Konzept Studentenstadt Karlsruhe

Vorlage: 25293
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.07.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Mühlburg

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.07.2010

    TOP: 12

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Konzept Studentenstadt
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.07.2010 445 12 öffentlich Dez. 4 Konzept Studentenstadt Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 20.07.2010 12 Gemeinderat 27.07.2010 12 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Hauptausschuss - von der Erweite- rung des Konzeptes von der reinen Studentenstadt zur „Wissenschaftsstadt Karlsru- he“ zustimmend Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Aufwand bei Stadt KA 2010-2013 ca. 350.000 € (s. Anlage) - Im jeweiligen DHH darzustellen Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: 01 Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Hintergrund Die Studentenstadt ist ein Projekt des Masterplans 2015. Das Grobkonzept wurde im Dezember 2008 im Gemeinderat beschlossen. Als wesentliche Ziele für das Projekt wurden definiert: 1. Steigerung der Attraktivität der Stadt für Studierende 2. stärkere Vernetzung zwischen den Hochschulen und der Stadt, um damit die Stadt als herausragenden Wissenschaftsstandort in Deutschland zu etablie- ren Projektbeschreibung Im Rahmen des Projektes wurde das Thema Studentenstadt erweitert, um die Ziel- stellung, Karlsruhe auch als „Wissenschaftsstadt“ zu etablieren. Zu Beginn des Projektverlaufes wurden Fokusgruppenbefragungen durchgeführt, um eine bessere Einschätzung der unterschiedlichen Blickwinkel von Studierenden, Alumni sowie Bürgerinnen und Bürgern für das Thema Studentenstadt zu gewinnen. Durch einen Lenkungskreis aus Vertreterinnen und Vertretern der Studentenschaft, der Hochschulen und der Stadt wurden einzelne Unter-Themenbereiche identifiziert. Folgende Projektmodule wurden definiert und in Arbeitsgruppen bearbeitet: 1. Wohnen 2. Hochschule in der Stadt 3. studentische Kultur 4. Potentiale, Alumni, Existenzgründer Zu diesen Themen wurden insgesamt mehr als 100 Projektideen generiert. 19 davon wurden priorisiert, bei 7 Projektideen wurde eine kurzfristige Umsetzung vom Len- kungskreis angeregt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das Thema Studentenstadt wurde durch ein GPS-gestütztes Tracking von 100 Stu- dierenden und durch eine Umfrage unter 800 Studierenden aller Hochschulen auf eine fundierte empirische Basis gestellt. Diese Basis zeigt sehr deutlich, welche Maßnahmen zur Zielerreichung vorrangig bearbeitet werden sollen. Wesentliche Erkenntnisse der Analysen: 1. Karlsruhe ist Studentenstadt, aber in Karlsruhe sind die Studierenden überall. Sie fallen weniger auf, da es kein echtes Studentenviertel gibt. Insgesamt gibt es in Karlsruhe mit ca. 11 % der Gesamtbevölkerung deutlich mehr Studie- rende als in vielen anderen Studierendenstädten. 2. Auffällig ist die Begründung für die Studienortwahl. 70 % der Studierenden kommen aufgrund der Hochschule bzw. deren Ruf nach Karlsruhe. Bei 5 von 8 Hochschulen ist dieses Argument klar dominant. Stadtspezifische Gründe (Lage von KA oder Attraktivität) sind allerdings auch bedeutend mit insgesamt 37 %. 3. Es gibt eine hohe Zufriedenheit mit Karlsruhe als Studienort. 80 % der Studie- renden würden Karlsruhe weiter empfehlen. 4. Ca. 30 % der Studierenden würden auch nach ihrem Studium gerne in Karls- ruhe bleiben, falls sie hier eine Arbeitsstelle finden, ca. 40 % sind noch unent- schieden. Diese Werte sind in etwa mit Heidelberg vergleichbar. 5. Die Hochschullandschaft ist extrem vielfältig, und die Studierenden reflektie- ren diese Vielfalt. Daraus leiten sich unterschiedliche Modelle der Stadtnut- zung ab, aber auch die Notwendigkeit, die Hochschulen noch stärker zu ver- netzen. 6. Die wichtigsten Faktoren für eine attraktive Studentenstadt werden in Karlsru- he durch die Stadt zum Teil schon sehr erfolgreich angegangen. So ist zum Beispiel das Fahrrad das Verkehrsmittel Nr. 1 für Studierende. Und die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, die beste Fahrradstadt in Süddeutschland zu wer- den. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 7. Weiterhin wichtig ist für Studierende der Faktor Wohnen. Es fehlt nach wie vor eine große Zahl an Wohnheimplätzen (um mit anderen Städten gleichzuzie- hen, fehlen in Karlsruhe ca. 1 000 Plätze). Die Untersuchung hat gezeigt, dass diese Wohnheime auch bedarfsspezifisch sein müssen. Das heißt: klei- ne Wohngruppen oder WG-Formate sind begehrt. Das traditionelle Wohnheim wird nur von 3 % der Befragten gewünscht. 8. Studierende interessieren sich für die Stadt und deren Angebote. Sie wün- schen sich mehr Informationen über das gut bewertete Kulturangebot und sie finden es auch gut, wenn der Austausch zwischen Hochschulen und Stadt verstärkt werden würde. Maßnahmen Durch den Lenkungskreis wurden folgende Maßnahmen für besonders wichtig er- achtet - insofern sollen diese Maßnahmen weiter konkretisiert werden: 1. Ausgewählte Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation, zum Bei- spiel die Begleitung konkreter Wohnheimprojekte, die modellhafte Durchfüh- rung innovativer Maßnahmen zur Wohnraumschaffung (z. B. Rucksackhaus) und die Durchführung geeigneter Kampagnen zur Bereitstellung von Wohn- raum für Studierende. Zusätzlich könnte eine Untersuchung der Nachverdich- tungspotentiale neue Möglichkeiten im Stadtraum aufzeigen. 2. stärkere Beteiligung von Studierenden und Hochschulen bei dem weiteren Ausbau der Verkehrswege, insbesondere der Radwegenetze. 3. Schaffung zielgruppenspezifischer Angebote zur Vermittlung der Kulturan- gebote der Stadt; hierzu Verbesserung der Informationsangebote und Stär- kung der Anreize zur Nutzung. 4. Fokussierung der Stadtmarketingaktivitäten im Bereich Studentenstadt – Wis- senschaftsstadt; dazu Etablierung eines Wissenschaftsbüros (Arbeitstitel, alternativ: Koordinierungsstelle für Hochschulen und Wissenschaft) zur Bearbeitung der wesentlichen Schnittstellen zwischen Hochschulen und Stadt. Diese Funktion wird bei der Stadtmarketing GmbH mit vorhandenem Personal abgedeckt. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 5. Planungen für die Durchführung eines regelmäßigen Wissenschaftsfesti- vals, das geeignet ist, die Wissenschaftsstadt Karlsruhe auch überregional zu positionieren. Hierzu soll ein Planungsforum veranstaltet werden. 6. Verstärkter Einsatz der Alumni als Botschafter für die Stadt. Da sich dieses Feld auch bei den Hochschulen noch im Aufbau befindet, wäre eine stärkere Einbeziehung der Stadt in vorhandene Aktivitäten der Hochschulen als erster Schritt empfehlenswert. 7. Schaffung von Räumen für Gründerkonzepte im Rahmen der allgemeinen Überlegungen der Raumentwicklung des KIT und der HsKA vor dem Hinter- grund einer ausgeprägten Gründerlandschaft, die charakteristisch ist für die Hochschul- und Wissenschaftslandschaft in Karlsruhe. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Hauptausschuss - von der Erweiterung des Konzeptes von der reinen Studentenstadt zur „Wissen- schaftsstadt Karlsruhe“ zustimmend Kenntnis. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird beauftragt, im Benehmen mit allen relevanten Ämtern (Stadtplanung, Wifö, Kulturamt etc.) das Thema Wissenschaftsstadt/ Studentenstadt mit hoher Priorität weiterzuentwickeln. Vorhandene Mittel- und personelle Ressourcen sollen so gebündelt werden, dass die beschriebenen Projekte umgesetzt werden. Das Stadtmarketing wird die oben dargestellten Maßnahmen in Kooperation mit den Hochschulen und den Studierendenvertretungen umsetzen und die strategischen Überlegungen zur Studentenstadt weiterführen. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Die Maßnahmen des Stadtmarketings werden vom Stadtmarketing finanziert. Für das geplante Wissenschaftsfestival werden die Mittel im jeweiligen DHH beantragt. Die Maßnahmen, die nicht unter der Federführung des Stadtmarketings durchgeführt werden, sind durch die entsprechenden Ämter im jeweiligen Haushaltsjahr zu budgetieren. Hauptamt - Sitzungsdienste - 16. Juli 2010

  • Anlage Konzept Studentenstadt
    Extrahierter Text

    Seite 1 von 10 Studenten-/Wissenschaftsstadt Karlsruhe - Konzept Stand: Juni 2010 1. Hintergrund Die Studentenstadt ist ein Projekt des Masterplans 2015. Das Grobkonzept wurde im Dezember 2008 im Gemeinderat beschlossen. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wurde vom Gemeinderat beauftragt das Grobkonzept zu detaillieren, Strukturen für einen langfristigen strategischen Prozess zu schaffen und Einzelmaßnahmen zu erarbeiten. 2. Ziel Die Stadt tritt als Hochschulstadt in den Wettbewerb mit Hochschulstandorten nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und darüber hinaus. Die Karlsruher Hochschulen zeichnen sich durch exzellente Forschung und Lehre aus. Die Stadt ist gefordert, Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die dieser Spitzenposition entsprechen. Bereits jetzt finden Studierende ein gutes Umfeld. Es bedarf jedoch gewisser Verbesserungen und Anpassungen an geänderte Studienbedingungen, zu denen vor allem die Studiengebühren und die Umstellung der Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses zählen. Weiterhin gilt es, die herausragende Position der Hochschulen in Karlsruhe für die Stadt und insbesondere für die Vermarktung und die Stadtentwicklung zu nutzen. 3. Projektbeschreibung „Studentenstadt Karlsruhe“ 3.1 Begriffsklärung Im Rahmen des Projektes wurde das Thema Studentenstadt erweitert um die Zielsetzung, Karlsruhe auch als Wissenschaftsstadt zu etablieren, da sich in Karlsruhe die Bereiche nie trennen lassen und gegenseitig befördern. Gerade durch die Gründung des KIT zeigt sich dieses Zusammenspiel im Alltag der Einrichtungen. 3.2 Vorgehensweise Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH hat sich nach Befürwortung des Grobkonzeptes durch den Gemeinderat für die Einrichtung folgender Projektstruktur entschieden: Im ersten Schritt wurden zur Identifizierung der Themenblöcke Fokusgruppenbefragungen durchgeführt. Dadurch gelang eine bessere Einschätzung der unterschiedlichen Blickwinkel von Studierenden, Alumni und Bürgerinnen und Bürger auf das Thema Studentenstadt. Einmalige Ideen- Findung/ Analyse Lenkungskreis AG Wohnen AG Hochschule in der Stadt AG Studentische Kultur AG Potentiale, Alumni, Existenzgründer Fokusgruppe mit Alumni Fokusgruppe mit Studierenden Fokusgruppe mit Bürgern Studenten-Tracking und Umfrage Seite 2 von 10 Anfang 2009 wurde ein Lenkungskreis aus Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulrektorate, der Studierendenvertreter und der betroffenen Ämter der Stadt gebildet, der langfristig die strategische Projektsteuerung bestimmt. Der Lenkungskreis kam 2009 dreimal zusammen und wird auch in den kommenden Jahren zweimal jährlich unter der Leitung des Stadtmarketings tagen. Der Lenkungskreis verabschiedete in seinem ersten Treffen eine Gliederung des Projektes mit folgenden vier Modulen: „Wohnen“, „Hochschule in der Stadt“, „Studentische Kultur“, „Potentiale, Alumni, Existenzgründer“. Auf der Arbeitsebene wurde zu jedem Projektmodul eine Arbeitsgruppe von je 10-15 Spezialisten gebildet. Diese Arbeitsgruppen tagten Mitte 2009 je zweimal und erarbeiteten konkrete Maßnahmen für die einzelnen Bereiche. Insgesamt wurden mehr als 100 Projektideen generiert. 19 dieser Projektideen wurden von den Arbeitsgruppen priorisiert, detailliert und dem Lenkungskreis vorgestellt. Bei sieben Projektideen wurde eine kurzfristige Umsetzung vom Lenkungskreis empfohlen. 4. Umfrage und GPS-Tracking Um harte Fakten zu generieren, wurden 2009 empirische Daten über die Studierenden in Karlsruhe erhoben. Gemeinsam mit dem „Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung“ des KIT wurde eine Mischung aus Umfrage und Raumbetrachtung als die innovativste und ergebnisorientierteste Herangehensweise erachtet. Wichtig ist zu verstehen, wie sie ihre Stadt „nutzen“: Wo wohnen die Studierenden? Welche Verkehrsmittel werden zu welchen Zwecken genutzt? Welche Freizeit- und Kulturangebote werden nachgefragt? Was halten die Studierenden von ihrer Stadt und ihren Hochschulen, wie nehmen sie beides wahr? Begleitet wurde das GPS-Tracking von einer Umfrage unter Studierenden, die zusätzliche quantitative und qualitative Aussagen zu Stadt und Hochschulen erhob und eine Vergleichbarkeit der Hochschulen ermöglichte. Die Studie zur Untersuchung der Raumnutzungsmuster wurde mit 100 Studierenden durchgeführt. Jeder Proband erhielt einen so genannten „GPS-Tracker“, der alle 4 Sekunden die aktuellen Positionskoordinaten im Stadtgebiet digital speicherte. Die Teilnehmenden trugen das Gerät im Mai 2009 eine Woche lang rund um die Uhr bei sich und führten ihr „ganz normales Leben“. Zusätzlich mussten sie ein einfaches Tagebuch mit Informationen zu Weg- und Aufenthaltszwecken, besuchten Orten und benutzten Verkehrsmitteln führen. Die mit den GPS-Trackern erhobenen digitalen Wege und Orte wurden anonymisiert in ein geographisches Informationssystem (GIS) eingelesen und aufbereitet. Im zweiten Teil der Studie wurden 800 Studierende aller Hochschulen mit einem umfangreichen Fragebogen persönlich befragt. Die Untersuchungen brachten interessante und teils überraschende Ergebnisse hervor, die verständlich visualisiert werden konnten und in die weitere Arbeit im Projekt Studentenstadt einfließen. Ergebnisse: Karlsruhe ist eine Studentenstadt, insbesondere in der Wahrnehmung der Studierenden selbst und belegt durch die Raumnutzung. Die Studierenden bewegen sich nicht in speziellen Quartieren, sondern in der ganzen Stadt. Die Studierenden sind überall und verteilen sich bei ihren Aktivitäten über die ganze Stadt. Studiert wird nicht nur an den jeweiligen Hochschulen, sondern über das Stadtgebiet verteilt: privat und an öffentlichen Orten. Unauffällig ist das Einkaufsverhalten zwischen wohnort- oder hochschulnaher Nahversorgung und Innenstadtsortiment. Interessant ist die intensive Nutzung der Kaiserstraße als eine Art mittägliche „Ersatz-Mensa“. Die Studierenden bewegen sich durch die ganze Stadt. Verblüffend dabei: Die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden in nur einer Woche im Kernstadtbereich zwischen Schloss und Südtangente, A5 und Mühlburg so gut wie jede Straße und jeden Weg ab. Auffälligkeiten gibt es in der Intensität, den Tageszeiten und insbesondere bei der Verkehrsmittelwahl. Ganz klar geht aus dem Tracking hervor: Das studentische Karlsruhe ist eine Fahrradstadt, 75 Prozent aller Wege werden per Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt. Seite 3 von 10 Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage zur Erarbeitung von konkreten Maßnahmen zur langfristigen Zielerreichung der Studentenstadt. 5. Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen In der ersten Sitzung der jeweiligen Arbeitsgruppen wurde die Zielsetzung und die aktuelle Situation vorgestellt. Auf dieser Basis wurde eine systematische Ideenfindung durchgeführt. Hierbei wurden insgesamt mehr als 100 Ideen entwickelt. Zum Schluss wurden die Ideen kategorisiert. Beim zweiten Treffen wurden die erarbeiteten Ideen priorisiert. Die „Prio-A“- Projektideen wurden detaillierter ausgearbeitet. Folgende Projekte wurden in den Arbeitsgruppen mit höherer Priorität bewertet und näher ausgearbeitet. Studentische Kultur Hochschule in der Stadt Wohnen Potentiale, Alumni, Existenzgründer Studentisches Kulturbüro Öffentliche Wissenschaft/ Wissenschaftsnacht/Wissen schaftsfestival „Parasitäres Wohnen“/Rucksackhaus Alumni und Gründer vernetzen/ Teambildung Jahreskarte Kultur Einbindung der Hochschulen in städtische Veranstaltungen Wohnheim auf dem Campus Bereitstellung attraktiver Infrastruktur/ Förderung für Gründer/“Büro- Sharing“ Eigene Community/ Homepage aller Karlsruher Studierenden zu Kulturthemen Umfrage: Erhebung des Stimmungsbildes der Bürger zu den Hochschulen Städtische Grundstücke in Hochschulnähe zum Wohnheimbau nutzen Vorhandene Alumni- Veranstaltungen der Hochschulen als Plattform für die Stadt nutzen Internetplattform/ Monitore zur Darstellung von Hochschulinhalten in der Öffentlichkeit Do It Yourself Wohnen Wissenschaftsbüro im Stadtmarketing zur Koordinierung von wissenschaftlichen Projekten für die Öffentlichkeit WG-Häuser Radwegeoptimierung, Beteiligung von Studierenden an der Radwegeplanung Symbolisch wichtige Orte in der Stadt mit Wohnungen für Studierende besetzen Studenten-Wohnschiff im Rhein Nach der Priorisierung der 19 Projekte aus den Arbeitsgruppen wurden dem Lenkungskreis vom Stadtmarketing sieben Projekte zur ersten Umsetzung vorgeschlagen (siehe grau markierte Projekte). Der Lenkungskreis folgte der Empfehlung des Stadtmarketings, sich im ersten Schritt der Umsetzung auf die in der Tabelle grau markierten Projekte zu fokussieren. Das Stadtmarketing machte dabei deutlich, dass eine rasche Entscheidung für einige realisierbare Projekte im ersten Schritt wichtig ist. Gleichzeitig bereitet das Stadtmarketing parallel die Konzeption und Umsetzung der anderen priorisierten Projektideen vor. Seite 4 von 10 5.1 Wohnen 5.1.1 Aktuelle Situation Ein zentrales Problem ist die Wohnsituation der Studierenden. Karlsruhe kann nur dann dafür werben, dass Studierende sich mit Erstwohnsitz in der Stadt anmelden, wenn genügend Wohnraum vorhanden ist. Studentisches Wohnen bildet mittlerweile einen wichtigen Standortfaktor für jede Hochschulstadt. Das wichtigste Kriterium für die Wahl der Wohnung ist bei Studierenden, nahe ihrer Hochschule, zentral und preisgünstig zu wohnen. Pendeln über längere Strecken ist immer weniger möglich, da die stärker verschulten Bachelor- Studiengänge verstärkte Anwesenheit an der Hochschule erfordern. Außerdem sind bei Studierenden die eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer die beliebtesten Wohnformen. Aber auch für experimentelle und innovative Wohnformen und Bauprojekte konnten sich die Studierenden begeistern. Ruhe ist weniger gefragt! In Karlsruhe sind für die über 30.000 Studierenden der acht Hochschulen etwa 3.800 Plätze in Studentenwohnheimen des Studentenwerks und privater Träger verfügbar. Es leben also knapp 13 Prozent der Studierenden in einem Wohnheim. Damit liegt Karlsruhe im Vergleich zu den anderen Universitätsstädten in Baden-Württemberg im unteren Drittel. Eine Quote von mind. 15 Prozent wäre laut Studentenwerk wünschenswert. Das entspricht einer Zahl von 4.500 bis 5.000 Wohnheimplätzen. In Karlsruhe sollten rund 1.000 Plätze in Wohnheimen entstehen. 5.1.2 Bewertung/Ansätze für Projekte Die Studentenwohnheime sollen absolute und relative Defizite des privaten Wohnungsmarkts ausgleichen. Auf diesem fehlen Angebote im Allgemeinen und günstige Angebote im Besonderen. Ein Zimmer im Studentenwohnheim kostet weniger als ein Zimmer auf dem freien Markt. Außerdem stellen Wohnheime häufig die einzige Möglichkeit dar, in kurzer Zeit oder für kürzere Zeit eine Unterkunft zu erhalten. Besonders Studierende aus dem Ausland sind auf einen Wohnheimplatz angewiesen, zumal sie die örtlichen Verhältnisse ihrer Studentenstadt kaum kennen. 5.1.3 Konkrete Projekte für den Bereich „Wohnen“ Architekturwettbewerb zum studentischen Wohnen Mit einem Architekturwettbewerb werden innovative Lösungen für studentischen Wohnraum in Karlsruhe gefunden. Hierbei sollen z.B. auch die Architekturfakultäten des KIT und der Hochschule Karlsruhe beteiligt werden. Somit hat man rechtzeitig eine aktive Beteiligung der Hochschulen und Studierenden an der Verbesserung der Wohnsituation geschaffen. Ein durch einen Architekturwettbewerb geschaffenes Projekt wird sicher nicht den Umfang haben, um die zahlenmäßige Problematik bis 2012 zu lösen. Allerdings kann eine innovative Bauform als Motor fungieren und als Pilotprojekt vermarktet werden. Dadurch könnten auch private Investoren gefunden werden, die Interesse an der Zielgruppe haben. Die Durchführung eines Wettbewerbs für studentische Wohnformen kann bezahlbare Lösungen aufzeigen, die wirtschaftlich darstellbar sind. Ein Architekturwettbewerb kann vom Stadtplanungsamt durchgeführt werden und vom Studentenwerk unterstützt werden. Weitere Partner: Volkswohnung und das Hochbauamt der Stadt Karlsruhe. Eine „schlanke“ Lösung wäre eine Realisierung als Studentenarbeit im KIT oder HsKA. Nachverdichtungsuntersuchung In den Gesprächen mit den Experten war das größte Problem nicht, einen Investor zu finden, sondern passende Grundstücke zu identifizieren. Da das Wohnen für Studierende sehr zentral gewünscht wird, zwingt die dichte Bebauung der Innenstadt, auch Nachverdichtungs- potentiale zu ermitteln. Das bedeutet, dass untersucht werden muss, inwieweit sich die Seite 5 von 10 bestehende Bebauung zur Erweiterung eignet. Es soll ein Planungsbüro beauftragt werden, das freie Grundstücke identifiziert und kategorisiert (Besitzverhältnisse, Bebauungsplan...). Außerdem werden für die Nachverdichtung z.B. die Dachlandschaften untersucht. Zur Abschätzung des Potentials an zusätzlichem aktivierungsfähigen Wohnraums wird vorab ein Suchkorridor (ein bestimmtes Viertel, ein Wohnblock oder ein Straßenzug im Stadtgebiet) in den von den Studierenden bevorzugten Stadtgebieten festgelegt werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen kann nur in der Federführung des Stadtplanungsamtes erfolgen. Kampagnen Um den privaten Wohnungsmarkt auf die Wohnungsnot der Studierenden aufmerksam zu machen, müssen zusätzlich kreative Kampagnen durchgeführt werden. Hierfür sollten unbedingt die kreativen Potentiale der Studierenden selbst genutzt werden. Die Kampagnen- inhalte können sehr unterschiedlich sein. Zum einen können neue Projekte und innovative Entwicklungen für die Öffentlichkeit herausgestellt werden. Projekte wie die Wohn- patenschaften und deren Vorteile müssen allen Karlsruherinnen und Karlsruhern klar herausgestellt werden. Zum anderen können auch aufmerksamkeitsstarke Kampagnenteile ähnlich einer Imagekampagne für generelle Aufmerksamkeit sorgen. Die Maßnahmen könnte durch das Stadtmarketing realisiert werden. Wohnprojekte Weiterhin werden Gespräche über Bauvorhaben für studentisches Wohnen fortgeführt und konkretisiert. Mit dem Studentenwerk und anderen Partnern werden Wohnheime zusätzlich auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt und gemeinsam mit der Stadt werden Wege für Neubauten gefunden. Die Stadt soll konkrete Angebote unterstützen und in schwierigeren Ausgangssituationen Lösungen für die Studierenden finden. Hier ist das Stadtmarketing koordinierend tätig. 5.2 Hochschulen in der Stadt 5.2.1 Aktuelle Situation Um eine Identifizierung der Karlsruher Bevölkerung mit ihren Studierenden und Hochschulen zu stärken, ist es wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, welche klugen Köpfe und spannende Forschungsfelder in ihrer Stadt zu finden sind. Hierzu sollen die Studierenden in der Stadt spürbar gemacht werden und wissenschaftliche Themen der Bevölkerung vermittelt werden. Denn neben den Studierenden sind die Bürgerinnen und Bürger der Stadt als Multiplikatoren auch für die Studentenstadt einsetzbar. Durch einen erlebbaren Hochschulalltag in Karlsruhe wird aktiv das junge und kreative Image der Stadt gefördert. Außerdem entsteht mehr Akzeptanz den Studierenden gegenüber, was sich wiederum positiv auf deren Stadtwahrnehmung auswirkt. Es haben sich in den vergangenen Jahren schon viele Veranstaltungen der Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in und mit der Stadt etabliert. So gibt es z.B. die Ausstellungs- reihe „Hochschulen im Rathaus“, das „City Rooming“ während der Stadtgeburtstage, die „Kinder-Uni“ oder die „Experimenta+“. Durch Bündelung und eine stärkere Inszenierung/ Vermarktung lässt sich eine Weiterentwicklung der vorhandenen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit auch zu überregionaler Ausstrahlung bringen. Seite 6 von 10 5.2.2 Bewertung/Ansätze für Projekte Auch eine stärkere Vernetzung der acht Hochschulen untereinander kann dafür sorgen, dass engere Allianzen gefunden werden und neue Kompetenzfelder entstehen. Wird Karlsruhe insgesamt als Studentenstadt weiter entwickelt, wird dies die Konkurrenzfähigkeit im starken Druck des internationalen Wettbewerbs steigern. Es gibt bereits Kooperationen zwischen den Hochschulen. Diese sollten auch von der Stadt weiter gefördert und unterstützt werden. 5.2.3 Konkrete Projekte für den Bereich „Hochschule in der Stadt“ Radwegeoptimierung Die Umfrage unter den Studierenden hat Karlsruhe klar als Fahrradstadt für die Studierenden identifiziert. Da Karlsruhe sich als Fahrradstadt auch unabhängig von der Studentenstadt etablieren möchte, sind zwei Gesichtspunkte bei der Weiterentwicklung des Radwege- konzepts unerlässlich: zum einen müssen die Studierenden noch stärker aktiv in die Planungen einbezogen werden und zum anderen müssen die Planungen mit den Ideen und Plänen der Hochschulen und insbesondere des KIT bezüglich der Radwegeverbindungen und der Fahrradabstellmöglichkeiten auf dem Campus abgestimmt werden, um ein passendes Gesamtkonzept zu erarbeiten. Eine regelmäßige Planungssitzung mit Beteiligten aus Stadtplanung, Campusplanung und Studierenden ist geplant. Wissenschaftsfestival Alle Beteiligten befürworten ein Wissenschaftsfestival mit überregionaler Strahlkraft zur gemeinsamen Positionierung Karlsruhes als Hochschul- und Wissenschaftsstadt. Das Festival ist hierzu bewusst touristisch ausgerichtet und orientiert sich an internationalen Vorbildern wie Edinburgh und Genua. Im deutschsprachigen Raum existiert aktuell kein Festival mit überregionaler Ausstrahlung. Viele der bereits vorhandenen Einzelaktivitäten könnten gebündelt und als Großveranstaltung in Karlsruhe zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders werden. Zusätzlich kann Karlsruhe langfristig seinen Ruf als Hochschul- und Wissenschaftsstandort verdeutlichen und überregional kommunizieren. Mit einem Wissenschaftsfestival wird bei den Kindern/Jugendlichen und Familien Technikbegeisterung geweckt und eine Möglichkeit für den offenen Dialog zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Bürgerschaft geschaffen. Die Identifikation der Bürgerinnen und Bürgern mit den in Karlsruhe vorhandenen Einrichtungen steigt mit dem Verständnis für die Inhalte. Langfristig gesehen beeinflusst das Wissenschaftsfestival das gesamte Image der Stadt Karlsruhe positiv und wirkt sich auf die Stadtpositionierung aus. Bürgernah, interaktiv und unterhaltsam sollen aktuelle wissenschaftliche Themen einmal jährlich (oder alle zwei Jahre) der Öffentlichkeit in Karlsruhe präsentiert werden. Es kann auf das erste Festival (eventuell 2012 oder 2013) mit Wettbewerben im Vorfeld aufmerksam gemacht werden. Das Festival selbst kann durch Besichtigungen, Musik und Feuerwerk abgerundet werden. Das Festival soll über 1 bis 2 Wochen laufen und mehrere hundert Workshops und Veranstaltungen zur Wissenschaftskommunikation anbieten. Außerdem sollen die Medien aktiv mit eingebunden werden. Ein Konzept muss so gestaltet werden, dass der Mehrwert der überregionalen Präsenz für alle Beteiligten spürbar wird. Zur weiteren Konkretisierung des Wissenschaftsfestivals für Karlsruhe mit überregionaler Strahlkraft, wird ein Planungsforum veranstaltet. Zu diesem Planungsforum werden alle in Karlsruhe wichtigen Entscheider und Spezialisten auf den Gebieten Hochschulmarketing, Wissenschaft und Wissenschaftsvermarktung eingeladen. Seite 7 von 10 Wissenschaftsbüro (Arbeitstitel, alternativ: Koordinierungsstelle für Hochschulen und Wissenschaft) Um langfristig ein Zeichen zu setzen und die Fokussierung der Stadtmarketingaktivitäten im Bereich Wissenschaftsstadt zu verdeutlichen, soll im Stadtmarketing ein Wissenschaftsbüro etabliert werden. Das Büro soll eine Netzwerkfunktion übernehmen, es soll eine direkte Anlaufstelle für die Hochschulen sein. Man erreicht so einen intensiveren Dialog zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft und eine Bündelung der Marketingaktivitäten für diesen Bereich. Diese Funktion wird bei der Stadtmarketing GmbH mit vorhandenem Personal abgedeckt. 5.3 Studentische Kultur 5.3.1 Aktuelle Situation Ein Teil der Identifizierung der Bürgerinnen und Bürgern einer Stadt mit ihren Studierenden hängt davon ab, wie stark das studentische Leben in der Stadt wahrnehmbar ist. Dieser Bereich der Betrachtungen überschneidet sich in einigen Punkten dem Modul „Hochschule in der Stadt“. Zwei weitere Gesichtspunkte, die die Studierenden und die Kultur einer Stadt verknüpfen, sind die von Studierenden selbst organisierte Kultur und die Nutzung der Studierenden von Kultureinrichtungen. Die Qualität des Kulturangebots in Karlsruhe wird von den Studierenden grundsätzlich positiv bewertet, allerdings wird von den Studierenden wöchentlich bisher nur eine knappe Stunde für „Kultur“ aufgebracht und diese beschränkt sich meist auf den Gang ins Kino. Insofern ist das positive Ergebnis weniger auf die tatsächliche Nutzung von Kultur- angeboten, sondern eher auf den Ruf der Kultureinrichtungen zurückzuführen. Studentisch organisierte Kulturveranstaltungen beeinflussen aktiv das kreative und innovative Kulturangebot. Hiervon sind sehr viele Initiativen in Karlsruhe vorhanden, die aber meist nur von Studierenden für Studierende gemacht sind. Ein Ziel muss sein, diese Aktivitäten zu sichern und weiterzuentwickeln. Außerdem sollten solche Angebote für die Bevölkerung stärker geöffnet bzw. wahrnehmbar gemacht werden. Dies könnte durch eine stärkere Kommunikation in der Stadt passieren, aber auch durch aktive Zusammenarbeit von Stadt und Studierenden auf dem Gebiet Kultur. Eine Aufführung der studentischen Theatergruppe im Staatstheater oder ein von Studierenden gedrehter Kinofilm im Vorprogramm der großen Kinos wären nur zwei Beispiele für eine Zusammenarbeit. 5.3.2 Bewertung/Ansätze für Projekte Um die Studierenden mehr für die Kultur zu begeistern, gibt es schon einige Aktionen in Karlsruhe z.B. vergünstigte Eintritte. Generell wurde das Kulturangebot in Karlsruhe von den Studierenden gut bewertet. Die Information über die unterschiedlichen Angebote war allerdings ein kleiner Kritikpunkt. Seit vielen Jahren machen das Studentenwerk und das Kulturamt mit dem Kulturscheckheft für alle Erstsemester auf die Kultureinrichtungen aufmerksam. 5.3.3 Konkrete Projekte für den Bereich „Studentische Kultur“ Weiterentwicklung Kulturscheckheft Das Kulturscheckheft wird zum kommenden Wintersemester neu aufgelegt und gestaltet werden. Dies bietet die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk und dem Kulturamt das Heft zu erweitern und noch stärker als Kommunikationsinstrument für die Karlsruher Kulturlandschaft einzusetzen. Neuerungen sind: die Aufnahme weiterer Kultureinrichtungen, die Erweiterung des Begriffs „Kultur“ (z. B. Bäderkultur), Einheitliche Seite 8 von 10 Rabatte (je ein freier Eintritt) und die zusätzliche Aufnahme der Kultureinrichtungen des Scheckheftes im Studentischen Stadtplan. Den Studierenden kann so ein umfangreicher Überblick über „Kultur“ verschafft werden. Mit dem neu aufgelegten Kulturscheckheft könnte ein zielgruppenspezifisches Angebot zur Vermittlung des Kulturangebots in Karlsruhe geschaffen werden, durch die Rabatte ein Anreiz zur stärkeren Nutzung des Kulturangebots erreicht und damit die erste Schwelle abgebaut werden. 5.4 Potentiale, Alumni, Existenzgründer 5.4.1 Aktuelle Situation Alle Hochschulen haben in den vergangenen Jahren das Potential ihrer Alumni für die Hochschulen erkannt. Hat man es als Stadt geschafft, in den Köpfen der Studierenden als Studentenstadt empfunden zu werden, ist es das eine, die Studierenden während Ihrer Zeit als Kreativ-Motor für die Stadtentwicklung zu nutzen. Das andere ist, sie auch nach dem Studium nicht nur für die jeweilige Hochschule sondern genauso für die Stadt zu nutzen - entweder als Botschafter, die in die Welt hinausziehen und Karlsruhe als Studentenstadt begeisternd darstellen, oder als gut ausgebildete Absolventen und spätere Fachkräfte. Immerhin knapp 30 Prozent der Befragten sagen sie möchten auch nach Ihrem Studium in Karlsruhe bleiben. Das hängt maßgeblich vom Vorhandensein eines geeigneten Arbeitsplatzes ab. Bei den Absolventinnen und Absolventen, die sich im Aufbruch ins Berufsleben befinden - sei es als Gründer oder Arbeitnehmer - gibt es bereits viel Erfahrung und große Erfolge in Karlsruhe. Das Cyberforum oder die Aktion „MyKAreer“ nur als Beispiel genannt. Um auch in den kommenden Jahren den Ruf einer stark von Gründern geprägte Region zu behalten, muss für die entsprechende Infrastruktur in Hochschulnähe gesorgt werden. Die größeren Hochschulen haben in den letzten Jahren auch begonnen nach amerikanischem Vorbild ein Alumni-Netzwerk aufzubauen. Hier gibt es unterschiedliche Veranstaltungen und Medien um mit den Alumni in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben. 5.4.2 Bewertung/Ansätze für Projekte Geht es um die Alumni, deren Abschluss bereits länger zurückliegt, die etabliert seit Jahren im Arbeitsleben stehen, empfinden selbst die Experten in den Hochschulen dieses Arbeitsfeld als schwierig und komplex. Daher kann bei momentanen Aktivitäten durch die Stadt eher Verwirrung statt Erfolg verbucht werden. Hier hat man sich deshalb in der Arbeitsgruppe für anfangs kleinere Schritte entschieden und versucht bestehende Bemühung durch die Stadt zu unterstützen oder auszuweiten. 5.4.3 Konkrete Projektideen für den Bereich „Potentiale, Alumni, Existenzgründer“ Einbindung der Stadt in Alumniveranstaltungen Die verstärkte Nutzung der Alumni als Botschafter nicht nur für ihre ehemaligen Hochschulen, sondern auch für die Stadt, ist ein interessanter Motor für nationale und internationale Wirtschaftskontakte. Da sich dieses Feld auch bei den Hochschulen noch im Aufbau befindet, wäre eine stärkere Einbeziehung der Stadt in vorhandene Aktivitäten der Hochschulen als erster Schritt empfehlenswert. Konkret bedeutet das eine Verzahnung der Alumniarbeit mit der Stadt. Auf Alumnitagen bzw. -wochenenden könnte die Stadt präsent sein und diese durch Merchandisingartikel, Infostände, Referenten oder Rahmenprogramm als Plattform nutzen. Seite 9 von 10 „Büro Sharing“/Räume für Gründer-Konzepte Um die Gründerlandschaft in Karlsruhe auch weiterhin als Aushängeschild für die Stadt in diesem Maße zu erhalten, fehlt es an Räumlichkeiten. Bei Neugründungen direkt aus dem Studium heraus ist es von großer Bedeutung, am Anfang eine sehr starke Nähe zum Campus zu haben. Nicht nur die Infrastruktur der Hochschule muss noch genutzt werden können, auch die Beratung durch die Professoren wird noch benötigt. Um den Konkurrenzdruck mit der generell schwierigen räumlichen Lage auf dem Campus nicht zu erhöhen, wurde das Projekt „Büro Sharing“ entwickelt. Hierbei sollen Räumlichkeiten geschaffen und ausgestattet werden, die dann als erste Büros für Gründer genutzt werden können, bis sie auf „eigenen Beinen stehen“ können. Dann kann ein Umzug aus den geteilten Räumen möglich werden. Die Räume müssen idealerweise direkt auf dem Campus oder in Campusnähe sein. Außerdem kann durch die Durchmischung der unterschiedlichen Ausgründungsideen unter einem Dach ein Netzwerk entstehen, das den Start-Up-Unternehmen auch im weiteren Verlauf Ihres Aufbaus hilfreich sein kann. Langfristig gesehen könnte dieses Projekt mit der Hilfe des Cyberforums oder der IHK erweitert werden, um die konzeptionelle Verbindung von Gründern und Absolventen, die nicht selbst gründen möchten, aber als Arbeitsnehmer bei den Gründern mit einsteigen wollen, herzustellen. Dieses Netzwerk kann durch viele bereits vorhandene Projekte unterstützt und getragen werden. Seite 10 von 10 6. Finanzierung Die vom Lenkungskreis priorisierten Projekte können nur mit der entsprechenden finanziellen Ausstattung realisiert werden. Haushaltsmittel stehen hierfür nicht zur Verfügung. Folgende Beträge müssen von der Stadt zusätzlich bereitgestellt werden: * Inklusive Sponsoring, private Mittel, Eigenbeiträge Modul Projekte GA in T€ Kosten Stadt in T€ Federführende Stelle 2010 2011 2012 2013 Summe Wohnen Architekturwettbewerb 50 50 50 Stadtplanungs- amt Stadtplanungsamt bzw. Stadtmarketing Wohnen Nachverdichtungs- untersuchung zur Identifikation von Wohnpotentialen 20 20 20 Stadtplanungs- amt Stadtplanungsamt/ Volkswohnung Wohnen Konzeption und Umsetzung von Kampagnen zum Thema Wohnen 40* 20 20 Stadtmarketing Stadtmarketing Wohnen Weiterentwicklung konkreter Projekte für den studentischen Wohnraum Je nach Projekt Stadtplanungs- amt/ Volkswohnung/ Stadtmarketing Studentische Kultur Kulturscheckheft 20* 10 10 Stadtmarketing Stadtmarketing/ Studentenwerk/ Kulturamt Hochschule in der Stadt Radwegenetze Keine zusätzlichen Mittel Stadtplanungsamt Hochschule in der Stadt Wissenschaftsbüro, Koordinierungsstelle für Hochschulen und Wissenschaft Keine zusätzlichen Mittel Keine zusätzlichen Mittel Stadtmarketing Hochschule in der Stadt Wissenschaftsfestival (ab 2012/2013) 750.000 €* 80 170 250 Stadtmarketing Stadtmarketing Potentiale, Alumni, Existenz- gründer Zusammenarbeit bei der Durchführung von Alumni- veranstaltungen Keine zusätzlichen Mittel Keine zusätzlichen Mittel Stadtmarketing Potentiale, Alumni, Existenz- gründer Gründer-Konzepte Noch nicht definiert Wirtschafts- förderung SUMME 30 70 80 170 350