Leitlinien "Gesund aufwachsen in Karlsruhe"

Vorlage: 27352
Art: Beschlussvorlage
Datum: 14.06.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Jugendhilfeausschuss

    Datum: 08.06.2011

    TOP: 9

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • JHA und SozA 08.06.2011 TOP 11 Leitlinien Gesund aufwachsen in Karlsruhe
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss und Sozialausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 08.06.2011 9 öffentlich Dez. 5 Leitlinien Gesund aufwachsen in Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Umwelt und Gesundheit 25.02.2011 1 Zustimmung Planungsausschuss 31.03.2011 9 Zustimmung Jugendhilfeausschuss und Sozialausschuss 08.06.2011 9 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss und der Sozialausschuss stimmen, nach Vorberatung im Aus- schuss für Umwelt und Gesundheit, der Leitlinie „Gesund aufwachsen in Karlsruhe“ zu und beauftragen die Verwaltung, innerhalb eines Jahres einen Maßnahmenkatalog zu erstellen und den Gremien des Gemeinderates vorzulegen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Hintergründe Im Juli 2009 wurde die Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg durch den Ministerrat be- schlossen und der breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die weitere Umsetzung soll sowohl auf der Landes- als auch der kommunalen Ebene erfolgen. Um auch in Karlsruhe die von der Landesregierung angestrebte Bündelung der Kompetenzen und ressortübergreifenden Betrachtungen einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik zu erreichen, hatte das Gesund- heitsamt für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe bereits in der Erarbeitungsphase der Ge- sundheitsstrategie ein gemeinsames Herangehen an das Thema Gesundheit empfohlen. Die Stadtverwaltung hat dies zum Anlass genommen, das Gesundheitsamt zu bitten, Karls- ruhe bei der Erstellung eines ersten Bausteins hin zu einer gesundheitsförderlichen Ausrich- tung zu unterstützen. Die Bedingungen des Aufwachsens insbesondere in den ersten Lebensjahren sowie in Kindheit und Jugend sind bestimmend für die Entfaltung der individuellen und sozialen Po- tentiale und Kompetenzen eines Menschen. Erkenntnisse aus Neurobiologie und Bindungs- forschung belegen, dass gesundheitsschädliches Verhalten (z. B. Fehlernährung, Sucht), psychische Störungen und als mögliche Folge Frühinvalidität von Belastungsfaktoren ab- hängen, die in der Kindheit wirken. Früh erworbene Störungen, die insbesondere das moti- vations- und stressverarbeitende System im Gehirn betreffen, beeinträchtigen die emotiona- le Entwicklung, die Entstehung sozialer Kompetenz sowie die Bildungs- und Arbeitsfähigkeit. Der mangelnde Erwerb geeigneter Bewältigungsstrategien, eine negative Selbstentwicklung im sozialen Kontext und psychische Störungen behindern die Integration in die Gesellschaft und führen zu erhöhten Kosten für die Sozialsysteme (Krankheitskosten, vermehrte Kosten im Bereich der Eingliederungs- und Jugendhilfe, Arbeitslosen- und Sozialhilfekosten). Dar- über hinaus stellen insbesondere Bewegungsmangel, Fehlernährung oder übersteigerter Medienkonsum weitere gesundheitliche Risikofaktoren dar. Präventive und gesundheitsfördernde Projekte sind immer noch oft auf die Behebung ge- sundheitlicher Folgen und die Verhaltensänderung alleine ausgerichtet. Sie setzen selten an der Beseitigung der Ursachen selbst und damit an der Schaffung und Erhaltung gesund- heitsfördernden Lebensbedingungen an. Häufig haben Maßnahmen keine verlässliche kon- zeptionelle Verankerung, stehen unverbunden oder gar in Konkurrenz zueinander und sind ohne den nötigen politischen Rückhalt von vornherein in ihrer Wirksamkeit und Nachhaltig- keit begrenzt. Auch der Zusammenhang mit Auswirkungen aus direkten Belastungen der Umwelt (Lärm, Luftverschmutzung, Verlust von Erholungsflächen, etc.) wurde bisher nicht mit diesem Thema in Verbindung gebracht. Um die konzeptionelle Einbindung in allen relevanten Themenbereichen der Stadtverwaltung zu erreichen, wurde nun durch das Gesundheitsamt für den Stadt- und Landkreis gemein- sam mit einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe aus städtischen Dienststellen eine Leitli- nie zum gesunden Aufwachsen von Kindern in Karlsruhe als einen erster Baustein einer gesundheitsförderlichen Gesamtstrategie erstellt. Ziele der Leitlinie Mit der vorliegenden Leitlinie übernimmt Karlsruhe mit einer gesundheitsfördernd ausgerich- teten Gesamtpolitik Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche möglichst gute Start- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 und Entwicklungschancen vorfinden, um sich zu tragenden Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln zu können (s. Anlage 1 Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe). Die Leitlinie gibt politisch Verantwortlichen, der Verwaltung und Fachkräften eine Orientierung, um auf vorhandene kommunale Einfluss- und Gestaltungsspielräume aufmerksam zu machen und diese konsequent zu nutzen. Entsprechend der drei Schlüsselbotschaften der Gesundheits- strategie Baden- Württemberg: 1. „Gesunde Umgebung schaffen“; 2. „Früh und ganzheitlich ansetzen – entscheidend für den Erfolg“; 3. „Gesundheitliche Benachteiligung verringern“; formuliert die Leitlinie hierzu in zentralen Handlungsfeldern grundlegende Haltungen. Aus den entsprechenden Erkenntnissen bzw. Herausforderungen werden Ziele und Konsequen- zen abgeleitet (s. auch Anlage 2 WHO Ottawa-Charta und Anlage 3 Auszug aus Gesund- heitsstrategie Baden-Württemberg). Diese gilt es in den verantwortlichen politischen Gremi- en, den städtischen Fachämtern und Einrichtungen konkret und abgestimmt umzusetzen. Die Kernsätze der Leitlinie sind: Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik in Karlsruhe: präventiv, ressourcenorientiert, ressortübergreifend Eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik und insbesondere die Bedingungen des Aufwach- sens werden – neben der bundes- und landespolitischen Ebene – maßgeblich auch auf kommunaler Ebene gestaltet. Karlsruhe versteht den Erhalt, den Schutz und die Förderung von Gesundheit als Quer- schnittsaufgabe, die die Zusammenarbeit und Mitwirkung aller städtischen Dienststellen er- fordert. A. Lebenslagen und Chancengleichheit Karlsruhe achtet bei allen politischen Entscheidungen auf die Chancengleichheit. B. Ermöglichen und Befähigen Karlsruhe unterstützt Kinder und Jugendliche und deren Familien dabei, Gesundheits- und Lebenskompetenzen zu entwickeln und zu stärken. C. Förderung von Beteiligung und Mitwirkung Karlsruhe schützt und fördert die Gesundheit der Karlsruher Bevölkerung im Zusammenwir- ken von individueller und kommunaler Verantwortung. Kinder und Jugendliche werden an Planungen und Entscheidungen beteiligt. D. Vernetzen und vermitteln, Zugänge schaffen und sicherstellen Karlsruhe ermöglicht durch die Weiterentwicklung der Vernetzung kommunaler/öffentlicher und freier Träger die bestmögliche Information, Transparenz und Vermittlung über gesund- heitsförderliche Angebote. Die Stadt Karlsruhe setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugend- liche die Zugänge zu gesundheitlicher und medizinischer Versorgung haben, die sie benöti- gen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 E. Gesunde Lebenswelten Karlsruhe ermöglicht, schafft und erhält nachhaltig gesundheitsfördernde Bedingungen des Aufwachsens in den Lebensumfeldern Wohnen, Freizeit, Umwelt, Bildungs- und Erzie- hungseinrichtungen. Umsetzung Damit die Leitlinie auf allen Entscheidungs- und Handlungsebenen der Stadt Karlsruhe größtmögliche Wirkung entfalten kann, wird folgende Vorgehensweise empfohlen: - Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit stimmt der Leitlinie zu. - Die Leitlinie wird allen Verwaltungsteilen und dem Gemeinderat sowie der Öf- fentlichkeit vorgestellt. - Eine dementsprechend dezernatsübergreifend besetzte Arbeitsgruppe treibt die weitere Umsetzung voran, berät und stimmt Umsetzungsschritte ab. Wo sinnvoll, bezieht sie externe Entscheidungsträger und Akteure ein. - Die in der Leitlinie angesprochenen Dezernate, Ämter und Gremien erstellen in Abstimmung mit der o. g. Arbeitsgruppe zunächst in einem Zeitraum von einem Jahr einen Maßnahmenkatalog, der den Gremien des Gemeinderates vorgelegt wird. Die Umsetzung von Maßnahmen mit finanziellem Aufwand steht unter dem Vorbehalt der gesicherten Finanzierung oder dem Aufzeigen von Kompensationsmöglichkeiten. Anlagen: Anlage 1 Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe Anlage 2 Ottawa-Charta, WHO (Auszug) Anlage 3 Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg, Sozialministerium Baden-Württemberg (Auszug) Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Beschluss: I. Antrag an den Ausschuss 1. Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit stimmt der Leitlinie „Gesund auf- wachsen in Karlsruhe“ zu. 2. Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit beauftragt die Verwaltung innerhalb eines Jahres einen Maßnahmenkatalog zu erstellen und den Gremien des Ge- meinderates vorzulegen. II. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Gesundheit am 25.02.2011. III. Antrag an den Jugendhilfeausschuss und den Sozialausschuss Der Jugendhilfeausschuss und der Sozialausschuss stimmen, nach Vorberatung im Aus- schuss für Umwelt und Gesundheit, der Leitlinie „Gesund aufwachsen in Karlsruhe“ zu und beauftragen die Verwaltung, innerhalb eines Jahres einen Maßnahmenkatalog zu erstellen und den Gremien des Gemeinderates vorzulegen. IV. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses am 08.06.2011. V. Aufnahme ins Ratsinformationssystem und Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Dez. 1 Siehe Anlage Dez. 2 Siehe Anlage Dez. 3 Siehe Anlage Dez. 4 Siehe Anlage Dez. 5 Siehe Anlage Dez. 6 Siehe Anlage Karlsruhe Masterplan 2015 Siehe Anlage Gesundheitsamt für den Stadt und Landkreis Siehe Anlage SJB SuS Siehe Anlage Stadtjugendausschuss Siehe Anlage UA Siehe Anlage Gesundheitsamt für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe Herr Dipl. Päd. Martin Siegl-Ostmann 07 21 / 936 - 59 08 G:\Dez_5\Ausschüsse\AUG\2010-12-03\TOP 1 Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe\2010.11.16. Vorlage Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe.doc

  • $NKAnlage 1 Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe 2010.10
    Extrahierter Text

    Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe Gesundheitsamt 2 Impressum Im Auftrag der Stadt Karlsruhe wurde die Leitlinie erstellt von: Barbara Ebert, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe Christine Hagg, Stadt Karlsruhe, Schul- und Sportamt Dr. Iris Nieken, Gesundheitsamt, Landratsamt Karlsruhe Martin Siegl-Ostmann, Gesundheitsamt, Landratsamt Karlsruhe Ilona Simon, Stadt Karlsruhe, Sozial- und Jugendbehörde Karin Weber Stadt Karlsruhe, Sozial- und Jugendbehörde Dr. Frauke Zahradnik, Stadt Karlsruhe, Sozial- und Jugendbehörde Petra Ziegler, Stadt Karlsruhe, Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe, Oktober 2010 3 Leitlinie Gesund aufwachsen in Karlsruhe Mit der vorliegenden Leitlinie übernimmt Karlsruhe Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche möglichst gute Start- und Entwicklungschancen und eine faire Chance erhalten, sich zu tragenden Mitgliedern der Gesellschaft zu entwickeln. Ziel der Stadt ist es, die auf allen Ebenen der Stadt zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten für ein gutes und gesundes Aufwachsen im Sinne einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik zu nutzen. Die Leitlinie gibt politisch Verantwortlichen, der Verwaltung und Fachkräften hierfür eine Orientierung, um auf vorhandene kommunale Einfluss-, Handlungs- und Gestaltungsspielräume aufmerksam zu machen und diese konsequent zu nutzen. Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik in Karlsruhe: präventiv, ressourcenorientiert, ressortübergreifend Eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik und insbesondere die Bedingungen des Aufwachsens werden – neben der bundes- und landespolitischen Ebene – maßgeblich auch auf kommunaler Ebene gestaltet. Karlsruhe berücksichtigt gesundheitliche Belange, Gesundheitsförderung und Prävention in allen öffentlichen Planungen und Entscheidungen. Damit stärkt Karlsruhe die gesundheitlichen Ressourcen und Kompetenzen in der Bevölkerung. Bei allen kommunalpolitischen Entscheidungen wird darauf geachtet, dass dadurch die gesundheitsfördernden Ressourcen, Kompetenzen, Verhalten und Lebensbedingungen gestärkt werden. Karlsruhe versteht den Erhalt, den Schutz und die Förderung von Gesundheit als Querschnittaufgabe, die die Zusammenarbeit und Mitwirkung aller städtischen Dezernate, Ämter und Abteilungen erfordert. Karlsruhe entwickelt die ressortübergreifende Vernetzung und den regelmäßigen Austausch der kommunalen Stellen, insbesondere der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens und der Eingliederungshilfe und Rehabilitation. Die Umsetzung von Maßnahmen mit finanziellem Aufwand steht unter dem Vorbehalt der gesicherten Finanzierung oder dem Aufzeigen von Kompensationsmöglichkeiten. A. Lebenslagen und Chancengleichheit Karlsruhe achtet bei allen politischen Entscheidungen auf die Chancengleichheit. Erkenntnisse/Herausforderungen Konsequenzen/Ziele Karlsruhe stellt den niedrigschwelligen Zugang zu allen Angeboten gesundheitsbezogener Prävention und Gesundheitsförderung sicher.  Zugangsbarrieren zur gesundheitlichen Versorgung aufgrund mangelnder sprachlicher Verständigungsmöglichkeit und fehlender Informationen über das hiesige Gesundheitssystem werden abgebaut.  Wichtige Abläufe und Informationen sind allen zugänglich (ggf. Übersetzung in die jeweilige Sprache)  Programme werden so erarbeitet, dass sie zur Überwindung gesellschaftlicher Segregation beitragen (Ziel: wohnortnah, kulturell offen) und somit nutzbar werden unabhängig von sozialer Lage, kultureller Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht, Lebensphase und Wohnsituation. 4 B. Ermöglichen und befähigen Karlsruhe unterstützt Kinder und Jugendliche und deren Familien dabei, Gesundheits- und Lebenskompetenzen zu entwickeln und zu stärken. Erkenntnisse/Herausforderungen Konsequenzen/Ziele 1. Gesundheitsförderung und Gesundheits- bildung ermöglicht Kindern und Jugendlichen zu erfahren, was ihnen seelisch, sozial und körperlich gut tut. Sie werden dadurch in die Lage versetzt für ihre eigene Gesundheit zu sorgen.  Kinder und Jugendliche haben Gestaltungs- möglichkeiten, Bewegungs- und Experimentierräume in allen sie betreffenden Lebensbereichen.  In der außerschulischen Jugendarbeit gibt es Zeit und Raum für Gesundheitsbildung. Dazu gehört auch der Aufbau von Vertrauen zu Bezugspersonen außerhalb der Familie. 2. Familien werden konsequent in ihrer Erziehungsfähigkeit unterstützt, um eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder bestmöglich zu gewährleisten.  Fortführung und Weiterentwicklung des Konzeptes der Frühen Prävention für Schwangere, Eltern und deren Kinder  Entwicklung eines Konzeptes für bzw. Überprüfung, Weiterentwicklung und Koordination der bestehenden Unterstützungsangebote für Eltern und deren Kinder. C. Förderung von Beteiligung und Mitwirkung Karlsruhe schützt und fördert die Gesundheit der Karlsruher Bevölkerung im Zusammenwirken von individueller und kommunaler Verantwortung. Kinder und Jugendliche werden an Planungen und Entscheidungen beteiligt Erkenntnisse/Herausforderungen Konsequenzen/Ziele Beteiligung ist ein zentraler Ansatzpunkt für die Integration von Kindern und Jugendlichen in die Gesellschaft.  Kinder und Jugendliche sind über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren und in allen, ihre unmittelbare Lebenswelt betreffenden Entscheidungen angemessen und mit geeigneten Methoden zu beteiligen  Die Stadt Karlsruhe entwickelt unter der Federführung des Stadtjugendausschusses e.V. und des Kinderbüros ein Gesamtkonzept ‚Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Karlsruhe’, welches 2010/2011 dem Gemeinderat vorgelegt wird und beschlossen werden soll.  Die Stadt Karlsruhe orientiert sich mit ihren Förderangeboten an den Bedürfnissen und Handlungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen und deren Eltern. D. Vernetzen und vermitteln, Zugänge schaffen und sicherstellen Karlsruhe ermöglicht durch die Weiterentwicklung der Vernetzung kommunaler/öffentlicher und freier Träger die bestmögliche Information, Transparenz und Vermittlung über gesundheitsförderliche Angebote. Die Stadt Karlsruhe setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche Zugänge zu gesundheitlicher und medizinischer Versorgung haben, die sie benötigen. Erkenntnisse/Herausforderungen Konsequenzen/Ziele 1. Themenzentrierte Gremienarbeit in Arbeits- und Projektgruppen, in Beiräten sowie in Netzwerken wie z.B. Bündnis für Familie dienen der ressourcenorientierten Schnittstellengestaltung und Verbreiterung der Angebote sowie Zugangsgestaltung über die Mitwirker  städtische Dienststellen beteiligen sich an der Gremienarbeit und beauftragen Mitarbeitende zur Teilnahme  In partnerschaftlicher Zusammenarbeit findet nicht nur Eigenwerbung für Möglichkeiten zur Teilnahme an gesundheitsförderlichen Angeboten statt  Infrastrukturelle Ressourcen der Mitwirker werden eingebracht 2. Die Kooperation und der Einbezug weiterer, auch nicht kommunaler Leistungsträger ist unabdingbar (z.B. Krankenkassen, Bildungsträger)  Mit Vertretern des Gesundheitswesens werden Bedarfslagen erörtert und Abhilfeoptionen entwickelt z.B. bei unzureichenden Therapieplatzangebot, Kampagnen zu bestimmten Themen E. Gesunde Lebenswelten Karlsruhe ermöglicht, schafft und erhält nachhaltig gesundheitsfördernde Bedingungen des Aufwachsens in den Lebensumfeldern Wohnen, Freizeit, Umwelt, Bildungs- und Erziehungseinrichtungen. Erkenntnisse/Herausforderungen Konsequenzen/Ziele 1. Die Erziehungs- und Bildungsein- richtungen berücksichtigen die Erkenntnisse der Bindungsforschung, der Erziehungs-, Neuro- und Gesundheits- wissenschaften. Leitend für die Haltung und das Handeln sind:  Erziehung und Bildung braucht zuallererst Beziehung  Erziehung und Bildung soll einladen, ermutigen, inspirieren  Kinder und Jugendliche benötigen eine für sie verstehbare, kontrollierbar heraus- fordernde gestalt- bzw. handhabbare und sinnerfüllte Umgebung  Ziel aller Erziehungs- und Bildungsprozesse ist die Entwicklung von Lebenskompetenz 2. Erziehungs-, Bildungs- und Freizeit- einrichtungen tragen maßgeblich dazu bei, gesundheitsfördernde Bedingungen zu schaffen und zu erhalten und gesundheitsförderndes Verhalten zu unterstützen.  Gesundheitsförderung und Prävention werden in den pädagogischen, personellen Konzepten, Entscheidungen und Maßnahmen von Kindertagesstätten, Schulen, Horten und außerschulischen Einrichtungen der Jugendarbeit berücksichtigt bzw. verankert.  Gleiches gilt für bauliche Konzepte, Entscheidungen und Maßnahmen. 3. Wohnverhältnisse und Wohnumgebung bestimmen wesentlich das Befinden und die Entfaltungsmöglichkeiten insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die dort einen Großteil ihrer Zeit verbringen  Planungen und Realisierungen von Neubau sowie von Sanierung von Wohngebieten (Gebäude, Flächen, Verkehr) orientieren sich immer auch am Ziel, dadurch Verbesserungen der gesundheitlichen Lebensbedingungen für Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

  • $NKAnlage 2 WHO Ottawa-Charta_Auszug
    Extrahierter Text

    Anlage 2 Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung WHO Weltgesundheitsorganisation, 1986 (Auszug) „ (...) Gesundheitsförderung Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In diesem Sinne ist die Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten. Die Verantwortung für Gesundheitsförderung liegt deshalb nicht nur bei dem Gesundheitssektor, sondern bei allen Politikbereichen und zielt über die Entwicklung gesünderer Lebensweisen hinaus auf die Förderung von umfassendem Wohlbefinden hin. Voraussetzungen für die Gesundheit Grundlegende Bedingungen und konstituierende Momente von Gesundheit sind Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, ein stabiles Öko-System, eine sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Jede Verbesserung des Gesundheitszustandes ist zwangsläufig fest an diese Grundvoraussetzungen gebunden. (...) „ [Die Charta benennt folgende Aufgaben als entscheidend für die Erreichung o.g. Ziele:] - Interessen vertreten - Befähigen und ermöglichen - Vermitteln und Vernetzen - Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik - Gesundheitsfördernde Lebenswelten schaffen - Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen - Persönliche Kompetenzen entwickeln - Gesundheitsdienste neu orientieren Quelle: http://www.dngfk.de/fileadmin/user_upload/website/dngfk/Grundsatzdokumente/1986_Ottawa- Charta.pdf (abgerufen 20.10.2010)

  • $NKAnlage 3 Gesundheitsstrategie B-W_Auszug
    Extrahierter Text

    Seite 1/2 Anlage 3 Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg Sozialministerium, 2009 (Auszüge) „(...) Gesundheitsförderung ist ein partizipativer ressourcenorientierter Prozess mit dem Ziel, sowohl Lebenswelten gesünder zu gestalten als auch Menschen zu befähigen, gesündere Lebensweisen zu wählen. Im Sinne einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik setzt die Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg auf folgende Schlüsselbotschaften: 1. Gesunde Umgebungen schaffen Hierbei sind drei zentrale Ansätze zu verfolgen:  Schaffung einer gesunden physikalischen und psychosozialen Umwelt  Integration der Gesundheitsförderung, Bildung und Erziehung in die Alltagsprozesse der Lebenswelten  Verknüpfung mit anderen Lebenswelten durch Netzwerke Für diese Aufgaben sind die Kommunen die zentralen Akteure. Durch ihre Verkehrsplanung, Stadtteilentwicklung und Entscheidungen bei der Wirtschaftsförderung, aber auch als Träger von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen können sie nachhaltige Akzente setzen. Gesundheitsförderung in den kommunalen Lebenswelten wird in Zukunft zum wichtigen Bestandteil attraktiver Kommunalentwicklung. Gesunde Lebensbedingungen und ein qualifiziertes Angebot an Gesundheitsdienstleistungen sind ein Gradmesser für die Attraktivität einer Stadt und damit ein kommunaler Standortfaktor. Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsschutz bekommen einen immer höheren Stellenwert im Rahmen der Stadtentwicklung und kommunaler Fachplanungen. Der Ausbau der gesundheitlichen Daseinsvorsorge kommt auch zum Ausdruck in gesundheitsfördernden kommunalen Netzwerken.(...) 2. Früh und ganzheitlich ansetzen - entscheidend für den Erfolg Erfolgreiche Prävention und Gesundheitsförderung muss möglichst früh im Lebenslauf ansetzen. Insbesondere in den ersten Monaten und Jahren erfolgen die grundlegenden Prägungen, welche die spätere körperliche, seelisch-emotionale und soziale Entwicklung entscheidend mitbestimmen. (...) 3. Gesundheitliche Benachteiligung verringern Ungleiche Gesundheitschancen bestehen bereits im Kindesalter. Je niedriger die berufliche Position, der Bildungsstand oder das Einkommen der Eltern, desto höher das Krankheitsrisiko für die Kinder und desto niedriger ist die Lebenserwartung. Armut ist hierbei nicht nur als Einkommensarmut zu verstehen, sondern als multidimensionale Lebenslage, in der die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe eingeschränkt ist. Wie Kinder und Jugendliche eine benachteiligte Lebenslage verarbeiten und welche gesundheitliche Auswirkung diese hat, hängt u.a. von dem Rückhalt und der Unterstützung ab, die Heranwachsenden zuteil wird – vor allem in Familie, Kindergarten und Schule. Seite 2/2 Für die Verringerung gesundheitlicher Benachteiligung müssen mehrere Ansatzpunkte gewählt werden. Besonders wichtig sind dabei die Verbesserung der Lebenslage der Menschen mit den größten gesundheitlichen Risiken, die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung unabhängig von den materiellen Möglichkeiten und die Ausrichtung der Gesundheitsförderung und Prävention auf sozial Benachteiligte. (...) Wesentliche Erfolgsfaktoren hierbei sind  Maßnahmen mit Langzeitwirkung  systematische Einbindung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen  ein hoher Grad an Beteiligungsmöglichkeiten für die Zielgruppe  die Befähigung der Zielgruppe mit Stärkung ihrer Ressourcen (z.B. Handlungswissen, Lebenskompetenzen, soziale Unterstützung) Selbstverantwortung zu übernehmen  die Lebensweltorientierung (Setting-Ansatz) sowie  integrierte Handlungskonzepte (Ressourcenbündelung, fachübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung). (...)“ Quelle: http://www.sozialministerium-bw.de/fm7/1442/Gesundheitsstrategie-Konzeption.pdf (abgerufen 20.10.2010)