Anfrage StR Kalmbach (GfK): Potential der älteren Generation entdecken und fördern

Vorlage: 28192
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.10.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 18.10.2011

    TOP: 19

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP19
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom 28. August 2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 28. Plenarsitzung Gemeinderat 18.10.2011 886 19 öffentlich Potenzial der älteren Generation entdecken und fördern 1. Ist es der Stadtverwaltung bekannt, dass die Förderung der älteren Generation mit ihren Potentialen (Erfahrung, Bildung, Geduld etc.) zukünftig im Zeichen des demographischen Wandels ein wichtiger Standortfaktor sein wird? Wenn ja, wel- che Möglichkeiten sieht die Stadt Karlsruhe. 2. In welcher Weise könnte die Wirtschaftsförderung die innovative Kraft der Senio- ren fördern und welche Möglichkeiten werden im Hinblick auf KIT und die For- schung gesehen? Sachverhalt/Begründung: Zurzeit hört man immer wieder, dass ältere Menschen arbeiten müssen, weil ihre Rente nicht ausreicht, den verdienten Lebensabend zu genießen. Auf der anderen Seite sind aber viele besonders qualifizierte ältere Menschen, die aus dem Berufsle- ben aussteigen, noch höchst motiviert, neue innovative Projekte anzupacken. Sie sind zum großen Teil im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte und würden gerne, jetzt nicht mehr unter dem Druck des früheren Berufsalltages, weiter kreativ tätig sein. Diesen Initiativen der älteren Generation ist es zuzutrauen, neue Wirtschaftsimpulse hervorzubringen. Es ist eine völlig verzerrtes Bild und auch nicht länger hinnehmbar, ältere Menschen nur als Konsumenten zu verstehen, die in den letzten 20 oder 30 Jahren ihres Le- bens keinen Beitrag mehr zu leisten haben. Natürlich gibt es schon reichlich die Mög- lichkeit für ehrenamtliche Tätigkeiten, die auch zunehmend wahrgenommen werden. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Weitergehend triff GfK dafür ein, dass die ältere Generation mit ihrer Weisheit und ihrem Wissen Rahmen erhält, dass sie für die Bereiche der Wirtschaft bzw. der For- schung etc. große Beiträge zu leisten kann. Deshalb sollten wir als Stadt hier Mög- lichkeiten der Förderung schaffen, die letztlich uns allen wieder zugute kommen. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. Oktober 2011 STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom: 28.08.2011 eingegangen: 06.09.2011 Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.10.2011 886 19 öffentlich Dez. 3 Das Potential der älteren Generation entdecken und fördern 1. Ist es der Stadtverwaltung bekannt, dass die Förderung der älteren Generation mit ihren Potentialen (Erfahrung, Bildung, Geduld etc.) zukünftig im Zeichen des demografischen Wandels ein wichtiger Standortfaktor sein wird? Wenn ja, welche Möglichkeiten sieht die Stadt Karlsruhe? Die „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ aus dem Jahr 2007 beschreiben die Notwendigkeit einer ressourcenorientierten Sichtweise auf das Alter deutlich. Die Potenziale der Älteren werden in vielen Bereichen genutzt. Vor allem bei den Verbänden, in Vereinen, Initiativen und in Selbsthilfegruppen schlagen sie zu Buche. Das städtische Aktivbüro und das Seniorenbüro vermitteln vielfältige Angebote an freiwilligen Tätigkeiten, wie z. B. Be- suchsdienste in Seniorenheimen, Unterstützung von Menschen mit Hilfebedarf, Förderung von Kindern und Jugendlichen oder im Tierschutz. Teilweise erstatten die Einsatzstellen die Aufwen- dungen, die den Ehrenamtlichen entstehen. Ein Entgelt wird nicht bezahlt. Beschäftigungsmög- lichkeiten gegen Entgelt werden nicht vermittelt. Die Freiwilligenvermittlung wird von der älteren Generation rege in Anspruch genommen. Etwa ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger, die eine ehrenamtliche Tätigkeit suchen und sich an das Ak- tivbüro wenden, sind über 60 Jahre alt. Diese Altersgruppe nutzt auch die Online-Vermittlung stark. Zum Angebotsspektrum gehört auch ein Weiterbildungsprogramm für die Engagierten. Men- schen mit besserer Bildung und qualifizierten Berufshintergründen wurden in der Vergangenheit zu „Bürgermentoren“ ausgebildet mit dem Ziel, eigene Projekte zu initiieren und umzusetzen. Persön- liche Beratung oder Unterstützung bei der Weiterentwicklung von eigenen Ideen und Projekten erfolgt auch beim Seniorenbüro. Hier werden Projekte in Kooperation z. B. mit dem Kinderbüro oder Stadtteilakteuren durchgeführt. Initiativen, Gruppen und der Stadtseniorenrat werden u. a. bei der Öffentlichkeitsarbeit, mit Räumlichkeiten oder bei Verwaltungsaufgaben unterstützt. Die Ver- bände tun ein Übriges, um die Potentiale der älteren Generation durch die Schaffung von Enga- gementmöglichkeiten, die Schulung und Begleitung der Aktiven sicherzustellen. Durch die Stadt- Seite 2 entwicklungsprozesse im Programm „Soziale Stadt“ werden ebenfalls neue Engagementfelder entdeckt und - soweit die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung stehen - umgesetzt. 2. In welcher Weise könnte die Wirtschaftsförderung die innovative Kraft der Senioren för- dern, und welche Möglichkeiten werden im Hinblick auf KIT und die Forschung gese- hen? Die Wirtschaftsförderung stellt in Gesprächen mit Unternehmen fest, dass die Expertise von be- reits aufgrund des Rentenalters ausgeschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstärkt ge- nutzt wird. Hintergrund ist die Wissensvermittlung und das Coaching junger Fach- und Führungs- kräfte durch erfahrene Kräfte. Die Aktivierung dieses Erfahrungsschatzes ist sicherlich wün- schenswert und sinnvoll vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. In den stark von der Wirtschaftsförderung, aber auch aus Unternehmerschaft und Forschung be- triebenen Netzwerken wie CyberForum (IT-Branche), Automotive Engineering Network Südwest (Mobilität) oder SmarterCity Karlsruhe (Initiative für nachhaltige Innovationen) wird z. B. auf die Erfahrungen und den Einsatz von Persönlichkeiten aus dem angesprochenen Expertenkreis zu- rückgegriffen, um Innovationsmaßnahmen und Beschäftigungsaufbau innerhalb der Firmen und Einrichtungen in Karlsruhe und der TechnologieRegion sicherzustellen und voranzutreiben. Die Ergebnisse sind für den Standort äußerst positiv zu bewerten. In der von Stadt, Forschung und Wirtschaft getriebenen Initiative SmarterCity wird zurzeit gerade ein Projekt mit Unternehmen des CyberForums, Forschungszentrum Informatik u. a. zu einem Bürger-/Sozialportal erarbeitet, das in Teilen eine ähnliche Zielsetzung verfolgt.