Interfraktioneller Antrag SPD, GRÜNE, FDP, KAL: Sanierung Schweinemarkthalle und Umbau in ein Kreativgründerzentrum
| Vorlage: | 25302 |
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| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 19.07.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister INTERFRAKTIONELLER ANTRAG Stadträtin Doris Baitinger (SPD) SPD-Gemeinderatsfraktion Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Stadträtin Rita Fromm (FDP) FDP-Gemeinderatsfraktion Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 15.07.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 13. Plenarsitzung Gemeinderat 27.07.2010 469 19.1 öffentlich Sanierung Schweinemarkthalle und Umbau in ein Kreativgründerzentrum 1.) Der Gemeinderat beauftragt die Fächer GmbH – gegebenenfalls über den Gesellschaftervertreter der Stadt Karlsruhe – die alte Schweinemarkthalle auf dem Gelände des Alten Schlachthofs zu sanieren. 2.) Der Gemeinderat beauftragt die Fächer GmbH – gegebenenfalls über den Gesellschaftervertreter der Stadt Karlsruhe – in der sanierten Schweinemarkthalle ein Gründerzentrum für kreative Berufe zu errichten und die Schweinemarkthalle entsprechend auszurüsten. 3.) Die Verwaltung wird beauftragt, nach einem geeigneten Betreiber zu suchen. 4.) Die Verwaltung legt dem Gemeinderat ein Finanzierungskonzept vor, um gegebenenfalls einen Betriebskostenzuschuss aus dem städtischen Haushalt zu leisten, damit bei der Fächer GmbH aus dem Objekt keine Verluste entstehen. Die Sanierung der Schweinemarkthalle auf dem Gelände des alten Schlachthofs ist aufgrund ihres katastrophalen Zustands längst überfällig. Ein weiteres Zuwarten bis in den Herbst ist nicht akzeptabel, da noch vor dem Winter erste Sicherungsmaßnahmen umgesetzt werden sollten. Mittlerweile liegt nicht nur ein überzeugendes Konzept bei der Fächer GmbH, sondern auch eine Potentialanalyse Kreativpark Karlsruhe durch das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) vor. Darin wird empfohlen, die Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Schweinemarkthalle zu sanieren und in ein Kreativgründerzentrum („creative lab“) umzuwandeln. Ein Gründerzentrum für Kreative würde einen Kristallisationspunkt auf dem Gelände des Alten Schlachthofs bilden. Zudem ist die Kreativwirtschaft eine zukunftsträchtige Branche, so dass ein „Kreativpark“ auch von enormer Wichtigkeit für den Wirtschaftsstandort Karlsruhe ist. Dies wurde ebenfalls durch das Gutachten des Fraunhofer ISI bestätigt. Nicht nur Existenzgründer, sondern auch etablierte Firmen aus der Kreativwirtschaft, die sich auf dem Alten Schlachthof Synergieeffekte versprechen, würden von einem Standort Kreativpark angelockt werden. unterzeichnet von: Doris Baitinger Bettina Lisbach Rita Fromm Lüppo Cramer Hauptamt - Sitzungsdienste - 16. Juli 2010
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Anlage Studierende Das Fraunhofer ISI verdeutlicht in seiner Studie, dass Karlsruhe mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, der Karlshochschule International University, der Staatlichen Hochschule für Musik, dem Karlsruhe Institute of Technology, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der Berufsakademie, der Pädagogischen Hochschule und dem ZKM über eine Hochschullandschaft verfügt, aus welcher potenzielle Nutzer eines Kreativgründerzentrums hervorgehen. Eine Analyse der Studierendenzahlen in Karlsruhe zeigt, dass im Wintersemester 2008/2009 ca. 6.400 Studierende (d. h. 20,3 % aller Studierenden) Kreativwirtschaft-affine Studiengänge belegen. Gemäß einer Studie des Instituts für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier zählen 10,3 % der Studierenden der Gesellschaftswissenschaften und 10,2 % der Studierenden der Fachbereiche Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Kunst und Gestaltung zur Gruppe der Gründungsaktiven, die bereits während des Studiums erste Schritte in die Selbstständigkeit unternehmen, bzw. zur Gruppe der Gründungsentschlossenen. Weitere 62,6 % bzw. 57,1 % stehen einer Gründung grundsätzlich offen gegenüber. Geht man für die Stadt Karlsruhe davon aus, dass sich 10 % der Studierenden aus Kreativwirtschafts- affinen Studiengängen selbstständig machen und die durchschnittliche Studiendauer sechs Jahre beträgt, so ist mit jährlich 107 neuen selbstständigen Kreativen zu rechnen. Kreative Milieus Die sog. Sinus-Milieus der Firma Sinus Sociovision gruppieren Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweise ähneln. Bestandteile der Analyse sind neben der grundlegenden Wertorientierung auch die Alltagseinstellungen zu Arbeit, Familie, Freizeit, Geld und Konsum. Eine Analyse der Sinus-Milieus in Karlsruhe zeigt, dass der Lebensstil der Kreativen Milieus in der Sinus-Systematik stark dem im Rahmen von Betrachtungen zur Kreativwirtschaft geschilderten Lebensstil der Kreativen ähnelt. Vor diesem Hintergrund ist ein Zusammenhang zwischen dem von Sinus propagierten Kreativen Milieu und den Akteuren der Kreativwirtschaft nahe liegend. In Karlsruhe ist nach der Sinus-Systematik insgesamt ein besonders hoher Anteil der Haushalte dem Kreativen Milieu zuzuordnen und zwar rund 42.000 Haushalte, deren Zahl voraussichtlich bis 2020 auf rund 55.000 anwachsen wird. Ausgehend von der These, dass diese Milieus aufgrund der ihnen zugeschriebenen Lebensstile zu einem hohen Anteil deckungsgleich mit den in der Kreativwirtschaft tätigen Personen sind, wird deutlich, dass Karlsruhe bereits heute über ein überdurchschnittlich hohes Kreativpotenzial verfügt. Und der Anteil des Kreativen Milieus der Stadt wird in den kommenden Jahren weiter wachsen und in 10 Jahren bereits mehr als ein Drittel der Haushalte ausmachen. Die diesem Milieu zugeschriebenen Lebens- und Arbeitsweisen werden die Stadt stark prägen und die Nachfrage nach entsprechenden Rahmenbedingungen, wie z.B. einem Kreativgründerzentrum, und Arbeitsplätzen verstärken. Nachfrage am Standort Kreativpark Das Gutachten des Fraunhofer ISI konstatiert eine sehr hohe Nachfrage nach den Angeboten auf dem Kreativpark sowie nach einem Kreativgründerzentrum. Immerhin liegen der Fächer GmbH Anfragen von 18.000 - 25.000 qm vor aus den verschiedensten Kreativbereichen, jedoch mit dem Schwerpunkt von 9.000 qm im künstlerischen Bereich inkl. Handel mit Kulturgütern, weiteren 4.000 qm aus der Film- und Tonträgerindustrie sowie Games/IT mit rund 4.000 qm, Ingenieurbüros mit 2.500 qm und Werbebüros mit ebenfalls 2.500 qm. Darüber hinaus haben gegenüber der Wirtschaftsförderung mehrere Firmen einen Flächenbedarf von rund 2.700 qm Bürofläche und 6.000 qm Grundstücksfläche angemeldet, wobei sich diese Nachfragen jeweils auf größere Flächen ab 200 – 600 qm beziehen. Parallel führen Wirtschaftsförderung und Fächer GmbH Gespräche mit drei Investoren, die Geschäftsmodelle auf dem Gelände identifiziert haben. Der angeführte Bedarf bezieht sich nicht ausschließlich auf Gründer. Vor allem im Bereich der Film- und Tonträgerindustrie sowie Games/IT, den Ingenieurbüros und den Werbeagenturen sind die Interessenten überwiegend bereits etablierte Firmen, die sich von einem Umzug auf den „Alten Schlachthof“ Synergieeffekte durch die Nähe zu anderen Kreativen versprechen. Im Bereich des künstlerischen Branchenfeldes sind mehr Anfragen aus dem „Gründerbereich“ vorhanden. Dies liegt abgeleitet aus den bisherigen Gesprächen mit den Interessenten meist daran, dass für eine Gründung im künstlerischen Bereich das Vorhandensein von bezahlbaren Flächen eine tragende Rolle spielt. Perspektive: Neben der Auswertung der Kennzahlen hat das Fraunhofer ISI mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung und des Kulturamts auch 23 Interviews mit Persönlichkeiten, Unternehmen und Studenten aus dem Kreativbereich geführt. Die Meinungsbilder und Einschätzungen sind unter Einbeziehung der Strukturen und Potenziale der Kreativwirtschaft in Karlsruhe in den Handlungsempfehlungen und Fazits vom Fraunhofer ISI zum Ausdruck gebracht worden. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe bestehend aus Dezernaten 2, 4, 6, Amt für Stadtentwicklung, Kulturamt, Wirtschaftsförderung und Fächer GmbH hat die Ergebnisse der Studie bewertet und nachfolgende Vision, Empfehlungen und Umsetzung im Konsens abgeleitet. Ein Kreativgründerzentrum im Kreativpark Karlsruhe spricht im Angebot seiner Infrastruktur und serviceorientierten Dienstleistung die Bedürfnisse von Kreativschaffenden und Konsumenten an. Es ist Marktplatz für neue Ideen, Technologien, Arbeitsformen und Geschäftsmodelle der Zukunft. Unter Beteiligung von Absolventen der Karlsruher Hochschulen soll innerhalb der nächsten drei Monate in einem extern moderierten Workshop eine Weiterentwicklung des bisherigen Konzeptes erfolgen. Ein Kreativgründerzentrum steht in Wechselwirkung zu seinem Umfeld und der Akzeptanz von Politik, Wirtschaft, der Hochschulen und der Kulturszene. Es ist aus diesem Grund erforderlich, dass das Konzept für das Kreativgründerzentrum im Einklang und Kontext mit den Einrichtungen auf dem Gesamtgelände und einer übergeordneten strategischen Ausrichtung des Kreativstandorts Karlsruhe steht.
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STELLUNGNAHME zum interfraktionellen Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion GRÜNE-Gemeinderatsfraktion FDP-Gemeinderatsfraktion KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 15.07.2010 eingegangen: 15.07.2010 Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.07.2010 469 19.1 öffentlich Dez. 4 Sanierung Schweinemarkthalle und Umbau in ein Kreativgründerzentrum Dem Antrag wird entsprochen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Stadtbild/Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KFG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Um jungen Kreativschaffenden Zukunftsperspektiven zu eröffnen, soll im Kreativpark ein Gründerzentrum errichtet werden. Die Schweinemarkthalle auf dem Areal des Alten Schlachthofes ist hierfür geeignet. Deshalb hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 30. März 2010 beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, die hierfür die entsprechenden Informationen und Grundlagen liefern soll. Die Studie des Fraunhofer ISI (Institut für System- und Innovationsforschung) liegt inzwischen vor. Kernaussage dieser Studie ist, dass ein Kreativgründerzentrum im Kreativpark Karlsruhe im Angebot seiner Infrastruktur und ser- viceorientierten Dienstleistungen den Bedürfnissen von Kreativschaffenden und Konsumen- ten anspricht. Es ist Marktplatz für neue Ideen, Technologien, Arbeitsformen und Ge- schäftsmodelle der Zukunft. Die sich aus ihr ergebenden Handlungsempfehlungen wurden in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und des Kulturausschusses vom 14.07.2010 vor- gestellt und zur Umsetzung empfohlen: 1. Umsetzung des baulichen Konzeptes Kreativgründerzentrums in der Schweine- markthalle. Dieses soll zuvor in einem Workshop mit Absolventen der Karlsruher Hochschulen weiterentwickelt werden. 2. Erarbeitung eines Business Plans unter Einbeziehung der zu erwartenden Kosten für die Räume, erforderliche Personalkosten für Netzwerk- und Koordinierungsaktivitä- ten (geschätzt 1,5 Stellen), Kosten für Nebenkosten und mögliche Mieterlöse unter Berücksichtigung des Zahlungsvermögens. 3. Entwicklung eines Trägermodells. 4. Entwicklung eines Kriterienkatalogs für die Belegung des Kreativgründerzentrums. Darüber hinaus sind mittelfristig folgende Aufgaben abzuarbeiten: 5. Strukturierung einer auf die Bedürfnisse der Kreativwirtschaft ausgerichteten aktiven Gründerberatung (Begleitung in Gründungs- und Wachstumsphasen), Aktivierung von Fördermitteln für Unternehmen / Konzept und Umsetzung durch Wirtschaftsför- derung. 6. Netzwerkaufbau und -koordinierung sowie Fördermittelakquise zur Standortentwick- lung unter Einbeziehung der vorhandenen Netzwerke wie CyberForum; Anlaufstelle & Lotsenfunktion, Verstärkte Förderung des Dialogs mit den Kultureinrichtungen. 7. „Stärken stärken“, Einbindung führender Unternehmen mit Akteuren aus der For- schung, um gemeinsam über branchenspezifische Themenschwerpunkte für das Kreativgründerzentrum zu beraten. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 8. Weiterentwicklung des Gesamtkonzeptes „Creative Lab“ als übergeordnete Struktur mit folgenden Bestandteilen: Kreativgründerzentrum, F&E Living Lab, Hochschulen, Coaching/Gründerberatung/Gründerzentrum, Marktplatz und Games Place. Die Verwaltung empfiehlt, dem konkretisierten Antrag zu entsprechen. Darüber hinaus schlägt das Bürgermeisteramt vor: 1. Einen Business Plan unter Einbeziehung der zu erwartenden Kosten für die Räume, erforderliche Personalkosten für Netzwerk- und Koordinierungsaktivitäten (geschätz- te 1,5 Stellen) Kosten für Nebenkosten und mögliche Mieterlöse unter Berücksichti- gung des Zahlungsvermögens zu erstellen. 2. Einen Kriterienkatalog für die Belegung des Kreativgründerzentrums zu entwickeln. 3. Dem Gemeinderat ein endgültiges Finanzierungskonzept mit einem Trägermodell und einem Business Plan vorzulegen.