Heidelberger Projekt: Hilfen leicht gemacht
| Vorlage: | 25174 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 01.07.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 07.07.2010 6 öffentlich Dez. 3 Heidelberger Projekt: Hilfen leicht gemacht Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 07.07.2010 6 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Mit Datum vom 29. August 2008 stellte die SPD-Gemeinderatsfraktion den Antrag, das Hei- delberger Modellprojekt auf Karlsruhe zu übertragen. Unter dem Motto „Familien stark machen“ wurde seit Mai 2008 eine fachkompetente und kostenfreie Elternberatung an allen 100 Heidelberger Kindertagesstätten (Kitas) angeboten. Einmal im Monat wurde an jeder Kita eine neunzigminütige feste Sprechstunde eingerichtet. Das Modell war auf einen Zeitraum von 16 Monaten ausgelegt. Für das Jahr 2008 waren Mittel in Höhe von 66.700 € für das Projekt eingestellt; die für 2009 benötigten Mittel wurden im Haushalt 2009/2010 berücksichtigt. Durchführende Träger waren der Caritasverband Heidelberg, die Arbeiterwohlfahrt Heidelberg, die Katholische Gesamtkirchengemeinde, das Diakonische Werk, das Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie wie auch das Internationale Frauenzentrum. Eltern sollte damit bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit dem Verhalten des Kindes und allgemein bei Fragen zur Erziehung unkompliziert und direkt der Zugang zu kompetenter Beratung erleichtert werden. Die von der Stadtverwaltung Heidelberg 2009 vorgelegte Auswertung ergab, dass dieses Angebot an 66 Kitas realisiert werden konnte. In den meisten Einrichtungen wurde das Bera- tungsangebot schnell von den Eltern angenommen und als sehr hilfreich und unterstützend erlebt. Diese Einschätzung wurde von den Trägern der Kitas und den Leitungen der Fachbe- ratungsstellen bestätigt. Das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg sah es als erfor- derlich an, den Zeitraum des Modellprojektes bis zum 31.12.2010 zu verlängern. Der Ge- meinderat der Stadt Heidelberg stimmte mit Datum vom 29.07.2009 zu. Die für die Verlänge- rung erforderlichen Mittel in Höhe von 120.700 € wurden im Haushalt 2009/2010 eingestellt. Eine unabhängig vom Heidelberger Modellprojekt durch die Karlsruher Psychologische Be- ratungsstelle (PBSt) für Eltern, Kinder und Jugendliche angebotene Sprechstunde in der Karlsruher Kindertagesstätte Kentuckyallee wurde durch die Eltern aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr nachgefragt und daher eingestellt. Beispielsweise konnte die Bera- tungsnachfrage nicht anonymisiert werden, d.h. es war offensichtlich, welche Eltern dieses Angebot wahrnahmen, wodurch sich die Nachfrage vor Ort stark reduzierte. Die mit dem Heidelberger Modellprojekt verbundene Fragestellung nach dem Bedarf an auf- suchender Beratungsarbeit in Kindertagesstätten wurde daher in Karlsruhe in das Konzept zur Unterstützung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten in Kindertageseinrichtungen integriert. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Es handelt sich dabei weniger um präventive Ansätze, sondern vielmehr um möglichst frühe Intervention mit dem Ziel, auch verhaltensauffälligen Kindern den Verbleib in der Kita zu ermöglichen. Das entsprechende Konzept wurde am 27. November 2008 im Jugendhil- feausschuss vorgestellt und am 16. Dezember 2008 vom Gemeinderat beschlossen. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 300.000 € p. a. wurden eingestellt. Der Konzeptbaustein 1, der den Aufbau eines Heilpädagogischen Fachdienstes in privater Trägerschaft vorsieht, wurde mit 4 Personalstellen durch das Familienzentrum der Reha-Südwest für Behinderte gGmbH realisiert. Dieser Fachdienst kann nach Rücksprache mit den Eltern von den Kinder- tageseinrichtungen direkt in Anspruch genommen werden. Neben der Diagnostik, der Beratung für betroffene Eltern und der Hilfestellung für die Ein- richtungen gehört zu den Aufgaben des Heilpädagogischen Fachdienstes auch die Vermitt- lung in weiterführende Hilfen. Bei diagnostiziertem Bedarf wird an die PBSt der Stadt Karls- ruhe zur weiteren Beratung vermittelt. Unabhängig vom Heilpädagogischen Fachdienst bietet das Kinderbüro des Jugendamtes im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Starke Eltern - Starke Kinder“ auch weiterhin Kurse für Eltern an Kindertagesstätten an, eine spezialisierte Hilfestellung für Eltern. Bei Bedarf bietet die PBSt der Stadt Karlsruhe Fortbildungen bzw. Supervision für Leiterin- nen und Leiter der Kitas an; ebenso wie Konfliktmoderationen bei Konflikten zwischen Eltern und Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Kindertagesstätten. Bei Verdacht auf Kindes- wohlgefährdung gem. § 8a SGB VIII stehen den Kindertagesstätten „insoweit erfahrene Fachkräfte“ der PBSt zur Verfügung. Für Eltern, deren Kinder das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet haben, hält die Stadt Karlsruhe mit den über die PBSt organisierten „Frühen Hilfen“ ein spezialisiertes Angebot der Hilfe zur Erziehung vor. Die Verwaltung ist der Auffassung, dass die Karlsruher Angebote derzeit ausreichend sind und empfiehlt, das Projekt "Hilfen leicht gemacht" nicht einzuführen. Beschluss: I. Antrag an den Jugendhilfeausschuss: 1. Der Jugendhilfeausschuss nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis.