Anfrage StRn Lisbach, StR Honné, StR Schubnell (GRÜNE): Erdgas-Fahrzeuge in Karlsruhe

Vorlage: 27343
Art: Beschlussvorlage
Datum: 14.06.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 28.06.2011

    TOP: 28

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Erdgas-Fahrzeuge
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) Stadtrat Manfred Schubnell (GRÜNE) vom 11.05.2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 25. Plenarsitzung Gemeinderat 28.06.2011 774 28 öffentlich Erdgas-Fahrzeuge in Karlsruhe 1. Wie viele Erdgasfahrzeuge sind in Karlsruhe gemeldet? 2. Wie viele Erdgasfahrzeuge nutzt die Stadtverwaltung einschließlich städtischer Gesellschaften, wie sind die Erfahrungen damit und macht eine Ausweitung Sinn? 3. Wie viele Erdgasfahrzeuge haben die Stadtwerke in den letzten Jahren mit 500 EUR bezuschusst und wie weit wurde das Förderbudget damit ausgenutzt? 4. Was sind wahrscheinliche Gründe für die Zurückhaltung beim Kauf und wie könnte die Verbreitung von Erdgasfahrzeugen in Karlsruhe gesteigert werden? 5. Wäre die Bremer Offensive (www.bremer-erdgasfahrzeug.info) ein gutes Vorbild für eine Kampagne in Karlsruhe? Erdgas verursacht 25 % weniger CO 2 -Ausstoß als Benzin (bei Bio-Erdgas noch weniger), 95 % weniger Stickoxide als Diesel und fast keinen Feinstaub. Zudem ist das Motorgeräusch geringer. Erdgas als Kraftstoff kostet 30 % weniger als Diesel, 50 % weniger als Benzin mit gleichem Energiegehalt. In Karlsruhe gibt es drei Erdgastankstellen, so dass auch die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Auch die Reichweite ist inzwischen kein Problem mehr: Moderne Fahrzeuge können mehr als 450 km mit einer Tankfüllung zurücklegen. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Trotzdem sind Erdgas-Fahrzeuge (nicht nur) in Karlsruhe noch selten. Eine Steigerung ihres Anteils wäre wünschenswert. (Mit Informationen aus www.erdgas-mobil.de) unterzeichnet von: Bettina Lisbach Johannes Honné Manfred Schubnell Hauptamt - Ratsangelegenheiten 10. Juni 2011

  • TOP 28
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) Stadtrat Manfred Schubnell (GRÜNE) vom: 11.05.2011 eingegangen: 11.05.2011 Gremium: 25. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 28.06.2011 774 28 öffentlich Dez. 5 Erdgas-Fahrzeuge in Karlsruhe 1. Wie viele Erdgasfahrzeuge sind in Karlsruhe gemeldet? Zum Stichtag 19.05.2011 sind in Karlsruhe 518 Erdgasfahrzeuge zugelassen. Die Fahrzeuge werden in hauptsächlich erdgasbetrieben (monovalent) und kombi- niert benzin-/erdgasbetrieben (bivalent) unterschieden. 2. Wie viele Erdgasfahrzeuge nutzt die Stadtverwaltung einschließlich städti- scher Gesellschaften, wie sind die Erfahrungen damit und macht eine Aus- weitung Sinn? Anzahl genutzter Fahrzeuge In Summe werden momentan von der Stadt Karlsruhe, inklusive der städtischen Gesellschaften, 120 Erdgasfahrzeuge genutzt. Den größten Anteil an erdgasbetriebenen Fahrzeugen besitzen die Stadtwerke Karlsruhe (SWK) mit insgesamt 103 erdgasbetriebenen Fahrzeugen. Die Fahrzeu- ge stammen von den Herstellern VW (23) und Fiat (80). Neben dem hauptsächli- chen Kraftstoff Erdgas sind bis auf 3 monovalente Fahrzeuge alle für den Einsatz von Ottokraftstoff als Reservekraftstoff konzipiert. Die Reichweiten im Gasbetrieb liegen bei 250 - 400 km. Ferner nutzen die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH (KEK) so- wie die Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH) jeweils ein erdgasbetriebenes Fahrzeug. Innerhalb der Stadtverwaltung Karlsruhe wurden bisher 15 Fahrzeuge mit Erdgas- antrieb beschafft. Hierbei handelt es sich um 14 Personenkraftwagen der Hersteller Opel, Fiat und Ford, davon zwei PKW (Ford) mit nachgerüstetem Erdgasantrieb und einen Leicht-LKW (Ford) mit 3,5 t Gesamtgewicht. Für den Beschaffungszeit- raum 2010 sind 14 weitere Fahrzeuge bestellt, die voraussichtlich bis Ende Juni 2011 ausgeliefert werden. Damit stehen Ende Juni 29 Erdgasfahrzeuge im kamera- len Bereich zur Verfügung. Seite 2 Bisherige Erfahrungen und mögliche Ausweitung Die bisherigen Erfahrungen mit mono- sowie bivalenten Erdgasfahrzeugen sind überwiegend positiv zu bewerten. Im betrieblichen Einsatz entsprechen die Erdgasfahrzeuge trotz der aufwändigeren Technik dem Zuverlässigkeitsgrad üblicher Fahrzeuge mit Ottomotor. Die zusätz- lich für den Erdgaseinsatz installierten Komponenten führen aufgrund ihrer Bauwei- se zu keinem nennenswert höheren Wartungsaufwand. Dagegen wurden nach Information der SWK und des AfA mit nachgerüsteten Fahr- zeugen deutlich negative Erfahrungen gesammelt. Insbesondere stört die nicht zu- friedenstellende Integration der Anlage in das elektronische Motormanagement. Des Weiteren waren die Kosten für die Anschaffung höher als bei einem Fahrzeug, welches ab Werk mit einem bivalenten Antrieb ausgerüstet war. Hierauf wurde rea- giert, indem nur noch Fahrzeuge angeschafft wurden, die ab Werk als Erdgasfahr- zeug lieferbar sind. Bivalente Fahrzeuge bieten zudem den Vorteil, dass diese Fahrzeuge bspw. auch bei dienstlichen Fernfahrten in Gebiete mit schlechterer Erdgastankstelleninfra- struktur genutzt werden können. Den höheren Anschaffungskosten der Erdgasfahrzeuge steht der Vorteil gegen- über, dass die Treibstoffkosten in Folge geringer sind als bei diesel- oder benzinbe- triebenen Fahrzeugen. Bisher bieten leider nicht alle Fahrzeughersteller Erdgasfahrzeuge in jeder Fahr- zeugklasse an, was dazu führt, dass die Auswahl eingeschränkt war und ggf. auf ein „größeres Modell“ ausgewichen werden musste. Da eine Ausweitung bei den PKW am sinnvollsten erscheint, ist beabsichtigt, auch zukünftig Erdgasfahrzeuge anzuschaffen, sofern der Einsatz insbesondere wirt- schaftlich darstellbar ist. Ein Auswahlkriterium war bisher auch die Entfernung der Dienstelle zur nächsten Tankstelle, um beispielsweise lange Tankfahrten zu ver- meiden. Bei den Leicht-LKWs ist derzeit noch keine Empfehlung möglich, da die Erfahrun- gen hierzu nicht ausreichen. Eine Erweiterung auf schwere Nutzfahrzeuge würde erst dann Sinn machen, wenn hierfür eine entsprechende Tankstelleninfrastruktur geschaffen würde. Neben dem massiven Ausbau der Erdgasflotte, insbesondere bei den SWK und damit verbundener deutlicher Emissionsreduktionen, haben die SWK zudem in den letzten Jahren eine Erdgastankstelleninfrastruktur, bestehend aus 3 öffentlichen Erdgastankstellen an den Standorten Esso Durlacher Allee, EFA Willy-Brandt-Allee und Agip Neureuter Straße ausgebaut und hierfür in Summe ca. 1 Mio. € investiert. Eine weitere nicht öffentliche Erdgastankstelle - diese steht auch städtischen Äm- tern und Einrichtungen zur Verfügung - befindet sich auf dem Betriebshof der Stadtwerke in der Daxlander Straße. 3. Wie viele Erdgasfahrzeuge haben die Stadtwerke in den letzten Jahren mit 500 € bezuschusst und wie weit wurde das Förderbudget damit ausgenutzt? Die Förderung der Erdgasfahrzeuge läuft seit 2004. Insgesamt wurden 301 Fahr- zeuge mit einer Summe von 234.500 € gefördert. Das Budget wurde nicht immer voll ausgeschöpft. Seite 3 4. Was sind die wahrscheinlichen Gründe für die Zurückhaltung beim Kauf und wie könnte die Verbreitung von Erdgasfahrzeugen in Karlsruhe gesteigert werden? Grundsätzlich ist anzumerken, dass Karlsruhe im Vergleich zum Bundesdurch- schnitt sehr gut mit Erdgasfahrzeugen ausgestattet ist. Die bundesweit zu beobachtende Zurückhaltung liegt an der nicht für jedermann at- traktiven Fahrzeugpalette sowie an der vergleichsweise geringen Anzahl von Erd- gastankstellen. Im Gegensatz dazu wurde das Netz an Autogastankstellen stark ausgebaut. Zudem ist der Umbau auf Autogas mit nahezu jedem fremdgezündeten Antrieb relativ kostengünstig möglich. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung könnte auch der oft vermutete erhöhte Wartungsaufwand bei Erdgasfahrzeugen sein. Dieser ist jedoch nur minimal höher als bei Fahrzeugen mit Benzinantrieb. Manche dieselbetriebene Fahrzeuge, z. B. VW Polo BlueMotion, sind im Gegen- satz zu Erdgasfahrzeugen steuerbefreit. Dies ist unter Berücksichtigung der Treib- stoffkosten und der sehr geringen Steuersätze im PKW-Bereich zwar nicht nach- vollziehbar, könnte aber neben höheren Anschaffungskosten ein Grund für die Zu- rückhaltung sein. Im Vergleich des reinen CO2-Ausstoßes schneiden manche Erdgasfahrzeuge ge- ringfügig schlechter als Dieselfahrzeuge ab. Dass Erdgasfahrzeuge allerdings ei- nen geringeren Stickstoff- und Rußpartikelausstoß als Dieselfahrzeuge haben, wird in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen. 5. Wäre die Bremer Offensive (www.bremer-erdgasfahrzeug.info) ein gutes Vor- bild für eine Kampagne in Karlsruhe? Bei der Einführungsphase von Erdgasfahrzeugen 2004 förderten die SWK diese mit 1.000 €/Fahrzeug. Als sich der Erdgasfahrzeugmarkt vergrößert hatte und auch deren Kaufpreise geringer wurden, haben die SWK ab 2008 die Förderung auf 500 € angepasst, dafür aber in den Tankstellenausbau investiert. Parallel wurden in dieser Zeit drei öffentliche Erdgastankstellen durch die SWK errichtet und zusätz- lich wurde das Erdgasfahrzeug durch diverse Veranstaltungen mit Fahrschulen, Autohändlern, Flottenbetreibern sowie durch große Publikum-Events beworben. Die SWK führen seit 7 Jahren eine Kampagne analog der Bremer Offensive durch. In dieser Zeit haben die SWK diese Fahrzeugtechnik überdurchschnittlich stark be- gleitet und unterstützt. Seit 2010 fördern die SWK als Energieversorger vor Ort nicht nur Erdgastechnik, sondern auch die E-Mobilität, einschließlich der Errichtung eines Elektrotankstellennetzes und eines speziellen Förderprogramms. Dazu fand am 18.06. eine Großveranstaltung auf dem Karlsruher Stephansplatz statt.