Anfrage StR Mossuto, StR Wenzel (FW): Phosphat in Karlsruher Kläranlagen

Vorlage: 28945
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.02.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 28.02.2012

    TOP: 19

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • FW-Phosphat Kläranlagen
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Eduardo Mossuto (FW) Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 5. Januar 2012 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 32. Plenarsitzung Gemeinderat 28.02.2012 997 19 öffentlich Phosphat in Karlsruher Kläranlagen A.) Wie viel Tonnen Phosphat fallen jährlich in den Karlsruher Kläranlagen an? B.) Wird das Phosphat mit dem übrigen Klärschlamm entsorgt oder separiert? C.) Oder ist eine Separierung in nächster Zeit vorgesehen ? D.) Sieht die Verwaltung in der Wiedergewinnung von Phosphat als Düngemittel eine Schonung der natürlichen Ressourcen? Angesichts der Endlichkeit der Phosphatvorkommen der Erde und der Lebenswichtigkeit von Phosphor (ohne Phosphate ist kein Pflanzenwachstum möglich) finden verstärkt Bemühungen statt, Phosphor durch geeignete Verfahren aus Abwässern oder Klärschlämmen zurückzugewinnen, z. B. durch das "Phostrip- Verfahren", durch Aufschluss von phosphatreichen Klärschlamm-Aschen oder durch MAP-Fällung (mit Struvit = Ammoniummagnesiumphosphat). Beim Phostrip-Verfahren wird ein Teil des phosphathaltigen Überschussschlammes aus der Biologie in einem separaten Becken (Stripper) sedimentiert und die phosphatreiche Dekantat separat mit Fällungsmitteln behandelt, z. B. mit Kalkmilch Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ (Calciumphosphat-Fällung) oder Magnesiumchlorid (Struvit-Fällung). Es bilden sich kristalline Fällungsprodukte, die relativ leicht abgeschieden und einer industriellen Verwertung zugeführt werden können. Wegen der zusätzlichen Kosten haben sich diese Verfahren allerdings noch nicht etablieren können. unterzeichnet von: Eduardo Mossuto Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 10. Februar 2012

  • TOP 19
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Eduardo Mossuto (FW) Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 05.01.2012 eingegangen: 05.01.2012 Gremium: 32. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 28.02.2012 997 19 öffentlich Dez. 6 Phosphat in Karlsruher Kläranlagen A) Wie viel Tonnen Phosphat fallen jährlich in den Karlsruher Kläranlagen an? Dem Klärwerk Karlsruhe fließen pro Jahr ca. 300 - 400 t Phosphor gerechnet als sog. Ge- samtphosphor zu. B) Wird das Phosphat mit dem übrigen Klärschlamm entsorgt oder separiert? Die mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage ist seit Ende der 80er Jahre mit einer Eisenfällung für die Phosphorelimination ausgestattet. Damit können über 90 % des zulau- fenden Phosphates als Eisenphosphat im Sinne einer Simultanfällung im Klärschlamm ge- bunden werden. Die Möglichkeiten des Phosphorrecyclings sind von Kläranlage zu Kläranlage sehr unter- schiedlich und hängen im Wesentlichen von der eingesetzten Verfahrenstechnik bei der Klär- schlammbehandlung ab. Das Karlsruher Klärschlammkonzept setzt zukunftsgerichtet auf eine Schlammentwässerung mittels Zentrifugen, eine Klärschlammteiltrocknung mittels Scheiben- trockner sowie eine Klärschlammverbrennung in einem Wirbelschichtofen. Der bei diesem Prozess anfallende Reststoff, die Klärschlammasche, ist sehr phosphorreich und enthält ins- gesamt den im Klärwerk abgeschiedenen Phosphor. Diese innovative Klärschlammbehand- lungstechnik wird in Baden-Württemberg bislang nur in 3 Anlagen (Ulm, Stuttgart und Karls- ruhe) eingesetzt. Mit der Erzeugung der Asche aus der Verbrennung des Klärschlamms ist die wichtigste Voraussetzung für ein effizientes Phosphorrecycling gegeben. C) Oder ist eine Separierung in nächster Zeit vorgesehen? Forschungsprojekte der letzten Jahre und Jahrzehnte sowie halbtechnische Versuchsanlagen bzgl. Phosphorrecyclingverfahren haben ergeben, dass prinzipiell der Phosphor aus der wässrigen Phase, der Schlammphase als auch aus der Asche rückgewonnen werden kann. Dabei weisen die Verfahren der Entnahme aus der wässrigen Phase und aus dem Klär- schlamm eine geringere Effizienz und höhere Kosten als bei Recycling aus der Klärschlam- masche auf. Die Ascheverwertung wird öffentlich ausgeschrieben. In den letzten Jahren wurden dabei Verwertungsbetriebe beauftragt, die entweder die Asche in Verbindung mit anderen Materia- lien im Deponiebau verwendeten oder im Bergwerksversatz einsetzten. Gemeinsam mit den Städten Ulm und Stuttgart arbeitet die Stadtentwässerung Karlsruhe momentan daran, einen Weg zu finden, der bei der öffentlichen Ausschreibung der Ascheverwertung das Phosphor- recycling zwingend vorgibt. Dies gestaltet sich jedoch derzeit noch schwierig, da auf dem Markt momentan großtechnisch keine betriebsbereiten Recyclinganlagen vorhanden sind. Seite 2 D) Sieht die Verwaltung in der Wiedergewinnung von Phospat als Düngemittel eine Scho- nung der natürlichen Ressourcen? Durch die Rückgewinnung und Verwertung der Phosphoranteile aus dem Klärschlamm bzw. der Asche können natürliche Ressourcen geschont werden. Es ist erklärtes Ziel der Stadt- entwässerung Karlsruhe, mittelfristig den Phosphor aus der Asche zurückzugewinnen. In der Übergangsphase, bis großtechnische Verfahren zur Verfügung stehen, wird derzeit ange- strebt, gemeinsam mit den Städten Stuttgart, Ulm und dem Umweltministerium Bereitstel- lungsmöglichkeiten und Lösungskonzepte zu erarbeiten.