Bericht des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe
| Vorlage: | 25934 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.11.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Südstadt, Südweststadt |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 17.11.2010 7 öffentlich Dez. 3 Bericht des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 17.11.2010 7 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt den vorgelegten Bericht zustimmend zur Kenntnis und befürwortet die dargelegte Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Struktur des Stadtjugendausschuss e.V.: Das zwei Säulenmodell Der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe (StJA e.V.) wurde 1951 als Dachverband der Karlsruher Jugendverbände (erste Säule) gegründet. Als solcher vereint er heute 41 Jugendverbände mit insgesamt 44.521 Mitgliedern zwischen 6 und 26 Jahren. Die Satzung schreibt eine autonome, selbstbestimmte Jugendarbeit vor. Der Auftrag als Dachverband ist die Unterstützung der sogenannten ‚verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit’ dieser Jugendverbände. Dies geschieht durch Beratung, Durchführung von Jugendgruppenleiterschulungen, Verteilung der städtischen Zuschüsse nach § 12 SBG VIII und Unterstützung bei der Akquisition von Drittmitteln sowie bei der politischen Bildung und der politischen Interessenvertretung. Als Dachverband der Jugendverbände verfügt der StJA e.V. über fünf Sitze im JHA. Diesem Dachverband hat der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe erstmals 1966 die Delegation der sogenannten Offenen Kinder- und Jugendarbeit (zweite Säule) nach § 11 und z.T. § 13 SBG VIII übertragen – und mit Einführung des neuen SBG VIII 1991 bestätigt. Diese Arbeit geschieht in inzwischen ca. 30 größeren oder kleineren Einrichtungen und Projekten durch hauptamtliches Personal. Hierfür werden dem Verein von der Stadt Karlsruhe Personal und Sachmittel zur Verfügung gestellt. Insofern vereint der StJA e.V. die verbandliche und offene Kinder- und Jugendabreit unter einem Dach. Dies baut Konkurrenz ab, fördert Synergien, stärkt die Selbstorganisation der Jugend und deckt ein breites Spektrum der Jugendbildung und Jugendarbeit ab. Seit 1951 will der StJA e.V. in allen Bereichen für Karlsruher Kinder und Jugendliche Orientierung geben Toleranz leben Innovation fördern Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Eine kleine Übersicht der Angebote (www.stja.de ) 2.1 Jugendverbände Die Arbeit der 41 Jugendverbände wird fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet und bietet eine – i.d.R. am Erwachsenenverband orientierte – Werteorientierung (z.B.: Sport = Sportjugend oder Religion = kirchliche Jugend). 2.2 Einrichtungen des Stadtjugendausschuss e.V. 17 stadtteilorientierte Kinder- und Jugendhäuser 2 Aktivspielplätze Mobile Spielaktion Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Baerenthal / Elsass Jugendfreizeit- und Bildungswerk (JFBW) Jugendagentur mit KLEVER, BEO und ILB Musikmobil Soundtruck Jubez Fanprojekt Karlsruhe 3 Schülerhorte 1 Spiel- und Lernstube 1 Hort für Kinder ab Klasse 5 2.3 Stadtweite Projekte Mensch-gut-gemacht Mitmachen Ehrensache JobFit Skatenite DIE FERIEN: Ferienangebote ab 7.30 Uhr in den kleinen Ferien 3 Kinder- und Jugendzirkusse (Maccaroni, Delawari, Kronelli) Kinderzirkusfestival und seit 2006 bzw. 2009 im Auftrag der Stadt Karlsruher Kinderpass Karlsruher Pass Ergänzende Erläuterungen Seite 4 3. Die Finanzsituation (alle Zahlen beziehen sich auf 2009) Im städtischen Haushalt stellen sich die Aufwendungen für den StJA e.V. folgendermaßen dar (ohne Karlsruher Pass und Kinderpass): Stadtjugendausschuss e.V. im städt. Haushalt 2009 (ohne Kinderpass und Karlsruher Pass, Gesamtvolumen 9,2 Mio. €) Barzuschuss an StJA; 2.511.000 €; 27% Umlagen, ILV, Gemeinkosten; 2.116.000 €; 23% Personalaufwand; 4.632.000 €; 50% Lediglich der sogenannte Barzuschuss wird an den StJA e.V. direkt ausbezahlt, Personalaufwand und Umlagen werden von anderen Ämtern bewirtschaftet. Der Barzuschuss setzt sich im städtischen Haushalt aus den Positionen Sach- und Dienstleistungen und Transferaufwendungen zusammen. Neben den Programm- und Sachmitteln sind in beiden Positionen Zuschüsse für Fixkosten wie Mieten, Mietnebenkosten und Personal (das vom Verein im Auftrag der Stadt eingestellt ist) enthalten. Diese Fixkosten können nicht durch den StJA e.V. beeinflusst werden und sind steigend. Der städtische Barzuschuss für den StJA e.v. bleibt dagegen in seiner Höhe unverändert. Dadurch reduzieren sich die für die pädagogische Arbeit zur Verfügung stehenden Mittel deutlich und die finanziellen Spielräume für den StJA e.V. werden immer mehr eingeengt. Die nachfolgende Graphik zeigt, dass von den erhaltenen Barzuschüssen nur 31% als Finanzmittel variabel einsetzbar sind (780.000 €). Auch sollten alle etwaigen Haushaltssperren ausschließlich aus diesem variablen Teil erbracht werden, d.h. abzüglich der obigen unbeeinflussbaren Fixkosten. Im Jahr 2001 konnten noch 43% der Zuschüsse variabel eingesetzt werden (1.159 Mio. € aus 2,692 Mio. €). D.h. dieser variable Teil ging in acht Jahren um zwölf % zurück. Es ist darauf zu achten, dass der StJA e.V. auch zukünftig eine adäquate Kinder- und Jugendarbeit leisten kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Zum 31.12.2009 waren beim StJA e.V. 217 Personen (158 Vollzeitstellen) beschäftigt. Davon waren 78 Personen (46 Vollzeitstellen) beim Verein direkt angestellt und wurden u.a. aus dem Personalkostenzuschuss i.H.v. 724.500 € finanziert. Der städtische Zuschuss bildet die Grundfinanzierung des Vereins, dient aber auch zur unverzichtbaren Ko-Finanzierung bei der Akquisition von Drittmitteln. Zum städtischen Zuschuss von 2,5 Mio. € konnten 2009 weitere 4,2 Mio. € akquiriert werden. Ohne Karlsruher Pass und Kinderpass stellen sich die Einnahmen und Ausgaben so dar: Einnahmen Stadtjugendausschuss e.V. 2009 (ohne Karlsruher Pass und Kinderpass, Gesamtvolumen: 6,7 Mio €) städt. Zuschuss; 2.511.000 €; 37% sonstige Zuschüsse; 1.063.000 €; 16% Sponsoring, Spenden; 342.000 €; 5% sonstige Einnahmen; 2.809.000 €; 42% 4. Die Entwicklung der inhaltlichen Arbeit 4.1 Fachlicher Hintergrund Der 12. Kinder- und Jugendhilfebericht beschreibt die sich wandelnden Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Anforderungen und Lebenswelten junger Menschen und gibt zum Thema Bildung und Betreuung eine gute Orientierung. In ihm wird der Ausbau der Trias „Bildung – Betreuung – Erziehung“ gefordert. Diese Trias verweist auf die Notwendigkeit von Kompetenzerwerb über die Schulbildung hinaus, um den stetig veränderten Anforderungen gerecht werden zu können (Stichwort „lebenslanges Lernen“). Der 12. Kinder- und Jugendbericht fordert deshalb, dass ... „....tragfähige Zukunftskonzepte von Bildung, Betreuung und Erziehung in einem verbesserten Zusammenspiel sowie einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft aller bildungs- und lernrelevanten Akteure anzustreben sind“, und dass hierfür „.....aufeinander abgestimmte, ergänzende Angebote sowie ein ganztägiges, verlässliches Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebot, das Eltern als kompetente Partner akzeptiert und in das junge Menschen als Mitgestaltende und Mitverantwortliche einbezogen werden, erforderlich sind“. Kommunale Bildungslandschaften können dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie können sich an der Entwicklung des Sozialraums orientieren. erfordern eine Abstimmung und Neujustierung der rechtlichen Regelungen Der StJA e.V. sieht in diesem Feld einen wesentlichen Auftrag für die Weiterentwicklung seiner Arbeit. Er will sich am Aufbau kommunaler Bildungslandschaften beteiligen und dabei der Stadt und den Schulen ein kompetenter Partner sein. 4.2 Die Umsetzung Für die Etablierung von nachhaltigen Lernprozessen in den kommunalen Bildungslandschaften ist der Ausbau von Schulkooperationen notwendig. Darin sollen neue Strukturen entwickelt und Synergien in Netzwerken geschaffen werden. Dies wird in den Stadtteilen von Jugendverbänden und Kinder- und Jugendtreffs nachhaltig entwickelt. Gleichzeitig sollen damit auch allen Jugendlichen Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und auf eine Berufsperspektive ermöglicht werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Umsetzungsbeispiele für diese Zielsetzung sind: 4.2.1 Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit Die Angebotspalette der Jugendverbandsarbeit geht inzwischen über die traditionelle Gruppenstunde weit hinaus. Neuere Beispiele der Bildungsarbeit sind: Hauptschülerarbeit des BDKJ (Bund der Katholischen Jugend): Eine Referentin bietet zusammen mit einem Team von Ehrenamtlichen Tage der Orientierung und Konfliktseminare für Haupt-, Förder- und Werkrealschülerinnen und –schüler der 8. und 9. Klasse an. Projekte zur Bekämpfung der Kinderarmut bei der Solidaritäts-Jugend und der DJO: Die Solidaritätsjugend ermöglicht Kindern aus finanzschwachen Familien die Teilnahme an Freizeit- und Bildungsmaßnahmen. Die Deutsche Jugend in Europa (DJO) bietet Kindern aus bedürftigen Familien ein kostenloses Mittagessen und Nachhilfe an. „Infopoint“ der SJD (Sozialistische Jugend Deutschland)- Die Falken: In der Südstadt werden im Rahmen eines Netzwerks in den Räumen der SJD- Die Falken Informationsveranstaltungen, Vorträge und eine Leihbibliothek angeboten, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine selbstbestimmte Bildung außerhalb der üblichen Strukturen ermöglichen soll. Insgesamt kommen die Jugendverbände durch die Entwicklung hin zur Ganztagsschule (incl. G8) unter Druck. Vor allem auch die Gewinnung von Ehrenamtlichen wird immer schwieriger. Über Jahre hinweg sind die Mitgliederzahlen relativ stabil, variieren bei den einzelnen Verbänden jedoch. Einige neue Verbände – wie die Jugend der „Karnevalsgesellschaft Blau-Weiss Durlach“ oder die „Schwulen Jungs“ – konnten in den letzten Jahren aufgenommen werden. Dort wo Jugendverbände über eigene Räume verfügen ist eine positive Mitgliederentwicklung (z.B. bei der Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft - Jugend und der Jugend des Deutschen Alpenvereins) zu verzeichnen. 4.2.2 Mp 13 – die starke Mittagspause Mp13 – die starke Mittagspause ist ein niedrigschwelliges, offenes Angebot für Kinder – vornehmlich aus den benachbarten Schulen des jeweiligen Jugendtreffs – Ergänzende Erläuterungen Seite 8 das die Trias Bildung – Betreuung – Erziehung dezentral in den Stadtteilen konkret umsetzt. Es besteht aus drei Modulen, die zusammenwirken: warmem kostengünstigen Mittagsessen (weitgehend über Spenden finanziert) Hausaufgabenbetreuung in kleinen Gruppen Freizeitangebote mit Sport – neuen Medien – Kreativitäts-Werkangeboten Derzeit werden wöchentlich bis zu 550 Essen in acht Kinder- und Jugendhäusern ausgegeben. Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes sind die engagierten Kooperationspartner und die Kinder, die einen hohen Grad an Selbstbeteiligung leisten. 4.2.3 Ausbau von Stadtteilnetzwerken und kommunalen Bildungslandschaften Der StJA e.V. initiiert Netzwerke, mit dem Ziel, mit mehreren Partnern themen- und bedarfsorientiert die Potentiale der Jugendlichen zu fördern. Hier zwei konkrete Beispiele, die im laufenden Schuljahr durchgeführt werden. Aktivschultag auf dem Aktivspielplatz Nordweststadt Profil: Lernen mit allen Sinnen (Naturerfahrungen, 4 Elemente, Werkstatt), Erwerb von sozialen Kompetenzen, Förderung in Kleingruppen. Durchführung: jede Woche regelmäßig mit der 1. Klasse einen ganzen Schultag auf dem Aktivspielplatz. Kooperationspartner: 1. und 2. Klasse der Werner-von-Siemensschule und der Aktivspielplatz Nordweststadt. Werkstatttag im JUBEZ Profil: ganzheitliches Lernen (Holzwerkstatt, Ton und Keramik, neue Medien, textile Werkstatt). Durchführung: jede Woche einen Schultag im JUBEZ Kooperationspartner: 3. und 4. Klasse der Hans-Thoma-Schule und JUBEZ 4.2.4 Übergang Schule – Beruf Im Leitprojekt „Integration von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in den Arbeitsmarkt“ aus dem Masterplan Karlsruhe 2015 ist das Thema Übergang Schule- Beruf fokussiert. Die Federführung für dieses Leitprojekt hat der StJA e.V. und bildet unter Leitung des Dezernats 3 die Steuerungsgruppe gemeinsam mit AFB und SuS. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 In den letzten Jahren sind bereits vielfältige Projekte und Maßnahmen in diesem Feld erprobt worden. Beim StJA e.V. sind das beispielhaft: Bei BEO (Berufsorientierung) werden in Kursen persönliche Fähigkeiten wie Sozialkompetenz vermittelt und in praktischen Projekten in Kooperation mit Betrieben handwerkliche Fähigkeiten. 2009 haben 2.644 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Partner sind: Landkreis, Arbeitsagentur, Schulen und Betriebe. Beim ILB (Individueller Lernbegleiter) werden Schülerinnen und Schüler der 8. und 9.Hauptschulklassen und des Berufsvorbereitungsjahres durch Ehrenamtliche begleitet. Dabei werden nicht nur schulische Probleme aufgearbeitet. Aktuell sind ca. 100 Lernbegleiter aktiv. Partner sind der Landkreis, Schulen und das Kultusministerium als Finanzier. Bei Mitmachen Ehrensache stellen Jugendliche am Tag des Ehrenamtes ihre Arbeitskraft in Betrieben zur Verfügung. Der Erlös wird für soziale Projekte gespendet. In den letzen Jahren nahmen immer über 1.000 Schülerinnen und Schüler daran teil und „erarbeiteten“ jeweils über 25.000 €. Partner sind Betriebe, Schulen und der Landkreis. Im Rahmen des Masterplanprojektes ist die Bündelung aller Maßnahmen, deren systematische Auswertung und Weiterentwicklung vorgesehen. Derzeit ist die Erhebung der Angebote der Träger abgeschlossen. Es folgt die Erhebung der Nutzung und die Qualitätsbewertung. Über den Fortgang wird dem Ausschuss Anfang 2012 berichtet. 5. Weitere Entwicklungen der Kinder- und Jugendarbeit Über die Trias „Bildung – Betreuung – Erziehung“ im engeren Sinne hinaus ist der StJA e.V. bestrebt seine Strukturen bedarfsorientiert weiter zu entwickeln und sich den gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, die auch für die Kinder und Jugendlichen prägend für ihre Lebenslagen sind. 5.1 Neue Strukturen Neben der qualifizierten Entwicklung wichtiger fachlicher Themen wie z.B. der Ergänzende Erläuterungen Seite 10 Zirkuspädagogik oder der Gewaltprävention verändern sich auch Strukturen. 5.1.1 Träger von Horten Konsequenterweise widmet sich der StJA e.V. in den letzten Jahren auch der Betreuung von Schulkindern und ist seit 2007 Träger von 3 Horten (Südstadt, Nordstadt, Riedschule) sowie der Spiel- und Lernstube in Oberreut. Neben dem üblichen Profil der Horte wird hier im Freizeitbereich die enge Kooperation mit den benachbarten Kinder- und Jugendtreffs (z.B. gemeinsame Ferienangebote und Kindernachmittage) gesucht. Seit 2009 wurde in der Nordstadt modellhaft eine neue Einrichtung beim NCO-Club angegliedert: Ein Hort für ältere Kinder ab Klasse 5. Hier wird altersentsprechend gearbeitet und das Angebot flexible gestaltet, kleine Lerngruppen angeboten und in Absprache mit den Eltern mehr Eigenverantwortung ermöglicht. 5.1.2 Neue Einrichtungen In der Planung und auch beim Betrieb von neuen Kinder- und Jugendeinrichtungen haben sich Veränderungen ergeben. 1) In der Planung sind die Betroffenen in weit höherem Maße beteiligt. Der Jugendtreff Südweststadt wurde in mehreren Jugendforen von Jugendlichen gefordert und politisch durchgesetzt. Bei den nun erfolgten Bauplanungen wurden sie von HGW und auch von den Architekten maßgeblich beteiligt. Im Stadtteil Rintheim, in dem sich in den letzten Monaten zwingender Bedarf nach Schaffung eines Jugendtreffs ergeben hat, sind die Jugendlich selbst maßgeblich am Ausbau der Jugendräume beteiligt. Dies entspricht sowohl der politischen Idee der Beteiligung als auch der pädagogischen Vorstellung nach Selbst- oder Mitverantwortung. 2) Beim Betrieb der Einrichtungen wird die dezentrale Struktur ausgebaut. Dabei werden kleinere Jugendtreffs geschaffen, die an größere Einrichtungen angebunden werden, um so in einem Netzwerk Synergien zu schaffen und Bürokratie zu minimieren. Diese Synergien machen es möglich, dass als Übergangslösung in der Südweststadt ein Aktionsbüro ausreicht, da Ergänzende Erläuterungen Seite 11 Betreuungsteile vom Mädchentreff in der Ettlinger Straße übernommen werden und Jugendräume der ev. methodistischen Kirche in der Hermann- Billing-Straße genutzt werden können (Netzwerk Südweststadt). In Rintheim stellt die Volkswohnung die Räume zur Verfügung und ein Netzwerk mit BEO, Kompetenzagentur und Handwerksbetrieben führt den Ausbau durch. Die pädagogische Begleitung durch das Kinder- und Jugendhaus Oststadt macht es möglich, die Personalkosten auf eine 0,75%- Stelle zu begrenzen. Insofern fördern die dezentralen Strukturen die Eigenverantwortung, beziehen viele Partner ein, schaffen so Synergien zum Wohle aller, vor allem der Kinder und Jugendlichen und erhöhen die Effizienz. 5.2 Bekämpfung von Kinderarmut Gemäß seiner Satzung setzt sich der StJA e.V. dafür ein, dass in Karlsruhe allen Kindern ein möglichst gleichberechtigter Zugang zur Teilhabe an Bildung, Gesundheit, Kultur und sozialem Leben gewährt wird. Hier sieht er sich als kompetenter und praxiserprobten Partner der Stadt. Der gute Zugang zur Zielgruppe der Kinder und die großen Erfahrungen des Jugendfreizeit- und Bildungswerkes im Service für Kinder legten es der Stadt Karlsruhe nahe, den StJA e.V. ab dem 01.01.2006 mit der Ausgabe des Kinderpasses zu beauftragen. Bisher konnten sehr gute Erfahrungen gemacht werden und der hohe Nutzungsgrad bestätigen das. Gerade der positiv besetzte, nicht stigmatisierende Service und die unbürokratische Struktur werden von den Kinderpass-Eltern immer wieder lobend hervorgehoben. Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen wurde der StJA e.V. von der Stadt Karlsruhe beauftragt ab dem 01.10.2009 auch den Karlsruher Pass auszugeben. Über die Nutzung und die konzeptionelle Fortschreibung wird dem Sozialausschuss regelmäßig berichtet. Ergänzende Erläuterungen Seite 12 Beschluss: I. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17.11.2010. II. Aufnahme ins Ratsinformationssystem und Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Gemeinderates/Ausschusses. Dez.1: Dez.3: Dir SJB: StJA e.V. Sachbearbeiter: Herr Pistorius Tel.: R 5600 AZ: (nur für interne Bearbeitung)