Aktueller Millenniumsbericht
| Vorlage: | 25673 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 04.10.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Durlach, Hagsfeld |
Beratungen
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 8. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 12.10.2010 83 2 öffentlich Dez. 1 Aktueller Millenniumsbericht Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 12.10.2010 2 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt den Millenniumsbericht zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Staats- und Regierungschefs von 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 eine Strategie für eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung verabschiedet. Die hieraus entwickelte Millenniums-Erklärung ist ein weltweites Abkommen zwischen In- dustrie- und Entwicklungsländern. Acht konkrete und messbare Ziele wurden festgeschrie- ben und setzen klare Vorgaben, zu denen sich die 189 Regierungen bekannt haben. Am 14. Februar 2007 verabschiedete der Deutsche Städtetag die Millenniums-Erklärung. Mit kommunalem Einsatz soll eine breite Verankerung in der Bevölkerung erreicht werden. Mit der Unterzeichnung der Millenniums-Erklärung des Deutschen Städtetags am 26. Juni 2007 hat die Stadt Karlsruhe ihr Bekenntnis zu einem nachhaltigen kommunalen Engagement zur Umsetzung der acht Millenniumsziele bekräftigt. Die Dienststellen und Fachbereiche der Stadt Karlsruhe sind aufgefordert, in diesem Sinne zur Umsetzung der Millenniumsziele aktiv zu werden. Zahlreiche NGOs (Nicht-Regierungs- Organisationen) engagieren sich ebenfalls für die Umsetzung der Millenniumsziele. Das Hauptamt als zentraler Ansprechpartner hat einen Dialog zu den NGOs und einen Dialog der NGOs untereinander in Gang gebracht und pflegt den Kontakt zu den verschiedenen „Millenniums-Aktiven“. Es koordiniert zentrale Millenniumsveranstaltungen und unterstützt NGO-Veranstaltungen zu den Millenniumszielen - wie beispielsweise einen Workshop des Vereins Stoffwechsel e. V. mit der UN-Millenniumsbeauftragten Frau Dr. Renée Ernst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Bewusstseinsbildung; die acht Millenniumsziele sollen in der Bevölkerung bekannt(er) gemacht und verankert werden. Im vorliegenden Millenniumsbericht hat das Hauptamt die ihm bekannten Aktivitäten und Aktionen im Sinne der Millenniums-Erklärung zusammengestellt. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt von dem Bericht des Hauptamts zur Umsetzung der Millenni- ums-Erklärung des Deutschen Städtetags durch die Stadt Karlsruhe zustimmend Kenntnis. Hauptamt - Sitzungsdienste - 1. Oktober 2010
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Stadt Karlsruhe Hauptamt Millenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetags Bericht Global denken – in Karlsruhe handeln zu dem der Verein Stoffwechsel ins Jubez eingeladen hatte. ... „Die Millenniumsziele können nur erreicht werden, wenn die Menschen beharrlich sind“, so Renée Ernst. „In Karlsruhe ist das der Fall.“ Sie ist davon über- zeugt, dass die Armut in der Welt bekämpft werden kann. „Natürlich hängt das von den Industrieländern ab.“ Den Besuch in Karlsruhe nutzte die UN-Millen- niumsbeauftragte auch zu einem Gespräch mit Bür- germeister Stapf. Impressum: Stadt Karlsruhe, Hauptamt, Leiter: Helmut Augenstein, Rathaus am Marktplatz, 76133 Karlsruhe, E-Mail: ha@karlsruhe.de, Redaktion: Liane Wilhelm, Foto: Bildstelle Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin, Roland Fränkle, jodo, Das Fichte hilft e. V., Philipp Zieser, Gestaltung: Samya Amar, Druck: Rathausdruckerei, Stand: August 2010, www.karlsruhe.de Abkürzungen AfA Amt für Abfallwirtschaft AfB Arbeitsförderungsbetriebe BNN Badische Neueste Nachrichten FBA Friedhof- und Bestattungsamt GBA Gartenbauamt GfI Geschäftsstelle für Integration HA Hauptamt ibz Internationales Begegnungszentrum KA Kulturamt me. Weltweit lebt ein großer Teil der Menschheit in bitterer Armut. Viele sterben, weil es an Nahrung, sauberem Wasser und medikamenten fehlt. Um dem entgegenzuarbeiten und sich für eine bessere, ge- rechtere und damit auch sicherere Welt einzusetzen, unterzeichnete Karlsruhe – wie viele andere deutsche Städte auch – im Juni 2007 die sogenannte Millen- niums-Erklärung des Deutschen Städtetages. Was ist nun, drei Jahre später, aus den angestrebten Zielen geworden? Mit dieser Frage beschäftigt sich jetzt der Workshop „Global denken – in Karlsruhe handeln“, Badische Neueste Nachrichten, 1. Juli 2010 KIT Karlsruher Institut für Technologie Klinikum Städtisches Klinikum Karlsruhe gGmbH NGOs Nicht-Regierungs-Organisationen OA Ordnungs- und Bürgeramt PH Pädagogische Hochschule Karlsruhe POA Personal- und Organisationsamt SJB Sozial- und Jugendbehörde StPlA Stadtplanungsamt StA Durlach Stadtamt Durlach StaWe Stadtwerke Karlsruhe GmbH SuS Schul- und Sportamt TBA Tiefbauamt UA Umwelt- und Arbeitsschutz VBK Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH Wifö Wirtschaftsförderung Zoo Zoologischer Stadtgarten Die acht Millenniumsziele 1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger. 2. Sicherung der Grundschulbildung für alle Kinder. 3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau. 4. Verringerung der weltweiten Kindersterblichkeit. 5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter. 6. Bekämpfung von HIV / AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten. 7. Gewährleistung einer ökologischen Nachhaltigkeit. 8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung. MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT 3 Die Staats- und Regierungschefs von 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 eine Strategie für eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung verabschiedet. Die hieraus entwickelte „Millenniums-Erklärung“ ist ein weltweites Abkommen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Acht konkrete und messbare Ziele wurden festgeschrieben und setzen klare Vorgaben, zu denen sich die 189 Regierungen bekannt haben. UN-Millenniumsbeauftragte Dr. Renée Ernst am 29. Juni 2010 im Karlsruher Rathaus Am 14.02.2007 verabschiedete der Deutsche Städtetag die Millenniums-Erklärung. Mit kommunalem Einsatz soll eine breite Verankerung in der Bevölkerung erreicht werden. Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat der Millenniums-Erklärung des Deutschen Städtetages mit Beschluss vom 26.06.2007 zugestimmt. MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT 4 Die Stadt Karlsruhe begrüßt die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele für eine bessere, gerechtere und sicherere Welt. betont, dass sich die Verpflichtungen aus der Millenniums-Erklärung der Vereinten Nationen zwar in erster Linie an die Regierungen der 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen richten, die die Erklärung unterzeichnet haben, äußert aber gleichwohl ihren Willen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele mitzuwirken und will in diesem Sinne prüfen, inwieweit folgende Aktivitäten realisiert werden können: 1. Maßnahmen der Information und Bewusstseinsbildung Durchführung eigener Aktionen und die Unterstützung von Aktionen Dritter mit dem Ziel, die Information über die Millenniums-Entwicklungsziele in der Bevölkerung zu verbreitern und somit das Bewusstsein für die damit angesprochenen Probleme zu wecken und Denkanstöße zu geben. Förderung von Dialog und Zusammenarbeit mit ausländischen Mitbürgern / Mitbürgerinnen, insbesondere aus den Weltregionen, auf die sich die Anstrengungen der Millenniums-Entwick- lungsziele richten, in kommunalen Einrichtungen (z.B. Kindergärten, Schulen, Jugendzentren, Bibliotheken, Museen, Volkshochschulen, Freizeiteinrichtungen), um so durch direkte Kontakte ein für viele Mitbürger/innen vergleichsweise abstraktes Thema begreiflicher zu machen. 2. Maßnahmen der Vernetzung und Konzentration von Aktivitäten Werbung für und Unterstützung eines breiten Bündnisses von lokalen Akteuren (Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Universitäten, örtliche Wirtschaft und örtliches Handwerk, Kirchen usw.), um den Bestrebungen und Aktivitäten zur Erreichung der Wortlaut der Millenniums-Erklärung: MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT 5 Millenniums-Entwicklungsziele eine möglichst breite Verankerung und Beständigkeit zu geben. Ausrichtung der kommunalen Partnerschaftsarbeit auf Erreichung der Millenniums-Entwicklungs- ziele (z.B. Aufnahme des Themas in die Arbeitsprogramme mit den Städtepartnern und Aus- tausch über Aktivitäten in den Partnerkommunen bzw. Durchführung gemeinsamer Aktionen). 3. Maßnahmen zur Förderung einer global denkenden und in diesem Sinne Verantwortung übernehmenden Kommunalpolitik Überprüfung des eigenen kommunalen Handelns auf Verhaltensmuster, die dem Grundsatz der Einen Welt verpflichtet sind und die damit auch die allgemeine Grundlage der Millenniums- Entwicklungsziele unterstützen (z.B. Einsatz fair gehandelter Produkte in der Verwaltung, Schulen, Krankenhäusern, Kindergärten und auf kommunalen Veranstaltungen, faires und nachhaltiges Beschaffungswesen in den Bereichen Energie, Baustoffe, Dienstbekleidung, Büro- bedarf, Einsatz energiesparender Fahrzeuge, Maßnahmen zur Energieeffizienz usw.) 4. Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunen in den Ländern des Südens Erweiterung des bestehenden Partnerschaftsnetzes auf Dreieckspartnerschaften mit einer oder mehreren Kommunen aus EU-Ländern und einer Kommune aus den Ländern des Südens Förderung starker, selbstverwalteter Kommunen in den Entwicklungsländern durch Unterstüt- zung des kommunalen fachlichen Wissenstransfers im Rahmen des Einsatzes von kommunalen Experten/Expertinnen in kommunalen Entwicklungsprojekten erfahrener Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit. ist der Überzeugung, dass das kommunale Engagement im Rahmen der Millenniums-Entwick- lungsziele auch dazu beitragen kann, der wachsenden Armutswanderung nach Europa entgegen- zuwirken. fordert die Bundesregierung auf, den Willen der Kommunen, ihren Beitrag zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele zu leisten, anzuerkennen und sie stärker als Akteure der Entwick- lungszusammenarbeit zu berücksichtigen. gez. Heinz Fenrich Oberbürgermeister Die Stadt Karlsruhe setzt sich für eine umfassende Bewusstseinsbildung ein und hat Projekte und Aktionen im Sinne der Millenniumsziele durchge- führt. Weitere Aktivitäten wurden in jüngster Zeit begonnen. Nach Unterzeichnung der Millenniums- Erklärung wurden die Dienststellen und Fachbereiche gebeten, selbständig in diesem Sinne zur Umset- zung der Millenniumsziele aktiv zu werden. Auch im Bereich der so genannten NGOs (Nicht-Regierungs- Organisationen) engagieren sich zahlreiche Privat- personen, Gruppen, Vereine und Vereinigungen – teilweise seit vielen Jahren – mit Idealismus und Tatkraft im Sinne der Millenniumsziele. Das Hauptamt der Stadt Karlsruhe ist zentraler An- sprechpartner in Fragen rund um die Millenniums- Erklärung und koordiniert zentrale „Millenniumsver- anstaltungen“ mit dem Ziel, die acht Millenniums- Entwicklungsziele bei den Bürgerinnen und Bürgern Karlsruhe für die Welt 6 bekannter zu machen, die Diskussion anzuregen und auch öffentlichen Druck zu erzeugen, damit die ein- gegangenen Verpflichtungen eingehalten werden. Besondere Bedeutung kommt der Bewusstseins- bildung in Stadtverwaltung, Organisationen und Bevölkerung zu. Übergreifende Millenniumsaktionen waren bei- spielsweise die Auftaktveranstaltung der Karlsruher Millenniumskampagne im Juni 2008. Im Rahmen der Städtetour, die viele Städte Deutschlands besuchte, machten unter anderem die UN-Millenniumsbeauf- tragte für Deutschland, Frau Dr. Renée Ernst, und Herr Oberbürgermeister Heinz Fenrich gemeinsam auf die Millenniums-Entwicklungsziele aufmerksam. Gleichzeitig präsentierte die Stadt Karlsruhe bei einer Ausstellung im Museum am Markt beispielhaft, wie die Millenniumsziele in einzelnen Bereichen um- gesetzt werden. MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Stand Up-Aktion in der Karlsruher City Auch Veranstaltungen wie Stand up-Aktionen im September im Rahmen des weltweiten Aufrufs „STAND UP – TAKE ACTION“ zu Aktionen zur Bewusstseinsbildung im Sinne der Millenniums- Erklärung werden durch das Hauptamt unterstützt. Zum gegenseitigen Informationsaustausch sowie zur Abstimmung verschiedener Aktionen und Ver- netzung der Aktivitäten der NGOs untereinander lud das Hauptamt im Mai 2009 sowie im März 2010 verschiedene im Millenniumsbereich engagierte Organisationen und Personen zu Treffen im Rathaus ein. Ziel solcher Treffen ist eine organisationsüber- greifende Zusammenarbeit, die Entwicklung ge- meinsamer Ideen, gegenseitige Unterstützung und Hilfestellung sowie das Ausnutzen von Synergie- effekten. Um die Millenniums-Entwicklungsziele bei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt mehr ins Bewusstsein zu rücken, stellte das Hauptamt 2009 erstmals für einzelne Tage das so genannte Städte- partnerschaftshäuschen auf dem Karlsruher Christ- kindlesmarkt zur Verfügung. 7 Anlässlich „3 Jahre Unterzeichnung der Millenniums- Erklärung in Karlsruhe“ wurde die UN-Millenni- umsbeauftragte, Frau Dr. Renée Ernst, am 29. Juni 2010 von Herrn Bürgermeister Klaus Stapf im Karls- ruher Rathaus empfangen. Die anschließende Ver- anstaltung des Vereins Stoffwechsel e. V. mit Frau Dr. Renée Ernst wurde vom Hauptamt unterstützt. Die UN-Millenniumsbeauftragte lobte ausdrücklich die Erfolge in Karlsruhe. Auch die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit bei übergreifender Millenniumsarbeit wird vom Haupt- amt übernommen. So wurde beispielsweise 2009 ein Flyer erstellt – oder auch dieser Bericht. MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT einsamkarte.qxd 11.02.2003 17:16 Seite 1 Stadt Karlsruhe Hauptamt STAND UP Millenniumserklärung Karlsruhe handelt durch zahlreiche Projekte und Aktionen. Hier ein Auszug aus der Vielzahl von Aktivitäten der Stadt und der NGOs: 8 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT einsamkarte.qxd 11.02.2003 17:16 Seite 1 Solidarität, Ausstellungsplakat 9 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT 1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger Patenkinder und Trinkwasserprojekt in Sri Lanka | StaWe Die Aktion begann nach dem Tsunami im Jahr 2004. Die Universität Matara hatte vor Ort mit Unterstüt- zung der Stadtwerke und der Europäischen Brunnen- gesellschaft die Trinkwasserversorgung sichergestellt und die Anlagen für Notwasseraufbereitungszwecke übernommen. Im Rahmen regelmäßiger Kontakte in den letzten Jahren werden der Aufbau und die Schulung auf diesem Gebiet von den Stadtwerken in Zusammenarbeit mit der Europäischen Brunnenge- sellschaft unterstützt. So werden Studentinnen und Studenten, die auf dem Gebiet der Trinkwasserver- sorgung arbeiten, gefördert. Für eine Dissertation wurde einem Studenten ein Weiterbildungsauftrag im Heinrich-Sontheimer-Laboratorium für Was- serforschung und Wassertechnologie in Karlsruhe ermöglicht. Bereits seit längerem bestehen Kontakte zum Kinderheim. Bau einer Wasserleitung im Senegal Partnerschaft Westafrika Der Verein Partnerschaft Westafrika hat dem kleinen Dorf Keur Daouda Fandene im Senegal mit dem Bau einer Wasserleitung den Anschluss an die zentrale Wasserversorgung ermöglicht. Schülerfirma „Fairpacker“ – Schülerinnen und Schü- ler sowie Eltern des Fichte-Gymnasiums – unterstüt- zen die Partnerschaft Westafrika durch den Verkauf selbst gestylter, fair gehandelter Taschen. Auftritt für Haiti Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Kinder und Jugendliche der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sammeln mit Auftritten Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti. Die nöti- gste Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, Impfungen und die „Schule aus der Kiste“ werden damit unterstützt. Fair gehandelte Bälle | UA Der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz nutzte die Fußballweltmeisterschaft zu dem Aufruf, sich Gedanken über Menschenrechte und fairen Handel im Sport zu machen. Noch immer werden Nähe- rinnen und Näher von Bällen vorwiegend in Paki- stan nicht ausreichend entlohnt, um sich und ihren Familien eine sichere Existenz zu gewährleisten. Hier setzt der Faire Handel an. Er sorgt durch faire Preise für eine Verbesserung der Lebensumstände in der Dritten Welt. Burundi-Initiative burundikids Die burundikids engagieren sich gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen – der Merkur-Akademie International (Karlsruhe), dem Humboldt-Gymnasi- um, der Europäischen Schule Karlsruhe und der Waldschule Malsch für die Menschen – allen voran die Kinder – in Burundi, das derzeit als das ärmste Hans Schindler, Vorsitzender des Vereins „Partnerschaft Westafrika“, seine Frau Bernadette Thiaw mit Sohn Max. Foto: jodo, Badische Neueste Nachrichten, 05.02.2010 Nachwuchs der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland bei einem Auftritt im Schulmuseum Karlsruhe. Foto: jodo, Badische Neueste Nachrichten, 15.02.2010 10 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Land der Welt gilt. Sie setzen sich mit Aktionen in Karlsruhe und mit dem Einbringen der eigenen Ar- beitskraft vor Ort für Unterkunft und Ernährung für Straßenkinder, Kriegs- und AIDSwaisen, Kleidung und medizinische Grundversorgung sowie eine Aus- bildungsförderung ein. Schulessen für Burundi Europäische Schule Karlsruhe Die Burundi-Gruppe der Europäischen Schule Karls- ruhe hat die Aktion „Schulessen für Burundi“ ins Leben gerufen. Es werden Spenden gesammelt, um den Schülerinnen und Schülern der Partnerschu- le „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ in Burundi Schulessen zu ermöglichen. Engineers without borders | Universität Karlsruhe wurde 2004 als Hochschulgruppe der technischen Universität Karlsruhe gegründet und umfasst aktive und ehemalige Studierende, Professorinnen und Pro- fessoren und andere Mitglieder. Engineers without borders setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern voranzubringen, um die dortigen Lebensbedingungen durch nachhaltige Ingenieursprojekte entscheidend zu verbessern. Im Jahr 2009 konnte beispielsweise mit Unterstüt- zung auch durch die Partnerschaftsbörse 3. Welt das Projekt Brückenbau in dem kleinen abgele- genen Dorf Pitigoda im Randenigala Tal, Sri Lanka, abgeschlossen werden. In Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „a bridge for Pitigoda“ um Herbert Perera von der „Sri Lanka – Hilfe Net Worms“ sowie der Universität in Peradeniya bei Kandy in Sri Lanka konnte das vorher kaum erreichbare Dorf durch Pla- nung und Bau einer Hängeseilbrücke und den Aus- bau der Straße erschlossen werden. Weitere laufende Projekte: Mondialogo-Projekt – Wasserorganisation in einem Slum in Hyderabad, Indien Howtopedia – hilfreiches technisches Wissen im Internet sondieren und evtl. eine zentrale und umfassende Datenbank mit praktischen Techniken für die Entwicklungshilfe ins Leben zu rufen, bzw. eine ggf. vorhandene weiter zu unterstützen India Electric (Orissa) – Dezentrale Energie- versorgung eines Ausbildungszentrums in Orissa, Indien Regenwassertank- und Fischteichprojekt in Tororo, Uganda Verschiedene Projekte Humboldt-Gymnasium Karlsruhe Das Humboldt-Gymnasium Karlsruhe engagiert sich u. a. gemeinsam mit den burundikids und deren Mit- streiterinnen und Mitstreitern für Kinder in Burundi, unterstützt den Verein Zaza Faly e. V., der Straßen- kinder in Madagaskar betreut, und unterstützt den Verein Fundacion Romelio, der Flüchtlinge in Bucaramanga, Kolumbien, betreut. Durch das viel- fältige Engagement werden die Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums für die Entwick- lungszusammenarbeit sensibilisiert. Hilfe für Straßenkinder in Brasilien Arbeitsgruppe Recife Die Arbeitsgruppe Recife kümmert sich seit vielen Jahren um Straßenkinder in Recife. Mittlerweile wur- de unter anderem ein Sitio-Versammlungshaus ein- gerichtet mit Küche, Erweiterung und Umbau eines ehemaligen Sitio-Wohnhauses in Seminarraum, Bibliothek, Werkstatt, Schlafräume und Lagerraum. Zwei Erzieher/innen kümmern sich um die Kinder. Unterstützung einer „Volksküche“ Seelsorgeeinheit Südwest Pfarramt St. Josef Die Seelsorgeeinheit Südwest Pfarramt St. Josef un- terstützt die Partnergemeinde Christo El Salvador in vielfältiger Weise - zuletzt unter anderem mit einer „Volksküche“. Benefizkonzert für Erdbebenopfer in Haiti Liederkranz Daxlanden fand am 5. März 2010 statt. Spendenaktion für sauberes Wasser Soroptimistinnen Bis zum Internationalen Tag des Wassers am 22. März 2010 sammelten die Karlsruher Soroptimis- tinnen Spenden für Chlortabletten, die den Erdbe- benopfern in Haiti keimfreies Trinkwasser sicherten. „Das Fichte hilft e. V.“ | Fichte-Gymnasium Das Fichte-Gymnasium hat als einzige Schule Deutschlands einen eigenen gemeinnützigen Verein gegründet, um Bedürftigen zu helfen. Der Verein „Das Fichte hilft e. V.“ soll Schülerinnen und Schüler für nachhaltige Hilfe sensibilisieren. 11 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Teilnahme an Globaler Bildungskampagne Karlsruher Schulen, Vereine und Institutionen Die Globale Bildungskampagne startet jedes Jahr eine deutschland- und weltweite Aktion, um gemein- sam mit Prominenten auf das Recht auf Bildung für alle hinzuweisen – und darauf, dass noch immer 765 Millionen Kinder und 776 Millionen Erwachsene we- der lesen noch schreiben können. In Karlsruhe wer- den die Aktionen der Globalen Bildungskampagne durch das Schul- und Sportamt ebenso unterstützt wie durch zahlreiche Vereine und Institutionen. Teilnahme an der weltweiten Aktion „Größte Unterrichtsstunde der Welt für gleiche Bildungschancen am 23. April 2008“ Gleichzeitig in 150 Ländern fand die größte Un- terrichtsstunde der Welt statt, um auf das Recht auf Bildung aufmerksam zu machen. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem Bürgermei- ster Harald Denecken und die Europäische Schule Karlsruhe unter Teilnahme des Botschafters aus Burkina Faso. Unterstützung erfuhr das Projekt auch durch Stoffwechsel e. V. Teilnahme an der weltweiten Aktion „Das große Lesen 2009“ Am 29. April 2009 wurde weltweit aus dem „Großen Buch des Lesens“ vorgelesen. In Karlsruhe veranstaltete der Verein Stoffwechsel e. V. an diesem Tag in der Karlsruher Stadtbiblio- thek einen Lesemarathon. Vor Schüler/innen der Carlo Schmid Schule sprachen und lasen unter anderem die Karlsruher Autoren Eva Klingler und Wolfgang Burger. Auch Gäste aus Burkina Faso nahmen an dieser Veranstaltung teil und berich- teten über die Probleme des Analphabetismus in ihrem Heimatland und den daraus entstehenden Teufelskreis von Armut und fehlender Bildung. Am Heisenberg-Gymnasium Karlsruhe fand am 4. Mai 2009 ein Aktionstag „Das große Lesen“ statt. Einen ganzen Tag lang beschäftigte sich die Klasse 5a mit dem Thema Lesen - und damit, dass viele Kinder noch immer nicht die Möglichkeit ha- ben, lesen und schreiben zu lernen. Gemeinsam mit dem „Eine-Welt-Theater“, dem Karlsruher Krimi-Autor Wolfgang Burger, dem „Werkraum- Theater“ und engagierten Eltern brachte der Klas- senlehrer den Kindern das Thema nahe. Teilnahme an der weltweiten Aktion „1Goal – Bildung für alle“ der Globalen Bildungskampa- gne zur Fußballweltmeisterschaft 2010. Am 12. März 2010 fand im PrinzMaxPalais die Auftaktveranstaltung zur Globalen Bildungskam- pagne 2010 statt. Gemeinsam werben Vereine und Institutionen wie Stoffwechsel e. V., das städ- tische Schul- und Sportamt aber auch Persönlich- keiten wie die KSC-Spieler Godfried Aduobe und Macauly Chrisantus für die Integrationskraft von Bildung und Sport. Besuch von Herrn Dr. Saidi Kibeya Stadt Karlsruhe Am 15. Januar 2009 besuchte der Minister für Wissenschaft und Bildung der Republik Burundi, Dr. Saidi Kibeya, mit einer kleinen Delegation Karls- ruhe. Unter anderem wurde er von Herrn Oberbür- germeister Heinz Fenrich empfangen und besuchte die Europäische Schule Karlsruhe. Bildungsbrücken | Stoffwechsel e. V. Initiative zur Errichtung bzw. Einrichtung einer Bibli- othek in Burkina Faso. Das Projekt des Vereins Stoff- wechsel e. V. soll Menschen in Burkina Faso den Zu- gang zu Bildung ermöglichen. Im Dezember 2009 fand in Burkina Faso ein Workshop mit dem Verein Stoffwechsel und der Leiterin der Stadtbibliothek Karlsruhe statt. Einrichtungsgegenstände werden gesammelt und nach Burkina Faso gebracht. Burundi-Gruppe | Europäische Schule Karlsruhe Seit 2007 unterhält die Europäische Schule Karlsruhe eine Partnerschaft mit der „Ecole Polyvalente Caro- lus Magnus“ in Bujumbura, Burundi. Eine eigene Burundi-Gruppe wurde gegründet, die das Problem der fehlenden Bildungsmöglichkeiten ins Bewusst- sein der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Erwachsenen bringen möchte. Burundi-Abende werden veranstaltet, bei Flohmärkten, Sponsoren- läufen oder dem Sommerfest werden Spenden für Burundi gesammelt. Ein Lehrer für Burundi Europäische Schule Karlsruhe Bei der Aktion der Burundi-Gruppe der Europäischen Schule Karlsruhe „Ein Lehrer für Burundi“ werden die Gehälter von bis zu fünf Lehrkräften an der Part- nerschule in Burundi übernommen. 2. Sicherung der Grundschulbildung für alle Kinder 12 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Schülertag | Fichte-Gymnasium Die Oberstufenschülerinnen und -schüler bieten im Rahmen der Schülertage jedes Jahr Workshops an und beherbergen „Botschafter“ aus verschiedenen Ländern. Eine große Zahl an Schülerinnen und Schü- lern des Fichte-Gymnasiums nimmt jedes Jahr am „Schülertag“ teil. „Wir laufen für UNICEF“ | VT Hagsfeld Die Vereinigte Turnerschaft Hagsfeld führte im Juni 2010 einen Benefizlauf von Kindern und Jugend- lichen zugunsten der UNICEF-Projekte „Schulen in Afrika“ und „Wiederaufbau in Haiti“ durch. Unterstützende Maßnahmen zur Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher | SJB zur Erreichung der Grundschulbildung. Aufklärung und Intensivierung der Kunden- beratung | FBA zur Vermeidung von Kinderarbeit (z. B. bei der Grab- malherstellung) Bau eines Verwaltungs- und Schulgebäudes im Senegal | Partnerschaft Westafrika Der Verein Partnerschaft Westafrika baut in dem kleinen Dorf Keur Daouda Fandene im Senegal ein Verwaltungsgebäude, in dem die Verwaltung des Dorfs untergebracht wird und eine kleine Schulbibli- othek eingerichtet wird. Damit soll eine Verwaltung ebenso ermöglicht werden wie eine grundlegende Schulbildung für die Kinder des Dorfs. Unterstützung von Patenkindern | Initiativkreis Alexander-v.-Humboldt-Schule Der Initiativkreis Alexander-v.-Humboldt-Schule Villa el Salvador unterstützt Patenkinder in der deutschen Schule Colegio Peruano Alemán in Lima. Erweiterungsbau einer Schule | Lachen helfen e. V. Der Verein Lachen helfen e. V. unterstützt unter anderem den Erweiterungsbau für die Ala Chapan Schule in Afghanistan. Unterstützung durch Partnerschaftsbörse 3. Welt. Aufbau einer Vorschule Pan y Arte, Gruppe Karlsruhe Die Gruppe Karlsruhe des Vereins Pan y Arte enga- giert sich in Nicaragua beim Aufbau einer Vorschule für die ‚Kinder des Vulkans‘ in Malacatoya. KSC-Fanprojekt in Südafrika | KSC-Fanprojekt Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft machten Mitarbeiter des KSC-Fanprojekts eine Reise nach Südafrika, bei der es nicht nur um Fußball ging. Die Karlsruher Fußballfans informierten sich auch über das Leben vor Ort und knüpften beispielsweise Kon- takt zu einem deutschen Bildungsförderungsprojekt in einem Township von Port Elisabeth. Schulmöbel für Sri Lanka | Auxilio Venire e. V. Unterstützung durch den Verein zum Kauf von Schulmöbeln für die Imam Gazzaly National School in Nintavur, Sri Lanka. Aktion für „Schulen in Afrika“ Schülerinnen der Hardtschule Fünf Viertklässlerinnen der Hardtschule bastelten zugunsten des UNICEF-Projekts „Schulen in Afrika“ Wundertüten und Ringe aus Perlen, die sie beim Schulfest der Hardtschule verkauften - gleichzeitig informierten sie über die Aktion „Schulen in Afrika“ und das Grundrecht auf Bildung. Fanprojektler Dirk Grießbaum besuchte ein Bildungspro- jekt in den Townships von Port Elizabeth. Foto: pr, Badische Neueste Nachrichten, 21.06.2010 13 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Unterstützung der Partnerschule in Mitraniketan, Südindien Heisenberg-Gymnasium Das Heisenberg-Gymnasium unterhält eine Partner- schaft zu der Schule in Mitraniketan, Südindien, die dort für Schülerinnen/Schüler, die aus verarmten und sozial schwachen Familien stammen, aufgebaut wurde. Das Heisenberg-Gymnasium unterstützte mit seinen Spenden Erneuerung und Ausbau der Kran- kenstation, dauerhafte Einstellung eines Arztes und den Bau einer neuen Unterkunft für die Jungen und die Erweiterung des Mädchenwohnheims. Daneben helfen die Spenden auch, die tägliche Verpflegung der Kinder zu sichern. Genauso wichtig ist aber, dass durch mittlerweile vier Indienaufenthalte von Schü- lerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern des Heisenberg-Gymnasiums intensive Kontakte und Freundschaften entstanden sind. Afrika für Ihr Wissen - für den Dialog Bücher, Geschichten, Fakten DVDs und Musik Zeitungen und Zeitschriften E-Books Stadtbibliothek im Neuen Ständehaus Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais von Dienstag bis Samstag geöffnet 5 Stadtteilbibliotheken 1 MedienBus 14 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Aufbau eines Kindergartens Patenkinder Peru e. V. Der Verein Patenkinder Peru unterstützt Kinder in Pamplona Alta, Lima durch Patenschaften und die FRAUENWERKSTATT „Club de Madres“. Die Frauen haben sich in fünf Gruppen organisiert, die kleineren Kinder werden durch eine Kindergärtnerin betreut. Durch den Bau eines Kindergartens in der Frauen- werkstatt wird die Kinderbetreuung intensiviert und die Arbeitsmöglichkeit für die Frauen erhöht. Hilfe zur Selbsthilfe | Hilfe für El Salvador Der Verein leistet mit der Unterstützung der Ausbil- dung von jungen Frauen zu Schneiderinnen in einer Nähwerkstatt wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe zur Selbsthilfe Direkthilfe für afghanische Witwen und Kinder e. V. Der Verein Direkthilfe für afghanische Witwen und Kinder e. V. unterstützt die Arbeit afghanischer Frauen bei dem Selbsthilfe-Projekt in der Seiden- weberei AZANA, Kabul. Festival Frauenperspektiven „Tausend- undein Iran“, 13. – 29. März 2009 | KA Mit über 40 Veranstaltungen in Karlsruhe und der TechnologieRegion warf das Festival jenseits der festgefahrenen Bilder und Klischees einen differen- zierten Blick auf den Alltag und das Kunstschaffen von zeitgenössischen Künstlerinnen, Filmemache- rinnen, Musikerinnen und Wissenschaftlerinnen im Iran und der Iranerinnen im Westen und es wurde die gesellschaftspolitische Stellung der Frau und die Frage der Menschenrechtsverletzungen im Iran the- matisiert. Mit über 8.000 Besucherinnen/Besuchern war es der bislang größte Kulturschwerpunkt zum Thema Iran in der Bundesrepublik. Patinnenprojekt | Frauenbeauftragte und ibz Interkulturelles Lernen und gegenseitige Unterstüt- zung in Partnerschaften zwischen einheimischen und zugewanderten Frauen. Elterncafé mit interkultureller Öffnung Viktor-von-Scheffel-Schule Das Projekt richtet sich an Frauen mit Migrations- hintergrund. Die Teilnehmerinnen treffen sich 2 x wö- chentlich ca. 2 Stunden in den Räumen der Schule. Bei jedem Treffen befassen sich die Teilnehmerinnen mit einem bestimmten Thema. Teilweise werden hierzu Referentinnen/Referenten eingeladen. Eine Lehrkraft der Grundschule nimmt als Koordinatorin zwischen Schule und „Elterncafé“ teilweise an den Treffen teil. Kontaktstelle Frau und Beruf | Wifö Die durch das Wirtschaftsministerium geförderte Kontaktstelle Frau und Beruf ist Teil eines Landes- programms zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen im beruflichen Bereich. In Projekten in Kooperation mit Wirtschaft, Kammern, der Agen- tur für Arbeit und Netzwerken werden Themen rund um Frau und Beruf aufgegriffen und damit das Bewusstsein für die berufliche Situation von Frauen erhöht. Projekt GODANAW | Das Fichte hilft e. V. Der Verein „Das Fichte hilft e. V.“ unterstützt langfri- stig das Projekt GODANAW, eine Hilfe für Mädchen mit unehelichen Kindern in äthiopien. Die jungen Frauen erhalten Unterkunft für sich und das Kind und können einen qualifizierten Beruf erlernen. Gender Mainstreaming Pilotprojekt | AfB Modellarbeitskreis im ESF (Europäischer Sozial- fond). Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau | OA Das Ordnungs- und Bürgeramt hat im Rahmen eines Projektauftrages zu „Gender Mainstreaming“ mit einem Trainee Richtlinien für eine geschlechter- gerechte Kommunikation erarbeitet. In Ergänzung hierzu wurden exemplarische Korrekturen an Doku- menten und Schriftstücken aus den Fachbereichen des Ordnungs- und Bürgeramts vorgenommen und diesen wieder zur Umsetzung in der täglichen Ver- waltungspraxis zur Verfügung gestellt. Kinderkrippe im Armenviertel von Ilo/Peru Perukreis St. Elisabeth Seit 2002 besteht zwischen der Katholischen Pfarr- gemeinde St. Elisabeth und der Katholischen Pfarr- gemeinde San Martin de Porres in Ilo (Peru) eine Partnerschaft. Die Kirche von Ilo unterhält ein Schul- 3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau 15 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT gelände mit Kindergarten und Grundschule im Ar- menviertel „Pampa Inalambrica“. Der Perukreis von St. Elisabeth plant als Ergänzung eine Kinderkrippe. Damit würde den kleinsten Kindern eine Betreuung ermöglicht – so dass auch die Mütter die Möglich- keit erhalten, einem geregelten Erwerb nachzuge- hen. Dies soll die Rolle der Frau ebenso stärken wie den Kindern eine Zukunft ermöglichen. Seit 2009 besteht eine provisorisch erstellte Kinderkrippe in zwei Holzhütten. Baubeginn der Kindertagesstätte für ca. 40 Kleinkinder, in der diese nicht nur ver- pflegt, sondern auch ärztlich und pädagogisch be- treut werden, ist im Jahr 2010. Stelle der Frauenbeauftragten | Frauenbüro als Querschnittsfunktion zur Verwirklichung des Gleichstellungsgebots und der Stärkung der Frau. Internationales Frauencafé Frauenbüro und andere In den Räumen der Ausstellung „Gastarbeiter in Deutschland – Zuwanderung nach Karlsruhe“ wur- den Frauen aus allen Ländern zum offenen Treff- punkt eingeladen. In zwangloser Atmosphäre konnten andere Frauen kennen gelernt und Neues erfahren werden. Internationale Teestube für junge Frauen Frauenbüro und andere In Karlsruhe leben Frauen aus allen Kontinenten und mehr als 140 Ländern. In den Räumen der Ausstel- lung „Gastarbeiter in Deutschland – Zuwanderung nach Karlsruhe“ wurde jungen Frauen die Möglich- keit gegeben, sich bei der Internationalen Teestube kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und Infor- mationen aus erster Hand zu bekommen. Fahnenaktion | Frauenbüro und ibz Das Frauenbüro und das ibz luden zur Beteiligung an der bundesweiten Fahnenaktion von „Terres des femmes“ unter dem Titel „Nein zu Gewalt an Frauen - frei leben ohne Gewalt“ am 25. November 2009 ein. Gender Mainstreaming | POA Konzeptionelle Umsetzung, Fortbildungsmaß- nahmen; Koordinierungsgruppe mit einzelnen Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartnern in den Dienst- und Geschäftsstellen. Gender Mainstreaming Pilotprojekt in der Städtischen Galerie Karlsruhe/KA Kunstvermittlung unter geschlechterspezifischen Aspekten. Internationales Frauencafé Internationales Frauencafé Internationale Teestube für junge Frauen Stadt Karlsruhe Frauenbeauftragte und Partnerinnen Internationale Teestube für junge Frauen 16 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Kinderdörfer in Lateinamerika „Unsere kleinen Brüder und Schwestern Karlsruhe“ Der Verein „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ ist in neun Ländern Lateinamerikas und der Karibik aktiv. Er hat sich die Verbesserung der Lebensum- stände von Kindern aus armen Familien, die einen oder beide Elternteile verloren haben, auf die Fah- nen geschrieben. Im Jahr 2009 kümmerte sich „Unsere kleinen Brü- der und Schwestern Karlsruhe“ beispielsweise um die Vergrößerung des Schweinestalls im Kinderdorf Casa San Andrés in Parramos, Guatemala. 2009 sammelte der Verein in Karlsruhe nahezu 120.000 Euro – zahlreiche Privatpersonen, Firmen, die Stadt- werke Karlsruhe GmbH sowie die Partnerschafts- börse 3. Welt unterstützen den Verein. Im Juni 2010 besuchten vier ehemalige Bewohne- rinnen/Bewohner des honduranischen Kinderdorfs „Rancho Santa Fe“ das Deutschlandbüro des Ver- eins in Karlsruhe. Wiederaufbau des Kinderheims in Peru Asociacion Pachamama e. V. Karlsruhe Die Asociacion Pachamama e. V. unterstützt den Wiederaufbau des Kinderheimes Casa Albergue in Nazca, Peru nach einem Erdbeben – 2009 mit Unterstützung durch die Partnerschaftsbörse 3. Welt durch Anbringung eines Ziegeldaches zum Schutz vor Regen und Kälte. Kindgerechter Kernspintomograph Klinikum/VollackGmbH Finanzielle Unterstützung der onkologischen Abtei- lung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Städtischen Klinikum gGmbH bei der Anschaffung eines kindgerechten Kernspintomographen durch die Firma Vollack archiTec GmbH & Co KG. Hilfe für Kinder in Burundi und Niger Stadt Karlsruhe Im Rahmen der jährlich stattfindenden Radtouristik- fahrt der Partnerstädte Nancy und Karlsruhe konnte Herr Bürgermeister Martin Lenz im Jahr 2010 eine Spende in Höhe von 3.000 Euro für UNICEF-Projekte zugunsten von Kindern in Burundi und Niger über- reichen. 4. Verringerung der weltweiten Kindersterblichkeit Katrin Maass (rechts) von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“begrüßt ehemalige Kinderdorf-Bewohner in Karlsruhe. Foto: jodo, Badische Neueste Nachrichten, 28.06.2010 Projekt GODANAW | Das Fichte hilft e. V. Der Verein „Das Fichte hilft e. V.“ unterstützt langfri- stig das Projekt GODANAW, eine Hilfe für Mädchen mit unehelichen Kindern in äthiopien. Die jungen Frauen erhalten Unterkunft für sich und das Kind und können einen qualifizierten Beruf erlernen. Aus der Präambel des Vereins: Wer eine menschliche Welt erwünscht, darf seine eigene Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen, nicht verkümmern lassen. Empathie ist Voraussetzung für die Sympathie (griech.: mitleiden), dem Mitfühlen und dem Mitleiden, auch gerade mit Menschen, die sich selbst nicht mehr zu helfen wissen. Aus mit- fühlender Anteilnahme entsteht der Wunsch, durch Helfen das Leid des anderen zu verringern. 5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter 17 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Wohncontainer in Addis Abeba Kinder im Projekt GODANAW 18 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Ehrenamtlicher Einsatz in afrikanischen Krankenhäusern | Karlsruher Arzt Der Karlsruher Oberarzt Dr. Erich Feltes (Orthopädie der St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe) setzt seinen Urlaub ein, um an afrikanischen Krankenhäusern der Christoffel-Blindenmission zu arbeiten. Kinder bis zum fünften Lebensjahr werden dort kostenlos behandelt. Cord von Restorff bei seiner Arbeit auf der Insel Cebu. Foto: privat, Badische Neueste Nachrichten, 23.03.2010 Aktionen zur Aufklärung über HIV / AIDS AIDS-Hilfe Karlsruhe Seit 25 Jahren informiert die AIDS-Hilfe Karlsruhe über HIV/AIDS, betreibt Aufklärung für Interessierte und steht Betroffenen und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Aufklärung an Schulen oder Gruppen- und Gesprächsangebote sind ebenso Bestandteil dieser Arbeit wie offene Treffen. So steht das Café Regenbogen jeden Donnerstag von 16:00 bis 20:00 Uhr jedem und jeder offen. So bunt und schillernd wie die Farben des Regenbogens, so verschieden sind die Menschen, die in diesem „Café“ zusam- mentreffen. Die AIDS-Hilfe Karlsruhe veranstaltet zahlreiche Aktionen wie beispielsweise Präventionsaktion zum Valentinstag, Infoabend „Homosexualität im Alter“, Infostände unter anderem bei der Eröffnungsgala von „Schrill im April“, auf dem „Fest“, auf der „offerta“ oder beim „Markt der Möglichkeiten“. Speziell zum Welt-AIDS-Tag finden eine Benefiz- Kunstversteigerung, eine Red Ribbon Aktion (Vertei- lung Roter Schleifen) sowie ein ökumenischer Got- tesdienst und natürlich ein Infostand statt. Seit August 2010 bietet die AIDS-Hilfe Karlsruhe HIV-Schnelltests an. Benefizveranstaltung zugunsten von „Ärzte für die Dritte Welt“ Karlsruher ärztinnen /ärzte Karlsruher ärzte berichteten bei einer Benefizveran- staltung zugunsten von „ärzte für die Dritte Welt“ am 28. März 2010 von ihren Erfahrungen. Mit Unterstützung der Deutsch-Indischen Gesellschaft, dem Filipino German Club und der Galerie 10 wur- den Spenden gesammelt, Bilder zur Versteigerung angeboten und eine Tombola zugunsten von „ärzte ohne Grenzen“ veranstaltet. Seit vielen Jahren en- gagieren sich die Karlsruher Allgemeinmedizinerin Dr. Heide Geiter, die Internistin Dr. Angelika Leist, die Orthopädin Dr. Regine Rossmann-Schenk und der Internist Dr. Cord von Restorff für „ärzte ohne Grenzen“. Berichte von den Erlebnissen der ärzte in Indien, Bangladesch oder auf den Philippinen lie- ßen die Gäste der Benefizveranstaltung die dortigen Umstände ebenso hautnah erleben wie ein Film über den Einsatz auf der philippinischen Insel Cebu. 6. Bekämpfung von HIV / AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten Angelika Leist (links) kümmert sich auf den Philippinen um ein verletztes Kind. Bereits vier Mal war die Interni- stin für „Ärzte für die Dritte Welt“ tätig. Foto: pr, Badische Neueste Nachrichten, 23.03.2010 19 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Deutsch-peruanischer Rettungsdienst SARAPerú Die gemeinnützige Karlsruher Rettungsdienstgesell- schaft incentiveMED - Gesellschaft zur Förderung der präklinischen Notfallmedizin gGmbH bemüht sich seit vielen Jahren um eine nachhaltige Verbesserung des Rettungswesens in Peru. So bildeten die Karlsruher Rettungsfachleute beispielsweise vor Ort 50 Feuer- wehrleute Limas zu Rettungssanitätern aus; dabei fanden 2.500 kostenlose Rettungseinsätze statt. 12 Peruaner/innen absolvierten in der incentiveMED Akademie in Weingarten die Berufsausbildung zum European Emergency Medical Flight-Paramedic. Ein deutsch/peruanischer Rettungsdienst wurde gebil- det. Bei dem am 1. Juni 2009 gestarteten Projekt handelt es sich um ein für Südamerika völlig neues „präklinisches Rettungsstrategisches Service Netz- werk“. Rettungshubschraubersystem, Ambulanz- flugzeuge, eigene bodengebundene Rettungsein- heiten sowie ein mobiler Notfalldienst bilden ein operatives Rettungssystem. Das Team setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Deutschland und in Deutschland ausgebildeten Peruanischen Rettungskräften zusammen. Labor wurde mit Hilfe aus Deutschland eingerichtet. Foto: phil, Badische Neueste Nachrichten, 09.08.2010 Hospitation eines afrikanischen Arztes St. Vincentius-Kliniken Der leitende Oberarzt des von der Christoffel-Blin- denmission in Tansania betriebenen „CCBRT-Disa- bility Hospital“ hospitierte im Mai 2010 für vier Wochen bei den St. Vicentius-Kliniken. Ziel dieses interdisziplinären Austauschs ist es, den ärzten vor Ort Fachwissen zu vermitteln, durch das sie die Kranken besser versorgen können - oder auch ver- mögenden Afrikanerinnen und Afrikanern vor Ort beispielsweise Endoprothesen implantieren können. Dadurch fließt das Geld der zahlungskräftigen Kran- ken an das Krankenhaus vor Ort - und kann wiede- rum für die Notleidenden eingesetzt werden. Unterstützung eines Krankenhauses in Ghana Verein „Wasser für Anfoega“ Der Verein „Wasser für Anfoega“ unterstützt seit seiner Gründung im Jahr 2006 das Katholische Krankenhaus in Afoega, Ghana. Bisherige Hilfs- maßnahmen waren die eigenständige Wasserver- sorgung der Klinik, die Einrichtung einer Wäscherei mit elektrischen Maschinen sowie der Neubau eines Toilettenhauses. Unterstützung südafrikanische Schwesternor- ganisation | Karlsruher Malteser Der Auslandsdienst der Karlsruher Malteser unter- stützt seine südafrikanische Schwesterorganisation, die ein großes Hospiz und ein Kinderheim unter- hält sowie sich in einem AIDS-Therapie-Projekt und einem Kindergarten engagiert. Der Karlsruher Arzt Dr. Andreas Heinze unterstützt die südafrikanische Hilfsorganisation auch immer wieder persönlich vor Ort. Unterstützung einer Medizinstation in Burundi Klinikum, burundikids Die Medizinstation des Schul- und Ausbildungszen- trums „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ in Burundi, in der Kranke aus großem Umkreis behandelt wer- den, wurde 2010 zum „Hippokrates-Krankenhaus“ ausgebaut. Möglich wurde dieser Ausbau dank der Unterstützung durch das Städtische Klinikum Karls- ruhe gGmbH, das Klinikbetten mit Matratzen und Beistelltischen zur Verfügung stellte, sowie durch die Unterstützung durch ärztinnen und ärzte des Landkreises, die medizinisches Gerät besorgten. 20 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Aufforstung u. Solarkocher in Westuganda Jugendhilfe Ostafrika e. V. Die Jugendhilfe Ostafrika e. V. montiert und verteilt vor Ort in Uganda Fahrräder, um die Mobilität zu verbessern. Darüber hinaus setzt sie sich u. a. für die Aufforstung bei der Schule in Fort Portal und den Einsatz von Solarkochern in Westuganda ein. Energiespartage Durlach | StA Durlach Die Arbeitsgemeinschaft Durlacher und Auer Ver- eine e. V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Stadtamt Durlach, der Wirtschaftsförderung, dem Marktamt der Stadt Karlsruhe und den Stadtwerken Karlsruhe GmbH in und vor der Karlsburg jährlich die Energiespartage Durlach. Büro Agenda21 | UA Aktionen und Projekte zur Sicherstellung der öko- logischen Nachhaltigkeit. „Klimaschutz, so geht’s“ in Karlsruher Schulen, Konsumführer „Marktplatz Karlsruhe“, Tag der erneuerbaren Energien auf dem Energieberg, Anlagenverband Ost. Themenschwer- punkt 2009 war das nachhaltige Flächenmanage- ment und der Start eines Schulwettbewerbs zum Klimaschutz. Aktionen des Amts für Abfallwirtschaft | AfA Werbung für Abfallvermeidung und Abfalltrennung in regelmäßig erscheinenden Zeitungsanzeigen, auf der Homepage des Amtes sowie bei Aktionen und Beratungsgesprächen. Beteiligung an verschiedenen Klimaschutzveranstal- tungen mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dass sie durch konsequente Trennung von Bioabfall einen nennenswerten Beitrag zum Kli- maschutz leisten können. Natura 2000 – Kampagne | UA Mehrjährige Kampagne mit Ausstellungen, Füh- rungen, Vorträgen, um den Bestand und die Bedeu- tung der europäischen Schutzgebiete im Karlsruher Raum in das Bewusstsein der Bevölkerung zu brin- gen. Pfinz-Aktionstag | UA / TBA / PH / Fischerei und Naturschutzorganisationen Jährliches Angebot für Familien, Kinder und Jugend- liche zur Entdeckung heimischer Gewässer. Beratung, Förderung und Wettbewerb zur Hof, Dach- und Fassadenbegrünung | GBA Förderung der Entsiegelung von Flächen, Schaffung von Spiel- und Aufenthaltsräumen, Begrünung von Dächern und Fassaden mit dem Ziel, den Regenab- fluss zu minimieren, Durchgrünung von Gewerbe- flächen. Seminare, Vorträge und Schulungen | POA z. B. „Nachhaltige Beschaffung – mehr Umwelt fürs gleiche Geld“ Zooschule | Zoo Pädagogische Erfahrungs- und Bildungselemente für Kinder und Jugendliche zu aktuellen Natur- und Artenschutzthemen. Förderung des Fahrradverkehrs | StPlA 20-Punkte Programm, Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“, Wettbewerb „fahrradfreundlicher Arbeitge- ber“. Fahrrad-Fehler-Fuchs an Karlsruher Schulen UA wurde 2009 an Hauptschulen fortgeführt. Schulgartenwettbewerb | GBA Förderung von Schulgärten und Beratung zur Anlage und Gestaltung von Schulgärten, Prämie- rung herausragender Beiträge. Baumschutzsatzung der Stadt Karlsruhe | GBA Schutz von Bäumen auf der Gemarkung der Stadt Karlsruhe zur Verbesserung des Klimas. Klimaschutzkampagne | UA Am 21. Oktober 2009 eröffnete Bürgermeister Klaus Stapf mit einer Pressekonferenz die Klimaschutzkam- pagne der Stadt Karlsruhe. Sie wendet sich an alle gesellschaftlichen Akteure und will den Klimaschutz weiter im Bewusstsein und Handeln verankern. Für die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger wurde mit dem Klimavertrag eine besondere Möglichkeit geschaffen, sich einzubringen. Dies wird auch durch eine Aktionsreihe in die Öffentlichkeit getragen. 7. Gewährleistung einer ökologischen Nachhaltigkeit 21 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT den european energy award. Karlsruhe erreicht über alle Themenfelder hinweg eine Zielerreichung von 63 % und erhielt im Februar 2010 die Auszeich- nung. Klimaschutzkonzept | Stadt Karlsruhe Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gemeinderat, der Verwaltung und externen Einrichtungen hat der Umwelt- und Arbeitsschutz ein neues Klimaschutzkonzept erarbeitet. Kernbe- standteil ist ein umfassender Handlungskatalog mit rund 80 Maßnahmenfeldern. Mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr konnte erstmals eine auf die lokale Situation zugeschnittene CO2- Bilanzierung für das Stadtgebiet (Basisjahr 2007) und zwei Klimaschutzszenarien bis zum Jahr 2012 erstellt werden (Bearbeitung durch das IFEU - Institut Heidelberg). Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2009 über das Gesamtkonzept und die neuen Minderungsziele für den kommu- nalen Klimaschutz entschieden. Danach sollen bis 2020 rund 2 % Endenergie- und 2 % CO2-Einspa- rung jährlich sowie eine nahezu Verdopplung des Anteils Erneuerbarer Energien bezogen auf das Ba- sisjahr 2008 erzielt werden. AG Klimakonferenz | Fichte-Gymnasium Seit einigen Jahren gibt es eine Gruppe von Schüle- rinnen und Schülen, die im Rahmen einer AG Klima- konferenzen abhält. Ziel dieser Klimakonferenzen ist es, Einsparungsmöglichkeiten an der Schule zu finden und die Einsparungen durchzusetzen. Biotoperhaltung und Entwicklung | GBA Vernetzung von bestehenden ökologisch wertvollen Flächen mit dem Ziel, das Überleben von seltenen Arten und Populationen zu sichern. Nachhaltiger Baustoffeinsatz | GBA Recycling von Baumaterialien, Verwendung von recyclingfähigen Baustoffen bei Neuanlagen und Sanierung von Grün- und Spielflächen. Beitrag zur CO2-Reduzierung | AfA Rund 75 % des regenerativen Energieaufkommens der Stadt werden durch Projekte des Amts für Abfallwirtschaft erwirtschaftet. Energetische Nut- zung des Deponiegases der Mülldeponien in Dur- Förderung der Nutzung der Geothermie in der TechnologieRegion Karlsruhe | StaWe Plattform für Forschung, Wirtschaft, Politik sowie Bürgerinnen und Bürger. UITP Internationaler Verband für öffentliches Verkehrswesen | VBK Die UITP (franz.: Union Internationale des Transports Publics) setzt sich für die Nachhaltigkeit des öffent- lichen Verkehrswesens ein. Im Rahmen von Nach- haltigkeitsseminaren, zuletzt für die Länder Korea, China, Hongkong, Thailand und Singapur, geben die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (Mitglied der UITP) ihre Erfahrungen weiter. Umwelt- und naturpädagogische Programme für Kinder und Jugendliche | Zoo, UA Lernort Zoo, Schulpatenschaften für Schutzgebiete und Biotope. Die „Fünf am Tag“-Aktionen mit Kin- dergartenkindern auf Wochenmärkten zur umwelt- bewussten und gesunden Ernährung wurden auch in den Jahren 2009 und 2010 wieder durchgeführt. Außerdem gab es kostenlose Unterrichtsangebote zu Umweltthemen und Unterrichtseinheiten zum Naturschutz kombiniert mit Pflegeaktivitäten in Naturschutzgebieten. Seit 2006 wird jährlich ein Natura 2000-Gebiet prä- sentiert. „Natura 2000“ ist die Bezeichnung für ein zusammenhängendes ökologisches Netz besonderer europäischer Schutzgebiete. Die Stadt Karlsruhe hat Flächenanteile an neun Schutzgebieten, die Bestand- teil dieses ökologischen Netzes sind. Um sie stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, hat der Gemeinderat beschlossen, bis zum Stadt- geburtstag 2015 jährlich ein Natura 2000-Gebiet der Öffentlichkeit zu präsentieren. european energy award | Stadt Karlsruhe Im Rahmen der Teilnahme der Stadt Karlsruhe am european energy award (eea) hat der Gemeinderat am 20. Oktober 2009 das erste energiepolitische Arbeitsprogramm verabschiedet. Es enthält rund 100 Klimaschutzmaßnahmen städtischer Akteure für die Jahre 2009/2010. Der eea zeichnet Städte und Gemeinden aus, die besondere Anstrengungen in der kommunalen Energiepolitik unternehmen. Bei einem Zielerreichungsgrad von mehr als 50 % des vorgegebenen Punkterasters und der Bestätigung durch einen externen Gutachter erhält die Kommune 22 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT lach und im Rheinhafen, Erzeugung von Biogas aus der Vergärung der Bioabfälle, energetische Verwer- tung von Altholz seit 2001 in einer Holzhackschnit- zelverwertungsanlage, Einspeisung von Wärme in das Neubaugebiet „Fünfzig Morgen” sowie das Straßenbahndepot im Rheinhafen. Beitrag zur CO2-Reduzierung | TBA Laufende Optimierung der Straßenbeleuchtung, Einsatz von LED-Technik bei Lichtsignalanlagen, Aufbau einer Verkehrsmanagementzentrale zur Reduzierung von Stauerscheinungen im Stadtver- kehr, Konzeptstudie für die Energienutzung/Wärme- nutzung aus dem Abwasserstrom. Ressourcenschonendes und umweltverträg- liches Wirtschaften | AfA Seit 2003 wurde ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 und EMAS II aufgebaut. Ziel ist es, ein ressourcenschonendes und umweltverträg- liches Wirtschaften zu entwickeln; Management- Review; Jährliche Fortschreibung. Ziele und Maßnahmen im Umweltprogramm z. B. zu folgenden Bereichen: Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs Anschaffung verbrauchsarmer, umweltfreundlicher Fahrzeuge Reduzierung des Wassereinsatzes Reduzierung des Verbrauchs von Strom und Heizenergie Tragfähigkeitsstudie für den Nachbarschafts- verband Karlsruhe | StPlA Interkommunal abgestimmte, ökologische Raum- analyse als Baustein für eine nachhaltige Flächen- haushaltspolitik. Mitwirkung beim Aktionsplan Naturschutzzentrum Rappenwört Mitwirkung beim Aktionsplan des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Sicherung der Biodiversität in Baden-Württemberg; Kampagne zur Unterstützung von Arten und Lebensräumen mit besonderer Verantwortung. Extensive Grünflächenpflege | GBA Differenziertes, naturnahes Pflegekonzept für die städtischen Grünflächen. Ausweisung von Blumenwiesen, die nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. U. a. durch die extensive Pflege und das Aufnehmen des Mähgutes ist es gelungen, an vielen Standorten mitten in der Stadt artenreiche, blühende Wiesen mit hoher öko- logischer Wertigkeit anzulegen. Ökologischer Fahrzeugeinsatz | HA, POA Dienstfahrradpool, Carsharing, umweltschonendes Fahren, Treibstoffverbrauch und Schadstoffbela- stung als entscheidendes Kriterium bei der Fahr- zeugbeschaffung. Verbesserung Lebensräume, Gewässer / Unterstützung des Wanderfischprogramms TBA Naturnaher Ausbau und Pflege des Karlsruher Gewässernetzes (Alb, Pfinz, weiteres Grabensy- stem), Neubau der Albschleuse zur Verbesserung des Gewässerregimes und zur Beseitigung von Hin- dernissen für Wanderfische, Erarbeitung und Durch- führung eines Konzepts zur Sanierung des Knielin- ger Sees. Nachhaltigkeitscheck | StaWe Nachdem sich die Stadtwerke in ihren Unterneh- mensleitlinien dem Leitbild der Nachhaltigkeit ver- pflichtet haben, lassen sie im Jahr 2010 zusammen mit der EMAS-Revalidierung einen Nachhaltigkeits- check durchführen. Dabei soll der derzeitige Stand – unter Berücksichtigung aller gängigen Nachhaltig- keitsstandards – ermittelt werden. Es sollen Stärken und Schwächen identifiziert und Verbesserungs- potential hinsichtlich der zukünftigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Ausrichtung der Stadt- werke aufgezeigt werden. Erfahrungsaustausch mit Kolumbien, Weißrussland und Indien | AfA Im Erfahrungsaustausch mit der Insel St. Andres, Kolumbien, wurde ein modernes Abfallwirtschafts- konzept entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem deutsch-weißrussischen Haus wurde mit EU-Fördergeldern ein Abfallprojekt für Minsk konzipiert. Im Rahmen des SHAKTI Projekts „Sustainable- Hyderabad“ besteht ein Kooperationsprojekt mit der Universität Karlsruhe. 23 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Karlsruher Schülertage | UA Workshops für Schülerinnen und Schülern werden jährlich durchgeführt. Das Motto für das Jahr 2009 lautete z.B.: „Step by step to global thinking“. Interkulturelle Theaterprojekte | KA Die Förderung des „Eine-Welt-Theaters“ und der damit verbundenen interkulturellen und menschen- rechtsbildenden Arbeit ist ein Schwerpunkt im Be- reich der kulturellen Bildung von Kindern und Ju- gendlichen. Mehrsprachige Theaterprojekte (z. B. Xenia-Theater) werden unterstützt. KiX – Das Kulturfestival der Kinder und Jugend- lichen | KA Kinder und Jugendliche spielend an Kultur heran- führen – ohne Barrieren. Das Thema „Recht /Ge- rechtigkeit“ wurde durch die Einrichtungen Am- nesty International, Kinderschutzbund, UNICEF, „Eine-Welt-Theater“, Menschenrechtszentrum und Kinderbüro speziell in den Fokus gerückt. Veranstaltung „Burundi – Das Herz Afrikas“ der AG Burundi Karlsruhe | KA Die Veranstaltung fand im September 2009 in der „Stadtmitte“ mit burundikids und Burundi-Film von Dr. Oliver Langewitz statt. Leitlinien für Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern | GfI Veranstaltungen im interkulturellen und inter- religiösen Dialog | KA u.a. z. B. Europäische Kulturtage, weltmusikalische An- gebote im Tollhaus, Islamwoche und Islamforum 2010, Christlich-Islamische Gesellschaft, Forum für gesellschaftlichen Frieden, Gesellschaft für christ- lich-jüdische Zusammenarbeit, Jüdische Gemeinde, Projekt Kinderoper „Brundibar“, Internationales Begegnungszentrum, Fest der Völkerverständigung, Folkloria, Afrikatage des Vereins Stoffwechsel e. V., Cinema Afrika der Kinemathek, Ausstellung „Medi- um Religion“ im ZKM 2009, Alevitische Gemeinde. Patinnenprojekt | Frauenbeauftragte und ibz Interkulturelles Lernen und gegenseitige Unterstüt- zung in Partnerschaften zwischen einheimischen und zugewanderten Frauen. Bilingualer Französischzug | Fichte-Gymnasium Durch seinen bilingualen Französischzug fördert das Fichte-Gymnasium die interkulturelle Kompetenz in ganz besonderem Maße. Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur die Sprache. Durch das spe- zielle Vokabular, das die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Gemein- schaftskunde, die in Französisch unterrichtet wer- den, kennen lernen und die gemeinsamen Projekte mit den Schülerinnen und Schülern der Partnerstadt in Mulhouse, tauchen die Kinder und Jugendlichen in eine zweite Kultur ein. Faire Woche | Stadtverwaltung 2009 wurde in Karlsruhe erstmals die Faire Woche mit einer Reihe von Veranstaltungen, vom 13. bis 27. September durchgeführt. Höhepunkt der Ver- anstaltung war der Markt „Fair und Freunde“ am 18. September auf dem Marktplatz, an dem sich rund drei Dutzend Organisationen, Institutionen und Einrichtungen beteiligten. Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt. Am 21. November 2009 fand der zentrale Aktions- tag mit offizieller Preisverleihung der Initiative „Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt.“ der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg im ZKM statt. Fair Trade Stadt | Stadtverwaltung, Unternehmen, Organisationen 2008 wurde vom Karlsruher Gemeinderat der Beschluss gefasst, dass die Stadtverwaltung keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit in der öffentlichen Beschaffung verwendet. Karlsruhe wollte darüber hinaus ein weiteres Zeichen setzen, seine Unterstützung für Fairen Handel und Gerech- 8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung Mosaik von Ruth Rahäuser, vorgestellt am Aktionstag „Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt.“ 24 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Europäischer Stadtbrief | KA Gemeinsam mit europäischen Städten wird der his- torische Privilegienbrief des Stadtgründers zu mo- dernen Leitlinien für das Zusammenleben in einer europäischen Metropole des 21. Jahrhunderts wei- terentwickelt. Teilnahme Karlsruhes an der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus | KA Menschenrechts-Deklaration des Gemeinderates im Dezember 2008. Identifizierung von Clusterstrukturen | Wifö bzw. Clustern in Indien und Kooperation mit diesen Clustern: Mumbai, Bangalore, Pune, Nashik Projektpartnerschaft mit einer Stadt in der Türkei | HA Zur Förderung eines interkulturellen Austauschs ist eine Projektpartnerschaft geplant. Zusammenarbeit mit der chinesischen Stadt Changzhou | Klinikum Zur Förderung eines interkulturellen Austauschs wurde mit der chinesischen Stadt Changzhou eine Absichtserklärung unterzeichnet über die Anknüp- fung freundschaftlicher Beziehungen mit dem Ziel gemeinsamer kommunaler Projekte – zunächst im Gesundheitswesen. Menschenrechts- und Demokratie-Bildung | KA Veranstaltungsreihe „Happy Birthday Menschen- rechte“ zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklä- rung der Menschenrechte am 10. Dezember 2008, Menschenrechtsfeste im Tollhaus, Kampagnen „Karlsruhe zeigt Flagge für Menschenrechte“ und „Karlsruhe zeigt Flagge für Demokratie“. Sri Lanka Abend Deutsch-Englischer-Freundeskreis Aktivitäten rund um Sri Lanka Ausstellung „Sagenhafte Solidarität“ Stoffwechsel e. V., ibz Auf Initiative des Vereins Stoffwechsel e. V. war vom 16. September bis 2. Oktober 2009 im ibz die Wan- derausstellung der Stiftung Nord-Süd-Brücken über die Millenniumsentwicklungsziele zu sehen. Begleitend zur Ausstellung hat Stoffwechsel e. V. tigkeit deutlich zu machen, und hat sich um den Titel „Fairtrade-Stadt“ beworben. Am 1. September 2010 wurde dieser Titel der Stadt Karlsruhe offiziell (zunächst für zwei Jahre) verliehen. Zum Hintergrund: Eine Fairtrade-Stadt spricht sich umfassend für die Unterstützung des Fairen Handels aus. Dies zeigt sie nachprüfbar durch die Erfüllung von Kriterien. Diese beginnen bei einem Ratsbeschluss des Gemeinde- rats und führen über den Verkauf fair gehandelten Waren in Gastronomie und Geschäften bis zu Kir- chengemeinden und Schulen mit Aktivitäten zum Fairen Handel. So wird dokumentiert, inwieweit die unterschiedlichsten Bereiche der Kommune in das Thema eingebunden sind. Dabei hat sich beispiels- weise gezeigt, dass Karlsruhe als Heimat zahlreicher Hochschulen eine große Menge studentischer Ca- féterien hat, die ganz selbstverständlich fair gehan- delte Produkte im Angebot haben. Auch im Einzel- handel findet man inzwischen eine gute Auswahl an Honig, Gewürzen, Schokolade, Kaffee oder Tee aus fairem Handel. Nicht zu vergessen sind auch Schnittblumen sowie Teppiche und Natursteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit aus Karlsruher Fachgeschäften. Faire Beschaffung | Stadtverwaltung Verstärkte Beschaffung und Einsatz fair gehandelter bzw. regionaler Produkte. 2009 erhielten alle ämter eine Handreichung zur Information über die Mög- lichkeiten der fairen Beschaffung. Dieses Papier ist im städtischen Intranet „rhin“ dauerhaft einsehbar. Eine Welt-Arbeitskreis der SMV Fichte-Gymnasium Im Laufe des Schuljahres sorgt der „Eine Welt- Arbeitskreis der SMV“ für diverse Aktionen zum Thema „Fairer Handel“. Änderung der Vergabeordnung, Vermeidung von Kinderarbeit | HA, UA Die städtische Vergabeordnung wurde an die Krite- rien der fairen Beschaffung angepasst. Informationsplattform im Intranet über umweltge- rechte und faire Beschaffung. Futsal Schulmeisterschaften | SuS Fair gehandelte Bälle werden an beteiligte Schulen als Preis übergeben. 25 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT einen Vortrag erarbeitet, der auch nach der Ausstel- lung weiterhin angeboten wird. Karlsruher Afrika-Tage | Stoffwechsel e. V. Der Verein Stoffwechsel e. V. initiiert und koordiniert die Karlsruher Afrikatage – im Jahr 2009 bereits zum fünften Mal. In der Zeit vom 16. bis 24. Oktober fanden unter dem Motto „Afrikanische Frauen – Engagiert für Frieden, Partizipation und soziale Ge- rechtigkeit“ zahlreiche Veranstaltungen statt – wie die afrikanischen Filmtage, Lesungen, Vorträge und Gesprächsrunden. An der Eröffnungsveranstal- tung nahm die UN-Millenniumsbeauftragte Frau Dr. Renée Ernst teil. Workshop | Stoffwechsel e. V. Am 29. Juni 2010 fand anlässlich des 3. Jahrestags der Unterzeichnung der Millenniums-Erklärung durch die Stadt Karlsruhe ein Workshop mit der UN-Millenniumsbeauftragten Dr. Renée Ernst unter dem Motto „Global denken – in Karlsruhe handeln“ statt. Afrika-Festival für Gerechtigkeit Deutsch-Afrikanischer Verein Der Deutsch-Afrikanische Verein veranstaltete am 20. März 2010 erstmals einen „Talk- & Musicday“, bei dem über das Leben in Afrika ebenso informiert wurde wie über die Nutzung von Sonnenenergie. Workshops zu Wind- und Solarenergie sowie zu afrikanischem Tanz und Djembé (Trommel), eine Modenschau und eine African Dance Night boten ein vielfältiges und interessantes Programm. Hilfe zur Selbsthilfe durch Secondhandladen Oxfam Im April 2010 eröffnete die Hilfsorganisation Oxfam in der Waldstraße einen Secondhandshop, der ehren- amtlich betrieben wird. Die Erlöse aus den gespen- deten Waren kommen verschiedenen Projekten in der Katastrophen- und Entwicklungshilfe zugute. Der Laden in Karlsruhe ist deutschlandweit der 35. seiner Art – in unserer Stadt engagierten sich von Anfang an über 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in diesem Projekt. Millenniumsziele auf dem Christkindlesmarkt „Eine-Welt-Theater“, Stoffwechsel e. V., HA Im Rahmen des „Städtepartnerschaftshäuschens“ der Stadt Karlsruhe präsentierten das „Eine-Welt- Theater“ und der Verein Stoffwechsel e. V. zwei Tage DABEISEIN BEIM WELTWEITEN AKTIONSTAG: United Nations www.stell-dich-gegen-armut.de 26 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT UNICEF-Kinderstadt2010 | Stadt Karlsruhe Die Stadt Karlsruhe ist UNICEF-Kinderstadt2010. Diese Partnerschaft stellt eine besondere Form der Verbundenheit zwischen UNICEF – dem Kinderhilfs- werk der Vereinten Nationen – und der Stadt Karls- ruhe dar. Die Partnerschaft bringt den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern UNICEF und seine Arbeit näher, sensibilisiert sie für die Probleme in der Welt und regt zum globalen Denken an. Zahlreiche Akti- onen unterstützen die Erdbebenopfer in Haiti sowie Hilfsprojekte in Burundi und Niger. Daneben bie- tet Karlsruhe als kinderfreundliche Stadt auch viele Aktionen für Kinder in Karlsruhe. die Millenniumsziele auf dem Karlsruher Christkind- lesmarkt 2009 mit dem Ziel, diese im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Partnerschaftsbörse 3. Welt e. V Stadt Karlsruhe Bereits 1987 fasste der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe den Beschluss „3. Welt-Gruppen“ zu un- terstützen. Um diese Unterstützung schnell und unbürokratisch gewähren zu können, wurde die „Partnerschaftsbörse 3. Welt e. V.“ gegründet. Nach einigen Jahren der Direkthilfe fördert die Partner- schaftsbörse heute Organisationen und Vereine aus Karlsruhe, die sich in Entwicklungsländern auf der ganzen Welt engagieren. Die Partnerschaftsbörse „verteilt“ die von der Stadt Karlsruhe zur Verfügung gestellten Gelder an Karlsruher Vereine und Orga- nisationen. Derzeit werden von der Stadt Karlsruhe jährlich 30.000 Euro zur Verfügung gestellt. Über 500.000 Euro flossen seit der Gründung in mehr als 200 unterschiedliche Förderprojekte - in 50 Ländern der 3. Welt konnten Hilfsprojekte von über 50 un- terschiedlichen Projektpartnern unterstützt werden. Reiten für UNICEF Reitinstitut Egon-von-Neindorff-Stiftung Am 1. August 2010 veranstaltete das Reitinstitut der Egon-von-Neindorff-Stiftung zahlreiche Aktionen zum Thema Pferd. Reiten, Kutschfahrten, Basteln, Malen – aber auch Kaffee und Kuchen und Hufei- sen – alles zum Einheitspreis von 1,00 Euro und alles zugunsten von UNICEF. Spendenlauf für UNICEF-Kinderstadt2010 | KIT Stand up 2008, Ruth Rahäuser Eine-Welt-Theater UNICEF - Mobile Spieleaktion Oberbürgermeister Heinz Fenrich, UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen und Zirkus Maccaroni UNICEF-Tag der Arbeit, Haus SolmsUNICEF-Tütenaktion Stadtwerke, Scheckübergabe 27 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT UNICEF - Stadt Karlsruhe 2010, Taschen Projekte von Karlsruher Vereinen und deutsch- ausländischen Gesellschaften | KA Jährliche African Summer Night; Ghanafest 2010 der Ghana-Union Karlsruhe und des Dachverbandes ghanaischer Vereine in Deutschland; Anerkennungs- preis „Miteinander leben“; Chinesisches Frühlingsfest mit Studierenden und Wissenschaftlerinnen/Wissen- schaftlern; Veranstaltungsreihe „Mit gemeinsamen Werten Grenzen überwinden“ des Tunesischen Clubs Karthago und anderer Vereine; Afrika-Tag des Tollhauses beim Zeltival; Hip-Hop-Kulturzen- trum Combo e. V., Farbschall e. V.; Türkische Tage im Schloss der Deutsch-Türkischen Kulturplattform; Lange Nacht der Deutsch-Türken des Türkischen Elternvereins und des Türkischen Frauenvereins; Deutsch-Kroatische Gemeinschaft; Nakba-Ausstel- lung; Grönland-Filmfestival der Europäischen Schu- le im ZKM; Internationaler Mittelmeer-Kreis e. V.: Lesereihe 2009 – Autoren mit Migrationshintergrund „Nahe Ferne – ferne Nähe“ und Soirée zu interkultu- rellen Themen wie mediterrane Tischkultur; Jugend- verein für Sport und Internationale Freundschaft e. V.: Theater der türkischen Company Hamburg; Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe: Fran- zösische Woche, Vortrag Gisèle Halimi, Französin tunesischer Abstammung, über Kampf gegen Unge- rechtigkeit und Diskriminierung; Forum Polnischer Kultur Polonia e. V.; AG der Deutsch-Ausländischen Kulturgesellschaften: jährlich „Europäischer Abend“ in der Karlsburg, Deutsch-Indische Gesellschaft e. V.; Deutsch-Pakistanische Gesellschaft Karlsruhe e. V. Informationsveranstaltungen zum Thema Iran (aus aktuellem Anlass): Mir Mohammedi Stiftung: Vor- 28 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT trag über Anti-Zionismus und Anti-Semitismus in der Islamischen Republik Iran; Förderkreis der Freunde Iranischer Kunst und Kultur: Vortrag von Bahman Nirumand, „Iran auf dem windungsvollen Weg zur Demokratie“ und Lesung von Mahmud Doulatabadi, „Der Colonel“ Gründung des Karlsruher Netzwerks „Eine Welt“ Im April 2010 wurde das Karlsruher Netzwerk Eine Welt gegründet. Verschiedene Organisationen bün- deln ihre Kräfte und Ideen, um sich gegenseitig zu unterstützen und so gemeinsam mehr zu erreichen. „Das Mädchen ohne Hände“ Heisenberg-Gymnasium Mariatu Kamara liest vor Schülerinnen und Schülern des Heisenberg-Gymnasiums aus ihrem Buch „Das Mädchen ohne Hände“. Die junge Frau aus Sierra Leone berichtet über ihre Erfahrungen. Als Zwölf- jährige schlugen ihr Kindersoldaten die Hände ab, im Flüchtlingslager erlebte und überlebte sie an- schließend große Not, Armut und Krankheit. Babydecken für die Dritte Welt MachArt – Wolle & mehr Am 12. Juni 2010 beteiligte sich das Durlacher Ge- schäft „MachArt – Wolle & mehr“ an der von der Initiative Handarbeit und der Organisation „Save the Children“ angeregten Aktion „Wärme schenken zur WM“. Am Tag der Handarbeit wurden dort Babyde- cken für die 3. Welt genäht, gestrickt und gehäkelt. Hilfe für Behinderte | Hans-Peter Dentler Im Jahr 2000 startete der Karlsruher Hans-Peter Dentler die erste „Rollstuhlaktion“, seither engagiert er sich für behinderte Menschen in den Ländern des Südens. Er sammelt nicht mehr benötigte Hilfsmittel von Krücken, Gehhilfen und Rollstühlen über Pro- thesen und Toilettenstühlen bis hin zu Hörgeräten und Brillen ein. Vier bis fünf Mal im Jahr werden die Hilfsgüter in Container verpackt und verschifft. Vor Ort verteilt Hans-Peter Dentler sie persönlich an Bedürftige. Nach Hilfsaktionen in Peru, Bolivien, Afghanistan, Kenia, Ruanda, Rumänien und Sri Lan- ka konnte er im Frühjahr 2010 mit Unterstützung der Caritas Burundi und des Missionsordens „Weiße Väter“ behinderten Menschen in Burundi ein besse- res Leben ermöglichen. Unterstützt wird Hans-Peter Dentler bei seinem Engagement von verschiedenen Organisationen wie der AWO, dem „Konvoi der Hoffnung“, dem Diakonischen Werk Karlsruhe, in- ternationalen Hilfsorganisationen wie der GTZ (Ge- sellschaft für Technische Zusammenarbeit). Spenden erhält er von Herstellern von Hilfsmitteln oder von Dienstleistern, die im Auftrag der Krankenkassen die Versorgung mit Hilfsmitteln in Deutschland ab- wickeln. Auch Privatpersonen unterstützen ihn mit Spenden und mit tatkräftiger Hilfe. Kinder fragen zum Thema Afrika | BNN Die BNN veranstalteten im Mai 2010 eine Leserak- tion für Kinder und Jugendliche zum Thema Afrika. Der Afrika-Experte Volker Seitz – über lange Jahre Botschafter in verschiedenen afrikanischen Ländern – beantwortete die Fragen der jungen Leserinnen / Leser rund um Lebensbedingungen, Schulverhält- nisse, Krankenversorgung in Afrika. Dadurch wer- den Jugendliche für das Thema sensibilisiert. Hans-Peter Dentler behinderten Menschen in Burundi. Foto: phil, Badische Neueste Nachrichten, 20.10.2010 29 MILLENNIUMS-ERKLäRUNG | BERICHT Zusammenarbeit Kommunaler Betriebe und Gesellschaften mit Krasnodar Städtisches Klinikum Karlsruhe gGmbH als Mitveranstalter | Klinikum eines Pädiatriekongresses in Krasnodar Fortbildungsprogramme für Pflegepersonal aus Krasnodar | Klinikum Hospitationen von Ärzten aus Krasnodar Klinikum Unterstützung durch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH | VBK beim Ausbau eines Straßenbahnnetzes in Krasnodar, Temeswar und Nottingham. Nach einem Workshop für Straßenbahner aus Krasnodar in Karlsruhe war beispielsweise vom 22. bis 28. September 2009 eine Delegation der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der Stadtwerke Karlsruhe GmbH zu Besuch in Krasnodar, um sich vor Ort ein Bild über den aktuellen Stand der Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur zu ma- chen. Unterstützung durch die Stadtwerke Karlsruhe GmbH | StaWe im Bereich Wasser- und Wärmeversorgung in Krasnodar. Beispielsweise fand in der Zeit vom 27. bis 30. April 2009 ein Arbeitsbesuch von Fachleuten aus den Bereichen Wasser- und Wärmeversorgung Krasnodar bei den Stadtwerken Karlsruhe GmbH statt; im September 2009 reisten Karlsruher Fach- leute zum Know-How-Transfer in die russische Part- nerstadt Zusammenarbeit im Bereich Abfallwirtschaft AfA Austausch mit anderen Kommunen, auch den Part- nerstädten Halle und Krasnodar. Information internationaler Besuchergruppen über abfallwirtschaftliche Aktivitäten. Impulse durch gemeinsame Projekte im Bereich der Städtepartnerschaften | HA „Praktikantenprojekt“ Beim so genannten „Praktikantenprojekt“ kommen jedes Jahr ca. 30 Studentinnen und Studenten aus allen Karlsruher Partnerstädten zu einem einmona- tigen Praktikumsaufenthalt bei der Stadtverwaltung Karlsruhe zusammen. Dabei entstehen Kontakte zwi- schen den jungen Leuten aus Russland, Rumänien, Kroatien, England, Frankreich und Deutschland. Während des Projekts wird auch ein Schwerpunkt auf die Millenniums-Erklärung gelegt. So beschäf- tigten sich die Praktikantinnen und Praktikanten 2009 mit dem Thema „Armut“, 2010 stand das Thema „ökologische Nachhaltigkeit“ auf dem Pro- gramm. Projektarbeit zwischen Schulen Carl-Benz-Schule hilft bei Einrichtung eines Labors bei der Partnerschule in Temeswar Walter-Eucken-Schule bietet Fortbildungs- veranstaltungen für Studentinnen und Studenten aus Krasnodar Ludwig-Erhard-Schule hat eine intensive Partner- schaft mit dem Medizin College Krasnodar; aus- gezeichnete gemeinsame Projekte Heinrich-Hübsch-Schule – Zusammenarbeit im Rahmen Qualifizierungsprogramm für Handwer- ker aus Krasnodar Digitale Liaison zwischen der Europäischen Schule Karlsruhe und dem „Colegiul National De Arta“ in Temeswar in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe für Wirtschaft und Technik, der Staatlichen Hochschu- le für Musik und dem Landesmedienzentrum sowie zwischen der Europäischen Schule Karlsruhe und einer Schule in Krasnodar in Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Qualifizierungsprogramme für Handwerker aus Krasnodar | HA Ausrichtung der kommunalen Städtepartnerschaftsarbeit auf Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele Stadt Karlsruhe, Hauptamt Rathaus am Marktplatz, 76124 Karlsruhe www.karlsruhe.de