Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet "Die Soziale Stadt" Mühlburg: Dokumentation der Bürgerbeteiligung 2007 - 2010

Vorlage: 26232
Art: Beschlussvorlage
Datum: 22.08.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Mühlburg

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 14.12.2010

    TOP: 12

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Stadtteilentwicklung Mühlburg
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 18. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 14.12.2010 588 12 öffentlich Dez. 2 Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet "Die Soziale Stadt" Mühlburg: Dokumentation der Bürgerbeteiligung 2007 - 2010 Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 14.12.2010 12 Antrag an den Gemeinderat Der vorliegende Bericht zur Bürgerbeteiligung im Soziale-Stadt-Gebiet Mühlburg 2007 bis 2010 dokumentiert die vielfältigen Aktivitäten vor Ort. Schwerpunkte des Beteiligungspro- zesses waren (Spiel-)Räume für Kinder und Jugendliche, die Planungen zur Aufwertung öffentlicher Plätze und Straßen, verkehrliche Aspekte, das Bürgerzentrum, die Beteiligung älterer Menschen, Gesundheit sowie Stadtteilkultur und soziales Miteinander. Im Prozessverlauf sind tragfähige Netzwerke entstanden, die gemeinsam mit den bereits etablierten Institutionen und Vereinen, insbesondere mit dem Bürgerverein und der IG At- traktives Mühlburg, die Kooperation und Kommunikation im Stadtteil weiter pflegen werden. Bis zum Ende des Sanierungszeitraums 2015 sind jährliche Abstimmungsgespräche der Verwaltung mit dem Bürgerverein, der Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg sowie mit dem Verein Bürgerzentrum Mühlburg vorgesehen. Der Gemeinderat nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Nach dem Zwischenbericht, der im Mai 2009 dem Gemeinderat vorgelegt wurde, dokumen- tiert der vorliegende Bericht den gesamten Beteiligungsprozess, stellt jedoch insbesondere die Entwicklungen seit Januar 2009 ausführlich dar. Der Gemeinderat hat am 22. Mai 2007 die Festlegung des Sanierungsgebiets „Soziale Stadt“ (SSP) Mühlburg beschlossen (Laufzeit 2007 bis 2015). Ziel des Sanierungsverfahrens ist es, Alt-Mühlburg, das Mühlburger Feld und Teile des Stadtviertels Rheinhafen im Umfeld der Hardt- und der Vogesenschule städtebaulich aufzuwerten und sozial zu stabilisieren, um einer sich abzeichnenden Negativentwicklung frühzeitig entgegenzuwirken. Für den Zeit- raum Juni 2007 bis März 2010 wurde die Bürgerbeteiligung durch ein Stadtteilmanagement vor Ort organisiert und moderiert. Zur Begleitung des Modellvorhabens Bürgerzentrum Mühlburg und weiterer sozialer Projekte wurde der Vertrag mit dem Stadtteilmanagement in reduzierter Form bis Jahresende 2010 verlängert. Ausgehend von vorbereitenden Gesprächen und einer Stadtteilkonferenz am 23. Oktober 2007 mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden in vier Arbeitskreisen die Ist- Situation analysiert sowie Ziele und Projekte vereinbart. Die konkrete Planung und Umset- zung von Projekten erfolgte anschließend in Projektarbeitsgruppen, städtebauliche Vorha- ben wurden in Planungsworkshops mit Bürgerinnen und Bürgern entwickelt und abgestimmt. Als herausragende Projekte bislang können unter anderem die Förderung des Lokalen Ge- werbes im Rahmen des Förderprogramms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), die Jugendbeteiligung mit Unterstützung des Projekts EinBlick mit AusSicht, die Spielleitplanung, der Marktplatz der guten Geschäfte sowie das Projekt Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg genannt werden. Der neu gegründete Verein Kulturnetzwerk Mühl- burg e. V. trägt mit dem Brahmsplatzfest und weiteren kulturellen Veranstaltungen zur kultu- rellen Belebung und Imageverbesserung des Stadtteils bei. Mit dem Modellvorhaben Bürgerzentrum ist die Finanzierung der Miete für zunächst drei Jahre gesichert. Von den 90.000 Euro, die im Wesentlichen für Miete und Mietnebenkosten vorgesehen sind, stammen 60 % bzw. 54.000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln, der städtische Eigenanteil beträgt 40 % bzw. 36.000 Euro. Um aus diesem Modellvorhaben eine langfristig tragfähige Institution zu entwickeln, sind weitere Arbeitsschritte notwendig. Daher wurde ein weiteres Modellvorhaben Soziale Stadt beantragt, um die Aktivitäten des Vereins Bürgerzentrum Mühlburg e. V. zu unterstützen, zusätzliche Projekte und Partner einzubin- den und die weitere konzeptionelle Arbeit im Hinblick auf eine langfristige Lösung zu beglei- ten. Mit einem Förderbescheid ist im April 2011 zu rechnen. Für Mühlburg wurden über den investiven Förderrahmen Soziale Stadt in Höhe von 3,6 Mio. Euro hinaus mit Hilfe unterschiedlicher Partner Fördermittel in Höhe von 552.000 Euro für soziale und kulturelle Projekte aus Programmen wie STÄRKEN vor Ort, ExWoSt, Modellvor- haben Soziale Stadt, Gesundheitsförderung etc. akquiriert. Bereits umgesetzte bauliche Projekte sind insbesondere die Umgestaltung des Lindenplat- zes, die Sanierung des Spielplatzes Weinbrennerstraße/Sophienstraße und weiterer Spiel- plätze (bis Frühjahr 2011), der neue Bolzplatz an der Alb, Innensanierung und Ausbau des Kinder- und Jugendtreffs oder die Lärmschutzmaßnahmen entlang der B 10. Zahlreiche wei- tere Projekte, deren Realisierung in den nächsten Jahren erfolgen soll, wurden bereits mit den Bürgerinnen und Bürgern abgestimmt, beispielsweise die Umgestaltung des Fliederplat- zes, der kleinen und großen Rheinstraße oder der Sonnenstraße. Vertiefte städtebauliche und verkehrliche Planungen für den Bereich Rheinstraße, Entenfang, Lameystraße und La- meyplatz bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Stadtteils. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Ausblick Durch die neu entstandenen Netzwerke und die seit langem etablierten Institutionen und Vereine soll die intensive Kommunikation und Kooperation im Stadtteil fortgeführt werden. Insbesondere der Bürgerverein, die IG Attraktives Mühlburg, der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e. V., das Kulturnetzwerk sowie der Arbeitskreis Gesundheitsförderung spielen hier eine Rolle. Das zweimal jährlich vom Bürgerverein einberufene Vereinsforum dient der themenübergreifenden Vernetzung aller Institutionen, Vereine und Initiativen in Mühlburg. Um während des Sanierungszeitraums bis 2015 einen guten Informationsfluss aufrechtzuer- halten, wird weiterhin einmal jährlich ein Abstimmungsgespräch der Verwaltung mit dem Bürgerverein, der IG Attraktives Mühlburg und dem Verein Bürgerzentrum Mühlburg stattfin- den. Die baulich-investiven Projekte sollen im verbleibenden Förderzeitraum sukzessive bis Ende 2015 angefangen bzw. umgesetzt werden. Über die Umsetzung größerer Vorhaben, die bereits im Beteiligungsprozess abgestimmt wurden, wird anlassbezogen vor Ort informiert. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Dokumentation der Bürgerbeteiligung Mühlburg Oktober 2007 bis Dezember 2010 zustimmend zur Kenntnis. Hauptamt - Sitzungsdienste - 3. Dezember 2010

  • Anlage Abschlussbericht Mühlburg
    Extrahierter Text

    Karlsruhe Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet “Die Soziale Stadt” Mühlburg Dokumentation der Bürgerbeteiligung Oktober 2007 bis Dezember 2010 Stadtteilentwicklung Sanierungsgebiet „Die Soziale Stadt“ Mühlburg Dokumentation der Bürgerbeteiligung Oktober 2007 bis Dezember 2010 Stadt Karlsruhe - Amt für Stadtentwicklung 2010 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Leiterin: Dr. Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Projektleitung: Dipl.-Geogr. Otto Mansdörfer Bearbeitung: Dipl.-Geogr. Christian Fulda Tel.: 0721/133 - 1860 Email: christian.fulda@afsta.karlsruhe.de Auftragnehmerin: GRiPS --- Büro für Projektsteuerung und Kommunikation Ute Kinn Lic.rer.reg., Friedrichstraße 4, 76275 Ettlingen Tel.: 07243/719 455 Fax: 07243/719 454 Email: ute.kinn@grips-ettlingen.de unter Mitwirkung von: Stadtplanungsamt Gartenbauamt Sozial- und Jugendbehörde Tiefbauamt Wirtschaftsförderung Bildnachweis: Hildegard Breitenbach-Koch, Anand Ehring, Christian Fulda, Roland Fränkle, Ute Kinn, Monika Müller-Gmelin Planentwürfe und Skizzen: Stadtplanungsamt, Tiefbauamt, Gartenbauamt, Büro Voegele & Gerhardt Freie Stadtplaner und Architekten, Vogt & Partner (Lichtplan) Umschlaggestaltung: Stefanie Groß DTP: Marlis Arz Aufl age: 250 Stück Karlsruhe, November 2010 Vorwort Nachdem der Stadtteil im Jahr 2007 in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt“ aufgenommen wurde, hat die Stadt Karlsruhe einen intensiven Bürgerbeteiligungsprozess initiiert: Mit Hilfe eines Stadtteilmanagements wurden die Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden, Einrichtungen und Initia- tiven vor Ort über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren an allen Überlegungen für ihren Stadtteil beteiligt, konnten eigene Ideen und Vorstellungen einbringen oder erhielten Unterstützung, diese in Eigeninitiative selbst umzusetzen. Nach intensiven Beratungen im Stadtteil und in den gemeinderätlichen Gremien sind nunmehr sowohl im baulich-inve- stiven als auch im sozialen und soziokulturellen Bereich einige Maßnahmen realisiert, andere werden in naher Zukunft folgen. Zahlreiche Workshops und Abstimmungsgespräche haben den Grundstein für weitere städtebauliche Vorhaben gelegt, die möglichst noch innerhalb des Sanierungszeitraums bis 2015 umgesetzt werden sollen. Im sozialen und kul- turellen Bereich ist durch verschiedene Projekte ein Netzwerk entstanden, das den Stadtteil auch in den kommenden Jahren in Bezug auf das soziale Miteinander weiter voran bringen wird. Ein integrierter Stadtteilentwicklungsprozess bietet darüber hinaus Raum für Experimente und neue Kooperationen. So wurden in Mühlburg mit der Spielleitplanung neue Wege im Bereich Kinder- und Jugendbeteiligung beschritten, Ansätze der lokalen Wirtschaftsförderung erprobt und mit dem „Marktplatz der guten Geschäfte“ ein Instrument eingesetzt, um Kooperationen zwischen Unternehmen und Gemeinweseninstitutionen anzuregen. Auch der Ansatz, generationengerechte Modellvorhaben zu entwickeln, wird sicherlich Impulse für andere Stadtteile geben. Insofern sind Beteiligungsprozesse immer auch ein Lernfeld, um die Herausforderungen des demografi schen Wandels besser zu be- wältigen. Nicht zuletzt ist es in Mühlburg hervorragend gelungen, über die Förderung aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt hinaus, weitere Finanzierungsquellen zu erschließen, seien es EU-, Bundes- und Landesprogramme oder Stiftungen und Sponsoren. Die vorliegende Dokumentation verdeutlicht die Vielfalt der Aktivitäten und Akteure und erläutert die Arbeitsstrukturen, um den begonnen Prozess zu verstetigen. Ich danke allen Beteiligten für die engagierte Arbeit und würde mich freuen, wenn das große Engagement für Mühlburg erhalten bleibt. Wolfram Jäger Bürgermeister Inhalt Seite Vorwort 1. Einleitung 7 2. Verfahren der Bürgerbeteiligung 9 3. Arbeitskreis 1: Kinder und Jugendliche 13 4. Arbeitskreis 2: Soziales und kulturelles Miteinander 19 5. Arbeitskreis 3: Einzelhandel, Gewerbe, Image 27 6. Arbeitskreis 4: Wohnen, Stadtgestaltung und Verkehr 31 7. Fördermittel 39 8. Fazit und Ausblick 41 1. EINLEITUNG 7 Der Stadtteil Mühlburg ist seit 2007 in das Bund- Länder-Programm „So zia le Stadt“ aufgenom men. Die Programmlaufzeit für das Sanierungsgebiet Mühlburg reicht vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezem- ber 2015. Im Sanierungsgebiet mit einer Größe von 72,8 ha wohnen etwa 10.600 wohnberechtigte Einwohnerinnen und Einwohner. Nach Bewilligung des im Oktober 2009 eingereichten ersten Aufsto- ckungsantrags durch das Land Baden-Würt temberg im April 2010 besteht im Sanierungsgebiet Mühlburg aktuell ein Förderrahmen für investive Maßnahmen von insgesamt ca. 3,6 Mio. Euro. Hierfür werden Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Die Soziale Stadt“ im Umfang von ca. 2,2 Mio. Euro bereitgestellt. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Zeitraum Oktober 2007 bis Januar 2009 sind im ersten Zwi- schenbericht dokumentiert, der am 19. Mai 2009 dem Gemeinderat vorgelegt wurde. Dort sind die bis Januar 2009 durchgeführten Arbeitsgruppen, Planungsworkshops und Beteiligungsaktionen sowie der Schwerpunkt der Kinder- und Jugendbeteiligung ausführlich dargestellt. Die nun vorliegende Doku- mentation bezieht sich auf den gesamten Beteili- gungsprozess von 2007 bis 2010, stellt jedoch insbe- sondere die Entwicklungen seit dem Zwischenbericht im Januar 2009 ausführlicher dar. Den nach Arbeits- kreisen gegliederten Kapiteln 3 bis 6 ist jeweils eine tabellarische Projektübersicht vorangestellt. 1. Einleitung 2. VERFAHREN DER BÜRGERBETEILIGUNG 9 Mit der Durchführung des Stadtteilmanagements für das Soziale Stadt Gebiet Mühlburg wurde das Büro GRiPS aus Ettlingen in Kooperation mit dem Büro Voegele & Gerhardt, Freie Stadtplaner und Ar- chitekten aus Karlsruhe für den Zeitraum von Juni 2007 zunächst bis März 2010 beauftragt. Zur wei- teren Unterstützung und Begleitung des Modellvor- habens Bürgerzentrum sowie weiterer sozialer Pro- jekte wurde der Vertrag mit dem Büro GRiPS bis Jahresende 2010 verlängert. Schwerpunkte der Arbeit des Stadtteilmanagements waren: • Gesamtkonzeption und Gesamtmoderation des Beteiligungsprozesses, • Moderation thematischer Arbeitsgruppen, • Durchführung von Planungsworkshops, • Unterstützung von Einzelprojekten des Stadtteil- entwicklungsprozesses, • Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit, • Unterstützung des Bürgervereins und anderer In- teressengruppen, • Mitvorbereitung und Teilnahme an Sitzungen des gemeinderätlichen Sanierungsbeirates, • Sitzungen der Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung und Bürgerschaft, • Betreiben des Stadtteilbüros, • Verstetigung des Beteiligungsprozesses als selbst- tragender Prozess mit einer geeigneten Organisa- tionsform. Bereits in der Phase der Vorbereitenden Untersu- chungen erfolgte die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort durch Befragungen und einen Stadtteilspaziergang. Nach Aufnahme Mühlburgs in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ wurde die Bürgerbeteiligung auf breiter Basis intensiviert. Aus den Vorbereitenden Untersuchungen haben sich vier Schwerpunktthemen für die Bürgerbeteiligung herauskristallisiert, zu denen jeweils ein Arbeitskreis gebildet wurde: • AK 1 Kinder und Jugendliche • AK 2 Soziales und kulturelles Miteinander • AK 3 Einzelhandel, Gewerbe, Image • AK 4 Wohnen, Stadtgestaltung und Verkehr. Aufgrund thematischer Überschneidungen haben die Arbeitskreise 1 und 2 teilweise gemeinsam getagt. In Auftaktworkshops der Arbeitskreise entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ziele und Pro- jektideen, die im weiteren Verlauf in Projektgrup- pen und Planungsworkshops vertieft und ausge- arbeitet wurden. Im Rahmen der Lenkungsgruppe der Verwaltung erfolgte im Rhythmus von vier bis sechs Wochen die verwaltungsinterne Abstimmung über Projekte und den Ablauf des Beteiligungsprozesses. Im Frühjahr 2009 wurde, wie es die Organisations- struktur vorsieht, aus den vier thematischen Ar- beitskreisen je eine Sprecherin oder ein Sprecher mit Stellvertretung in die Lenkungsgruppe der Bürgerschaft gewählt. Diese tagte regelmäßig ge- meinsam mit Verwaltungsvertretern im Stadtteilbüro bzw. zuletzt im neuen Bürgerzentrum. Hier wurde die laufende Projektarbeit im Stadtteil und in der Verwaltung mit Vertretern des Bürgervereins und der Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg sowie mit den Arbeitskreissprecherinnen und -sprechern abgestimmt. 2. Verfahren der Bürgerbeteiligung 2. VERFAHREN DER BÜRGERBETEILIGUNG 10 Der gemeinderätliche Sanierungsbeirat für die So- ziale Stadt Mühlburg setzt sich zusammen aus Ver- tretern der Gemeinderatsfraktionen, Bürgerverein Mühlburg und Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg, Ausländerbeirat, Architektenkammer und IHK. Der Sanierungsbeirat begleitet in jährlichen Sit- zungen steuernd den Soziale-Stadt-Prozess und be- reitet Entscheidungen des Gemeinderats vor. Für den Zeitraum von April 2010 bis Dezember 2010 wurde das Büro GRiPS beauftragt, den Aufbau des Modellvorhabens Bürgerzentrum zu unterstützen sowie über die Einrichtung dieser Zentralen Anlauf- stelle weitere soziokulturelle Projekte für den Stadt- teil auf den Weg zu bringen. Die folgende Abbil- dung zeigt, dass die beiden Arbeitskreise „Kinder und Jugendliche“ sowie „Soziales und kulturelles Miteinander“ inhaltlich zusammengeführt wurden. Die dort verankerten Projekte und Maßnahmen wer- den im Zusammenhang mit dem Bürgerzentrum vom Quartiersmanagement aufgegriffen und begleitet. Die Interessen von Handel und Gewerbe werden vor Ort von der Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg wahrgenommen. Für den Bereich Städte- bau und Verkehr sind die Beteiligungsmaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen. Hier fungieren seit April 2010 die städtischen Ämter sowie der Bür- gerverein Mühlburg als Ansprechpartner für die Bürgerbeteiligung. Mit den organisatorischen Ver- änderungen war auch die Aufgabe des Stadtteilbü- ros verbunden, das bis Ende 2009 donnerstags von 17:00 bis 19:00 Uhr geöffnet war. Bei der zweiten Stadtteilkonferenz am 30. Juni 2009 wurde in Verbindung mit einem Stadtteilspa- ziergang der aktuelle Stand verschiedener Projekte vorgestellt. Am Rundgang beteiligten sich etwa 100 Bürgerinnen und Bürger, an der anschließenden 2. VERFAHREN DER BÜRGERBETEILIGUNG 11 Stadtteilkonferenz ca. 70 Interessierte. Auch die dritte Stadtteilkonferenz am 16. Juli 2010 war gut besucht. Regelmäßig haben sich in 2009 und 2010 weiterhin vor allem die Projektgruppen „Bürgerzen- trum“ und „Leitbild“ getroffen. Aus der Projektgrup- pe Leitbild hat sich das Kulturnetzwerk Mühlburg e.V. gegründet, das mit dem Brahmsplatzfest in 2009 und 2010 sowie mit der Ausstellung „Kunst vor Ort“ kulturelle Highlights im Stadtteil organisiert hat und weitere Projekte in Mühlburg plant. Darüber hinaus war es Aufgabe des Stadtteilmanage- ments im Konflikt, der sich am Bolzplatz vor den Drais-Schulen zwischen Jugendlichen und Anwoh- nern entzündet hat, zu vermitteln. Zur Vorbereitung baulich investiver Maßnahmen fanden eine generationenübergreifende Beteili- gungs- und Spielaktion zu den Spielplätzen im Be- reich Weinbrenner-/Sophienstraße, eine Begehung des neuen Bolzplatzstandortes mit Jugendlichen sowie Planungsworkshops zur „großen“ Rheinstra- ße und Entenfang sowie zur „kleinen“ Rheinstra- ße statt. Zur Vorbereitung des Workshops „kleine“ Rheinstraße waren Geschäftsleute und Hauseigen- tümer bereits im April 2009 eingeladen, sich über private Modernisierungszuschüsse zu informieren und vorab ihre Wünsche und Meinungen zur ange- strebten Aufwertung der „kleinen“ Rheinstraße ein- zubringen. Bei Treffen des Runden Tisches „Verkehr“ wurden diverse Einzelvorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation diskutiert, die im Laufe des Beteiligungsverfahrens eingebracht worden waren. Für den Lameyplatz und Entenfang wurde unter Be- teiligung der Arbeitskreise ein städtebaulicher Pla- nungsworkshop durchgeführt, der zum Ziel hatte, die beiden Areale im städtebaulichen Gesamtzusam- 2. VERFAHREN DER BÜRGERBETEILIGUNG 12 menhang zu betrachten und durch einen fachlich fundierten „Blick von außen“ richtungsweisende Ansätze für eine Neugestaltung zu erhalten (s. Pro- jekt 4.6). Ziel des Beteiligungsverfahrens ist es, langfristig tragfähige Beteiligungs- und Vernetzungsstrukturen in Mühlburg zu etablieren. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Etablierung des Modellvorhabens Bürger- zentrum im Bau 2 der ehemaligen Seldeneck‘schen Brauerei sowie die weitere Planung für ein langfri- stig angelegtes Bürgerzentrum. Nachdem sich der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. gegründet hat, ist geplant, die ehrenamtlichen Kräfte in begrenztem Umfang auch in den Jahren 2011 und 2012 haupt- amtlich zu unterstützen (vgl. Projekt 2.1). 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE 13 3. Arbeitskreis 1 Kinder und Jugendliche ProjektStand 10/ 2010Kurzbeschreibung 1.1 Startpunkt Familienzentrum laufend Ein Startpunkt Familienzentrum wurde als Anlaufstelle zur frühen Prävention in Mühlburg in den Räumen des Schülerhortes in der Weinbrennerstraße eingerichtet. Nach Möglichkeit soll dies es Angebot in das Bürgerzentrum Mühlburg integriert werden. 1.2 Spielleitplanungabgeschlossen I m Rahmen der Spielleitplanung wurden Streifzüge für Kinder der 4. Klas s e durchgeführt. Mit Kindern der 5. und 6. Klas s en wurden s ubjektive Landkarten (Mental Maps ) ers tellt. Die Wünsche der Jugendlichen wurden über zwei Jugendkonferenzen in die Spielleitplanung eingearbeitet. Es wurde ein Maßnahmenplan ers tellt, ers te Maßnahmen s ind bereits umges etzt. 1.3 Kinder- und Jugendbeteiligung – EinBlick mit AusSicht abgeschlossen Ergänzend zur Spielleitplanung wurden im Rahmen eines Aktions programms für mehr Jugendbeteiligung mit Kindern und Jugendlichen Projektideen für den Stadtteil entwickelt. Das Projekt wurde von der Bundes zentrale für politis che Bildung gefördert. 1.4 Innensanierung und Umbau Kinder- und Jugendtreff Mühlburg laufend Nach aufwändigen Planungen und Vorbereitungen wird die I nnens anierung des Kinder- und Jugendtreffs derzeit noch bis April 2011 realisiert. Als Ausweichquartier dienen während der Bauphas e Räumlichkeiten in der Rheinstraße 29. Als Ergebnis der Jugendbeteiligung wird im Erdges chos s ein Jugend- und Schülercafé eingerichtet und der Dachboden aus gebaut. 1.5 Vermittlung von Ausbildungsplätzen laufend Der Stadtteil Mühlburg bietet zus ammen mit dem Rheinhafen ein großes Potenzial an Aus bildungs plätzen. Über das Portal Mühlburg www. muehl burg- l i ve. de wurde i m S eptember / Oktober 2008 eine Lehrstellen- und Praktikums börs e aufgebaut. 1.6 Aufwertung von Spielplätzen/ Spielorten 1.6.1 Bolzplatz 1.6.2 Spielplatz Weinbrenner- /Sophienstraße a bgeschlossen An der Alb wurde neben dem Gelände des Sportvereins KETV ein neuer Bolzplatz realis iert und am 10. Juli 2010 mit einem Eröffnungs turnier eingeweiht. Bei der Planung des Spielplatzes im Bereich Sophien- / Weinbrenners traße wurden die Anregungen aus der Beteiligung berücks ichtigt und die Planung im Dezember 2009 noch einmal öffentlich vorgestellt. Im Hinblick auf eine Mehrgenerationenanlage waren nicht nur der Schülerhort Weinbrenners traße, s ondern auch die Kindergärten und Alten- und Pflegeheime im Einzugsbereich beteiligt. Der umgestaltete Spielplatz zwischen Weinbrenner- und Sophienstraße mit deutlich erweiterten Spielmöglichkeiten wurde am 4. Oktober 2010 offiziell übergeben. 1.6.3 Spielplatz südlich der Weinbrennerstraße 1.6.4 Schülerhort 1.6.5 Spielplatz Sternstraße Umsetzung bis Frühjahr 2011 Drei weitere Spielplätze sollen bis Frühjahr 2011 fertig gestellt werden: südlich der Weinbrenners traße / Spielweg, beim Schülerhort Weinbrenners traße und in der Sterns traße. Im Bereich südlich der Weinbrennerstraße sind neben Spielgeräten auch Bewegungs angebote für ältere Menschen geplant. Am 25. Oktober 2010 wurden die Planungen öffentlich vorgestellt. 1.7 Gesund aufwachsen laufend Der Stadtteil Mühlburg is t Modells tandort für das Projekt „Ges und aufwachs en in Baden- Württemberg, Kommunale Netzwerke für Ernährung und Bewegung“. Ziel is t die möglichst frühe Förderung einer ges unden Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Der im Januar 2010 gegründete Arbeits kreis begleitet die Planung und Ums etzung von Maßnahmen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Bewus s t- s eins bildung, ges undheits fördernde Angebote und lokales Ges undheits büro. Projektstand Arbeitskreis 1 - Kinder und Jugendliche Oktober 2010 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE Zentrales Thema sowohl des Arbeitskreises 1 „Kin- der und Jugendliche“ wie auch des Arbeitskreises 2 “Soziales und Kulturelles Miteinander“ war es, ein dauerhaftes Netzwerk aus verschiedenen Instituti- onen, Einrichtungen und ehrenamtlich Engagierten aufzubauen, die sich mit dem Thema Kinder und Jugendliche befassen. Ziele eines solchen Netzwerks sind der Informationsaustausch und das gemeinsame Engagement, um Kinder und Jugendliche im Stadtteil bedarfsgerecht zu stärken und zu fördern. Insbe- sondere mit dem Projekt „Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg“ und dem Gesundheitsbüro im Bürgerzentrum wurde dieses Anliegen aufgegriffen. Weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises war die Kontaktaufnahme mit den Betrieben des Rheinha- fens, um Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche aus Mühlburg zu akquirieren. Mit der Ausbildungs- platzbörse unter www.muehlburg-live.de ist nun- mehr ein erster Baustein realisiert. Die Aufwertung von Spielplätzen und Spielorten wurde unter Einbin- dung von Kindern und Jugendlichen in die Planung und Umsetzung von Projekten konsequent verfolgt. Projekt 1.1 Startpunkt Familienzentrum Mit dem Startpunkt Familienzentrum der Pro Familia wurde eine Anlaufstelle zur frühen Prävention in Mühlburg eingerichtet. Ziel ist es, die Entwicklung von Kindern unter drei Jahren zu fördern, werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren durch bürgernahe Beratung und Information, indivi- duelle Hilfen und Entlastung im Alltag zu unterstüt- zen. Das Familienzentrum nutzt Räumlichkeiten im Schülerhort Weinbrennerstraße. Nach Möglichkeit soll dieses Angebot in das Bürgerzentrum Mühlburg integriert werden. Im Modellvorhaben Bürgerzentrum möchte Pro Familia künftig Elternkurse anbieten. Projekt 1.2 Spielleitplanung Das Instrument der Spielleitplanung wurde in Mühl- burg erstmals in Karlsruhe erprobt. Die Methoden, um Kinder und Jugendliche an der Erfassung, Bewer- tung und Verbesserung von Spiel- und Freiräumen zu beteiligen, sind im Zwischenbericht 2009 sowie in der Dokumentation der Spielleitplanung Mühl- burg ausführlich dargestellt. Erste Maßnahmen wie die Schaffung eines zusätzlichen Bolzplatzes (Pro- jekt 1.6.1) und die Neugestaltung des Spielplatzes Weinbrenner-/Sophienstraße (Projekt 1.6.2) konnten bereits umgesetzt werden. Weitere Spielplätze wer- den bis zum Frühjahr 2011 neu gestaltet. Andere Anregungen werden bei der Neugestaltung des Flie- derplatzes oder bei Umbaumaßnahmen im Verkehrs- raum berücksichtigt. Da Verunreinigungen von Grün- und Freiräumen durch Hunde eine starke Beeinträchtigung und Ge- sundheitsgefahr für Kinder und Jugendliche dar- stellen, fand zudem im April 2009 eine Aktion zur Sensibilisierung von Hundehalterinnen und -haltern statt. Mit eine Spielaktion und Liegestühlen auf der zuvor gereinigten Grünanlage an der Seldeneckstra- ße wurden die Möglichkeiten zur Nutzung sauberer Grünflächen demonstriert. Die Spielleitplanung in Mühlburg hat sehr gute Er- gebnisse gebracht und den Blick für die Belange von Kindern und Jugendlichen geschärft. Da das Verfahren relativ aufwändig und nur aufgrund der Kooperation mit dem Studiengang Architektur der Hochschule Karlsruhe und weiteren Partnern mög- lich war, wird im Soziale Stadt Gebiet Rintheimer Feld derzeit eine weniger arbeitsintensive Form der Spielleitplanung vorbereitet. 14 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE Projekt 1.3 Kinder- und Jugendbeteiligung – EinBlick mit AusSicht Ergänzend zur Spielleitplanung wurden im Rahmen eines Aktionsprogramms für mehr Jugendbeteiligung unter dem Projekttitel „EinBlick mit AusSicht“ mit Kindern und Jugendlichen Ideen zur Stadtteilent- wicklung zusammengetragen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bil- dung und dem Deutschen Bundesjugendring geför- dert und ist im Zwischenbericht 2009 ausführlich dokumentiert. Eine Kerngruppe von ca. 30 Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren aus dem Umfeld des Jugend- treffs und der Schulen, viele mit Migrationshinter- grund, darunter Hauptschüler, Schüler einer Förder- schule und Realschüler haben unter Anleitung von fachlich und pädagogisch geschulten Kräften über ein Internet-, ein Film- und ein Theaterprojekt ihren Stadtteil erkundet. Das Projekt wurde in enger Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtreff Mühlburg sowie mit der Vogesenschule, der Drais-Hauptschule und dem St. Antoniusheim durchgeführt. Neben dem Stadt- teilmanagement waren Experten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg (Filmprojekt), das Badische Staatstheater Karlsruhe und Tiyatro Diyalog Karlsruhe (Theater) und das Büro transur- ban (Internetprojekt) an dem Projekt beteiligt. Bei zwei Jugendkonferenzen wurden die Arbeiten vor- gestellt und realisierbare Maßnahmen entwickelt. Die Ergebnisse fließen ein in die Projekte Kinder- und Jugendtreff (Projekt 1.4), Bolzplatz (Projekt 1.6.1) und Fliederplatz (Projekt 4.2). Projekt 1.4 Innensanierung und Umbau des Kinder- und Jugendtreffs Mühlburg Für die Innensanierung des Kinder- und Jugendtreffs und den Umbau von Erd- und Obergeschoss waren im Doppelhaushalt 2007/08 Mittel eingestellt. Die Er- gebnisse der Jugendbeteiligung Mühlburg führten zu einer Überarbeitung und Erweiterung des Projekts. Die Einrichtung eines selbstorganisierten Jugend- und Schülercafés mit Außenterrasse im Erdgeschoss und der Ausbau des Dachgeschosses erweitern das Angebot des Kinder- und Jugendtreffs und ermögli- chen eine intensive parallele Nutzung des Treffs für alle Altersgruppen. Nachdem mit dem Regierungspräsidium die Auf- nahme in das Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) vereinbart wurde und eine Förderung in Höhe von 85 % der förderfähigen Kosten möglich ist, kann nun das Gebäude mit energetischen Maßnahmen wie Fenstersanierung und Heizungserneuerung deut- lich aufgewertet und auch eine Außenterrasse an- geboten werden. Die baufällige Kellerdecke muss erneuert und eine neue Stahlbetondecke eingebaut werden. Mittels der höheren Förderung sind die komplette Erneuerung der Fenster und Türen, die Errichtung der Außenterrasse sowie der Anschluss an das Fernwärmenetz möglich. Die Planung wurde mit der Denkmalschutzbehörde und der Branddirektion abgestimmt, entsprechende Auflagen sind berück- sichtigt. Eine barrierefreie Erschließung des Jugend- cafés und der Einbau eines barrierefreien WCs sind vorgesehen. Nach sehr aufwändigen Planungen und Vorbereitungen wird die Maßnahme derzeit noch bis April 2011 realisiert. Als Ausweichquartier dienen während der Bauphase Räumlichkeiten in der Rhein- straße 29. Projekt 1.5 Vermittlung von Ausbildungsplätzen Über das Portal Mühlburg www.muehlburg-live.de wurde im September/Oktober 2008 mit dem Aufbau einer Lehrstellen- und Praktikumsbörse begonnen, die weiter gepflegt wird. Der Stadtteil Mühlburg bietet zusammen mit dem Rheinhafen ein großes Potenzial an Ausbildungsplätzen. Am 8. Oktober 2008 fand in den Räumen der Rheinhafen GmbH ein Workshop zur Themenstellung „Synergien und Kooperationen zwischen Rheinhafen und Mühlburg statt“. Über die Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg wird weiterhin Kontakt zur Rheinhafen GmbH gehalten. 15 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE Projekt 1.6 Aufwertung von Spielplätzen/Spielorten Projekt 1.6.1 Bolzplatz Im Beteiligungsverfahren hat sich bestätigt, dass Mühlburg ein starkes Defizit an Bolzplätzen hat. Da es beim Bolzplatz vor der Drais Schule erhebliche Konflikte zwischen einzelnen Anwohnern und Ju- gendlichen gibt, wurde 2009 vom Büro GRiPS ein Workshopverfahren initiiert, um neben der Bewoh- nerschaft auch die Kinder und Jugendlichen in den Lösungsfindungsprozess einzubeziehen. Über die Ergebnisse wurde im Rahmen einer Veranstaltung im Februar 2010 informiert. Es wurden unterschied- liche Maßnahmen vereinbart, die im Laufe des Jah- res 2010 umgesetzt werden sollen. Die ursprünglich geplanten Maßnahmen (Zaunerhöhung sowie eine zweite Tischtennisplatte neben dem Bolzplatz vor der Draisschule) wurden zurückgestellt. Bereits bei der ersten Jugendkonferenz im Dezember 2007 schlugen die Jugendlichen einen zusätzlichen Bolzplatz an der Alb beim KETV vor. Nachdem für diesen Standort Lösungen geprüft wurden, die mit einem möglichst geringen Eingriff in den vorhandenen geschützten Baumbestand verbunden sind, konnte die Baumaß- nahme bis Ende Juni 2010 fertig gestellt werden. Mit einem Einweihungsfest am 10. Juli 2010 wurde der Spielbetrieb offiziell eröffnet. Die Initiative GOFUS hat den Bau des neuen Bolzplatzes mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro unterstützt. Zur Beruhigung der Situation am Drais-Bolzplatz hat die mobile Jugendarbeit Kontakt zu den Ju- gendlichen aufgenommen. Darüber hinaus hat ein Übungsleiter des Vereins Schwarz Weiß Mühlburg e.V. einmal wöchentlich den Spielbetrieb auf dem Bolzplatz im Rahmen von „Sport auf der Straße“ unterstützt. Nach Fertigstellung des neuen Bolz- platzes wurde diese betreute Spielzeit auf den Platz an der Alb verlegt, um eine hohe Akzeptanz des neuen Platzes zu gewährleisten. Zudem fand noch in der Planungsphase eine weitere Information der Jugendlichen mit Begehung des neuen Standortes statt. Bereits jetzt zeigt sich, dass der Bolzplatz an der Alb sehr gut angenommen wird, auch von Ju- gendlichen aus Alt-Mühlburg. Der neue Bolzplatz ist mit Kunstrasen und hohen Ballfangzäunen ausgestattet und entspricht Wett- kampfnormen. Der gewünschte Wasseranschluss kann voraussichtlich in absehbarer Zeit realisiert werden. Im November 2010 wird die neue Halte- stelle mit Gleisübergang in unmittelbarer Nähe zum Bolzplatz gebaut. Dadurch wird der Bolzplatz gut an die nördlich angrenzenden Wohngebiete ange- bunden. In unmittelbarer Nähe zum Bolzplatz wird zudem der Bau einer Bowl-Anlage geprüft. Damit bekäme dieser Bereich für Kinder und Jugendliche eine zusätzlich Attraktivität. Chronologie 20. Juli 2009 Workshop 1 Anwohnerbeteiligung 26. September 2009 Workshop 2 Jugendbeteiligung 15. Januar 2010 Konfliktgespräch mit Anwohnern und Jugendlichen 29. Januar 2010 Gespräch bei BM Obert mit An wohnern und Rechtsanwalt 25. Februar 2010 Offene Informationsveranstaltung im Jugendtreff 19. Mai 2010 Infoveranstaltung zur Planung des neuen Bolzplatzes 10. Juli 2010 Einweihung des Bolzplatzes an der Alb beim KETV Projekt 1.6.2 Umgestaltung Spielplätze Als erste Ergebnisse der Spielleitplanung und des Jugendbeteiligungsprojektes „EinBlick mit AusSicht“ wurde der Spielplatz zwischen der Weinbrenner- 16 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE und Sophienstraße erneuert und aufgewertet. Im April 2009 wurde den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort im Rahmen einer mobilen Spielaktion ein Entwurf vorgestellt. Schule, Kindergärten, Hort, Senioren- und Pflegeheime, sowie Anwohnerinnen und An- wohner der Umgebung waren dazu eingeladen. Viele Wünsche und Anregungen wurden aufgenommen. Die überarbeitete Planung des Spielplatzes wurde der Bürgerschaft im Dezember 2009 nochmals vor Ort vorgestellt. Die Umgestaltung des Spielplatzes er- folgte im Sommer 2010, am 4. Oktober 2010 wurde der Spielplatz offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Aufbauend auf den Ergebnissen der Spielleitplanung sollen drei weitere Spielorte aufgewertet werden: Der Spielplatz südlich der Weinbrennerstraße wird umgestaltet und soll neben Spielangeboten für Kinder bis etwa 12 Jahre auch Fitnessgeräte für Erwachsene, insbesondere für ältere Menschen bein- halten. Die Außenanlagen der Schülerhorts Wein- brennerstraße werden saniert. Dabei sind neue Spielangebote und eine Erweiterung der Spielfläche nach Norden vorgesehen. Die Planungen für beide Projekte wurden am 25. Oktober 2010 im Schüler- hort öffentlich vorgestellt. Zu dieser Vorstellung wur- den auch die Senioreneinrichtungen des Gebietes eingeladen. Darüber hinaus wird derzeit mit der Hardtschule ein Sanierungskonzept für den Spiel- platz Sternstraße erarbeitet. Alle drei Maßnahmen werden noch im laufenden Jahr 2010 begonnen und voraussichtlich bis Frühjahr 2011 abgeschlossen. Projekt 1.7 Gesund aufwachsen - Verbesse- rung der Bewegungs- und Ernährungssitu- ation von Kindern und Jugendlichen Der Stadtteil Mühlburg ist Pilotgebiet für das Projekt „Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg“, eine Gemeinschaftsinitiative der Arbeitsgruppe Prävention und Gesundheitsförderung des Gesundheitsforums unter Leitung des Landesgesundheitsamts im Re- gierungspräsidium Stuttgart. „Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg, Kommunale Netzwerke für Ernährung und Bewegung“ ist ein von der Robert Bosch Stiftung gefördertes Projekt, das die frühe Förderung einer gesunden Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen zum Ziel hat. Am 22. Januar 2009 fand in der Aula der Vogesenschule der Auftakt- workshop statt. 17 Stadt KarlsruheGartenbauamt Karlsruhe Einladung am 25. Oktober 2010, 15.30 Uhr werden die Pläne - Spielplatz südlich der Weinbrennerstraße - und - Außenanlage Schülerhort Weinbrennerstraße 69a - im Schülerhort vorgestellt. Alle Kinder, Jugendliche, Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich eingeladen. Maßnahme im Rahmen der Städtebauförderung im Bund-Länder-Programm “Soziale Stadt” 3. ARBEITSKREIS 1 KINDER UND JUGENDLICHE Zur Steuerung des Projektes vor Ort hat sich ein Len- kungskreis gebildet, dem neben der Projektleiterin das Schul- und Sportamt, das Gesundheitsamt und das Stadtteilmanagement angehören. Chronologie des Projekts Januar 2009 Auftaktveranstaltung Februar bis April 2009 Bestandsanalyse im Stadtteil Mai 2009 Quantitative und qualitative Auswertung Juli 2009 Zukunftswerkstatt zur Bedarfs- analyse / Formulierung von Leit zielen September 2009 Projektgruppe „Gesundes Schul - frühstück“ Oktober 2009 Konstituierung „Gesundes Netzwerk“ Januar 2010 Konstituierung des Arbeitskreises „Gesundheitsfördernde Maßnah- men im Stadtteil“ Februar 2010 Broschüre „Gesund aufwachsen in Mühlburg“ Juni 2010 Projektpräsentation im neuen Bürgerzentrum Mühlburg Der im Januar 2010 gegründete Arbeitskreis beglei- tet die Planung und Umsetzung folgender Maßnah- men: A) Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung • Im Rahmen eines „STÄRKEN-vor-Ort-Projektes“ wird der Internetauftritt „Gesund aufwachsen in Mühlburg“ weiterentwickelt, eine Qualifi- zierungsmaßnahme für 16 Jugendliche im Übergang von Schule in den Beruf in Koope- ration mit den Geschäften vor Ort. • Der Wegweiser „Gesund aufwachsen in Mühl- burg“ wurde erarbeitet und mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren an alle Haushalte im Stadtteil verteilt. • Im Oktober wurden die Gesundheitstage der IG Mühlburg mit den Gewerbetreibenden Mühlburgs veranstaltet. B) Gesundheitsfördernde Angebote wurden im Stadtteil verankert: • Integratives Tanzprojekt der Tanztribüne: hier wurde ein Projektantrag für den „Präventions- preis“ gestellt, das Projekt findet in Kooperati- on mit dem Landesverband Freier Theater BW e.V. statt. • Pilotprojekt „Gesundes Schulfrühstück“ mit allen Grundschulen im Stadtteil. • Kindergarten- und Schulprogramm „Komm in das gesunde Boot“ mit dem Kindergarten St. Peter und Paul. • Kostenlose Sportangebote Skaten und Soccer, initiiert durch das Projekt „Sport auf der Stra- ße“. C) Das „Lokale Gesundheitsbüro“ wird als STÄR- KEN-vor-Ort-Projekt im Bürgerzentrum Mühlburg umgesetzt. Ziel ist vor allem die arbeitsmarktin- tegrative Gesundheitsförderung für Jugendliche im Übergang Schule/Beruf. Darüber hinaus ist geplant, Frauen mit Migrationshintergrund als Multiplikatoren für Gesundheit bzw. als so ge- nannte Stadtteilmütter zu qualifizieren. 18 Januar 2010 Konstituierung des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Stadtteil Planung und Umsetzung definierter Maßnahmen Projektanträge: Gesundheitsbüro / Internetauftritt Badische Neueste Nachrichten, 24.01.2009 Januar 2009 Auftaktveranstaltung Februar – April 2009 Bestandsanalyse im Stadtteil Mai 2009 Quantitative und qualitative Auswertung Juli 2009 Zukunftswerkstatt Formulierung von Leitzielen September 2009 Projektgruppe Gesundes Frühstück Oktober 2009 Konstituierung des Netzwerks Gesund aufwachsen in Mühlburg Februar 2010 Broschüre Gesund aufwachsen in Mühlburg Karlsruhe Mühlburg Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung Erweiterung gesundheitsfördernder Angebote im Stadtteil Lokales Gesundheitsbüro Lenkungskreis Kommunales Netzwerk für Ernährung und Bewegung 20 Bewegungs- und Gesundheitsangebote für Kindergärten, Schulen und Vereine Neben den Eltern sind auch die Erzieherinnen im Kinder- garten, die Lehrer in der Schule und Gruppenleiterinnen und -leiter in Vereinen wichtige Bezugspersonen für die Kinder und können daher einen wertvollen Beitrag zu ei- ner entsprechenden Gesundheitserziehung leisten. Dafür können sie auf verschiedene Formen der Unterstützung zurückgreifen: D ie Mobile Spielaktio n ist eine spielpädagogische Fachein- richtung des Stadtjugen dau s - schusses Karlsruhe e. V., die im ganzen Stadtgebiet unterwegs ist. Auch fü r Mühlburg macht sie folgende Angebote: Mobile Spielaktion GE S UN D AUF WA CH S EN IN MÜHLBUR G 21 Mobil durch Spiel. Ein bewegter Schultag zur spielerischen Erforschung des Stadtteils für Kinder der 1. und 2. Klasse Eine ungewöhnliche Entdeckungsreise durch den Stadtteil mit einer Schulklasse. G E S UN D AU FW A C H S EN IN MÜHLB U R G Natur erleben Die Natur als Teil der eigenen Lebenswelt begreifen – für ca. 70 Kinder der 2. bis 4. Klasse an drei Tagen. ebote en nnen im KKK in n inin ppenleite e rrin in ersonen ff n f üürür en Beitra ag gg g z g leiste en n. n DD r Unters rst stü ü stü e Sp gogi des Karl tadtgebiet unterwegs fü r Mühlburg macht nde Angebote: e Sp chen asse eil mi GG Die Natur als Teil der eigenen Lebenswelt begreif en – für c a Kinder der 2. bis 4. Klasse an drei Tag Stadt Karlsruhe Schul- und Sportamt Gesund aufwachsen in Mühlburg Spielen | Bewegung | Ernährung 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 19 4. Arbeitskreis 2 Soziales und kulturelles Miteinander ProjektStand 10/ 2010Kurzbeschreibung 2.1 Bürgerzentrum Mühlburg laufend Das Bürgerzentrum Mühlburg kann als Modellvorhaben Soziale Stadt bis Mai 2013 im Bau 2 erprobt werden. Ein eigens für den Betrieb des Bürgerzentrums gegründeter Trägerverein hat bereits seine Aktivitäten aufgenommen. 2.2 Leitbild Mühlburg - Kulturnetzwerk Mühlburg laufend Aus der Projektgruppe Leitbild heraus hat s ich das Kulturnetzwerk Mühlburg e. V. gegründet und das Brahms platzfes t im Sommer 2009 und 2010 durchgeführt. Weitere kulturelle Verans taltungen wie Kuns taus s tellungen bereichern das Stadtteilleben und verbes s ern die Wahrnehmung Mühlburgs . 2.3 Runder Tisch „Gesund aufwachsen in Mühlburg“ (Armut in Mühlburg) laufend Das Ges undheits büro Mühlburg wird im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“ gefördert. Das Projekt hat den Schwerpunkt ‚ Arbeits marktintegrative Ges undheits förderung‘ für Jugendliche und junge Erwachs ene. Aufbauend auf dies em Projekt s oll in Kooperation mit weiteren Projektträgern aus dem Stadtteil das Programm JobFit aufgelegt werden. Die Bau- genossenschaft Familienheim Karlsruhe eG konnte ein weiteres Pilotprojekt des Landesge- s undheits amtes und des Sozialminis teriums Baden- Württemberg einwerben: „Wie geht’s“ – Ges undheits förderung für ältere Mens chen im Stadtteil. 2.4 Aktiv älter werden in Mühlburg laufend Ziel is t es , ältere Mens chen in Mühlburg aktiv einzubeziehen. Mit Hilfe des EU- Projekts " Q- Ageing - mehr Lebens qualität in der zweiten Lebens hälfte" konnten Verans taltungen für ältere Mens chen und am 16. Oktober 2010 ein Marktplatz der guten Geschäfte organisiert werden. 2.5 STÄRKEN vor Ort laufend Die Fördermittel vom BMFSFJ werden für Stadtteile mit Entwicklungs bedarf vergeben, um pas s genaue und bedarfs orientierte Angebote für junge Mens chen und Frauen zu entwickeln. In Mühlburg werden in 2010 insgesamt 8 Mikroprojekte umgesetzt, in 2009 war es ein Mikroprojekt. 2.6 Qualifizierung für junge Mütter und Väter im Stadtteil Mühlburg laufend Am 19.04.2010 startete in Mühlburg ein Projekt des Christlichen Jugenddorfwerk Deuts chlands (CJD) zum Thema Armuts prävention durch Beratung und berufliche Qualifizierung von jungen Müttern und Vätern. Dabei s oll das Angebot eng mit anderen Akteuren des Stadtentwicklungs prozes s es realis iert werden, s o das s Synergieeffekte entstehen. Projektstand Arbeitskreis 2 - Soziales und kulturelles Miteinander Oktober 2010 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 20 Am 24. November 2007 fand die gemeinsame Auf- taktveranstaltung für die Arbeitskreise 1 „Kinder und Jugendliche“ und 2 „Soziales und kulturelles Miteinander“ statt. Folgende Themenschwerpunkte/Leitprojekte für das Handlungskonzept wurden festgehalten: • Integration von Migrantinnen und Migranten in den Stadtteil und in die Arbeit der Sozialen Stadt, • Schaffen eines Bürgerzentrums Mühlburg als so- zio-kultureller Mittelpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger in Mühlburg, • Aktivierung und Einbindung von Seniorinnen und Senioren im Stadtteil, • Gesundheit und Ernährung, • Runder Tisch Armut, • Image und Identität des Stadtteils. Seit 2009 stehen für Mühlburg Fördermittel aus dem Programm „STÄRKEN vor Ort“ zur Verfügung. Projekt 2.1 Bürgerzentrum Mühlburg In der „Vorbereitenden Untersuchung“, welche die Grundlage für die Aufnahme in das Bund-Länder- Förderprogramm „Stadtteile mit besonderem Ent- wicklungsbedarf - Die Soziale Stadt“ bildet, wurde ein Bürgerzentrum zur Förderung der sozialen und kulturellen Integration in Mühlburg empfohlen. Nach der Aufnahme in das Programm im Jahr 2007 hat eine Bürgerarbeitsgruppe eine Konzeption für ein Bürgerzentrum entwickelt. Das im Oktober 2009 beantragte Modellvorhaben „Bürgerzentrum“ im Rahmen des Programms „Sozi- ale Stadt“ wurde im Mai 2010 bewilligt. Somit ist die Finanzierung von Räumlichkeiten für ein Bürgerzen- trum bis Mai 2013 gesichert. Bereits im März 2010 hatte sich der Gemeinderat für die Hardtstraße Nr. 37a (Bau 2 der ehemaligen Seldeneck`schen Braue- rei) als Standort für die Interimslösung Bürgerzen- trum ausgesprochen. Am 8. Juni hat sich der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. als Betreiber des Bür- gerzentrums gegründet. Der Verein ist zwischenzeit- lich ins Vereinsregister eingetragen und zählt bereits 37 Mitglieder (Stand September 2010). In der Start- phase wird das Projekt von der Stadtteilmanagerin begleitet. Chronologie des Bürgerzentrums 2008 Besichtigung von Bürgerhäusern in Stuttgart und Esslingen, Entwickeln einer Nutzungskonzeption, Anfang 2009 Standortsuche für eine kurzfristig realisierbare Interimslösung sowie Überlegungen für eine langfristige Lösung, Oktober 2009 Antragstellung Modellvorhaben Soziale Stadt, März 2010 Beschluss des Gemeinderates für die Hardtstraße Nr. 37a, Bau 2 (ehemalige Seldeneck`sche Brauerei) als Standort für die Interimslösung Bürgerzentrum, Mai 2010 Förderbescheid des Regierungspräsidiums Karlsruhe für Modellvorhaben Soziale Stadt, 8. Juni 2010 Gründung des Vereins Bürgerzentrum e.V. Die Ziele des Bürgerzentrums ergeben sich aus der in der Satzung verankerten Präambel: • Das Bürgerzentrum Mühlburg ist Ort der Begeg- nung, Forum für bürgerschaftliches Engagement, Plattform für Interessen- und Selbsthilfegruppen sowie ein Ort, an dem bürgernahe, auf den Stadt- teil zugeschnittene Dienstleistungen angeboten werden können. • Das Bürgerzentrum ermöglicht Begegnung, ein vielfältiges, nichtkommerzielles Angebot aus Bil- dung, Kultur, Sport und Spiel. Aktivitäten rund um die Gesundheit und Beratungsangebote gehören ebenfalls dazu. • Es ist ein besonderer kultureller Anziehungspunkt im Stadtteil mit Lesungen, Ausstellungen, Kursan- geboten, Vorträgen und Diskussionsforen. 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 21 • Das Bürgerzentrum liegt als Drehscheibe und zu- gleich ruhender Pol möglichst zentral im Stadt- teil. Es ist sowohl von der Gestaltung als auch der Konzeption ein Ort, der Freude ausstrahlt und einladend ist. • Durch die Bürgerbeteiligung und die Mitarbeit engagierter, fördernder Mühlburger Bürgerinnen und Bürger wird das Bürgerzentrum ein Ort des bürgerschaftlichen Engagements, das die Identität und den sozialen Zusammenhalt des Stadtteils und seiner Bürgerinnen und Bürger wachsen lässt. • Es ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger. Die verschiedenen Generationen und Kulturen gehen im Bürgerzentrum respektvoll miteinander um. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger begeg- nen und engagieren, um nachbarschaftliche Qua- litäten zu entwickeln und zu erfahren. Das Bür- gerzentrum soll unterstützen, gute Lösungswege in persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Fragen entstehen zu lassen. Ausgewählte Räume des Bürgerzentrums können für private Feste und gewerbliche Anlässe angemietet werden. • Das Bürgerzentrum ist ein Aushängeschild für Mühlburg. Aufgrund baurechtlicher Auflagen zur Nutzungsän- derung der Räumlichkeiten im Bau 2 der ehemaligen Seldeneck’schen Brauerei für den Betrieb eines Bür- gerzentrums hat sich die Umsetzung zeitlich verzö- gert. Die Auflagen, wie beispielsweise der Einbau einer Drehtür-Automatik konnten mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe erfüllt und der Betrieb aufge- nommen werden. Der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. bietet seit Anfang September jede Woche eine Sprechstunde an, in der interessierte Nutzer sich vor Ort über die Anmietung der Räume informieren können. Nach einem Nutzertreffen am 21. September 2010 stellt sich der derzeitige Nutzungsplan wie folgt dar: Verein, Institution, InitiativeAngebot / ProjektTermin Caritasverband KarlsruheSeniorenfachberatung jeden 2. und 4. Montag, 9.30 – 12.00 Uhr CJD Karlsruhe Alphabetisierung in Karlsruhe Mühlburg (Stärken vor Ort) 2 x wöchentlich Mittwochnachmittag und Montagvormittag Familienheim Karlsruhe„Wie geht`s?“ (Erzählcafé) wöchentlich Dienstagnachmittag, ab Dezember 2010 Soziallagenbezogene Gesundheitsförderung Gesund aufwachsen in Karlsruhe Mühlburg Mittwochvormittag, ca. 10 – 12 Termine Sportkreis Karlsruhe IN SCHWUNG Bewegungsangebote für Ältere Mittwochnachmittag, oder im Anschluss an Erzählcafé, ab Februar 2011 Kulturnetzwerk MühlburgMalkurs für Erwachsenewöchentlich, ab Februar 2011 Integrationsangebot für Migrantinnen vorrangig russ. Herkunft, Fr. Reitschneider Mutter-Kind-Gruppe wöchentlich 2 Nachmittage (Termine werden noch bekannt gegeben) Sozialer Dienst WestSozialberatung wöchentlich Freitag, 10.00 – 12.00 Uhr, Pro FamiliaKurse für Elternunregelmäßige Abstände Arche NoahVeranstaltungen nach Bedarf unregelmäßige Abstände 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 22 Wegen der noch weitgehend fehlenden Möblierung der Räume wird ein offizieller Start der Projektan- gebote erst ab Januar 2011 möglich sein. Projekte, für welche die bisher vorhandene Möblierung aus- reicht, können bereits durchgeführt werden. Neben den künftig regelmäßig stattfindenden Angeboten bietet das Bürgerzentrum bereits jetzt Raum für Ein- zelveranstaltungen, die wenig Ausstattung benöti- gen, so z.B. Caritas-Seniorenberatung, Infotreffen zu Q-Ageing, Abschlussveranstaltung Gesund Aufwach- sen in Baden-Württemberg, Klausurtagung des CJD, Workshop Stärken vor Ort etc. Die Veröffentlichung des Veranstaltungsprogramms im „Mühlburger Leben“ und in der Mühlburger Ausgabe der „Bürgerzeitschrift für Karlsruhe“ so- wie in einem Flyer wird vom Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. übernommen. Der Trägerverein be- absichtigt, im Januar 2011 ein Eröffnungsfest zu veranstalten. Ausblick Nachdem sich der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. gegründet hat, ist geplant, die ehrenamtlichen Kräfte in begrenztem Umfang auch in den Jahren 2011 und 2012 hauptamtlich zu unterstützen. Hier- für wurde eine Förderung als Modellvorhaben im Rahmen der Sozialen Stadt beantragt. Mit einem Förderbescheid ist im April 2011 zu rechnen. Auf- gaben dieser Begleitung sind: • Aktivierung und Vernetzung von weiteren Partnern im Stadtteil mit dem Verein Bürgerzentrum Mühl- burg e.V., Hilfe beim Einwerben von Spenden und Gewinnen von Unterstützern des Vereins, • organisatorische und logistische Unterstützung des Vereins Bürgerzentrum Mühlburg e.V. (Vorbe- reitung und Moderation der Nutzerratssitzungen, Zielkontrolle und Unterstützung bei der Umset- zung der Beschlüsse), • Unterstützung beim Aufbau von tragfähigen Ar- beits- und Organisationsstrukturen (Protokollfüh- rung, Adressverteiler, Raumverwaltung etc.), • Initiieren von Projekten zu den Handlungsfeldern Integration, Gesundheitsförderung, Armut, Seni- oren, Familienförderung, • Vorbereitung und Abstimmung eines langfristig tragfähigen Bürgerzentrums (Raumprogramm, Betriebskonzept). Gemäß Gemeinderatsbeschluss vom 30. März 2010 wird geprüft, wie ein langfristig tragfähiges Bürger- zentrum zu realisieren ist. Dabei wird die Integration der Stadtteilbibliothek angestrebt. Diesbezüglich ist ein Betriebskonzept für das Bürgerzentrum zu ent- wickeln, in dem die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure, die Arbeitsteilung zwischen bürgerschaft- lich Engagierten, der Stadt Karlsruhe und gegebe- nenfalls einem Träger des Bürgerzentrums sowie der Personalbedarf dargestellt sind. Im nächsten Schritt sind dann die Herstellungs- bzw. Mietkosten verglei- chend gegenüber zu stellen und die Zuwendungs- möglichkeiten im Rahmen der Städtebauförderung zu prüfen. Erst auf dieser Gesamtbasis kann über eine Kostenbeteiligung der Stadt an den Herstel- lungs- bzw. Mietkosten sowie an den Kosten des lau- fenden Betriebs abschließend entschieden werden. Ob und wann eine längerfristige Lösung machbar ist, hängt nicht zuletzt von der Haushaltssituation der Stadt ab. Projekt 2.2 Leitbild Mühlburg - Kulturnetzwerke Mühl- burg e.V. Die Projektgruppe „Leitbild“ hatte das Ziel, für Mühlburg ein Leitbild mit Alleinstellungsmerkmalen ausgehend von folgenden Fragestellungen heraus- zuarbeiten: • In welche strategische Richtung soll sich der Stadt- teil entwickeln? • Was fördert das Image Mühlburgs? • Was stärkt die Identifikation der Bewohne- rinnen und Bewohner mit dem Stadtteil? Als Alleinstellungsmerkmale bzw. Entwicklungs- potentiale für Mühlburg wurden insbesondere die Nähe zum Rheinhafen, die Funktion als B-Zentrum, die gute Verkehrsanbindung, das vorhandene künst- lerische Potenzial und das Miteinander der Kulturen identifiziert. Die Umsetzung des Lichtplans für Mühlburg wird von der Projektgruppe als wichtige Maßnahme für ein besseres Image, für mehr Iden- 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 23 tität und zur Stärkung des Einzelhandels gesehen. Die Projektgruppe hat deshalb im Oktober 2008 eine Lichtaktion auf dem Lindenplatz organisiert. Ein Mitglied der Projektgruppe Leitbild betreibt seit Juni 2008 das Online Radio Mühlburg unter www. orm-ka.de, das ebenfalls einen Beitrag zur Stärkung von Image und Identität in Mühlburg leistet. Wichtige Elemente für Image und Identität sind auch die Stadtteilfeste. Aus der Projektgruppe her aus, die das erste Brahmsplatzfest im Sommer 2009 plante, hat sich am 21. Juli 2009 mit 8 Gründungsmitglie- dern das Kulturnetzwerk Mühlburg e.V. gegrün- det. Mittlerweile hat der Verein bereits 28 Mitglieder, darunter Bewohnerinnen und Bewohner, Geschäfts- leute und Künstler. Mit dem zweiten Brahmsplatzfest im August 2010 und einer Kunstausstellung in einem Ladenlokal hat der Verein bereits weitere kulturelle Akzente gesetzt. Das Kulturnetzwerk möchte erfahrbar machen, was in Mühlburg in der Vergangenheit bereits von Kunst- schaffenden, Literaten, Heimatkultur, Kunst schaf- fenden Institutionen, Gewerken, Vereinen geschaf- fen wurde. Mit verschiedensten Veranstaltungen soll auch erlebbar gemacht werden, was Mühlburg an Kultur und Kulturschaffenden in der Gegenwart zu bieten hat. Das Kulturnetzwerk möchte den Kultur- schaffenden in Mühlburg eine Plattform bieten, sich in ihrem Stadtteil darzustellen. Aktivitäten des Kulturnetzwerkes in 2010/2011 Zum Thema „Kulturschätze in Mühlburg ent- decken“ • 16. März 2010: Besichtigung der Glockengießerei Bachert, Mühlburg • November 2010: Besichtigung der Firma Kammer- Kirsch, Mühlburg (100 jährige Industriegeschichte) • Mai 2011: Werkschau und Atelierbesichtigung des Mühlburger Bildhauers Prof. Carl Egler (3.7.1896 - 16.8.1982) Brahmsplatzfest (Jazz meets Klassik) • 5./6. September 2009 • 31. Juli / 1. August 2010 • 30./31. Juli 2011 Kunstausstellung Mühlburger Künstler • Erster Ausstellungszyklus vom 12. - 25. September 2010 • Zweiter Ausstellungszyklus November 2010 Ausstellung von Schülerarbeiten der Mühl- burger Schulen • Thema: „Kinder in Mühlburg“ Vorträge im 1. Halbjahr 2011 • Februar 2011 Industriearchitektur in Mühlburg, Referent: Dr. Bräunche (Leiter des Stadtarchivs) Konzerte • Eröffnungskonzert Bürgerzentrum Mühlburg • Weihnachtskonzert • pro Halbjahr 2011 eine Klassik-Matinée im Bürger- zentrum Mühlburg 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 24 Projekt 2.3 Runder Tisch „Gesund aufwachsen in Mühl- burg“ (Armut in Mühlburg) Anliegen der Projektgruppe war eine Begegnungs- stätte mit Mittagstisch sowie Beratungs- und Un- terstützungsangeboten für benachteiligte Menschen im Stadtteil. Entsprechende Projekte und Strukturen sollen im Rahmen des Bürgerzentrums Mühlburg geschaffen werden. Im Laufe des Prozesses wurde herausgearbeitet, dass der Mittagstisch für Personen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, weiter- hin beim Pater-Pio-Haus bleibt. Das Anliegen eines regelmäßigen Mittagstischs für Kinder aus dem Um- feld des Pater-Pio-Hauses an anderer Stelle konnte bislang nicht verwirklicht werden. Der Aufbau einer Kleidertauschbörse mit Kinderbekleidung kann even- tuell im Bürgerzentrum aufgegriffen werden. Die Thematik von Aufenthaltsorten der Trinkersze- ne hat sich im Sanierungsprozess nicht als relevant herausgestellt. Am Albhügel spielten eher Scherben und Abfall eine Rolle als Lärmbelästigungen oder Ängste. Die Straßensozialarbeit hat daher das Areal verstärkt aufgesucht. Der Anker stellt für Mühlburg keine Belästigung mehr dar. Es sind gelegentlich Besucher von Bewoh- nern des Ankers, die mitunter Probleme im Umfeld machen. Im Großen und Ganzen stößt der Anker aber auf Akzeptanz im Stadtteil. Auch die von den Wohnunterkünften für Obdachlose im „Fässle“ aus- gehenden Probleme haben sich gelöst: Seit dem 31. Dezember 2009 erfolgt im Fässle keine obdachlo- senrechtliche Unterbringung mehr durch die Stadt Karlsruhe. Diese Maßnahme ist Teil der Auflösung aller unbetreuten Obdachlosenunterkünfte, die als Ziel im Karlsruhe Masterplan 2015 verankert ist und realisiert werden konnte. Das Gesundheitsbüro Mühlburg wird im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“ gefördert. Das Pro- jekt hat den Schwerpunkt ‚Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung‘ für Jugendliche und junge Erwachsene. Aufbauend auf diesem Projekt soll in Kooperation mit weiteren Projektträgern aus dem Stadtteil ein Programm namens JobFit aufgelegt werden. Das Landesgesundheitsamt hat bereits ein Anschlusskon- zept für „Gesund aufwachsen“ entwickelt, das die Fortsetzung des Programms und die Ausbildung von Multiplikatoren für Gesundheitsförderung im Stadtteil vorsieht. Insofern wird die Arbeit des Pro- jekts „Gesund aufwachsen“ in das Gesundheitsbüro überführt. Die Baugenossenschaft Familienheim Karlsruhe eG konnte ein weiteres Pilotprojekt des Landesgesund- heitsamtes und des Sozialministeriums Baden-Württ- emberg für Mühlburg einwerben: „Wie Geht’s“ – Gesundheitsförderung für ältere Menschen im Stadtteil. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, älteren Menschen den Zugang zu bestehenden gesundheits- fördernden Angeboten im Stadtteil zu erleichtern, beispielsweise durch die Qualifizierung von Aktivie- rungskräften im Stadtteil. Zudem soll die soziale und kulturelle Teilhabe älterer Menschen beispielsweise durch die Einrichtung eines Erzählcafés im Bürger- zentrum unterstützt werden. Im Gesundheitsbüro im Bürgerzentrum Mühlburg laufen somit schon jetzt viele Fäden zusammen, die in der Summe ein ge- sundheitsförderndes Netz ergeben. Projekt 2.4 Aktiv älter werden in Mühlburg Gemäß Gemeinderatsbeschluss vom 13. November 2007 sollen in Mühlburg insbesondere auch gene- rationengerechte Modellprojekte entwickelt werden. Mit dem Bürgerzentrum wird ein Ort etabliert, der das generationenübergreifende Miteinander beleben soll. Auch mit der geplanten Ergänzung des Spiel- platzes südlich der Weinbrennerstraße mit einem Bewegungsparcours für ältere Menschen sowie mit dem als „Platz der Generationen“ in Planung befind- lichen Fliederplatz werden Orte der Begegnung von Generationen geschaffen. Angestrebt wird eine Einbeziehung der Wünsche und Bedürfnisse besonders auch älterer Menschen in die Stadtteilentwicklung. Durch eine Kooperation mit dem Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) aus Freiburg ist es gelungen, diesen Ansatz mit dem EU-Projekt „Quality Ageing – Mehr Lebensqua- lität in der zweiten Lebenshälfte“ zu vertiefen. Im Rahmen des Projekts werden in Zusammenarbeit mit Aktivbüro und Seniorenbüro Veranstaltungen durch- geführt, die speziell ältere Menschen ansprechen. Zwei erste Veranstaltungen haben bereits stattgefun- den: „UngeWÖHNlich älter werden - wie wollen wir später wohnen?“ am 15. Juli 2010 im Café Brahms und „Altersmanagement - wie können Potenziale äl- terer Arbeitnehmer besser genutzt werden?“ am 20. September 2010 im Konferenzraum der Rheinhafen GmbH. Ein weiterer Bestandteil des Projekts war eine durch das zze organisierte bundesweite Konferenz „Übergang - Perspektiven über den Beruf hinaus“ am 15. Oktober 2010 in Karlsruhe. Höhepunkt des Projekts war der „Marktplatz der guten Geschäfte“ für Unternehmen und gemein- nützige Institutionen unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Jäger am 16. Oktober 2010 im Kul- turzentrum Tempel. Dabei konnten Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen Vereinbarungen 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 25 zum beidseitigen Nutzen ohne den Einsatz von Geld schließen. Insgesamt wurden zehn schriftliche „Engagement-Vereinbarungen“ über den Austausch fachlicher Kompetenzen, personeller Leistungen oder Sachmittel getroffen. Darüber hinaus haben viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitere „gute Ge- schäfte“ miteinander angebahnt, die noch der wei- teren Konkretisierung bedürfen. Zur Vorbereitung der Marktplatzteilnahme haben Informationsabende für gemeinnützige Organisationen und für Unter- nehmen stattgefunden. Der Verein Bürgerzentrum prüft, ob gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg im kommenden Jahr eine Wie- derholung der Marktplatz-Methode möglich ist, die bereits in über 50 Städten in Deutschland erfolgreich eingesetzt wurde. Projekt 2.5 STÄRKEN vor Ort Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) werden Fördermittel für abgrenzbare Stadtteile mit Entwicklungsbedarf ver- geben, um passgenaue und bedarfsorientierte Ange- bote dort zu entwickeln und anzubieten, wo junge Menschen und Frauen leben, zur Schule gehen oder eine Ausbildung bzw. Erwerbstätigkeit suchen. Die Mikroprojekte haben das Ziel, die in diesen Stadttei- len lebenden Zielgruppen zu erreichen und sie mit maßgeschneiderten Angeboten zu unterstützen. Hierfür wurde für jedes Fördergebiet ein Lokaler Aktionsplan erstellt, der neben der Analyse vorhan- dener Angebote insbesondere folgende Aspekte beinhaltet: • Problemlagen im Stadtteil, • Bestehende Bedarfe von Jugendliche und Frauen, • Entwicklungsziele, auf deren Basis integrations- und beschäftigungswirksame Potentiale aktiviert werden sollen. Bei der Umsetzung der Lokalen Aktionspläne gilt es insbesondere, die Ressourcen der lokalen und re- gionalen Initiativen zu nutzen und die Adressaten und Zielgruppen an allen Schritten des Programms zu beteiligen. Ziele des Programms: • Erfolgreiche soziale, schulische und berufliche In- tegration von benachteiligten jungen Menschen. • Erfolgreiche berufliche Integration von Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben. • Förderung von Teilhabe, Chancengleichheit und Bildung der Adressaten/Zielgruppen durch ihre Ak- tivierung. • Aktivierung, zivilgesellschaftliche Beteiligung und Vernetzung der lokalen Akteure. Gefördert werden: • Jugendliche und junge Menschen mit schlechteren Startchancen sowie • Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wieder- einstieg in das Erwerbsleben In Mühlburg können im Jahr 2010 Mikropro- jekte mit einem Gesamtvolumen von 86.000 Euro umgesetzt werden. In Mühlburg werden in 2010 insgesamt acht Mikroprojekte umgesetzt, in 2009 war es ein Mikroprojekt. Details der Pro- jekte sind im Internet unter www.karlsruhe.de/ fb4/einrichtungen/staerken_vor_ort.de zu finden. Projekt 2.6 Qualifi zierung für junge Mütter und Väter im Stadtteil Mühlburg Am 19. April 2010 startete in Mühlburg ein Projekt des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) zum Thema Armutsprävention durch Beratung und berufliche Qualifizierung von jungen Müttern und Vätern. Dabei soll das Angebot in enger Koo- peration mit anderen Akteuren im Stadtteil realisiert werden, so dass Synergieeffekte entstehen. Alleinerziehende und Menschen ohne Berufsab- schluss sind besonders gefährdet, langfristig von staatlichen Transferleistungen abhängig zu sein. Die Stadt Karlsruhe hat deshalb mit dem CJD ein in- novatives Angebot entwickelt: Jungen Müttern und 4. ARBEITSKREIS 2 SOZIALES UND KULTURELLES MITEINANDER 26 Vätern wird in Mühlburg eine Anlaufstelle geboten, in der sie eine berufliche Perspektive entwickeln können. Bereits während der Elternzeit haben sie die Möglichkeit, kostenlose Kurse zur Weiterbildung und Auffrischung ihrer Kenntnisse zu belegen oder Praktika zu absolvieren, um sich so auf eine Ausbil- dung oder Arbeitsaufnahme nach der Stillzeit vor- zubereiten. Auch bei der Bewältigung persönlicher Probleme, wie Überschuldung, Wohnungssuche oder Erzie- hungs- und Umgangsfragen erhalten sie Unterstüt- zung. Das Angebot steht allen jungen Müttern und Vätern unter 30 Jahren aus Mühlburg und den an- grenzenden Stadtteilen offen, richtet sich aber be- sonders an Eltern, die ALG II oder Jugendhilfe be- ziehen. Das Pilotprojekt wird bis 31. Dezember 2010 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert, eine Fortsetzung ist geplant. 5. ARBEITSKREIS 3 EINZELHANDEL, GEWERBE, IMAGE 27 5. Arbeitskreis 3 Einzelhandel, Gewerbe, Image ProjektStand 10/2010Kurzbeschreibung 3.1 Einbinden von Immobilieneigentümern laufend Das Engagement privater Haus - und Wohnungs eigentümer in die Modernis ierung der Häus er und Wohnungen in Mühlburg zu inves tieren hält weiterhin in hohem Maße an. Unters tützt werden die Eigentümer bei der Modernis ierung durch die Stadt, welche im Rahmen des Sanierungs gebietes weiter - hin Fördermittel in Höhe von 25 % der als förderfähig anerkannten Kos ten bereit s tellt. Nach Beratung vor Ort und Vereinbarung der Förderung wurden bis her Zus chüs s e für private Modernis ierungen von rund 515.000 Euro vereinbart, von denen rund 375.000 Euro bereits ausbezahlt wurden. 3.2 „Unternehmen Mühlburg"– Neue Wege zur Stärkung der lokalen Ökonomie abgeschlossen Mühlburg wurde als eines von bundes weit fünf Modellgebieten im Rahmen des ExWoSt- Fors chungs - felds „Quartiers - I mpuls e – Neue Wege zur Stärkung der lokalen Ökonomie“ vom Bundes amt für Bauwes en und Raumordnung (BBR) gefördert. In einer zweijährigen Experimentierphase wurden Konzepte einer s tadtteilbezogenen Wirts chafts förderung erprobt. Baus teine zur Stärkung der Lokalen Ökonomie in Mühlburg s ind die Förderung von Exis tenzgründern, das Quartiers - Monitoring, das Portal Mühlburg s owie die Anbindung des Rheinhafens an Mühlburg. Die Projekte s ind im Rahmen des Fors chungs vorhabens abges chlos s en, werden aber als Einzelprojekte nach Möglichkeit weitergeführt. 3.2.1 Fördern von Existenzgründungen abgeschlossen Ein Exis tenzgründerforum „vor Ort“ s oll I nteres s ierten den Weg in die Selbs tändigkeit erleichtern. Ergänzend wurde ein I deenwettbewerb " Pfiffige Ges chäfts ideen für Mühlburg" durchgeführt. Die Wrts chafts förderung der Stadt Karls ruhe is t hier kontinuierlicher Ansprechpartner. 3.2.2 City-Monitoring laufend Als Bas is zur Stärkung der Lokalen Ökonomie wird jährlich der Bestand an Handel, Dienstleistungen, Gas tronomie, s ons tigen Einrichtungen und Leers tänden in Mühlburg detailliert erhoben und in einem datenbankges tützten, internetbas ierten I nformations s ys tem, genannt City- Monitoring, erfas s t. Die Datenerhebung s oll auch in den kommenden Jahren aktualis iert werden. Pos itiv is t vor allem der Rückgang der Leers tände in Mühlburg zu werten. 3.2.3 Internet-Portal „www.muehlburg-live.de“ laufend Mit der Ers tellung eines ans pruchs vollen I nternetportals für den Stadtteil wurde ein Marktplatz für die Mühlburger Unternehmen ges chaffen. Das Portal Mühlburg (www. muehl burg- l i ve. de) i s t fes t i m S tadt- teil etabliert, es verzeichnet zwischenzeitlich mehr als 300 Zugriffe pro Tag. Die Aus bildungs platzbörs e wurde aufgebaut und der News letter is t zum fes ten Bes tandteil im I nformations netz geworden. 3.2.4 Einbindung des Rheinhafens laufend Der Stammtis ch der Gewerbetreibenden, der im Rahmen von ExWoSt s ehr erfolgreich auf dem Fahr- gas ts chiff ers tmals durchgeführt wurde, wird in dies em Jahr auf dem neuen Fahrgas ts chiff eine Wiederholung erfahren. Projektstand Arbeitskreis 3 - Einzelhandel, Gewerbe, Image Oktober 2010 5. ARBEITSKREIS 3 EINZELHANDEL, GEWERBE, IMAGE 28 Am 12. Januar 2008 fand die Auftaktveranstaltung der Sozialen Stadt Mühlburg für den Arbeitskreis 3 „Einzelhandel, Gewerbe, Image“ statt. Folgende Themenschwerpunkte wurden von dem Arbeitskreis als vordringlich benannt: • Schaffen eines Leitsystems zur besseren Erschlie- ßung von Straßen und Plätzen abseits der Rhein- straße, • Herausarbeiten von Alleinstellungsmerkmalen Mühl burgs, deren Stärkung und bessere Darstel- lung, • Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Gestal- tung von Plätzen, • Gestaltung und Beleuchtung der Rheinstraße, • Einflussnahme auf Eigentümer, deren Immobilien dringenden Sanierungsbedarf bzw. lange Laden- leerstände aufweisen, vor allem in der kleinen Rheinstraße, • Reduzieren von Lärmemissionen und Verbessern der Optik von Autowerkstätten in den Seitenstra- ßen, • Fördern einer ausgewogenen Branchenmischung und attraktiver Neugründungen. Einige der Schwerpunktthemen, wie z.B. die Gestal- tung und Beleuchtung der Rheinstraße, die Verbes- serung der Aufenthaltsqualität und Gestaltung von Plätzen, das Leitsystem oder die Imagekampagne wurden in Projektgruppen der anderen Arbeitskreise bearbeitet bzw. werden im Rahmen städtebauliche Maßnahmen umgesetzt. Projekt 3.1 Einbinden von Immobilieneigentümern Ein wichtiges Anliegen des Sanierungsprozesses ist es, attraktiven Wohnraum und ansprechende Fassa- den zu schaffen, gewerbliche Leerstände zu mini- mieren und die Ansiedlung hochwertiger Gewerbe- betriebe zu begünstigen. Ein Schlüssel zur Erreichung dieser Ziele sind unter anderem die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien in Mühlburg. Zu Beginn des Sanierungsprozesses wurden daher alle Eigentümerinnen und Eigentümer angeschrieben und über die Fördermöglichkeiten privater Sanierungs- maßnahmen informiert. Das Stadtplanungsamt hat zudem auch auf dem Wochenmarkt Mühlburg über Möglichkeiten der privaten Wohnraummodernisie- rung informiert. Im April 2008 fand eine Informa- tionsveranstaltung in den Räumen der Rheinhafen GmbH mit ca. 70 Teilnehmenden statt. Da das Bera- tungsangebot im Stadtteilbüro auf wenig Resonanz stieß, wurde es Mitte 2008 eingestellt. In der Regel informieren sich Eigentümer zunächst telefonisch beim Stadtplanungsamt, um anschließend einen Vor- Ort-Termin zu vereinbaren. Das Engagement privater Haus- und Wohnungsei- gentümer, in die Modernisierung ihrer Immobilien in Mühlburg zu investieren, hält weiterhin in ho- hem Maße an. Gerade in Zeiten der gestiegenen Energiekosten wird die energetische Verbesserung der bestehenden Altbausubstanz angestrebt, so sind z.B. die Dämmung der Fassaden oder der Dächer Schwerpunkte in der Modernisierung. Ebenso wer- den noch in Einzelfällen vorhandene einfachverglaste Fenster, aber auch Isolierglasfenster der ersten und nachfolgenden Generation, gegen moderne Isolier- und Wärmeschutzfenster ausgetauscht. Auch der Einbau moderner Heizungsanlagen im Austausch zu den teilweise noch vorhandenen Einzelöfen in den Häusern, trägt wesentlich zur energetischen Verbes- serung des Wohnungsstandards bei. Unterstützt wer- den die privaten Eigentümer bei der Modernisierung durch die Stadt, welche im Rahmen des Sanierungs- gebietes weiterhin Zuschüsse in Höhe von 25 % der als förderfähig anerkannten Kosten bereitstellt. Nach Beratung vor Ort und Vereinbarung der Förderung wurden bisher Zuschüsse für private Modernisie- rungen von rund 515.000 € vereinbart, von denen etwa 375.000 € bereits ausbezahlt wurden. Projekt 3.2 „Unternehmen Mühlburg“ – Neue Wege zur Stärkung der lokalen Ökonomie Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung der Lokalen Wirtschaft erhielt der Stadtteil Mühlburg im Zuge des vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) initiierten und beauftragten ExWoSt-Forschungsfelds „Quartiers- Impulse – Neue Wege zur Stärkung der lokalen Öko- nomie“. In einer zweijährigen Experimentierphase seit November 2006 wurde in Mühlburg sowie in vier weiteren Modellvorhaben bundesweit unter- sucht, wie das Konzept einer stadtteilbezogenen Wirtschaftsförderung umgesetzt werden kann. Das Förderprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ hat im Sanierungsgebiet Soziale Stadt Mühlburg wichtige Impulse gesetzt. Das Por- tal Mühlburg (www.muehlburg-live.de) hat sich fest im Stadtteil etabliert, es verzeichnet zwischenzeitlich mehr als 300 Zugriffe pro Tag. Die Ausbildungsplatz- börse wurde aufgebaut und der Newsletter ist zum festen Bestandteil im Informationsnetz geworden. 5. ARBEITSKREIS 3 EINZELHANDEL, GEWERBE, IMAGE 29 Zudem wurde über das Projekt die Unterstützung der Wirtschaftsförderung Karlsruhe bei Existenz- gründungen im Stadtteil Mühlburg besser bekannt gemacht. Aus dem Aufruf „pfiffige Geschäfts- ideen für Mühlburg“ und dem sich anschließenden Gründerworkshop ist unter anderem die Idee eines Rollstuhlfahrer-Cafés hervorgegangen, dessen Um- setzung von der Existenzgründerin weiter verfolgt wird. Die im Rahmen des Projekts aufgebauten Kon- takte zur Rheinhafen GmbH werden durch die IG Attraktives Mühlburg weiter gepflegt. Der Baustein „Bürgeroffener Kulturengarten“ konnte während der Projektlaufzeit von ExWoSt nicht umgesetzt werden. Als Basis für die Förderung der Lokalen Ökonomie in Mühlburg wird jährlich der Bestand an Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, sonstigen Einrich- tungen und Leerstand detailliert erhoben und in dem datenbankgestützten, internetbasierten Informati- onssystem „City-Monitoring“ erfasst. Die Bestands- erhebung wurde durch lokale Akteure durchgeführt. Das City-Monitoring des Amtes für Stadtentwicklung ermöglicht Auswertungen vielfältiger Art. So können beispielsweise Zeitreihen darüber Auskunft geben, wie sich der Branchenmix in Mühlburg entwickelt. Das City-Monitoring wird für das B-Zentrum Mühl- burg weiterhin durchgeführt. Positiv ist vor allem die weitere Reduzierung von Leerständen in Mühlburg von elf Leerständen im Jahr 2007 auf neun zum Jah- resende 2009 zu werten. 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 31 6. Arbeitskreis 4 Wohnen, Stadtgestaltung und Verkehr ProjektStand 10/ 2010Kurzbeschreibung 4.1 Lindenplatz laufend Die Umgestaltung des Lindenplatzes einschließlich der angrenzenden Straßen wird mit der Neupflanzung der Bäume im Oktober/November 2010 abgeschlossen. Den Übergang über die Hardtstraße erleichtern nunmehr zwei Mittelinseln als Querungshilfe. 4.2 Fliederplatz und Glümerstraße Umsetzung 2011 Als erster Schritt zu einer Aufwertung des Platzes diente der Umbau der Glümer- straße im Frühjahr 2010. Nach dem erfolgreichen Verkehrsversuch wurde die Gesamtplanung für den Fliederplatz ohne querende Fliederstraße entwickelt und bei der Stadtteilkonferenz am 16.07.2010 präsentiert. Das Projekt hat das gemeinde- rätliche Kostenkontrollverfahren durchlaufen und ist im Haushaltsentwurf für den Doppelhaushalt 2011/12 vorgesehen. 4.3 SonnenstraßeUmsetzung 2011 Zwischen den Bäumen sollen Pkw-Längsparkstände eingerichtet werden, um das Parken von Lkw zu verhindern. Im Zuge dieser Maßnahme wird auch der übergroße Einmündungsbereich in die Bodelschwinghstraße angepasst. Umsetzung im Frühjahr 2011. 4.4 Rheinstraßein Planung Für die Seitenbereiche der " großen" Rheinstraße wird eine vertiefte Planung erarbeitet. 4.5 Lichtdach Rheinstraße Lichtdach zu- rückgestellt Ein Lichtdach soll den Einkaufsbereich Rheinstraße Mühlburg optisch verbinden und damit besonders hervorheben. Ende Januar 2010 erfolgte eine Probebeleuchtung. Das Projekt wurde jedoch im Zuge der Haushaltskonsolidierung zurückgestellt. 4.6 Entenfang, Lameyplatz, Lameystraße und Rheinstraße vertiefte Planung erforderlich Ein städtebaulicher Planungsworkshop hat Vorschläge zur Neugestaltung des Bereichs Entenfang, Lameyplatz, Lameystraße und „kleine“ Rheinstraße erbracht. Die Empfehlungen werden seitens der Verwaltung in eine Rahmenplanung mit den Teilmaßnahmen Lameystraße, Rheinstraße (" große" , " kleine" und westliche), Lameyplatz und Entenfang integriert. Die entsprechenden Teilprojekte wurden bei der Stadtteilkonferenz am 16.07.10 vorgestellt und sollen im verbleibenden Förderzeitraum bis Ende 2015 umgesetzt werden. Im Sommer 2010 erfolgten die Gleiserneuerung und der Einbau einer Schmieranlage am Entenfang durch die VBK. Zwischen Entenfang und Lameyplatz wird derzeit ein Rasengleis eingebaut. Die Aussaat wird jedoch witterungsbedingt erst im nächsten Frühjahr erfolgen. 4.6.1 Lameyplatz, Lerchenstraße erneute Prüfung Für den Lameyplatz wird die Planung auf Grundlage der Workshopergebnisse weiterentwickelt. Bevor endgültig über eine Sperrung der Lerchenstraße entschieden wird, werden Möglichkeiten gesucht, den Verkehrsablauf am Knoten Hardt-/ Lamey- straße so zu optimieren, dass der Rückstau in der Hardtstraße trotz einer Sperrung der Lerchenstraße geringer wird als heute. 4.7 Lärmschutzz.T. abgeschlossen Die bereits erfolgte Sanierung des Gleisvierecks Entenfang mit Wasserschmieranlage sowie das im Bau befindliche Rasengleis in der Lameystraße sind erste Maßnahmen zur Lärmminderung. Im Bereich der Südtangente sowie auf der Vogesenbrücke wurden im Herbst Lärmschutzwände entsprechend den Empfehlungen des Lärmaktionsplans errichtet. 4.8 Runder Tisch Verkehr z.T. abgeschlossen, weitere Maßnahmen geplant Realisiert wurden bislang der Fußgängerüberweg über die Hardtstraße sowie die Querungshilfen auf Höhe Lindenplatz. Im Kreuzungsbereich Nuits-/Sophienstraße sollen Eckausrundungen der Straße mit " Nasen" ausgebildet werden. Sofern Haus- haltsmittel verbleiben, ist eine Umsetzung im Haushalt 2011/12 möglich. Ebenso gilt dies für die geplante Verbreiterung der Fußgängerfurt über die Rheinstraße Höhe Philippstraße. Ziel ist ein größerer Aufstellbereich sowie eine Öffnung der Philippstraße für Radfahrer in Gegenrichtung. Projektstand Arbeitskreis 4 - Wohnen, Stadtgestaltung und Verkehr Oktober 2010 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 32 Projekt 4.1 Lindenplatz Der Lindenplatz wurde bis zum Bau der Karl-Frie- drich-Gedächtniskirche im Jahre 1719 für Jahrmärkte genutzt und dann als Kirchplatz umgewidmet. Die nunmehr umgesetzte Planung versteht den Linden- platz als offenen Gesamtraum mit Aufenthaltsquali- täten, ganz in der Tradition einer Kirchplatznutzung. Dieses Gesamtkonzept wurde im Beteiligungsverfah- ren insbesondere mit dem Arbeitskreis 4 „Wohnen, Stadtgestaltung und Verkehr“ erarbeitet und ab- gestimmt. Die nicht erhaltensfähigen und gefällten Bäume wurden im Herbst 2010 durch 13 Bäume mit hoher Qualität ersetzt. Der erhaltenswerte Baumbe- stand, überwiegend in den Randbereichen, wurde saniert. Die dichten Strauchpflanzungen wurden aufgegeben, dafür Beete mit Strauch- und Stau- denpflanzungen angelegt und die Südwestseite des Platzes durch eine geschnittene Hecke gefasst. Das Kriegerdenkmal im südwestlichen Bereich wurde in die Platzgestaltung integriert. Das neue Beleuch- tungskonzept mit Anstrahlung der Bäume, des Kirch- turmes und Unterleuchtung einiger Sitzelemente unterstützt den atmosphärischen Gesamteindruck dieses Platzes. Neben dem großzügigen Sitzangebot gibt es drei neue Spielpunkte. Die neue Platzfläche mit Beleuchtung und der Umbau der Straße südlich des Platzes wurden im Sommer 2010 fertig gestellt. Durch die Einrichtung von Inseln in der Mitte der Hardtstraße wurde die Überquerung für Fußgänger erleichtert. Projekt 4.2 Fliederplatz und Glümerstraße Im Rahmen der Kinder und Jugendbeteiligung und der Workshops zur Gestaltung des Fliederplatzes stimmten Kinder, Jugendliche und Erwachsene über- ein, dass der Fliederplatz als Mehrgenerationenplatz ohne Fliederstraße weiter entwickelt werden soll, der für Kinder aller Altersgruppen, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen attraktiv ist. Als erster Schritt zu einer Aufwertung des Platzes diente der Umbau der Glümerstraße im Frühjahr 2010. Der mittlere Abschnitt der Mauer um den Platz wurde entfernt und über eine 12 m breite rote Pflaster- fläche eine großzügige Öffnung des Platzes bis zur Bordsteinkante vor der Häuserfront hergestellt. Die- ser Bereich wurde als verkehrsberuhigter Bereich aus- gewiesen und dient gleichzeitig als Ausweichstelle für den Begegnungsverkehr. Der nördliche Gehweg wurde provisorisch angekeilt, so dass parkende Fahr- zeuge den Gehweg bis zum endgültigen Umbau mit- benutzen können. Nach dem erfolgreichen Verlauf des Verkehrsver- suchs im Mai 2010 wurde von dem Büro Klahn + Singer + Partner auf Grundlage der Beteiligungser- gebnisse ein Gestaltungskonzept für den Fliederplatz ohne querende Fliederstraße entwickelt und bei der Stadtteilkonferenz am 16. Juli 2010 präsentiert. Das Grundkonzept für den Platz bildet eine groß- zügige, offene Fläche, die multifunktional nutzbar ist und Angebote für alle Generationen vorhält. Das Fliederfest kann auch in Zukunft auf dem Platz statt- finden. Im neuen Zentrum des Platzes befindet sich eine kreisförmige, erhöhte Aktionsfläche, die Anre- gungen zum Bespielen gibt bzw. den Mittelpunkt bei Festveranstaltungen bieten kann. Im Norden entsteht beim Kinder- und Jugendtreff ein Bereich mit ge- schwungenen Holzdecks, Tischtennisplatten sowie der vorhandenen Basketballfläche. Der Wegfall der Fliederstraße ermöglicht dem Kinder- und Jugend- treff eine deutlich bessere Nutzungsausrichtung nach Süden. Blauregenpergola und Fliederhecke bilden weiterhin die Raumkante der nördlichen Platzhälfte. Im Westen befindet sich wie bisher der Kleinkinder- spielplatz, im Osten wird ein Bodenschach angelegt. Entlang des vorhandenen Pflasterweges wird eine lange Bank installiert, die zugleich die Platzkante markiert. Die Platzecken im Südosten und Südwesten werden durch leichte Stahlpergolen betont, wodurch ein intimer Aufenthaltsbereich entsteht. 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 33 Einige Bäume müssen ersetzt werden, der Platz er- hält überwiegend eine wassergebundene Decke. Die Optimierung der Stellplätze wertet auch die angren- zenden Flächen auf und wird den hohen Parkplatz- anforderungen gerecht. Nachdem die gemeinderätlichen Gremien der Pla- nung zugestimmt haben, sollen die erforderlichen Mittel in den Doppelhaushalt 2011/12 eingestellt werden. Baubeginn könnte dann nach dem Flieder- fest 2011 sein. Projekt 4.3 Sonnenstraße Die Sonnenstraße soll im Frühjahr 2011 umgebaut werden. Zwischen den Bäumen werden Pkw-Längs- parkstände eingerichtet, um das Parken von Lkws zu verhindern. Im Zuge dieser Maßnahme wird der übergroße Einmündungsbereich in die Bodel- schwinghstraße angepasst. Ausführungsplanung Sonnenstraße (SSP Mühlburg) Lageplan 1 : 250 2 a 08.07.'10 J. Häberle J. Häberle gez. Schaber, 08.07.'10 gez. Schönbeck, 08.07.'10 gez. Kirsch S7 S 107.50 S8 D 112.21 S 108.30 S9 D 112.39 S 108.45 S1 D 113.13 S 111.03 S2 D 113.11 S 111.15 S3 D 113.51 S 111.55 S4 D 113.76 S 111.75 S10 D 112.80 S 108.65 D N 4 0 0 m m P P 3 . 0 7 m 2 6 0 . 8 6 9 ‰ D N 4 0 0 m m P P 1 8 . 9 9 m 7 . 8 9 8 ‰ D N 3 0 0 m m P P 4 8 . 2 0 m 3 . 1 1 2 ‰ D N 3 0 0 m m P P 3 9 . 4 6 m 3 . 0 4 1 ‰ D N 300 m m P P 38. 71 m 6 . 4 5 9‰ DN 3 0 0 m m P P 3 9 . 9 4 m 5 . 0 0 7 ‰ D N 4 00 m m P P 21. 3 3 m 9 . 375‰ D N 4 0 0 m m P P 2 5 . 1 4 m 8 4 . 7 4 1 ‰ S11 D 113.25 S 110.78 S 110.88 DN 300 S 111.30 DN 300 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 35 Aus dem Workshop konnten als Empfehlungen für die weiteren Planungen festgehalten werden: • Aufwertung der Lameystraße durch Entlastung vom Durchgangsverkehr aufgrund optimierter Verkehrslenkung sowie durch Anpassen des Stra- ßenquerschnitts und Begrünung, • Aufwertung der „kleinen“ Rheinstraße und Entla- stung von „Schleichverkehren“, • Ausbildung eines markanten Stadt(teil-)eingangs am Entenfang und dessen Aufwertung als Mühl- burger Zentrum, • Reduzierung der Verkehrsflächen und Verlegung der Haltestelle am Lameyplatz, Verzicht auf den Anschluss der Lerchenstraße an die Lameystraße, • Umbau der westlichen Rheinstraße zwischen La- meyplatz und B 36, • Stärkung der Aufenthaltsfunktion und gestalte- rische Aufwertung in der „großen“ Rheinstraße (Rheinstraße von der Kaiserallee bis zum Enten- fang). Die abgeleiteten Empfehlungen werden seitens der Verwaltung sukzessive in eine Rahmenplanung mit den Teilmaßnahmen Lameystraße, Rheinstraße („große“, „kleine“ und westliche), Lameyplatz und Entenfang zusammengeführt. Für die besonderen Gestaltungsaufgaben bei den Plätzen (Entenfang und Lameyplatz) ist vorgesehen, die Planungen je- weils durch ein am Workshop bereits beteiligtes Büro weiter zu vertiefen. Die entsprechenden Teilprojekte sollen dann im verbleibenden Förderzeitraum suk- zessive bis Ende 2015 angefangen bzw. umgesetzt werden. Projekt 4.6.1 Lameyplatz, Lerchenstraße Im Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung des Lameyplatzes ist erneut die Sperrung der Über- fahrt der Lerchenstraße über den Platz zu prüfen. Die Lerchenstraße und der westliche Teil der klei- nen Rheinstraße werden als Schleichweg zur Um- gehung des Rückstaus in der Hardtstraße genutzt. Daher wurde schon frühzeitig von den Bewohnern der Wunsch geäußert, diesen Schleichverkehr zu un- terbinden. Ein Ergebnis des Workshops „Entenfang / Lameyplatz“ war außerdem, dass bei der Gestaltung des Lameyplatzes wesentlich mehr Spielraum bestün- de, wenn auf die Überfahrt der Lerchenstraße über den Platz verzichtet werden könnte. Im Juli 2010 wurde die Lerchenstraße daher im Rahmen eines Ver- kehrsversuchs im Bereich des Platzes gesperrt. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass zwar eine deutliche Abnahme des gebietsfremden Verkehrs durch Lerchen- und Rheinstraße eingetreten war. Damit einher ging jedoch ein längerer Rückstau in der Hardtstraße. Bevor endgültig über eine Sperrung der Lerchenstraße entschieden wird, werden daher Möglichkeiten gesucht, den Verkehrsablauf am Kno- ten Hardt-/Lameystraße so zu optimieren, dass der Rückstau in der Hardtstraße trotz einer Sperrung der Lerchenstraße geringer wird als heute. Die Planungen für den Lameyplatz werden auf Ba- sis der Workshopergebnisse im nächsten Jahr noch weiter vertieft. Projekt 4.6.2 Lameystraße Im Sommer 2010 erfolgten bereits die Gleiserneu- erung und der Einbau einer Schmieranlage am En- tenfang durch die VBK. Zwischen Entenfang und Lameyplatz wird derzeit ein Rasengleis vorbereitet, die Aussaat erfolgt im Frühjahr 2011. Darüber hinaus wird die zu kurze Haltestelle der Linie 5 südöstlich des Entenfangs geschlossen und mit einer Länge von 80 m nach Nordwesten in die Lameystraße verlegt. Dabei verändert sich der Querschnitt der Lameystra- ße und es entfallen in diesem Bereich einige Bäume, die jedoch durch zahlreiche Neupflanzungen im Hal- testellenbereich sowie zwischen Gleis und Fahrbahn ersetzt werden. Die Anwendung dieses Entwurfsprin- zips wird auch für den Abschnitt zwischen Hardt- straße und Lameyplatz geprüft, um dort neben dem Rasengleis eine weitere Begrünung zu erreichen. Der Umbau der Lameystraße zwischen Entenfang und Hardtstraße ist im Sommer 2011 vorgesehen, danach der Abschnitt zwischen Hardtstraße und Lameyplatz. 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 36 Projekt 4.6.3 „Kleine“ Rheinstraße Die „kleine“ Rheinstraße soll niveaugleich umgebaut werden. Der Abschnitt zwischen Hardtstraße und La- meyplatz soll möglichst im Gültigkeitszeitraum des Doppelhaushalts 2011/12 umgestaltet werden. Der Abschnitt zwischen Entenfang und Hardtstraße nach 2012. Die Entwicklungen im Bereich des ehemaligen Eisen-Fischer-Areals werden hier zu berücksichtigen sein. Projekt 4.6.4 Westliche Rheinstraße Die westliche Rheinstraße zwischen Lameyplatz und B36 soll möglichst mit Mitteln aus dem Doppel- haushalt 2011/12 umgestaltet werden. Dieser Ab- schnitt der Rheinstraße hat nach Fertigstellung der B10 / Südtangente seine Verkehrsbedeutung verlo- ren. Andererseits ist die westliche Rheinstraße Teil des zukünftigen Radverkehrshauptnetzes. Auf der Nordostseite der Rheinstraße tauschen Längsparker und Radfahrer den Platz, so dass der Radverkehr auf einem Schutzstreifen auf der Fahrbahn geführt werden kann. Auf der Südwestseite wird ebenfalls ein Schutzstreifen eingerichtet. Aufgrund der Ver- schmälerung der Fahrbahn können hier künftig Senkrechtparkplätze angeordnet werden, die durch Baumpflanzungen gegliedert werden. Die Schutz- streifen für Radfahrer werden als Radfahrstreifen über den Knotenpunkt mit der Neureuter Straße / Starckstraße (B 36) geführt, so dass dessen Querung erleichtert wird. Neben der optischen Aufwertung des Straßenzuges soll dies auch die Verkehrssicher- heit erhöhen. Projekt 4.6.5 Entenfang Die Planungen für den Entenfang werden auf Basis der Workshopergebnisse noch weiter vertieft. Eine Umgestaltung kann frühestens ab 2014 erfolgen. Projekt 4.7 Lärmschutz Da Mühlburg in hohem Maß von Verkehrslärm be- troffen ist, sieht der Lärmaktionsplan hier verschie- dene Maßnahmen vor. Die Sanierung des Gleisvier- ecks Entenfang mit Wasserschmieranlage durch die Verkehrsbetriebe ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Im Herbst beginnen die Vorarbeiten in der Lamey- 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 37 straße zur Herstellung eines Rasengleises. Die Aus- saat wird im Frühjahr 2011 erfolgen. Darüber hinaus wurde zwischen den Fahrbahnen der Südtangente im laufenden Jahr eine Lärmschutzwand fertig gestellt. Eine weitere wird bis Ende November entlang der Vogesenbrücke errichtet. Projekt 4.8 Runder Tisch Verkehr Als ein großer Mangel in Mühlburg wurde die hohe Belastung durch den Autoverkehr gesehen. Dement- sprechend groß ist der Wunsch nach Verkehrsberu- higung und nach Verlagerung des Durchgangsver- kehrs, bei gleichwohl guter Verkehrsanbindung der Bewohner. Der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger war zunächst ein Gesamtverkehrskonzept, das alle Belange berücksichtigt. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass ein grundle- gend veränderter bzw. beruhigter und reduzierter Automobilverkehr in Mühlburg nicht allein durch bauliche Veränderungen im Rahmen des Sanierungs- programms erreichbar ist: hierfür wäre vor allem ein grundlegend verändertes Mobilitätsverhalten erfor- derlich. Zudem wurde erkannt, dass in einem kom- plexen Verkehrssystem Veränderungen an einer Stelle unter Umständen erhebliche unerwünschte Folgen an anderen Stellen haben. Vor diesem Hintergrund erläuterte das Stadtplanungsamt beim Runden Tisch Verkehr, wo kurzfristig Verbesserung möglich sind, welche Maßnahmen einen längeren Abstimmungs- und Planungsvorlauf benötigen und welche aus übergeordneten Gesichtspunkten nicht realisiert werden können. Einige Verbesserungen konnten bereits erreicht wer- den, wie beispielsweise der Fußgängerüberweg über die Hardtstraße im Zuge der Rheinstraße beim Gast- haus Ritter. Auf Höhe des Lindenplatzes erleichtern Querungshilfen den Weg über die Hardtstraße. Die Sanierung der Straßendecke ist für 2013/14 vorge- sehen (Projekt 4.8.1). Im Kreuzungsbereich Nuits-/Sophienstraße sollen Eckausrundungen der Straße mit „Nasen“ ausge- bildet werden, um die Querung für Fußgänger zu erleichtern und die Parkierung zu ordnen (Projekt 4.8.2). Sofern Haushaltsmittel verbleiben, ist eine Umsetzung im Haushalt 2011/12 möglich. Ebenso gilt dies für die geplante Verbreiterung der Fußgän- gerfurt über die Rheinstraße auf Höhe Philippstraße verbunden mit einer zusätzlichen Signalisierung für aus der Philippstraße ausfahrende Radfahrer (Pro- jekt 4.8.3). Ziel ist ein größerer Aufstellbereich für Fahrgäste der VBK und für querende Fußgänger sowie eine Öffnung der Philippstraße für Radfahrer in Gegenrichtung. Der Kreuzungsbereich Sophien-/ Herderstraße soll zu einem kleinen Kreisverkehrsplatz umgebaut werden (Projekt 4.8.4). Verkehrliche Aspekte sind zudem in hohem Maße bei den Projekten Fliederplatz und Glümerstraße sowie Entenfang, Lameyplatz, Lameystraße und Rheinstra- ße berührt. 6. ARBEITSKREIS 4 WOHNEN, STADTGESTALTUNG UND VERKEHR 38 7. FÖRDERMITTEL Die Mittel des Soziale Stadt Programms dürfen ausschließlich für investive und investitionsvorbe- reitende Maßnahmen eingesetzt werden. Zur För- derung nicht-investiver, also sozialer und kultureller Projekte, sowie zur Stärkung der lokalen Ökonomie werden in den Soziale-Stadt-Gebieten Komplemen- tärprogramme oder -fördermittel herangezogen wie z.B. ExWoSt, Modellvorhaben Soziale Stadt, STÄR- KEN vor Ort etc. Insgesamt wurden für Mühlburg im Laufe des bisherigen Förderzeitraums mit Hilfe unterschiedlicher Partner zusätzlich zu dem bewillig- ten Sanierungs-Förderrahmen in Höhe von 3,6 Mio. Euro weitere Fördermittel in Höhe von 552.000 Euro akquiriert. Darüber hinaus haben private Spender verschiedene Projekte durch Geld- und Sachspenden unterstützt, unter anderem die GOFUS den Bau des neuen Bolz- platzes sowie verschiedene Unternehmen die Durch- führung der beiden Brahmsplatzfeste und das Bür- gerzentrum. 39 7. Fördermittel Förderrahmen und Fördermittel für Mühlburg Bewilligter Förderrahmen SSP3,6 Mio. Euro Weitere Fördermittel ExWoSt Quartiersimpulse60.000 Euro Bundeszentrale für politische Bildung - Jugendbeteiligung38.000 Euro STÄRKEN vor Ort 2009 bis 2012300.000 Euro Modellvorhaben soziale Stadt - Bürgerzentrum54.000 Euro Q - Ageing80.000 Euro Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg10.000 Euro Modellvorhaben Gesundheitsförderung10.000 Euro Summe weiterer Fördermittel552.000 Euro 8. FAZIT UND AUSBLICK Ende Dezember 2010 endet die moderierte Bür- gerbeteiligung durch das Stadtteilmanagement im Soziale-Stadt-Gebiet Mühlburg. Als herausragende Projekte dieser ersten Phase des Sanierungsprozesses können unter anderem die Förderung des Lokalen Gewerbes im Rahmen des Förderprogramms Expe- rimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Unterstützung des Projektes EinBlick mit AusSicht, die Spielleitplanung, die Gründung der Vereine Kulturnetzwerk Mühlburg e.V. und Bürgerzentrum Mühlburg e.V., der Marktplatz der guten Geschäfte oder das Projekt Gesund aufwachsen in Baden- Württemberg genannt werden. Als städtebauliche Leitprojekte, die bislang umgesetzt wurden, sind die Umgestaltung des Lindenplatzes, die Sanierung des Spielplatzes Weinbrennerstraße/ Sophienstraße, der Bolzplatz an der Alb, die Innensanierung des Kinder- und Jugendtreffs oder die Lärmschutzmaßnahmen entlang der B 10 zu nennen. Für zahlreiche weitere Projekte, deren Realisierung in den nächsten Jahren erfolgen soll, wurde eine intensive Bürgerbeteiligung durchgeführt, so für den Fliederplatz oder die Gestal- tung der kleinen und großen Rheinstraße. Verschiedene Netzwerke sind entstanden, um die gute Kommunikation und Zusammenarbeit im Stadt- teil zu erhalten und zu pflegen. Der Bürgerverein Mühlburg bietet bei seinen sechsmal im Jahr stattfin- denden Stammtischen den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich zu informieren und Anliegen an den Bürgerverein heranzutragen. Darüber hinaus lädt der Bürgerverein zweimal im Jahr Einrichtungen und Vereine im Stadtteil zum Vereinsforum ein. Dieses Gremium soll die im Rahmen des Beteiligungspro- zesses intensivierte Vernetzung der sozialen Einrich- tungen und Vereine im Stadtteil fortführen. Anliegen und Ideen der Mühlburger Gewerbetreibenden wird weiterhin die Interessengemeinschaft Attraktives Mühlburg begleiten. Neben dem Bürgerverein Mühlburg und der IG At- traktives Mühlburg gibt es mit den neu gegründeten Vereinen Bürgerzentrum Mühlburg e.V. und Kultur- netzwerk Mühlburg e.V. zwei weitere tragende Säu- len, die dazu beitragen können, die Nachhaltigkeit der im Rahmen der Sozialen Stadt begonnenen Pro- jekte sicher zu stellen. Der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e.V. übernimmt im Rahmen des Modellvor- habens Soziale Stadt den Betrieb des Bürgerzentrums und die Koordination der Aktivitäten und Dienstlei- stungen, die im Bürgerzentrum angeboten werden sollen. Das Bürgerzentrum soll dazu beitragen, eine breite Bürgerschaft in Mühlburg zu aktivieren und vernetzen. Es soll zur Keimzelle und zum Ort für Pro- jekte in den Handlungsfeldern Integration, Gesund- heit, Senioren und Familienförderung werden. Nach Ablauf des dreijährigen Modellvorhabens soll sich das Bürgerzentrum langfristig etablieren, bevorzugt am Entenfang zusammen mit der Stadtteilbibliothek. Hierfür ist die Nutzungs- und Raumkonzeption wei- ter zu entwickeln. Um während des Sanierungszeitraums bis 2015 ei- nen guten Informationsfluss aufrecht zu erhalten, wird weiterhin einmal jährlich ein Abstimmungsge- spräch der Verwaltung mit dem Bürgerverein, der IG Attraktives Mühlburg und dem Verein Bürgerzentrum Mühlburg stattfinden. Über die Umsetzung größe- rer städtebaulicher Vorhaben, die bereits im Beteili- gungsprozess abgestimmt wurden, wird anlassbezo- gen vor Ort informiert. 41 8. Fazit und Ausblick