Anfrage StRn Zürn, StR Fostiropoulos (Die Linke): Jugendliche ohne Schulabschluss in Karlsruhe

Vorlage: 26389
Art: Beschlussvorlage
Datum: 17.01.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 25.01.2011

    TOP: 19

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Linke-Jugendl. o.Schulabschluss
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 07.12.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 20. Plenarsitzung Gemeinderat 25.01.2011 639 19 öffentlich Jugendliche ohne Schulabschluss in Karlsruhe 1. Wie hoch war der Anteil von Schulabgängern/Schulabgängerinnen ohne entsprechenden Abschluss in Karlsruhe in den Jahren 2005 bis 2010 (je Jahr absolut und in Prozent)? 2. Wie viele dieser Schulabgänger/-innen durchliefen danach Förderprogramme für die Erzielung eines Schulabschlusses (je in den Jahren von 2005 bis 2010, absolut und in Prozent)? 3. Wie vielen dieser Jugendlichen gelang dann ein nachholender Schulabschluss (je in den Jahren von 2005 bis 2010, absolut und in Prozent)? 4. Frage 1 bis 3 bitte entsprechend für Förderschüler/-innen in Karlsruhe 5. Welche Chancen hatten/haben diejenigen Jugendlichen, die auch nach einer Fördermaßnahme keinen Schulabschluss erzielten? 6. In der Stellungnahme zu unserer Anfrage „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss in Karlsruhe“ (TOP 21 Pl. 21.10.08, Vorlage 1549) konnte die Stadtverwaltung keine Angabe dazu machen, wie viele Jugendliche in Karlsruhe derzeit in Förderprogrammen/-maßnahmen für einen nachholenden Schulabschluss waren, da dies nicht zentral erfasst wurde. Ebenso wenig konnte die Stadt die Frage (7) nach der Erfolgsquote dieser Fördermaßnahmen beantworten, da die entsprechenden Daten nicht ermittelt waren. a) Wird dies mittlerweile erfasst und kann die Stadt Angaben dazu machen, wie viele Jugendliche sich derzeit in solchen Förderprogrammen sich befinden? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ b) Kann die Stadt mittlerweile Aussagen über die Erfolgsquote der Förderprogramme/-maßnahmen zum nachholenden Schulabschluss in Karlsruhe machen? 7. Wenn nicht, wie kann eine Evaluierung, Steuerung, Verbesserung dieser Förderprogramme stattfinden, wenn keine (zentralen) Daten über Erfolge, Misserfolge erhoben werden bzw. sieht es die Stadt als ihre Aufgabe an, an einer Optimierung der Förderungsmaßnahmen von nachholenden Schulabschlüssen mitzuwirken bzw. Informationen darüber zu haben? 8. Wie viele in Karlsruhe lebende Jugendliche haben derzeit keinen Schulabschluss? 9. Welche Rolle spielt nach Auffassung der Stadt die Schulsozialarbeit im Hinblick darauf präventiv zu verhindern, dass Schüler/-innen die Schule ohne Abschluss verlassen? 10. In der Stellungnahme zu unserer Anfrage „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss in Karlsruhe“ (TOP 21 Pl. 21.10.08, Vorlage 1549) hat die Stadtverwaltung als Gründe für das Scheitern oder den vorzeitigen Abbruch einer Fördermaßnahme zum nachholenden Schulabschluss u. a. genannt: - die falsche Maßnahme - ein abgestimmter, effizienter Förderplan – verbunden mit den notwendigen Konsequenzen – fehlt - soziale und familiäre Probleme überwiegen ... z. B. Jugendliche schwänzen die Schule, Eltern wirken nicht mit 11. Da ein Teil dieser Gründe auch für Schulabbrüche überhaupt gelten kann: Sieht die Stadtverwaltung hier nicht Ansatzpunkte, mit eigenen Maßnahmen daran mitzuwirken, Schulabbrüche überhaupt wie das Scheitern von Jugendlichen in Programmen für nachholenden Schulabschluss möglichst zu minimieren, wenn nicht zu verhindern? Wenn ja – mit welchen Maßnahmen, ggf. Verbesserungen? Nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung lag 2008 der Anteil von Schulabgängern/Schulabgängerinnen ohne entsprechenden Abschluss in Baden- Württemberg etwas besser (5,6 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (7,5 Prozent). Im Land selbst schwankt der Anteil regionale zwischen 10,5 Prozent (Pforzheim) und 3 Sachverhalt/Begründung: Seite 3 __________________________________________________________________________________________ Prozent (Heidelberg). Viel schlechter sieht es für die Förderschüler/-innen aus. 78 Prozent bleiben in BW ohne Abschluss. In den anderen Bundesländern schwanken die Zahlen zwischen 57 und 97 Prozent. Aufgrund der gravierenden Folgen für den späteren Lebenslauf stehen Stadtverwaltung und Gemeinderat mit in der Verantwortung, Schulabbrüche weitestgehend zu verhindern bzw. alles zu dafür zu tun, dass alle Schüler/-innen mit einem Abschluss von der Schule gehen – und Schulabbrecher/-innen gefördert und befähigt werden, den Schulabschluss nachholend erfolgreich zu bestehen. Erst recht, wenn wie gerade in der neuen PISA-Untersuchung bestätigt, das deutsche Schulsystem zu früh aussortiert und der Schulerfolg weiterhin stark vom sozialen Status und dem kulturellen und materiellen Hintergrund des Elternhauses abhängt – anstatt von den potentiellen Fähigkeiten der Schüler/-innen. unterzeichnet von: Sabine Zürn Niko Fostiropoulos Hauptamt - Sitzungsdienste - 14. Januar 2011

  • TOP 19
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 07.12.2010 eingegangen: 07.12.2010 Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 25.01.2011 639 19 öffentlich Dez. 3 Jugendliche ohne Schulabschluss in Karlsruhe 1. Wie hoch war der Anteil von Schulabgängern/Schulabgängerinnen ohne ent- sprechenden Abschluss in Karlsruhe in den Jahren 2005 bis 2010? (je Jahr ab- solut und in Prozent)?  Hauptschulen Schuljahresende Schulentlassene Abschlusszeugnis Gesamt mit ohne ohne in % 2004/05 731 651 80 10,9 2005/06 797 726 71 8,9 2006/07 759 717 42 5,5 2007/08 701 658 43 6,1 2008/09 659 617 42 6,4 2009/10 597 553 44 7,4  Realschulen Schuljahresende Schulentlassene Abschlusszeugnis Gesamt mit ohne ohne in % 2004/05 672 662 10 1,5 2005/06 653 629 24 3,7 2006/07 694 681 13 1,9 2007/08 681 675 6 0,9 2008/09 679 655 24 3,5 2009/10 715 698 17 2,4 Seite 2  Gymnasien Schuljahresende Schulentlassene Abschlusszeugnis Gesamt mit ohne ohne in % 2004/05 767 757 10 1,3 2005/06 766 753 13 1,7 2006/07 809 805 4 0,5 2007/08 846 838 8 0,9 2008/09 920 905 15 1,6 2009/10 994 984 10 1,0 2. Wie viele dieser Schulabgänger/-innen durchliefen danach Förderprogramme für die Erzielung eines Schulabschlusses (je in den Jahren von 2005 bis 2010, ab- solut und in Prozent)? Zum Schuljahresabschluss werden alle Schülerinnen und Schüler, die ohne Ab- schluss die Schule verlassen, an den geschäftsführenden Schulleiter der beruflichen Schule übergeben. Über die weitere Beschulung und Abschlüsse dieser Schülerinnen und Schüler können keine Angaben gemacht werden. 3. Wie viele dieser Jugendlichen gelang dann ein nachholender Schulabschluss (je in den Jahren von 2005 bis 2010, absolut und in Prozent)? Dem Bürgermeisteramt liegen hierzu keine Daten vor. Seite 3 Frage 1 bis 3 bitte entsprechend für Förderschüler/-innen in Karlsruhe  Förderschulen Schuljahresende Schulentlassene Abschlusszeugnis Gesamt mit ohne ohne in % 2004/05 89 84 5 5,6 2005/06 74 73 1 1,4 2006/07 69 65 4 5,8 2007/08 57 52 5 8,8 2008/09 58 49 9 15,5 2009/10 60 54 6 10,0 4. Welche Chancen hatten/haben diejenigen Jugendlichen, die auch nach einer Fördermaßnahme keinen Schulabschluss erzielten? Auch bei nicht erfolgreichem Abschluss einer Maßnahme gibt es angesichts des um- fangreichen Angebots Möglichkeiten einer weitergehenden Unterstützung, so bei- spielsweise über die Kompetenzagentur Karlsruhe. Zielgruppe dieses Angebots sind junge Menschen aus dem Stadtgebiet Karlsruhe, die zwischen 15 und 25 Jahre alt sind und aus unterschiedlichen Gründen von den vorhandenen Regelangeboten nicht erreicht werden konnten. Wichtig sind aber in jedem Fall die Bereitschaft und der Wil- le der Jugendlichen, an ihrer Situation bewusst etwas zu ändern. 5. In der Stellungnahme zu unserer Anfrage „Jugendliche ohne Hauptschulab- schluss in Karlsruhe“ (TOP 21 Pl. 21.10.08, Vorlage 1549) konnte die Stadtver- waltung keine Angabe dazu machen, wie viele Jugendliche in Karlsruhe derzeit in Förderprogrammen/-maßnahmen für einen nachholenden Schulabschluss waren, da dies nicht zentral erfasst wurde. Ebenso wenig konnte die Stadt die Frage (7) nach der Erfolgsquote dieser Fördermaßnahmen beantworten, da die entsprechenden Daten nicht ermittelt waren. a) Wird dies mittlerweile erfasst und kann die Stadt Angaben dazu machen, wie viele Jugendliche sich derzeit in solchen Förderprogrammen befinden? Diese Daten werden nicht zentral erfasst, da verschiedene Stellen innerhalb und au- ßerhalb der Stadtverwaltung zuständig sind. Seite 4 b) Kann die Stadt mittlerweile Aussagen über die Erfolgsquote der Förderpro- gramme/-maßnahmen zum nachholenden Schulabschluss in Karlsruhe ma- chen? Da die Daten nicht zentral erfasst werden, kann zu der Erfolgsquote keine Aussage gemacht werden. Die Arbeitsförderungsbetriebe können zu der Situation der arbeits- weltbezogenen Jugendsozialarbeit im Schuljahr 209/10 folgende Ergebnisse benen- nen: Schule Schüler/-innen BVJ Schüler/-innen BEJ Carl-Hofer-Schule 49 79 Schüler/-innen mit bestan- dener Prüfung 26 57 Elisabeth-Selbert-Schule 57 92 Schüler/-innen mit bestan- dener Prüfung 36 72 Gewerbeschule Durlach 14 60 Schüler/-innen mit bestan- dener Prüfung 10 37 7. Wenn nicht, wie kann eine Evaluierung, Steuerung, Verbesserung dieser Förderprogramme stattfinden, wenn keine (zentralen) Daten über Erfolge, Misserfolge erhoben werden bzw. sieht es die Stadt als ihre Aufgabe an, an einer Optimierung der Förderungsmaßnahmen von nachholenden Schulab- schlüssen mitzuwirken bzw. Informationen darüber zu haben? Im Rahmen des Masterplans, Handlungsfeld 4 - Miteinander und der Bildungsplanung hat das Teilziel „Übergang Schule - Beruf“ hohe Priorität. Für die Dauer von 2 Jahren wurde beim Stadtjugendausschuss e. V. eine Stelle eingerichtet, die vorrangig eine Be- standsaufnahme der bestehenden Programme durchführt und konzeptionell realistische Handlungsansätze entwickelt. 8. Wie viele in Karlsruhe lebende Jugendliche haben derzeit keinen Schulab- schluss? Dem Bürgermeisteramt liegen hierzu keine Daten vor. Seite 5 9. Welche Rolle spielt nach Auffassung der Stadt die Schulsozialarbeit im Hin- blick darauf, präventiv zu verhindern, dass Schüler/-innen die Schule ohne Abschluss verlassen? Schulsozialarbeit hat in Karlsruhe das Ziel, Schulen bei der Integration benachteiligter und schwieriger Schüler/-innen zu unterstützen. Insoweit tragen die vielfältigen Angebo- te der Schulsozialarbeit mit dazu bei, dass Schüler/-innen und ihre Familien Hilfen er- halten, um einen Schulabbruch zu verhindern. 10. In der Stellungnahme zu unserer Anfrage „Jugendliche ohne Hauptschulab- schluss in Karlsruhe“ (TOP 21 Pl. 21.10.08, Vorlage 1549) hat die Stadt- verwaltung als Gründe für das Scheitern oder den vorzeitigen Abbruch einer Fördermaßnahme zum nachholenden Schulabschluss u. a. genannt: - die falsche Maßnahme - ein abgestimmter, effizienter Förderplan – verbunden mit den notwendigen Konsequenzen – fehlt - soziale und familiäre Probleme überwiegen ... z. B. Jugendliche schwänzen die Schule, Eltern wirken nicht mit 11. Da ein Teil dieser Gründe auch für Schulabbrüche überhaupt gelten kann: Sieht die Stadtverwaltung hier nicht Ansatzpunkte, mit eigenen Maßnahmen daran mitzuwirken, Schulabbrüche überhaupt wie das Scheitern von Jugendlichen in Programmen für nachholenden Schulabschluss möglichst zu minimieren, wenn nicht zu verhindern? Wenn ja - mit welchen Maßnahmen, ggf. Verbesserungen? Die Stadtverwaltung strebt an, die Quote der Schulabbrüche u. a. durch die Bündelung der bisherigen Aktivitäten und den gezielten Einsatz der Schulsozialarbeit zu minimie- ren.