10 Jahre Aktivbüro - Rückblick
| Vorlage: | 28105 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 30.09.2011 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Mühlburg, Nordstadt, Oststadt, Rintheim, Südstadt |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 16. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 11.10.2011 189 2 öffentlich Dez. 2 10 Jahre Aktivbüro - Rückblick Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 11.10.2011 2 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Die Fachstelle für Bürgerengagement des Amts für Stadtentwicklung wurde im Jahr 2001 auf Beschluss des Gemeinderats vom 5. Dezember 2000 eingerichtet. Grundlage war das gesamtstädtische Konzept „Anerkennung von Bürger/-innen-Engagement“, das im Rahmen einer Ideenwerkstatt entwickelt wurde. Der Hauptausschuss nimmt den vorliegenden Bericht zur Tätigkeit des Aktivbüros in den letzten zehn Jahren zustimmend zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kostenstelle: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Miteinander Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der vorliegende Bericht beschreibt die Entwicklungen seit der Eröffnung des Aktivbüros am 11. Juni 2001 und gibt einen Ausblick auf die künftigen Vorhaben. Beschrieben sind folgen- de Arbeitsschwerpunkte: Im Jahr 2001 wurde das Forum Ehrenamt als Beirat des Gemeinderats initiiert, das Maßnahmen zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe entwi- ckelt. Die Freiwilligenvermittlung hat sich auf ca. 600 Personen pro Jahr eingependelt. Im Jahr 2005 wurde die frühere Mach-mit-Börse im Internet, in der die Angebote an freiwilligen Tätigkeiten veröffentlicht wurden, durch die Online-Freiwilligenagentur mit einem verbes- serten Programm abgelöst. Das IT-Programm wird anderen Kommunen zum Erwerb an- geboten und konnte bisher an drei Städte verkauft werden. Das Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche wurde von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut. Es bietet hohe Qualität zu einem ehrenamtsverträglichen Preis und wird sehr gut ange- nommen. Es umfasst bis zu 30 Seminare pro Jahr. Im Jahr 2003 beschloss der Gemeinderat, an Karlsruher Kindertagesstätten und Grund- schulen ehrenamtliche Lesepatenschaften einzurichten. Ursprünglich hatten 13 Einrich- tungen Lesepatenschaften. Heute beteiligen sich 53 Einrichtungen daran. Ca. 300 Lese- patinnen und Lesepaten wurden gewonnen, für die u. a. Fortbildungsmaßnahmen ange- boten werden. Anfang 2011 übernahm Elisabeth Jäger die Botschafterfunktion für Lese- patenschaften. In vier Kursen wurden bisher 85 Bürgermentorinnen und -mentoren ausgebildet, von denen derzeit 77 aktiv sind. Sie initiieren ehrenamtliche Projekte, begleiten Jugendpro- jekte (jes - Jugend engagiert sich) oder unterstützen andere bei ihrem Engagement. Das Konzept entwickelte das Paritätische Bildungswerk Baden-Württemberg e. V. Die Ba- den-Württemberg-Stiftung gGmbH fördert die Qualifizierungsmaßnahmen. Die Baden-Württemberg-Stiftung gGmbH initiierte das Programm „jes - Jugend engagiert sich“. Sie förderte damit das Engagement junger Menschen. Bis 2010 wurden in Karls- ruhe 22 jes-Projekte durchgeführt. Seit Beendigung des Förderprogramms seitens der Stiftung unterstützt die Stadt Karlsruhe die jes-Projekte in eigener Regie. Seit dem Jahr 2004 führen der für Bürgerengagement zuständige Bürgermeister und die Karlsruher Bürgervereine Kooperationsgespräche. Darin werden aktuelle Anliegen aus den Stadtteilen, wie z. B. Lärmschutz, Abfallbeseitigung und Verkehrsfragen, behandelt und Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Als wichtige Präsentationsmöglichkeit für ehrenamtliche und gemeinnützige Vereinigun- gen hat sich die Meile des Engagements mit bis zu 160 Teilnehmenden entwickelt. Die Veranstaltung fand bisher sechsmal mit verschiedenen Schwerpunkten statt. 31 Veranstaltungen zu Themen aus dem bürgerschaftlichen Engagement, Dankeschön- Veranstaltungen für Ehrenamtliche, Podiumsgespräche und Wettbewerbe wurden zum Teil in eigener Regie, zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen durchge- führt. Das Projekt „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements“ wurde in der Hauptausschusssitzung am 4. Mai 2010 mit einem ausführlichen Bericht vorgestellt. Für engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie für bürgerschaftlich engagierte Unterneh- men wurden formelle Anerkennungsverfahren entwickelt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Um Freiwillige zu gewinnen, werden in der StadtZeitung in der Rubrik „ich habe Zeit für Andere“ Engagementmöglichkeiten vorgestellt. Die Internetseite des Aktivbüros enthält umfangreiche Informationen u. a. zu den Themen „Finanzen und Gesetz“, „Unfall- und Haftpflichtversicherung“ oder zu den Freiwilligendiensten. Weitere Aufgaben des Aktivbüros sind die Beratung von Vereinen, Initiativen und Freiwil- ligen. Große Nachfragen gibt es zum Thema Unfall- und Haftpflichtversicherung, zu dem das Aktivbüro eine umfassende Broschüre herausgab. Es unterstützte das Oststadt- Forum, das im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses im Jahr 2001 initiiert worden war. Die Projektförderung des Programms „Soziale Stadt“ endete 2008. Für den Fortbe- stand des Oststadtforums musste die Finanzierung sichergestellt werden. Künftige Vorhaben sind u. a. die Einrichtung eines Arbeitskreises „bürokratische Hemm- nisse im Ehrenamt“ in Zusammenarbeit mit dem Landesbüro Ehrenamt beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, die Ausbildung von Bürgermentoren mit dem Schwerpunkt Integration, die Einrichtung von Kulturpatenschaften für junge Menschen sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Fortbildungsprogramms und der Meile des Engagements. Außerdem wurde dem Aktivbüro die Organisation des Eu- ropafestes in den Europawahljahren in Zusammenarbeit mit der Europa-Union übertra- gen. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt den vorliegenden Bericht zur Tätigkeit des Aktivbüros in den letzten zehn Jahren zustimmend zur Kenntnis. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 29. September 2011
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Aktivbüro des Amts für Stadtentwicklung Karlsruhe BERICHT VON 2001 - 2010 2 Impressum Herausgeber: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung Zähringerstr. 61, 76133 Karlsruhe Leiterin. Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Aktivbüro Projektleitung: Rosemarie Strobel-Heck Umschlaggestaltung/ Bildbearbeitung: Stefanie Groß Layout: Marlis Arz Fotos: Roland Fränkle Iris Ehring Rosemarie Strobel-Heck EnBW Energie Baden-Württemberg AG Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung zze, Freiburg Aktivbüro Rathaus am Marktplatz Eingang im Turmhof an der Hebelstraße Internet: www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung Telefon: 0721 133-1212 Fax: 0721 133-1279 E-Mail: aktivbuero@afsta.karlsruhe.de Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch von 9:00 bis 12:00 Uhr Donnerstag von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr Freitag 9:00 bis 12:00 Uhr BERICHT VON 2001 - 2010 3 Vorwort 10 Jahre Aktivbüro - Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe Im Jahr 1999 stellte das Amt für Stadtentwicklung in seiner Bürgerbefragung fest, dass sich etwa 24 % der über 18-jährigen Karlsruherinnen und Karlsruher ehrenamtlich engagieren. Eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder aus der Bürgerschaft, sozialen Verbänden und der Verwaltung bestand, entwickelte ein Konzept zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe, das der Gemeinderat am internationalen Tag des Ehrenamts, am 5. Dezember 2000, beschloss. Ein halbes Jahr später, am 11. Juni 2001, öffnete das Aktivbüro am Rondellplatz seine Pforten. Seither ist viel geschehen: Ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche wurde entwickelt. In etwa 50 Kindergärten und Grundschulen engagieren sich Lesepa- tinnen und Lesepaten. Die Freiwilligenagentur unterstützt Vereine und Verbände bei der Suche nach ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Die Präsentationsveranstaltung „Mei- le des Engagements“ in der Karlsruher Innenstadt fi ndet jedes Mal größeren Zuspruch. En- gagementbereite Jugendliche erhalten Unterstützung durch das Programm „jes - Jugend engagiert sich“. Bürgermentorinnen und -mentoren unterstützen und kreieren stetig neue Initiativen. Im Internet stehen aktuelle Informationen für gemeinnützige und ehrenamt- liche Vereinigungen, für engagierte Bürgerinnen und Bürger und auch für Unternehmen zur Verfügung. Die Engagementquote stieg in Karlsruhe auf 28 %. Ich freue mich sehr, dass auf diese Weise das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe unterstützt werden kann. Die Leistungen, die die Bürgerinnen und Bürger auf die Weise erbringen, sind unbezahlbar und könnten sonst nicht angeboten werden. Wolfram Jäger Bürgermeister BERICHT VON 2001 - 2010 4 BERICHT VON 2001 - 2010 5 Inhalt Seite 1. Entstehungshintergrund 7 2. Forum Ehrenamt: Beteiligung in Fragen des bürgerschaftlichen Engagements 7 3. Freiwilligenagentur 9 3.1 Entwicklung 9 3.2 Engagementbereitschaft der Karlsruherinnen und Karlsruher 10 3.3 Engagement nach Sparten 10 3.4 Engagement nach Alter 12 3.5 Einnahmen aus dem Verkauf des IT-Programms Online-Freiwilligenagentur 13 4. Fortbildungsangebote 13 4.1 Konzept 13 4.2 Angebot und Nachfrage nach Fortbildungen im Ehrenamt 14 4.3 Weitere Fortbildungsangebote 14 4.4 Kosten 15 5. Lesepatenprogramm 15 5.1 Konzept 15 5.2 Entwicklung 16 6. Bürgermentorat 17 6.1 Konzept 17 6.2 Entwicklung 17 7. jes-Projekte: Jugend engagiert sich 18 7.1 Konzept 18 7.2 Entwicklung 18 7.3 Kosten 18 8. Kooperation mit den Bürgervereinen 19 8.1 Hintergrund 19 8.2 Maßnahmen 19 BERICHT VON 2001 - 2010 6 9. Meile des Engagements 20 9.1 Entstehung 20 9.2 Entwicklung 20 9.3 Kosten 21 10. Weitere Veranstaltungen, Wettbewerbe und Projekte 22 10.1 Eigene Veranstaltungen 22 10.2 Kooperationsveranstaltungen 22 10.3 Eigene Wettbewerbe 23 10.4 Projekt: Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements 23 10.5 Projekt: Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte 24 10.6 Projekt: Stolpersteine 25 11. Formelle Verfahren zur Anerkennung von Engagement 25 11.1 Zertifi kate für bürgerschaftliches Engagement 25 11.2 Zertifi kate für unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement 25 12. Öffentlichkeitsarbeit 26 12.1 Interviewserie „ich habe Zeit für andere“ in der StadtZeitung 26 12.2 Informationsbroschüren 26 12.3 Internet 26 13. Sonstige Aufgaben 27 13.1 Beratung und Kontaktvermittlung 27 13.2 Unfallversicherung für Ehrenamtliche 27 13.3 Unterstützung des Oststadt-Forums 27 13.4 Unterstützung bei Wettbewerben 28 14. Ausblick 29 Anlage: Pressespiegel 30 BERICHT VON 2001 - 2010 7 1. Entstehungshintergrund Am 5. Dezember 2000, dem internationalen Tag der Freiwilligenarbeit, beschloss der Gemeinderat das ge- samtstädtische Konzept „Anerkennung von Bürger/ innen-Engagement“ (Vorlage Nr. 412). Es war das Ergeb- nis einer Ideenwerkstatt mit 75 engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Hauptamtlichen aus Non-Profi t-Unterneh- men und aus der Stadtverwaltung. Der Antrag an den Gemeinderat beinhaltete die Einrichtung einer zentralen Fachstelle für bürgerschaftlich Engagierte für Beratungs-, Organisations- und Koordinationsaufgaben. Für Ehren- amtliche sollten Qualifi zierungsmaßnahmen angeboten werden. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger sollte verstärkt in der Öffentlichkeit präsentiert und ge- eignete Anerkennungsformen entwickelt werden. Die Stadt Karlsruhe war Modellstandort im Landesnetz- werk Bürgerschaftliches Engagement des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Se- nioren Baden-Württemberg. Es war außerdem bereits Mitglied im StädteNetzWerk des Ministeriums, einem Verbund der Fachstellen bürgerschaftliches Engagement in Baden-Württemberg, der für die Entwicklung des Ak- tivbüros eine wichtige Unterstützung war und ist. In der Bürgerumfrage hatte das Amt für Stadtentwick- lung festgestellt, dass sich ca. 24 % der Karlsruherinnen und Karlsruher über 18 Jahre freiwillig engagierten. Da- rüber hinaus konnten sich 46 % der Befragten ein Enga- gement vorstellen, so dass noch ein beachtliches Poten- zial in der Bevölkerung vorhanden war. Im internationalen Jahr der Freiwilligenarbeit, am 11. Juni 2001, eröffnete das Aktivbüro mit einem Tag der offenen Tür am früheren Standort der Stadtinformation am Rondellplatz seine Pforten. Ca. 250 Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag, um sich über dessen Ar- beit zu informieren und Anregungen zu geben. Im De- zember 2002 zog es in den heutigen Standort im Rat- haus am Marktplatz mit behindertengerechtem Eingang in der Hebelstraße um. 2. Forum Ehrenamt: Beteiligung in Fragen des bürgerschaftlichen Engagements Am internationalen Tag des Ehrenamts, 5. Dezember 2001, berieten ca. 300 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Ehrenamt, der Stadtverwaltung und der Politik über die dauerhafte Einrichtung des Forums Ehrenamt als Be- teiligungsgremium für Engagierte. Ziel war es, Konzepte zur Anerkennung und Unterstützung des bürgerschaft- lichen Engagements, zur Qualifi zierung Ehrenamtlicher, zur Öffentlichkeitsarbeit und Förderinstrumente im Eh- renamt zu entwickeln. In der konstituierenden Sitzung am 28. April 2002 trafen sich 18 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Sparten des Ehrenamts, um die Geschäftsordnung zu entwickeln und die ersten Maßnahmen zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe festzulegen. Am 26. Novem- ber 2003 wurde die Geschäftsordnung verabschiedet. Am 26. Oktober 2004 setzte der Gemeinderat das Fo- rum Ehrenamt als Beirat formell ein. Im Gremium sind 19 Sparten des bürgerschaftlichen Engagements mit jeweils zwei gleichberechtigten Mit- gliedern: Kinder, Jugend, Senioren, Frauen, Integration/ Migration, Sport, Kultur, Gesundheit/Menschen mit Be- hinderungen, Selbsthilfe, Umwelt, Karlsruher Fastnacht, Bericht von 2001 - 2010 Vom Mai 2001 bis Dezember 2002 war das Aktivbüro am Ron- dellplatz in den ehemaligen Räumen der Stadtinformation un- tergebracht. BERICHT VON 2001 - 2010 8 Evangelische Kirche, Katholische Kirche, Liga der freien Wohlfahrtsverbände, Rettungsdienste, Hilfsorganisatio- nen, Feuerwehren und Bürgervereine. Im Jahr 2010 wur- den noch die Sparten Gartenfreunde, Fördervereine und Stiftungen sowie zertifi zierte bürgerschaftlich engagierte Unternehmen aufgenommen. Aufgabe des Forums ist es, Maßnahmen zur Anerken- nung und zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements sowie zur Öffentlichkeitsarbeit, Qualifi - zierungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten zu ent- wickeln. Die Gemeinderatsfraktionen werden zu den Sitzungen eingeladen. Diese sind in der Regel öffentlich. Die Amtszeit des Forums Ehrenamt ist an die des Ge- meinderats gekoppelt. Das Forum Ehrenamt befasste sich bisher mit folgenden Themen: • Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche, Ausbildung für Bürgermentorinnen und -mentoren, • Maßnahmen zur Anerkennung in Form von Danke- schön-Veranstaltungen, Zertifi zierung engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, • Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie z. B. zum Schlussbericht der Enquetekommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“, zum Gesetz zur Verbesserung des unfallversicherungsrechtlichen Schutzes bürgerschaftlich Engagierter und weiterer Personen, • Einführung eines unbürokratischen Verfahrens, mit dem Vereine die Einwilligung der Stadt Karlsruhe für bürgerschaftliche Aktivitäten einholen können und damit gesetzlich unfallversichert sind, • Übernahme des Förderprogramms „jes - Jugend en- gagiert sich“ von der Baden-Württemberg-Stiftung, nach dem diese die Förderung beendete, • Initiierung von Wettbewerben wie z. B. „Gemeinsam über Barrieren“ im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003, • Entwicklung der Meile des Engagements, • Entwicklung des Lesepatenprogramms an Kinderta- gesstätten und Grundschulen auf Beschluss des Ge- meinderats, • Nachwuchsförderung im Ehrenamt, • unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement, • Jugendbegleiterprogramm des früheren Ministerprä- si denten des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger, • Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Enga- gements (siehe Gemeinderatsvorlage Nr. 84/2010). Die Einführung einer Ehrenamtskarte lehnte das Forum Ehrenamt mehrfach ab, da eine ungleiche Behandlung der Mitglieder in Vereinigungen befürchtet wurde und der Verwaltungsaufwand zu hoch ist. Im Jahr 2010 wurden die Mitglieder des Forums Ehrenamt neu gewählt. Das Gremium initiierte 2011 einen Arbeits- kreis, der sich in Zusammenarbeit mit dem Landesbüro Ehrenamt beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg mit dem Thema „büro- kratische Hemmnisse“ auseinandersetzen soll. Arbeitsgruppe des Forums Ehrenamt zum Thema bürgerschaft- liches Engagement in der Schule Mitglieder des Forums Ehrenamt im April 2011 BERICHT VON 2001 - 2010 9 3. Freiwilligenagentur Die Freiwilligenagentur akquiriert Angebote an freiwil- ligen Tätigkeiten bei gemeinnützigen und ehrenamt- lichen Vereinigungen und vermittelt sie an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Sie berät, welche Tätigkeiten für ein freiwilliges Engagement geeignet, welche Un- terstützungsleistungen sinnvoll sind, gibt grundlegende Informationen zu steuer- und versicherungsrechtlichen Fragen und stellt Kontakte her. Sie berät Interessenten bei der Auswahl geeigneter freiwilliger Aufgaben, damit diese deren persönlichen Neigungen entsprechen. Eine wichtige Unterstützung ist dabei die Online-Freiwil- ligenagentur „Mach mit!“, die im Juni 2005 die Mach- mit-Börse ersetzte. Die neue Internetplattform wurde aus den Erfahrungen aus der Mach-mit-Börse und den persönlichen Beratungsgesprächen entwickelt. Sie be- inhaltet detaillierte Informationen über die Tätigkeiten, die Unterstützungsleistungen und die Einsatzstellen ein- schließlich deren Kontaktdaten. Eine Verlinkung mit der eigenen Homepage ist ebenfalls möglich. Interessenten können sich gut informieren und zu den Anbietern di- rekt Kontakt aufnehmen. Es ist außerdem möglich, z. B. nach bestimmten Aufgaben oder nach Engagements in einzelnen Stadtteilen zu suchen. Die Online-Freiwilligenagentur bedarf der ständigen Pfl ege, um die Aktualität zu sichern, aussagekräftige Be- schreibungen der freiwilligen Tätigkeiten zu gewährlei- sten und neue Angebote zu veröffentlichen. Die Umfrage im Januar 2011 unter den Anbietern an freiwilligen Tätigkeiten ergab, dass für 63 % die eigen- ständige Suche nach Ehrenamtlichen sehr aufwändig und das Online-Angebot dabei eine wichtige Unterstüt- zung ist. Nur für 2 % der Befragten ist die eigenständige Suche einfach. Auch stieg bei der Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer die Nachfrage nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit seit der Eintragung ihrer Engagementangebote in die Online-Freiwilligenagentur. In den abschließenden Kommentaren zum Fragebogen wurde die gute Zusam- menarbeit und kompetente Unterstützung durch das Aktivbüro hervorgehoben und häufi g noch einmal be- tont, dass besonders die Online-Freiwilligenagentur von sehr großem Nutzen sei. 3.1 Entwicklung Als das Aktivbüro im Jahr 2001 die seit 1997 eingerich- tete Mach-mit-Börse übernahm, waren ca. 90 Angebote an freiwilligen Tätigkeiten veröffentlicht. Die Zahl der En- gagementmöglichkeiten in der Online-Freiwilligenagen- tur stieg bis Ende 2010 um das 2,5-fache auf ca. 230. Erfolgte die Freiwilligenberatung zu Beginn nahezu aus- schließlich durch persönliche Gespräche im Aktivbüro, konnten diese mit Hilfe der Online-Freiwilligenagentur auch telefonisch geführt werden. Sogar Beratungen per E-Mail sind möglich. Dies kommt dem Bedürfnis nach einer unkomplizierten und spontanen Beratung sehr ent- gegen. Die Möglichkeit, direkt mit den Anbietern Kon- takt aufzunehmen, wird gut in Anspruch genommen. Insgesamt hat sich die Zahl der Vermittlungen auf ca. 600 Personen pro Jahr eingependelt. Die Quote der Per- sonen, die direkt über die Online-Freiwilligenagentur Kontakt mit einer Einsatzstelle aufnahmen, stieg von 24 % im Jahr 2006 auf 42 % im Jahr 2009. Ca. 30 % der Interessenten wurden im Jahr 2010 durch Veröffentlichungen in der Presse auf das Aktivbüro auf- merksam, 19 % durch persönliche Kontakte, jeweils 13 % durch Empfehlungen anderer Fachstellen bzw. durch das Internet und 11 % durch eine Broschüre. Die übrigen kamen zufällig vorbei oder waren schon einmal im Aktivbüro. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Karlsruhe fi nden seit 2009 jährlich zwei Abendveranstaltungen mit dem Titel „Ich möchte etwas Sinnvolles tun.“ statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen dabei die Frei- willigenvermittlung des Aktivbüros kennen, erhalten In- formationen zur Unfall- und Haftpfl ichtversicherung und andere wichtige Hinweise, die bei der Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit wichtig sind. An diesen Veran- staltungen nahmen zwischen 20 und 25 Personen teil. BERICHT VON 2001 - 2010 10 3.2 Engagementbereitschaft der Karlsruhe- rinnen und Karlsruher Die Quote der Karlsruherinnen und Karlsruher, die von 2004 bis 2010 die Freiwilligenvermittlung in Anspruch nahmen, lag bei den Frauen zwischen 67 und 75 % und bei den Männern zwischen 25 und 33 %, im Durch- schnitt bei 72 bzw. 28 %. Dies spiegelt jedoch nicht die allgemeine Engagementbereitschaft in Karlsruhe wie- der. Nach der Erhebung des Amts für Stadtentwicklung waren im Jahr 2008 mehr Männer (30,2 %) als Frauen (25,1 %) bürgerschaftlich engagiert. Diese Erhebung be- inhaltet auch die Tätigkeiten in Vereinen und Initiativen. Demnach wären Frauen stärker an einer Freiwilligenbe- ratung interessiert, während Männer sich eher in Verei- nen engagieren. Im Jahr 2008 hatten 33,7 % der Engagierten Migrati- onshintergrund. 10 bis 13 % derjenigen, die die Freiwilli- genvermittlung in Anspruch nehmen, haben eine andere nationale Herkunft. Etwa 18 % der Interessenten an einer freiwilligen Tä- tigkeit sind arbeitslos und beziehen oft Arbeitslosen- unterstützung. Sie möchten auf diesem Weg die Zeit überbrücken, bis sie wieder eine Anstellung gefunden haben oder zumindest eine sinnvolle Aufgabe erhalten. Manche hoffen, auf diesem Weg eine feste Anstellung zu fi nden. 3.3 Engagement nach Sparten Die Engagementangebote sind in der Online-Freiwilli- genagentur in elf Sparten nach Zielgruppen wie „ältere Menschen“, „Kinder, Jugendliche“ etc. bzw. nach Be- reichen wie „Kultur, Bildung“, „Natur, Umwelt, Tiere“, „Sport“ etc. untergliedert. Die Gliederung erleichtert die eigenständige Suche nach geeigneten freiwilligen Tätig- keiten und die Beratung im persönlichen Gespräch. Die Engagementbereitschaft nach Sparten variiert. So stieg das Interesse, ältere Menschen zu unterstützen, deutlich von 15 Prozent im Jahr 2006 auf 26 Prozent in 2010. Eine ähnliche Entwicklung ist auch im Enga- gementfeld „Kinder, Jugendliche“ zu verzeichnen. Die Bereitschaft stieg hier von 18 auf 25 %. Einen Anstieg von 13 auf 16 % gab es auch in der Sparte „Kranke, Be- hinderte, Menschen in Not“. Bei allen anderen Engage- mentfeldern sank das Interesse. Der Wunsch, sich ehren- amtlich zu engagieren, veränderte sich somit zu Gunsten derer, die auf Hilfe angewiesen sind. Am deutlichsten ist dies beim Engagementfeld „Unterstützung älterer Men- schen“ erkennbar. 108 325 528 596 626 581 618 613 547 0 100 200 300 400 500 600 700 200220032004200520062007200820092010 Quelle: Amt für Stadtentwicklung Freiwilligenvermittlungen von 2002 bis 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 11 15,0% 18,0% 13,0% 10,0% 10,0% 7,0% 11,0% 3,0% 9,0% 2,0% 2,0% 15,3% 10,1% 10,0% 12,1% 8,7% 10,0% 6,3% 1,0% 2,9% 2,4% 17,3% 22,2% 14,8% 13,6% 6,8% 3,7% 7,4% 3,7% 5,6% 1,9% 3,1% 21,4% 21,0% 13,3% 8,1% 7,1% 9,0% 7,6% 5,7% 4,8% 1,9% 0,0% 26,1% 25,4% 16,2% 4,9% 6,3% 2,1% 5,6% 3,5% 4,2% 1,4% 4,2% 21,3% 0%5%10%15%20%25%30% Ältere Menschen Kinder, Jugend Kranke, Behinderte, Menschen in Not Kultur, Bildung International, Migrant/innen Öffentlichkeitsarbeit, Projekte, Veranstaltungen Natur, Umwelt, Tiere Handwerk, Kreativ, Hauswirtschaft Büro, Verwaltung, EDV, Internet Sport Sonstiges 2006 2007 2008 2009 2010 Engagementbereitschaft nach Sparten von 2006 bis 2010 in Prozent Quelle: Amt für Stadtentwicklung 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 12 3.4 Engagement nach Alter In den Jahren 2007 bis 2010 nahmen die über 60-Jäh- rigen die Freiwilligenvermittlung mit durchschnittlich 31 % am stärksten in Anspruch, gefolgt von den 51- bis 60-Jährigen mit 21 % im Schnitt, also den Altersgrup- pen, die bereits in den Ruhestand eingetreten sind oder bald vor sich haben. Eine Befragung der Anbieter freiwilliger Tätigkeiten im Jahr 2007 hat ergeben, dass die Altersgruppen der 51- bis 60-Jährigen, die sich über die Online-Freiwilligen- agentur direkt an die Einsatzstellen gewendet hatten, mit 22 % nach den über 60-Jährigen mit 20 % am stärk- sten vertreten sind. Die Online-Vermittlung ist demnach auch für die ältere Generation attraktiv. 0 5 10 15 20 25 30 35 40 2007200820092010 18-3031-4041-5051-60über 60k. A. Engagementquote nach Alter von 2007 bis 2010 in Prozent Quelle: Amt für Stadtentwicklung 2010 71 72 75 75 67 75 69 72 29 28 25 25 33 25 31 28 0 10 20 30 40 50 60 70 80 2004200520062007200820092010Durch- schnitt FrauenMänner Nutzerinnen und Nutzer der Freiwilligenagentur von 2004 bis 2010 in Prozent Quelle: Amt für Stadtentwicklung 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 13 3.5 Einnahmen aus dem Verkauf des IT-Pro- gramms Online-Freiwilligenagentur Die Online-Freiwilligenagentur wurde im Amt für Stadt- entwicklung in Eigenleistung konzipiert und program- miert. Da es bei den Fachstellen in anderen Kommunen Bedarf nach einer internetgestützten Freiwilligenbör- se gibt, wird es zum Verkauf angeboten. Es wird eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 1.800 Euro erhoben, die eine vierstündige Schulung beinhaltet. Für die Pfl ege des Programms fällt eine jährliche Gebühr an, die sich nach der Größe der jeweiligen Gemeinde richtet und zwischen 450 Euro und 900 Euro liegt. Bisher kauften die Städte Ettlingen, Bad Wimpfen und Bretten das Programm. Die Einnahmen betrugen insge- samt 8.591,67 Euro. 4. Fortbildungsangebote In einer Befragung unter den gemeinnützigen und eh- renamtlichen Vereinigungen Ende 2001 wurde das An- gebot an Fortbildungen als wichtigste Maßnahme zur Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements ge- nannt. Dies war auch ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts zur Anerkennung von Bürger/innen-Engage- ment. Die ersten Kurse in den Bereichen „Steuerrecht“ „Vereinsmarketing“, „Öffentlichkeitsarbeit“, „Gut zu- sammenarbeiten im Verein und Projekt“ und „Frei re- den“ gab es bereits im Jahr 2002 in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Karlsruhe e. V., die in den beiden darauf folgenden Jahren mit variierten Inhalten fortge- setzt wurde. Im Jahr 2004 bot das Aktivbüro zusätzlich sieben Kurse an. Auf Grund der sinkenden öffentlichen Zuschüsse an die Volkshochschule, musste der Kostenanteil, den das Aktiv- büro zu tragen hatte, und die Teilnahmebeiträge immer wieder erhöht werden. Der Break-Even-Point, an dem die Durchführung der Kurse in eigener Regie günstiger war, wurde erreicht. Auf der Grundlage einer Befragung unter den Ehrenamtlichen wurde 2005 ein neues Fortbil- dungskonzept für Ehrenamtliche entwickelt. 4.1 Konzept Das Konzept erfüllt folgende Qualitätsmerkmale: Die Referentinnen und Referenten haben selbst Ehrenamts- erfahrung. Sie sind qualifi ziert und motiviert, andere Ehrenamtliche mit ihrem Wissen zu unterstützen. Die Honorare sind ehrenamtsverträglich, die Seminarqualität hoch und die Kursbeiträge niedrig. Letztere beinhalten Seminarunterlagen, Getränke und einen kleinen Imbiss. Die Teilnehmendenzahl liegt i. d. R. bei 10 Personen, so dass individuelle Anliegen optimal bearbeitet werden können. Kosten für Raumanmietungen entstehen nicht. Die Seminarzeiten entsprechen den Bedarfen der Ehren- amtlichen. Die Kurse fi nden an Samstagen von März bis November außerhalb der Ferienzeiten und nicht nach Brückentagen bzw. ab 18:00 Uhr an Wochentagen statt. Die Anmeldeformalitäten sind unbürokratisch. Das Aktivbüro wurde so eingerichtet, dass es als Semi- narraum genutzt werden kann. Einige Kurse fi nden in anderen Räumen im Rathaus am Marktplatz oder im Haus Solms statt. Der Bezirksverband der Gartenfreunde e. V. und die Lebenshilfe Karlsruhe, Ettlingen und Umge- bung e. V. stellen ihre Schulungsräume und Betreuungs- personal unentgeltlich zur Verfügung. Bis zur Aufl ösung des Vereins Akademische Initiative für Arbeit AIAK e. V. fanden die Internet- und PC-Schulungen im Gründerzen- trum in Durlach statt. Der Verein spendete sein Vereins- vermögen zweckgebunden für Fortbildungen an das Ak- tivbüro. Unter diesen Bedingungen konnten die Kosten niedrig, die Teilnahmebeiträge gesenkt und mehr Kurse angeboten werden. Die Angebote variieren von Jahr zu Jahr. Bei genügend hoher Nachfrage werden einzelne Kurse auch wiederholt. Im Jahr 2005 wurde als Pilotprojekt der erste Ausbil- dungsgang für Presseverantwortliche mit sieben Mo- dulen angeboten. Hintergrund dafür waren Rückmel- dungen aus den Vereinen und Initiativen, es würden Pressesprecherinnen und -sprecher fehlen. Der Ausbil- dungsgang war nach kurzer Zeit ausgebucht. 2006 er- schien zum ersten Mal das Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche mit 15 Kursen im Zeitraum von März bis April, die in die Ausbildungsgänge „Presse- und Öffent- lichkeitsarbeit“, „Führungskräfte und Führungsnach- wuchs“ und „Kassenwarte und Finanzreferenten“ mit jeweils vier bis sieben Modulen gegliedert war. Die Ausbildungsgänge sind im Vergleich zur Buchung einzelner Kurse ermäßigt. Anmelden können sich einzel- ne Personen, aber auch Vereinigungen. Letztere verteilen die gebuchten Kurse an ihre Mitglieder, die sie bei der Anmeldung nicht namentlich nennen müssen. Sie tragen sich lediglich am Seminartag in der Teilnahmeliste ein. Teilnehmende eines vollständigen Ausbildungsgangs er- halten ein Zertifi kat mit der Unterschrift des zuständigen Bürgermeisters. Sie können die Module eines Ausbil- dungsgangs auch im Laufe mehrerer Jahre absolvieren. Für die Teilnahme an einzelnen Kursen werden Beschei- nigungen ausgestellt, die z. B. für Bewerbungen verwen- det werden können. Die berufl iche Verwertbarkeit wird insbesondere bei den Kommunikationsthemen wie z. B. BERICHT VON 2001 - 2010 14 Verhandlungsführung, Konfl iktmanagement, Rhetorik oder Leadership als sehr hoch eingeschätzt (1,0 bis 1,9 bei einer Bewertungsskala von 1 bis 5). Das Konzept der Ausbildungsgänge wird sehr gut angenommen. 4.2 Angebot und Nachfrage nach Fortbil- dungen im Ehrenamt Die Zahl der Fortbildungsangebote stieg von 18 Kursen im Jahr 2005 auf 30 in 2010. Schwerpunkte waren vor allem die Kurse in den Bereichen Kommunikation und Führung, Finanzen und Recht sowie Gestaltung einer In- ternetseite. Die Nachfrage nach den Fortbildungen überstieg jedes Jahr das Angebot um 36 Prozent (2010) bis 50 Prozent (2005). Der Fehlbedarf konnte durch Kurswiederho- lungen etwas ausgeglichen werden, die i. d. R. zeitgleich mit den regulären Seminaren stattfanden. 4.3 Weitere Fortbildungsangebote Im Jahr 2003 führte die FIDUCIA AG im Rahmen ihres Unternehmensengagements in Zusammenarbeit mit dem Aktivbüro kostenlos zwei ganztägige Schulungen zu den Themen „Veranstaltungsmanagement“ und „Zeitmanagement und persönliche Arbeitsorganisation“ für Ehrenamtliche durch. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Karlsruhe e. V. wurde am 29. März 2003 ein Fortbildungstag für Ehrenamtliche durchgeführt, an dem Schnupperkurse in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsför- derung angeboten wurden. Am 19. Juli und 18. November 2003 fanden anlässlich der Gemeinderatswahl zwei Workshops zum Thema Kommunalpolitik statt. Am 16. Juni 2005 gab es anlässlich des neuen Gesetzes zur Unfallversicherung für ehrenamtlich Engagierte eine Informationsveranstaltung im Rathaus am Marktplatz mit ca. 200 Teilnehmenden. Zum Thema Mitgliederge- winnung und Nachwuchsförderung im Ehrenamt wurde am 6. Juli 2005 ein Podiumsgespräch mit Ehrenamtlichen aus verschiedenen Bereichen des bürgerschaftlichen En- gagements, darunter die Wirtschaftsjunioren, im Prinz- Max-Palais angeboten, an der etwa 120 Personen teil- nahmen. Im Jahr 2008 fand für Schülerinnen und Schüler des Helmholtzgymnasiums, die Sponsoren für ihre Schü- lerzeitung gewinnen wollten, ein Fundraising-Seminar statt. Ein Kostenbeitrag wurde nicht erhoben. 715 593 507 579 393 504 460 332 351 324 274 252 0 100 200 300 400 500 600 700 800 200520062007200820092010 Nachfrage Angebot Angebot und Nachfrage nach Fortbildungsangeboten von 2005 bis 2010 Quelle: Amt für Stadtentwicklung 2010 Zahl der Fortbildungsangebote von 2005 bis 2010 200520062007200820092010 Tages- seminare 121620211725 Vorträge654445 Gesamt182124252130 BERICHT VON 2001 - 2010 15 In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Elternverein e. V. und dem Internationalen Begegnungszentrum wurde für Frauen mit Migrationshintergrund, die sich im Eltern café der Viktor-von-Scheffel-Schule engagieren, im März 2010 ein dreitägiger Rhetorikkurs durchgeführt. Der Kurs sollte insbesondere das Selbstbewusstsein der Teil- nehmerinnen stärken. Ein Teilnahmebeitrag wurde nicht erhoben, da die Frauen sich diesen nicht leisten konnten. Darüber hinaus fragen immer wieder ehrenamtliche Ver- einigungen, Schüler- und Studierendengruppen an, die eigene Kurse anbieten möchten. Das Aktivbüro vermit- telt dann geeignete Referentinnen und Referenten. 4.4 Kosten Das Standardhonorar für die Dozentinnen und Dozenten lag bei 250 Euro im Jahr 2005, die Kursgebühr für ein Tagesseminar bei 14 Euro. Die Honorare und Teilnahme- beiträge wurden im Laufe der Jahre angehoben und be- trugen im Jahr 2011 300 Euro bzw. 16 Euro, so dass die Kosten etwa zu 50 % gedeckt sind. Im Durchschnitt kostet ein Kurs netto zwischen ca. 140 und 150 Euro, die aus dem Etat des Aktivbüros fi nanziert werden. 5. Lesepatenprogramm Auf Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion, beschloss der Gemeinderat am 23. September 2003, dass an den Karlsruher Grundschulen und Kindertagesstätten fl ä- chendeckend Lesepatenschaften auf ehrenamtlicher Ba- sis initiiert werden sollen. Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion, den der Ge- meinderat am 15. Januar 2008 und der Kulturausschuss am 15. September 2008 behandelten, wurde das Kon- zept weiterentwickelt. 5.1 Konzept Ziel der Lesepatenschaften ist es, die Lesemotivation so- wie die Lese- und Sprachkompetenz der Kinder zu för- dern und sie frühzeitig zum Lesen zu motivieren. Nicht in allen Familien wird vorgelesen bzw. kann z. B. auf- grund von Sprachschwierigkeiten vorgelesen werden. Deshalb ist es wichtig, dass es bereits im Vorschulalter Angebote zur Leseförderung gibt. Das Konzept des Le- sepatenprogramms wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro des Kulturamts entwickelt. Weitere Koope- rationen bestehen mit dem Kinderbüro, der Stadtbiblio- thek und dem Bündnis für Familien. 2.983 € 3.839 € 3.161 € 4.219 € 3.261 € 2.711 € 3.435 € 4.586 € 0 € 500 € 1.000 € 1.500 € 2.000 € 2.500 € 3.000 € 3.500 € 4.000 € 4.500 € 5.000 € 2007200820092010 Kommunaler KostenanteilEinnahmen aus Teilnahmebeiträgen Kostenbeiträge für das Fortbildungsprogramm von 2007 bis 2010 in Euro Quelle: Amt für Stadtentwicklung 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 16 Lesepatinnen und Lesepaten engagieren sich ehrenamt- lich in Grundschulen, Kindergärten und Kindertagesstät- ten. Sie lesen in der Regel einmal wöchentlich einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen vor bzw. beziehen die Kinder mit ein und sprechen mit ihnen über das Gele- sene. Sie achten darauf, dass die Kinder den Textinhalt verstehen und erklären ihnen einzelne Wörter. In den Grundschulen lesen die Kinder auch selbst. Die Lesepatenschaften haben sich als sinnvolle Ergän- zung zum Unterricht bzw. zum pädagogischen Pro- gramm erwiesen. Die Arbeit der Lesepatinnen und Le- sepaten weckt bei den Kindern die Neugier auf Bücher und steigert deren Lesekompetenz. Dadurch konnten bereits einige Kinder weiterführende Schulen besuchen oder erreichten die Versetzung in die nächste Klassenstu- fe. Sie leisten damit einen wichtigen Bildungsbeitrag für unsere Gesellschaft und vermitteln durch das Vorlesen Begeisterung und Freude am Lesen. Sie tragen dazu bei, Lesedefi zite der Kinder zu mildern. 5.2 Entwicklung Im Jahr 2004 stand in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt eine Bestandsaufnahme bei den Karlsruher Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten, um fest- zustellen, welche Einrichtungen am Lesepatenprogramm interessiert sind. Dazu wurden auch Informationsveran- staltungen für die Einrichtungen am 15. Juni 2004 und für potenzielle Lesepatinnen und -paten am 20. Oktober 2004 durchgeführt. Dabei stellten sich bereits bestehen- de Initiativen vor: die Pestalozzi-Schule, die Oberreuter Lesemäuse, die Stadtbibliothek und das Kinderhaus im Hardtwaldzentrum. Die Bestandsaufnahme ergab, dass 13 Einrichtungen bereits Lesepatenschaften hatten. Weitere 41 Einrich- tungen zeigten Interesse daran. Im Jahr 2005 waren es bereits 43 Einrichtungen, an denen sich ca. 200 Lesepa- tinnen und -paten engagierten. 2009 waren ca. 250 Eh- renamtliche in 53 Einrichtungen aktiv. Bei der jährlichen Befragung der Einrichtungen zum Schuljahresbeginn im Jahr 2010 meldeten 22 Schulen und 26 Kindertagesstät- ten, dass insgesamt ca. 100 Lesepatinnen und -paten gebraucht werden. Mittlerweile haben ca. 300 Bürge- rinnen und Bürger eine Lesepatenschaft übernommen bzw. sind daran interessiert. Die Lesepatinnen und -paten erhalten kostenlose Le- seausweise für die Stadtbibliothek Karlsruhe. Sie können freiwillig kostenlose Führungszeugnisse beantragen. Da dies für die Einrichtungen, in der sie engagiert sind, als Absicherung wichtig ist, wird es i. d. R. beantragt. Die Lesepatinnen und Lesepaten können kostenlos Mitglied im Vorleseclub der Stiftung Lesen werden und erhalten dreimal jährlich die Vorleseclubzeitung. Die Stiftung Lesen in Mainz steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Sie entwickelt und unterstützt zahlreiche Projekte, um Lesefreude zu wecken und Lesekompetenz zu vermitteln. Die Bürgermentorin und Lesepatin Maria Müller-Hüskes initiierte außerdem das Lesepatentreffen, das fünfmal jährlich zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung in der Wissens- und Hobbybörse unter ih- rer Leitung stattfi ndet. Im Mai 2011 wurde Elisabeth Jäger, die Ehefrau von Bürgermeister Wolfram Jäger, als Botschafterin für Lese- patenschaften eingesetzt. Sie gibt ihre Begeisterung als Lesepatin an die Interessenten weiter und motiviert so zur Übernahme von Lesepatenschaften. Durch ihr großes Engagement wurden ca. 60 neue Interessentinnen und Interessenten für diese freiwillige Aufgabe gefunden. In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro, der Stadtbiblio- thek, dem Kinderbüro und dem Bündnis für Familien entstand ein Fortbildungsangebot für die Lesepatinnen und -paten. Es beinhaltet die Themen altersgerechte Buchauswahl, interkulturelle Kompetenz, Sprachstö- rungen, Stimmtraining, Störungen in Vorlesesituationen u. a. Die Teilnahmebeiträge liegen bei fünf bis acht Euro. Die Fortbildungsangebote der Stadtbibliothek sind ko- stenfrei. Zur Anerkennung dieser unschätzbar wichtigen Aufga- be fanden am 30. Mai 2005 in Zusammenarbeit mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, am 14. Januar 2009 und am 24. November 2010 Dankeschön-Veran- staltungen mit Karlsruher Autoren statt, die aus ihren Werken vorlasen. Weiterhin vermittelt das Aktivbüro Lesepatinnen und -paten für andere Aktivitäten wie z. B. für die Kinder- literaturtage, für das Kinder- und Jugendfestival KIX oder für die jährliche Bücherschau des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Karlsruhe, die in Zusammen- arbeit mit dem Regierungspräsidium Baden-Württem- berg stattfi ndet. Elisabeth Jäger engagiert sich als Botschafterin für Lesepaten- schaften. BERICHT VON 2001 - 2010 17 6. Bürgermentorat Im Auftrag der Stabstelle Bürgerengagement und Frei- willigendienste des Ministeriums für Arbeit und Sozial- ordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg, entwickelte das Paritätische Bildungswerk Landesver- band Baden-Württemberg das Qualifi zierungsprogramm für Bürgermentorinnen und -mentoren. 6.1 Konzept Ziel der Maßnahme ist, Bürgerinnen und Bürger in ih- rem Engagement für das Gemeinwohl zu unterstützen, damit sie das bürgerschaftliche Engagement in ihrer Gemeinde stärken. Sie initiieren Projekte z. B. zur Inte- gration von Menschen mit Migrationshintergrund, zur Unterstützung von Behinderten oder Senioren, stiften Kooperationen zwischen Vereinen, gestalten Koopera- tionen mit Wirtschaftsunternehmen oder begleiten Ju- gendfreiwilligenprojekte. Zu diesem Zweck nehmen sie an einer Qualifi zierungs- maßnahme mit 40 Stunden Zeitumfang teil. Das Paritä- tische Bildungswerk Baden-Württemberg bildet dazu die Mentorentrainerinnen und -trainer aus, die die Kurse im Tandem vor Ort durchführen. Das Programm vermittelt Kompetenzen, um Projekte durchführen bzw. initiieren zu können, vermittelt Orientierung über die Strukturen in der eigenen Kommune und bietet Raum für den Er- fahrungstransfer. Für die ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren werden pro Jahr fünf Treffen zum Aus- tausch und zur Projektplanung angeboten. Die Baden- Württemberg-Stiftung fördert die Maßnahme mit 2.000 Euro pro Kurs. 6.2 Entwicklung Insgesamt fanden in Karlsruhe sechs Mentorenkurse statt, in denen 103 Bürgermentorinnen und -mentoren ausgebildet wurden. Einen Kurs führten die Paritä- tischen Sozialdienste gGmbH durch. Ein Mentorenkurs fand im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses Oststadt statt. Das Aktivbüro organisierte 2004, 2005, 2008 und 2009 jeweils einen Kurs mit insgesamt 85 Teilnehmenden. Ur- sula Rossbach, die sich u. a. im Sonntagscafé für den ge- nerationenübergreifenden Dialog und im Forum Ehren- amt engagiert, und der Dipl. Psychologe Dr. Jean-Louis Zambujo leiteten bis 2008 die Kurse. Ab 2009 übernah- men Gabriele Becker, Gründerin der Selbsthilfegruppe für Sehbehinderte und deren Angehörige „Blickpunkt“, Mitglied im Forum Ehrenamt und im Beirat für Menschen mit Behinderungen und Elvira Jung, u. a. ehrenamtliche Büchereileiterin der Luthergemeinde, Vorstandsmitglied bei der DJK, die Aufgabe von Frau Rossbach. Von den ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren sind noch 77 aktiv. Fortbildung für Lesepatinnen und Lesepaten: Stimmbildung Erster Bürgermeister Siegfried König zertifi ziert die Teilneh- merinnen und Teilnehmer am Mentorenkurs 2009 BERICHT VON 2001 - 2010 18 7. jes-Projekte: Jugend engagiert sich Die Baden-Württemberg-Stiftung gGmbH initiierte das Förderprogramm „jes - Jugend engagiert sich“ in Trä- gerschaft des Paritätischen Bildungswerks Baden-Würt- temberg e. V. im Jahr 2001. Im Jahr 2007 beendete die Stiftung die Förderphase. Es gab für interessierte Kom- munen ein Übergangsjahr, während dem die Projekte noch zu 50 % kofi nanziert wurden. Die Stadt Karlsruhe übernahm auf Anregung des Forums Ehrenamt das jes-Programm und führt es in eigener Re- gie weiter. Die Richtlinien wurden an die kommunalen Gegebenheiten angepasst, jedoch im Wesentlichen übernommen. Die Kosten für die Projekte fi nanzieren das Aktivbüro und Sponsoren. 7.1 Konzept Ziel war es, engagementbereite Jugendliche zu fördern. Zusätzlich zu den klassischen Betätigungsfeldern in Ver- einen und Verbänden, im sozialen oder ökologischen Freiwilligenjahr, sollten Tätigkeitsbereiche im sozialen, ökologischen und kulturellen Sektor unterstützt werden, die an die Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten junger Menschen anknüpfen. Insbesondere sollte die Eigeninitiative und die sozialen Kompetenzen gestärkt werden. Gefördert werden Gruppen mit zwei bis acht jungen Menschen von 14 bis 27 Jahren, die sich in einem Pro- jekt ihrer Wahl für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr mit mindestens 40 Stunden engagieren. Ihnen stehen Bürgermentorinnen und -mentoren als persönliche Ratgebende während der Planung und Re- alisierung der Freiwilligenprojekte begleitend zur Seite. Die Jugendfreiwilligenprojekte müssen in der Kommune bekannt gemacht, akzeptiert und gewollt sein. Alle beteiligten Jugendlichen erhalten Zertifi kate, die die Projektbeteiligung bescheinigen und die in der Regel ein Bürgermeister in öffentlichen Zertifi zierungsveranstal- tungen überreicht. Die örtliche Presse wird dazu einge- laden. Die Förderung beinhaltet die Aufwendungen der Ju- gendlichen wie z. B. Schulungen für die Jugendlichen, Fahrtkosten, Druckkosten für Flyer und Plakate, Projekt- dokumentation, Verpfl egung und eine pauschale Auf- wandsentschädigung für die begleitenden Bürgermen- toren bzw. Bürgermentorinnen. Nicht fi nanziert werden Anschaffungen, Reisekosten u. ä. 7.2 Entwicklung Insgesamt wurden in Karlsruhe 22 jes-Projekte durchge- führt, davon zwölf von 2003 bis 2007, 2008 mit Kofi nan- zierung durch die Baden-Württemberg-Stiftung gGmbH fünf Projekte und weitere fünf von 2009 bis 2010. Im ersten Halbjahr 2011 wurden zwei Projekte beantragt. Ein herausragender thematischer Schwerpunkt war der Generationendialog mit neun Projekten. Darunter waren sechs Aktivitäten, bei denen Jugendliche Seniorinnen und Senioren den Umgang mit Internet, PC und Han- dy beibrachten. Die Themen Migration/Integration und „Unterstützung von Menschen mit Behinderungen“ wa- ren mit jeweils drei Projekten vertreten. Sechs waren im Bereich Kultur/Bildung, zwei zur Stärkung der sozialen Kompetenzen angesiedelt. Das jes-Projekt „Senioren ans Netz Oberwaldschule – SANO“ hat sich an der Schule etabliert. Es wurde be- reits fünfmal durchgeführt und hat sich zum Selbstläu- fer entwickelt. Jedes Jahr fi nden sich neue Schülerinnen und Schüler, die sich hier engagieren möchten. Eine Besonderheit war das Projekt der Förderschüler aus der Kimmelmannschule, die Lehrerrollen übernahmen und für Seniorinnen und Senioren individuelle Internetschu- lungen durchführten. Ein anderes herausragendes Projekt war „Jugend und Politik“, bei dem Schülerinnen und Schüler einer Berufs- förderschule eine politische Bildungsreise nach Berlin unternahmen, um u. a. mit Bundestagsabgeordneten über Jugendarbeitslosigkeit zu sprechen. Sie gaben ihre Erfahrungen an Mitschülerinnen und -schüler weiter. Das Projekt war besonders schwierig, da die Kosten für Fahrt und Unterkunft nicht aus den Projektmitteln fi nan- ziert wurden. Die Teilnehmenden waren ohne eigenes Einkommen und erwirtschafteten die fehlenden Mittel selbst. Die Zertifkate können z. B. für Bewerbungsunterlagen verwendet werden. Für Unternehmen ist es häufi g ein wichtiges Einstellungskriterium, ob Bewerber ehrenamt- lich aktiv sind, da ihre soziale Intelligenz i. d. R. besser ausgebildet ist. Ein Teilnehmer wurde auf Grund seines Engagements bei einem jes-Projekt eingestellt. 7.3 Kosten Die Kosten der abgeschlossenen jes-Projekte seit der Übernahme der Projektförderung von der Baden-Würt- temberg-Stiftung gGmbH (2009 und 2010) lagen zwi- schen ca. 302,55 Euro (Dialog der Generationen SANO – Senioren ans Netz Oberwaldschule) und 2.504,91 Euro (Fit, aktiv und gesund durch’s Leben), insgesamt 5.750,10 Euro für fünf Projekte ohne Zertifi zierungsver- BERICHT VON 2001 - 2010 19 anstaltung. 44 Jugendliche – 31 Mädchen und 13 Jun- gen – engagierten sich insgesamt. 6 Jugendliche hatten Migrationshintergrund. Durchschnittlich entfi elen auf jeden Jugendlichen Kosten in Höhe von rund 131 Euro. 8. Kooperation mit den Bürgervereinen In den Karlsruher Stadtteilen engagieren sich 25 Bürger- vereine. Zusammengeschlossen in der Arbeitsgemein- schaft Karlsruher Bürgervereine e. V. (AKB) haben sie bei der Stadtentwicklung einen hohen Stellenwert. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zu den Bürgerinnen und Bürgern, zu gemeinnützigen und ehrenamtlichen Ver- einigungen im Stadtteil wie auch zu Gemeinderat und Verwaltung. Probleme von Bürgerinnen/Bürgern erfah- ren sie auf direktem Wege. Bürgervereine werden um- gekehrt von der Verwaltung über Planungen und Vor- haben informiert: Informationsveranstaltungen der Stadt Karlsruhe, zu der der Oberbürgermeister einlädt, fi nden regelmäßig statt und bieten eine gute Chance für einen Dialog mit der Verwaltungsspitze und Politikern. Auch die ständige Einladung in den Planungsausschuss ist von Seiten des Oberbürgermeisters garantiert. 8.1 Hintergrund Zur Intensivierung der Zusammenarbeit starteten im Jahr 2004 die Kooperationsgespräche zwischen den Bürger- vereinen und dem für das bürgerschaftliche Engage- ment zuständigen Bürgermeister. Bisher fanden sechs Kooperationsgespräche statt. Die Gespräche dienten vorwiegend dem Informationsaustausch zwischen den Bürgervereinen und der Stadtverwaltung und der Suche nach geeigneten Lösungen für einzelne Probleme. Am häufi gsten kam der Themenkomplex „Sauberkeit in der Stadt“ zur Sprache, wie z. B. Sperrmüll, Grünabfall, Alt- papiersammlung in Zusammenhang mit der Einführung der blauen Tonne. Weitere Themen waren Nordtangen- te und zweite Rheinbrücke, neue Verkehrswege, Fahr- radweg Kapellenstraße, Anwohnerparken u. a. Großes Interesse fand der Bereich Lärm in der Stadt bzw. Lärm- kartierung. Es wurden Anliegen in einzelnen Stadtteilen behandelt, wie z. B. die Versorgung mit Postdienstlei- stungen, die Aufhebung der Polizeiposten in einzelnen Stadtteilen oder die Stadtteilbibliothek in Mühlburg. Diskutiert wurden aber auch die allgemeinen Anliegen des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe wie z. B. die Unfall- und Haftpfl ichtversicherung für Ehren- amtliche, die Fortbildungsangebote für Engagierte und die Freiwilligenvermittlung. Einzelne Themen waren die Verpfl egung in Ganztagsschulen, Stadtgeburtstage und andere öffentliche Veranstaltungen, Alkoholausschank an Jugendliche, Konzessionsvergaben an Gaststätten und Leerstände in der Innenstadt. Zu den jeweiligen Themen wurden Vertretungen aus den betreffenden Ämtern hinzugezogen, die kompetent Auskunft gaben und bei komplexen Themen, wie z. B. bei Lärmkartierung oder Koordination des Straßenver- kehrs mit der Straßenbahn, ausführliche Präsentationen durchführten. 8.2 Maßnahmen Es wurde erreicht, dass den Bürgervereinen die Tagesord- nung des Planungsausschusses etwa acht Tage vor der Sitzung zugeht, so dass diese Stellung nehmen können. Ein weiteres konkretes Anliegen waren die Gebühren bei den Stadtteilfesten, die für alle Veranstaltungen im öf- fentlichen Raum erhoben werden müssen. Als Ausgleich dazu wurde der Zuschuss an die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e. V. ab dem Doppelhaushalt 2007/08 erhöht. Die Verwaltung und Verteilung des Zu- schusses wurde dem Vorsitzenden des AKB übertragen. Für die Stadtteilfeste stehen jährlich 10.000 Euro zur Ver- fügung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer am jes-Projekt: Kinder enga- gieren sich für Kinder mit Handicap, 2006 BERICHT VON 2001 - 2010 20 Weiterhin wurde 2008 geprüft, ob die dauerhafte In- stallation von Stromverteilerkästen in den Stadtteilen sinnvoll ist, in denen Bürgerfeste regelmäßig durchge- führt werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass der Her- stellungsaufwand mit einem Betrag zwischen ca. 7.200 Euro und 25.000 Euro sehr hoch und daher nicht wirt- schaftlich ist. In Zusammenarbeit mit dem AKB organisierte das Ak- tivbüro die Informations- und Diskussionsveranstaltung „Bürgervereine - wirksame Gestaltungsmöglichkeit oder politisches Placebo?“ am 23. November 2005, zu der ca. 200 Gäste kamen. Auf Anregung des Bürgervereins Rintheim e. V. im Koo- perationsgespräch am 23. März 2010 wurde außerdem eine Projektgruppe zur Neugestaltung der Gedenkfeier zum Volkstrauertag gebildet. Immer weniger Bürge- rinnen und Bürger besuchen die Veranstaltung, so dass ein neues Konzept erforderlich ist. Zunächst war das Anliegen nur auf den Stadtteil Rintheim ausgerichtet. Da aber auch andere Stadtteile Interesse daran hatten, wurde eine Konferenz einberufen, zu denen die Fried- hofspfl egerinnen und -pfl eger, die Bürgervereine, die Ortsverwaltungen und der Volksbund deutscher Kriegs- gräberfürsorge eingeladen wurden. Auf deren Anregung wurden die Erfahrungen und Vorschläge aus der Runde zu einem allgemeinen Konzeptvorschlag zusammenge- fasst, der als Hilfestellung für die weiteren Planungen zu Grunde gelegt werden kann. Nach dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürger- schaftlichen Engagements und weiterer Personen, sind die Mitglieder von Vereinen, die im Auftrag einer Kom- mune tätig sind, kostenlos unfallversichert. Die Bürger- vereine nahmen diese Möglichkeit bei der Durchführung ihrer Stadtteilfeste bisher 18-mal in Anspruch. 9. Meile des Engagements Die Meile des Engagements ist eine Veranstaltung für Vereine, Initiativen und Verbände in der Karlsruher In- nenstadt, bei der diese sich mit Informationsständen, Beiträgen zum Bühnenprogramm und mit Aktionen prä- sentieren können. Sie fi ndet an einem Samstag im Juni oder Juli im Abstand von ca. zwei Jahren statt. 9.1 Entstehung Die Präsentationsveranstaltung „Meile des Engage- ments“ basiert auf der Schlussveranstaltung der Kara- wane Bürgerland in der Hochschule für Gestaltung am 21. Juli 2002. Anlässlich des 50. Geburtstags des Landes Baden-Württemberg hatte die Stabsstelle Bürgerengage- ment und Freiwilligendienste des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden- Württemberg eine Veranstaltungsreihe in 50 Kommunen in Baden-Württemberg initiiert, um das bürgerschaft- liche Engagement zu präsentieren. Die Schlussveranstaltung fand am 21. Juli 2002 in der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe statt. Neben Dis- kussionsbeiträgen und kulturellen Darbietungen waren die Karlsruher Vereinigungen eingeladen, sich bei der „Messe der Freiwilligenarbeit“ mit Informationsständen zu präsentieren. Zur Vorbereitung wurden zwei Fortbil- dungen „Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen mit ein- fachsten Mitteln“ und „Wie gestalte ich Informations- stände effektiv und originell?“ angeboten. 76 Gruppen nahmen am Prototyp der Meile des Engagements teil. In der Nachbesprechung am 2. Oktober 2002 mit den Teilnehmenden wurde festgelegt, dass die Präsentati- onsmöglichkeit fortgesetzt werden und künftig auf dem Marktplatz stattfi nden soll. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die das Konzept entwickelte und für die Veran- staltung den Namen „Meile des Ehrenamts“ festlegte. Dieser wurde 2008 in „Meile des Engagements“ um- benannt, da sich nicht nur Ehrenamtliche, sondern auch engagierte Unternehmen beteiligten. Außerdem sollte es eine professionell gestaltete Broschüre geben, in der sich die Teilnehmenden vorstellen konnten. Ab dem Jahr 2006 erschien in der StadtZeitung eine Sonderseite, in der das Programm und die Teilnehmenden beschrieben waren. Die Fortbildung „Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen mit einfachsten Mitteln“ hatte sich als sehr effi zient erwiesen, so dass sie zur Vorbereitung der „Meile“ als Standard angeboten wurde. Die Meile des Engagements wurde einschließlich der Schlussveranstaltung Karawane Bürgerland insgesamt sechsmal in unterschiedlichen Va- rianten durchgeführt. 9.2 Entwicklung Am „Tag der verein(t)en Stadt - Meile des Ehrenamts“ am 28. Juni 2003 in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Lebendige Stadt“ nahmen 119 Vereinigungen teil. Das Bühnenprogramm mit Musik-, Tanz-, Theater- und Sport- vorführungen umfasste 8 Stunden. Es gab außerdem ein Preisrätsel. BERICHT VON 2001 - 2010 21 Die Präsentation der Teilnehmenden am Wettbewerb „Recht. So! Ehrenamt und Kulturstadt Hand in Hand“, der anlässlich der Bewerbung der Stadt Karlsruhe als Kulturhauptstadt 2010 ausgelobt wurde, fand im Rah- men einer Meile des Engagements statt. Am Wettbe- werb hatten sich 102 ehrenamtliche und gemeinnützige Vereinigungen, 11 Einzelpersonen und 7 engagierte Un- ternehmen beteiligt. 44 Wettbewerbsteilnehmer waren mit einem Informationsstand am 11. Juni 2005 auf dem Marktplatz präsent. Das Bühnenprogramm umfasste 8,5 Stunden. Die „Meile“ am 29. Juli 2006 war mit einer Freiwilli- genwoche vom 24. bis 28. Juli gekoppelt. Hierfür hat- ten Gerlinde Hämmerle, Regierungspräsidentin i. R. und Dr. Bernhard Beck, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Botschaftsfunktionen übernommen. Während der Freiwilligenwoche stellten 42 Vereinigungen, darunter 7 ethnische Gruppen, insgesamt 111 Engagementmög- lichkeiten vor. An der „Meile“ beteiligten sich 100 Verei- nigungen. Das Bühnenprogramm umfasste 13 Stunden. Eine Ausweitung und eine zweite Bühne auf dem Kirch- platz St. Stephan waren erforderlich. Am 7. Dezember 2006 lud die EnBW die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Dankeschön-Veranstaltung ein, an der ca. 200 Personen teilnahmen. Die größte Meile des Engagements fand am 5. Juli 2008 mit 160 Vereinigungen und einem 13-stündigen Bühnen- programm statt. Neu war dabei ein Aktionsprogramm mit 11 Angeboten, das sich insbesondere an Kinder sowie an Seniorinnen und Senioren richtete. Darunter waren beispielsweise ein Malwettbewerb, Erste Hilfe für Kuscheltiere oder naturwissenschaftliche Experimente. Die letzte Veranstaltung am 17. Juli 2010 stand anläss- lich der Partnerschaft der Stadt Karlsruhe mit dem Kin- derhilfswerk UNICEF im Jahr 2010 unter dem Motto Kin- derfreundlichkeit. Es beteiligten sich 110 Vereinigungen, darunter 13 mit ethnischem Bezug. Das Programm auf zwei Bühnen umfasste 12 Stunden. Die Beiträge zum Aktionsprogramm stiegen auf 27. Bis zur Fertigstellung des Marktplatzes (Grund: Kombi- lösung-Bau) wird keine Meile des Engagements stattfi n- den. Stattdessen werden alternative Möglichkeiten für die Präsentation des bürgerschaftlichen Engagements entwickelt. 9.3 Kosten Die Gesamtkosten für eine Meile des Engagements lie- gen bei ca. 15.000 Euro. Der Betrag beinhaltet die Miete für zwei Bühnen, das Honorar für die Bühnenmoderati- on, GEMA-Gebühren, Druckkosten für Flyer und Plakate, die Sonderseite in der StadtZeitung, Aufwandsentschä- digungen für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Getränke für die Teilnehmenden am Bühnenprogramm, Bereitstellung der Stromverteiler und Strom, die Bele- gungsgebühr für die City-Light-Säulen u. a. Mitwirkende an der Schlussveranstaltung der Karawane Bürger- land, 2002 Hinter dem Rednerpult: Erster Bürgermeister Siegfried König, links Dr. Konrad Hummel, damaliger Leiter der Geschäftstelle Bürgerengagement und Seniorengenossenschaften des Landes Baden-Württemberg Bürgermeister Wolfram Jäger eröffnet die Meile des Engage- ments für Kinderfreundlichkeit 2010, im Hintergrund: Euro- pafanfare e. V. Messe der Freiwilligenarbeit bei der Schlussveranstaltung der Karawane Bürgerland, aus der die Meile des Engagements ent- wickelt wurde BERICHT VON 2001 - 2010 22 10. Weitere Veranstaltungen, Wettbe- werbe und Projekte Auf dem Arbeitsprogramm des Aktivbüros standen auch thematische Veranstaltungen, Wettbewerbe und Pro- jekte, die im Folgenden chronologisch aufgeführt sind. Auf die detaillierte Berichterstattung in den Jahresberich- ten des Aktivbüros wird verwiesen. 10.1 Eigene Veranstaltungen 11. Juni 2001: Tag der offenen Tür zur Eröffnung des Aktivbüros am Rondellplatz mit ca. 250 Besucherinnen und Besu- chern 27. Oktober 2001: Fest der Freiwilligen in der Europahalle im Rahmen des internationalen Jahrs der Freiwilligenarbeit mit ca. 800 Gästen 13. Februar 2003: Tag der offenen Tür nach dem Umzug des Aktivbüros ins Rathaus am Marktplatz 12. bis 14. November 2003: Aktion „Spenden Sie Zeit zu Weihnachten“, bei der 68 Freiwillige gewonnen wurden und an dem sich acht Vereinigungen beteiligten 23. Januar 2003: Podiumsgespräch über den Schlussbericht der En- quetekommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ des deutschen Bundestags mit 300 Gästen 25. September 2004: Freiwilligentag im Rahmen der bundesweiten Woche des Engagements vom 25. September bis 2. Oktober 2004 des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Enga- gement mit 11 teilnehmenden Vereinigungen und 80 Interessenten 19. Oktober 2004: Podiumsgespräch „Welche Bedeutung hat bürger- schaftliches Engagement in der Kultur?“ 23. November 2005: Podiumsgespräch „Bürgervereine – wirksame Gestal- tungsmöglichkeit oder politisches Placebo?“ 19. Juni 2007: Informations- und Diskussionsveranstaltung „Glo- baler Klimawandel - eine lokale Herausforderung“ in Zusammenarbeit mit der Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet BUZO e. V. und dem Um- welt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe mit 150 Gästen und 10 Informationsständen von Umwelt- schutz-Organisationen 14. September 2007: Prämierung der Teilnehmenden am Wettbewerb „Um- welt schützen - Zukunft sichern“, den das Aktivbüro in Zusammenarbeit mit der Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet BUZO e. V. und dem Um- welt- und Arbeitsschutz durchführte 19. April 2008: Bundesweiter Aktionstag in der Nordstadt im Rahmen der ARD-Themenwoche zum demografi schen Wandel in Form einer Diskussionsveranstaltung und einem Stadtteilrundgang 27. Oktober 2009: Dankeschön-Veranstaltung für Bürgermentoren: Be- such des Bundesverfassungsgerichts 10.2 Kooperationsveranstaltungen 30. Juni 2001: Straßenbahnfahrt der Freiwilligen unter dem Motto „Begegnen und bewegen - ich bin dabei“ in Zusam- menarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Karlsruhe e. V. 10. September 2002: Fachtagung „Braucht Selbsthilfe im Stadt- und Land- kreis Karlsruhe Hilfe?“ in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Regionalen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 4. April 2003: Teilnahme am Tag der offenen Tür im Rathaus am Marktplatz 12. Juli 2004: Workshop „Aktiv für Europa - Ideen für Bürgerbegeg- nungen zwischen Nancy und Karlsruhe“ in Zusam- menarbeit mit dem Hauptamt der Stadt Karlsruhe und dem Europäischen Referenzzentrum 16. März 2005: Regionaltag „Chancen und Möglichkeiten des Lan- desnetzwerks – Vernetzung der Initiativen“ der Ar- beitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement e. V. (Zusammenschluss von bürgerschaftlich engagier- ten Gruppierungen in Baden-Württemberg) im Rat- haus am Marktplatz 27. Juni 2005: 1. Südwestdeutsches Fundraising Forum Bad Herren- alb für Vereine, Verbände, Gemeinden u. a., Mitveran- stalter in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie Baden und der Fundrai- sing Akademie 20. März 2006, Werkstattgespräch des StädteNetzWerks Baden- Württemberg zum Thema „Bürgerschaftliches Enga- gement in der Schule“ im Rathaus am Marktplatz BERICHT VON 2001 - 2010 23 20. April 2006: Teilnahme am Tag der offenen Tür im Rathaus am Marktplatz 10. Juli 2006: 2. Südwestdeutsches Fundraisingforum in Bad Herren- alb für Vereine, Verbände, Gemeinden u. a., Mitveran- stalter in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie Baden und der Fundrai- sing Akademie 15. Juli 2004: Fachtagung des StädteNetzWerks bürgerschaftliches Engagement zum Thema „Anlaufstellen für bürger- schaftliches Engagement“, Mitveranstalter in Zu- sammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evange- lischen Akademie Baden und der Fundraising Akade- mie 25. Juni 2007: 3. Südwestdeutsches Fundraisingforum in Bad Herren- alb für Vereine, Verbände, Gemeinden u. a., Mitveran- stalter in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie Baden und der Fundrai- sing Akademie 16. April 2008: Fachtagung des Paritätischen Bildungswerks Baden- Württemberg zum Thema „Jugend engagiert sich - bei uns vor Ort!“ im Ständehaus 16. Juni 2008: 4. Südwestdeutsches Fundraisingforum in Bad Herren- alb für Vereine, Verbände, Gemeinden u. a., Mitveran- stalter in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie Baden und der Fundrai- sing Akademie 17. März 2009: Fachtag „Öffentlichkeitsarbeit für die Arbeit Vorort“ der Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engage- ment e. V. im Rathaus am Marktplatz 8. Juni 2009: 5. Südwestdeutsches Fundraisingforum in Bad Herren- alb für Vereine, Verbände, Gemeinden u. a., Mitveran- stalter in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie Baden und der Fundrai- sing Akademie 5. November 2009: Fachveranstaltung zum Freiwilligendienst aller Genera- tionen des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg 10.3 Eigene Wettbewerbe In Zusammenarbeit mit der Behinderten- und Psychia- triekoordination der Sozial- und Jugendbehörde führte das Aktivbüro im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen im Jahr 2003 den Wett- bewerb „Gemeinsam über Barrieren“ mit 28 Teilneh- menden durch. Die Preisverleihung durch Oberbürger- meister Heinz Fenrich fand am 4. Dezember 2003 im Rahmen der Schlussveranstaltung zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen im Jubez statt. Anlässlich der Bewerbung der Stadt Karlsruhe als Kultur- hauptstadt 2010 wurde im Jahr 2005 der Wettbewerb „Recht. So! Ehrenamt und Kulturstadt Hand in Hand“ mit 120 Teilnehmenden ausgelobt. Im Rahmen einer Meile des Engagements am 11. Juni 2005 zeichneten der damalige Erste Bürgermeister Siegfried König, die damalige Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle und Dr. Bernhard Beck, Mitglied des Vorstands der EnBW En- ergie Baden-Württemberg AG, die Preisträger aus. Im Jahr 2007 fand der Wettbewerb „Umwelt schützen - Zukunft sichern“ mit 37 Teilnehmenden statt, den das Aktivbüro in Kooperation mit dem Umwelt- und Arbeits- schutz sowie der Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet (BUZO) durchführte. Am 14. September 2007 prämierten Siegfried König und Gerlinde Hämmer- le im Bürgersaal des Rathauses am Marktplatz die Preis- trägerinnen und Preisträger. Bei allen Wettbewerben konnten sich gemeinnützige und ehrenamtliche Vereinigungen, Einzelpersonen und engagierte Unternehmen bewerben. 10.4 Projekt: Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements Hierzu wurde gesondert in der Sitzung des Hauptaus- schusses am 4. Mai 2010 berichtet (Vorlage Nr. 84). Des- halb wird dieses Projekt nur kurz umrissen. In seiner neunten Sitzung am 10. Januar 2007 beschloss das Forum Ehrenamt die Umsetzung des Projekts zur In- terkulturellen Öffnung des bürgerschaftlichen Engage- ments. Das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg för- derte es als kommunalen Entwicklungsbaustein mit 2.500 Euro. Dazu wurde eine Projektgruppe gebildet, an der das Internationale Begegnungszentrum, das Büro für Inte- gration, die Bürger-Gesellschaft Südstadt e. V., Bürger- mentorinnen, der Mentorentrainer, Vertreterinnen und Vertreter von Migrantengruppen sowie der Fachberater des StädteNetzWerks des Städtetags Baden-Württem- BERICHT VON 2001 - 2010 24 berg eingebunden waren. Am 14. Mai 2007 fand eine Fachtagung statt, um die Frage der Integration aus der Sicht von Menschen mit Migrationshintergrund zu be- leuchten. Im zweiten Schritt wurde eine Bestandsauf- nahme über spezifi sche Engagements in den Vereinen, Initiativen und Verbänden sowie deren Unterstützungs- bedarf durchgeführt. Am 6. März 2006 wurden in einem Workshop mit ca. 80 Teilnehmenden konkrete Maßnah- men zur Integration entwickelt und gute Praxisbeispiele vorgestellt. Umgesetzt wurden bisher die Durchführung eines Bür- germentorenkurses mit dem Schwerpunkt Integration, ein dreitägiger Rhetorikkurs für Migrantinnen, sechs Fortbildungsangebote für Lesepatinnen und Lesepaten zum Thema interkulturelle Kompetenz (2009 und 2010), vier Seminare hierzu im allgemeinen Fortbildungspro- gramm für Ehrenamtliche (2010) und ein jes-Projekt. Über ehrenamtliches Engagement im Bereich Migration/ Integration wurde in der StadtZeitung im Rahmen der Interviewserie „ich habe Zeit für andere“ dreimal Bericht erstattet. Die Qualifi zierungsmaßnahmen werden weitergeführt. In Vorbereitung ist eine weitere Ausbildung von Bürger- mentorinnen und -mentoren mit diesem Schwerpunkt in Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration, dem Seniorenbüro, dem Kinderbüro und dem Bündnis für Familie. Weiterhin ist in Vorbereitung die Bildung von deutschsprachigen und ethnischen Lesepatentandems auf Anregung der Botschafterin für Lesepatenschaften, Elisabeth Jäger, um die Zweisprachigkeit der Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern. 10.5 Projekt: Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte Im Rahmen des EU-Projekts „Quality Ageing in Urban Environment (Q-Ageing)“, an dem das Zentrum für zi- vilgesellschaftliche Entwicklung (zze), Freiburg, mit der Stadt Karlsruhe als Kooperationspartner und mit orga- nisatorischer Unterstützung des Aktivbüros teilnimmt, fand am 16. Oktober 2010 im Stadtteil Mühlburg ein so genannter „Marktplatz der guten Geschäfte“ nach dem Konzept der Bertelsmann Stiftung statt. Am EU-Projekt von Dezember 2008 bis Dezember 2011 beteiligen sich neun Städte aus Ungarn, Slowenien, Italien, Polen und Deutschland. Ziele des Projekts sind, die Beteiligung älterer Menschen bei gemeinnützigen Aktivitäten und auf dem Arbeitsmarkt zu stärken, neue Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen, Angebote und Dienstleistungen im Wohlfahrtsbereich zu entwickeln und insgesamt ihre Lebensqualität zu verbessern. Die 13 Mitglieder des Projektbeirats waren aus Karlsruhe das Aktivbüro, das Seniorenbüro, der Stadtseniorenrat, die Stadtmarketing GmbH, die Karlshochschule und der Deutsche Gewerkschaftsbund, von außerhalb drei Un- ternehmen und vier Stadtverwaltungen bzw. Landkreise. Auf Vorschlag des Projektbeirats konzentrierten sich die Aktivitäten auf den Stadtteil Mühlburg, in dem das Amt für Stadtentwicklung einen Stadtteilentwicklungsprozess durchführte. Das zze führte u. a. Gesprächsrunden mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern durch, erstellte eine Sozialraumanalyse, initiierte einen Fotowettbewerb zum Thema „älter werden“ und arbeitete eng mit den Mühl- burger Vereinen zusammen. Bei der Marktplatzmethode treffen sich Unternehmen und gemeinnützige Vereinigungen für einen Zeitraum von ca. zwei Stunden, um „gute Geschäfte“ abzuschlie- ßen, die alles außer Geldzahlungen beinhalten dürfen. Ziel ist es, dass Wirtschaftsunternehmungen und Non- Profi t-Organisationen Partnerschaften schließen. Ähnlich einer Handelsbörse werden schriftliche Vereinbarungen getroffen. Ein Makler unterstützt die Handelnden beim Anbahnen der Geschäfte. Die Marktplatz-Methode wur- de in Baden-Württemberg bereits erfolgreich u. a. in Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Rottenburg und Stutensee durchgeführt. Am Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte im Kul- turzentrum Tempel unter der Schirmherrschaft von Bür- germeister Wolfram Jäger nahmen neun gemeinnützige Einrichtungen und elf Unternehmen teil. Es wurden zehn Vereinbarungen getroffen. Zur Vorbereitung fanden für die Teilnehmenden vor dem eigentlichen Handelstag Seminare statt, um sie mit der Marktplatz-Methode ver- traut zu machen. Die anfängliche Skepsis gegenüber der Veranstaltung wich einer Begeisterung. Die Beteiligten wünschten sich eine Wiederholung in Mühlburg bzw. auch in anderen Stadtteilen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeichnete als Projekt Q-Ageing des zze als Leuchtturm- projekt aus. Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 25 10.6 Projekt Stolpersteine Auf Initiative einer Bürgerin startete im Jahr 2005 das Projekt „Stolpersteine“ in Zusammenarbeit mit dem Hauptamt und dem Kulturamt. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um aus Beton gegossene Gehwegsteine, die mit einer Messingtafel versehen sind. Auf dieser ste- hen die Namen und Lebensdaten der in der Zeit des Na- tionalsozialismus verfolgten und ermordeten Personen eingraviert. Die Idee des Künstlers Gunter Demnig wurde bereits in vielen deutschen Städten umgesetzt. Das Aktivbüro fungierte in der Anfangsphase als erster Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, die einen Stolperstein setzen lassen wollten. Seither wurden 143 Stolpersteine gesetzt 11. Formelle Verfahren zur Anerkennung von Engagement Allgemein gelten als Elemente einer Anerkennungskultur das Angebot kostengünstiger Fortbildungen, die Beteili- gung bei relevanten Entscheidungen, fach liche Bera tung und Beglei tung, Absi che rung von Kosten und Risiken, Freiräume, in denen Enga gierte ihre Fähigkeiten und Talente, Neigungen und Stärken zur Entfal tung bringen können, Dankeschön-Veranstaltungen, Veröffentlichung in den Medien u. ä. Nach dem 3. Freiwilligensurvey 2009 des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sonderauswertung für Baden-Württemberg des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung, wün- schen sich 43 % der Engagierten eine Anerkennung ihres freiwilligen Einsatzes. Die Einführung einer Ehrenamtskarte oder Freiwilligen- passes hatte das Forum Ehrenamt abgelehnt, da diese eine Ungleichbehandlung der Mitglieder einer Gruppe bedeutet hätte und der Verwaltungsaufwand dafür sehr hoch ist. Neben den genannten Anerkennungsmöglichkeiten gibt es in Karlsruhe auch formelle Verfahren in Form von Zer- tifi katen über ein ehrenamtliches Engagement, das der Oberbürgermeister unterzeichnet, die durch Richtlinien geregelt sind. 11.1 Zertifi kate für bürgerschaftliches Enga- gement Das Zertifi kat für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organisationen im Stadtkreis Karlsruhe wurde im Jahr 2003 eingeführt. Es kann für ein Enga- gement in einer oder mehreren Vereinigungen ab zwei Jahren oder für ein besonders herausragendes Projekt ausgestellt werden. Ab 10 Jahre Engagementdauer un- terzeichnet der Oberbürgermeister persönlich. Von 2003 bis 2010 erhielten 54 Engagierte die Auszeich- nung, davon 32 Männer und 22 Frauen. 13 Personen hatten Migrationshintergrund. 19 waren Jugendliche. 15 Schülerinnen und Schüler hatten sich in einem Projekt für die Karlsruher Tafel engagiert. Bürgermeister Wolf- ram Jäger zertifi zierte sie dafür im Rahmen einer Eh- rungsveranstaltung im Rathaus am Marktplatz. In der Regel wünschen die Vorsitzenden von Vereinen und Initiativen für ihre langjährig engagierten Mitglieder die Zertifi kate, die sie bei Jubiläumsveranstaltungen übergeben. Oft sind es Ehrenamtliche, die bereits das Bundesverdienstkreuz oder die Landesehrennadel er- halten hatten. Die Engagementdauer der Geehrten er- streckt sich von 4 bis 58 Jahre. 11.2 Zertifi kate für unternehmerisches bür- gerschaftliches Engagement Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg führte das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung Freiburg 2005 die Studie „Unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement in Baden-Württemberg“ durch. Sie ergab, dass 85 % der Unternehmen im Land sich gemeinnützig engagieren und zwar in Form von Geldspenden (86 %), Sachspenden, Schenkungen (61 %), Bereitstellung von betrieblicher Infrastruktur (z. B. Werkstätten, Computer, 47 %), Sponsoring (45 %), durch den Einsatz von Be- schäftigten (43 %) und durch logistische bzw. fachliche Unterstützung (z. B. Maschinen, Beratung, 42 %). Die Unternehmerinnen und Unternehmer möchten in er- ster Linie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich persönlich einsetzen (78 %). Die Absicht, durch ein Engagement sich Wettbewerbsvorteile zu verschaf- fen, spielt hingegen keine nennenswerte Rolle. D. h.: Engagierte Unternehmen verhalten sich ähnlich wie Bür- gerinnen und Bürger, die sich in geeigneter Form unent- geltlich in die soziale Gemeinschaft einbringen wollen. BERICHT VON 2001 - 2010 26 Das unternehmerische bürgerschaftliche Engagement (Corporate Citizenship) trägt wesentlich zur Lösung ge- sellschaftlicher Probleme bei und ist unverzichtbar. Um dies formell anzuerkennen und Unternehmen zu einem Engagement zu motivieren, wurden in Anlehnung an die Zertifi zierung des bürgerschaftlichen Engagements Richtlinien für die Anerkennung entwickelt. Zertifi ziert werden Unternehmen, die betriebliche Infra- struktur, logistische bzw. fachliche Unterstützung zur Verfügung stellen oder Beschäftigte für gemeinnützige Zwecke einsetzen. Reine Geld- und Sachspenden wer- den nicht zertifi ziert. Im Jahr 2009 wurde das Forum Ehrenamt um die Sparte „bürgerschaftlich engagierte Unternehmen“ erweitert. Unternehmen stellen ihre Engagements in der Regel selbst nicht öffentlich dar. Deshalb fanden bisher drei Zertifi zierungsveranstaltungen im Rathaus am Markt- platz statt, bei denen der zuständige Bürgermeister bis- her 16 Unternehmen unterschiedlicher Betriebsgröße und Unternehmensverbände ehrte. Bürgermeister Wolfram Jäger zertifi ziert die Schrei ner- Innung Karlsruhe, die S & G Automobil AG, die Deutsche Homöopathie GmbH & Co. KG und Nelly’s Futter kiste für deren unternehmerisches bürgerschaftliches Enga- gement. 12. Öffentlichkeitsarbeit 12.1 Interviewserie „ich habe Zeit für ande- re“ in der StadtZeitung Um Freiwillige zu gewinnen, werden Engagementmög- lichkeiten bei gemeinnützigen und ehrenamtlichen Ver- einigungen in der StadtZeitung dargestellt. Dazu werden Ehrenamtliche über ihre Tätigkeit interviewt. Die Ver- öffentlichungen bewirken, dass sich Interessenten im Aktivbüro oder bei der Vereinigung, die die freiwillige Tätigkeit anbietet, melden. Bisher wurden 26 Interviews geführt und veröffentlicht, wie z. B. Betreuung bei Kin- der- und Jugendfreizeiten, Bewährungshilfe, Assistenten bei Rettungsdiensten, Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderungen, Lesepatenschaft, Tierschutz, Haus- aufgabenbetreuung, Sprachunterricht für Asylbewerber oder Seniorenbesuchsdienst. Presseaufrufe, um für spe- zielle Aufgaben Ehrenamtliche zu gewinnen, haben sich als sehr erfolgreich erwiesen. 12.2 Informationsbroschüren Im Oktober 2009 erschien die Broschüre zur Unfall- und Haftpfl ichtversicherung für ehrenamtlich Engagierte, die in Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften, dem Ecclesia-Versicherungsdienst, dem Landesverband der Schulfördervereine und der Unfallkasse Baden- Württemberg erstellt wurde. Sie gibt einen Überblick über die Versicherungsmöglichkeiten für Vereine und Initiativen, die i. d. R. für die Versicherten kostenlos oder nur mit geringfügigen Kosten verbunden sind. In Zusammenarbeit mit den Karlsruher Finanzämtern er- stellte das Aktivbüro im Jahr 2008 die Broschüre zum Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen En- gagements, das rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft trat. Es beinhaltet Änderungen anderer Gesetze und Ver- ordnungen wie z. B. das Einkommensteuergesetz, das Körperschaftssteuergesetz, das Gewerbesteuergesetz, die Abgabenordnung und das Umsatzsteuergesetz. Die Broschüre stellte die neuen Regelungen verständlich dar und wurde im Jahr 2009 aktualisiert. Die Broschüre „Wege zum bürgerschaftlichen Engage- ment“, die im Jahr 2006 erschien, beschrieb Möglich- keiten für freiwillige Tätigkeiten. Sie wurde im Jahr 2008 noch einmal aufgelegt und wird im Jahr 2011 aktuali- siert. Für spezielle Engagementangebote gibt es nach Bedarf zweiseitige Flyer, wie z. B. Lesepatenschaften, Se- niorenbesuchsdienst und Freizeithelfer/innen. Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 27 Im Jahr 2003 wurde der „Wegweiser für die Freiwilligen- arbeit“ aufgelegt, in dem wichtige Kontakte insbeson- dere für Vereine und Initiativen dargestellt wurden. Auf eine weitere Aufl age konnte auf Grund der zunehmend besseren Möglichkeiten im Internet verzichtet werden. 12.3 Internet Auf der Internetseite des Aktivbüros besteht ein umfang- reiches Informationsangebot zu den Themen „Recht und Gesetz“, „Unfall- und Haftpfl ichtversicherung“, „För- dermittel“, „Für junge Leute“ und „Verschiedenes“. Darin sind z. B. Informationen zu Vereinsgründungen, Urteile, Gesetzesänderungen, Spendenportale, Informa- tionen zu Freiwilligendiensten etc. Es informiert in der Rubrik „Bürgerengagement“ über die Karlsruher jes-Projekte, über Lesepatenschaften, Bür- germentorat und Unternehmenszertifi zierungen. In der Rubrik „Wettbewerbe“ sind die kommunalen, regionalen, bundesweiten und europäischen Ausschrei- bungen zu fi nden. Weiterhin sind die Fortbildungsange- bote veröffentlicht. Über die Arbeit des Forums Ehrenamt wird berichtet. Auf dem Portal fi ndet man die ständigen Dienstleistungen des Aktivbüros, wie z. B. Freiwilligen- agentur, Fortbildungen und Raumangebote sowie ak- tuelle Meldungen. Die Entwicklung des Aktivbüros ist unter „Was bisher geschah“ chronologisch dargestellt. 13. Sonstige Aufgaben 13.1 Beratung und Kontaktvermittlung Neben der Freiwilligenvermittlung und dem Fortbildungs- angebot erbringt das Aktivbüro grundlegende Bera- tungsleistungen zu folgenden Themen: • Vereinsgründung und -aufl ösung sowie Bereitstellung einschlägiger Informationsmaterialien, • Unfall- und Haftpfl ichtversicherung, • Sponsorengewinnung, • Planung von Jubiläumsveranstaltungen, • Öffentlichkeits- und Pressearbeit, • Gewinnung von Kooperationspartnern, • Vereinsarbeit allgemein. Das Aktivbüro fungiert als Vermittlungsstelle an andere Fachstellen wie Finanzbehörden, Wohlfahrtsorganisati- onen, Stiftungen, Ordnungs- und Bürgeramt und ande- re städtische Ämter. Es stellt eine Liste mit anmietbaren Räumen für Vereinsveranstaltungen zur Verfügung, die häufi g auch für private Feiern abgerufen wird. Das Ak- tivbüro unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit gemeinnüt- ziger und ehrenamtlicher Vereinigungen, indem es deren Informationsmaterial auslegt, an andere Dienststellen der Stadt Karlsruhe weiterleitet und in Einzelfällen als Beilage zum normalen Postversand an andere Vereini- gungen versendet. 13.2 Unfallversicherung für Ehrenamtliche Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung des un- fallversicherungsrechtlichen Schutzes bürgerschaftlich Engagierter und weiterer Personen zum 1. Januar 2005 sind Vereine, die ehrenamtlich Aktivitäten im Auftrag oder mit Genehmigung der Kommune durchführen, gesetzlich unfallversichert. Die Genehmigung bzw. der Auftrag muss vor Beginn der Maßnahme gegeben sein. Damit die Vereine diese Genehmigung rechtzeitig und mit geringem Aufwand erhalten, entwickelte das Aktiv- büro in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Juristischen Dienst ein einfaches Verfahren, mit dem die Genehmi- gung einer ehrenamtlichen Tätigkeit beantragt werden kann. Bisher wurden 28 Anträge gestellt, davon 18 von Bürgervereinen. Es handelt sich dabei z. B. um Stadtteil- feste, Stadtteilputzeten und andere öffentliche Veran- staltungen, die für das öffentliche Leben sinnvoll sind. Die Unfallversicherung ist für die Stadt Karlsruhe und für die Ehrenamtlichen kostenfrei. Eine Meldung an die Un- fallkasse ist erst erforderlich, wenn tatsächlich ein Unfall geschehen ist. Der Versicherungsschutz für die engagier- ten Karlsruher Bürgerinnen und Bürger, die im Auftrag oder mit Genehmigung der Stadt Karlsruhe tätig sind, ist somit ohne nennenswerten Aufwand gegeben. 13.3 Unterstützung des Oststadt-Forums Das Stadtteilbüro Oststadt wurde im Rahmen des Stadt- teilentwicklungsprozesses von 2001 bis 2003 in der Lachnerstr. 9 eingerichtet. Zum 31. Dezember 2009 en- dete die Finanzierung des Büros aus den Projektmitteln Soziale Stadt. Das Stadtplanungsamt gab die Begleitung zum 1. Januar 2009 an das Aktivbüro ab. Für die Aktivitäten der Vereine und Initiativen, die das Oststadtbüro nutzen - das Oststadt-Forum -, mussten neue Räume gefunden, die Finanzierung und die Ko- stenträgerschaft gesichert werden. Das Aktivbüro be- gleitete diesen Prozess durch Beratung und Übernahme BERICHT VON 2001 - 2010 28 formeller Angelegenheiten, die Vereine und Initiativen wegen der fehlenden Rechtsfähigkeit nicht selbst erledi- gen konnten. Es übernahm z. B. die GEMA-Anmeldung für das Kinderfest am 7. Mai 2009, stellte Büromaterial zur Verfügung und kümmerte sich um technische Pro- bleme in der Einrichtung. Es war notwendig entweder einen neuen eingetragenen Verein zu gründen oder eine juristische Person zu fi nden, die die Trägerschaft übernimmt. Die Beteiligten entschie- den sich gegen die Vereinsgründung. Der Bürgerverein Oststadt e. V. übernahm die Trägerschaft für die neuen Räume, die in der Gottesauer Str. 3 zum 1. Dezember 2009 angemietet wurden. Die Kosten trägt die Stadt Karlsruhe. 17 Vereine und Initiativen nutzen die Einrich- tung. Sie arbeiten mit Behörden, wie z. B. die sozialen Dienste der Stadt Karlsruhe, dem Polizeirevier Oststadt sowie mit Kindergärten, Schulen und kirchlichen Einrich- tungen im Stadtteil zusammen. 13.4 Unterstützung bei Wettbewerben Das Aktivbüro unterstützt außerdem die anderen kom- munalen Wettbewerbe „Mensch, gut gemacht!“, den Integrationspreis „Miteinander Leben, vom Fremden zum Freund“, den Kinderfreundlichkeitspreis des Kin- derbüros sowie den Heinz-Kappes-Preis des Rotary Clubs Karlsruhe, indem es Engagierte vorschlägt. Auf Wunsch erhalten die Interessenten an Wettbewerben wie z. B. „Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg“ u nd „Kommunale Bürgeraktion“ des Landes Baden- Württemberg oder des bundesweiten Wettbewerbs „für mich. für uns. für alle“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Unterstützung bei den Bewerbungen. Die Oberreuther Lesemäuse gewannen beim Wettbe- werb „Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg“ 2007. In der Mitte: Dr. Bernhard Beck, Mitglied im Vor- stand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, die den Wettbewerb unterstützt. Erste Bürgermeisterin Margret Mergen prämiert die Preisträgerinnen und Preisträger des Jugendwettbe- werbs „Heinz-Kappes-Preis“ des Rotary Clubs Karlsruhe e. V., 2006. Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte 2010 Preisträger „Heinz-Kappes-Preis“ Mühlburger Marktplatz der guten Geschäfte 2010 Wettbewerb „Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg“ BERICHT VON 2001 - 2010 29 14. Ausblick Für das Jahr 2011 werden die regelmäßigen Aufgaben wie Freiwilligenvermittlung, Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche, Lesepatenprogramm, jes-Projekte etc. fortgeführt. Darüber hinaus sind folgende Aktivitäten vorgesehen: Auf Beschluss des Forums Ehrenamt vom 6. April 2011 wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich in Zusam- menarbeit mit dem Landesbüro Ehrenamt des Ministeri- ums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg mit dem Thema bürokratische Hemmnisse im Ehrenamt befasst. Ziel ist es, rechtliche Gegebenheiten zu erfas- sen, die sich hemmend auf das bürgerschaftliche Enga- gement auswirken. Die Ergebnisse werden zur weiteren Bearbeitung an das Landesbüro Ehrenamt weitergeleitet. Von dieser Stelle aus konnten bereits einige Entlastungen initiiert werden. In Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration, dem Kinderbüro, dem Seniorenbüro, dem Bündnis für Familie und dem Paritätischen Bildungswerk Baden-Württem- berg , wird ein spezielles Mentorenausbildungs-Konzept erstellt, um engagierte Bürgerinnen und Bürger als Initia- toren interkultureller Maßnahmen zu qualifi zieren. Auf Anregung der Botschafterin für Lesepatenschaften, Frau Elisabeth Jäger, werden an noch nicht bestimmten Kindertagesstätten bzw. Kindergärten als Modellprojekt interkulturelle Lesepatentandems initiiert. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt wird ein Kon- zept zur Übernahme von Kulturpatenschaften für Kinder entwickelt, um deren kulturelle Bildung zu fördern. Ein Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe möchte sich dabei engagieren. In einer Befragung unter den gemeinnützigen und eh- renamtlichen Vereinigungen werden die Bedarfe nach Fortbildungsangeboten erfasst, auf deren Grundlage das Fortbildungsprogramm 2012 entwickelt wird. Die Teilnehmenden an den bisherigen Meilen des Enga- gements werden eingeladen, um das bestehende Kon- zept weiterzuentwickeln. Da der Marktplatz auf Grund der Baumaßnahmen vorerst nicht zur Verfügung steht, sollen auch Alternativen dazu erörtert werden. Der „Marktplatz der guten Geschäfte“, der im Rahmen des EU-Projekts Q-Ageing im Stadtteil Mühlburg sehr gut an- genommen wurde, kann im Jahr 2012 als Alternative zur Meile des Engagements durchgeführt werden. Das Aktivbüro übernimmt in Zusammenarbeit mit der Europa-Union e. V. die Organisation des Europafestes auf dem Marktplatz 2014 in den Europawahljahren. BERICHT VON 2001 - 2010 30 Anlage: Pressespiegel Badische Neueste Nachrichten, 28. Mai 2001 BERICHT VON 2001 - 2010 31 Badische Neueste Nachrichten, 12. Juni 2001 BERICHT VON 2001 - 2010 32 StadtZeitung, 14. Dezember 2001 BERICHT VON 2001 - 2010 33 Wochenblatt, 24. Juli 2002 BERICHT VON 2001 - 2010 34 Badische Neueste Nachrichten, 14. Februar 2003 BERICHT VON 2001 - 2010 35 Badische Neueste Nachrichten, 6./7. Dezember 2003 BERICHT VON 2001 - 2010 36 StadtZeitung, 22. Oktober 2004 BERICHT VON 2001 - 2010 37 StadtZeitung, 22. Oktober 2004 BERICHT VON 2001 - 2010 38 StadtZeitung, 25. Februar 2005 BERICHT VON 2001 - 2010 39 StadtZeitung, 2. September 2005 BERICHT VON 2001 - 2010 40 Badische Neueste Nachrichten, 7. Dezember 2006 BERICHT VON 2001 - 2010 41 Badische Neueste Nachrichten, 27. Juni 2007 BERICHT VON 2001 - 2010 42 StadtZeitung, 11. Juli 2008 BERICHT VON 2001 - 2010 43 StadtZeitung, 7. November 2008 BERICHT VON 2001 - 2010 44 StadtZeitung, 10. Juli 2009 BERICHT VON 2001 - 2010 45 Badische Neueste Nachrichten, 22. Januar 2010 BERICHT VON 2001 - 2010 46 Badische Neueste Nachrichten, 7. Mai 2010