Die verschiedenen Arten von Planungswettbewerben

Vorlage: 25161
Art: Beschlussvorlage
Datum: 30.06.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Grünwinkel, Neureut, Südstadt, Südweststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Planungsausschuss

    Datum: 06.07.2010

    TOP: 3

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 3 - Die verschiedenen Arten von Planungswettbewerben
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 9. Sitzung des Planungsaus- schusses Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 06.07.2010 47/PlanA 3 öffentlich Dez. 6 Die verschiedenen Arten von Planungswettbewerben Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 06.07.2010 Antrag an den Ausschuss Der Planungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 4 Die Bedeutung und die Qualität des gebauten Raumes für unsere Gesellschaft sind unum- stritten. Diese Qualität kann am ehesten mit Hilfe des Planungswettbewerbs für die beste Lösung von städtebaulichen, architektonischen, baulich konstruktiven oder künstlerischen Aufgaben erreicht werden. Derartige Wettbewerbe bieten ein Zeit und Kosten sparendes Planungs- und Vergabeinstrument. Auf diese Weise kann die Stadt Karlsruhe in einem klar strukturierten, transparenten Verfahren den geeigneten Partner für die Weiterentwicklung und Umsetzung der gestellten Aufgabe finden. Wettbewerbe dienen nicht nur der Qualitäts- findung, sie sind auch ein hervorragendes Instrument der öffentlichen Vermittlung von Archi- tektur und Baukultur. Die Stadt Karlsruhe kann auf eine lange Tradition bei der Durchführung von Planungswett- bewerben zurückblicken. Hochbau und Gebäudewirtschaft, Stadtplanungsamt, Gartenbau- amt, Volkswohnung, Tiefbauamt und Kulturamt bedienen sich dieses Instruments. Viele be- deutende Bausteine der Stadt sind das Ergebnis. Allein seit 2008 fanden folgende Verfahren statt:  Festplatz Daxlanden, Mehrfachbeauftragung  Infopavillon Ettlinger Tor, Wettbewerb  Gartenstadt Herrenalber Straße, Mehrfachbeauftragung  Theodor-Rehbock-Straße, Mehrfachbeauftragung  Neubau Grundschule Südstadt-Ost, Wettbewerb  Kirchfeld-Nord Cluster 2, Mehrfachbeauftragung  Kirchfeld-Nord Cluster 8, Mehrfachbeauftragung  Wasserwerk Kastenwört, Mehrfachbeauftragung  Eislaufhalle Neureut, Mehrfachbeauftragung  Neugestaltung Bahnhofplatz, Wettbewerb  Studentenwohnen, Degenfeld-/Gottesauer Straße, Mehrfachbeauftragung  Mehrgenerationenwohnen Albgrün, Grünwinkel, Planungsworkshop  Neugestaltung Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße, Wettbewerb  Walter-Eucken -Schule, Neubau, Mehrfachbeauftragung  Hebelschule Neubus Sporthalle + Grundschulerweiterung, Mehrfachbeauftragung  Kinder- und Jugendtreff Südweststadt. Neubau, Mehrfachbeauftragung  Aussegnungshalle Wolfartsweier Neubau, Mehrfachbeauftragung  Hauptfeuerwache, Neubau der Hauptfeuerwache und Leitstelle, Wettbewerb VOF-Verfahren Erreicht oder übersteigt bei einer Bauaufgabe der Auftragswert für Dienstleistungen 193.000 € (netto), so ist für Karlsruhe als öffentlichem Auftraggeber zwingend ein Verfahren nach der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF-Verfahren) durchzuführen. Dieses Verfahren kann ohne vorherige Planungsphase oder in Kombination mit einem Wett- bewerb oder einer Mehrfachbeauftragung abgewickelt werden. Die VOF findet Anwendung auf die Vergabe von Leistungen, die im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit erbracht oder in einem Wettbewerb mit freiberuflichen Tätigkeiten angeboten werden. Ziel des Verfahrens ist es denjenigen zu beauftragen, „der in Hinblick auf die gestellte Aufgabe am ehesten die Gewähr für eine sachgerechte und qualitätsvolle Leistungserfüllung bietet“ (VOF § 24 (1)). Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 4 Die Nachteile des VOF-Verfahrens sind:  hoher verwaltungsinterner Aufwand  keine klare Aufgabenstellung, da kein Auslobungstext  keine Planungsvarianten Wettbewerbe: Das Verfahren „Wettbewerbe“ ist geregelt in der VOF und in den RPW (Richtlinien für Pla- nungswettbewerbe 2008), die die GRW 2003 (Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe) ablösen. Ziel der Überarbeitung war die Vereinfachung des Regelwerkes insbesondere im Bereich der Verfahrensarten und die Kompatibilität mit den Vorschriften der VOF. Es gibt verschiedene Wettbewerbsverfahren. Die Wahl des geeigneten Verfahrens ist abhängig von den Zielen der Aufgabe: Wenn die Aufgabe noch unklar ist, wenn die Aufgabe schrittweise präzisiert werden soll, die genauen Ziele erst entwickelt werden sollen, eignet sich ein  kooperativer Wettbewerb. Das Verfahren kann nur bei Projekten unterhalb des Schwellenwertes durchgeführt werden, da es nicht anonym ist. Wenn die Teilnehmerzahl begrenzt sein soll, wenn z. B. Voraussetzungen hinsichtlich Qualität und Kompetenz abverlangt werden, wenn Erfahrung mit gleichen Bauaufgaben und die Leistungsfähigkeit des Planungsbüros garantiert sein müssen empfiehlt sich ein  nicht offener Wettbewerb mit Auswahlverfahren nach VOF. Private Bauherren sind bei der Auswahl der Teilnehmer nicht an die VOF gebunden. Wenn während des Verfahrens eine zusätzliche Rückkoppelung zwischen Auslober, Preisgericht und Teilnehmer gewünscht ist, um z. B. die Aufgabenstellung zu optimieren, greift ein  offener 2-phasiger Wettbewerb. wenn das gesamte Potential an Sachverstand und Qualität zum Zuge kommen soll, ist das beste Verfahren ein  offener Wettbewerb ohne Zugangsbeschränkung. Ein weiteres in Karlsruhe häufig praktiziertes Verfahren ist die Mehrfachbeauftragung: Eine nur geringe Zahl an Teilnehmern (in der Regel 5 bis 7) wird für die Bearbeitung der Planungsaufgabe seitens des Auftraggebers festgelegt. Alle Teilnehmer erhalten eine gleich hohe Bearbeitungsgebühr für ihre Leistungen. Der formale Bewerbungsablauf entspricht den Vorgaben der VOF. Die Vorteile eines Wettbewerbs gegenüber einem VOF-Verfahren ohne Planung:  Vielfalt von Lösungen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten.  Fundierte, umfassende, präzise Aufgabenstellung.  Integration von Projektbeteiligten und Akzeptanz von Lösungen.  Kostenersparnis gegenüber VOF, da nach Abschluss des Verfahrens Leistungen vor- handen sind auf denen aufgebaut werden kann, vor allem auch Zeitersparnis. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 4 Der Vorteil eines Wettbewerbs gegenüber einer Mehrfachbeauftragung: Der organisatorische Aufwand für beide Verfahren ist in der Vorbereitung vergleichbar. Die Durchführung eines Wettbewerbes gestaltet sich wesentlich aufwändiger (externes Preisge- richt, Preisgelder, Anmietung von Räumen), wird im Vergleich zu einer Mehrfachbeauftra- gung aber umso sinnvoller, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, je größer und je anspruchsvol- ler die Bauaufgabe ist, da beim Wettbewerb mehr Planungsergebnisse zur Verfügung ste- hen. Anhand von Beispielen wird im Vortrag die Eignung der verschiedenen Arten für verschie- dene Planungsaufgaben erläutert. Der Planungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebe- ten. Hinweis: Das Stadtplanungsamt plant zudem zusammen mit der Architektenkammer Karlsruhe im Herbst eine Infoveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit im Architekturschaufenster.