Anfrage StR Kalmbach (GfK): Umgang mit Lebensmitteln in städtischen Einrichtungen

Vorlage: 26387
Art: Beschlussvorlage
Datum: 17.01.2011
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 25.01.2011

    TOP: 17

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GfK-Lebensmittel
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom 26.11.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 20. Plenarsitzung Gemeinderat 25.01.2011 637 17 öffentlich Umgang mit Lebensmitteln in städtischen Einrichtungen 1. Nach welchen Kriterien werden in öffentlichen Einrichtungen die Lebensmittelmengen bemessen? 2. Wie viele Tonnen Lebensmittel werden monatlich in den Großküchen der Stadt Karlsruhe entsorgt? 3. In welchen Mengen werden Lebensmittel auf Großmärkten entsorgt, deren Standort auf Flächen der Stadt Karlsruhe ist? 4. Wie viele von diesen Lebensmitteln sind „haltbar“ und/oder vom Endverbraucher unangetastet? 5. Welche Alternativen (z. B. Tafel) werden genutzt, um die Entsorgung noch verzehrbarer Lebensmittel abzuwenden? 6. Gibt es bezüglich des Verbrauchs Messmethoden, die sich am Bedarf des Kunden orientieren? Wenn ja, welche? 7. Gibt es flächendeckendes Qualitätsmanagement? Sachverhalt/Begründung: Zwischen 15 - 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland werden jedes Jahr entsorgt. Das meiste davon ist noch verwendbar. Die Stadt Karlsruhe bzw. ihre politischen Vertreter sind hier in einer besonderen Verantwortung und Vorbildfunktion gegenüber unseren Bürgern und selbstverständlich eben denjenigen gegenüber, denen der Zugang zu Lebensmitteln erschwert ist. Beispiele für Optimierungsprozesse gibt es bereits aus der Praxis. So wiegen die Askeplios-Kliniken in Hamburg die Lebensmittelreste genau und passen so den Einkauf an. Auch wird dort durch konsequent knappe Lagerhaltung, die sich nur am kurzfristigen Bedarf orientiert, die Entsorgungsmasse erheblich verringert. Die Zentralisierung der Herstellung von Mahlzeiten wie in Oberhausen/Rheinland erreichte eine effizientere Verwendung der Lebensmittel und senkte nebenher die Kosten. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Abgelaufene und weggeworfene Lebensmittel lassen sich auch noch einem sinnvollen Zweck zuführen. Der Veredlung über den Tiermagen oder zur Einspeisung in Biogasanlagen. Dies würde Ressourcen schonen und die Wettbewerbssituation von Tierhaltern und Biogaserzeugern deutlich entspannen. Hinsichtlich der mangelnden Nutzung der grünen Tonne durch Privathaushalte stellt sich die Frage, ob diese genügend über Sinn und Zweck dieser Einrichtung aufgeklärt wurden. Aktuell gibt es in den Printmedien Werbung zur grünen Tonne, allerdings ohne Informationsgehalt bezüglich der sehr nützlichen Verwendung der Abfälle. Uns ist bewusst, dass die Verankerung des HACCP-Konzepts in der Lebensmittelhygiene-Verordnung auf Weisung der EU zu massiven Einschnitten der Handlungsfreiheit geführt hat, jedoch sollten wir über sinnvolle Alternativen nachdenken, um verantwortungsbewusster mit Lebensmitteln umzugehen. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Hauptamt - Sitzungsdienste - 14. Januar 2011

  • TOp 17
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom: 26.11.2010 eingegangen: 26.11.2010 Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 25.01.2011 637 17 öffentlich Dez. 5 Umgang mit Lebensmitteln in städtischen Einrichtungen 1. Nach welchen Kriterien werden in öffentlichen Einrichtungen die Lebensmittelmen- gen bemessen? Die Bemessung der benötigten Lebensmittelmengen erfolgt entweder auf Vorbestellung oder nach Erfahrungswerten hinsichtlich des erwarteten Bedarfs. 2. Wie viel Tonnen Lebensmittel werden monatlich in den Großküchen der Stadt Karls- ruhe entsorgt? Nach den Erhebungen zum Biomassekonzept fallen in den Großküchen der Stadt folgende Speiseabfallmengen an: Rathaus 12 m³/Jahr Stadtwerke 105 t/Jahr Klinikum 80 m³/Jahr In einigen städtischen Einrichtungen werden die Mahlzeiten nur auf Vorbestellung bezo- gen. In diesen Fällen fällt kein Abfall an. 3. In welchen Mengen werden Lebensmittel auf Großmärkten entsorgt, deren Standort auf Flächen der Stadt Karlsruhe ist? Auf dem Karlsruher Großmarkt werden monatlich rd. 120 t Obst- und Gemüseabfälle ent- sorgt. 4. Wie viel von diesen Lebensmitteln sind „haltbar“ und/oder vom Endverbraucher un- angetastet? Der größte Teil der entsorgten Obst- und Gemüseabfälle ist nicht mehr für den Verkauf im Einzelhandel geeignet, da es sich um Ware handelt, die - während des Transportes beschädigt wurde, - verdorben ist, - nicht mehr den lebensmittelrechtlichen Normen entspricht - oder vom Kunden zurückkommt Seite 2 In den städtischen Kantinen wird nach Bedarf produziert. Es verbleiben dabei keine zur Abgabe geeigneten Lebensmittelreste. 5. Welche Alternativen (z. B. Tafel) werden genutzt um die Entsorgung noch verzehrba- rer Lebensmittel abzuwenden? Verschiedene Tafeln (z. B. Beiertheimer Tafel, Durlacher Tafel, Mühlburger Tafel, Wörther Tafel) versorgen sich bei den auf dem Großmarkt ansässigen Firmen und auch bei Super- märkten und Metzgereien. 6. Gibt es bezüglich des Verbrauchs Messmethoden, die sich am Bedarf des Kunden orientieren? Wenn ja, welche? Auf dem Großmarkt orientiert sich der Lebensmittelumschlag nach Angebot und Nachfra- ge. Die auf dem Großmarkt ansässigen Firmen wollen ihre Kunden optimal und in best- möglicher Qualität bedienen und arbeiten dabei nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Dazu gehört auch, Übermengen und damit mögliche Kosten durch Abfälle zu vermeiden. In den Kantinen wird der Verbrauch durch dreitägige Rücklaufkontrollen überprüft. 7. Gibt es flächendeckendes Qualitätsmanagement? Ein flächendeckendes Qualitätsmanagement gibt es nicht, da der Lebensmittelumschlag dem freien Markt unterliegt. Die Überwachung auf Einhaltung lebensmittelrechtlicher An- forderungen erfolgt durch die zuständigen Behörden. Einige Unternehmen haben sich nach „International Food Standard“ (IFS) zertifizieren lassen. Diese Zertifizierung beinhaltet u. a. Qualitätsmanagement (ISO 9001) und HACCP-Konzept (Hazard Analysis und Critical Con- trol Points-Konzept). Darüber hinaus sind einige Unternehmen gemäß Bio-Verordnung und Fair Trade zertifiziert. Für die von der Stadtverwaltung beauftragten Caterer werden Qualitätsstandards vertrag- lich geregelt. Im Zusammenhang mit dem in Arbeit befindlichen Biomassekonzept wurden die verschie- denen Biomassepotenziale ermittelt und auf ihre Verwertungsmöglichkeiten untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass Lebensmittelabfälle aus städtischen Kantinen und Marktabfäl- le generell in landwirtschaftlichen Biogasanlagen energetisch und stofflich verwertet wer- den. Dies wurde in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit am 26.02.2010 vorgestellt und erläutert. Ebenso geplant ist - wie im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit am 07.10.2010 erläutert wurde - den hohen Biomasseanteil im Restmüll von rd. 30 % durch Aufklärung und Sensibi- lisierung der Bevölkerung und sonst geeignete Maßnahmen abzusenken und in die Bio- masseverwertungsschiene zu lenken.