Antrag KAL: Mehr männliche Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten

Vorlage: 27109
Art: Beschlussvorlage
Datum: 16.05.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 24.05.2011

    TOP: 6

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • KAL-Männl. Fachkräfte Kita
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadträtin Margot Döring (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 08.04.2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 24. Plenarsitzung Gemeinderat 24.05.2011 725 6 öffentlich Mehr männliche Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten 1. Die Stadtverwaltung stellt dem Gemeinderat die Situation in Bezug auf männliche Fachkräfte in den Kindergärten und Kindertagesstätten in Karlsruhe dar. 2. Die Stadtverwaltung zeigt Wege und Vorgehensweisen auf, wie die Anzahl von männlichen Fachkräften in Kindergärten und Kindertagesstätten erhöht werden kann. 3. Die Stadtverwaltung lädt alle Träger in Karlsruhe und weitere Fachleute zu einem offenen Forum über dieses Thema ein. Kindertageseinrichtungen sollen dafür sorgen, dass Jungen und Mädchen die besten Möglichkeiten bekommen, sich zu entwickeln. Die pädagogische Arbeit in Kindergär- ten und Kindertagesstätten spiegelt die Gesellschaft wider und wird somit immer wichtiger für die Entwicklung der Gesellschaft. In den Einrichtungen sollte sich die Unterschiedlichkeit der Kinder auch in der Unterschiedlichkeit der pädagogischen Fachkräfte zeigen. Wenn männliche Bezugspersonen fehlen, wird sich das auf Dauer nachteilig auf das Sozialverhalten und auf die Bildungschancen von Jungen auswirken. Eine Steige- rung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten ist daher im Sinne der Gleichberechtigung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Bereichen notwendig. Männliche Fachkräfte können zudem einen familiären Mangel an männlichen Bezugspersonen abfedern. Männliche Kollegen sind im Arbeitsfeld Kindergärten und Kindertagesstätten er- wünscht, die Teamkultur wird positiv beeinflusst und sie können das pädagogische Angebot erweitern. Beim Einsatz männlicher Erzieher in Kindergärten und Kindertagesstätten liegt Nord- deutschland mit gut elf Prozent der Erzieher vorn. In Süddeutschland ist die pädago- gische Betreuung dagegen nach wie vor nahezu ausschließlich Aufgabe von Erzie- herinnen. Die regionalen Unterschiede sind sowohl auf verschiedene Vergütungs- als auch Organisationsformen zurückzuführen. Um mittelfristig eine Änderung herbeizuführen, sollte in Karlsruhe das Thema auf die politische Agenda gesetzt werden. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Margot Döring Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. Mai 2011

  • TOP 6
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 08.04.2011 eingegangen: 08.04.2011 Gremium: 24. Sitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.05.2011 725 6 öffentlich Dez. 3 Mehr männliche Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten - Kurzfassung - Der weitere Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Elementarbereich erfordert eine enorme Ausweitung des Personalstammes. Die Stadtverwaltung sowie alle Kindergartenträ- ger in Karlsruhe stehen bereits vor dem Problem eines Fachkräftemangels. Die Verwaltung wird den Karlsruher Kindergartenträgern die Durchführung eines offenen Forums vorschlagen. Die Stadtverwaltung empfiehlt, das Anliegen zur weiteren Bearbeitung in der nächsten Sit- zung der Karlsruher Kindergartenträger zu beraten. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung stellt dem Gemeinderat die Situation in Bezug auf männliche Fachkräfte in den Kindergärten und Kindertagesstätten in Karlsruhe dar. In Kindergärten und Kindertagesstätten sind überwiegend weibliche Fachkräfte beschäftigt. Dies spiegelt auch die Situation in den Ausbildungsstätten wider. Das gleiche Bild zeigt sich in der Nachfrage nach Teilzeitbeschäftigung in Verbindung mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Beschäftigte in städtischen Kindertageseinrichtungen Kindergärten/Kindertagesstätten: 19 Schülerhorte: 22 gesamt weibl. männl. Praktikanten/- innen im Anerkennungs- jahr Freiwilliges Soziales Jahr Vorprakti- kanten/-innen 373 311 27 weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. Teilzeit: 164 Vollzeit: 147 Teilzeit: 9 Vollzeit: 18 33 2 9 2 14 2 Summe Fachkräfte (inklusive Anerkennungsjahr) = 373, davon 29 männl. Summe FSJ + Vorpraktikanten/Vorpraktikantinnen = 27, davon 4 männl. Die Stadt Karlsruhe bezahlt gemäß Tarifvertrag (TVöD) Beschäftigte im Sozial- und Erzie- hungsdienst. Das durchschnittliche Bruttogehalt einer Erzieherin/eines Erziehers beträgt 2.500 Euro. 2. Die Stadtverwaltung zeigt Wege und Vorgehensweisen auf, wie die Anzahl von männlichen Fachkräften in Kindergärten und Kindertagesstätten erhöht werden kann. Die Problematik ist generell bekannt; in den Einrichtungen, bei den Trägern und unter den Fachkräften selbst besteht größtes Interesse, mehr Erzieher für diese Tätigkeit zu gewinnen. Die Stadtverwaltung hat bereits zu den vorhandenen 28 Ausbildungsstellen weitere 15 Aus- bildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr bereitgestellt. Die Stel- lenschaffung wird stufenweise bis 2011 umgesetzt. Aus diesem Stellenkontingent werden zu Beginn des Kindergartenjahres 2011/2012 drei Ausbildungsplätze für Jugend- und Heimer- zieherinnen und Jugend- und Heimerzieher vorgehalten. Hinzu kommen zwei Ausbildungs- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 stellen für die Studiengänge an Pädagogischen Hochschulen (Bachelor of Arts - frühkindli- che Bildung und Erziehung), um so einen erweiterten Personenkreis anzusprechen. Durch die Ausdehnung der Ausbildungskapazitäten bei den beiden konfessionellen Fach- schulen, durch die Einrichtung der privaten Fachschule der Deutschen Angestellten- Akademie und durch die Aufnahme des Betriebs der Carlo-Schmid-Schule des Internationa- len Bundes, gepaart mit dem Studiengang an der Pädagogischen Hochschule, verbessert sich die Ausbildungssituation deutlich. Mit der bloßen Angebotserweiterung an Ausbildungsplätzen allein kann der Erzieherinnen- und Erziehermangel nicht behoben werden. Einflüsse wie Tarifsituation, Berufs- und Karrie- reaussichten im Erzieherberuf spielen bereits bei der Berufswahl und später bei der Perso- nalgewinnung und Personalentwicklung eine gewichtige Rolle. Seit längerem ist die Gleichberechtigung der Geschlechter Bestandteil des Personalentwick- lungsplanes der Stadt Karlsruhe. Damit wird eine wesentliche Zielsetzung verfolgt, den An- teil der männlichen Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zu steigern. Es besteht seitens der Fachschulen für Sozialpädagogik seit jeher eine enge Kooperation mit allen Trägern von Kindertageseinrichtungen in Karlsruhe. Regelmäßig sind Fachschülerinnen und Fachschüler im Praktikum in den verschiedenen Einrichtungen eingesetzt. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer stehen im Austausch über Ausbildungsinhalte mit den Karlsruher Fachberaterin- nen. Die Stadt Karlsruhe beteiligt sich am Boys'Day - Jungen-Zukunftstag. An diesem Tag haben Schüler die Möglichkeit, Tätigkeiten kennen zu lernen, in denen Männer bisher selten vertre- ten sind. Unter anderem werden in den städtischen Kindertageseinrichtungen Schnupper- praktika angeboten. Auch unabhängig vom Boys'Day bietet die Stadt Karlsruhe Praktika und bei Bedarf Informationsveranstaltungen zu den Berufen Kinderpfleger, Erzieher, Jugend- und Heimerzieher, Sozialpädagoge, Sozialarbeiter und Psychologe für Jungen an. 3. Die Stadtverwaltung lädt alle Träger in Karlsruhe und weitere Fachleute zu einem offenen Forum über dieses Thema ein. Die Durchführung eines offenen Forums wird in der nächsten Sitzung mit den Karlsruher Kindergartenträgern im September 2011 erörtert. Mit dem Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ist der Bedarf an Fachkräften enorm gestiegen. Im Vordergrund der Anstrengungen steht dadurch die Gewinnung ausreichender Fachkräfte.