Anfrage StRn Dr. Leidig, StRn Segor, StRn Dr. Polle-Holl (GRÜNE): Öffentliche Proberäume frü Musikbands - Angebot und Nachfrage

Vorlage: 28760
Art: Beschlussvorlage
Datum: 16.01.2012
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Durlach, Mühlburg

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 24.01.2012

    TOP: 8

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 8
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom: 15.11.2011 eingegangen: 15.11.2011 Gremium: 31. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.01.2012 960 8 öffentlich Dez. 2 Öffentliche Proberäume für Musikbands - Angebot und Nachfrage 1. Wie viele Schüler- und Jugendbands und wie viele Musikbands insgesamt nutzen derzeit in Karlsruhe öffentliche Räume? Derzeit proben ca. 10 Schüler- und Jugendbands in Proberäumen des Musikclubs Subs- tage im Proberaumbunker in der Rheinhafenstraße. Daneben hat das Amt HGW ein gan- zes Kellergeschoss in der Mainestraße an das Bandprojekt Karlsruhe vermietet, das wie- derum diese Proberäume an viele Bands, darunter auch Schüler- und Jugendbands, un- tervermietet hat. Zu den speziellen Proberaum-Angeboten des Stadtjugendausschuss e.V. siehe unter Nummer 2. Außerdem ist davon auszugehen, dass die an einigen Schulen existierenden Schüler- bands an ihren jeweiligen Schulen in direkter Abstimmung mit den Schulleitungen ent- sprechende Probemöglichkeiten haben. Dabei wird es sich aber vermutlich nicht um sepa- rate Proberäume handeln, sondern die Musikräume der Schulen werden nach dem regu- lären Unterricht von diesen Schulbands auch für Probezwecke genutzt werden. 2. Wie viele Proberäume in Gebäuden der Stadt bzw. ihrer Gesellschaften sowie in soziokulturellen Zentren stehen derzeit in Karlsruhe zur Verfügung? Wo befinden sich diese? Wie lange bestehen die derzeitigen Mietverhältnisse bereits (Mittelwert und Spannweite)? Im Gebäude des Menschenrechtszentrums auf dem Schlachthof-Areal sind durch die KFE vier Proberäume vermietet. Diese werden von vier Bands genutzt, Doppelbelegun- Seite 2 gen finden nicht statt. Die derzeitigen Mietverhältnisse dauern bereits zwei Jahre und es ist keine Beendigung angestrebt. Das soziokulturelle Zentrum Tempel verfügt in den Kellerräumen des Kulturzentrums in Mühlburg über zehn Proberäume, die durch teilweise Doppelbelegung und Untervermie- tung von 20 bis 25 Bands genutzt werden. Die Spannweite der Mietverhältnis-Dauer liegt geschätzt zwischen einem halben Jahr und 12 Jahren, der Mittelwert bei ca. drei Jahren. Das Rockmusikzentrum Substage verfügt im zwischenzeitlich direkt vom Bund angemie- teten ehemaligen Zivilschutzbunker in der Rheinhafenstraße in Daxlanden über 14 Probe- räume, in denen in (bewusst gewählter) Doppelbelegung 28 Bands eine Heimat haben. Eine genaue Aussage über die Länge der Mietverhältnisse konnte vom Substage nicht getroffen werden - im Jahr wechseln aber durchschnittlich 4 bis 5 Bands, wobei es aber auch sehr langfristige Nutzer gibt. Im Rheinhafen vermietet die KVVH GmbH - Geschäftsbereich Rheinhäfen 3 Proberäu- me, in denen ca. 5 Bands beheimatet sind. Diese Proberäume sind mit Fluktuation seit mindestens 10 Jahren vermietet. Im Musikmobil Soundtruck des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe stehen zwei Proberäume und ein Gruppenraum für jugendliche Bands und Gruppen zur Verfügung. Diese Räume werden nicht fest an eine oder mehrere Bands vermietet, sondern den Bands/Gruppen steht der Raum für max. jeweils 2,5 Std. an einem fest reservierten Ter- min pro Woche zur Verfügung. Das Proberaumangebot richtet sich speziell an Karlsruher Schüler und Jugendliche. Jeder Proberaum ist deshalb mit Verstärkern bestückt, und bei Bedarf können Instrumente ausgeliehen werden. Im Augenblick werden die Proberäume von 12 Bands genutzt. In folgenden weiteren Einrichtungen des StJA e. V. sind ebenfalls Proberäume vorhanden: Im Kinder- und Jugendhaus Durlach proben regelmäßig vier Jugendbands und eine Band mit Erwachsenen (in einem Proberaum). Die Mietverträge sind auf unbestimmte Zeit, im Einzelfall auch befristet abgeschlossen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Im Kindertreff Jugendhaus West in der Lindenallee ist ein Proberaum vorhanden. Die- sen teilen sich derzeit fünf Bands - vier Jugendbands (zwei aus dem Haus, zwei externe) und eine Erwachsenenband. Der Proberaum wird nur stundenweise vergeben und kann Seite 3 nur während der Öffnungszeiten des Jugendhauses genutzt werden. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft hat in der Gartenstr. 53 einen Kellerraum mit 35 m² an eine Jazzband vermietet. Die Grundmiete beträgt 68,00 €/mtl. zzgl. 10 €/mtl. Nebenkosten. Das Mietverhältnis begann am 01.01.2004 und läuft auf unbestimmte Zeit. In der Mainestr. 8 hat das Amt HGW ein ehemaliges US-Militär-Gebäude von der Bun- desanstalt für Immobilienaufgaben angemietet. Das Mietverhältnis ist bis 31.10.2012 fest geschlossen und läuft danach auf unbestimmte Zeit. Im Untergeschoss des Gebäudes sind insgesamt 9 Räume der „Rock-Initiative Karlsruhe e. V.“ zur Nutzung als Musikprobe- räume untervermietet. Das Mietverhältnis begann am 01.03.2006 und läuft auf unbe- stimmte Zeit. In den Proberäumen der Rock-Initiative sind momentan in Doppelbelegung der Räume 18 Bands untergebracht, von denen ca. die Hälfte Schüler- und Jugendbands sind. 3. Wie viele Anfragen nach Proberäumen von Musikbands sind darüber hinaus an die Stadt bzw. ihre Gesellschaften in den letzen Jahren herangetragen worden? Auf welcher Grundlage wird entschieden, an welche Bands Vermietungen erfolgen? Von der Verwaltung, den Gesellschaften und den Kulturzentren wird keine statistische Erfassung der Anfragen vorgenommen. Dies wäre auch wenig zielführend, da in der Regel eine proberaumsuchende Band alle potentiell in Frage kommenden Institutionen nacheinander anfragt und auch eine Rückmeldung der Bands bei erfolgreichem Finden oder anderweitiger Erledigung der Suche in aller Regel nicht erfolgt. Anfragende Bands werden bei Substage, Tempel, der KFE und der Rock-Initiative Karls- ruhe auf eine Warteliste aufgenommen und über diese werden in der Regel auch frei wer- dende Proberäume vergeben. Seite 4 4. Wie hat sich die Anzahl der Proberäume in Karlsruhe in Gebäuden der Stadt bzw. ihrer Gesellschaften sowie in soziokulturellen Zentren in den letzten zehn Jahren entwickelt? In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl dieser Proberäume - abgesehen von der Vermietung in der Mainestraße - kaum verändert. 5. Wie haben sich die Mieten für Proberäume in o. g. Gebäuden/Zentren in den letz- ten zehn Jahren entwickelt? Wie hoch ist die durchschnittliche monatliche Miete für einen Proberaum und in welcher Spannweite bewegt sie sich? Inwiefern werden bei Festlegung der Miethöhe die finanziellen Möglichkeiten der verschiedenen Musik- gruppen, speziell der Schülerbands, berücksichtigt? Werden die derzeitigen Miet- preise von der Verwaltung als angemessen beurteilt? Bei den Proberäumen des Substage im Rheinhafenstraßen-Bunker wie bei denen der KFE im Keller des Menschenrechtszentrums beträgt der Mietpreis 2,00 € pro m² - bei den Proberäumen des Substages reduziert sich der Mietpreis je Band durch die Doppelbele- gung um die Hälfte. Beim Substage fällt zusätzlich eine Nebenkostenpauschale in Höhe von 1,20 € pro m² an (außer Strom), bei der KFE eine Nebenkostenvorauszahlung von 0,50 € pro m². Die Mieten sind in den letzten 10 Jahren gleich geblieben und können vo- raussichtlich noch einige Zeit gehalten werden. Eine Reduzierung der (geringen) Mietkos- ten für Schüler- und Jugendbands erfolgt nicht. Beim Kulturzentrum Tempel differiert der Mietpreis nach der Größe des jeweiligen Probe- raums und beträgt im Durchschnitt ca. 3 € pro m². Die Bandbreite der Proberaum-Miete (für den Hauptmieter) beträgt daher 90 - 260 € brutto inklusive Nebenkosten (außer Strom; Heizung gibt es nicht). Die Miete wird immer wieder analog der Teuerungsrate an- gepasst. Eine Reduzierung der (geringen) Mietkosten für Schüler- und Jugendbands er- folgt ebenfalls nicht. Die drei Proberäume im Rheinhafen kosten lt. KVVH zwischen 80 und 300 €. Seite 5 Die genannten Mietpreise werden als moderat gewertet. Auf dem privaten Markt werden nach dem Hörensagen deutlich höhere Beträge verlangt und gezahlt. 6. Welche Maßnahmen sind von Seiten der Stadtverwaltung geplant, um Angebot und Nachfrage bei Proberäumen auf einen ausgeglichenen Stand zu bringen bzw. zu halten? Inwieweit wurde dabei geprüft, ob sich in städtischen Gebäuden (inklusi- ve weiterführender Schulen) Musikproberäume einrichten ließen? Wegen des Mangels an geeigneten Räumlichkeiten und/oder hoher anfallender Investiti- onskosten sind einem städtischen Engagement enge Grenzen gesetzt. Die KFE plant auf dem Schlachthofgelände im Gebäude des ehemaligen Kühlhauses die Einrichtung von voraussichtlich sechs Proberäumen. Diese könnten dann evt. über das Substage verwaltet werden. Die Überlegungen und Planungen sind aber noch nicht abge- schlossen. Für die Nutzung von Räumlichkeiten durch Musikbands kommen nur sehr wenige Stand- orte und Räumlichkeiten (insbesondere Kellerräume) in Frage. Bis auf die bereits vermie- teten Flächen sind deshalb im Gebäudebestand des HGW keine Flächen vorhanden, die derzeit leer stehen und als Proberäume geeignet sind. Ob sich in Schulgebäuden Proberäume für Musikbands einrichten lassen oder vorhande- ne Musikräume an Musikbands vermietet werden können, muss im Einzelfall geprüft wer- den. Beim Schul- und Sportamt sind in den letzten Jahren keine Anfragen von Schüler- bzw. Jugendbands auf Überlassung von Schulräumen für Musikproben eingegangen. Da eine Refinanzierung des eingesetzten Kapitals durchaus möglich ist, erhofft sich die Verwaltung ein verstärktes Engagement von privater Seite - auch wenn dort dann i. d. R. höhere, aber meist immer noch aufzubringende Mietkosten anfallen würden. Allerdings ist es schwer, in Karlsruhe geeignete Objekte bzw. Grundstücke hierfür zu finden. Zur Vermeidung von Härten für junge Bands und vor allem für Schüler- und Jugendbands wäre es dann denkbar, die Anbieter der „öffentlichen“ Proberäume dazu zu bewegen, ihre Seite 6 kostengünstigen Proberäume bevorzugt an junge Bands zu vergeben - wie dies in ande- ren Städten bereits geschieht. Bereits länger existierende Bands mit Bandmitgliedern in i. d. R besseren finanziellen Verhältnissen sind sicherlich in der Lage, für ihr Hobby auch einen etwas höheren Betrag aufzubringen. Andererseits würde eine derartig strikte Reg- lementierung in den „öffentlichen“ Proberäumen ggf. auch einen Verlust an künstlerischer Vielfalt und sicherlich einen Verlust an generationen- und genreübergreifendem Miteinan- der in den Proberaum-Zentren bedeuten.

  • GRÜNE-Proberäume
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom 15. November 2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 31. Plenarsitzung Gemeinderat 24.01.2012 960 8 öffentlich Öffentliche Proberäume für Musikbands - Angebot und Nachfrage  Wie viele Schüler- und Jugendbands und wie viele Musikbands insgesamt nutzen derzeit in Karlsruhe öffentliche Räume?  Wie viele Proberäume in Gebäuden der Stadt bzw. ihrer Gesellschaften sowie in soziokulturellen Zentren stehen derzeit in Karlsruhe zur Verfügung? Wo befinden sich diese? Wie lange bestehen die derzeitigen Mietverhältnisse bereits (Mittelwert und Spannweite)?  Wie viele Anfragen nach Proberäumen von Musikbands sind darüber hinaus an die Stadt bzw. ihre Gesellschaften in den letzen Jahren herangetragen worden? Auf welcher Grundlage wird entschieden, an welche Bands Vermietungen erfolgen?  Wie hat sich die Anzahl der Proberäume in Karlsruhe in Gebäuden der Stadt bzw. ihrer Gesellschaften sowie in soziokulturellen Zentren in den letzten zehn Jahren entwickelt? Welche Entwicklungen werden in den nächsten Jahren erwartet?  Wie haben sich die Mieten für Proberäume in o. g. Gebäuden/Zentren in den letzten zehn Jahren entwickelt? Wie hoch ist die durchschnittliche monatliche Miete für einen Proberaum, und in welcher Spannweite bewegt sie sich? Inwiefern werden bei Festlegung der Miethöhe die finanziellen Möglichkeiten der verschiedenen Musikgruppen, speziell der Schülerbands, berücksichtigt? Werden die derzeitigen Mietpreise von der Verwaltung als angemessen beurteilt?  Welche Maßnahmen sind von Seiten der Stadtverwaltung geplant, um Angebot und Nachfrage bei Proberäumen auf einen ausgeglichenen Stand zu bringen bzw. zu halten? Inwieweit wurde dabei geprüft, ob sich in städtischen Gebäuden (inklusive weiterführender Schulen) Musikproberäume einrichten ließen? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Von verschiedenen Seiten wurde der GRÜNEN-Gemeinderatsfraktion berichtet, dass es sich für Musikbands häufig schwierig erweist, einen passenden und finanziell erschwinglichen Proberaum zu finden. Davon scheinen Jugendmusikbands, aber auch Gruppen mit älteren Musikerinnen und Musikern betroffen zu sein. Wir möchten das Interesse von Menschen an Musik aller Art, ihre Freude an musikalischer und kreativer Betätigung unterstützen und fördern. Die aktive Ausübung von Musik ist ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler, ebenso wie Musikbands ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Karlsruhe sind. Die Anfrage soll in Erfahrung bringen, inwiefern ein Mangel an geeigneten und finanziell erschwinglichen Proberäumen vorliegt und – falls ja – welche Maßnahmen von der Verwaltung bisher durchgeführt wurden bzw. noch durchgeführt werden können, um einem solchen Mangel entgegenzuwirken. unterzeichnet von: Dr. Ute Leidig Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. Januar 2012 Sachverhalt/Begründung: