Anfrage StR Mossuto, StR Wenzel (FW): Anpassungsstrategien an sommerliche extreme Hitze(-perioden)
| Vorlage: | 28576 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 05.12.2011 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Eduardo Mossuto (FW) Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 02.11.2011 eingegangen: 02.11.2011 Gremium: 30. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 13.12.2011 941 24 öffentlich Dez. 5 Anpassungsstrategien an sommerliche extreme Hitze(perioden) A. Welche Handlungsoptionen sind der Stadt allgemein bekannt, um die Auswir- kungen sommerlicher Spitzentemperaturen abzumindern? Dies betrifft insbesondere stadtplanerische und grünordnerische Maßnahmen: Im Rahmen des Pilotprojektes „Innenentwicklung versus Klimakomfort im Nachbarschaftsverband Karlsruhe“ zum ExWoSt-Forschungsprogramm „Urbane Strategien zum Klimawandel - Kommunale Strategien und Potentiale“ wurden als allgemeine Anpassungsmaßnahmen gegen sommerliche Extremhitze u. a. identifiziert: - Entsiegelung - Erhöhung der Albedo (Rückstrahlvermögen von diffus reflektierenden Oberflächen) - Erhaltung bestehender und Schaffung neuer innerstädtischer Grün- und Freiflächen durch klimaangepasstes Grün- und Freiflächenmanagement - Erhöhung des Grünanteils durch Straßenbäume, Hofbegrünungen, Dach- und Fassa- denbegrünung - Verbesserung des Luftaustausches, insbesondere Sicherstellung der Funktionsfähig- keit des nächtlichen Kaltluftaustauschs Auf der Online-Arbeitsplattform „Stadtklimalotse“ (http://www.stadtklimalotse.net/) des ExWoSt-Forschungsfeldes sind weitere konkrete Beispiele für Maßnahmen zu finden. Die Stadt Karlsruhe hat in einer Erprobungsphase als „Testkommune“ mitgewirkt und die Wei- terentwicklung des Instruments unterstützt. Die Kundenberatung der Stadtwerke berät bei Dämmmaßnahmen an Gebäuden, im Neu- bau oder Gebäudebestand auch über die Ausführung von sommerlichem Wärmeschutz, besonders bei der Ausführung der Dachdämmung. Außerdem gibt es Tipps zum Lüf- tungsverhalten und zur Verschattung von Wohnräumen im Sommer. Die Energieberater informieren ebenfalls über die richtige Wahl von Klimageräten und de- ren sinnvollen Einsatz. B. Welche diesbezüglichen Programme der Stadt oder städtischer Gesellschaften gab es bzw. gibt es aktuell? Die Ansatzpunkte städtischen Handelns wurden bereits im Jahr 2008 in breiterer Form für den Bericht „Anpassung an den Klimawandel in Karlsruhe“ aufbereitet und im Gemeinde- Seite 2 rat diskutiert. Dieser Bericht wird derzeit mit dem Ziel fortgeschrieben, eine integrierte An- passungsstrategie für die Stadt Karlsruhe unter Einbezug aller wesentlichen Handlungs- felder zu entwickeln. Die Stadtverwaltung hat hierzu im Frühjahr 2011 eine ämterüber- greifende Arbeitsgruppe unter Federführung des Umwelt- und Arbeitsschutzes initiiert. Auch externe Institutionen, wie z. B. KIT, die LUBW oder der Regionalverband sind darin fachlich eingebunden. Der Bericht soll zur Jahresmitte 2012 fertig gestellt sein. Die Anpassung an den Klimawandel wird auch als zentrale Strategie im aktuellen Fort- schreibungsprozess zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 im Hand- lungsfeld 10 (Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün) berücksichtigt. C. Inwieweit werden entsprechende Vorgaben (z. B. Dachbegrünung, Gebäudean- ordnung günstig in Lüftungsbahnen, Fassadengestaltung, Beschattung) bei der Aufstellung von Bebauungsplänen berücksichtigt? Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen wird dem Klimaschutz, soweit dies unter Be- rücksichtigung der anderen abwägungsrelevanten Belange möglich ist, durch entspre- chende Festsetzungen Rechnung getragen. Beispiele hierfür sind: - Dachbegrünung (gehört inzwischen zu den Standardfestsetzungen in Karlsruher Be- bauungsplänen), - Albedomanagement (wird vorgeschrieben, soweit eine Dachbegrünung aus Verhält- nismäßigkeitsgründen - z. B. bei großen Leichtbauhallen - nicht möglich ist), - Fassadenbegrünung bei großflächigen Wänden ohne Fenster, - Verpflichtung zur Begrünung sowie Baumpflanzgebote, - Ausrichtung/Stellung von Gebäuden unter Berücksichtigung von Durchlüftung und Beschattung, - Beschränkung der Höhenentwicklung, um die Kaltluftzufuhr nicht zu behindern. D. Welche Klimagutachten wurden in den letzten 20 Jahren für die Stadt bzw. den Nachbarschaftsverband angefertigt? Neben der Schutzgutkarte Klima/Lufthygiene im Rahmen der Tragfähigkeitsstudie des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe im Jahr 2011 wurden seit 1991 rund 20 Klimagutach- ten erstellt, u. a. für Einzelprojekte und Bebauungspläne der Stadt Karlsruhe, sowie die Studie „Belastungsgrenzen Raum Karlsruhe“, das Siedlungskonzept und die Flächennut- zungsplan-Fortschreibungsflächen des Nachbarschaftsverbands. E. Was sind die wesentlichen Ergebnisse dieser Gutachten - hinsichtlich von Kaltluftabflüssen, Kaltluftentstehungsgebieten und Flurwin- den? - zu Gebieten, die aus klimatologischer Sicht möglichst nicht bebaut werden sollten? - möglicher innerstädtischer Maßnahmen? - möglicher Maßnahmen in den Außenbezirken der Stadt? - möglicher überörtlicher Maßnahmen (z. B. innerhalb des Nachbarschaftsver- bands und des Regionalverbands)? Welche dieser Gutachten können sich die FW jeweils ansehen bzw. ausleihen? Die aktuellen Ergebnisse der Tragfähigkeitsstudie sind in der Broschüre „Ökologische Tragfähigkeitsstudie für den Raum Karlsruhe“ zusammengestellt, die den Mitgliedern der Seite 3 Verbandsversammlung des Nachbarschaftsverbands sowie des Karlsruher Gemeinderats im Herbst ausgehändigt wurde. Dem Kapitel „Schutzgut Klima/Lufthygiene“ sowie der Kli- mafunktionskarte können die gewünschten Aussagen zu Kaltluft, Kaltluftentstehungsge- bieten, wärmebelasteten Flächen, Ausgleichs- und Wirkräume etc. entnommen werden. Inzwischen können die Daten auch im Internet eingesehen werden: http://nachbarschaftsverband.karlsruhe.de, Register Ökologische Tragfähigkeitsstudie. Weitergehende Ergebnisse zum Thema „Sommerliche Extremhitze“ werden nach Ab- schluss des Pilotprojektes „Innenentwicklung versus Klimakomfort im Nachbarschaftsver- band Karlsruhe“ (vgl. Buchstabe A.) im Herbst 2012 erwartet. Hier werden derzeit u. a. Bereiche entlang der Durlacher Allee sowie der Gewerbeschwerpunkt „Nord-Ost“ vertie- fend untersucht.
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Eduardo Mossuto (FW) Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 2. November 2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 30. Plenarsitzung Gemeinderat 13.12.2011 941 24 öffentlich Anpassungsstrategien an sommerliche extreme Hitze(-perioden) A. Welche Handlungsoptionen sind der Stadt allgemein bekannt, um die Auswirkungen sommerlicher Spitzentemperaturen abzumindern? B. Welche diesbezüglichen Programme der Stadt oder städtischer Gesellschaften gab es bzw. gibt es aktuell? C. Inwieweit werden entsprechende Vorgaben (z. B. Dachbegrünung, Gebäudeanordnung günstig in Lüftungsbahnen, Fassadengestaltung, Beschattung) bei der Aufstellung von Bebauungsplänen berücksichtigt? D. Welche Klimagutachten wurden in den letzten 20 Jahren für die Stadt bzw. den Nachbarschaftsverband angefertigt? E. Was sind die wesentlichen Ergebnisse dieser Gutachten - hinsichtlich von Kaltluftabflüssen, Kaltluftentstehungsgebieten und Flurwinden? - zu Gebieten, die aus klimatologischer Sicht möglichst nicht bebaut werden sollten? - möglicher innerstädtischer Maßnahmen? - möglicher Maßnahmen in den Außenbezirken der Stadt? - möglicher überörtlicher Maßnahmen (z. B. innerhalb des Nachbarschaftsverbands und des Regionalverbands)? Welche dieser Gutachten können sich die FW jeweils ansehen bzw. ausleihen? Seit einigen Jahren ist der weltweite Klimawandel von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler anerkannt. Auf Grund des weltweiten Temperaturanstiegs werden auch für Karlsruhe langfristig steigende Temperaturen erwartet. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Eine Folge des Klimawandels werden steigende Sommertemperaturen (Durchschnittswerte, Extremwerte) sein. Für die betroffenen Kommunen bestehen aktive Handlungsmöglichkeiten, die Auslöser des Klimawandels zu reduzieren (Energiesparprogramme etc.). Da es bei allen diskutierten Programmen jedoch vor allem darum geht, die globale Erwärmung zu begrenzen, sind zusätzlich Anpassungsstrategien der Kommunen an den Klimawandel geboten, so zum Beispiel Anpassungsstrategien an sommerliche extreme Hitze(-perioden). unterzeichnet von: Eduardo Mossuto Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegeheiten - 2. Dezember 2011