Zwischenbericht der Bürgerbeteiligung im Soziale-Stadt-Gebiet Rintheimer Feld 2011
| Vorlage: | 27322 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 14.03.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Innenstadt-West, Mühlburg, Oststadt, Rintheim, Südstadt |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 25. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 28.06.2011 751 8 öffentlich Dez. 2 Zwischenbericht der Bürgerbeteiligung im Soziale-Stadt-Gebiet Rintheimer Feld 2011 Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Sanierungsbeirat Rintheim 12.04.2011 1 vorberaten Gemeinderat 28.06.2011 8 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Für den Stadtteil Rintheim wurde ab April 2009 im Rahmen der Stadtteilentwicklung eine vorgezogene Bürgerbeteiligung eingerichtet. Diese bezog sich auf eine vom heutigen Pro- grammgebiet der „Sozialen Stadt“ Rintheimer Feld abweichende Gebietsabgrenzung – die beiden Stadtviertel Rintheimer Feld und Alt-Rintheim wurden beide als Sanierungsgebiete beantragt. Im August 2010 wurde lediglich das Rintheimer Feld rückwirkend zum 01.01.2010 vom Regierungspräsidium als SSP-Gebiet bewilligt. Der vorliegende Zwischenbericht doku- mentiert den Zeitraum April 2009 bis März 2011 und gibt damit im wesentlichen Ergebnisse der vorgezogenen Bürgerbeteiligung wieder. Im bisherigen Beteiligungsprozess haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Pro- jektgruppen und Arbeitskreissitzungen zu unterschiedlichen Themen eingebracht. Das mo- derierte Beteiligungsverfahren wird bis Juli 2011 fortgesetzt. Der Gemeinderat nimmt den Bericht zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit VOLKSWOHNUNG GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Bürgerbeteiligung in Rintheim wurde bereits vor dem Antrag auf Städtebauförderung eingeleitet, um bei Förderbeginn einen bereits weitgehend abgestimmten Maßnahmenplan einreichen zu können, der einerseits die Mittelbewilligung begünstigen und zum anderen einen zielgerichteten Stadtteilentwicklungsprozess mit zeitnaher Maßnahmenumsetzung einleiten sollte. Vor dem Hintergrund synergetischer Überlegungen und dem Vorhaben, die Quartiere untereinander stärker zu verknüpfen, war es beabsichtigt, sowohl das Rintheimer Feld als auch das südliche Alt-Rintheim als Sanierungsgebiet auszuweisen. Auftakt der vorgelagerten Bürgerbeteiligung war eine erste Stadtteilkonferenz, auf die unmit- telbar ein gemeinsamer Stadtteilspaziergang folgte. In drei darauf folgenden Zukunftswerk- stätten zu verschiedenen Themenfeldern wurde intensiv über die Ausgangssituation, die Perspektiven der Stadtteilentwicklung, Handlungsziele und konkrete Maßnahmenvorschläge diskutiert. Die Ergebnisse aus dieser Beteiligungsphase flossen in die Vorbereitenden Un- tersuchungen ein, die die Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermittel darstel- len. Der zunächst verfolgte Ansatz einer quartiersübergreifenden Sanierung in einem Pro- gramm wurde aus verschiedenen Gründen zugunsten der Beantragung zweier Sanierungs- gebiete – Soziale Stadt das Rintheimer Feld (SSP) und Landessanierungsprogramm (LSP) Alt-Rintheim – aufgegeben. Die Antragstellung für beide Sanierungsgebiete erfolgte nach Beschluss des Gemeinderates der Stadt Karlsruhe im Herbst 2009. In der Phase der vorgezogenen Beteiligung haben sich zahlreiche Rintheimerinnen und Rintheimer eingebracht und Handlungsziele, Maßnahmenvorschläge und Projektideen erar- beitet. Die Veranstaltungen waren gut besucht. Auch die Rückmeldungen der Teilnehmen- den zum Verlauf der Veranstaltungen und den erarbeiteten Ergebnissen waren durchweg positiv. Die Mobilisierung der Bewohnerschaft des Rintheimer Feldes erwies sich allerdings als schwierig. Im Herbst 2009 wurden die drei Projektgruppen „Kinder und Jugendliche“, „Miteinander in Rintheim“ und „Nord-Süd-Achse/Freiraum Rintheimer Feld“ etabliert und das Sanierungsbü- ro eröffnet. Auch wurde in zwei weiteren Stadtteilkonferenzen über das seither Erreichte informiert. In der Phase der vorgezogenen Bürgerbeteiligung zwischen Antragstellung (Ok- tober 2009) und Programmaufnahme (August 2010) konnten vor allem die Themen im Sozi- albereich weiter bearbeitet werden. Dazu wurden erste Vorschläge aus den Zukunftswerk- stätten aufgegriffen und konkretisiert. Auch konnten durch Mikroprojekte im Programm STÄRKEN vor Ort erste Initiativen auf den Weg gebracht werden. Die Sitzungen der beiden sozialen Projektgruppen waren mit 15 bis 30 Teilnehmenden in der Regel gut besucht. Die meisten von ihnen kamen allerdings nach wie vor aus Alt-Rintheim. Als problematisch erwies sich hinsichtlich der städtebaulichen Themen der Zeitraum zwi- schen Antragstellung und Programmaufnahme. Die Ungewissheit über den Fortgang des Prozesses ließ in dieser Zeit kaum konkrete Diskussionen zu. Erst mit der Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Soziale-Stadt-Programm im Sommer 2010 (Laufzeit 2010 bis 2017) konnte eine intensivere öffentliche Behandlung der städtebaulichen Themen erfolgen. Da sich das Sanierungsgebiet großteils im Eigentum der VOLKSWOHNUNG befindet, die ihrerseits im Rintheimer Feld Maßnahmen zur Aufwertung im Rahmen eines integralen Quartierskonzepts umsetzt, konzentrieren sich die städtischen Maßnahmen in Ergänzung zu den Vorhaben der VOLKSWOHNUNG vor allem auf die Übergänge zu den angrenzenden Quartieren. Ziel der Sanierung ist es, insgesamt das Quartier städtebaulich aufzuwerten, mit den angrenzenden Stadtvierteln besser zu verknüpfen und sozial zu stabilisieren. Die sozialen Schwerpunkte im bisherigen Beteiligungsprozess betreffen die Themen Kinder und Jugendliche sowie die Schulentwicklung. Auch das soziale Miteinander in Form Ergänzende Erläuterungen Seite 3 eines noch zu entwickelnden generationen- und siedlungsstrukturübergreifenden gemeinbe- darfsorientierten Raumangebots wurde in der ersten Phase der Beteiligung intensiv verfolgt. Seither bildet – vor dem Hintergrund der abnehmenden Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus Alt-Rintheim aufgrund der alleinigen Ausweisung des Rintheimer Feldes – die Aktivierung schwer erreichbarer Bevölkerungsgruppen sowie die Netzwerkbildung einen Schwerpunkt der Arbeit. Durch gemeinsame Aktionen und niederschwellige Angebote in Form von Festen und Stadtteilaktivitäten soll es künftig gelingen, die Zusammenarbeit unter den Akteuren zu optimieren und die Bürgerinnen und Bürger des Rintheimer Feldes stärker in die Aktivitäten des Stadtteils einzubinden. Die städtebaulichen Themen setzten sich insbesondere mit punktuellen Maßnahmen im öf- fentlichen Raum bzw. an den Schnittstellen der umliegenden Quartiere auseinander sowie, im Sinne der Förderung des Stadtteilimages, mit der Entwicklung eines übergeordneten Gestaltungskonzepts in Form von CI-Elementen, Stadtmöbeln etc. Im Rahmen mehrerer Arbeitskreissitzungen wurde die Aufwertung des Vorfelds der Laden- zeile Hirtenweg mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und konkretisiert. Die Entwurfs- und Ausführungsplanung steht bevor. Die Maßnahme soll noch im Jahr 2011 umgesetzt werden. Noch wenig diskutiert sind nachfolgende Themen, für die im Doppelhaushalt 2011/12 ebenfalls Finanzmittel auch in Form von (investiven) Planungskosten vorgesehen sind: Gestaltung Auftaktsituation Brückenkopf Ostring Umgestaltung Innenraum Wendeschleife (künstlerische Akzentuierung) Maßnahmen in der Mannheimer Straße. Außerdem sind Zuschüsse für die Förderung privater Wohnraummodernisierung vorgese- hen. Die genannten Themen werden im weiteren Beteiligungsprozess zusammen mit den Bürge- rinnen und Bürgern konkretisiert. Das Stadtteilmanagement war zunächst lediglich für einen Zeitraum von zwei Jahren – von April 2009 bis März 2011 – angesetzt. Aufgrund von Verzö- gerungen der Aufnahme in ein Förderprogramm wird das moderierte Beteiligungsverfahren bis Juli 2011 fortgesetzt. Zusätzliche Kosten entstehen der Stadt Karlsruhe hierdurch nicht. Auch über den Juli 2011 hinaus sollte der Bürgerbeteiligungsprozess möglichst fortgeführt werden; es wird geprüft, ob hierfür die städtebaulichen Themen in einem neuen Auftrag durch das Stadtplanungsamt, die Themen im Sozialbereich durch das Amt für Stadtentwick- lung neu ausgeschrieben bzw. beauftragt werden. Das Sanierungsbüro ist bis einschließlich Oktober 2011 angemietet. Es wird geprüft, ob und wie die für die Fortführung des Bürgerbeteiligungsprozesses erforderlichen Räumlichkeiten im Benehmen mit der Volkswohnung bereitgestellt werden können; die Anmietung eines Schaukastens am Staudenplatz wurde zunächst bis 31. Mai 2012 verlängert. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt den Zwischenbericht „Stadtteilentwicklung Rintheim“ zur Kenntnis. Hauptamt - Ratsangelegenheiten 10. Juni 2011
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Karlsruhe Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Stadtteilentwicklung Bürgerbeteiligung Rintheim April 2009 bis März 2011 Sanierungsgebiet “Die Soziale Stadt” Rintheimer Feld Stadtteilentwicklung Bürgerbeteiligung Rintheim April 2009 bis März 2011 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Rintheimer Feld Stadt Karlsruhe - Amt für Stadtentwicklung 2011 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Leiterin: Dr. Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Projektleitung: Dipl.-Geogr. Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Tel.: 0721 133-1223 Email: nadia.kasper-snouci@afsta.karlsruhe.de Auftragnehmer/Auftragnehmerin: Netzwerk für Planung und Kommunikation Thomas Sippel, Ostendstr. 106, 70188 Stuttgart Email: info@sippel-netzwerk.de GRiPS – Büro für Projektsteuerung und Kommunikation Ute Kinn Lic.rer.reg., Friedrichstraße 4, 76275 Ettlingen Email: ute.kinn@grips-ettlingen.de Netzwerk transurban Michael Kunert, Ostendstr. 106, 70188 Stuttgart Email: m.kunert@transurban.de unter Mitwirkung von: Stadtplanungsamt Gartenbauamt Sozial- und Jugendbehörde Tiefbauamt Wirtschaftsförderung VOLKSWOHNUNG GmbH Stadtjugendausschuss e.V. Bildnachweis: Ute Kinn, Thomas Sippel, Michael Kunert, Nadia Kasper-Snouci, Bürgerverein Rintheim, Projektträger STÄRKEN vor Ort Planentwürfe und Skizzen: Thomas Sippel, Michael Kunert Umschlaggestaltung: Stefanie Groß DTP: Marlis Arz Auflage: 250 Stück Karlsruhe, März 2011 Netzwerk für Planung und Kommunikation Vorwort Im Sommer 2010 ist das Rintheimer Feld in das Bund-Länderprogramm „Die Soziale Stadt“ aufgenommenen worden. In Rintheim wurde ab März 2009 eine vorgezogene Bürgerbe- teiligung – noch vor der Aufnahme des Gebiets in ein Förderprogramm – ins Leben ge- rufen. In zahlreichen Arbeitsgruppen und Veranstaltungen erarbeiteten Bürgerinnen und Bürger Konzepte und Zukunftsideen für die Entwicklung des Stadtteils. Der vorliegende Bericht zieht eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren Bürgerbeteiligung, in denen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aktiv in unterschiedlichen Projektgruppen engagiert haben. Dabei wurden insbesondere die sozialen Problemstellungen herausge- arbeitet und durch konkrete Projekte bereits erste Verbesserungen erzielt. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten für ihren Einsatz und ihre Anregungen. Bei der weiteren Erarbei- tung und Umsetzung der Projekte wünsche ich weiterhin gute Ideen, Fortschritte bei der Umsetzung und die notwendige Geduld, bis die entwickelten Vorstellungen Wirklichkeit werden. Wolfram Jäger Bürgermeister Inhalt Seite Vorwort 1. Einführung, Ausgangssituation und Vorhaben 7 2. Vorgelagerter Beteiligungsprozess 11 2.1 Begründung und Ziele 12 2.2 Grobanalyse und Befragung als Ausgangsbasis 12 2.3 Vorgehen 12 2.3.1 Auftaktveranstaltung 12 2.3.2 Stadtteilspaziergang 12 2.3.3 Zukunftswerkstätten 14 3. Vorbereitende Untersuchungen und Programmaufnahme 17 3.1 Vorbereitende Untersuchungen als Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln 17 3.2 Einbindung der Beteiligungsergebnisse in die Vorbereitenden Untersuchungen 17 3.3 Beantragung von zwei Sanierungsgebieten „Soziale Stadt Rintheimer Feld“ und „Landessanierungsprogramm Alt-Rintheim“ 20 3.4 Soziale Stadt Rintheimer Feld 20 3.5 Integriertes Entwicklungskonzept Rintheimer Feld 20 3.5.1 Handlungsfelder 21 4. Beteiligungsprozess nach Antragstellung 23 4.1 Struktur des Beteiligungsprozesses 23 4.2 Schnittstelle zur Quartiersentwicklung der VOLKSWOHNUNG 24 4.3 Präsenz vor Ort: Das Sanierungsbüro 26 4.4 Stadtteilkonferenzen 28 4.5 Öffentlichkeitsarbeit 29 4.6 Projekte STÄRKEN vor Ort 31 4.7 Projektgruppe und Arbeitskreis: Kinder und Jugendliche 35 4.7.1 Jugendräume Rintheim 36 4.7.2 Schulentwicklung Rintheim 37 4.7.3 Weiteres Arbeitsprogramm 37 4.8 Projektgruppe und Arbeitskreis: MIR – Miteinander in Rintheim 38 4.8.1 Generationen- und siedlungsstrukturübergreifendes gemeinbedarfsorientiertes Raumangebot 38 4.8.2 Aktivierung aller Bevölkerungsgruppen 39 4.8.3 Stadtteilaktivitäten und Feste 40 4.8.4 Netzwerk Rintheim 41 4.8.5 Weitere Themen und Vorhaben 41 4.9 Arbeitskreis: Städtebau, Freiraum, Handel 43 4.9.1 Projektgruppe Nord-Süd-Achse 43 4.9.2 Studentisches Projekt „Neue Mitte Karlsruhe-Rintheim“ 43 4.9.3 Arbeitskreis-Sitzungen ab Oktober 2010 44 4.9.4 Weiteres künftiges Arbeitsprogramm 46 5. Fazit zum bisherigen Beteiligungsprozess und Ausblick 47 1. EINFÜHRUNG, AUSGANGSSITUATION UND VORHABEN 7 Die Stadt Karlsruhe hat im Jahr 2001 mit dem Rah- menkonzept zur Stadtteilentwicklung beschlossen, in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf Stadtteilentwicklungs prozesse durchzuführen. Seit- her wurden die Oststadt, die Südstadt, die Innen- stadt-West, die City-West und Mühlburg mit be- gleitenden Bürgerbeteiligungs verfahren im Rahmen verschiedener Sanierungsprogramme (SSP, LSP, SEP) aufgewertet. Über die Ausweisung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf entscheidet der Karlsruher Gemeinderat auf Basis einer Prioritätenli- ste, die durch ein regelmäßiges Stadtteilmonitoring- system ermittelt wird. Innerhalb dieser Liste weist das Rintheimer Feld unter Berücksichtigung bereits geförderter Gebiete sowohl in sozialer als auch in städtebaulicher Hinsicht den höchsten Handlungsbe- darf auf. In Alt-Rintheim besteht hoher städtebau- licher Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund wurde 2009 begonnen, un- ter Einbindung der Bürgerschaft einen Stadtteilent- wicklungs prozess zu initiieren. In Rintheim wurde die Bürgerschaft im Vergleich zu anderen Gebieten früher – nämlich noch vor Pro- grammaufnahme und vor der förmlichen Festsetzung eines Sanierungsgebiets – eingebunden. Aufbauend auf der Grobanalyse wurde mit der Bewohnerschaft eine Analyse und Bewertung der Ausgangssituation diskutiert, Handlungsziele für den Stadtteilentwick- lungsprozess bestimmt und erste Maßnahmenvor- schläge entwickelt. Die Ergebnisse und Maßnahmen- vorschläge der ersten Beteiligungsphase sind in die Vorbereitenden Untersuchungen, die die Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln darstellen, eingeflossen. Diese vorgezogene Bürger- beteiligung ermöglichte es, mit dem Förderantrag 1. Einführung, Ausgangssituation und Vorhaben 1. EINFÜHRUNG, AUSGANGSSITUATION UND VORHABEN 8 einen bereits weitgehend abgestimmten Maßnah- menplan einzureichen, der einerseits die Fördermit- telbewilligung begünstigen und zum anderen einen zielgerichteten Stadtteilentwicklungsprozess mit zeit- naher Maßnahmenumsetzung einleiten sollte. Das Stadtteilmanagement war zunächst lediglich für ei- nen Zeitraum von zwei Jahren – von April 2009 bis März 2011 – angesetzt. Auf diesen Zeitraum bezieht sich im Wesentlichen auch der vorliegende Bericht. Die Stadt Karlsruhe hat zur Durchführung des Stadt- teilmanagements und der Moderation der Bürgerbe- teiligung für den angestrebten zweijährigen Prozess eine Arbeitsgemeinschaft beauftragt – bestehend aus den Büros GRIPS, transurban und dem Netzwerk für Planung und Kommunikation. Das Stadtteilma- nagement verfolgt innerhalb des Prozesses folgende Ziele: - Den Stadtteil Rintheim als ein Ganzes zu sehen und auf die besonderen spezifischen Ausgangssi- tuationen im Rintheimer Feld und in Alt-Rintheim differenziert einzugehen und gleichzeitig übergrei- fende Lösungsansätze zu entwickeln. - Soziale Strukturen und Netzwerke im Rintheimer Feld, aber auch im Kontext zu Alt-Rintheim auf- zubauen, zu erweitern, bestehende Strukturen zu vernetzen und zu verstetigen. - Gemeinsam mit der Bürgerschaft die städtebau- liche Entwicklung innerhalb der Teilquartiere und im Hinblick auf die Vernetzung aktiv zu begleiten. Insgesamt liegen die Schwerpunkte der Arbeit des Stadtteilmanagements in der Gesamtkonzeption und Gesamtmoderation des Beteiligungsprozesses, der Unterstützung von Einzelprojekten und Interessen- gruppen, der Öffentlichkeitsarbeit, der Teilnahme an verwaltungsinternen Lenkungsgruppen, der Vor- Ort-Präsenz im Sanierungsbüro sowie flankierenden Aufgabenstellungen. Da die städtebauliche und soziale Situation in den Vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung aus- führlich dokumentiert ist, wird sie im Folgenden nur zusammengefasst dargestellt. Die Basis des Stadtteilent wick lungs prozesses bildet ein Blick auf den Gesamtstadtteil Rintheim, welcher sich klar in zwei differenzierte Quartiere aufgliedert: - westlich der Mannheimer Straße liegt das Rinthei- mer Feld, welches sich sowohl in städtebaulicher wie auch in sozialer Hinsicht deutlich von den übrigen Quartieren in Rintheim abhebt und eine Insellage mit wenig Bezug zu den angrenzenden Quartieren darstellt. Dabei unterscheidet sich das Rintheimer Feld in städtebaulicher Sicht durch sei- ne homogene städtebauliche Struktur der 1950er bis 1970er Jahre deutlich von Alt-Rintheim. Klar ausgerichtete Zeilenbauten und Punkthochhäuser mit bis zu siebzehn Geschossen sowie wenig quali- fizierte und hierarchisierte „Abstandsgrünflächen“ mit großem Baumbestand prägen das Quartier. Das städtebauliche Zentrum mit dem Staudenplatz hat seine Funktionsfähigkeit stark eingebüßt. Eigen- tümer des Wohnungsbestandes des Rintheimer Felds ist mit wenigen Ausnahmen die städtische Wohnungsgesellschaft VOLKSWOHNUNG GmbH 1 . In der Folge existieren im Quartier kaum selbstge- nutztes Wohneigentum, sondern nahezu durchweg Mietverhältnisse. In der Altersstruktur ist das Quar- tier zum einen durch junge Familien geprägt, zum anderen finden sich aber auch insbesondere im Nordteil des Rint heimer Felds ältere Mieterstruk- turen, dabei teils noch Mieter der ersten Genera- tion aus der Zeit der Besiedlung des Rintheimer Felds. In der sozialen Ausgangssituation ist das Quartier geprägt durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil sozial Benachteiligter: Migrantinnen und Migranten weisen mit 40,0 % einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil an der Bewohner- schaft auf (Karlsruhe: 24,1 %). SGB-II-Leistungen beziehen 20,1 % der Personen im erwerbsfähigen _______________ 1 Im Folgenden VOLKSWOHNUNG genannt. 1. EINFÜHRUNG, AUSGANGSSITUATION UND VORHABEN 9 Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren (Karlsruhe: 7,8 %). Auch der Anteil Alleinerziehender (9,3 %) und darunter der Anteil Alleinerziehender mit SGB- II-Bezug (45,8 %) liegt im Rintheimer Feld deutlich über den städti schen Durchschnittswerten (4,4 %; 30,5 %). Der Anteil Arbeitsloser an der Wohnbe- völkerung im erwerbsfähigen Alter ist im Rinthei- mer Feld mit 8,8 % ebenfalls überdurchschnittlich hoch (Karlsruhe: 5,1 %). - Das Quartier Alt-Rintheim östlich der Mannhei- mer Straße stellt städtebaulich den gewachsenen Kern des Stadtteils Rintheim dar und ist durch eine vergleichsweise kleinteilig parzellierte Struktur in typischer Blockrandbebauung (2 bis max. 4 Ge- schosse) geprägt. Die Wohngebäude befinden sich im Privateigentum zahlreicher Einzeleigentümer. Die Bewohnerschaft ist tendenziell etwas jün- ger als der städtische Durchschnitt. Das Quartier weist keine ausgeprägten sozialen Missstände auf. Auffällig ist in Alt-Rintheim in den letzten Jah- ren eine Tendenz zur Bebauung „in zweiter Rei- he“ in den Blockinnenräumen, welche zu einer städtebaulichen Verdichtung sowie auch zu einem Zuzug jüngerer Familien in Alt-Rintheim geführt hat. Neben der Typologie der Blockrandbebauung mit den ausgeprägten privaten Freiräumen in den Blockinnenräumen sind für Alt-Rintheim lineare Straßenzüge sowie das Fehlen von öffentlichen Freiräumen typisch. Trotz der Struktur eines ge- wachsenen Stadtteils besitzt Alt-Rintheim keinen zentralen Ort, keinen Mittelpunkt mit öffentlicher Aufenthaltsqualität. In der Summe ist das Quar- tier Alt-Rintheim städtebaulich, freiraumplanerisch wie auch soziostrukturell ein Kontrapunkt zum un- mittelbar angrenzenden Rintheimer Feld, welches durch die Mannheimer Straße als Zäsur in Nord- Süd-Richtung „abgetrennt“ wird. Entsprechend gering ausgeprägt sind die städtebaulichen wie auch sozialen Schnittstellen zwischen beiden Quar- tieren. - Ein verbindendes Element zwischen den Teilquar- tieren Rintheims stellt der Raum an der Wende- schleife an der Kreuzung Mannheimer Straße/ Hirtenweg dar. Er nimmt eine Verteiler- und Ver- sorgungsfunktion wahr und bindet gleichzeitig mit „Rintheim-Nord“ ein drittes Teilquartier des Stadtteils Rintheim an, welches sich nördlich des Hirtenwegs erstreckt und durch eine Einzel- und Doppelhausbebauung der Vor- und Nachkriegszeit charakterisiert ist. 1. EINFÜHRUNG, AUSGANGSSITUATION UND VORHABEN 10 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 11 Die Struktur des im April 2009 begonnenen vorge- lagerten Beteiligungsprozesses war charakterisiert durch ein gemeinsames Herantasten an die für den Stadtteilentwicklungsprozess wichtigen Themen- felder. Basis dieses Verfahrensschrittes bildete eine Auftaktveranstaltung, auf die unmittelbar ein ge- meinsamer Stadtteilspaziergang folgte. In drei darauf folgenden Zukunftswerkstätten zu verschiedenen Themenfeldern wurde intensiv über die Ausgangs- situation, die Perspektiven der Stadtteilentwicklung, Handlungsziele und konkrete Maßnahmenvorschläge diskutiert (vgl. Abb. zur Struktur des vorgelagerten Beteiligungsprozesses). Die Ergebnisse aus dieser Be- teiligungsphase flossen in die Vorbereitenden Un- tersuchungen ein, die Grundlage des Antrags auf Fördermittel im Rahmen eines Sanierungsprogramms darstellen. Begleitet wurde das vorgelagerte Betei- ligungsverfahren von einer verwaltungsübergreifen- den Lenkungsgruppe, in welche auch der Bürgerver- ein Rintheim und die VOLKSWOHNUNG einbezogen waren. 2. Vorgelagerter Beteiligungsprozess 2. 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 12 2.1 Begründung und Ziele Grund für die in Rintheim erstmals praktizierte vorgezogene Bürgerbeteiligung waren die in der Vergangenheit erfahrungsgemäß zeitaufwendigen Abstimmungs- und Umsetzungsphasen nach offi- ziellem Start des Sanierungsverfahrens. So mussten in früheren Sanierungsverfahren die von Seiten der Verwaltung erarbeiteten Maßnahmenvorschläge nach der Programmaufnahme in der Regel zunächst intensiv mit der Bürgerschaft diskutiert werden. Der Entschluss zur frühzeitigen Beteiligung basier- te aber auch auf Überlegungen zu den von Seiten der VOLKSWOHNUNG beabsichtigten aufwendigen Sanierungsvorhaben im Rintheimer Feld, auf die der städtische Maßnahmenplan zeitlich und maßnah- mentechnisch möglichst gezielt abgestimmt werden sollte. Durch die frühzeitige Einbindung der Bewohner- schaft versprach sich die Stadt Karlsruhe gleich mehrere Vorteile: • einen mit den geplanten Maßnahmen der VOLKS- WOHNUNG eng abgestimmten und gut durch- dachten städtischen Maßnahmenplan, • eine Begünstigung der Fördermittelbewilligung durch das Einreichen eines auf verschiedene Vor- haben angepassten und in der Bürgerschaft weit- gehend abgestimmten Maßnahmenplanes, • zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen durch die Verkürzung der nachgelagerten Beteiligung, • eine hohe Akzeptanz der vorgesehenen Maßnah- men und Umsetzungsbereitschaft, • einen zielgerichteten und kompakten Stadtteilent- wicklungsprozess. 2.2 Grobanalyse und Befragung als Ausgangsbasis Die Grobanalyse wurde als Basis für den anlaufenden Stadtteilentwicklungsprozess durch das Stadtpla- nungsamt der Stadt Karlsruhe im Jahr 2008 erar- beitet und im April 2009 vorgelegt. Die Grobanalyse enthielt einerseits städtebauliche und freiraumpla- nerische Bestandserhebungen und erste fachplane- rische Wertungen sowie eine Darstellung der sozio- strukturellen Ausgangssituation. Die Grobanalyse bot damit eine erste Beurteilungsgrundlage für die Ausgangssituation im projektierten Untersuchungs- gebiet Rintheim und bezog sich auf die Teilquartiere Rintheimer Feld und Alt-Rintheim. Parallel dazu hat das Amt für Stadtentwicklung in diesem Gebiet eine Umfrage unter 250 repräsenta- tiv ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern durch- geführt. Die Umfrage lieferte Erkenntnisse über die Einschätzung und Beurteilung der lokalen Lebens- und Wohnverhältnisse und zeigte zahlreiche Defizite und Mängel auf. Neben städtebaulichen Missständen offenbarten die Ergebnisse insbesondere das soziale Konfliktpotential. 2.3 Vorgehen 2.3.1 Auftaktveranstaltung Der Beteiligungsprozess begann nach einer Erstak- tivierung und einer Reihe von Schlüsselpersonenge- sprächen mit einer Auftaktveranstaltung – der ersten Stadtteilkonferenz am 2. April 2009 im Gemeinde- saal der Katholischen Pfarrgemeinde St. Martin. Der Veranstaltungsort in der Mannheimer Straße – der Schnittstelle zwischen den Quartieren und gleichzei- tig dem Quartierseingang – bildete den optimalen Ausgangsort für diese Kick-Off-Veranstaltung. Bürgermeister Wolfram Jäger, Vertreter der Stadtver- waltung, der Bürgerverein sowie die Moderatoren des Stadtteilteams konnten insgesamt rund 120 Bür- 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 13 gerinnen und Bürger begrüßen und über die Ziele des Sanierungsprozesses sowie die ersten Ergebnisse aus der Grobanalyse und der Bürgerbefragung in- formieren und einen Ausblick auf die bis 2011 ge- planten Maßnahmen der Bürgerbeteiligung geben. Aufge lockert wurde die Veranstaltung durch einen Beitrag des Gospel-Chors Rintheim. 2.3.2 Stadtteilspaziergang Unmittelbar nach der Auftaktveranstaltung fand am 3. April 2009 ein vom Stadtteilteam geführter Stadtteilspaziergang mit Bürgermeister Wolfram Jäger statt. Ziel des Stadtteilspaziergangs war es, einen ersten gemeinsamen Eindruck von der Situ- ation vor Ort zu erhalten und erste Reaktionen und Meinungen aus der Bürgerschaft auf unterschied- liche räumliche, städtebauliche, freiraumplanerische und soziale Situationen innerhalb des Stadtteils zu erhalten. An dem Stadtteilspaziergang nahmen rund 50 Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils, Vertre- terinnen und Vertreter verschiedener Institutionen sowie aus der Politik teil. Der Stadtteilspaziergang führte durch das Rinthei- mer Feld und Alt-Rintheim zu 16 „Stationen“, an denen jeweils ein Themenfeld aus stadträumlicher, städtebaulicher, freiraumplanerischer und sozialer Sicht andiskutiert wurde. Station 1: Zentraler Ort und Treffpunkt innerhalb des Rintheimer Felds: Der Staudenplatz Station 2: Viel Raum für Alle: Freiflächen nördlich des Staudenplatzes Station 3: Wohin des Wegs? Freiräume im Bereich der Punkthochhäuser im südlichen Rint- heimer Feld Station 4: Chance zur Weiterentwicklung: Die Frei- und Brachfläche an der Forststraße Station 5: Mit gutem Beispiel voran: Modernisiertes Punkthaus Volkswohnung Station 6: Fuge zwischen dem Rintheimer Feld und der Oststadt: Der Ostring Station 7: Im Grün hindurch: Der Grünzug Pfarrer Junker Weg - Schulstandort Station 8: Lust auf Bolzen: Der zukünftige Standort Bolzplatz Station 9: Der Auftakt nach Alt-Rintheim: TSV Rint- heim – Auftakt und Straßenraum Ernst- straße Station 10: Am Rande entlang: Der Grünzug TSV- Schule am Weinweg Station 11: Mittendrin: Rintheimer Hauptstraße Station 12: Trennend und verbindend: Die Mannhei- mer Straße Station 13: Sanierung live: Heilbronner Straße/Sa- nierter Zeilenbau Volkswohnung Station 14: Endpunkt und Verteiler: Die Wendeschlei- fe am Hirtenweg Station 15: Ein verbindender Ort: Die Ladenzeile am Hirtenweg Station 16: Gemeinsamer Ort: Die Dreschhalle Zum Ende der Veranstaltung hatten die Teilneh- menden an der Dreschhalle Gelegenheit, auf zwei Luftbildern die Orte im Stadtteil zu „bepunkten“, welche aus ihrer Sicht die stärksten Defizite (rote Punkte) bzw. Potenziale (grüne Punkte) für eine Auf- wertung aufweisen. Diese Bewertung der Teilneh- merinnen und Teilnehmer ergab ein anschauliches Bild von den empfundenen räumlichen Schwerpunk- ten der Mängel und Konflikte aber auch der Poten- ziale und Chancen im Stadtteil. Defizite betreffen demnach insbesondere die Be- reiche Staudenplatz, Endhaltestelle, die Mannhei- mer Straße sowie das Vorfeld der Dreschhalle in Alt-Rintheim. Potenziale für eine Aufwertung sahen 2. 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 14 die Rintheimerinnen und Rintheimer hingegen insbe- sondere entlang der östlich an Alt-Rintheim angren- zenden Kleingärten sowie der Grünwegeverbindung zwischen TSV-Rintheim und Schule am Weinweg. Auch die Plätze im öffentlichen Raum (TSV, heutiger Bolzplatz-Standort, Staudenplatz, Wendeschleife Endhaltestelle) sowie die Brachfläche an der Forst- straße bilden nach Ansicht der Rintheimerinnen und Rintheimer Chancen zur Aufwertung. 2.3.3 Zukunftswerkstätten Die Anregungen aus den ersten Veranstaltungen wurden vom Stadtteilteam aufgenommen. In zeitlich kurzem Abstand dazu wurde mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen von Zukunftswerkstätten vertieft an verschiedenen Themenfeldern weiterge- arbeitet. Zukunftswerkstätten eignen sich besonders gut, um mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern ohne vertiefte Fachkenntnis und wenig Erfahrung in Be- teiligungsverfahren themenbezogene Ergebnisse zu erzielen. Die Zukunftswerkstätten fanden an jeweils zwei auf- einander folgenden Tagen (Freitagnachmittag und Samstag) statt und behandelten folgende Themen- gebiete: - Zukunftswerkstatt „Soziales und kulturelles Mitei- nander“ am 24./25. April 2009 - Zukunftswerkstatt „Öffentlicher Raum und Frei- raum“ am 08./09. Mai 2009 - Zukunftswerkstatt „Städtebau, Handel und Ver- kehr“ am 15./16. Mai 2009 Die Zukunftswerkstätten gliederten sich in drei Pha- sen: - die Kritikphase (jeweils Freitagnachmittag) In dieser Phase wurden Mängel und Probleme aber auch Stärken im Stadtteil in der Diskussion heraus- gearbeitet und festgehalten. - die Phantasie- und Utopiephase (jeweils Sams- tagvormittag) In diesen Phasen wurden mit unterschiedlichen kreativen Arbeitsweisen („Geschichte der Zu- kunft“, Knetmodelle etc.) Ideen und Visionen für die künftige Entwicklung Rintheims entwickelt, die auch noch unrealistisch sein durften. - die Verwirklichungs- und Praxisphase (jeweils Samstagnachmittag) In dieser Phase wurden anhand der Visionen „re- alistischere“ Handlungsziele sowie Vorschläge für konkrete Projekte und Maßnahmen formuliert. Die wesentlichen Ergebnisse der Zukunftswerkstätten sind nachfolgend in aller Kürze summarisch darge- stellt. Einen ausführlicheren Einblick in die Ergeb- nisse geben die Vorbereitenden Untersuchungen, auf dessen Grundlage im Rahmen des Integrierten Entwicklungskonzepts Ziele und Handlungsansätze für den weiteren Stadtteilentwicklungsprozess for- muliert wurden, die in Kapitel 3.5 erläutert sind. Die Ergebnisse weisen in vielerlei Hinsicht „Über- schneidungen“ zwischen sozialräumlichen und pla- nerischen Themenfeldern auf. Themenbereich kulturelles und soziales Miteinander Als problematisch empfunden wurde das soziale Miteinander bzw. Generationenkonflikte, die sich insbesondere im Miteinander mit den Jugendlichen äußern. Auch die mangelnde Integration von Mi- grantinnen und Migranten sowie von neu zugezo- genen Einwohnerinnen und Einwohnern (z.B. im Zuge der Nachverdichtung in Alt-Rintheim) wurde beklagt. Als wesentliches Ziel wurde das Schaffen einer Stadt- teilkultur im Sinne eines besseren Miteinanders, verbunden mit einer positiv besetzten Identität des Stadtteils sowie einer Stärkung und Ausweitung 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 15 konkreter kultureller Angebote in allen Teilgebieten Rintheims angeregt. Als mögliches Motto entstand in der Sitzung der Begriff „MIR“, der für „Miteinander in Rintheim“ steht, gleichzeitig im badischen Sprach- gebrauch „Wir“ und im Russischen (Мир) „Frieden“ oder „Welt“ bedeutet. In diesem Zusammenhang wurde aus der Bürger- schaft ein Ort der Begegnung und der Identifikation angeregt – ein Bürgertreff mit neutralen nicht insti- tutionell gebundenen Raumangeboten für Vereine sowie Räume, die als Begegnungsstätte fungieren und attraktive, gut im Stadtteil vernetzte öffentliche und soziokulturelle Angebote bereitstellen sollten. Auch die Verbesserung der stadtteilinternen Kom- munikation durch Informations- und Interaktionsan- gebote sowie durch gezielte Stadtteilmarketingakti- onen wurde als Ziel artikuliert. Städtebaulich-freiraumplanerische Entwicklung In der Betrachtung der räumlichen und städtebau- lichen Situation wurden von den Teilnehmenden wesentliche Mängel verschiedener konkreter öffent- licher Plätze benannt – allen voran der Staudenplatz. Neben der Nennung einiger räumlich-punktueller Si- tuationen wurden die Freiraumqualitäten in beiden Teilquartieren jeweils aus unterschiedlichen Gründen als teilweise defizitär beurteilt. Im Rintheimer Feld wurden die Orientierung, der bauliche Zustand von Treppen und Rampen und Pflanzbeeten und damit 2. 2. VORGELAGERTER BETEILIGUNGSPROZESS 16 insgesamt die Aufenthaltsqualität von Spielplätzen und Wegen zumindest teilweise negativ beurteilt. In Alt-Rintheim wurden die engen und meist zuge- parkten Straßenräume ohne Platz- und Aufenthalts- zonen, mit geringen Gehwegbreiten und mit wenig Grün kritisierst. Konkrete Maßnahmenvorschläge umfassten das Schaffen einer zusammenhängenden Freiraumzone im Rintheimer Feld, die in Nord-Süd-Richtung ver- laufend den Stadtteilzugang an der Haid-und-Neu- Straße mit der Forststraße verbindet und dabei die wichtigen Orte Staudenplatz, der künftig nicht mehr als Nahversorgungsstandort sondern als Freiraum gesehen wurde, und das Vorfeld des Heinz-Schuch- mann-Hauses, das zu einem Generationenplatz ent- wickelt werden könnte, einbezieht. An dieser „Nord- Süd-Achse“ sollten Wegeverbindungen angedockt und qualifizierte Freiraumangebote angeboten wer- den. Der Standort der Brachfläche an der Forststraße als Schnittstelle zur „Nord-Süd-Achse“ und der die beiden Teilquartiere verbindenden Forststraße wurde als zentraler Punkt gesehen, der sich für eine öf- fentliche Nutzung wie einem Bürgertreff eigne, der aber auch einen Ersatzstandort für das Nahversor- gungsangebot bei Neuordnung des Staudenplatzes darstellen könnte. Eine ganz wesentliche Bedeutung im Stadtteil wurde auch der Mannheimer Straße beigemessen, die sich durch geeignete Maßnahmen (Übergänge, Quer- schnitt, Begrünung) und entsprechende Gestaltung von einer „Trennlinie“ zu einer verbindenden „Naht- stelle“ entwickeln sollte. Stadtteilimage und Identität In allen Zukunftswerkstätten wurde das überwiegend als negativ empfundene Image des Stadtteils bemän- gelt. Dieses äußere sich in einer gefühlten Benach- teiligung Rintheims in der Lokalpolitik („vergessener Stadtteil“) und einer gewissen Stigmatisierung aber auch durch das Fehlen ausstrahlender Anziehungs- punkte im Stadtteil. Das Fehlen von Kommunika- tions- und Informationsangeboten wurde bemängelt und als Defizit im Hinblick auf eine stärkere Identi- fizierung dargestellt. Künftig sollten die Qualitäten des Stadtteils als grüner, ruhiger und stadtnaher Standort, sowohl nach außen (Image) als auch nach innen (Identifikation) thematisiert werden. 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 17 3.1 Vorbereitende Untersuchungen als Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln Die Vorbereitenden Untersuchungen bilden eine Beurteilungsgrundlage über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Sanierung und sind Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln. Vor Antragstellung werden die Vorbereitenden Untersu- chungen dem Gemeinderat vorgelegt. Die Vorbereitenden Untersuchungen beinhalten Be- standsaufnahmen und Gebietsanalysen, anhand de- rer Aussagen über den baulichen Zustand und das Ausmaß der städtebaulichen Missstände getroffen werden. Ein Maßnahmenplan mit dazugehöriger Ko- sten- und Finanzierungsübersicht formuliert Empfeh- lungen zur Verbesserung defizitärer Strukturen. Die Vorbereitenden Untersuchungen beinhalten darüber hinaus einen Vorschlag für die Gebietsabgrenzung und die Wahl des Sanierungsverfahrens. 3.2 Einbindung der Beteiligungsergeb- nisse in die Vorbereitenden Untersu- chungen Auf Basis der vorlaufenden Grobanalyse sowie der Umfrageergebnisse wurden im Sommer 2009 durch die beauftragte Arbeitsgemeinschaft die Vorberei- tenden Untersuchungen entwickelt. Über die dezer- natsübergreifende Lenkungsgruppe waren neben der Fachverwaltung auch der Bürgerverein Rintheim und die VOLKSWOHNUNG in die Erstellung der Vorbe- reitenden Untersuchungen eingebunden. Außerdem gestalteten die Bürgerinnen und Bürger Rintheims über den vorgelagerten Beteiligungsprozess die In- halte der Vorbereitenden Untersuchungen maßgeb- lich mit. Dabei konnten sowohl in der Analyse der Mängel und Missstände wie auch in der Definition der Handlungsziele und im konkreten Maßnahmen- pool die mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbei- teten Inhalte weitestgehend eingebunden werden. Um den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger auf die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen sichtbar zu machen, werden im Folgenden die Pläne, „Mängel und Missstände“ sowie „Struktur- und Ge- staltungsplan“ einander vergleichend gegenüberge- stellt. Der Plan „Mängel und Missstände“ zeigt die in der Bürgerschaft diskutierten städtebaulichen und frei- raumplanerischen Defizite auf, welche im Rintheimer Feld, in Alt-Rintheim und an den Fugen zwischen und zu den angrenzenden Quartieren vorhanden sind. Gleichermaßen macht der „Struktur- und Gestal- tungsplan“ in einer noch durchaus abstrakten Form die diskutierten Maßnahmen deutlich, welche die Defizite im Rintheimer Feld und in Alt-Rintheim be- heben, zu einer Qualifizierung der städtebaulichen Situation und des (halb)öffentlichen Raums beitra- gen, eine Vernetzung zwischen den beiden Quartie- ren forcieren und die Trennwirkung der Mannheimer Straße überwinden sollen. Die Pläne sind Bestandteil der Vorbereitenden Untersuchungen. 3. Vorbereitende Untersuchungen und Programmaufnahme 2. 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 18 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 19 2. 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 20 3.3 Beantragung von zwei Sanierungs- gebieten „Soziale Stadt Rintheimer Feld“ und „Landessanierungspro- gramm Alt-Rintheim“ Der Weg zur Programmaufnahme war gekennzeich- net durch intensive Abstimmungen zwischen dem Fördergeber und der Stadtverwaltung. Hierbei stell- te sich heraus, dass der zunächst verfolgte Ansatz einer quartiersübergreifenden Sanierung im gesam- ten Untersuchungsgebiet (Rintheimer Feld und Alt- Rintheim) in einem Programm aufgrund des großen Gebietes und angesichts der derzeitigen Programm- überzeichnungen wenig aussichtsreich war und nicht weiter verfolgt werden konnte. Vor diesem Hinter- grund entschied man sich in Abstimmung mit dem Fördergeber, die Teilquartiere entsprechend ihrer vor- handenen Mängel und Missstände in der Antragstel- lung aufzusplitten. In der Konsequenz wurde für das Rintheimer Feld aufgrund der dortigen sozialen und städtebaulichen Missstände ein Antrag zur Aufnah- me in das Programm Soziale-Stadt (SSP) gestellt und für Alt-Rintheim vor dem Hintergrund der vorrangig städtebaulichen Defizite einen Antrag zur Aufnahme in das Landessanierungsprogramm (LSP). Die Antrag- stellung erfolgte nach Beschluss des Gemeinderates der Stadt Karlsruhe im Herbst 2009. 3.4 Soziale Stadt Rintheimer Feld Aufgrund der Überzeichnung der Sanierungspro- gramme wurden beide Anträge zunächst mit Be- scheid im April 2010 nicht bewilligt. Erst nach wei- teren Abstimmungen mit dem Fördergeber und nach Umschichten von noch vorhandenen Fördermitteln aus anderen Soziale-Stadt-Gebieten in Karlsruhe konnte doch noch eine Programmaufnahme erreicht werden. Die Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Pro- gramm Soziale Stadt erfolgte mit der Zusage des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg im Au- gust 2010. Der Gemeinderat beschloss im Oktober 2010 die Sanierungssatzung. Um jedoch im Zuge der Sanierungsmaßnahme keine ausschließliche Fokussierung auf das Rintheimer Feld zu vollziehen, konnte mit dem Fördergeber eine ver- änderte Gebietsabgrenzung vereinbart werden. Die- se schloss städtebaulich wichtige Ankerpunkte nach Alt-Rintheim mit ein – so z.B. die Übergangssituati- onen an der Mannheimer Straße, die Wendeschleife und das Ladenzentrum am Hirtenweg. Der Maßnahmenplan benennt die Maßnahmen im Kontext der neu definierten Gebietsabgrenzung und stellt zusammen mit der Bereitstellung von Haus- haltsmitteln einen Fahrplan für die städtebaulichen und freiraumplanerischen Maßnahmen und den be- gleitenden Arbeitskreis „Städtebau, Freiraum und Handel“ (vgl. Kapitel 4) dar. 3.5 Integriertes Entwicklungskonzept Rintheimer Feld Nach Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Soziale- Stadt-Programm war dem Fördermittelgeber ein Inte- griertes Entwicklungskonzept für das Sanierungsge- biet vorzulegen. Das Integrierte Entwicklungskonzept bildet anhand einer systematischen Auflistung von Handlungsfeldern, Ansätzen und Maßnahmenvor- schlägen eine Handlungsanleitung für die Weiter- entwicklung des Stadtteils. Dabei berücksichtigt das Integrierte Entwicklungskonzept sämtliche stadtteil- bezogenen Aktivitäten und führt alle relevanten Vor- haben, das Zehn-Punkte-Programm im Rahmen des Quartiersentwicklungskonzeptes der VOLKSWOH- NUNG, die Ziele des Lokalen Aktionsplanes „STÄR- KEN vor Ort“ sowie die städtischen Vorhaben im Rahmen des Sanierungsprozesses, zusammen. Das Integrierte Entwicklungskonzept Rintheimer Feld wurde durch das Amt für Stadtentwicklung im Jahr 2010 angefertigt und soll für die Dauer des Sanierungsprozesses kontinuierlich fortgeschrieben werden. Damit erfüllt das Integrierte Entwicklungs- konzept den Anspruch der Dokumentation und Eva- luation des Stadtteilentwicklungsprozesses. 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 21 3.5.1 Handlungsfelder Alle den Stadtteil betreffende Ziele und Vorhaben wurden in sechs Handlungsfeldern und einem hand- lungsfeldübergreifenden Ziel gebündelt. Für jedes dieser Handlungsfelder liegen jeweils konkrete Maß- nahmenvorschläge vor. Handlungsfeld 1: Soziales und kulturelles Miteinander Hinsichtlich des sozialen und kulturellen Miteinan- ders sollen im Sinne einer zu entwickelnden „Stadt- teilkultur“ die Barrieren zwischen den Teilquartie- ren überwunden, das generationsübergreifende und interkulturelle Zusammenleben verbessert und Nachbarschaftsbeziehungen aufgebaut werden. Die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie Zugezogenen soll verbessert und die Anonymität im Quartier abgebaut werden. Dabei soll insbesondere für das Rintheimer Feld eine erweiterte Aktivierung zur Teilhabe am Stadtteilleben erreicht werden, kul- turelle und ehrenamtliche (Vereins)-Aktivitäten sol- len auch im Rintheimer Feld in Form interkultureller Angebote verankert werden. Darüber hinaus zielt das Handlungsfeld darauf ab, Angebote zur Unter- stützung sozial Benachteiligter sowie für Senioren zu etablieren. 2. 3. VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN UND PROGRAMMAUFNAHME 22 Handlungsfeld 2: Kinder und Jugendliche Die Angebote für Kinder und Jugendliche im Stadt- teil sollen erweitert und die Bildungschancen für Kin- der und Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten verbessert werden. Dabei ist auch die Förderung der sozialen Kompetenz und des Verantwortungs- bewusstseins zu berücksichtigen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit zwischen den Schulen beispielsweise in Form von gemeinsamen Projekten sowie auf der Klärung der Schul- und Hortsitu ation vor dem Hintergrund der Überlegungen zu einer Ganztagsgrundschule im Rintheimer Feld. Handlungsfeld 3: Wohnen und Wohnumfeld Eine Verbesserung der Wohnsituation und des Wohn- umfeldes soll durch die Steigerung der Aufenthalts- qualität im öffentlichen Raum durch gestalterische Aufwertung (Ordnen von Grünflächen, Qualifizie- rung von Platzsituationen, zielgruppenspezifische Angebote, Beleuchtung etc.) sowie durch verbesserte Wegeverbindungen erreicht werden. Auch Moderni- sierungsmaßnahmen am Gebäudebestand sowie die Bebauung der Brachfläche an der Forststraße sollen dazu beitragen. Handlungsfeld 4: Öffentlicher Raum und Verkehr Fokus dieses Handlungsfeldes liegt auf der Aufhe- bung der trennenden Wirkung der Mannheimer Straße (Querungsmöglichkeiten, Verkehrsberuhi- gung, Lärmentlastung) sowie auf der Gestaltung und Aufwertung der Straßenräume und Stadtteilein- gangssituationen insgesamt. Darüber hinaus ist die Verbesserung der Parkierungssituation (mehr Ange- bote, gleichzeitig weniger Belastung auf Wegen und Plätzen) angestrebt. Handlungsfeld 5: Nahversorgung und lokale Ökonomie Ein wesentliches Ziel ist die Sicherung sowie die Stär- kung und Attraktivierung der fußläufigen Nahversor- gung an einem zukunftsfähigen Standort. Hierfür sind die Standorte Staudenplatz und Forststraße auf ihre Eignung zu überprüfen und der Standort am Hirtenweg aufzuwerten. Außerdem zielt das Hand- lungsfeld auf eine Verbesserung der Angebotsstruk- tur und Vermarktung der Standorte sowie auf die Stärkung der Nachfrage ab. Handlungsfeld 6: Image und Öffentlichkeitsarbeit Ziel im Bereich Image und Öffentlichkeitsarbeit ist es, ein positives Image aufzubauen und eine stärkere Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Stadtteil zu erreichen. Dafür sollen die Qualitäten des Stadtteils und Aktivitäten lokaler Träger und Ver- eine herausgearbeitet und gestärkt sowie gebündelt und kommuniziert werden. Die Entwicklung eines übergeordneten identitätsstiftenden Gestaltungskon- zepts für das Wohnumfeld soll zu einer positiven Außenwirkung beitragen. Handlungsfeldübergreifendes Ziel: Verknüpfung Alt-Rintheim und Rintheimer Feld Durch die alleinige Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Soziale-Stadt-Programm droht die Gefahr, dass die Kluft zwischen den Teilquartieren weiter zunimmt. Um dies zu vermeiden, müssen die von Beginn des Beteiligungsprozesses an verfolgten Be- strebungen, beide Teilquartiere zusammenzuführen, hinsichtlich aller Tätigkeitsbereiche (sowohl in der baulichen Umgestaltung wie auch durch die Ver- netzung von Aktivitäten) weiterhin berücksichtigt werden. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 23 4.1 Struktur des Beteiligungsprozesses Mit der Abgabe des Antrags auf Städtebauförde- rungsmittel im Herbst 2009 wurde die nächste Phase der Bürgerbeteiligung eingeleitet. Diese knüpfte an den vorgelagerten Beteiligungsprozess an und führte auch in der Übergangsphase bis Programmaufnahme den begonnenen Dialog mit der Bürgerschaft fort. Der Beteiligungsprozess nach Antragstellung gliedert sich in zwei Phasen: • Übergangsphase bis Programmaufnahme Ziel dieser Phase war die dialogische Konkretisie- rung von Projekten, um bereits direkt nach Pro- grammaufnahme in die Realisierung von Maßnah- men einsteigen zu können. Da sich bereits zu diesem Zeitpunkt eine Über- zeichnung von Sanierungsprogrammen andeutete, war die Phase gekennzeichnet durch eine Unge- wissheit hinsichtlich des weiteren Fortgangs. Vor allem im Bezug auf den städtebaulich-planerischen Bereich waren aufgrund der einzunehmenden ab- wartenden Haltung kaum konkrete Diskussionen möglich, was zu zeitlichen Verzögerungen des be- absichtigten Vorgehens führte. Im sozialen Bereich konnten hingegen einige Projektideen konkretisiert und dank der STÄRKEN vor Ort Förderung auch teilweise umgesetzt werden. • Beteiligungsphase nach Programmaufnahme Ziel dieser Phase war die Umsetzung der städte- baulichen und sozialräumlichen Projekte und der Aufbau selbsttragender Strukturen im Stadtteil. Auch ohne die Aufnahme in ein Förderprogramm konnten erste Themen aus den Zukunftswerkstätten aufgegriffen und in der Übergangsphase bis zur Programmaufnahme im Rahmen der drei neu ge- gründeten Projektgruppen weiterverfolgt werden: • Projektgruppe Kinder und Jugendliche in Rintheim • Projektgruppe MIR – Miteinander in Rintheim • Projektgruppe Nord-Süd-Achse / Freiraum Rinthei- mer Feld Während sich die Projektgruppen in der Übergangs- zeit mit einzelnen Starterprojekten befassten, sollten sie sich nach Programmaufnahme als gleichnamige Arbeitskreise (AK) mit Sprecher bzw. Sprecherin etablieren. Da jedoch lediglich für das Rintheimer Feld die Aufnahme in ein Sanierungsprogramm er- reicht wurde, nahm die Beteiligung aus Alt-Rintheim nach der Übergangsphase stark ab. Da die Teilneh- merinnen und Teilnehmer der beiden sozialen Ar- beitskreise (Miteinander in Rintheim und Kinder und Jugend liche) weitgehend identisch waren und sich auch die Themenfelder teilweise überschnitten, wur- den sie im Frühjahr 2011 zu einem Arbeitskreis I „Miteinander in Rintheim“ zusammengelegt. Die Projektgruppe Nord-Süd-Achse/Freiraum for- mierte sich nach Programmaufnahme als Arbeits- kreis II „Städtebau, Freiraum und Handel“. Aus den beiden Arbeitskreisen sollen im Frühjahr 2011 je ein Sprecher oder eine Sprecherin gewählt werden. Diese fungieren als Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin für das Stadtteilteam und sollen zu besonderen Anlässen stellvertretend für den Ar- beitskreis eingeladen werden (z.B. im Rahmen von Lenkungsgruppen oder Wettbewerbsverfahren). Die Lenkungsgruppe ist das begleitende und steu- ernde Gremium des Prozesses, in dem Maßnahmen abgestimmt und beraten werden. Ihr gehören das Stadtteilteam, die relevanten Ämter der Stadtver- waltung sowie Vertreter des Bürgervereins und der VOLKSWOHNUNG an. Künftig werden bei Bedarf auch die Arbeitskreis-Sprecher bzw. -Sprecherinnen zu den Sitzungen eingeladen. Die Lenkungsrunde trifft sich etwa alle sechs bis acht Wochen. Der gemeinderätliche Sanierungsbeirat für die So- ziale Stadt Rintheimer Feld soll den Gemeinderat in allen wichtigen Angelegenheiten hinsichtlich des Sa- nierungsgebietes beraten und unterstützen. Er setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Fraktionen, dem Bürgerverein, der Architektenkammer, dem Auslän- derbeirat, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer. Der Sanierungsbeirat tagt erstmalig am 12. April 2011. 4. Beteiligungsprozess nach Antragstellung 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 24 4.2 Schnittstelle zur Quartiersent- wicklung der VOLKSWOHNUNG Die VOLKSWOHNUNG als größter Eigentümer und Maßnahmenträger im Rintheimer Feld nimmt eine Schlüsselrolle im Stadtteilentwicklungsprozess ein. Eine enge Kooperation zwischen der Stadtteilent- wicklung und dem städtischen Tochterunternehmen war daher von Beginn des Prozesses an beabsich- tigtes Ziel. Die VOLKSWOHNUNG ist im Rintheimer Feld für ihre Mieterinnen und Mieter wie für ihre Liegen- schaften und das Wohnumfeld sowohl sozialräumlich wie baulich und planerisch auf vielen Ebenen aktiv. Dafür wurde im Sinne einer „Nachhaltigen Quar- tiersentwicklung Rintheimer Feld“ ein „Zehn-Punkte- Programm“ aufgestellt: 1. Energetische Sanierung, Verbesserung des bau- lichen Erscheinungsbildes 2. Zielgruppenorientierte Aufwertung der Grünflä- chen 3. Attraktives Quartierszentrum 4. Durchmischung der Mieterschaft 5. Wohnen im Alter 6. Verbesserung des Miteinanders 7. Junge Familien halten 8. Angebote für Jugendliche 9. Verbesserung des Kundenservice der VOLKS- WOHNUNG 10. Optimierung des ruhenden Verkehrs (Quelle: VOLKSWOHNUNG) 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 25 Aus Sicht der Stadtteilentwicklung ist es dabei wich- tig, die Belange des gesamten Stadtteils mit den Vor- haben der VOLKSWOHNUNG abzustimmen, Syner- gien zu suchen und Parallelaktivitäten zu vermeiden bzw. zu koordinieren. Baulich-planerische Maßnahmen: Die VOLKSWOHNUNG modernisiert im Rintheimer Feld derzeit die Wohnungsbestände. Neben Maßnah- men zur Steigerung der Energieeffizienz sind auch Modernisierungen der technischen Infrastruktur so- wie die Ergänzung oder Erweiterung von Terrassen und Balkonen und in Teilbereichen die Veränderung und Anpassung von Wohnungsgrundrissen vorgese- hen. Einige dieser Maßnahmen sind in Forschungs- projekten wie „Energieeffiziente Stadt“ verankert. Im Jahr 2010 hat die VOLKSWOHNUNG erfolgreich am Wettbewerb „Energetische Sanierung von Groß- wohnsiedlungen auf der Grundlage von integrierten Stadtteilentwicklungskonzepten“ des Bundesmini- steriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) teilgenommen und wurde für ihr Konzept mit einem mit 100.000 Euro dotierten „Gold“-Preis ausgezeichnet. Geplant sind Maßnahmen zur ener- getischen Sanierung sowie dem Anschluss des Ge- bäudebestandes an das Fernwärmenetz. Darüber hinaus wurden vom Preisgericht auch die dargestell- ten planerischen Vorstellungen für die Qualifizierung der Freiräume im Rintheimer Feld (Verbesserung der Wegebeziehungen und der Orientierung, Aufwer- tung und Hierarchisierung von Aufenthalts- und Ru- hezonen, Qualifizierung der Spielflächenangebote, Einrichten von Mietergärten) gewürdigt. Diese im Wettbewerb noch skizzenhaft angedachten Frei- raumkonzepte will die VOLKSWOHNUNG im wei- teren Verfahren vertiefen und mittelfristig realisieren. Dabei ist es unabdingbar, die städtischen Vorhaben mit denen der VOLKSWOHNUNG zusammenzufüh- ren und untereinander abzustimmen. Dies betrifft z.B. Fragen eines einheitlichen Erscheinungsbildes in Form von Stadtmöbeln u.ä. Ein besonderes Au- genmerk liegt auch auf der Brachfläche an der Forststraße. An diesem für den Gesamtstadtteil zen- tralen Standort können neben Wohnraum weitere gewerbliche oder soziale Nutzungen untergebracht werden, die eine Verbindung nach Alt-Rintheim schaffen. Der Austausch und die Abstimmung mit der VOLKSWOHNUNG findet im Rahmen von Len- kungsgruppensitzungen statt. Darüber hinaus wird die VOLKSWOHNUNG über die protokollierten Betei- ligungsergebnisse regelmäßig über den Prozess und die Vorhaben informiert. Die protokollierten Beteiligungsergebnisse der Pro- jektgruppensitzung wurden zur Prüfung an die VOLKSWOHNUNG weitergegeben, ob und in welcher Form die Anregungen in die weiteren Planungen auf- genommen werden können. Sozialräumliche Maßnahmen: Im Juli 2009 hat die VOLKSWOHNUNG ein Mieter- service-Büro am Staudenplatz eingerichtet, das als Anlaufstelle für Mieterinnen und Mieter fungiert. Ein zuständiger Kundenbetreuer ist zwei Mal in der Woche – montags von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr und mittwochs von 13:00 Uhr bis 17:30 Uhr – vor Ort. Die Besucherzahl von etwa 3.500 Besucherinnen und Besucher innerhalb von eineinhalb Jahren spiegelt die hohe Akzeptanz des Angebots wieder. Zusätzlich zu dem Kundenbetreuer hat die VOLKSWOHNUNG eine Ganztagsstelle für einen Hausmeister geschaf- fen, der seinen Arbeitsplatz ebenfalls im Mieterser- vice-Büro hat. Im Jahr 2010 wurde zur Förderung eines partner- schaftlichen Verhältnisses zwischen Mietern und VOLKSWOHNUNG ein Mieterbeirat ins Leben ge- rufen. Die 19 Mitglieder im Mieterbeirat sollen als Vertrauenspersonen der Bewohnerinnen und Bewoh- ner fungieren und als Sprachrohr für deren Wünsche und Sorgen Ansprechpartner für die VOLKSWOH- NUNG sein. Laut Aussage der VOLKSWOHNUNG sind die Mieterbeiräte in der Mieterschaft sehr gut angesehen. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat die VOLKS- WOHNUNG einen Gemeinschaftsraum in der Erd- geschosszone des Gebäudes der Heilbronner Straße 24 geschaffen. Dort werden mittlerweile die unter- schiedlichsten Aktivitäten angeboten – so beispiels- weise ein monatlich stattfindender Seniorennach- mittag, eine kulinarische Weltreise, Sprachkurse u.a. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 26 4.3 Präsenz vor Ort: Das Sanierungsbüro Das Sanierungsbüro ist in der Erdgeschosszone in einem der Hochhäuser des Rintheimer Feldes di- rekt an der Mannheimer Straße – und damit an der Schnittstelle zwischen den beiden Quartieren Alt- Rintheim und dem Rintheimer Feld – untergebracht. Die zuvor leer stehenden Räume wurden von der VOLKSWOHNUNG modernisiert und um einen bar- rierefreien Zugang sowie eine barrierefreie Toilette ergänzt. Ein markantes (und nachts beleuchtetes) Schild sowie das Logo des Stadtteilprozesses auf der Glasbausteinwand weisen auf das Sanierungs- büro hin. Es ist damit gut wahrnehmbar und durch die Lage an der Mannheimer Straße bequem zu erreichen. Am 6. Oktober 2009 fand im Beisein von Bürgermei- ster Wolfram Jäger sowie Vertretern der VOLKSWOH- NUNG und lokaler Institutionen die Eröffnung mit ca. 60 Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil statt. Das Sanierungsbüro wurde von der Stadt Karlsruhe für die Dauer von zwei Jahren bis Oktober 2011 angemietet. Das Sanierungsbüro dient als Anlaufstelle bei Fra- gen zur Stadtteilentwicklung und speziell zum Sa- nierungsverfahren. Die wöchentliche Sprechstunde des Stadtteilmanagements donnerstags von 14:00 bis 18:00 Uhr bietet den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit, über die Veranstaltungen der Bürger- beteiligung hinaus Anregungen zur Stadtteilentwick- lung einzubringen oder Auskünfte einzuholen. Im Sanierungsbüro finden neben der Sprechstunde des Stadtteilteams auch Veranstaltungen der Bürger- beteiligung wie Arbeitskreis- und Projektgruppensit- zungen sowie Workshops statt. Darüber hinaus bieten verschiedene Träger sozi- ale Angebote wie Kurse, Beratungsangebote und Sprechstunden an. Anbieter sind Institutionen wie der Bürgerverein Rintheim, der Sozialverband VDK, 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 27 die internationale islamische Frauengemeinschaft sowie die katholische Kirche. Darüber hinaus finden im Sanierungsbüro auch temporäre Angebote z.B. Projekttreffen im Rahmen des Programms „STÄRKEN vor Ort“ statt. Dadurch hat sich das Sanierungsbüro zu einem lebendigen Treffpunkt im Stadtteil entwi- ckelt. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 28 4.4 Stadtteilkonferenzen Ein wichtiger Bestandteil in der Bürgerbeteiligung zum Stadtteilentwicklungsprozess sind die Stadtteil- konferenzen. In diesen zentralen Veranstaltungen soll die breite Öffentlichkeit über Ziele des Verfah- rens sowie im weiteren Verlauf auch über den aktu- ellen Stand und erste Ergebnisse informiert werden. Außerdem wird für die Teilnahme an weiteren Ver- anstaltungen geworben. Nach der ersten Stadtteilkonferenz, der Auftaktver- anstaltung im April 2009 (vgl. Kapitel 2.3.1), fand am 12. November 2009, nach der Antragstellung auf Sanierungsmittel, die zweite Stadtteilkonfe- renz statt. Veranstaltungsort war der Heinz-Schuch- mann-Saal. Mit der zweiten Stadtteilkonferenz wur- de offiziell die zweite Phase der Bürgerbeteiligung (Starterprojektphase) eingeläutet. In der von ca. 100 Bürgerinnen und Bürgern besuchten Veranstal- tung berichtete nach der Begrüßung durch Bürger- meister Michael Obert das Stadtteilteam über die Ergebnisse der ersten Phase der Bürgerbeteiligung (Zukunftswerkstätten). Darüber hinaus wurden die sich formierenden Projektgruppen mit ihren The- menschwerpunkten vorgestellt. Der Bürgerverein verdeutlichte seine Rolle im Prozess und die Sozial- und Jugendbehörde berichtete über das Programm STÄRKEN vor Ort. Die dritte Stadtteilkonferenz fand am 22. Juli 2010 ebenfalls im Heinz-Schuchmann-Saal – dem Quartiersmittelpunkt des neuen Sanierungsgebietes – statt. Bürgermeister Wolfram Jäger konnte rund 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 29 100 Besucherinnen und Besucher begrüßen. Die Stadtverwaltung schilderte den Verfahrensstand vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Aufnah- me des Rintheimer Feldes in das Programm „So- ziale Stadt“ sowie die vorgesehenen planerischen Maßnahmen. Das Stadtteilteam berichtete aus den drei Projektgruppen und der Bürgerverein über den Erfolg des Stadtteiljubiläums sowie den Wechsel im Vorstand. Einige Träger stellten die für 2010 bewil- ligten Projekte im Programm STÄRKEN vor Ort vor oder berichteten bereits über erste Ergebnisse. Die Hochschule für Technik aus Stuttgart stellte die Er- gebnisse des Studienprojekts zur neuen Rintheimer Mitte vor (vgl. AK Städtebau, Freiraum und Handel). 4.5 Öffentlichkeitsarbeit Das Stadtteilmanagement hat ein eigenes Erschei- nungsbild („Corporate Design“) für die Öffent- lichkeitsarbeit entwickelt. Dieses einheitliche Erscheinungsbild soll nicht nur im Rahmen des Stadt- teilentwicklungsprozesses Anwendung finden, son- dern sich möglichst dauerhaft im Stadtteil etablieren. Das Corporate Design baut auf den Farben Rin- theims auf und verwendet als Logo das abstrahierte „Rintheimer Doppelkreuz“. Die Farben rot und gelb auf weißem Hintergrund wirken schlicht aber den- noch markant und sind damit ortsbezogen und wie- dererkennbar. Mit diesem einheitlichen Erscheinungsbild wird über verschiedene Medien auf den Stadtteilentwicklungs- prozess aufmerksam gemacht. Das geschieht zum einen über Plakate und Flyer und zum anderen über Aushänge am Sanierungsbüro und im angemieteten und umgestalteten Schaukasten am Staudenplatz. Die Aufwertung des zuvor äußerst unansehnlichen Schaukastens sollte ein erstes Zeichen signalisieren. Auch wurde ein Internetportal (www.hier-ist-rint- heim.de) zum Stadtteilentwicklungsprozess aufge- setzt, das nach Auslaufen des Beteiligungsverfahrens im Sinne der Verstetigung und Kontinuität durch den Bürgerverein weiter geführt werden soll. Es könnte so zu einem Mitmach-Werkzeug heranwachsen, in dem Akteure aus dem Stadtteil mitwirken, Inhalte und Informationen einbringen und z.B. einen ge- meinsamen Veranstaltungskalender pflegen. Ein solches Portal kann verschiedene Funktionen über- nehmen. Neben der aktuellen Information über Ver- anstaltungen können in Ergänzung zum Bürgerblatt Berichte über Aktivitäten aus dem Stadtteil heraus gebündelt werden. Es ist beabsichtigt, das Inter- netportal als einfach zu bedienendes Werkzeug im Stadtteil zu verankern und Bürger als „Autoren“ oder „Redakteure“ zur Mitwirkung zu motivieren. Neben diesem Stadtteil-Internetportal informiert die Stadt Karlsruhe unter www.karlsruhe.de über die wichtigsten Termine und Hintergründe zum Stadt- teilentwicklungsprozess. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zu einer Akti- vierung der Öffentlichkeit bei, sondern sollen durch eine damit einhergehende Imageverbesserung auch die Identität der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrem Stadtteil stärken. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 30 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 31 4.6 Projekte STÄRKEN vor Ort Das Programm STÄRKEN vor Ort ist ein Förder- programm des Bundes- mi nis te riums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das aus dem Europäi schen Sozial- fonds der Europäi schen Union kofinan ziert wird. Es wird als „Komplementärprogramm“ vorrangig in Ge- bieten der Sozialen Stadt eingesetzt, da die Mittel aus dem Sanierungsprogramm selbst für investive, jedoch nicht für sozialräumliche Projektumsetzungen vorgesehen sind. Zuständig für die Vergabe von Fördermitteln ist die Regiestelle in Berlin vertreten durch die lokale Koordinierungsstelle, die bei der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe angesiedelt ist. Anträge können von Personen und Institutionen gestellt werden. Die sogenannten Mikroprojekte werden mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst. Eine Ko-Finanzierung ist nicht erforderlich. Der Förder- zeitraum beträgt maximal ein Jahr und muss bis zum Ende des jeweiligen Kalenderjahres beendet sein. Das Programm selbst ist vom Fördermittelge- ber auf drei Jahre bis einschließlich 2011 befristet. Künftig steht auch das ESF-Bundesprogramm „Bil- dung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ für Teilhabe und Chancengerechtigkeit in den Gebieten des Städtebauförderungsprogramms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“ bereit. Der Stadtjugendausschuss e.V. hat für Rint- heim zur weiteren Förderung der Jugendräume eine Interessensbekundung eingereicht. Die Mikro pro jekte müssen in Zusam men hang mit der Gleich stel lung der Geschlech ter, den Programm- vor ga ben von STÄRKEN vor Ort und dem Lokalen Aktions plan der Stadt Karlsruhe stehen und sich in ihrer Ausrichtung an die vom Fördergeber vorgege- benen Zielgruppen richten. Diese sind Jugend li che und junge Menschen mit schlech teren Start chan- cen sowie Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wieder ein stieg in das Erwerbs le ben. Eines von mehreren Fördergebieten im Programm STÄRKEN vor Ort in Karlsruhe ist die Oststadt mit der Erweiterung Rintheimer Feld. So konnten bereits ab Herbst 2009 im Vorgriff auf die Aufnahme in ein Sanierungsprogramm Mittel bereitgestellt und damit frühzeitig eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht werden. Der Begleitausschuss, zu dem neben städtischen Mitarbeitern auch Vertreter der Schulen, des Bürgervereins und des Jugendtreffs zäh- len, sichtet die Anträge und entscheidet über deren Bewilligung. Folgende Projekte wurden seit Programmstart für das Gebiet Rintheimer Feld und Oststadt bewilligt und bereits umgesetzt: MIKROPROJEKT 2009 Jugend gestaltet sich einen Raum VOLKSWOHNUNG GmbH Im Jahr 2009 wurde als erstes Projekt im Rinthei- mer Feld das Vorhaben „Jugend gestaltet sich einen Raum“ durchgeführt. Zwischen 15 und 20 Jugendli- che aus Rintheim und der Oststadt planten und kon- zipierten im Rahmen eines STÄRKEN vor Ort-Projekts seit Juli 2009 Jugendräume für Rintheim, was auch ein großer Wunsch aus der Bürgerbeteiligung war. Dieses Projekt, das von der VOLKSWOHNUNG initi- iert und zusammen mit dem Jugendtreff Oststadt und dem Stadtteilteam betreut wurde, hatte das Ziel, die Räume des leer stehenden ehemaligen Po- lizeipostens am Staudenplatz in einen Jugendtreff umzubauen. Am 15.12.2009 wurde das Ergebnis der Planungsphase für die Jugendräume dem Vorstand der VOLKSWOHNUNG und geladenen Gästen durch die Jugendlichen vorgestellt. Die Umgestaltung der Jugendräume erfolgte im Jahr 2010 ohne weitere Projektförderung aus dem Programm STÄRKEN vor Ort (siehe AK Kinder und Jugendliche). Die Einwei- hung der Jugendräume fand am 29. Oktober 2010 statt. MIKROPROJEKTE 2010 Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten Frau Betke Das Angebot richtete sich an Jugendliche und junge Menschen sowie Frauen mit mangelnden Deutsch- kenntnissen. Durch die Förderung der sprachlichen Kompetenz soll die Integration von Migrantinnen und Migranten verbessert und die Teilhabe an der sozialen Infrastruktur gefördert werden. Angeboten wurden Kurse in Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch. Die Sprachkurse erfuhren eine sehr hohe Resonanz, 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konn- ten erreicht und sprachlich unterstützt werden. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 32 Aktivierung von Migrantinnen – m³ Frau Benzarti Das Projekt richtete sich an Migrantinnen mit Deutschkenntnissen und beinhaltete u.a. folgende Komponenten: - Vernetzung der Migrantinnen im Stadtteil - Stärken der sprachlichen Kompetenz und des Selbstbewusstseins - Stärken des politischen Bewusstseins und des En- gagements im Stadtteil - Kontakte herstellen zu Einrichtungen im Stadt- teil, die für den beruflichen Wieder/-Einstieg der Frauen hilfreich sein können, z.B. Kitas, Beratungs- angebote, Hausaufgabenbetreuung. Zu Beginn war es sehr schwer, Teilnehmerinnen zu erreichen. Über persönliche Ansprache und kreative Angebote ist es jedoch schließlich gelungen, einige Frauen aus dem Rintheimer Feld in das Projekt ein- zubinden. Youtube-Video-Werkstatt Werkraum Karlsruhe Ziel des Projektes war es, Jugendliche des Rintheimer Feldes „von der Straße“ zu holen, ihnen eine Per- spektive zu bieten, sowie ihre sozialen Kompetenzen zu stärken. Die Jugendlichen erstellten gemeinsam einen Film, dessen Drehbuch „Gnadenlos - Gewalt erzeugt Gegengewalt“ die Jugendlichen selbst ge- schrieben haben. 17 Jugendliche wurden dadurch auch im Umgang mit Kamera, Drehtechniken und Schnittprogrammen qualifiziert. Zwei langzeitarbeitslose Jugendliche konnten im Lau- fe des Projektes in ein Praktikum vermittelt werden. Jugend entdeckt Geschichte 1. Rintheimer Carneval Verein 1978 e.V. Jugendliche aus dem Rintheimer Feld und der Ost- stadt wurden mit dem Projekt angesprochen, die Geschichte ihres Stadtteils zu „entdecken“, zu „erforschen“ und kreativ wiederzugeben. Neben Recherchen im Stadtarchiv und in Büchern wurde der Kontakt zwischen den Jugendlichen und älteren Menschen des Stadtteils hergestellt. Diese brachten in „Zeitzeugen-Interviews“, die im eigens eingerich- teten Ton-und-Film-Studio auf Video aufgezeichnet wurden, ihre persönlichen Erinnerungen ein. Darüber hinaus erkundeten die Jugendlichen in Stadtteilstreif- zügen Orte, die anhand historischer Fotos ausge- wählt wurden, um die Veränderung des Stadtbildes mit Kameras zu dokumentieren. Die Ergebnisse al- ler Arbeitsschritte wurden am PC aufbereitet und in einer interaktiven multimedialen Computerprä- sentation zusammengeführt. Die Präsentation wurde als medialer Beitrag in die Ausstellung 900 Jahre Rintheim im Pfinzgaumuseum integriert. Nach an- fänglichen Schwierigkeiten in der Aktivierung konnte eine kleine Teilnehmergruppe stabilisiert werden, die bis zum Ende am Projekt teilgenommen hat. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 33 Vorbereitung für den Hauptschulabschluss an der Tullaschule Frau Sarenkapa 13 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Tulla- schule wurden auf die Prüfungen des Hauptschulab- schlusses vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler erhielten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch eine intensive Förderung. Dabei wurde ins- besondere das eigenständige Lernen gefördert und ein Pool mit Lernmaterialien erstellt. Musik bewegt! Frau Kasper Über das Musizieren wurden Frauen eingeladen Pro- blemlösungsstrategien zu erarbeiten, die auch für die Arbeitssuche wichtig sind. Über Improvisation und Experimentieren mit Musik sollte die Persön- lichkeit gestärkt sowie Kreativität und Lebensfreude freigesetzt werden. Die vier Teilnehmerinnen wurden motiviert, sich mit ihrer beruflichen Situation aus- einanderzusetzen und Perspektiven zu entwickeln. Das Projekt wird auf Wunsch der Teilnehmerinnen ehrenamtlich als offener Gesprächskreis ohne musi- kalische Begleitung fortgeführt. Theaterprojekt – Du kommst hier nicht rein! Freie Kulturschule KA e.V. Ziel des Projektes war es, mit Jugendlichen der Lidell- schule anhand von Theaterübungen und Theaterspie- len Fähigkeiten zu entwickeln. Dadurch sollten sich ihre sprachlichen Kompetenzen sowie ihre Selbstprä- sentation verbessern. Entsprechend den Wünschen und Bedürfnissen der zwölf Schülerinnen und Schü- ler wurden außerdem kleine Filmszenen gedreht, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren konnten. Qualifizierung für Frauen mit Migrations- hintergrund Netzwerk Frauen in Bewegung Das Projekt richtete sich an Frauen mit Migrations- hintergrund und beinhaltete: - Qualifizierung im Bereich der Sozialkompetenz sowie Pünktlichkeit und Übernahme von Verant- wortung - Kontaktaufnahme zu Unternehmen der Oststadt, zur Überprüfung, ob die bestehende Qualifikation der Frauen von den lokalen Betrieben nachgefragt wird - Arbeitsplatzsuche im lokalen Umfeld - Qualifizierungsanteil: z.B. Praktika in Altenpflege- einrichtungen oder bei Pflegedienstleistern. 16 Frauen nahmen dieses Angebot regelmäßig wahr, unter ihnen befanden sich elf Langzeitarbeitslose. Vier Frauen konnten während des Projektes in Prak- tika vermittelt werden, sechs Frauen fanden durch die intensive Unterstützung im Projekt einen Arbeits- platz. Lebensweltorientierter Deutschkurs für muslimische Frauen Türkisch Islamische Gemeinde Karlsruhe e.V. Für muslimische Frauen wurde ein Sprachkurs an- geboten, der ihnen die Bewältigung der Alltagspro- bleme erleichtern sollte. Inhaltlich war der Kurs auf Alltagsthemen ausgerichtet. Im Vordergrund stand das Trainieren von Dialogen. Mit dem Kurs wurden 20 muslimische Frauen erreicht, die von den vorhan- denen Angeboten an Sprachkursen bislang keinen Gebrauch gemacht haben. Um ihnen Unterstüt- zungsmöglichkeiten in Karlsruhe näher zu bringen war außerdem der Besuch verschiedener Instituti- onen, wie dem Büro für Integration, Bestandteil des Kurses. Ausbildungsorientierte Hilfe für Migrantenschüler/-innen Türkisch Islamische Gemeinde Karlsruhe e.V. Ziel des Projekts war es, jugendliche Migrantinnen und Migranten bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen und ihnen den Einstieg in das Berufsle- ben mit Hilfe eines kulturell kompetenten Pädagogen zu erleichtern. Angeboten wurden Einzel- und Grup- penberatungen sowie Workshops und Seminare zur Berufsberatung und zur Erstellung von Bewerbungs- unterlagen. Zudem wurden die 15 Jugendlichen bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützt. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 34 MIKROPROJEKTE 2011 Auch für das Jahr 2011 wurde wieder eine Reihe von Anträgen eingereicht, aus denen der Begleitaus- schuss im Januar ein vielfältiges Angebot bewilligte. Berufliche Rückenstärkung Türkisch Islamische Gemeinde Karlsruhe e.V. Ziel ist die Vorbereitung von Jugendlichen mit Mi- grationshintergrund auf die Bewerbung und Ausbil- dung. Die Jugendlichen sollen dabei von anderen Jugendlichen unterstützt werden, die bereits in Aus- bildung sind oder diese schon abgeschlossen haben. Dadurch sollen die Projektteilnehmer/-innen einen Einblick in verschiedene Berufsfelder bekommen und die Möglichkeit haben, anderen Jugendlichen hierzu gezielt Fragen zu stellen. Außerdem sind Be- triebsbesichtigungen entsprechend dem Interesse der Jugendlichen geplant. Durch das Heranführen an un- terschiedliche Berufsinformationsangebote sollen die Jugendlichen Sicherheit in der Berufswahl erlangen. Bewerbungstraining mit jungen musli- mischen Frauen Türkisch Islamische Gemeinde zu Karlsruhe e.V. Junge muslimische Frauen sollen Unterstützung im Bewerbungstraining erhalten. Die damit einherge- hende Stärkung des Selbstbewusstseins und Erwei- terung der Kommunikationsfähigkeit soll ihnen hel- fen, sich in das Arbeitsleben und die Gesellschaft zu integrieren. Das Bewerbungstraining ist in einen Deutschkurs eingebettet, der den Frauen die ent- sprechenden Deutschkenntnisse und die Sicherheit für Vorstellungsgespräche geben soll. Mit Sprachen punkten Frau Betke Aufbauend auf dem vorherigen Projekt in 2010 sol- len schulschwache Jugendliche und junge Menschen sowie Frauen mit mangelnden Deutschkenntnissen kompetenten Sprachunterricht in Deutsch, Englisch und/oder Französisch erhalten. Damit sollen sich die schulische und soziale Integration sowie die beruf- lichen Start- und Widereinstiegschancen verbessern. Mit den Jugendlichen wird der Unterrichtsstoff der verschiedenen Sprachenfächer durchgearbeitet, um ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Frauen mit Migrationshintergrund erhalten verstärkt berufs- bezogenen Deutschunterricht. Künste helfen Leben Fördergemeinschaft der Lidellschule (FöS) Durch jugendnahe motivierende Kunstformen sollen Jugendliche der Klassenstufen 7-9 der Lidellschu- le in Kooperation mit Bildungseinrichtungen und Kunstschaffenden zukunftsrelevante Schlüsselqua- lifikationen und berufsbezogene Kompetenzen er- werben. Die Ergebnisse (bildnerische oder plastische Streetart objekte, Tanzvorführungen, Fotodokumen- tation) sollen im öffentlichen Raum ausgestellt und präsentiert werden. Filmwerkstatt Ost Herr Doornbos Ziel ist es, Jugendliche mit der Entwicklung eines Filmes zu erreichen und ihnen verschiedene Kennt- nisse der Filmbranche zu vermitteln (Drehbuch, Filmdreh, Schnitt, Schauspiel). Dabei sollen wichtige Schlüsselqualifikationen (Verantwortung, Teamarbeit, Genauigkeit, Verlässlichkeit, Ausdauer) erworben werden. Mit dieser Tätigkeit soll mit den Jugend- lichen gemeinsam ihre eigene berufliche Situation analysiert und Möglichkeiten der beruflichen Orien- tierung aufgezeigt werden. Erfolgreich zum Hauptschulabschluss Frau Sarenkapa Ziel ist die Vorbereitung der 9. Klasse der Tullaschu- le auf die schriftlichen und mündlichen Hauptschul- abschlussprüfungen. Die Schülerinnen und Schüler sollen in den drei Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch individuell gefördert und erfolgreich zum Hauptschulabschluss geführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Bewältigung der Prüfungs- angst liegen. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 35 Frauenwerkstatt Frau Benzarti Frauen mit Migrationshintergrund bzw. Be- rufs(wieder-)einsteigerinnen sollen über das Erlernen verschiedener Handarbeiten (Nähen, Häkeln) eigene Fähigkeiten entdecken und entfalten und darüber in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden. Dies soll zur Förderung ihrer sozialen Kompetenzen und zur Integration beitragen. Über das Heranführen an entsprechende Angebote sollen den Frauen Unter- stützungsmöglichkeiten hinsichtlich der Arbeitssuche aufgezeigt werden. Berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch und mit neuen Medien Planetfilm und Fernsehproduktion GmbH Gemeinsam mit Jugendlichen der Schillerschule soll eine Recherche und Produktion eines Films über „50 Jahre Gastarbeiter in Deutschland“ erstellt werden. Dadurch sollen die Jugendlichen erste berufliche Er- fahrung sammeln und Teilgebiete der Filmproduktion kennen lernen (Recherche, Kameraarbeit, Interviews, Tonaufnahme) und dadurch auch eine Orientierung für Berufschancen im Medienbereich erfahren. Junge Menschen und Berufspraxis (JUME- PRAX) Herr Dr. Rempp Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene mit geringem Einblick in Betriebe und damit mangelnder Berufsorientierung in unterschiedlichen Phasen ihres Werdegangs zu motivieren und zu unterstützen. Ge- plant ist, über ein noch zu bildendes Betriebsnetz- werk jungen Menschen Kontakte, Betriebsführungen, Volontariate und Praktikumsplätze zu ermöglichen. „Synergiewerkstatt-Oststadt“ – Informa- tionen und Anlaufstelle für die Anerken- nung von ausländischen Abschlüssen und Arbeitssuche Netzwerk „Frauen in Bewegung“ Arbeitssuchende Frauen, deren Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt sind, sollen beim Pro- zess der Anerkennung begleitet und unterstützt werden. „Frauenbegleiterinnen“ helfen arbeitslosen Frauen bei der Arbeitssuche und zeigen ihnen be- stehende Hilfsangebote in Karlsruhe auf. Sofern Ab- schlüsse nicht anerkannt werden können, werden die Frauen dahingehend unterstützt, eine entsprechende Umschulung oder Weiterbildung zu besuchen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. 4.7 Projektgruppe und Arbeitskreis: Kinder und Jugendliche Der Arbeitskreis Kinder und Jugendliche ist eine Fort- führung der gleichnamigen Projektgruppe, die sich bereits mit der Antragstellung auf Städtebauförder- mittel im Herbst 2009 formierte. Die Projektgruppe griff Themen und Ideen auf, die in der Zukunfts- werkstatt „Soziales und kulturelles Miteinander“ im April 2009 entstanden sind. Seither finden regel- mäßig in Abständen von etwa drei Monaten vom Stadtteilteam moderierte Projektgruppen- bzw. Ar- beitskreissitzungen statt. Darin erarbeiten alle rele- vanten Akteure aus dem Stadtteil sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger Ideen, Lösungsansätze und Strategien zum Thema Kinder und Jugendliche. Die Sitzungen dienen darüber hinaus dazu, die Akteure untereinander zu vernetzen. Die Sitzungen befassten sich bislang im Wesentlichen mit der Thematik Jugendräume für Rintheim sowie mit der Schulentwicklung. Thematisiert wurde darü- ber hinaus eine Vielzahl kleinerer Projekte. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 36 4.7.1 Jugendräume Rintheim Der Umbau des ehemaligen Polizeipostens am Stau- denplatz in einen Jugendtreff erfolgte im Jahr 2010. Der Jugendraum wurde im Herbst 2009 im Rahmen des STÄRKEN-vor-Ort-Projektes „Jugend gestaltet sich einen Raum“ von Jugendlichen selbst konzipiert. Die VOLKSWOHNUNG hat die Räume Anfang 2010 erworben und rund 60.000 Euro in den Umbau inve- stiert. Bei der Beauftragung der Handwerksbetriebe legte die VOLKSWOHNUNG Wert darauf, dass die Betriebe die Jugendlichen nach Interesse und Fähig- keit an den Bauarbeiten beteiligen. Begleitet wurde das Projekt von der Kompetenzagentur, dem Stadt- jugendausschuss mit der Fachstelle für Berufsorien- tierung „beo – das Netzwerk für deine Zukunft“ und dem Jugendhaus Oststadt. Insgesamt brachten 18 junge Menschen im Alter von 12 bis 19 Jahren mehr als 1.700 Stunden ehrenamtlicher, körperlicher Arbeit auf, um die Räume am Staudenplatz zum Ju- gendtreff umzugestalten. Aufgrund der Beteiligung der Jugendlichen bei der Konzeption und Umsetzung wurde eine hohe Identifikation mit der neuen Ein- richtung erreicht. Gleichzeitig konnten Erfahrungen über verschiedene Berufe gesammelt werden. Am Ende des Umbaus konnten manche Jugendliche so- gar eine Lehrstelle oder weitere berufliche Perspek- tiven finden. Der neue Jugendtreff am Staudenplatz wurde am 29. Oktober 2010 eingeweiht. Die Räume werden dem Stadtjugendausschuss von der VOLKSWOHNUNG mietfrei zur Verfügung ge- stellt. Der Stadtjugendausschuss stellte in einer In- terimslösung aus eigenen Mitteln eine Sozialpäda- gogin ein, um die Einrichtung zusammen mit den Jugendlichen zu betreiben. Die Jugendräume werden zunächst an drei Nachmittagen bzw. Abenden in der Woche geöffnet sein. • Dienstag und Donnerstag, 17.00 bis 19.00 Uhr • Freitag, 17.00 bis 22.00 Uhr Der Jugendtreff soll nicht nur Aufenthaltsort mit viel- fältigen Freizeitangeboten sein, sondern auch eine Anlaufstelle, die junge Menschen bei ihrer Berufsfin- dung und Lebensplanung unterstützt. Die pädagogische Begleitung der Jugendlichen wur- de auf Antrag des Stadtjugendausschusses durch einen gemeinderätlichen Beschluss am 21. Septem- ber 2010 und die Schaffung einer 75 %-Stelle zum 1. Februar 2011 sichergestellt. Zur weiteren Absicherung der pädagogischen Beglei- tung wurde mit Unterstützung des Stadtteilmanage- ments vom Stadtjugendausschuss ein Förderantrag für das Förderprogramm „Modellvorhaben Soziale Stadt“ verfasst. Der Antrag beinhaltet folgende Schwerpunkte: • Partizipation der Jugendlichen • Qualifizierung der Jugendlichen • Vernetzung der Jugendlichen im Stadtteil • Berufsorientierung für die Jugendlichen. Die Kürzung der Städtebaufördermittel führte jedoch zu einer Streichung weiterer Modellvorhaben, so dass auf diesem Wege keine Förderung möglich ist. Im Frühjahr 2011 folgte der Stadtjugendausschuss dem Aufruf des Förderprogramms BIWAQ und reichte eine Interessensbekundung ein. Das ESF-Bun- desprogramm BIWAQ ist ein ergänzendes arbeits- marktpolitisches Instrument, das vom Bundesministe- rium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in den Programmgebieten der „Sozialen Stadt“ eingesetzt wird. Zuwendungsfähig sind Projekte ab 200.000 Euro und einer Laufzeit von 12 bis 36 Monaten. Der Eigenanteil beträgt 12 %. Titel des geplanten Pro- jekts mit einer Laufzeit bis Ende Oktober 2014 lautet „JUGENDLICH GEPEPPT – JOB GECHECKT“ – Mach dich fit für Deine Zukunft. Das Projekt verfolgt als Leitziele die „Verbesserung der Qualifizierung von 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 37 Jugendlichen im Stadtteil“ sowie das lebendige und kreative Miteinander als gestaltendes Netzwerk im Stadtteil zur „Verbesserung der kulturellen und in- frastrukturellen Angebote“ für die Rintheimer Bür- gerinnen und Bürger. Das Ergebnis der Interessens- bekundung wird Ende April 2011 erwartet. Der Jugendtreff wird bereits intensiv von den Ju- gendlichen genutzt und hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Jugendliche des Rintheimer Feldes ent- wickelt. 4.7.2 Schulentwicklung Rintheim Die Vertreterinnen und Vertreter der Schulen des Quartiers waren von Beginn an in die Projektgruppe und den späteren Arbeitskreis Kinder und Jugendli- che eingebunden. Thema war zu Anfang vor allem die Kooperation unter den Schulen sowie die Pro- blematik der Schulbezirke. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, die Heinrich-Köhler-Schule in der Forststraße zur Ganztagsgrundschule weiterzuent- wickeln. Zielvorstellung ist eine „Ganztagsschule mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgaben- stellung“, die die an der Schule befindliche Grund- schulförder- und Präventivklasse berücksichtigt und die zu erwartenden Inklusions-Aufgaben beachtet. Da das Interesse an der Schulentwicklung Rintheims hoch ist, wurde das Thema in einer eigenständigen Projektgruppe unter dem Dach des Arbeitskreises Kinder und Jugendliche fortgesetzt. Die hohe Be- teiligung von 20 bis 25 Personen an den Sitzungen spiegelt das Interesse und die Bedeutung des Themas für Rintheim wieder. Überlegungen für eine Ganztagsgrundschule wur- den von einer Arbeitsgruppe von Lehrkräften der Heinrich-Köhler-Schule, Eltern und Mitarbeitern der Horte unter Beratung von Schul- und Sportamt und Staatlichem Schulamt erstellt. Die Projektgruppe Schulentwicklung würde sich eine stärkere Einbe- ziehung in die Konzeptentwicklung wünschen, zumal hier viel Fachwissen und Vor-Ort-Erfahrung genutzt werden kann. Die Grundschule in Alt-Rintheim verfolgt das Ziel, sich als Regelschule vor allem in den Bereichen Le- seprofil, Inklusion und Begabtenförderung zu profi- lieren. Nachmittags sollten Arbeitsgemeinschaften in Kooperation mit der Heinrich-Köhler-Schule stattfin- den, aber auch mit der Schule für Sehbehinderte. Die bestehende enge Vernetzung mit der Schule für Seh- behinderte soll weitergeführt werden, beispielsweise über Projekttage, gegenseitige Unterrichtsbesuche oder Sporttage. Sobald die Schule für Sehbehinderte in die neuen Räume umzieht, kann der nach dem Modellraumprogramm anerkannte Raumbedarf der Grundschule abgedeckt werden. Als mögliche Ziele für die weitere Diskussion in der Projektgruppe wurden festgehalten: • Soziale Durchmischung der beiden Stadtviertel, z.B. indem Wohnraum für sozial stärkere Familien im Rintheimer Feld geschaffenen wird. • Das Aufheben der Schulbezirksgrenzen. Allerdings sind vor dem Hintergrund der ausgeprägten unter- schiedlichen sozialen Struktur der Quartiere wei- tere Überlegungen hinsichtlich der zukünftigen Schulkonzeption erforderlich. • Unterschiedliche Profilierung der beiden Grund- schulen. • Gegenseitige Ergänzung der Angebote (Mensa, Ar- beitsgemeinschaften) und Kooperation der beiden Grundschulen. • Einrichten eines Bildungshauses. • Weitere Thematisierung der Grundschul- und Prä- ventivförderung. Die Diskussion in der Projektgruppe Schulentwicklung wird fortgeführt, sobald für Rintheim das Ergebnis der stadtweiten Umfrage zum Betreuungsbedarf im Grundschulalter vorliegt. Im Rahmen der weiteren Projektgruppenarbeit ist auch die Einbindung der außerschulischen Betreuung (Hort) zu prüfen. 4.7.3 Weiteres Arbeitsprogramm Weitere wesentliche kinder- und jugendrelevante As- pekte, mit denen sich der Arbeitskreis „Kinder und Jugendliche“ im vergangenen Jahr befasste bzw. sich im Rahmen des zusammengelegten Arbeitskreises MIR – Miteinander in Rintheim künftig befassen wird, sind Themen aus den Bereichen „Verbesse- rung der Angebote für Kinder und Jugendliche“ (Skaterplatz, Mädchen(spiel)platz), „Förderung der Bildungs- und Zukunftschancen“ (Hausaufgaben- betreuung, Sprachkurse), „Förderung der sozialen Kompetenz und des Verantwortungsbewusstseins“ (Patenschaften) sowie der Suchtberatung und der Erziehungshilfe. Darüber hinaus ist für Sommer 2011 eine intensive Kinderbeteiligung mit dem Kinderbüro im Quartier vorgesehen (vgl. Kap. 4.8.5). 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 38 4.8 Projektgruppe und Arbeitskreis: MIR – Miteinander in Rintheim Der anfangs als Projektgruppe initiierte Arbeitskreis MIR – Miteinander in Rintheim entwickelte sich auf- bauend auf den Ergebnissen der ersten Beteiligungs- phase. Auch wurde dort der Begriff „MIR“, der im badischen Sprachgebrauch „Wir“ und im Russischen (Мир) „Frieden“ oder „Welt“ bedeutet, geprägt, der gleichzeitig für den Titel des Arbeitskreises „Mitei- nander in Rintheim“ steht. Im Arbeitskreis MIR geht es um Fragen des Zusam- menlebens, Vereins- und Ehrenamtsarbeit, um so- ziale Aspekte, aber auch darum, wie es gelingen kann, sozial Benachteiligte zu unterstützen und in den Beteiligungsprozess einzubinden. Diskutiert und konkretisiert wurden beispielsweise Ideen zu Mietergärten und Lehrgärten, zu Sprachkursen und anderen Bildungsangeboten sowie zu aktuellen Ge- schehnissen im Stadtteil, wie der 900-Jahr-Feier, der Nahversorgung am Staudenplatz oder der geplanten Schließung bzw. Zusammenlegung des Polizeireviers in der Oststadt. Ein zentrales Thema bildete die Idee eines gemeinnützigen Raumangebotes, das Vereinen, kommerziellen Nutzern und Privatpersonen gleicher- maßen zur Verfügung stehen sollte (vgl. 4.8.1). Die Projektgruppen- bzw. Arbeitskreistreffen finden in regelmäßigen Abständen von etwa drei Monaten statt und werden vom Stadtteilteam moderiert. Zu den teilnehmenden Akteuren zählen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter lokaler Vereine, wie Bürgerverein und TSV, der Diakonie, der Kirchen, der VOLKSWOHNUNG, des Polizeireviers Ost sowie Bürgerinnen und Bürger. 4.8.1 Generationen- und siedlungsstruk- turübergreifendes gemeinbedarfs- orientiertes Raumangebot Als eines der zentralen Anliegen zur Förderung des interkulturellen und generationenübergreifenden Zu- sammenlebens, zur Stärkung der Identität im Stadt- teil sowie zur Verbesserung des Images und des Zu- sammengehörigkeitsgefühls zwischen Alt-Rintheim und dem Rintheimer Feld wurde in der Bürgerbe- teiligung ein sozio-kulturelles-Zentrum (Bürgertreff) gesehen. Die Entwicklung eines solchen Zentrums wurde im Rahmen des Arbeitskreises zunächst in- tensiv verfolgt. Die unterschiedlichen Funktionalitäten eines Bürger- treffs werden bereits an verschiedenen Standorten im Rintheimer Feld, vor allem in den Erdgeschosszo- nen der Volkswohnungsgebäude, erprobt: • Gemeinschaftsraum der VOLKSWOHNUNG, Heil- bronner Str. 25 • Mieterbüro der VOLKSWOHNUNG am Stauden- platz • Sanierungsbüro der Stadt Karlsruhe, Mannheimer Str. 25 • Jugendräume am Staudenplatz • Startpunkt Familienzentrum der Diakonie (in Pla- nung). Damit wurden die Erdgeschosszonen in den Hoch- häusern aufgewertet und nutzbar gemacht, was im Stadtteil positiv wahrgenommen wird. Im Sinne der Auffindbarkeit und Zusammenarbeit der verschie- denen Akteure des Gemeinwesens würde aus Sicht der Beteiligten ein zentraler Treff- und Identifikati- onspunkt jedoch Vorteile bieten – vor allem auch für Alt-Rintheim und das Zusammenwachsen der Stadtteile. Potential für ein generationen- und siedlungsstruk- turübergreifendes gemeinbedarfsorientiertes Raum- angebot wurde vor allem im Rahmen der Neube- bauung der VOLKSWOHNUNG in der Forststraße gesehen. Aus Sicht der Stadtverwaltung sind jedoch vorrangig Bestandsergänzungen zu verfolgen. Da- durch rückt als möglicher Standort das Schulzentrum der Heinrich-Köhler-Schule und der Tulla-Realschule in den Fokus. Erste Gespräche des Stadtteilma- nagements hierzu haben bereits stattgefunden. Die Schulleiter der Heinrich-Köhler-Schule und der Tulla- Realschule zeigen sich an einer Integration am Schul- standort aufgeschlossen. Interessant ist diese Idee insbesondere vor dem Hintergrund eines eventuell vorgesehenen Umbaus des Schulgebäudes. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 39 Um den tatsächlichen Bedarf an Räumlichkeiten in Rintheim zu ermitteln, wurden im September 2010 zunächst diverse Einrichtungen gebeten, Angaben zu derzeit oder in absehbarer Zeit zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten für eine entsprechende Nutzung durch Vereine, Einrichtungen, Bürgerinnen und Bürger zu machen. Auf die Anfrage gab es nur sehr wenige Rückmeldungen. Freie Kapazitäten wur- den vom Sanierungsbüro, der katholischen und evan- gelischen Kirche, dem Heinz-Schuchmann-Haus und absehbar auch von der Diakonie gemeldet. In einem weiteren Schritt war geplant, dass das Stadtteilmanagement in einer Art „Machbarkeits- studie“ Untersuchungen zur Standortfrage und einem Betriebsmodell anstellen sollte. Mit dem ab- rupten Wegbrechen der Beteiligung aus Alt-Rintheim aufgrund der Fokussierung der Sozialen Stadt auf das Rintheimer Feld ist jedoch auch der Ehrgeiz hinsichtlich dieses Projektes spürbar zurück gegan- gen. Das Thema „Bürgertreff“ wird daher zunächst nicht weiter verfolgt und soll gegebenenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise im Zusam- menhang mit einem möglichen Umbau der Schulen, wieder aufgegriffen werden. 4.8.2 Aktivierung aller Bevölkerungs- gruppen Die Bewohnerschaft des Rintheimer Feldes lässt sich nur schwer akti- vieren. Die Aktivierung schwer erreichbarer Personengruppen erfordert kreative Methoden und innovative Aktivierungsstrategien, aber auch Konti- nuität. Vor diesem Hintergrund wurde das STÄRKEN vor Ort Projekt „M³ - Migrantinnen machen mit“ von Frau Benzarti in Zusammenarbeit mit dem Stadtteil- management entwickelt. Ziel des Projektes war es vor allem, die sprachliche Kompetenz und das Selbstbewusstsein von Frauen mit Migrationshintergrund weiter zu stärken sowie Kontakte zu Einrichtungen im Stadtteil herzustellen, die für den beruflichen (Wieder)Einstieg der Frauen hilfreich sein können – z.B. Kitas, Beratungsange- bote, Hausaufgabenbetreuung. Für das Seminar sollte eine Gruppe von Frauen mit der Vorgehens- weise der offenen Bürgerbeteiligung und der Stadt- teilentwicklung vertraut gemacht werden. Trotz intensiver Werbung im Vorfeld des ersten Tref- fens durch persönliche Ansprache der Zielgruppe, durch Flyer und Plakate und trotz der Zusagen ei- niger Frauen blieb zunächst die Beteiligung aus. Um die Zielgruppe zu erreichen, wurde im Folgenden unter anderem Kontakt mit der DITIB Moschee aufge nommen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Moschee keine Anlaufstelle für Frauen aus dem Rint heimer Feld ist. Schließlich wurde versucht, über die Hausaufgabenbetreuung und vor allem über Frau Benzarti, die Mitglied im Integrationsbei- rat der Stadt Karlsruhe ist und selbst im Rintheimer Feld lebt, Frauen durch persönliche Ansprache zu erreichen und in das Projekt einzubinden. Auch dies blieb zunächst erfolglos. Erst durch einen nieder- schwelligen Ansatz – ein gemeinsames Waffelbacken vor dem Sanierungsbüro im Juni 2010 – gelang es, die Zielgruppe zu erreichen. Die Mobile Spielaktion Karlsruhe stellte für die Aktion verschiedene Außen- spielgeräte zur Verfügung und es fand ein Trom- melworkshop statt. Die Gespräche mit den Teilneh- merinnen zeigten, dass diese oft einer beruflichen und familiären Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, die Ihnen kaum Zeit und Raum lässt, über Fragen der persönlichen Weiterentwicklung oder über die Stadtteilentwicklung nachzudenken. Das Netzwerk Rintheim (vgl. Kap. 4.8.4) möchte im Sinne der Nach- haltigkeit, diesen niederschwelligen Ansatz des Pro- jektes M³ aufgreifen und die Aktivitäten im Netzwerk fortsetzen, beispielsweise durch Aktionen und Feste. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 40 4.8.3 Stadtteilaktivitäten und Feste Rintheim feierte im Jahr 2010 sein 900-jähriges Stadtteiljubiläum. Die Feierlichkeiten vom 7. bis zum 9. Mai 2010 mit einem Festakt am Freitag so- wie einem Stadtteilfest am 8. Mai auf dem Platz vor dem TSV-Gelände stellten einen Höhepunkt des Jubiläumsjahrs dar. Am Stadtteilfest war neben zahl- reichen Vereinen auch das Stadtteilmanagement mit einem Stand vertreten. Auch ist es gelungen, Mi- grantinnen über einen Stand des Elternbeirates der Heinrich-Köhler-Schule an der Aktion zu beteiligen. Verschiedenste Aktivitäten und ein unterhaltsames Bühnenprogramm aus Tanz- und Musikdarbietungen führten zu einer regen Beteiligung. Rintheimer Schulkinder verewigten sich für die Dauer einiger Monate im Rahmen einer Straßenmalaktion auf der Mannheimer Straße. Am Sonntag, den 9. Mai empfing Oberbürgermeister Heinz Fenrich die Rint- heimerinnen und Rintheimer am Marktplatz in Karls- ruhe, zuvor wurde ein ökumenischer Gottesdienst in Rintheim veranstaltet. Im Juli 2010 eröffnete die Aus- stellung „900 Jahre Rintheim“ des Stadtarchivs zur Stadtteilgeschichte Rintheims im Pfinzgau-Museum in Durlach. Die Ausstellung war bis Frühjahr 2011 zu sehen. Jugendliche aus Rintheim leisten im STÄRKEN vor Ort Projekt „Jugend entdeckt Geschichte“, das vom 1. Rintheimer Carneval Verein angeboten und vom Stadtteilmanagement begleitet wurde, einen multimedialen Beitrag zu dieser Ausstellung. Im September 2010 fand, wie bereits im Jahr zu- vor, auf dem Spielplatz an der Mannheimer Str. 23 - 25 im Rintheimer Feld ein Spielplatzfest statt. Das Spielplatzfest fand 2010 nicht unter der Federfüh- rung, wohl aber mit Unterstützung des Bürgervereins statt. Organisiert wurde das Fest unter dem Motto “Spiel und Spaß für Jung und Alt!” vom neu ge- gründeten Mieterbeirat sowie der VOLKSWOHNUNG unter Beteiligung weiterer Institutionen aus Rintheim und der Oststadt. Aufbauend auf den niederschwelligen Erfolgen des Projektes m³ wurde vom Netzwerk Rintheim im Ok- tober 2010 im Sanierungsbüro ein Kürbisfest veran- staltet, bei dem auf die vielfältigen sozialen und kul- turellen Angebote in Rintheim aufmerksam gemacht wurde (vgl. Kap. 4.8.4). 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 41 4.8.4 Netzwerk Rintheim Im September 2010 wurde im Rahmen einer Pro- jektgruppensitzung die Problematik der Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger des Rintheimer Feldes diskutiert. Nahezu alle Akteure haben große Schwie- rigkeiten, die Bewohnerschaft im Rintheimer Feld zu erreichen. Die verschiedenen Beratungs- und Unter- stützungsangebote werden kaum angenommen. Die STÄRKEN-vor-Ort-Projekte finden im Stadtteil teilwei- se nur sehr mühsam Mitwirkende. Hierzu hat sich das Netzwerk Rintheim gegründet, dem derzeit folgende Akteure bzw. Projekte ange- hören: • Projekt: „hören, raten, helfen“, katholische Kirche, • „Startpunkt-Familienzentrum“, Diakonie • Kulinarische Weltreise, Netzwerk Karlsruhe • STÄRKEN vor Ort-Projekt „M 3 – Migrantinnen ma- chen mit“, Frau Benzarti. Um die Kräfte für die Entwicklung des Stadtteils zu bündeln, wollen die Netzwerkmitglieder künftig intensiver zusammen arbeiten. Ziel des Netzwerkes ist es: • die Rintheimerinnen und Rintheimer zu erreichen und für die Angebote zu aktivieren, • gegenseitig auf Angebote aufmerksam zu machen, • eine konzertierte gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, z.B. durch einen gemeinsamen Flyer, Plakate oder einen Internetauftritt, • gemeinsame niederschwellige Veranstaltungen und Aktionen im Rintheimer Feld zu konzipieren, • Zusammenwirken verschiedener Angebote erpro- ben und an einem zentralen Ort zusammenführen, • die Identität im Stadtteil zu stärken. Als erste Aktion fand im Oktober 2010 im Sanie- rungsbüro ein Kürbisfest statt. Mit Unterstützung des Projektes M³, des Stadtteilteams, der Pfarrge- meinde St. Martin und der Interessengemeinschaft „Netzwerk Karlsruhe“ mit generationsübergreifender Beratung rund um das Alter, um Jugendliche und Erziehung wurden Kürbislaternen und Papier-Dra- chen gebastelt, Waffeln gebacken, gesungen und getrommelt. Weitere Aktivitäten des Netzwerks sollen im Arbeits- kreis MIR beraten werden. Vorgesehen sind weiterhin regelmäßige Treffen aller Aktiven des Gemeinwesens, um über Anliegen, Projekte und Maßnahmen in Rin- theim zu beraten und das gemeinsame Vorgehen abzustimmen. Außerdem soll künftig stärker mit dem Mieterbeirat der VOLKSWOHNUNG zusammengear- beitet werden. 4.8.5 Weitere Themen und Vorhaben Concierge-Dienst Zur Förderung des interkulturellen und generationen- übergreifenden Zusammenlebens und zur Verminde- rung der Anonymität im Rintheimer Feld wurde vom Arbeitskreis MIR die Idee eines Concierge-Dienstes in den Hochhäusern des Rintheimer Feldes verfolgt. Aufgaben eines solchen Concierge sollte es unter anderem sein, für die Einhaltung der Hausordnung zu sorgen sowie Ansprechpartner für Anliegen der Mieter und Mittler zur VOLKSWOHNUNG zu sein. Mit der Einrichtung des Mieterservice-Büros am Stau- denplatz sind einige dieser Aufgaben bereits abge- deckt. Das Projekt wurde daher nicht weiter verfolgt. Lehrgarten Die Idee eines Lehrgartens wurde als Beitrag zur Stär- kung der sozialen Kompetenz aber auch als Chance für niederschwellige Bildungsangebote gesehen. Ziel war der Aufbau eines solchen Lehrgartens in Ko- operation mit den Schulen und die Sicherstellung des dauerhaften Betriebs. In der Tulla-Realschule gibt es einen Lehrgarten, dessen Öffnung in den 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 42 Stadtteil jedoch nicht befürwortet wurde. Obwohl eine Bewohnerin Alt-Rintheims sogar dazu bereit war, ihren Garten für das Projekt zur Verfügung zu stellen, konnte sich bislang keine Person finden, die regelmäßig und ehrenamtlich den Lehrgarten betreut und den Betrieb sicherstellt. Das Thema wurde daher nicht weiter verfolgt. Im weiteren Prozess wird der mit dem Arbeitskreis Kinder und Jugendliche zusammengelegte Arbeits- kreis MIR – Miteinander in Rintheim folgende Pro- jekte behandeln: Kinderbeteiligung Das Kinderbüro der Stadt Karlsruhe beabsichtigt, im Frühjahr und Sommer 2011 im Rintheimer Feld eine Kinderbeteiligung durchzuführen. Es sollen Streif- züge durch den Stadtteil stattfinden. Somit soll mit Kindern bis etwa 12 Jahre gemeinsam erarbei- tet werden, welche Orte und Räume für Kinder im Stadtteil wichtig sind, welche Wünsche die Kinder an diese Orte haben und wie Schulwege, Spielplätze, Aktionsräume etc. zu gestalten sind. Spielecontainer Ziel ist es, einen ausrangierten Bauwagen zusammen mit Kindern, Jugendlichen und Müttern zu einem Spielecontainer umzugestalten. Der Spielecontainer soll entsprechende Spielgeräte für Kinder- und Ju- gendliche beherbergen und in Selbstverwaltung von Müttern und Jugendlichen geführt werden. Suchtberatung Im Jugendtreff sollen Beratungsangebote verankert werden, die Jugendliche bei Bedarf an geeignete Stellen weiterleiten. Erziehungshilfe Die Diakonie bietet mit dem Projekt „Startpunkt- Familienzentrum“ seit Sommer 2010 im Stadtteil Unterstützung insbesondere für junge Familien an. Bis zur Fertigstellung der Räumlichkeiten in der Forststraße findet das Angebot im Sanierungsbüro statt. Wenn sich das Angebot in den neuen Räum- lichkeiten etabliert hat, sollen weitere Projekte und Vernetzungen ergänzt werden. Sprach- und Kulturförderung Über das Programm STÄRKEN vor Ort wurden be- reits Sprachkurse und Theaterprojekte im Stadtteil angeboten. Die Ideen und Projekte sollten jedoch weiter geführt und Möglichkeiten gefunden werden, die Angebote möglichst längerfristig im Stadtteil zu verankern. Leseförderung Grundsätzlich gibt es in Rintheim einen Bücherbus sowie Schulbüchereien, deshalb ist eine Stadtteil- bücherei eigentlich nicht notwendig. Der Wunsch wurde dennoch in der Bürgerschaft formuliert und daher im Rahmen des Arbeitskreises thematisiert. Im weiteren Arbeitsprogramm soll insbesondere darauf eingegangen werden, wie das Interesse am Lesen bei jungen Menschen geweckt werden kann und wie sich hierzu Projekte initiieren lassen. Mitternachtssport Ziel ist das Öffnen der Turn- und Sporthallen für Jugendliche auch ohne Vereinszugehörigkeit am (späten) Abend. Zusätzlich sollten Sportangebote für Mädchen gemacht werden. Neben diesen Projektansätzen wird sich der Arbeits- kreis künftig auch mit weiteren Themen befassen. So besteht die Idee, das Angebot „Junge Wohnmög- lichkeit gegen Mithilfe“ auch im Rintheimer Feld stärker zu etablieren und bekannt zu machen. Auch die Idee einer Stadtteilwerkstatt mit Grundaus- stattung zum Erlernen handwerklicher Fertigkeiten (Fahrrad-, Inliner-, Skateboardreparatur, Holzar- beiten, Renovierungen) soll weiter verfolgt werden. Darüber hinaus wird der Arbeitskreis bei Bedarf neue Themen aufgreifen. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 43 4.9 Arbeitskreis: Städtebau, Freiraum, Handel Der Arbeitskreis Städtebau, Freiraum und Handel be- fasst sich mit den Themen der städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwicklung im Sanierungsge- biet. Der Arbeitskreis wurde formell nach der Auf- nahme des Rintheimer Feldes in das Förderprogramm gegründet, da erst jetzt eine intensivere öffentliche Behandlung städtebaulicher Themen möglich wur- de. Bis zur Programmaufnahme wurde im städte- baulichen Bereich lediglich die Nord-Süd-Achse und der Freiraum im Rintheimer Feld im Rahmen der Pro- jektgruppe thematisiert, da diese nicht unmittelbar von einer Förderzusage abhängig waren und auch im Kontext zu einer Mehrfachbeauftragung der VOLKS- WOHNUNG für die Brachfläche an der Forststraße standen. 4.9.1 Projektgruppe Nord-Süd-Achse Die Projektgruppe hat sich im Dezember 2009 for- miert und im Wesentlichen mit der Entwicklung des Freiraums im Rintheimer Feld befasst. Für die Aufwertung des Freiraums wurde die Idee der Aus- bildung einer „Nord-Süd-Achse“ (vgl. Struktur- und Gestaltplan, Kap. 3) aufgegriffen, die bereits in der vorgelagerten Bürgerbeteiligung wie auch in den Überlegungen der VOLKSWOHNUNG eine Rolle spielte. In einer an der Methode der Zukunftswerkstatt ori- entierten Vorgehensweise wurden in der Projekt- gruppe zunächst Stärken und Schwächen untersucht, um anschließend Visionen und konkrete Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Freiraums und die Nord-Süd-Achse formulieren zu können. Als konkrete Vorschläge für die Nord-Süd-Achse wur- den u.a. genannt: • Aufbau einer ablesbaren Nord-Süd-Achse vom Hir- tenweg bis zur Forststraße. • Aufwertung der Freiräume als „Perlen“ innerhalb einer Kette von Freiräumen in der zentralen Nord- Süd-Achse. • Der Staudenplatz soll – in Abhängigkeit der wei- teren städtebaulichen Entwicklung – aufgewertet werden. • Der großzügige Freiraum nördlich der Heilbronner Straße soll frei gelassen bzw. für Freiraumangebote genutzt werden. • Entwicklung von Angeboten für Erwachsene nörd- lich der Heilbronner Straße (Boule, Grillen, Schach) oder im Umfeld des Heinz-Schuchmann-Hauses. • Entwicklung eines Treffpunkts mit Pavillon nörd- lich der Heilbronner Straße (Grillen, hier gegebener Abstand zur angrenzenden Bebauung), jedoch für Jugendliche nicht interessant (Lärmentwicklung). • Schaffen von spezifischen Angeboten für unter- schiedliche Altersgruppen innerhalb des Freiraums mit guter Qualität, gleichzeitig aber auch Beibe- halten von nutzungsoffenen, nicht definierten Frei- raumzonen. • Zusätzliche Sitzgelegenheiten für mobilitätseinge- schränkte Senioren. • Entwicklung einer barrierefreien Zone („Rundpar- cours“ südlich Heinz-Schuchmann-Haus) mit Be- wegungsangeboten für Senioren. Insgesamt soll die Nord-Süd-Achse die zusammen- hängenden Freiflächen gliedern, die wesentlichen Bereiche miteinander verbinden und innere Wege bündeln. Darüber hinaus sollen ergänzende Ange- bote z.B. für ältere Kinder und Jugendliche aber auch für Erwachsene und Senioren integriert werden. 4.9.2 Studentisches Projekt „Neue Mitte Karlsruhe-Rintheim“ Im Frühsommer 2010 wurde ein vom Stadtteilma- nagement in Kooperation mit der Hochschule für Technik Stuttgart angeregtes und von der VOLKS- WOHNUNG und dem Stadtplanungsamt Karlsruhe unterstütztes Entwurfsprojekt durchgeführt. Etwa 20 Studierende der Architektur und Stadtplanung setzten sich unter dem Titel „Neue Mitte Karlsruhe- Rintheim“ mit der Frage auseinander, wo und wie in Rintheim eine dem ganzen Stadtteil zuträgliche Quartiersmitte zu entwickeln wäre. Im Rahmen dieses Projektes fand ein reger Austausch mit der Öffentlichkeit statt. So wurde in einem gemeinsamen Stadtteilspaziergang im März 2010 mit Bürgerinnen und Bürgern den Studierenden der Stadtteil nahe- 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 44 gebracht sowie erste Bürgermeinungen und Ideen- ansätze aufgegriffen. In einem Planungsworkshop im Sanierungsbüro und im Gemeinschaftsraum der VOLKSWOHNUNG im Mai 2010 wurden dann erste Entwurfsideen durch die Studierenden „vor Ort“ ent- wickelt und mit Rintheimer Bürgerinnen und Bürgern anhand von Arbeitsmodellen und Skizzen diskutiert. Die in den folgenden Wochen ausgearbeiteten Ent- würfe wurden im Rahmen der dritten Stadtteilkonfe- renz im Juli 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt und erläutert. 4.9.3 Arbeitskreis-Sitzungen ab Oktober 2010 Der Arbeitskreis startete mit der Auftaktsitzung am 28. Oktober 2010. Zunächst wurde das aus den vorbereitenden Untersu- chungen entwickelte Maßnahmenpaket vorgestellt. Da sich die zentralen Flächen des Sanierungsgebietes zum Großteil im Eigentum der VOLKSWOHNUNG be- finden, ist deren Umgestaltung als nicht öffentliche Freiräume nicht förderfähig. Die weitere Bearbeitung der Freiflächen durch die VOLKSWOHNUNG soll aber im Austausch mit der Stadtteilentwicklung gesche- hen. Der Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt aufgrund der eingeschränkten Handlungsfähigkeit daher auf Maßnahmen an den räumlichen Schnitt- stellen und Übergängen zu angrenzenden Quartie- ren bzw. zum Stadtviertel Alt-Rintheim. Trotz der alleinigen Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Soziale-Stadt-Programm ist das Zusammenwachsen der Quartiere Rintheimer Feld und Alt-Rintheim nach wie vor beabsichtigtes Ziel. Die punktuellen Maßnah- men an den Schnittstellen der Quartiere sollen sich gegenseitig zu einem Netz aus aufgewerteten Situ- ationen ergänzen sowie Verknüpfungen und lokale Verbesserungen bewirken (Anbindung, Querungen, Orientierung). Außerdem sollen diese punktuellen Maßnahmen in ein übergeordnetes Gestaltungskon- zept eingebunden werden, das ebenfalls mit den Bür- gerinnen und Bürgern zu entwickeln ist. Dieses über- geordnete Erscheinungsbild soll die Verknüpfung der räumlichen Situationen „visuell“ unterstützen, die Orientierung im Gesamtzusammenhang verbessern („Ankommen“ im Stadtteil) und zur Stärkung der lokalen Identität des gesamten Stadtteils beitragen. Zur Entwicklung eines solchen übergeordneten Er- scheinungsbildes als Teil eines „Corporate Identity (CI)“ brachte das Stadtteilmanagement anhand von Fallbeispielen Impulse für gestalterische Maßnahmen ein, z. B. hinsichtlich einheitlicher und wiederkeh- render Stadtmöbel, Wegweiser, räumlicher Mar- kierungen an wichtigen Orten etc. Vorstellbar sind Systeme mit Schrift und Farbkonzept sowie künst- lerische Objekte. Der Ansatz eines übergeordneten CI-Konzeptes, das in seiner Ausgestaltung durchaus „mutig“ sein und „Zeichen setzen“ soll, wurde von den Teilneh- merinnen und Teilnehmern befürwortet. Die gestal- teten Objekte und Maßnahmen sollen nicht als reine Kunstobjekte „zum Selbstzweck“ dienen, sondern mit Funktionen versehen sein. Vorfeld Ladenzeile Hirtenweg Das Stadtteilmanagement stellte anhand von Foto- skizzen zunächst anschaulich die Ausgangssituation und die Wirkung erster Veränderungen, z. B. im Be- lag und in der Möblierung des Ladenvorfeldes, dar, die dadurch angeregte Diskussion zeigte, dass durch eine gestalterische Aufwertung, die Funktion dieses zentralen Bereichs als „Verteiler“, deutlicher würde. Die Gestaltung der umgebauten Wendeschleife soll in diesem Kontext „mitgedacht“ werden. Durch eine Neugestaltung der Oberflächen (Pfla- sterung oder wassergebundene Decke anstatt der abgegrenzten Wege und Rasenbeete) kann die Auf- enthaltsqualität deutlich gesteigert werden, sowohl im Sinne eines öffentlichen Ortes der Begegnung als auch als Adresse für die Ladenzeile. Die bestehenden 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 45 Rasenflächen sowie die die Parkplätze abgrenzenden Hecken sollen überplant werden. Thematisiert wurde auch die Wegeführung, insbesondere die des Rad- verkehrs, sowie die Möblierung (Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Radständer, Altglasbehälter). Auf Basis der Diskussionen entstand im Nachgang der Sitzungen eine erste Planskizze, die mit den Fachabteilungen abgestimmt wurde. Die daraus re- sultierenden Erkenntnisse wurden in Varianten auf- gearbeitet und im zweiten Workshop im Dezember 2010 wiederum mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Geschäftsbetreibern diskutiert. Aus diesem Folgeworkshop ging hervor, dass die „visuelle Zusammengehörigkeit“ möglichst bis zur Apotheke an der Brettener Straße hergestellt wer- den soll. Ein weiteres Schwerpunktthema stellte die öffentliche Parkierung im Bereich des Ladenvorfeldes dar. Ein Verlust weiterer Stellplätze (Längsparker ge- genüber der neuen Wendeschleife) soll vermieden werden. Stattdessen soll über geeignete Maßnahmen (Verlagerung des Glascontainers) versucht werden, weitere Parkplatzangebote zu gewinnen. Angeregt wurde auch eine Ausweitung des Kurzparkbereichs sowie eine stärkere Kontrolle zur Unterbindung des Dauerparkens. 2. 4. BETEILIGUNGSPROZESS NACH ANTRAGSTELLUNG 46 Brückenkopf Ostring Der Brückenkopf Ostring an der Forststraße ist der Rintheimer Endpunkt der von der Oststadt kommen- den Verbindung, die über die Fußgänger- und Rad- fahrerbrücke den Ostring überwindet. Gleichzeitig ist dieser Ort ein wichtiger Ankunftspunkt im Stadtteil. Auch zu diesem Ort wurden anhand der vom Stadt- teilteam eingebrachten Fotoskizzen zunächst ein Eindruck der Situation und die grundsätzlichen Aus- wirkungen gestalterischer Eingriffe erörtert. Die Ver- bindungslinie von der Oststadt nach Rintheim über die Brücke und damit die einzige kreuzungsfreie Querungsmöglichkeit am Ostring stellt vor allem für Radfahrer aber auch als Schulweg eine wichtige Ver- knüpfung dar. Der Auslaufbereich der Brückenrampe mit der Que- rung der Straße muss gestalterisch und aus Sicher- heitsaspekten sensibel betrachtet werden, vorstell- bar ist eine „Markierung“ des „Kreuzungsbereichs“ durch einen Belagswechsel mit bremsender Wirkung für den Autoverkehr aber auch für den Radverkehr. Ergänzt werden könnte die Platz- und Eingangssitua- tion mit einem Informationsangebot (Infotafel/Stele) zur Begrüßung und zur Orientierung im Stadtteil. Die Fortführung der Wegebeziehung in die Forststra- ße und ins Rintheimer Feld ist im Zusammenhang mit weiteren Planungen zu berücksichtigen. 4.9.4 Weiteres künftiges Arbeitspro- gramm In weiteren Workshops wird das Stadtteilmanage- ment auch für die Maßnahmen „Mannheimer Stra- ße“ und „Forststraße“ erste Ideen anhand von Skiz- zen, Fotomontagen und Plänen einbringen. Diese sollen dann zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern analog der bisherigen Vorgehensweise dis- kutiert, vom Stadtteilmanagement aufgenommen und konkretisiert sowie in einem nächsten Schritt mit der Bürgerschaft rückgekoppelt werden. Ziel ist eine möglichst zeitnahe Planung und Umsetzung er- ster Maßnahmen bereits im Jahr 2011. Querungssituationen entlang der Mannheimer Straße Im Zuge des Arbeitskreises sollen 2011 konzeptio- nelle und gestalterische Überlegungen zu den Que- rungsmöglichkeiten über die Mannheimer Straße an- gestellt werden. Hier ist im Rahmen der Sanierung beabsichtigt, die Kreuzungssituation an wichtigen Querverbindungen zu Alt-Rintheim und zum Rint- heimer Feld zu verbessern. Neben einer gemeinsamen Diskussion zu Fragen der Verbesserung der funktionalen Querungssituationen und der Diskussion um gestalterische Aufwertungs- möglichkeiten sind auch die Planungen der Verkehrs- betriebe zu dem für 2012/2013 projektierten Umbau der Schienenstränge (“Gleismittenerweiterung“) bei der Umstellung auf Niederflurbahnen in die Beteili- gung einzubeziehen. Eine besondere Rolle neben den beiden „Kreuzungs- situationen“ der Mannheimer Straße mit der Forst- straße einerseits und der Heilbronner/Huttenstraße andererseits spielen die beiden Endpunkte. Der Auf- takt an der Kreuzung zum Ostring ist sowohl ein wichtiger Zugang zum Stadtteil als auch ein Que- rungspunkt. Der Bereich der Wendeschleife stellt eine wichtige Verteilerfunktion dar. Die Gestaltung des Innenbereichs der Wendeschleife soll im Kontext zum Vorfeld der Ladenzeile am Hirtenweg stehen. Neuordnung Forststraße Die ebenfalls im Maßnahmenpaket enthaltene Ge- staltung der Forststraße im Abschnitt westlich der Mannheimer Straße zwischen Schulzentrum und Rint heimer Feld kann erst angegangen werden, wenn die Planungen der VOLSKWOHNUNG zur Neu- bebauung der Brachflächen an der Forststraße voran- getrieben wurden. Hierfür läuft derzeit eine Mehr- fachbeauftragung. Aufbauend auf den Ergebnissen der Mehrfachbeauftragung soll der Arbeitskreis in die weiteren Überlegungen eingebunden werden. Geplante Realisierungszeiträume: Vorfeld Ladenzeile Hirtenweg: 2. Halbjahr 2011 Brückenkopf Ostring: 2. Halbjahr 2011 Maßnahmen Mannheimer Straße: ca. Sommer 2012 ggf. in Kopplung mit Gleismitten- erweiterung Forststraße: perspektivisch 2012/2013 in Abhängigkeit von Bebauung VOLKSWOHNUNG 5. FAZIT ZUM BISHERIGEN BETEILIGUNGSPROZESS UND AUSBLICK 47 Die Veranstaltungen des vorgelagerten Beteiligungs- prozesses waren gut besucht. Auch die Rückmel- dungen der Teilnehmenden zum Verlauf der Veran- staltungen und den erarbeiteten Ergebnissen waren durchweg positiv. Die Mobilisierung der Bewohner- schaft des Rintheimer Feldes erwies sich allerdings als schwierig. Durch die frühzeitige Beteiligung konnten bereits in der Phase der Vorbereitenden Untersuchungen Hand lungsziele und Maßnahmenvorschläge erar- beitet und mit der Bürgerschaft abgestimmt wer- den. Dadurch wurden die planerischen Analysen der Vorbe reitenden Untersuchungen ergänzt und die In- halte des weiteren Stadtteilentwicklungsprozesses konkretisiert. Schwieriger hat sich der Zeitraum zwischen An- tragstellung und Programmaufnahme erwiesen. Die Ungewissheit über den weiteren Fortgang ließ vor allem im städtebaulich-planerischen Bereich in der Übergangsphase bis zur Programmaufnahme kaum konkrete Diskussionen zu, da keine später unerfüll- baren Erwartungen geweckt werden sollten. Die Themen im Sozialbereich konnten jedoch in diesem Zeitraum weiter bearbeitet werden. Die Sit- zungen der Projektgruppen „MIR – Miteinander in Rintheim“ sowie „Kinder und Jugendliche“ waren mit 15 bis 30 Teilnehmenden in der Regel gut be- sucht. Erste Themen aus den Zukunftswerkstätten wurden aufgegriffen und weiterverfolgt. Auch konn- ten durch Mikroprojekte im Programm STÄRKEN-vor- Ort erste Initiativen auf den Weg gebracht werden. Die zunächst nicht bewilligten Anträge auf Städte- bauförderung führten zu einer gewissen Verunsiche- rung. Erst durch weitere Abstimmungen mit dem Fördergeber konnte zumindest die Aufnahme des Rintheimer Feldes in das Soziale-Stadt-Programm er- reicht werden. Die Ablehnung des Förderantrags für Alt-Rintheim hat die engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus diesem Stadtviertel enttäuscht. In der Folge reduzierte sie spürbar ihr Engagement, so dass die Teilnehmerzahlen an den Arbeitskreisen rückläufig waren. Zudem blieb es weiterhin schwie- rig, die Bewohnerinnen und Bewohner des Rinthei- mer Feldes zur Teilnahme zu motivieren. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung bis zur Pro- grammaufnahme und der erschwerten Aktivierung im Rintheimer Feld ist eine Verlängerung des zu- nächst nur bis März 2011 angesetzten Prozesses vorgesehen, um die vorgesehenen Maßnahmen angehen zu können und einen Zusammenhalt im Stadtteil aufzubauen. Ziel dabei muss es sein, wie- der mehr Bürgerinnen und Bürger für den Prozess zu gewinnen. Das Sanierungsbüro in der Mannheimer Straße dient zunehmend als zentrale Anlaufstelle, in der soziokul- turelle Angebote verortet sind, und entwickelt sich ganz allmählich zu einem Kristallisationspunkt für Angebote des Gemeinwesens. Dies eröffnet auch Perspektiven, so genannte „beteiligungsferne“ Gruppen anzusprechen und in den Stadtteilentwick- lungsprozess einzubeziehen. 5. Fazit zum bisherigen Beteiligungsprozess und Ausblick 2. 5. FAZIT ZUM BISHERIGEN BETEILIGUNGSPROZESS UND AUSBLICK 48 49 Karlsruher Beiträge zur Stadtentwicklung: Heft 5 - 1997 Regional-Monitoring '97 Ergebnisse der Imagebefragung zu Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 5a - 1997 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger Ergebnisbericht der Umfrage zur Stadtentwicklung 1996 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 6 - 1998 Motive der Stadt-Umland-Wanderung in der Region Karlsruhe 1997 Ergebnisse einer Befragung zu den Wanderungsmotiven der Fortgezogenen von Karlsruhe in die Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 7 - 1999 Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Karlsruhe Karlsruhe und seine Stadtteile im Überblick Bearbeitung: Otto Mansdörfer, Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung Franz Raab, Polizeipräsidium Karlsruhe Heft 8 - 2000 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger 1999 Repräsentative Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung 1999 - Teil 1 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 9 - 2000 Karlsruhe im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger 1999 Repräsentative Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung 1999 - Teil 2 Projektleitung: Otto Mansdörfer Heft 10 - 2001 Regionalmonitoring 2000 Ergebnisse der Imagebefragung über die Stadt Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 11 - 2002 Die Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl 1999 in Karlsruhe Ergebnisse einer Umfrage zum Wahlverhalten Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 12 - 2003 Nachfrage nach Freizeit- und Sportangeboten in Karlsruhe Ergebnisse einer Umfrage zum Sport- und Freizeitverhalten Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 13 - 2003 Bürgerumfrage 2001 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer 50 Heft 14 - 2003 Integrierte Bevölkerungsvorausrechnung für die Stadt Karlsruhe 2003 - 2015 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 15 - 2003 Regionalmonitoring 2003 Ergebnisse der Imagebefragung über die Stadt Karlsruhe in den Gemeinden der Region Bearbeitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Heft 16 - 2004 Cityprofile 2003 Ergebnisse einer Passantenbefragung in der Karlsruher Innenstadt Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Markus Winkelmann Heft 17 - 2004 Bürgerumfrage 2002 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 18 - 2005 Bürgerumfrage 2003 Ergebnisbericht Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 19 - 2005 Demografischer Wandel in Karlsruhe 1 - Die Lebenssituation der älteren Menschen 2005 Bearbeitung: Otto Mansdörfer Heft 20 - 2006 Wohnen im Zentrum 2006 Rückkehr in die zentralen Stadtteile Bearbeitung: Otto Mansdörfer/Tanja Kronenwett Heft 21 - 2006 Demografischer Wandel in Karlsruhe 2 - Erste Ergebnisse der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2005 - 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 22 - 2007 Demografischer Wandel in Karlsruhe 3 - Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung der Stadt Kalsruhe 2005 bis 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Daniel Götz Mai 2007 Zukunftsfähige Innenstadt Entwicklung der Karlsruher City In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung und Stadtplanungsamt Projektleitung: Otto Mansdörfer Sigrun Hüger (StPlA) Heft 23 - 2007 Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007 Aktuelle Trends und Gestaltungsmöglichkeiten In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung Bearbeitung: Christian Fulda Andreas Mangold (Wifö) 51 Heft 24 - 2008 Demografischer Wandel in Karlsruhe 4 - Lebensverhältnisse der Jugendlichen in Karlsruhe 2008 Ergebnisse der Jugendumfrage In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde Stadtjugendausschuss e.V. Gartenbauamt Polizeipräsidium Karlsruhe Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 25 - 2008 Wohnen und Bauen in der Stadt 7. Sachstandsbericht 2008 In Zusammenarbeit mit: Gutacherausschuss Liegenschaftsamt Sozial- und Jugendbehörde Stadtplanungsamt Volkswohnung GmbH Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 26 - 2009 Demografischer Wandel in Karlsruhe 5 - Zu- und Fortzüge über die Stadtgrenzen 1999 - 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 27 - 2010 Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Karlsruhe 2009 2. Sachstandsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Heft 28 - 2010 Die Nutzung kultureller Einrichtungen in Karlsruhe 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Christian Fulda Daniel Götz Heft 29 - 2010 Image von Karlsruhe aus Sicht der Region 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda Andrea Hammer Heft 30 - 2011 Unternehmens- und Betriebsumfrage 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer 52 Berichte zur Stadtteilentwicklung: 1 - 2002 Stadtteilentwicklung Südstadt Vorbereitung des Stadtteilentwicklungsverfahrens - Bestandsaufnahme und Zielvorstellungen Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Anja Gefken 2 - 2003 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Erster Zwischenbericht Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda 3 - 2004 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Zweiter Zwischenbericht Januar - Dezember 2003 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Büro GRiPS Ute Kinn 4 - 2005 Stadtteilentwicklung Südstadt Beteiligungsprozess Südstadt - Abschlussbericht 2002 - 2004 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Büro GRiPS Ute Kinn 1 - 2005 Stadtteilentwicklung Innenstadt-West Zwischenbericht 2004 / 2005 Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Arbeitsgemeinschaft Ortsnetz / PLANzeit Edith Koschwitz / Axel Fricke 2 - 2006 Stadtteilentwicklung Innenstadt-West Abschlussbericht 2006 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda In Zusammenarbeit mit: Arbeitsgemeinschaft Ortsnetz / PLANzeit Edith Koschwitz / Axel Fricke 1-2008 Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet City-West Abschlussbericht 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Arbeitsgemeinschaft PLANzeit / transurban Thomas Sippel Michael Kunert Redaktion: Christian Fulda 53 1-2009 Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Zwischenbericht 2007 bis 2009 Projektleitung: Otto. Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 6-2010 Ressortforschungsprojekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR (Bonn) „Zurück in die Stadt? Gibt es eine neue Attraktivität der Städte“ Zwischenbericht zum 31. Mai 2010 der Stadt Karlsruhe Projektleitung: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig 04-2009 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Zwischenbericht 2007 bis 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 11-2010 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Dokumentation der Bürgerbeteiligung Oktober 2007 bis Dezember 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 02-2011 Stadtteilentwicklung Bürgerbeteiligung Rintheim April 2009 bis März 2011 Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Rintheimer Feld Zwischenbericht 2009 bis 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Berichte zu Wahlen 10-1994 Ergebnisse der Bundestagswahl am 16. Oktober 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 11-1994 Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl am 17. April 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 12-1994 Ergebnisse der Europawahl am 12. Juni 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer 01-1995 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 12. Juni 1994 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda 03-1996 Die Landtagswahl am 24. März 1996 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 54 07-1998 Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl am 17. April 1998 Projektleitung: Otto Mansdörfer 10-1998 Ergebnisse der Bundestagswahl am 27. September 1998 Projektleitung: Otto Mansdörfer 12-1999 Ergebnisse der Europawahl am 13. Juni 1999 Projektleitung: Otto Mansdörfer 02-2000 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 24. Oktober 1999 Projektleitung: Otto Mansdörfer 03-2001 Die Landtagswahl am 25. März 2001 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 09-2002 Ergebnisse der Bundestagswahl am 22. September 2002 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2004 Ergebnisse der Europawahl am 13. Juni 2004 Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2004 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 13. Juni 2004 Projektleitung: Otto Mansdörfer 09-2005 Ergebnisse der Bundestagswahl am 18. September 2005 Projektleitung: Otto Mansdörfer 04-2006 Die Landtagswahl am 26. März 2006 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 07-2006 Oberbürgermeisterwahl am 2. Juli 2006 in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer 08-2009 Europawahl am 7. Juni 2009 in Karlsruhe Ergebnisbericht Projektleitung: Pedro Keller Sylvia Spranck 09-2009 Ergebnisse der Wahl des Gemeinderates und der Ortschaftsräte am 7. Juni 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer 10-2009 Bundestagswahl in Karlsruhe am 27. September 2009 Ergebnisbericht Projektleitung: Pedro Keller Sylvia Spranck