Anfrage StRn Baitinger, StRn Fischer, StRn Müllerschön, StR Marin (SPD): Erneuerbare Energiequellen
| Vorlage: | 28187 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 10.10.2011 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadträtin Ute Müllerschön (SPD) Stadtrat Jürgen Marin (SPD) vom 24. August 2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 28. Plenarsitzung Gemeinderat 18.10.2011 881 15 b öffentlich Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energiequellen 1. Gibt es eine Potenzanalyse auf kommunaler Ebene für alle erneuerbaren Energiequellen? 2. Welche zusätzlichen Einsparpotentiale lassen sich durch die Ausschöpfung einzelner erneuerbare Energiequellen in unserer Stadt generieren? 3. Welche weiteren Anreize empfehlen sich, um den Umstieg auf erneuerbare Energien und insbesondere die Erhöhung der Energieeffizienz zu erreichen? Karlsruhe hat sich mit seinem Klimaschutzkonzept ein ehrgeiziges Ziel bei der Energieeinsparung und -nutzung gesetzt. Zusätzlich ist nun - erfreulicherweise - die Herausforderung durch den vorgezogenen Ausstieg aus der Atomenergie hinzugekommen. Dies verlangt die Potentiale aller regenerativen Energiequellen (nachwachsende Rohstoffe, Solarstrom und -wärme, Wasserkraft, Windenergie, Blockkraftwerke als dezentrale Energieversorgung, Fern- und Nahwärme u. a.) unter Effizienzgesichtspunkten zu untersuchen. Darüber hinaus ist die Energieeffizienz durch Energieeinsparung noch weiter zu erhöhen. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ unterzeichnet von: Doris Baitinger Gisela Fischer Ute Müllerschön Jürgen Marin Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. Oktober 2011
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadträtin Ute Müllerschön (SPD) Stadtrat Jürgen Marin (SPD) vom: 24.08.2011 eingegangen: 24.08.2011 Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.10.2011 881 15 b öffentlich Dez. 4 Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energiequellen 1. Gibt es eine Potenzialanalyse auf kommunaler Ebene für alle erneuerbaren Energiequellen? Es liegen für Karlsruhe bereits umfangreiche Einzeldaten vor, insbesondere der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums vom TÜV Süd erstellte „Windatlas Baden-Württemberg“, eine von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) in Auftrag gegebene Laser- Scan-Erfassung von zur Solarenergienutzung geeigneten Dachflächen, standortscharfe Angaben des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zu den geologi- schen Voraussetzungen und Bohrtiefenrestriktionen für die oberflächennahe Geothermie sowie Ergebnisse der städtischen Arbeitsgruppe Biomassekonzept zu den im Rahmen städtischer Aktivitäten erschließbaren Mengen verfügbarer Biomasse. Eine zusammen- fassende Gesamtpotenzialstudie mit Aussagen über die unter Berücksichtigung der Wirt- schaftlichkeit etc. tatsächlich realisierbare künftige Nutzung existiert bislang jedoch nicht. Gemäß der „2-2-2-Formel“ des Karlsruher Klimaschutzkonzepts (KSK) wird bis zum Jahr 2020 eine Verdoppelung des Anteils Erneuerbarer Energien am (sinkenden) Energiebe- darf angestrebt. Diese quantitative Zielvorgabe wurde von Prognosen des IFEU-Instituts in Heidelberg aus allgemeinen statistischen Daten und anhand von Beispielen anderer Städ- te abgeleitet. Es lag damals keine detaillierte Abschätzung der Potenziale Erneuerbarer Energien in Karlsruhe zu Grunde. Die Stadtwerke Karlsruhe werden daher eine umfassende Untersuchung der Potenziale Erneuerbarer Energien in der Stadt Karlsruhe durchführen lassen. Die Studie soll nun den tatsächlich möglichen Beitrag der Stadt Karlsruhe zur Erfüllung oder gar Übererfüllung ihrer mit dem KSK selbst gesteckten Ziele quantifizieren. Insbesondere sol- len nicht nur die vom regionalen Angebot abhängigen „technischen Potenziale“ ermittelt werden. Unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen und der Realisierung determinierenden Faktoren, wie zum Beispiel Flächenverfügbarkeit, Eigentümerstruktur von Flächen und Gebäuden, diversen Ausschlusskriterien und Konkurrenznutzungen, sol- len realistische Abschätzungen des erschließbaren Anteils dieser Potenziale erfolgen. Derzeit werden Angebote von einschlägigen Instituten eingeholt. Zielvorgabe ist die Vor- lage eines Berichtsentwurfs im Februar 2012. Seite 2 2. Welche zusätzlichen Einsparpotenziale lassen sich durch die Ausschöpfung ein- zelner erneuerbarer Energiequellen in unserer Stadt generieren? Diese Frage wird sich nach Vorliegen der geplanten Studie beantworten lassen. Ggf. ergeben sich aus der laufenden, vom Baden-Württembergischen Umweltministerium geförderten und von der Stadt Karlsruhe sowie den Stadtwerken Karlsruhe co-finanzierten Studie „Klimaneutrale Kommune“ weitere Anhaltspunkte. Neben der Nutzung der Potenziale Erneuerbarer Energien in Karlsruhe bietet sich grund- sätzlich auch die Beteiligung an Projekten außerhalb des Stadtgebiets, beispielsweise an Windparks in windreichen Gegenden, an. 3. Welche weiteren Anreize empfehlen sich, um den Umstieg auf erneuerbare Energien und insbesondere die Erhöhung der Energieeffizienz zu erreichen? Neben der Nutzung Erneuerbarer Energien gilt es, die Energieeffizienz zu steigern, was auch den IFEU-Szenarien klar zu entnehmen ist. Insbesondere der Wohnungsbaubereich birgt hohe Energiesparpotenziale. Schwerpunkt ist hierbei auch die Umstellung auf effizi- ente Heizungssysteme. Die Stadtwerke beraten schon viele Jahre lang ihre Kunden hinsichtlich energieeffizienter und umweltfreundlicher Beheizung ihrer Objekte. Sofern vorhanden, empfehlen die Stadt- werke den Anschluss an die CO 2 -arme Heizenergie Fernwärme bzw. Nahwärme in Neu- baugebieten. Im Zusammenhang mit dem Bau der sog. Dritten Hauptleitung sollen in den kommenden Jahren bis zu 7.000 weitere fernwärmebeheizte Wohnungen angeschlossen werden. Durch die Auskopplung von Abwärme aus der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO; 40 MW Wärmeleistung in der ersten Ausbaustufe) ist der spezifische CO 2 - Emissionsfaktor der Karlsruher Fernwärme abermals niedriger geworden. Damit stammen über 95 % der Fernwärme für Karlsruhe aus Kraft-Wärme-Kopplung oder Abwärme. Wenn ein Fernwärmeanschluss nicht möglich ist, wird der Einsatz von Erdgas- Brennwerttechnik plus thermische Solaranlage präferiert. Ebenso wird der Einsatz von dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ("Mikro- und Mini-BHKW") sowie von Wär- mepumpen geprüft und - wenn sinnvoll - empfohlen. Für fast alle Maßnahmen haben die Stadtwerke ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt. Ergänzt werden diese durch das am 01.09.2011 in Kraft getretene kommunale Bonusprogramm für energetische Sa- nierungsmaßnahmen im privaten Altbaubestand. Die Kundenberatung der Stadtwerke ist darüber hinaus kompetenter Ansprechpartner für jeden, der im Haushalt Energie sparen möchte. Denn auch zum Thema Energieeffizienz werden sich möglicherweise aus der derzeit in Bearbeitung befindlichen Studie „Klima- neutrale Kommune“ weitere Anhaltspunkte ergeben.