Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012/13 an der Grundschule Grötzingen
| Vorlage: | 28568 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 05.12.2011 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen, Südstadt |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 30. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 13.12.2011 933 16 öffentlich Dez. 3 Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012/13 an der Grundschule Grötzingen Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Schulbeirat 23.11.2011 1 Zustimmung Gemeinderat 13.12.2011 16 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat beschließt, nach Vorberatung im Schulbeirat, die Grundschule Grötzingen - mit auslaufender Hauptschule zum Schuljahresende 2011/12 - in eine zweizügige Gemein- schaftsschule umzuwandeln und diese zum Schuljahr 2012/13 einzurichten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kosten für Durchführung Mit- tagessen SJ 2012/13 37.000 € SJ 2017/18 165.000 € Kosten für Schulsozialarbeit pro Schuljahr ab SJ 13/14 25.009 € 15.600 € 93.600 € 8.336 € 21.400 € 71.400 € 16.673 € 21.400 € 71.400 € 16.673 € Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung Kontierungsobjekt: Kostenstelle: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Miteinander Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am 26.10.2011 OR Grötzingen Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Grundschule Grötzingen (mit auslaufender Hauptschule zum Schuljahresende 2011/12) hat kurzfristig eine Konzeption für eine Gemeinschaftsschule (GMS) ent- sprechend den Eckpunkten des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport entwickelt (Anlage). Der Start der GMS soll bereits zum Schuljahr 2012/13 erfolgen. Sie wird zweizügig geführt und die Klassenstufen 1 - 10 umfassen. Der Ortschaftsrat Grötzin- gen hat die Einrichtung einstimmig befürwortet. Ab Klasse 5 wird die GMS als gebundene inklusive Ganztagsschule eingerichtet. Die Klassen 1 - 4 mit insgesamt 3 Zügen werden im ersten Schritt wie bisher als „Halb- tagsschule“ geführt. Da die Schule vielfältige Erfahrungen mit Integration und Inklu- sion aufgrund der Außenklassen der Albschule (Schule für Geistigbehinderte) und der Arbeit im Bereich der Einzelintegration gesammelt hat, unterrichtet das Lehrer- kollegium bereits „inklusiv“. Die Konzeption der GMS Grötzingen setzt die Schwer- punkte, die entwicklungs- und lernorientiert sind, in folgenden Bereichen: inklusives Unterrichten individuelles Lernen individuelle Förderung voneinander und miteinander Lernen offene Lernformen Diese Konzeption wurde von der Schulleitung, der Lehrerschaft und den Eltern ge- meinsam entwickelt. Die Eltern der Kinder der 3. und 4. Klassen haben bereits grundsätzliches Interesse bekundet, ihre Kinder an der GMS Grötzingen anzumel- den. Die konkrete Konzeption, z. B. mit den Details zur Unterrichtsgestaltung wird den Eltern in Grötzingen rechtzeitig vorgestellt. Gleichzeitig werden alle interessier- ten Eltern in der Stadt Karlsruhe Anfang des Jahres 2012 zu einem Forum „Gemein- schaftsschule“ eingeladen, bei dem das Modell der GMS am Beispiel von Grötzingen vorgestellt wird. Die vorhandenen Räumlichkeiten, die gute Ausstattung der Räume, das Schüler- café, die hervorragende Infrastruktur des Areals mit dem Schwimmbad sowie die gute Anbindung der Schule an den ÖPNV sind gute Ausgangsbedingungen für den Start der „inklusiven Gemeinschaftsschule Grötzingen“. Die Schule kann im vorhan- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 denen Raumbestand starten. Sukzessive müssen einzelne kleinere Ergänzungen bzw. Änderungen, wie das Installieren von Raumteilern, vorgenommen werden. Die- se Maßnahmen sind im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel durchzuführen. Der Unterricht endet Mo. - Do. um 16.00 Uhr und Fr. um 13:45 Uhr. Sollte darüber hinaus Betreuungsbedarf für einzelne Kinder bestehen, soll in Kooperation mit dem Schülerhort eine Lösung vor Ort gefunden werden. Ein Konzept zur Ferienbetreuung unter Einbindung von „KLEVER“ wird erarbeitet. Um eine geordnete Essensausgabe zu gewährleisten, fallen für die Stadt Karlsruhe Personal- und Sachkosten an. Gegenwärtig speisen im Durchschnitt rund 10 Kinder, u. a. Kinder der Albschule, im Schülercafé. Mit der Einführung der GMS zum kom- menden Schuljahr müssen voraussichtlich durchschnittlich ca. 60 Essen pro Tag ausgegeben werden. Kostenübersicht Kalkulation: Kosten für Durchführung Mittagessen Zahlenbasis: 2010 Schuljahr Schülerzahl Personal- kosten Kosten für Mittagessen 300 € pro Kind Summe Kosten Erlöse durch Eltern- entgelte 260 € pro Kind städtische Finanzie- rung Klassen 2012/13 60 19.000 € 18.000 € 37.000 € 15.600 € 21.400 € 5 2013/14 120 19.000 € 36.000 € 55.000 € 31.200 € 23.800 € 5,6 2014/15 180 38.000 € 54.000 € 92.000 € 46.800 € 45.200 € 5,6,7 2015/16 240 38.000 € 72.000 € 110.000 € 62.400 € 47.600 € 5,6,7,8 2016/17 300 57.000 € 90.000 € 147.000 € 78.000 € 69.000 € 5,6,7,8,9 2017/18 360 57.000 € 108.000 € 165.000 € 93.600 € 71.400 € 5,6,7,8,9,10 Summe 606.000 € 327.600 € 278.400 € Zur Ergänzung des pädagogischen Personals einer GMS ist der Einsatz von Schulsozialarbeit erforderlich. Im Doppelhaushalt 2013/14 ist eine 50%-Stelle für Schulsozialarbeit bereitzustellen. Das Land übernimmt dabei ein Drittel der Perso- nalkosten für Schulsozialarbeit; zwei Drittel der Kosten trägt die Stadt Karlsruhe . Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Kalkulation: Kosten für Schulsozialarbeit pro Schuljahr Schuljahr Personalkosten Zuschuss Land städtische Finanzierung 2013/14 und ff. 25.009 € 8.336 € 16.673 € Die Schule hat ihre Konzeption am 07.11.11. dem Kultusministerium vorgestellt und wurde dort ermuntert, noch für das kommende Schuljahr einen Antrag auf Einrich- tung einer Gemeinschaftsschule zu stellen. Für die neue Schule Südstadt-Südost, die mit dem Schuljahr 2013/14 als GMS star- ten soll, erarbeitet zurzeit eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Fachleuten des Staat- lichen Schulamtes, der PH Karlsruhe, des KIT, von Schulleitungen, der Lehrerschaft, des Gesamtelternbeirats, der Personalvertretung der Lehrkräfte und Ämtern der Stadt Karlsruhe, ein pädagogisches Konzept für eine GMS. Über die eventuelle Einrichtung von weiteren Gemeinschaftsschulen wird die Stadt Karlsruhe in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt und den Schulen, die bereits Interesse an der GMS bekundet haben oder dies noch bekunden werden, beraten. Dabei müssen interessierte Schulen grundsätzlich folgende Kriterien erfül- len, um ihre bestehende Schule in eine GMS überführen zu können: Der Bedarf der Eltern muss nachgewiesen und dokumentiert sein. Die Schule muss dauerhaft mindestens 29 Schülerinnen und Schüler aufweisen. Ein entsprechendes pädagogisches Konzept muss von der Schule (Leitung und Lehrerschaft) und den Elternvertretungen entwickelt werden. Die Konzeption muss von den schulischen Entscheidungsgremien (Gesamt- lehrerkonferenz und Schulkonferenz) gebilligt werden. Die Schule muss zweizügig geführt werden. Die Schule muss als inklusive Ganztagsschule geführt werden. Der Start der GMS muss im Gebäudebestand erfolgen. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt, nach Vorberatung im Schulbeirat, die Grundschule Grötzingen - mit auslaufender Hauptschule zum Schuljahresende zum Schuljahres- ende 2011/12 - in eine zweizügige Gemeinschaftsschule umzuwandeln und diese zum Schuljahr 2012/13 einzurichten. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 2. Dezember 2011
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grund- und hauptschule grötzingen / staigstr. 10 / 76229 karlsruhe Antrag auf Genehmigung einer inklusiven Gemeinschaftsschule Pädagogisches Konzept fon 0721 46 30 83 e-mail: Poststelle@groetzingen-ghs-ka.schule.bwl.de fax 0721 46 86 01 www.ghs-groetzingen.de Antrag auf Genehmigung einer Gemeinschaftsschule Pädagogisches Konzept 1. Schulsituation Grötzingen (ca. 10000 Einwohner) ist ein Stadtteil von Karlsruhe mit einer gewachsenen, meist gut bürgerlichen Struktur in ehemals dörflichem Umfeld. Durch die sehr gute Infrastruktur (gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Dienstleister, vier Kindergärten mit differenziertem Betreuungsangebot auch ganztags, etablierter Hort, vielfältiges Kultur- und Vereinsleben, selbständiges politisches Gremium mit Ortschaftsrat u.a.m.) ist Grötzingen ein gesuchtes Wohngebiet mit relativ hohen Grundstücks-und Mietpreisen. Der Migrantenanteil ist deshalb im Vergleich zu anderen Gebieten in Karlsruhe relativ gering. Die Schülerschaft kommt daher meist aus eher bildungsfreundlichen Familien mit den üblichen sozialen Unterschieden. Durch die langjährige, erfolgreiche und in der Elternschaft anerkannte Einbindung der Albschule (Schule für Geistigbehinderte) gibt es umfangreiche Erfahrungen mit Heterogenität. Die durchschnittliche Jahrgangsstufe (1-4) besteht aus jeweils 75 Kindern, davon je Schuljahr eine integrative Klasse. 2. Leitbild und Bildungskonzept der Schule 2.1 Bildungsziele und Grundorientierung Das Leitbild der Schule orientiert sich schon seit vielen Jahren am Gedanken der Integration und Inklusion. Seit über zehn Jahren gibt es Erfahrungen im Umgang mit Heterogenität in den Klassen. Mit individualisierendem Lehren und individualisiertem Lernen will unsere Schule der Heterogenität gerecht werden. Eine wichtige Grundlage für diese Unterrichtsform ist das selbständige Arbeiten, zu dem wir unsere Schüler/innen konsequent führen. Sie äußern selbst, was sie wissen wollen, entwickeln Neugierde und formulieren Fragen. Sie überlegen sich, wo sie Antworten finden, schlagen in der Bibliothek nach, suchen im Internet oder befragen Experten. Ihre Ergebnisse halten sie fest, gliedern und präsentieren sie. Über ein Feed-back auch der anderen Schüler/innen und Beteiligten erfahren sie, was sie gelernt und geleistet haben. Unsere umfangreichen, gut ausgestatteten Fachräume werden intensiv genutzt und dienen einem selbstgesteuerten, interessengeleiteten Lernen. Sowohl auf Schülerseite als auch auf Lehrerseite ist die Teamarbeit von zentraler Bedeutung. Große Teile der Unterrichtsvorbereitungen werden in den Lehrerteams gemeinsam gemacht. Hier kooperieren unterschiedliche Professionen: die Klassenlehrer/innen, die Fachlehrer/innen, die Sonderschullehrer/innen und die Schulbegleiter. Sie werden von der Schulleitung unterstützt. Neue, kooperative Lern-und Arbeitsformen fließen in die Teamarbeit ein und werden erprobt. Unsere ruhige und freundliche Schulatmosphäre und unser gutes Unterrichtsklima tragen dazu bei, dass unsere Schüler/innen ihre Befindlichkeiten und Gefühle zur Sprache bringen. Mitgebrachte Erfahrungen und Einstellungen werden deutlich und kommunizierbar. Unsere täglichen Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Schüler/innen spielen dabei eine wichtige Rolle. Besonders in den integrativen Klassen, die in Kooperation mit der Albschule Karlsruhe stattfinden, werden Kinder mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen beschult. Aber auch Kinder mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf, z.B. Autisten, werden durch die Einbeziehung von Schulbegleitern erfolgreich integriert. Hier sind hervorragende Ergebnisse mit Lehrertandems erzielt worden, die die engagierte Lehrerschaft gerne fortsetzen möchte. Dabei gilt der Grundsatz: Jeder darf alles auf seine Weise lernen, dazu erhält er die notwendige Hilfe. Zudem ist die Schule eng vernetzt mit dem Grötzinger Wirtschafts- und Vereinsleben. Insbesondere zu den Kulturschaffenden des „Badischen Malerdorfes“ gibt es intensive Kontakte und Kooperationen. Das reiche musikalische Vereinsleben ermöglicht in der Schule einerseits eine ausgeprägte Nachwuchsförderung für die Vereine, andererseits ein vielfältiges Ausbildungsangebot (Flöte (Flötenschulen), Klavier (Badisches Konservatorium), Akkordeon (Akkordeonfreunde), Streicherklasse, Trommeln u.a.m.) für die Schüler/innen der Schule. Der mehrfach preisgekrönte Schulchor und die „Sing Bach“-Projekte runden das musikalische Profil ab. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung von Sport und Bewegungserziehung, der seine Anerkennung in der Zertifizierung durch das Bildungsministerium als „Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ fand. Mit dem Hallenbad direkt auf dem Schulgelände und der langjährigen Kooperation mit der DLRG findet nicht nur die wichtige Schwimmlernphase von der Schule begleitet statt, sondern auch die Schwimmausbildung bis zur Rettungsstaffel wird ermöglicht. Außerdem ist die Schule in Grötzingen als Partnerschule der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe immer auch an der praxisorientierten Forschung sowie der empirischen Bildungs- und Schulforschung beteiligt und fördert innovative Formen des Lehrens und Lernens mit erfahrungsgeleiteten Lernformen. Auch als Ausbildungsschule des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (GWHS) Pforzheim ist die Schule in ständigem Austausch mit den aktuellen Standards der Lehrerausbildung in der zweiten Phase. Nicht zuletzt durch die ausgezeichnete Infrastruktur mit guter Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel, bester Ausstattung mit Ergänzender Betreuung, einem intakten und integrierten Hortangebot sowie Mittagessenangeboten durch ein Schülercafé, bieten sich hier hervorragende Ausgangsbedingungen für die Einführung einer zukunftsweisenden Gemeinschaftsschule. Insbesondere die hervorragende Raumsituation mit vorhandenen und ausgestatteten Fachräumen, großzügigen Möglichkeiten der individuellen Raumnutzung und vielfältige Kooperationen (z.B. mit der eigenen Stadtteil-Bibliothek) sowie große Erfahrung in intensiver Elternarbeit prädestinieren die Gemeinschaftsschule für Grötzingen. Durch die langjährige Erfahrung mit Heterogenität ist an der Schule ein breites Angebot an Differenzierungsmaterial vorhanden. Die Einführung der Gemeinschaftsschule Klassen 1-10 soll vorläufig vom Sekundarstufenbereich in Ganztagsform ausgehen (5te Klasse beginnend); in der 1ten bis 4ten Klasse werden die variablen Konzepte vorläufig beibehalten. Zusammenfassend lässt sich der Standort Grötzingen zur Umsetzung einer Gemeinschaftsschule wie folgt argumentativ legitimieren: 1. Es existiert in der Lehrerschaft ein großer, von hoher Motivation getragener Konsens zur Umsetzung dieser Schulform. 2. Das Kollegium ist aufgrund langjähriger integrativer Erfahrung bereits firm in der Anwendung differenzierter Arbeitsformen in heterogenen Klassen. 3. Die Ressourcenlage vor Ort, sowohl räumlich als auch bezüglich der materiellen Ausstattung, implementiert die schnelle, ressourcenneutrale Umsetzung. 4. Durch die bisherigen hohen Übergangsquoten kann eine echte Heterogenität gewährleistet werden, da viele Eltern den Vorteil der Ortsnähe einer weiterführenden Schule nutzen werden. So wird die Gemeinschaftsschule keine Werkrealschule mit einzelnen Schülern anderer Bildungsempfehlungen. 2.2 Unterrichtsbezogene Ziele Ziel der Gemeinschaftsschule mit Ganztagskonzeption ist, die Schüler/innen individuell zu fördern und zu fordern und sie im Entdecken ihrer Interessen und Neigungen zu unterstützen. Das gemeinsame Lernen über viele Jahre in, je nach Thema und Interessensgebiet unterschiedlich zusammengesetzten, homogenen und heterogenen Lern-und Übungsgruppen, ist ein Schlüssel zur Stärkung der Sozialkompetenz, ohne die ein Schulleben / Leben in der Gemeinschaft nicht möglich ist. Respektvoller Umgang miteinander sowie Rücksichtnahme auf Schwächere wird gelebt und nicht nur gelehrt. Vielfältige offene Lernformen ermöglichen die individuelle Förderung, die sich am Leistungsvermögen und dem Interesse der Kinder orientiert. Zudem wird das selbständige Arbeiten hierbei intensiv unterstützt. In Projekten erfahren die Kinder und Jugendlichen ganzheitlichen Unterricht, bei welchem sie in erlebbaren Zusammenhängen Neues entdecken können. Der Vermittlung von Methodenkompetenz kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Diese befähigt die Schüler/innen zu selbständigem Lernen und Arbeiten. Ganztagsschule bedeutet mehr Zeit zum Lernen, Einüben und Vertiefen in Begleitung durch Lehrkräfte und qualifizierte außerschulische Partner. Sie bietet den Raum zur Umsetzung und Weiterführung neuer Lernstrukturen. 3.Organisationsstruktur der Gemeinschaftsschule 3.1. Rhythmisierung und Veränderung der Zeitstruktur •5 Stunden Unterricht am Vormittag •Mittagessen bis 13.00 Uhr mit Betreuung •13.00 Uhr bis 13.45 Uhr Betreute Mittagspause mit Ruhe-und Bewegungsangebot •13.45 Uhr bis 14.30 Uhr Individuelle Übungszeit mit Sozialem Lernen und Methodentraining •2 U-Stunden (Projekt-)Unterricht am Nachmittag (14.30 – 16.00 Uhr) •Unterrichtsende von Mo bis Do um 16.00 Uhr (Freitag um 12.15 Uhr) •Deutsch liegt – wenn möglich - in den ersten Stunden, da erfahrungsgemäß ein Morgenkreis mit Planbesprechung bei der Rhythmisierung und Strukturierung des Tages/ der Woche für die Schüler hilfreich ist. Hinweis zum Vorschlag Stundenplan Gemeinschaftsschule •Nachmittags in Tertialen Projekte aus den verschiedenen Bereichen •Wenn mehrere Klassenstufen vorhanden, dann jahrgangsübergreifende Projekte / Clubs => mehr Angebote möglich Ein exemplarischer Stundenplan ist als Anlage beigefügt. 3.2 Vereinbarkeit von Halbtags-und Ganztagsbetrieb Die Unterrichtszeiten des Halbtags-und Ganztagsbetriebs sind identisch. So können die Lehrkräfte problemlos zwischen dem Unterricht der beiden „Betriebe“ wechseln, auch die Raumbelegung ist ohne Problem möglich. 3.3 Organisation des Mittagessens Das Mittagessen kann im „Crazy Mocca“, dem schuleigenen Schülercafé, eingenommen werden. Das Café wurde vor zwei Jahren durch eine Lehrkraft der Albschule ins Leben gerufen. Diese Lehrkraft leitet das „Crazy Mocca“ und wird bei ihrer Arbeit von Schüler/innen der Berufsstufe der Albschule unterstützt. Weitere Unterstützung erhält das Schülercafe durch außerschulisches Personal. Seit der Gründung des Cafés essen hier die Schüler/innen der Berufsstufe und der BvE (= Berufsvorbereitende Einrichtung) zu Mittag. Des Weiteren besteht für alle Schüler/innen und Lehrkräfte die Möglichkeit auch an einzelnen Tagen am Mittagessen teilzunehmen. Sowohl bei der Arbeit, als auch beim gemeinsamen Essen spielt in unserem Schülercafé die Integration behinderter Schüler/innen eine große Rolle. Durch den angegliederten Mehrzweckraum (Verbindungstür) ist eine Vergrößerung des Cafés bei sich erhöhender Schülerzahl problemlos möglich. Das Mittagessen für die Schüler der Primar-und der Berufsstufe beginnt um 13 Uhr, so dass ein zu großer gleichzeitiger Andrang verhindert wird. Das Essen wird bisher von der „Kräuterküche Karlsruhe“, einem Bio-catering for kids, geliefert. Dies kann so beibehalten werden. Die Betreuung der Ganztagsschüler/innen während des Mittagessens erfolgt durch die Lehr kräfte. Unterstützung für die Aufsicht erhalten diese durch den Einsatz z.B. von Jugendbegleitern. Diese werden aus laufenden Mitteln für den Ganztagsbetrieb finanziert. 3.4 Pädagogische Gestaltungselemente der Mittagspause / des Mittagsbandes Nach dem Mittagessen haben die Schüler/innen Zeit zu spielen, Sport zu treiben, zu lesen oder sich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen. Hierfür kann die Bibliothek an der Schule genutzt werden. Zudem ist in der Lernwerkstatt ein Ruhebereich mit Sitzkissen eingerichtet. Für Spiel und Bewegung stehen verschiedene Spiele und Spielgeräte im Aula- und Außenbereich zur Verfügung. Bei schönem Wetter können der Schulhof (Tischtennisplatte, Schaukel, Kletterparcours, Fußballtore, Basketballkorb) und der Schulgarten mitbenutzt werden, bei schlechtem Wetter stellt die Aula eine Alternative mit Bewegungsangeboten (Billardtisch u.a.) dar. Zur Beaufsichtigung der Schüler/innen steht geeignetes Personal zur Verfügung 3.5 Organisation der zusätzlichen Betreuungsangebote Die zusätzlichen Betreuungsangebote sollen durch außerschulische Partner (Vereine, Künstler) und durch Lehrbeauftragte organisiert werden. Ebenso stehen für Arbeitsgemeinschaften in der Regel zwei Lehrer-Wochenstunden zur Verfügung. Im Rahmen des sukzessiven Ausbaus kann und soll ein jahrgangsübergreifender Projektunterricht / Nachmittagsunterricht in tertiärem Rhythmus stattfinden. 3.6 Raumplanung für Lern-und Freizeitangebote Die in der Schule vorhandenen Räume lassen eine zweizügige Gemeinschaftsschule zu. Innerhalb der Klassenzimmer stehen verschiedene, optisch voneinander getrennte Arbeitsbereiche zur Verfügung, der Computerraum und ein Bibliotheks-und Arbeitszimmer bieten zusätzlich Raum für das individualisierte Lernen. Die Fachräume Technik 1 und 2, der Physikraum mit Vorbereitungsraum, der Biologie-/ Chemieraum mit Vorbereitungsraum, die Schulküche und das Handarbeitszimmer ergänzen das bereits erwähnte Angebot. Es gibt zudem ausreichend Möglichkeiten, Einzel- oder Gruppenarbeitsplätze einzurichten. Die Aula, der angrenzende Musiksaal, die Lernwerkstatt sowie die Stadtteilbibliothek, der Schulhof und der Schulgarten bieten genügend Platz für Bewegungs-, Spiel- und Ruheangebote. Im oberen Bereich der Aula steht ein Billardtisch zur Verfügung. Tische und Stühle und andere Sitzmöglichkeiten im Musiksaal und in der angrenzenden Lernwerkstatt runden das Angebot ab. Für Bewegung bei schlechtem Wetter kann ebenfalls die Aula genutzt werden, die angrenzenden Räume sind dann der Ruhebereich. Siehe auch 3.4 3.7 Regelungen zur Personalstruktur und Personalorganisation Der Vormittag wird durch Lehrkräfte der Schule geregelt. Ebenso z.B. der Sportunterricht am Nachmittag als Teil des Unterrichts. Ein AG-Angebot (z.B. im Computerraum) wird gleichfalls durch Lehrkräfte der Schule abgedeckt. Weitere Angebote können in Kooperation Schule-Verein sowie durch Unterstützung ortsansässiger Vereine bzw. Künstler eingebracht werden. Lehrbeauftragte und / oder Jugendbegleiter runden das Angebot ab. Für die Gemeinschaftsschule gibt es eine Steuergruppe, welche aus zwei in der jeweiligen Klasse bzw. Lerngruppe unterrichtenden Lehrkräften der Schule, einem/r Vertreter/in der Schulleitung, zwei Elternvertretern und zwei Schülervertretern der jeweiligen Jahrgangsstufe besteht. Diese trifft sich zunächst vier Mal im Jahr. Teambesprechungen werden regelmäßig durchgeführt, die Teilnahme ist für alle in der Klasse bzw. Lerngruppe unterrichtenden Lehrkräfte verpflichtend. Zudem treffen sich kooperierende Teams bzw. Tandems zu detaillierten Unterrichtsgesprächen. Eine Erweiterung des Lehrerkollegiums mit Lehrkräften für Gymnasium und Realschule ist geplant, es liegen bereits Bewerbungen vor. Auch Kooperationen mit Lehrkräften aus den umliegenden Gymnasien und Realschulen (Durlach, Berghausen) sind möglich, z.B. durch Abordnungen. 3.8 Einbindung von Eltern und Schüler/innen in die Gestaltung des Ganztagsbetriebs Das Gesamtkonzept wurde mit intensiver Beteiligung der Eltern entwickelt. Schüler/innen sowie Eltern sind durch in die Steuergruppe gewählte Vertreter mit in die Gestaltung eingebunden. Des Weiteren wird im Zuge der Selbstevaluation ein Feedback-Bogen entwickelt, der Rückmeldung und Auskunft über die Wünsche der Schülerschaft und Eltern geben soll. Elternmitarbeit und- mitsprache sind gewünscht und werden gefördert (Ausflüge, Besuche in Betrieben der Eltern etc.). Im Rahmen des pädagogischen Konzeptes wird zweimal jährlich ein Zielvereinbarungsgespräch durchgeführt und schriftlich dem Schülerportfolio beigefügt. Eine weitere Einbindung der Eltern erfolgt in Verbindung mit dem Förderkonzept. (siehe 4.1) 3.9 Zusammenarbeit mit Institutionen, Vereinen, Kirchen, etc. Kooperation mit: • DLRG • diversen Sportvereinen • diversen Musikvereinen • örtlichen Künstlern und Kulturschaffenden • Kinder- und Jugendtreff • evangelischer, katholischer und methodistischer Kirche • MSC (Motorsportclub) • Naturfreunden • Heimatfreunden • Stadtteilbibliothek • Schulmuseum • ortsansässigen Kindergärten • polnischer Partnerschule 4 Pädagogische Gestaltungselemente Unser Schulprofil ist mehrdimensional - bei uns steht die ganze Schülerpersönlichkeit im Vordergrund: Wir kümmern uns vor allem um Bildende Kunst, Musik, Lesen und Sport – hier stehen kompetente Partner an unserer Seite. Bereits am Vormittag Gelerntes kann in den Projekten am Nachmittag individuell verinnerlicht und angewendet werden. Unsere Schule ist nicht nur ein Haus des Lernens, sondern auch ein Haus des Lebens. Jeder Schüler / jede Schülerin wird nach seinen/ ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten gefordert und gefördert. Dies wird schon durch die seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Albschule deutlich. An unserer Schule gibt es bereits in fast jeder Jahrgangsstufe, auch in der Sekundarstufe, eine Integrationsklasse. In diesen Klassen wird deutlich, dass eine individuelle Förderung jedes Einzelnen in einer Gemeinschaft möglich ist. 4.1 Lern-und Förderkonzept Von Beginn an wird für jedes Kind von den in der Klasse unterrichtenden Lehrkräften ein individueller Förderplan erstellt. Hierbei werden die Eltern mit einbezogen. Dieser Plan dient als Grundlage der individuellen Förderung und ist Bestand jedes Elterngesprächs. Im Förderbogen werden auch „Aussagen" und Wünsche der Eltern berücksichtigt. Die Pläne werden stetig überprüft und weiterentwickelt. Grundlage des Lern-und Förderkonzeptes der Schule ist das individualisierende Lernen. Dazu gehören Indikatoren wie die Betrachtung der Lernstände, Leistungsfähigkeit, Interessen, Neigungen und Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler. Unabdingbar damit verbunden ist ein Unterricht, der mit unterschiedlichen Angeboten und Materialien auf diese Bedürfnisse eingehen kann. Der Computerraum, das Bibliothekszimmer sowie Differenzierungsräume, die zusätzlich das individualisierte Lernen unterstützen, werden hierbei mit eingebunden. Diese sind entsprechend der Anforderungen unterteilt und bieten so für jedes Kind Raum und Arbeits- bzw. Übungsmaterial. Die Gemeinschaftsschule versteht sich als leistungsorientiert, dies aber mit dem Mittel der individuellen Förderung. Noten sind deshalb nur relativ tauglich und bedingt aussagekräftig. Stattdessen soll eine ganzheitliche Leistungsmessung erfolgen, die auch mündliche Bewertungen umfasst. Die Notengebung wird bis zur 9ten Klasse nur zum Jahresende als Ergänzung gesehen. Für diese Praxis gibt es gute Beispiele in anderen Schulen, die adaptiert werden sollen. Ergänzend: Durch dieses Lern- und Förderkonzept wird jeder Schülerin/ jedem Schüler uneingeschränkte soziale Einbindung und Teilhabe an allen Bildungsangeboten ermöglicht, auch Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in die Lerngruppen integriert sind. Das Hausaufgabenkonzept wird mit allen Beteiligten abgestimmt und beinhaltet individuelle „Haus“-aufgaben, die im Rahmen der Schulzeit in der Vertiefungsphase geleistet werden sollen. (siehe 4.2) 4.2 Integration von Aufgaben-und Übungszeiten in den Ganztagsablauf Die Aufgaben und Übungszeiten sind in den Unterricht integriert. Dies wird durch die Einführung eines Wochenplans gewährleistet, in welchem jedes Kind Zeit und Raum zur Übung und zur Erledigung der Aufgaben hat. Zudem gibt es nach der Bewegungspause im Zeitfenster „Individuelles Üben und Lernen“ für förderbedürftige Schüler/innen die Möglichkeit der Aufgabenerledigung. Ebenso werden leistungsstarke Schüler/innen gefordert und gestärkt, indem sie entsprechendes Material und Anleitung erhalten. 5 Sonstiges Unser Konzept, welches diesem Antrag zu Grunde liegt, verstehen wir als Anfang einer sich -unter Einbeziehung aller an der Gemeinschaftsschule Beteiligten - entwickelnden Gemeinschaftsschule, getragen von den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und Lehrkräften sowie den Bürgerinnen und Bürgern in Grötzingen. Wir wollen damit einen Beitrag zur Demokratisierung von Anfang an leisten. In einer humanistischen Schule ist kein Platz für Angst von Schülerinnen und Schülern, keine Gefahr von Burnout-Syndromen für die Lehrkräfte. Ein wertschätzendes Miteinander macht die Beziehungsqualität in Schule und Elternhaus aus und das wollen wir gemeinsam entwickeln. Anlage: Exemplarischer Stundenplan Exemplarischer Stundenplan für die Gemeinschaftsschule Grötzingen Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 7.35 Uhr bis 7.45 Uhr Ankommen Ankommen Ankommen Ankommen Ankommen 7.45 Uhr bis 9.15 Uhr Deutsch inkl. Lern-und Übungszeit Reli Deutsch inkl. Lern-und Übungszeit Mathematik inkl. Lern-und Übungszeit Deutsch inkl. Lern-und Übungszeit Pause 9.35 Uhr bis 11.05 Uhr Englisch inkl. Lern-und Übungszeit Mathematik inkl. Lern-und Übungszeit Naturwissen schaftliche Projektarbeit Englisch inkl. Lern-und Übungszeit Geografisch/ Geschichtliches Projektarbeit Pause 11.30 Uhr bis Geogr./Geschichtl. Sport Mathematisches Naturwissen-Sport 12.15 Uhr Lernatelier Lernatelier schaftliches Lernatelier Mittagessen bis 13 Uhr Betreute Ruhe und Ruhe und Ruhe und Ruhe und Ruhe und Mittagspause Sportangebote Sportangebote Sportangebote Sportangebote Sportangebote bis 13.45 Uhr 13.45 Uhr bis 14.30 Uhr Indiv. Üben und Lernen Soziales Lernen Indiv. Üben und Lernen Methodentraining xxxxx 14.30 Uhr bis 16 Uhr Sprache (Franz.) wahlweise Computerclub Musikalische oder künstlerische Projektarbeit Clubs (Sport oder Schwimmen) Clubs (Technik oder Hauswirtschaft) xxxxx Deutsch 6h Mathe 5h Englisch 4h Naturwissenschaftliche Fächer (Biologie/Chemie/Physik) 3h Geografie und Geschichte 3h Religion 2h Musikalisch- Künstlerische Projektarbeit (Musik und BK) 2h Sport 2h Club Technik oder Hauswirtschaft 2h und Club Schwimmen oder Sport 2h Sprache (Französisch) 2h �33h Unterricht plus �2 h Indiv. Üben und Lernen �1h Soziales Lernen �1h Methodentraining Erläuterungen: •Die Lern-und Übungszeit reiht sich nahtlos in die Unterrichtsstunde ein und gibt jedem Kind die Möglichkeit zum individuellen Nachfragen, Üben und Intensivieren. •Das Lernatelier bietet jedem Kind die Möglichkeit, sich mit selbst ausgesuchten Themen aus den Gebieten Naturwissenschaft / Geografie oder Geschichte/ Mathematik zu beschäftigen und sich somit zusätzliches Wissen anzueignen. •In der Projektarbeit werden die Inhalte der Fächer in Projekten vermittelt. Die Schüler/innen befassen sich mit dem Thema, suchen selbständig Informationen, stellen die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten des Themas vor, finden sich in Gruppen, bearbeiten das selbst gewählte Teilthema und stellen es am Ende den anderen Lerngruppen vor. Hier kann jedes Kind seiner Neigung und seinen Fähigkeiten entsprechend arbeiten und präsentieren.