Anfrage StRn Baitinger, StRn Melchien, StRn Geiger, StRn Fischer (SPD): Frühe Hilfen

Vorlage: 28191
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.10.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 18.10.2011

    TOP: 18.1

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP18b
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Yvette Melchien (SPD) Stadträtin Angela Geiger (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) vom 29. August 2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 28. Plenarsitzung Gemeinderat 18.10.2011 885 18 b öffentlich Jugendhilfeplan „Frühe Prävention“: Frühe Hilfen 1. Wie ist die Inanspruchnahme der zwischenzeitlich zehn Beratungsstellen „Frühe Hilfen“? 2. Gibt es Wartezeiten bei Beratungsbedarf? Wenn ja, wie lange müssen sich Ratsu- chende gedulden? 4. Wie lange musste höchstens gewartet werden? 5. Konnte die uns bekannte Überlastung zwischenzeitlich entschärft werden? 6. Sind alle vorhandenen Stellen derzeit besetzt? 7. Wird unser Anspruch, rechtzeitige und frühe Hilfe für Alleinerziehende und junge Familien anzubieten, erfüllt? Wenn nein, welche Hemmnisse sind der Verwaltung bekannt und was schlägt sie vor, um diese abzubauen? Sachverhalt/Begründung: Die SPD-Gemeinderatsfraktion ist der festen Überzeugung, dass je früher Familien in Notsituationen unterstützt und gefördert werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass familieninterne Eskalationen im Umgang mit Kindern vermieden werden und diese so geschützt werden können. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Das Instrument „Frühe Hilfen“ soll zeitnah und verlässlich ratsuchenden jungen Fa- milien und Alleinerziehenden Hilfe anbieten. Deshalb muss diese Beratungshilfe di- rekt erfolgen! Wartezeiten können in diesem Bereich dazu führen, dass notwendige Hilfe für man- che Kinder zu spät kommt. Unser Anspruch ist eine umfassende und verlässliche Hilfe anzubieten. unterzeichnet von: Doris Baitinger Yvette Melchien Angela Geiger Gisela Fischer Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. Oktober 2011 STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Yvette Melchien (SPD) Stadträtin Angela Geiger (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) vom: 29.08.2011 eingegangen: 29.08.2011 Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.10.2011 885 18 b öffentlich Dez. 3 Jugendhilfeplan „Frühe Prävention“: Frühe Hilfen 1. Wie ist die Inanspruchnahme der zwischenzeitlich zehn Beratungsstellen „Frühe Hilfen“? In Karlsruhe gibt es zwar inzwischen 10 Startpunkt-Familienzentren, über die Stadt verteilt und in unterschiedlicher Trägerschaft, aber nur eine Beratungsstelle „Frühe Hilfen“. Diese befindet sich zzt. noch in Trägerschaft der AWO, wird aber komplett aus städtischen Mit- teln finanziert. Die Inanspruchnahme der Beratungsstelle ist außerordentlich hoch und wächst ständig, auch durch den kontinuierlichen Ausbau der Karlsruher Frühen Prävention und der Start- punkt-Familienzentren. Im Jahr 2010 gab es in den Startpunkten • rund 9 000 Besuche • ca. 670 neue Besucherinnen und Besucher • 18 Startpunktbesuche durch die Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ mit insgesamt 51 Be- ratungsgesprächen. Bis August 2011 gab es bereits 18 Startpunktbesuche durch die Mitarbeiterinnen der „Frühen Hilfen“ mit insgesamt 54 Beratungsgesprächen. Im Jahr 2010 wurden bei „Frühe Hilfen“ 165 Familien beraten, die vor allem über Kinder- ärzte, Hebammen, PEKIP-Gruppen und eben die Startpunkte in Kontakt kamen. 2008 wa- ren es 121, 2009 bereits 163. 2. Gibt es Wartezeiten bei Beratungsbedarf? Wenn ja, wie lange müssen sich Rat- suchende gedulden? Inzwischen gibt es leider auch Wartezeiten, wobei die Mitarbeiterinnen nach Dringlichkeit entscheiden. Hochbelastete, allein erziehende junge Mütter (und selten auch Väter) wer- den in der Regel vorgezogen, es werden auch Hausbesuche gemacht, wo notwendig (in 2010 allein 87), dennoch kommt es immer wieder auch zu längeren Wartezeiten von bis zu einigen Wochen, v. a. in Urlaubszeiten. In der Regel beträgt die Wartezeit 2 - 4 Wo- chen. Seite 2 4. Wie lange musste höchstens gewartet werden? Die Wartezeit betrug im Schnitt 2 - 4 Wochen. 5. Konnte die uns bekannte Überlastung zwischenzeitlich entschärft werden? Die Überlastung bei der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ besteht fort. Die Kolleginnen kön- nen den wachsenden Bedarf nicht ausreichend decken. Die Überlastung wirkt sich u. a. in den länger werdenden Wartezeiten für die Klientinnen und größeren Abständen bei den Startpunktbesuchen aus. Die fallspezifischen und fallübergreifenden Kooperationen leiden ebenfalls darunter. 6. Sind alle vorhandenen Stellen derzeit besetzt? Derzeit sind alle Stellen besetzt. 7. Wird unser Anspruch, rechtzeitige und frühe Hilfe für Alleinerziehende und junge Familien anzubieten, erfüllt? Wenn nein, welche Hemmnisse sind der Verwaltung bekannt und was schlägt sie vor, um diese abzubauen? Der Anspruch, rechtzeitige und frühe Hilfen für Alleinerziehende und junge Familien anzu- bieten, wird nicht in ausreichendem Maße erfüllt. Der Jugendhilfeplan "Frühe Prävention" setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. Auch aufgrund der guten An- nahme der Startpunkt-Familienzentren ist der Bedarf nach fachlich qualifizierter, niedrigschwelliger Beratung gewachsen. Die Statistik von 2010 zeigt sehr deutlich, dass die entsprechenden Beratungsangebote der Beratungsstelle "Frühe Hilfen", des Fach- teams "Frühe Kindheit" und der Familienhebamme den gewachsenen Bedarf nicht ausrei- chend befriedigen können. Derzeit wird die Übertragung der Stellen der AWO auf die Stadt geprüft. Wie in der Ju- gendhilfeausschuss-Sitzung vom 08.06.2011 dargestellt, ist besonders bei Ausbau der Startpunkt-Familienzentren eine Aufstockung der Beratungsstelle "Frühe Hilfen" ebenso wie im Fachteam "Frühe Kindheit" sinnvoll.