Anfrage StRn Dr. Leidig, StRn Segor, StRn Dr. Polle-Holl (GRÜNE): Auswirkungen möglicher Wiederbesetzungssperren auf die Stadtbibliothek, die Stadtteilbibliotheken und den Medienbus

Vorlage: 25315
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.07.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen, Mühlburg

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.07.2010

    TOP: 29

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Wiederbesetzungssperren
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom 29.06.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 13. Plenarsitzung Gemeinderat 27.07.2010 464 29 öffentlich Auswirkungen möglicher Wiederbesetzungssperren auf die Stadtbibliothek, die Stadtteilbibliotheken und den Medienbus 1. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass die Stadtbibliothek ein wichtiges Kultur- und Bildungsangebot darstellt? 2. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass die Stadtteilbibliotheken und der Medienbus ein wichtiges wohnraumnahes Kultur- und Bildungsangebot, vor allem für Familien bzw. Kinder, darstellt? 3. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass der Fachkräfteschlüssel, d.h. die Besetzung der Einrichtungen mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren knapp bemessen ist? 4. Sind die Stellen der Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Allgemeinen von einer Wiederbesetzungssperre aufgrund von Kündigung, Verrentung oder Elternzeit betroffen? Falls ja, welche Maßnahmen sind geplant, um im Falle von Wieder- besetzungssperren die Öffnung der Stadtteilbibliotheken und den Einsatz des Medienbusses zu gewährleisten? 5. Teilt die Verwaltung die Befürchtung, dass durch eine monatelange Einstellung des Angebots der Stadtteilbibliotheken bzw. des Medienbusangebots die derzeitigen Nutzerinnen und Nutzer den Kontakt zu diesen Einrichtungen dauerhaft verlieren? Wie wird ein möglicher Kontaktverlust bewertet? Den Stadtbibliotheken liegt ein knapp bemessener Personalschlüssel zugrunde, vor allem hinsichtlich der Fachkräfte, d.h. der Bibliothekarinnen und Bibliothekare. In den Stadtteilbibliotheken und dem Medienbus ist in der Regel nur eine Fachkraft tätig, teilweise ist eine Fachkraft für zwei Stadtteilbibliotheken gleichzeitig verantwortlich, wie z.B. für Mühlburg und Grötzingen. Diese enge Bemessung hat bereits zur stunden- bzw. tageweisen Schließung von Stadtteilbibliotheken geführt. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Es ist zu befürchten, dass Personalausfälle im Bereich der Bibliothekarinnen und Bibliothekare aufgrund Kündigung, Verrentung oder Elternzeit und der jeweils damit verbundenen Wiederbesetzungssperre nicht aufgefangen werden können. Die Anfrage soll offen legen, ob die Aufrechterhaltung des gesamten Stadtbibliothekangebots einschließlich Stadtteilbibliotheken und Medienbus langfristig und ohne irreguläre Unterbrechung, d.h. mit Ausnahme der Ferienzeiten, gewährleistet ist. unterzeichnet von: Dr. Ute Leidig Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Hauptamt - Sitzungsdienste - 16. Juli 2010

  • TOP 29
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom: 29.06.2010 eingegangen: 29.06.2010 Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.07.2010 464 29 öffentlich Dez. 2 Auswirkungen möglicher Wiederbesetzungssperren auf die Stadtbibliothek, die Stadtteilbibliotheken und den Medienbus 1. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass die Stadtbibliothek ein wichtiges Kultur- und Bildungsangebot darstellt? Im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland trägt die Kommunalverwaltung im Rahmen ihrer Aufgaben der Daseinsvorsorge dazu bei, die Ziele der Bildungs- planung zu erreichen. Für die Realisierung dieser Ziele sind kommunale örtliche Bil- dungseinrichtungen von großer Bedeutung. Neben den Schulen gehören zur Grundausstattung der Gemeinde u. a. die kommunale öffentliche Bibliothek und die kommunale Volkshochschule als Einrichtungen der Weiterbildung. Der Ausbau kommunaler öffentlicher Bibliotheken bietet eine Grundlage für eine freie geistige Betätigung. Die ständig steigenden Anforderungen auf allen Gebieten der allgemeinen Bildung und auf den spezialisierten Fachbereichen machen eine ununterbrochene Weiterbildung zwingend notwendig. Sie können nur erfüllt werden, wenn alle geeigneten Medien und Informationsmittel als Grundlagen des Lernens für jedermann an jedem Ort erreichbar sind. Die 1,67 Millionen in der Stadtbibliothek im abgelaufenen Jahr ausgeliehenen Bü- cher und anderen Medien belegen den Bedarf nach einem derartigen Kultur- und Bildungsangebot. Die Stadtbibliothek schafft damit die Grundlage der kulturellen Bil- dung. 2. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass die Stadtteilbibliotheken und der Medienbus ein wichtiges wohnraumnahes Kultur- und Bildungsangebot, vor allem für Familien bzw. Kinder, darstellt? Der Stadtteil bzw. Sozialraum ist von zentraler Bedeutung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Stadtteile bzw. Sozialräume sollten darin gestärkt wer- den, ihre eigenen Bildungsprofile mit unterschiedlichen Institutionen vor Ort zu ent- wickeln. Dabei kommt auch den Stadtteilbibliotheken und dem Bücherbus eine be- deutende Rolle zu. Um alle Lernangebote und Lernmöglichkeiten sinnvoll und effizient nutzen zu kön- nen, ist es erforderlich, eine entsprechende Infrastruktur bereitzustellen, die nicht nur fremdorganisiertes, sondern auch selbstorganisiertes Lernen ermöglicht. Seite 2 Erfreulich ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung der Stadtteilbibliotheken in Karlsruhe, die alle einen Zuwachs an Ausleihen aufzuweisen haben. Auch als Ein- richtungen der kulturellen Begegnung sind sie in den jeweiligen Stadtteilen gut posi- tioniert und mit den örtlichen Kindergärten und Schulen gut vernetzt. Die Programm- arbeit konzentriert sich hier vor allem auf Kinder sowie auf individuelle Angebote für die Schulen im Wohngebiet. Die Anzahl der Kinder, die 2009 eine Bibliothek besuch- ten, blieb im Vergleich zu den Vorjahren stabil auf hohem Niveau (je nach Stadtteil- bibliothek/Medienbus zwischen 45 - 70 % der Gesamtnutzer) und hat sich in der Gruppe der über 13-Jährigen sogar leicht erhöht. 3. Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass der Fachkräfteschlüssel, d. h. die Besetzung der Einrichtungen mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren knapp bemessen ist? Die personelle Ausstattung der Stadtbibliothek ist eng bemessen, aber noch ausrei- chend. 4. Sind die Stellen der Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Allgemeinen von einer Wiederbesetzungssperre aufgrund von Kündigung, Verrentung oder Elternzeit betroffen? Falls ja, welche Maßnahmen sind geplant, um im Falle von Wiederbe- setzungssperren die Öffnung der Stadtteilbibliotheken und den Einsatz des Medienbusses zu gewährleisten? Bei frei werdenden Personalstellen im Kämmereibereich besteht derzeit grundsätz- lich eine 6- bis 9-monatige Wiederbesetzungssperre. Bei kleinen Einheiten kann die Frist im Einzelfall verkürzt oder ganz auf eine Sperrfrist verzichtet werden. Darauf musste zu gegebener Zeit zurückgegriffen werden, wenn im Falle von Wie- derbesetzungssperren im Medienbus oder bei den Stadtteilbibliotheken eine Fortfüh- rung des Bibliotheksbetriebs im erforderlichen Umfang nicht zu gewährleisten wäre. 5. Teilt die Verwaltung die Befürchtung, dass durch eine monatelange Einstellung des Angebots der Stadtteilbibliotheken bzw. des Medienbusange- bots die derzeitigen Nutzerinnen und Nutzer den Kontakt zu diesen Einrich- tungen dauerhaft verlieren? Wie wird ein möglicher Kontaktverlust bewertet? Eine monatelange Schließung einzelner Einrichtungen hätte zwangsläufig die Kon- sequenz, dass der regelmäßige Kontakt zu den aktiven Nutzerinnen und Nutzern verloren ginge. Seite 3 Durch fehlende Ortsnähe wäre eine Reduzierung der Nutzerinnen und Nutzer auf Dauer nicht auszuschließen. Der Kontakt zu Schulen und Kindergärten vor Ort wäre abgebrochen. Ein großer Teil der weniger mobilen Kundinnen und Kunden in den Stadtteilen hätte nicht die Möglichkeit, Bibliotheken in der Innenstadt oder an anderen Orten aufzusu- chen. Besonders negative Auswirkungen hätte eine temporäre Schließung auf die Bemühungen, Leseförderung schon bei Kindern im ersten Lesealter zu betreiben.