Anfrage StR Kalmbach (GfK): Badisches Staatstheater - Spitzenreiter in Baden-Württemberg nach Theatersubvention pro Eintrittskarte

Vorlage: 26963
Art: Beschlussvorlage
Datum: 11.04.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 19.04.2011

    TOP: 17

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GfK-Theatersubvention
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom 14.03.2011 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 23. Plenarsitzung Gemeinderat 19.04.2011 709 17 öffentlich Badisches Staatstheater - Spitzenreiter in Baden-Württemberg nach Theatersubvention pro Eintrittskarte 1. Hält die Verwaltung die Zahlen des Bundes der Steuerzahler BW für seriös? 2. Wie erklärt sich die Stadtverwaltung, dass das Badische Staatstheater mehr Subventionen braucht als alle anderen Theater in Baden Württemberg? 3. Wie erklärt die Stadtverwaltung, dass das Pforzheimer Dreispartenhaus demgegenüber nur knapp die Hälfte der Subventionen pro Eintrittskarte benötigt? 4. Findet die Verwaltung die ermittelte Subvention pro Eintrittskarte in dieser Höhe für angemessen? Sachverhalt/Begründung: Der Bund der Steuerzahler in Baden Württemberg veröffentlichte jüngst die Subventionen pro Theaterticket auf Basis der Daten des Statistischen Landesamtes aus der Spielzeit 2007/08. Dabei belegt Karlsruhe den ersten Platz mit 133 Euro. Pforzheim mit einem Dreispartenhaus benötigt demgegenüber nur 78 Euro pro Ticket. Stuttgart liegt mit 127 Euro sogar noch unter dem Niveau von Karlsruhe. Offensichtlich arbeiten die städtischen Theater aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf sehr unterschiedlichem Niveau. Darüber hinaus ist bekannt, dass der Karlsruher Theaterbesucher die niedrigsten Preise weit und breit bezahlt. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 08.04.2011

  • TOP 17
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom: 14.03.2011 eingegangen: 21.03.2011 Gremium: 23. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 19.04.2011 709 17 öffentlich Dez. 2 Badisches Staatstheater - Spitzenreiter in Baden-Württemberg nach Theatersub- vention pro Eintrittskarte 1. Hält die Verwaltung die Zahlen des Bundes der Steuerzahler BW für seriös? Die Zahlen des Bundes der Steuerzahler, wie im Artikel der BNN vom 3. März 2011 mitge- teilt, sind seriös, wenngleich sich die Verwaltung der besseren überregionalen Vergleich- barkeit wegen im Folgenden auf die in der jährlichen Statistik des Deutschen Bühnenver- eins mitgeteilten Zahlen beschränken möchte. Diese weichen leicht ab, was die Grund- aussage, auf die sich Anfrage bezieht, jedoch nicht verzerrt. 2. Wie erklärt sich die Stadtverwaltung, dass das Badische Staatstheater mehr Sub- ventionen braucht als alle anderen Theater in Baden-Württemberg? Das Badische Staatstheater braucht nicht mehr Subventionen als andere Theater, es hat allerdings - worauf die Anfrage abzielt - einen wesentlich ungünstigeren Kostendeckungs- grad, der sich durch die Struktur der Eintrittspreise erklärt, die in Karlsruhe bewusst güns- tig gehalten wurden, um eine kulturelle Teilhabe für alle Gesellschaftsschichten zu ermög- lichen. Derzeit befindet sich ein Gutachten in Auftrag, das u. a. genau diese Probleme un- tersuchen und Aussagen über die Wirtschaftlichkeit des Theaters treffen wird. Der designierte Intendant Peter Spuhler hat dieses Problem erkannt und sowohl im Ver- waltungsrat des Badischen Staatstheaters als auch anschließend gegenüber der Presse erklärt, dass er zwar in seiner ersten Spielzeit die Preise unangetastet halten werde, dass aber in Zukunft an eine Preiserhöhung nach dem „Robin Hood-Prinzip“, also stärkere An- hebung der teureren Preiskategorien bei Beibehaltung günstigerer Preise in den niedrige- ren Kategorien, gedacht sei. Seite 2 3. Wie erklärt die Stadtverwaltung, dass das Pforzheimer Dreispartenhaus demge- genüber nur knapp die Hälfte der Subventionen pro Eintrittskarte benötigt? Das Pforzheimer Theater lässt sich als Vergleich mit Karlsruhe schlecht heranziehen. Zwar handelt es sich auch dort um ein Dreispartenhaus, jedoch mit einem ungleich ande- ren künstlerischen Anspruch. In Karlsruhe wird den Bürgerinnen und Bürgern ein Niveau geboten, das sie von einem Staatstheater erwarten dürfen. Das bedeutet auch die Aufführung großer Werke der Mu- sikliteratur (Wagner, Strauss), die sich nur mit einem entsprechend besetzten Orchester und Chor usw. bewerkstelligen lassen. Das Bad. Staatstheater beschäftigt rund 621 Mitarbeiter gegenüber 201 Mitarbeitern in Pforzheim. 4. Findet die Verwaltung die ermittelte Subvention pro Eintrittskarte in dieser Höhe für angemessen? Qualität hat ihren Preis. Kein Theater der Welt kann kostendeckend arbeiten. Aufgrund der derzeitigen Eintrittspreise und der Ansprüche an ein Staatstheater sind die Subventionen pro Eintrittskarte angemessen, wenngleich sicherlich nicht befriedigend. Wie oben dargestellt soll diese Ausgangslage verbessert werden. Die Einnahmesituation hat im Übrigen nichts mit mangelndem Besuch zu tun, denn das Badische Staatstheater gehört mit einer Auslastung von rund 85 % zu den bundesweit am besten besuchten Theatern.