 Ergebnisbericht Projektleitung: Pedro Keller Sylvia Spranck 03-1996 Die Landtagswahl am 24. März 1996 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 03-2001 Die Landtagswahl am 25. März 2001 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 04-2006 Die Landtagswahl am 26. März 2006 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 05-2011 Die Landtagswahl am 27. März 2011 in Karlsruhe Projektleitung: Pedro Keller Sylvia Spranck 55 01-1995 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 12. Juni 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Gerhard Stindl 02-2000 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 24. Oktober 1999 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2004 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 13. Juni 2004 Projektleitung: Otto Mansdörfer 09-2009 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 7. Juni 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer 11-1994 Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl am 17. April 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-1998 Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl am 19. Juli 1998 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2006 Oberbürgermeisterwahl am 2. Juli 2006 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 12-2011 Volksabstimmung über das S 21-Kündigungsgesetz am 27. November 2011 Projektleitung: Pedro Keller Bearbeitung: Sylvia Spranck