Instandsetzung Schlossplatz

Vorlage: 25160
Art: Beschlussvorlage
Datum: 30.06.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Planungsausschuss

    Datum: 06.07.2010

    TOP: 2

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 2 - Schlossplatz
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 9. Sitzung des Planungsaus- schusses Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 06.07.2010 46/PlanA 2 öffentlich Dez. 6 Instandsetzung Schlossplatz Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 06.07.2010 Antrag an den Ausschuss Der Planungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Stadtbild/Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 4 Das Land setzt den Schlossplatz instand. Herr Günter Bachmann, Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Leiter des Amtes Karlsruhe informiert den Planungsausschuss. Auslöser der Baumaßnahme ist, den desolaten Zustand des Mittelparterres zu beheben, ohne den nicht in allen gestalterischen und stadträumlichen Elementen stimmigen Ent- wurf der 80er Jahre zu rekonstruieren. Das Parterre soll sich durch ein schlüssiges Konzept in das Schlossensemble mit Eh- renhof und Najadenwäldchen in ihrer Ausformulierung der BUGA eingliedern. Gleichzei- tig muss die Anlage den denkmalpflegerischen Belangen und Nutzungsanforderungen an einen öffentlichen Raum gerecht werden. Die vorgesehenen Maßnahmen (mit geplanter Bauzeit von Mitte August 2010 bis Mai 2011) des Landschaftsarchitekturbüros agence ter werden im Folgenden ausführlich erläutert: Ziele der Gestaltung des Mittelparterres: 1. Betonung der Mittelachse / Via Triumphalis 2. Inszenierung der Lengelacher Skulpturen 3. Großzügige Zugangsmöglichkeit zum Parterre Die Via Triumphalis verbindet Schloss und Stadt Die Hauptachse zwischen Stadt und Schlossportal soll durch den Entwurf gestärkt wer- den. Dabei unterstützt die Raumgeometrie des Mittelparterres die axiale Ausrichtung auf das Schloss, indem eine großzügige flächige Gestaltung die Via Triumphalis beidseitig fasst. Die flächige Gestaltung des Entwurfes lässt die flankierenden Baumvolumen und die Schlossfassade in Sinne einer Ensemblewirkung dominieren. Das Mittelparterre wird – ähnlich dem Bestand – durch eine niedrige Mauer gerahmt, die den Höhenversprung von etwa 50 cm abfängt. Diese seitliche Fassung besteht aus Na- turstein sowie einer breiten vorgelagerten Heckenpflanzung aus Prunus laurocerasus, die das Parterre in seiner Längsausdehnung unterstreicht. Die Materialität des Bodenbe- lages wird wie im Bestand in wassergebundener Wegedecke ausgeführt, so dass die Homogenität des gesamten Schlossvorplatzes beibehalten wird. Die Lengelacher Skulpturen als wesentlicher Bestandteil des Mittelparterres Die Lengelacher Skulpturen kommen an ihrem heutigen Standort nicht ausreichend zur Geltung, da sie außerhalb des Parterres auf der oberen Ebene unter den Lindenalleen falsch platziert sind. Heute nimmt der Betrachter sie vom Mittelparterre aus von einer viel zu geringen Blick- punkthöhe wahr. Aus diesem Grund werden die Lengelacher Skulpturen im Mittelparterre neu positioniert. Die Skulpturen rücken in Blickhöhe der Schlossbesucher. Sie werden zentrales Element des Entwurfskonzeptes. Durch die Anordnung der Lengelacher Skulpturen wird das Mit- telparterre gegliedert. In den Achsen zweier sich gegenüberstehender Skulpturen ent- stehen Fugen, die die Fläche des Parterres rhythmisieren. Schmale Wasserbänder in den Fugen lenken den Blick und inszenieren die Figuren, die sich in einem dezenten Wasserfilm spiegeln. Die Höhe der Wasserbänder entspricht dem Niveau der angren- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 4 zenden Rasenflächen, sodass der Eindruck des Mittelparterres in der Fernwirkung flä- chig und homogen bleibt. Betonung der Mittelachse durch wegbegleitende Staudenbänder Während die Nebenachsen entlang der Skulpturenreihen führen und eine ruhigere At- mosphäre und Sitzmöglichkeiten bieten, wird die Schlossachse zum Ort des Flaneurs. Entlang der Via Triumphalis erhält das Mittelparterre wieder eine blühende Bepflanzung in Interpretation der historisch sehr farbig gestalteten Anlage. Beiderseits der Hauptach- se begleiten Staudenbänder den Betrachter durchs Mittelparterre und führen zum Eh- renhof. An den Skulpturenachsen verschränken sich die Staudenbänder mit den Was- serfugen und geben einen Rhythmus vor, der die Maßstäblichkeit des Weges erfahren lässt. Die Pflanzung soll ganzjährig den Schlossplatz schmücken und den Wechsel der Jah- reszeiten visualisieren. Als Konzeption der Pflanzung werden Blütenstauden in Kombi- nation mit filigranen Gräsern und Geophyten ausgewählt. Die Zusammenstellung sorgt neben verschiedensten Blühaspekten auch für eine dekorative Wirkung im Winter, be- sonders im Zusammenspiel mit Raureif und Schnee. Diese Auswahl berücksichtigt ebenfalls Sorten, die im Karlsruher Tulpenbuch katalogisiert und im historischen Lust- garten des Schlosses gezüchtet wurden. Durch diese gezielte Pflanzenauswahl entsteht ganzjährig ein attraktives Bild; aufwendi- ger Wechselflor wird vermieden. Eine Reitertreppe erschließt das Mittelparterre Der Weg aus der Stadt zum Schloss über das tiefer gelegene Mittelparterre wird durch eine breite Treppenanlage großzügig gestaltet. Eine Schlepptreppe mit tiefen Stufen integriert am westlichen und östlichen Ende eine selbstverständlich wirkende Rampen- anlage. So können Personen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen das Mittelparterre ebenfalls frontal erreichen. Die beiden Figurengruppen `Herkules im Kampf mit dem Drachen ́ und `Simson mit dem Löwen ́ bleiben oberhalb der Treppenanlage und werden in Flucht der Rampen platziert. Karl-Friedrich-Denkmal Zwischen dem Platz der Grundrechte und dem Mittelparterre entsteht mit dem Wegfall der Rabatten ein großzügiger Platz um das Karl-Friedrich-Denkmal. Ein Wasserbecken um das Denkmal stellt dessen historische Einbettung in einen Brunnen wieder her und schafft zugleich Distanz zum Denkmal. Der Wasserfilm befindet sich auf gleicher Höhe mit der Einfassung, die 45 cm hoch ausgebildet wird, um eine umlaufende Sitzgelegen- heit zu bieten. Dieser neu gestaltete Platz bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und ver- mittelt zwischen der dichten Zirkelbebauung und dem weitläufigen Schlossvorplatz. Das Wasserbecken wird durch eine umlaufende Fuge technisch vom Denkmalsockel entkoppelt. Der bestehende Plattenbelag um das Denkmal sowie die unterste Podest- stufe werden im Zuge der Umgestaltung entfernt. Der Planungsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 4