Sachstand Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen

Vorlage: 25172
Art: Beschlussvorlage
Datum: 01.07.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Jugendhilfeausschuss

    Datum: 07.07.2010

    TOP: 4

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 4 JHA Sprachförderung20100602 Neu
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: Jugendhilfeausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 07.07.2010 4 öffentlich Dez. 3 Sachstand Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen Beratungsfolge Sitzung am TOP ö Nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 07.07.2010 4 Antrag an den Jugendhilfeausschuss Der Jugendhilfeausschuss nimmt von dem Sachstand Kenntnis und beschließt, das Thema Sprachförderung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Orientierungsplans und den personellen Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen im Arbeitsausschuss zu dis- kutieren. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Allgemein: Sprachförderung für Kinder in Kindertageseinrichtungen ist eine originäre Aufgabe in der pädagogischen Arbeit des Kindergartens gemäß § 22 SGB VIII (Grundsätze der Förderung). Die ganzheitliche Förderung der Sprachentwicklung ist im pädagogischen Alltag nachhaltig verankert. Die Fachkräfte achten hierbei auf ihre Wirkung als Sprachvorbild. Diese Art der Sprachförderung - orientiert sich an der individuellen Entwicklung des Kindes, - kann schon vor dem dritten Lebensjahr einsetzen, - steht als 3. Bildungs- und Entwicklungsfeld Sprache im Orientierungsplan und wird in allen Bildungs- und Entwicklungsfeldern als Querschnittsthema pädagogisch umge- setzt, - ist Bestandteil der Elternarbeit und - ist Thema in Fortbildung und Weiterqualifizierung. Zur Unterstützung der Bildungsprozesse werden vielfältig vorhandene Materialien einge- setzt, wie z. B. Würzburger Trainingsprogramm, Ohrenspitzer-Programm, „WUPPI“ (Förde- rung der phonologischen Bewusstheit), Sprech- und Hörverstehensübungen. Bei Vermutung einer Entwicklungsverzögerung im sprachlichen Bereich steht den Einrich- tungen und Eltern die „Sonderpädagogische Beratungsstelle für sprachauffällige Kinder und Jugendliche“ an der Erich-Kästner-Schule zur Verfügung. Aktuelle beziehungsweise laufende Maßnahmen in Kindertagesstätten in Karlsruhe umfassen Förderprojekte der Landesstiftung Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe: 1. Projekt „SAG MAL WAS“ der Landesstiftung Baden-Württemberg, Sprachförderung für Vorschulkinder: Ziel ist die Verbesserung der individuellen Lebenschancen von Kindern mit besonderem Förderbedarf, die ein bis zwei Jahre vor der Einschulung zu wenige Sprachkenntnisse aufweisen; Voraussetzung ist der Test „SETK 3 - 5“ der Ein- schulungsuntersuchung (ESU). Das Programm der Landesstiftung Baden-Württem- berg läuft zum Ende des Kindergartenjahres 2009/2010 aus. Zu dem vom Kultusminis- terium Baden-Württemberg geplanten Folgeprojekt „Intensive Sprachförderung im Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Kindergarten (ISK)" liegen Eckpunkte der Konzeption vor; eine Ausschreibung steht noch aus. In städtischen Kindertagesstätten nehmen derzeit drei Einrichtungen mit vier Förder- gruppen am Programm „SAG MAL WAS“ teil. Nach Information des Gesundheitsamtes Karlsruhe, das zuständig ist für die Durchfüh- rung der Einschulungsuntersuchung, nehmen 20 Kindergärten anderer Träger im Stadtgebiet Karlsruhe an der Sprachförderung der Landesstiftung teil. 2. An dem Programm Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfen (HSL) für Kinder im Vorschulalter des Sozialministeriums Baden-Württemberg nehmen vier Kindergärten freier Träger teil. Die Förderung durch das Sozialministerium ist gekoppelt an eine Mit- finanzierung der Kommune zu gleichen Teilen. 3. Auch in Form einer Mitfinanzierung unterstützt die Stadt Karlsruhe das Sprachförder- projekt „Sprich Mit“ von Hand in Hand e. V., an dem zwei städtische und zehn Ein- richtungen anderer Träger teilnehmen. 4. Als privates Engagement finanziert der Lions-Club Karlsruhe-Turmberg Sprachförde- rung für Kinder ab dem 3. Lebensjahr aktuell in fünf Kindertagesstätten freier Träger. Außerdem stehen jeweils Paten als Ansprechpartner den Kindergärten unterstützend zur Seite. Alle Förderprogramme des Landes legen bestimmte Kriterien zur Erlangung der Landeszu- schüsse fest: Anzahl Zeitstunden im Kindergartenjahr, Gruppengröße sowie Alter und sprachliche Herkunft der Kinder. In den Einrichtungen werden Sprachfördergruppen gebil- det, die in der Regel zweimal pro Woche zusammen kommen und von einer qualifizierten Fachkraft geleitet werden. In dem Projekt „Sprich Mit“ von Hand in Hand e. V. ist die Qualifizierung der Erzieherin/des Erziehers zur „Spracherzieherin“/zum „Spracherzieher“ gekoppelt mit der Durchführung in der Kindertagesstätte. Damit werden Fachkräfte für die Umsetzung einer ganzheitlichen Sprachförderung in der täglichen Arbeit mit den Kindern nachhaltig geschult. Der Vorteil liegt insbesondere darin, dass sich die Förderung an der individuellen Entwicklung ausrichten und in die Bildungsprozesse integriert werden kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Das Büro für Integration wird ab Oktober eine Praktikantin mit einer Bestandserhebung der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen betrauen, um die bisher vorhandenen Informa- tionen zu aktualisieren. Beschluss: I. Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss: Der Jugendhilfeausschuss nimmt von dem Sachstand Kenntnis und beschließt, das Thema Sprachförderung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Orientierungsplans und den personellen Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen im Arbeitsausschuss zu dis- kutieren.