Anfrage StRn Baitinger, StRn Ernemann, StRn Fischer, StR Marin (SPD): Einsatz von Defibrillatoren im öffentlichen Dienst
| Vorlage: | 28371 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 14.11.2011 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Elke Ernemann (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadtrat Jürgen Marin (SPD) vom 17.10.2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 29. Plenarsitzung Gemeinderat 22.11.2011 911 17 öffentlich Einsatz von Defibrillatoren im öffentlichen Raum 1. Wie viele Defibrillatoren befinden sich in den öffentlichen Gebäuden der Stadt Karlsruhe? 2. Gibt es in Karlsruhe auch Defibrillatoren im öffentlichen Raum (Plätze, Bahnhöfe, Park- und Grünanlagen, Straßenbahnhaltestellen)? 3. Gibt es Überlegungen, die so genannten „Laien-Defribrillatoren“ an zentralen Stellen im Stadtraum zu installieren? In Deutschland erliegen jährlich rund 100.000 Menschen dem plötzlichen Herztod. Bei 85 Prozent aller Herztode liegt anfangs ein so genanntes Kammerflimmern (Fibrillation) vor, eine elektrisch kreisende Erregung im Herzen, die mithilfe des Defibrillators unterbrochen werden kann. Die Überlebenschancen bei plötzlichem Herzversagen liegen bei etwa fünf bis zehn Prozent. Über 75 Prozent der Patienten könnten bei Vermeidung von langfristigen gesundheitlichen Schäden gerettet werden, wenn sie innerhalb der ersten Minuten mit einem Defibrillator behandelt werden. Seit einigen Jahren gibt es auch Defibrillatoren, die durch Laien zu bedienen sind. Diese sind sehr einfach zu bedienende Geräte, welche gefahrlos sowohl für die Benutzer als auch für die Patienten angewendet werden können. Die Verwendung von so genannten Laiendefibrillatoren im öffentlichen Raum nimmt seit Jahren zu. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ So gibt es beispielsweise die Aktion „Defiköln“, in welcher das Kölner Herzzentrum in allen Geschäftsstellen der Sparkassen Defibrillatoren aufhängt. Schließlich wissen die meisten Menschen, wo der nächste Geldautomat steht. Da in einem Notfall jede Sekunde zählt, sollten Überlegungen stattfinden, die so genannten „Laien- Defribrillatoren“ an zentralen Stellen im Stadtraum, wie beispielsweise in Bank- Filialen, zu installieren unterzeichnet von: Doris Baitinger Elke Ernemann Gisela Fischer Jürgen Marin Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11. November 2011
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Elke Ernemann (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadtrat Jürgen Marin (SPD) vom: 10.10.2011 eingegangen: 17.10.2011 Gremium: 29. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 22.11.2011 911 17 öffentlich Dezernat 5 Einsatz von Defibrillatoren im öffentlichen Raum 1. Wie viele Defibrillatoren befinden sich in den öffentlichen Gebäuden der Stadt Karlsruhe? Nach Recherchen des Städtischen Klinikums in Zusammenarbeit mit dem DRK gibt es in folgenden öffentlichen Gebäuden der Stadt Karlsruhe Defibrillatoren (Stand Oktober 2009): 1. Rathaus Karlsruhe, Marktplatz 2. Ludwig-Erhard-Schule, Englerstr. 12 3. Rheinhafenbad Karlsruhe, Honsellstr. 39 4. Allianz AG, Kaiserstr. 89 5. Kaufhaus Breuninger GmbH und Co., Europaplatz 6. Ambulantes Zentrum Karlsruhe, Am Entenfang 10 7. Badischer Gemeinde Versicherungsverband, Durlacher Allee 56 8. Badische Schwesternschaft des Roten Kreuzes, Kochstr. 2 - 4 9. Bundesanstalt für Wasserbau, Kussmaulstr. 10. Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, Schlossbezirk 3 11. Deutsche Bundesbank, Südendstr. 46 12. Deutsche Telekom, Philipp-Reis-Str. 2 13. FZI Forschungszentrum Informatik, Haid-und Neu-Str. 10 - 14 14. IHK, Lammstr. 13-17 15. Karlsruher Lebensversicherung AG, Friedrich-Scholl-Platz 16. KSC Wildparkstadion, Adenauerring 17 17. Landgericht Karlsruhe, Hans-Thoma- Str. 7 18. L’Oréal Logistik Zentrum, Am Storrenacker 30 19. MIRO Mineralölraffinerie Oberrhein GmbH u. Co KG, Nördl. Raffineriestr. 1 20. Oberlandesgericht Karlsruhe, Hoffstr. 10 21. Stadtwerke Karlsruhe, Daxlander Str. 72 22. Thermoelektronik GmbH Karlsruhe, Dieselstr. 4 23. Technologie Park Karlsruhe, Emmy-Noether-Str. 9 24. LUBW - Zentrum für Umweltmessungen, Großoberfeld 3 25. Universität Karlsruhe, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Kaiserstr. 12 Seite 2 Für die Unterhaltung der Defibrillatoren sind die jeweiligen Geschäftsinhaber zuständig. Inwieweit sich weitere Privatfirmen mit Defibrillatoren ausgerüstet haben oder Geräte ent- fernt wurden, konnte nicht ermittelt werden. Des Weiteren sind alle Kliniken in Karlsruhe mit professionellen Geräten für das medizini- sche Personal ausgerüstet. Auf der Hauptfeuerwache in der Ritterstraße und auf der Feu- erwache West in der Honsellstraße befinden sich ebenfalls Defibrillatoren. 2. Gibt es in Karlsruhe auch Defibrillatoren im öffentlichen Raum (Plätze, Bahnhöfe, Park- und Grünanlagen, Straßenbahnhaltestellen)? Im öffentlichen Raum (Plätze, Bahnhöfe, Park- und Grünanlagen, Straßenbahnhaltestel- len) gibt es in Karlsruhe derzeit keine Defibrillatoren. 3. Gibt es Überlegungen, die so genannten „Laien-Defibrillatoren“ an zentralen Stellen im Stadtraum zu installieren? Derzeit gibt es seitens der Stadtverwaltung keine Überlegungen, die „Laien-Defibrillation“ mit Defibrillatoren an zentralen Stellen im Stadtraum zu installieren. Vielmehr lehnt sich die Stadtverwaltung - auch in Übereinstimmung mit dem Gesundheits- amt - an die Empfehlung der Bundesärztekammer zur Defibrillation mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) durch Laien aus dem Jahr 2001 (veröffentlicht im Deut- schen Ärzteblatt 98, 18 (04.05.2001) und an die Stellungnahme der Bundesärztekammer zur ärztlichen Verantwortung für die Aus- und Fortbildung von Nichtärzten in der Frühdefi- brillation aus dem Jahr 2003 (Aktualisierung veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt 100, 51-52 (22.12.2003)) an. Demnach haben Erfahrungsberichte zwar gezeigt, dass die Überlebensrate durch den Einsatz von AED erheblich gesteigert werden kann, medizinische Laien aber dennoch ei- ne entsprechende Unterweisung benötigen, um den AED sicher und erfolgreich zu bedie- nen. So muss für die Anwendung eine Ausbildung nach dem Medizinproduktegesetz (MPG, §§ 14, 37 Abs. 5) in Verbindung mit der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV, §2 Abs. 2, 4; §5 Abs. 2) vorliegen. Jeder Betrieb, der einen AED öffentlich aufstellt, muss demnach die ärztliche Fachaufsicht und eine Qualitätskontrolle sicherstel- len und regelmäßige Schulungen durchführen. Die Aus- und Fortbildung muss überwacht und Einsätze müssen nachbereitet werden. Die „Laien- Defibrillation“ ist somit nicht allein durch das reine Aufstellen der AED installiert. Die Installation von AED-Geräten im Stadtraum ist aus rechtlichen Gründen unzulässig und wird daher seitens der Stadtverwaltung auch nicht angestrebt.