Antrag KAL: Gebietsmanager für den Kreativpark "Alter Schlachthof"

Vorlage: 25513
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.09.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 21.09.2010

    TOP: 8

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • KAL-Gebietsmanager
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 5. Juli 2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 14. Plenarsitzung Gemeinderat 21.09.2010 484 8 öffentlich Gebietsmanager für den Kreativpark "Alter Schlachthof" Die Stadtverwaltung stellt vor, wie ein Gebietsmanager für den Kreativpark „Alter Schlachthof“ in dessen Entwicklung integriert werden kann und wie sich diese Aufgabe von den Aufgaben der KFE abgrenzen muss. Erfolgsbeispiele aus anderen Städten sind zugrunde zu legen; die Vorstellungen der bereits angesiedelten Kreativen sind zu berücksichtigen. Die Stadtverwaltung legt vor, welche Kosten mit der Schaffung einer solchen Funktion verbunden wären (Honorar, Sachkosten). Ziel ist die Schaffung der zeitlich befristeten Funktion im nächsten Doppelhaushalt. Die Besetzung der Funktion soll aber schon spätestens zum Jahresende 2010 erfolgen (überplanmäßige Mittel). Die Entwicklung des Kreativparks „Alter Schlachthof“ zu einem Nukleus der Kreativwirtschaft in Karlsruhe geht nur schleppend voran, obwohl das Projekt ein gesetztes Masterplanprojekt ist. Die enormen wirtschaftlichen Chancen dieses Branchenumfelds kommen damit in Karlsruhe nicht zum Tragen. Die Konkurrenz in anderen deutschen Städten eilt bei der Standortausweisung und -entwicklung für Kultur und kreatives Gewerbe davon oder zieht zumindest gleich. Der Startvorsprung ist verspielt, obwohl Karlsruhe mit dem KIT, der HfG, der Kunstakademie, der starken IT-Branche, dem Anker-Kulturbetrieb Tollhaus und dem hochattraktiven Standort „Alter Schlachthof“ über ungeheure Vorteile verfügt. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Es gibt klare Gründe für diese zögerliche Entwicklung:  Die Entscheidungskompetenz ist auf zu viele Schultern verteilt (drei Bürgermeister/-innen sind für Teilaufgaben zuständig)  die mit der Entwicklung beauftragte Karlsruher Fächer GmbH & Co. Stadt- entwicklungs-KG (KFE) ist als mit Gewinnerwartung beaufschlagtes städtisches Unternehmen und Grundstückseigentümer („Vermieter“- bzw. „Verkäufer“-Rolle!) strukturell für die Akquise und Betreuung von Kulturschaffenden und kreativem (Klein-)Gewerbe ungeeignet. Dies alles war schon vor dem Start des Prozesses bekannt. In einem Workshop, ausgerichtet vom Stadtplanungsamt, sollten damals durch Erfahrungsberichte aus anderen „Kreativparks“ Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Als ein zentraler Baustein erwies sich ein vom Eigentümer unabhängiger Gebietsmanager, der  die Kultur- und Kreativszene und deren spezifischen Wünsche kennt  Kreative zusammenbringt  konkret am Standort Interessierte betreut – also deren Interessen gegenüber dem Vermieter/Verkäufer vertritt!  den Prozess koordiniert  konzeptionelle Ansätze einbringt  für zügige Umsetzung sorgt  weder der Stadt noch den Kreativen gegenüber weisungsgebunden ist. Die bei „Ausgeschlachtet e. V.“ organisierten Personen, Gruppen, Firmen und sonstigen Organisationen erwarten darüber hinaus von einem Gebietsmanager:  Erfahrungen mit Konversionen in diesem Thema  möglichst eingehende Kenntnis der gebietsansässigen Partner  Vertrautheit mit dem spezifischen Vermarktungsumfeld „Kultur + Wirtschaft“  Erfahrungen im Kontakte knüpfen in einem solchen Umfeld  offene Gesprächskultur und eine Kommunikationsstrategie  unabhängige, neutrale Person  engen Kontakt mit „Ausgeschlachtet e. V.“  Büro auf dem Gelände. Seite 3 __________________________________________________________________________________________ Unverständlicherweise wurde auf eine solche Moderator- und Organisator-Funktion verzichtet. Das - für die Stadt im Vergleich zu den Kosten eines Gebietsmanagers teurere - Ergebnis ist bekannt. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Hauptamt - Sitzungsdienste - 10. September 2010

  • TOP 8
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 05.07.2010 eingegangen: 05.07.2010 Gremium: 14. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.09.2010 484 8 öffentlich Dez. 4 Gebietsmanager für den Kreativpark "Alter Schlachthof" - Kurzfassung - Die Verwaltung hält die Einrichtung einer Stelle eines Gebietsmanagers für den Kre- ativpark „Alter Schlachthof“ mit den dargelegten Rahmenbedingungen für nicht er- forderlich. Die genannten notwendigen persönlichen und fachlichen Kriterien und Vorausset- zungen werden von der Verwaltung bereits mit einem hohen Sach-, Organisations- und Vermittlungswissen abgedeckt. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Stadtbild/Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Karlsruher Fächer GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist, wie auch Erfahrungen aus anderen Städten zei- gen, zwangsläufig ein Schnittstellenthema zwischen Wirtschaftsförderung, Kulturför- derung und Liegenschaftsverwaltung. Kulturwirtschaftsforscher fordern daher auch, dass diese Stellen mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Instrumentarien für eine erfolgreiche Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Städten zusam- menwirken müssen. Daher bedarf es in Karlsruhe bezüglich des Projektes Kreativ- park Alter Schlachthof sowohl auf der strategischen wie auch auf der operativen Ebene auch weiterhin der koordinierten Zusammenarbeit von Fächer GmbH, Wirt- schaftsförderung und Kulturamt. Eine schwerpunktmäßige Aufgabenverteilung muss unter den Beteiligten abgesprochen werden, wie es z. B. mit dem Projektauftrag zum Kreativgründerzentrum erfolgt ist. In Abstimmung mit Wirtschaftsförderung, Kulturamt und Fächer GmbH hält die Ver- waltung die Einrichtung einer Stelle eines Gebietsmanagers für den Kreativpark „Al- ter Schlachthof“ mit den dargelegten Rahmenbedingungen für nicht erforderlich. Die vom Antragsteller genannten notwendigen persönlichen und fachlichen Kriterien und Voraussetzungen werden von der Verwaltung bereits mit einem hohen Sach-, Orga- nisations- und Vermittlungswissen abgedeckt. Die Entsendung eines Gebietsmana- gers, der der Stadt nicht weisungsgebunden ist, wird als nicht zielführend angese- hen, da dieser, ohne die Unterstützung einer entsprechenden Infrastruktur und ohne wirklichen Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum arbeiten müsste. Des Weiteren kann auch ein Gebietsmanager den Entwicklungsprozess auf dem Gelände nicht beschleunigen, solange die technischen Voraussetzungen für dessen weitere Ent- wicklung noch nicht abgeschlossen sind. Die Verwaltung hält allerdings die Netzwerkarbeit und die Beförderung des Themas Kreativwirtschaft mit jungen Existenzgründern und Unternehmen für äußerst wichtig. Eine kompetente, mit den Interessen der Kreativen vertraute Ansprechstation für die auf dem Schlachthof angesiedelten Kreativen bzw. für die kreativwirtschaftlichen Interessenten war und ist der Verwaltung daher auch ein besonderes Anliegen. In der Vorlage zur Gemeinderatssitzung am 27.07.2010 wurde deshalb auch die Be- setzung einer solchen Position zur Koordinierung und Netzwerkarbeit mit 1,5 Stellen vorgeschlagen und diskutiert. Der Gemeinderat ist in der Sitzung der Argumentation der Verwaltung gefolgt, dass zur Verwirklichung der Vision auf dem Alten Schlacht- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 hof („Ein Kreativgründerzentrum im Kreativpark Karlsruhe spricht im Angebot seiner Infrastruktur und serviceorientierten Dienstleistung die Bedürfnisse von Kreativschaf- fenden und Konsumenten an. Er ist Marktplatz für neue Ideen, Technologien, Ar- beitsformen und Geschäftsmodell der Zukunft.“) konzentrierte Maßnahmen ergriffen werden müssen. Im Aufgabenprofil der angedachten Stellen sollen sich die im Auf- trag formulierten Anforderungen wiederfinden. Zu den Aufgaben der Netzwerker zählt die Vernetzung der kulturellen Szene mit der Kreativwirtschaft, die Vermittlung von betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen und die aktive Hilfe und Begleitung der ersten Schritte einer Selbständigkeit. Hier müs- sen den Gründern niedrigschwellige Angebote zur Verfügung stehen, die die fachli- chen Fähigkeiten noch ergänzen. Die Netzwerkarbeit berücksichtigt insbesondere den Aufbau der wirtschaftlichen Aktivitäten und Akquise möglicher Fördermittel von Land, Bund und der EU. Die Vernetzung von „Kreativen Köpfen“ muss nach Ansicht der Verwaltung über das Gebiet des Alten Schlachthofs hinaus im gesamten Stadtgebiet organisiert und auf- gebaut werden. Ein Gebietsmanager wäre in seiner Funktion räumlich begrenzt. Um für eine erfolgreiche Entwicklung in dem Sektor gute Rahmenbedingungen zu schaf- fen, müssen auch diejenigen angesprochen werden, die nicht im Areal verortet sind, jedoch Impulse einbringen wie mitnehmen können. Zu den mittelfristigen Aufgaben zählen nach dem Beschluss des Gemeinderats - Strukturierung einer auf die Bedürfnisse der Kreativwirtschaft ausgerichteten ak- tiven Gründerberatung (Begleitung in Gründungs- und Wachstumsphasen), Akti- vierung von Fördermitteln für Unternehmen - Netzwerkaufbau und -koordinierung sowie Fördermittelakquise zur Standortent- wicklung unter Einbeziehung der vorhandenen Netzwerke wie CyberForum; An- laufstelle & Lotsenfunktion, verstärkte Förderung des Dialogs mit den Kulturein- richtungen - „Stärken stärken“, Einbindung führender Unternehmen mit Akteuren aus der For- schung, um gemeinsam über branchenspezifische Themenschwerpunkte für das Kreativgründerzentrum zu beraten. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Die im Antrag genannte „schleppende“ Entwicklung des Kreativparks findet ihre Ur- sache nicht in einem fehlenden Gebietsmanager, sondern vielmehr in der umfas- senden und zeitaufwendigen Erschließung des Schlachthof- und Viehhofareals. Die Neuversorgung des Gebietes mit der benötigten Infrastruktur dauert an und der Straßenbau hat gerade erst im Viehhofbereich begonnen. Der Satzungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan Schlachthof-Viehhof erfolgte im September 2009 und war damit Basis für die weitere bauliche Entwicklung des Areals. Ein weiterer Grund sind die denkmalgeschützten Gebäude, die nicht für den Aufenthalt von Menschen bestimmt waren und daher umfangreicher und mit einem zeitlich größeren Aufwand saniert werden müssen. Die dynamische Vermietung der Bestandsgebäude und die Umsetzung des Kreativ- konzeptes war seit Beginn der Konversion auf das Jahr 2015 festgelegt und soll bis dahin weitgehend abgeschlossen sein.